Lyon? Bayern? Chelsea? FCZ Frauen nach dem klaren Sieg gegen Honka vor der Achtelfinal-Auslosung

Die FCZ Frauen haben sich am Donnerstag nach dem 1:0-Hinspielsieg mit einem 5:1 vor über 3’000 Fans im Letzigrund resultatmässig souverän gegen den Finnischen FC Honka für den Champions League-Achtelfinal qualifiziert. Flügelspielerin Fabienne Humm zeigte sich in bester Verfassung und steuerte drei Tore bei, dazu trafen Martina Moser mit einem umstrittenen Penalty und USA-Rückkehrerin Coumba Sow. Honka war nicht so stark unterlegen, wie es das Resultat glauben macht, aber die Zürcherinnen konnten sich unter anderem auch auf U19-Nationalkeeperin Elvira Herzog zwischen den Pfosten verlassen. Hier die Eindrücke vom Donnerstagabend aus dem Letzigrund in der Konferenzschaltung auf Züri Live:

Auf jeden Fall macht das Team des neuen Trainers Andy Ladner einen besseren Eindruck, als noch letzte Saison, als man in diesem Stadium des Wettbewerbs gegen die Litauerinnen von Gintra Universitetas ausschied. Dieser letztjährige Gegner im diesjährigen Wettbewerb von Slavia Prag mit dem Gesamtskore von 7:0 weggefegt worden. Das Serbische Team Spartak Subotica, welches den zweiten Schweizer Champions League-Teilnehmer Basel in der Qualifikation gleich mit 5:0 nach Hause geschickt hatte, musste die Überlegenheit von Bayern München bei einem Gesamtskore von 0:11 überdeutlich anerkennen.

Am Sonntag haben die FCZ Frauen nachgelegt und das Derby gegen GC auswärts mit 3:0 für sich entscheiden können. Das Heerenschürli-Team liegt nach fünf Runden verlustpunktlos an der Spitze. Die ersten Verfolgerinnen sind zur Zeit der letztjährige Cupfinalist Lugano und Aufsteiger Servette Chênois.

Heute findet um 13h die Auslosung der Champions League-Achtelfinals statt. In dieser Runde, sind die FCZ Frauen im Gegensatz zum Sechzehntelfinal nun ungesetzt und gegen jeden der möglichen acht Gegner in der Herausforderer-Rolle:

  • Olympique de Lyonnais, die „Weltauswahl“ und das Nonplusultra des Frauenfussballs, gegen welches die FCZ Frauen vor zwei Jahren im Champions League-Achtelfinal trotz einer ordentlichen Leistung mit dem Gesamtskore von 0:17 untergingen
  • Vfl Wolfsburg, die klare Nummer 2 des Europäischen Frauenfussballs, ebenfalls ein Weltklasseteam mit unter anderem zwei Schweizerinnen: der wiedererstarkten Lara Dickenmann (Tochter des ehemaligen FCZ-Spielers Urs Dickenmann) und Noëlle Maritz (beide auch selbst ehemalige FCZ-Spielerinnen)
  • Paris St-Germain, ein weiteres Europäisches Spitzenteam – mit zwei Champions League-Finalteilnahmen und einem Dauerabo auf den 2. Platz in der Französischen Liga
  • FC Barcelona – gegen diesen Gegner stellten die FCZ Frauen vor fünf Jahren mit 7’300 Zuschauern im Letzigrund einen Rekord für den Schweizer Frauenfussball auf – auch im internationalen Vergleich respektabel: selbst von den europäischen Spitzenteams haben nicht alle schon mal zu Hause vor so vielen Fans gespielt. Die Zürcherinnen schieden damals mit dem Gesamtskore von 1:6 im Champions League-Achtelfinal aus, wobei das Resultat etwas zu deutlich ausfiel. Mittlerweile sind die Spanierinnen aber nicht mehr nur im Juniorenbereich europäische Spitze, sondern sie werden es immer mehr auch bei den  Erwachsenen. Barcelona hat zudem einige internationale Topspielerinnen wie Andressa, Elise Bussaglia oder der Best Player der EM 2017, Lieke Martens, dazuverpflichtet, was die Ambitionen der Katalaninnen unterstreicht
  • FC Rosengard, ehemaliger Klub der Schweizer Nationalstürmerin Ramona Bachmann und benannt nach dem Stadtquartier in Malmö, aus welchem Zlatan Ibrahimovic stammt. Die Schwedinnen wollen die Champions League mit drei Altstars rocken, die beweisen wollen, dass sie mit den jungen Topspielerinnen immer noch mithalten können: Lotta Schelin, Caroline Seger und Anja Mittag.
  • Bayern – diese Mannschaft kennen die Spielerinnen des FCZ gut, ist das alljährliche Testspiel im Sommer gegen das deutsche Spitzenteam doch zur Tradition geworden, von welcher beide Seiten profitieren. Im August dieses Jahres gab es diesmal im Rahmen des „Womens Cup“ in Hägendorf eine 1:5-Niederlage gegen den Deutschen Meister von 2015 und 2016, der im europäischen Wettbewerb immer noch auf den grossen Durchbruch wartet
  • Chelsea. Die englischen Teams sind ambitioniert. Letzte Saison konnte Chelsea erstmals mit Bayern und Montpellier ein deutsches und ein französisches Team aus dem Weg räumen, bevor man im Halbfinal an Wolfsburg scheiterte. Die Chelsea-Frauen profitieren von den durch ihre männlichen Kollegen für den Klub erwirtschafteten Premier League- und Champions League-Geldern (CHF 20 Millionen Gewinn, 460 Millionen Umsatz im Jahr 2017). So kommt die Schweizer Nationalstürmerin Ramona Bachmann auf Jahreseinnahmen, von denen mancher in der Schweiz bei einem kleineren Klub engagierte Fussballprofi nur träumen kann…
  • Brøndby. Der Vizemeister aus dem Land des Vizeuropameisters hat vor drei Jahren den Champions League-Halbfinal erreicht und sich im Sechzehntelfinal mit dem Gesamtskore von 3:2 gegen den Italienischen Meister Juventus durchgesetzt
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