Der FCZ hat erneut die Ehre, die Super League-Runde zu eröffnen, und empfängt den FC Aarau im Letzigrundstadion. In den bisherigen beiden Direktbegegnungen dieser Saison (0:0 im Letzigrund, 1:0 in Aarau) fiel nur ein einziges Tor, erzielt per Kopf durch Nico Elvedi, welcher heute aber krankheitshalber nicht dabei sein kann. Im gleichen Spiel war Elvedi beim Ausführen eines Einwurfes von Aarau-Fans mit einem harten Gegenstand am Kopf getroffen worden, weshalb sich nun der FC Aarau überlegt, Fangnetze im Brügglifeld zu installieren.

Jenes Spiel mit dem rüden Foul von Sandro Wieser gegen Gilles Yapi wurde im Rückblick für beide Teams zum Knackpunkt. Beide verloren an diesem Tag aufgrund einer einzigen übermotivierten Aktion einen wichtigen Mosaikstein. Für den FCZ wurden die zu jenem Zeitpunkt wohl durchaus reellen Chancen auf eine gute Rolle im Kampf um den Meistertitel deutlich reduziert, aber auch Aarau wurde durch dieses Ereignis zurückgeworfen. Wieser hatte in den Wochen davor immer besser ins Team gefunden, und war drauf und dran, den schmerzhaften Abgang von Artur Ionita vergessen zu machen. Der Liechtensteiner fiel unter anderem mit einer langen Sperre aus, und wird auch heute im Letzigrund verletzungsbedingt nicht antreten. In einem Freundschaftsspiel gegen Schöftland mit der Aargauer U21 holte er sich zudem zuletzt eine weitere vom Schiedsrichter gemeldete Rote Karte, welche ihn am kommenden Spieltag sperren wird.

Auch die heutige dritte Saisonbegegnung wird für beide Seiten zum Spiel der Wahrheit. Der FCZ muss sich gegenüber dem in Überzahl eingespielten Derbysieg nochmal steigern, um drei Punkte zu gewinnen. Neben Elvedi fällt auch Philippe Koch weiterhin aus, und Mario Gavranovic ist nach seinen zwei Toren und zwei Assists gegen Lieblingsgegner Kriens vor Wochenfrist für den Test um die Mittagszeit gegen den FC Grenchen für die U21-Mannschaft aufgeboten. Am frühen Abend wird er dann sicherlich zumindest auf der Tribüne im Letzigrund zu sehen sein.

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Die letzten beiden Heimspiele gegen Aarau hat der FCZ unentschieden gespielt. Etoundi könnte im Vergleich zum Derby, wo er kurzfristig ausfiel, wieder in die Startformation zurückkehren. Trotz 2:0-Sieg wurde der Kameruner beim Team von Urs Meier vermisst.  Falls die angeschlagenen Schönbächler und Kukeli nicht antreten können, wäre dies die Chance für Asmir Kajevic, der sich dann zum bereits dritten Mal in vier Spielen in der Startformation beweisen könnte. Mit dem Montenegriner in der Startformation gab es bisher zwei Siege. Maurice Brunner ist eine Option, wahrscheinlicher ist aber ein Einsatz von Avi Rikan von Beginn weg, wohl auf der für ihn aus Israel gewohnten Position auf dem Flügel, wo er mit Rodriguez die Seiten regelmässig wechseln könnte.

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Mit dem Ex-Academyspieler Sandro Burki und Ex-Leistungsträger Dusan Djuric stehen wohl zwei ehemalige FCZ-ler in der Startformation der Aarauer. Juan Pablo Garat fehlt gesperrt, was aber für die Aargauer nicht wesentlich ins Gewicht fallen wird. Igor Nganga könnte für Stephan Andrist auf die rechte Aussenverteidigerposition zurückkehren, auch wenn die offensive Aufstellung mit Andrist hinten rechts beim starken Start in die Rückrunde in Thun (1:1) gut aufgegangen war. Falls Costanzo ausfällt, könnte Trainer Sven Christ im Offensivzentrum mit Senger und Sliskovic auf zwei gelernte Stürmer setzen, von welchen wohl dann immer jeweils einer zurückstaffeln wird.

Vor dem Derby sprach Trainer Urs Meier intern mit der Mannschaft die Gründe an, die zur Niederlage gegen Thun geführt hatten, und gab auch zu, dass die Lösung des Problemes durchaus auch etwas Zeit in Anspruch nehmen könnte, da es sich um Entwicklungsprozesse von einzelnen Spielern zu mehr Konkurrenzfähigkeit handelt. Am 240. Zürcher Derby war denn auch noch nicht alles gut, allerdings trat der FCZ von Beginn weg als Team ziemlich fokussiert auf, und im Gegensatz zu früheren Gelegenheiten schaltete das Team in Überzahl keinen Gang zurück, sondern zog über weite Strecken ein Powerplay in der gegnerischen Hälfte auf. Dies gegen einen Gegner, bei welchem einige Einzelspieler (Dabbur, Ravet, Pavlovic) eine Topleistung ablieferten, glücklicherweise aber nicht das ganze Team. Der FCZ wurde also natürlich auch wegen der Roten Karte nicht bis aufs äusserste gefordert, musste aber trotzdem immer hellwach bleiben. Und sobald der zu viel Laufarbeit gezwungene Gegner erstmals Müdigkeitserscheinungen zeigte, schlug das Team von Urs Meier mit einem Angriff über rechts sofort zu. Am Ende war der FCZ bestrebt, vor allem die drei Punkte ins Trockene zu bringen.

Statistik:

Tore: 2 – Kajevic (1.Saisontor!), Chermiti

Torchancen: 6  – Djimsiti, Schneuwly, Chermiti. Chikhaoui, Schönbächler, Rodriguez

Vorlagen (zu Toren und Torchancen):  Schneuwly (2), Chiumiento, Nef, Kajevic, Chikhaoui

Top-Aktionen: 8 – Schneuwly (3), Schönbächler (2), Da Costa, Chermiti, Chikhaoui

Noten (Skala 1-10):

Spielfreude: 7

1 vs. 1: 7

Solidarität: 8

Zielstrebigkeit: 6

Standards: 6

Best Player: Christian Schneuwly

Da Costa (7); Nef (7) , Kecojevic (5), Djimsiti (3); Rodriguez (5), Kajevic (6), Schneuwly (8), Schönbächler (7) (91. Kleiber (-)); Chiumiento (7) (72. Rikan(5)); Chikhaoui (5), Chermiti (6) (81. Sadiku (3))

 

Liebe Zürcher Stadtpolizei,

Als Stimmbürger dieser Stadt gehöre ich zur grossen Gruppe Deiner übergeordneten Vorgesetzten und muss Dich für Deine willkürlichen und gewalteskalierenden Aktionen rund um das Zürcher Fussballderby vom letzten Samstag leider schärfstens zurechtweisen.

Du hast bereits in der Vergangenheit nicht nur gegenüber den Bürgern dieser Stadt und Region schon über die Stränge geschlagen, sondern auch gegenüber Besuchern von auswärts. Darum nochmal: Du hast von uns Bürgern eine grosse Macht übertragen bekommen, nämlich das Gewaltmonopol im öffentlichen Raum. Es gibt also keinen Konkurrenz-Sicherheitsdienst, den man anrufen kann, wenn man mit Deinen Dienstleistungen, Deinen Preisen oder dem Umfang Deiner Einsätze nicht einverstanden ist. Du trägst eine grosse Verantwortung, und das Vertrauen in Dich kann nur gerechtfertigt werden, so lange Du Deine Stellung als Monopolist nicht missbrauchst.

Kurz ein wenig Nachhilfeunterricht über Basiswissen Deiner Tätigkeit, welches Du offenbar in Deiner Berufsausbildung nicht ganz mitbekommen hast. Wir benutzen dazu die allseits beliebte Online-Enzyklopädie Wikipedia. Ein zentraler Begriff für Dich ist die „Rechtstaatlichkeit“. Wie Du sicher irgendwo schon mal gehört hast, ist dies ein Grundprinzip, nach welchem Du Dich als ausführende Gewalt in unserer Demokratie richten musst. Da heisst es zum Beispiel im entsprechenden Wikipedia-Artikel: „Alles staatliche Handeln, das in die Rechte eines Einzelnen eingreift, muss der Situation angemessen sein“. Das heisst, Du solltest die Gesamtsituation im Blick haben, nachvollziehbar und angemessen handeln, und Du solltest auf keinen Fall gewalteskalierend wirken, sondern im Gegenteil deeskalierend. Du bist ja auch weiss Gott kein halbstarker Teenager mehr, der vollgepumpt mit verrückt spielenden Hormonen überreagiert, wenn man ihn nur mal schief anschaut, oder?

Ein zweiter wichtiger Begriff mit dem Du Dich auseinandersetzen solltest, ist derjenige der Kollektivhaftung: „Kollektivhaftung ist die rechtliche Verantwortung einer Gruppe für Handlungen eines oder mehrerer ihrer Mitglieder. Im Falle von Familien spricht man von Sippenhaftung. Sie widerspricht der aufgeklärten Grundhaltung europäischer Kulturtradition, wonach jeder für seine Taten eine individuelle Verantwortung trägt.“ Weiter heisst es, dass Kollektivhaftung mit rechtsstaatlichen Grundsätzen unvereinbar sei. Du darfst also nicht in die freiheitlichen Rechte eines Menschen eingreifen, nur weil dieser die gleiche Hautfarbe oder das gleiche Geschlecht hat, wie jemand, der einen Gesetzesverstoss begangen hat. Selbst wenn beide das genau gleiche Trikot von Yassine Chikhaoui tragen, ist Kollektivhaftung ausgeschlossen!! Erstaunlich, nicht wahr?

Nun hast Du Dich trotz Deines schon ziemlich fortgeschrittenen Alters in letzter Zeit wirklich bemüht, Dich über all dieses neumodische Zeugs wie zum Beispiel dieses „Internet“ schlau zu machen und hast dort eine interessante Website mit dem Namen „Google“ entdeckt. Über diese Website hast Du vor dem Zürcher Derby herausgefunden, wann und wo sich ein Teil der FCZ-Fans besammeln und Richtung Stadion marschieren wollen. Du warst extrem stolz auf diese detektivische Glanzleistung und Dein Jagdeifer war nun natürlich geweckt. Denn Dich hatte es schon lange gestört, dass in den offiziellen Statistiken die Zahl der renitenten und gewaltbereiten Fussballfans viel zu wenig beeindruckend war. Du sahst nun Deine Chance mit einer konzertierten Aktion gleich hunderte von Fussballzuschauern als potentielle Hooligans zu fichieren.

Du hast alles vorbereitet, was es dazu braucht: eine geeignete Stelle für die Einkesselung wurde in einer Stabssitzung ausgewählt, mehrere Absperrwagen wurden direkt neben der Marschroute in einer Seitenstrasse versteckt, dazu die richtige Anzahl zusätzlicher Absperrgitter, und die Einsatztruppen wurden minutiös auf den Einsatz vorbereitet, so dass auf das entscheidende Signal hin alles generalstabsmässig ablief. Jeder Handgriff sass, die Abläufe liefen wie am Schnürchen, wie selbst die Opfer dieser Aktion neidlos anerkennen mussten. Darauf warst Du besonders stolz.

Da mir der Bus vor der Nase abgefahren war, kam ich zehn Minuten später an den Albisriederplatz und lief auf dem Weg zum Stadion kurz nach der Einkesselung auf die Szene zu. Hätte ich den Bus noch erwischt gehabt, wäre ich auch eingekesselt worden, und hätte den Match auf „Züri Live“-Radio nicht kommentieren können. Ich war höchst erstaunt, wie friedlich und ruhig sich die unter freiem Himmel Gefangengenommenen zu diesem Zeitpunkt verhielten. Auch davor war der Marsch Richtung Stadion gemäss verschiedensten Zeugenberichten friedlich und bezüglich Pyro oder Böller im „gewohnten Rahmen“ verlaufen. Der einzige, welcher dieser Darstellung widerspricht, ist natürlich Deine Pressestelle, und alle welche deren Mitteilungen ungeprüft abschreiben.

Der Weg des Marsches der FCZ-Fans von der Fritschiwiese zum Stadion ist äusserst kurz und dauert wenige Minuten. Da, wo die Einkesselung stattfand, ist auf diesem Weg der einzige Ort, wo so ein Manöver überhaupt möglich ist – ganze 200 Meter vom Stadion entfernt! Der Spuk des Fanmarsches wäre zwei Minuten später vorbei gewesen. In den Medien liessest Du hingegen verbreiten, der Marsch hätte angehalten werden „müssen“. Für wen? Sicherlich nicht für die Bürger dieser Stadt. Die Fans hätten die Badenerstrasse und die Tramlinie nur wenige Minuten blockiert, Du machtest daraus sechs Stunden! Die Meldung der VBZ, „Fussballfans“ würden die Badenerstrasse seit Stunden blockieren, ist in diesem Zusammenhang natürlich eine unerhörte Verdrehung der Tatsachen.

Angekommen beim Letzigrundstadion war ich dann erstaunt, dass an der Herdernstrasse auf der Gegentribünenseite, beim im Normalfall einzigen Hotspot, wo es Dich als Polizei an einem solchen Spiel wirklich braucht, um die rivalisierenden Fans auseinanderzuhalten, ein paar wenige verstreute Polizisten eher undiszipliniert und in lockerer Stimmung in der Gegend rumstanden. Offenbar wussten diese bereits, dass die FCZ-Anhänger noch Stunden im Kessel eingeschlossen bleiben würden.

Was mich am meisten enttäuscht, ist, wie Du Dich wie ein kleiner Tunichtgut aus der Sache herauszureden versuchst. Deine Aktionen (auch gegenüber dem Marsch der GC-Fans) seien „nicht geplant“ gewesen. Jeder, der dabei gewesen ist, weiss, dass es nicht stimmt. Angefangen bei den Polizisten über die eingekesselten Fans bis zu den Beobachtern der Szene. Warum untergräbst Du noch weiter Deine Glaubwürdigkeit mit Falschaussagen? Warum stehst Du nicht mal wie ein Erwachsener hin, und entschuldigst Dich für Deine Menschenrechtsverletzungen, für die von Dir verursachte Eskalation der Gewalt nach dem Spiel, für Deine völlig sinnlose Blockierung der Badenerstrasse während geschlagenen sechs Stunden, für die andauernde Verdrehung der Wahrheit in Deinen Pressemitteilungen?

Dein Einwand, Du hättest versucht, „Familien aus dem Kessel herauszuholen“ entblösst ja sehr schön die Unrechtmässigkeit und Willkür Deiner Aktion. Nehmen wir an, Deine Aussage stimmt (was Augenzeugen bestreiten), warum holst Du dann Väter oder Mütter aus dem Kessel heraus? Wenn die 800 Fussballanhänger wirklich zu Recht festgehalten worden wären, warum will man dann einzelne aufgrund ihres Familienstatus verschonen? Sind nicht alle Menschen vor dem Gesetz gleich? Es ging also ganz offensichtlich nicht darum, was diese Menschen getan haben, sondern darum, was sie sind. Bist Du ein Fussballfan gibt es schon mal drei Minuspunkte, hast Du aber Kinder, kannst Du wieder Boden gut machen mit zwei Pluspunkten, bist Du eine Frau gibt das einen weiteren Pluspunkt, als Mann hast Du immerhin die Möglichkeit, Krawatte und Hemd anzuziehen, dann kriegst Du diesen Pluspunkt ebenfalls. Ein Südkurvenpulli gibt hingegen schon mal fünf Minuspunkte. So kann jeder auf einer Skala seine Chancen auf Gerechtigkeit im Verhältnis mit der Zürcher Stadtpolizei zusammenzählen. Zwar nicht fair, aber immerhin transparent…

Was Du sicherlich mit Deiner Aktion erreicht hast, ist eine weitere Radikalisierung der Fussballfans. Am eigenen Leib erlebte Ungerechtigkeit prägt gerade junge Menschen enorm. Fussballanhänger im jugendlichen Alter, welche eine solche Polizeiaktion vielleicht das erste Mal miterlebt haben, sind im ersten Moment geschockt, in einer zweiten Phase werden sie aber Groll und Zorn empfinden, und versuchen, die erlebte Ohnmacht zu überwinden, und es sich das nächste Mal nicht mehr einfach so gefallen zu lassen. Aber vielleicht ist Dir das ja auch ganz recht. Denn „böse“ Fussballfans sind immer ein hilfreiches Argument, um im politischen Prozess ein höheres Polizeibudget zu rechtfertigen. Jede Organisation, auch die Polizei, braucht eine Daseinsberechtigung und schafft sich diese häufig gleich selbst. Ebenfalls erreicht hast Du, dass die Südkurve ihr sowieso schon eher wackeliges Vertrauen in Dich nun komplett verloren hat, und Informationen über ihre Pläne wohl nicht mehr öffentlich publizieren wird. Alles wird wieder viel klandestiner ablaufen, mit allen Nebeneffekten, welche dies mit sich bringt. Die Chance zum Dialog und einer gegenseitigen Annäherung, welche es zuvor durchaus gegeben hat, hast Du nun wirksam zerstört.

Mit Deinem direkten Vorgesetzten scheinst Du leider zur Zeit ein leichtes Spiel zu haben. Er ist bis heute nicht darüber informiert, was mit dem eigentlichen Ziel der Aktion, der Erfassung der Personendaten, passieren wird, ist mittlerweile aber trotzdem irgendwie überzeugt, dass Deine Aktion gerechtfertigt war. Unter diesen Umständen überrascht es auch nicht mehr, dass Du ihm das Märchen von der „spontanen Aktion“ aufbinden konntest.

Lukas Stocker, Züri Live

24 Stunden hat der Tag, und ab heute hat Zürich 240 Derbies. Es ist das einzige echte Derby im Schweizer Fussball. Von zwei Teams, die zusammen 39 Meistertitel und 27 Cupsiege in die erfolgreichste Schweizer Fussballstadt geholt haben. Noch spezieller wird die Affiche dadurch, dass die beiden unversöhnlichen Kontrahenten in zehn Tagen im Cupviertelfinal gleich nochmal aufeinandertreffen!

Der FCZ kam nach dem Superstart in St.Gallen zu Hause gegen die sehr hoch stehenden und früh störenden Thuner nicht zurecht. Vor allem mit der ersten Halbzeit war Trainer Urs Meier überhaupt nicht zufrieden: „Wir wissen, was wir besser machen müssen.“ Auch wenn man grundsätzlich als Team gewinne, und als Team verliere, nimmt der Zürcher Coach ausdrücklich Franck Etoundi von der Kritik aus. Der Kameruner habe sich nicht dem Schicksal ergeben, und die Wende im Spiel mit aller Macht gesucht.

Die ersten beiden Derbies der Saison hat der FCZ gewonnen. GC hatte allerdings in beiden Partien einen guten Start, der FCZ hielt jeweils dagegen und konnte das Spiel auf seine Seite ziehen. Das letzte Mal drei Derbysiege in Folge gab es im Jahr 2006, dem in der Meisterschaft mit Abstand besten Kalenderjahr der jüngeren Vereinsgeschichte.

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Ohne den gesperrten Kukeli und den verletzten Phillippe Koch (Knie), wird wohl Berat Djimsiti wieder in die Startformation zurückkehren, und Christian Schneuwly erneut auf dem rechten Flügel antreten, von wo er allerdings gegen Thun weniger Wirkung erzielen konnte, als in St.Gallen hinter der Spitze Etoundi. Die in St.Gallen starke rechte Seite mit Nef, Philippe Koch und Schneuwly kommt also vorläufig nicht wieder zusammen. Vielleicht zaubert Urs Meier ja mit Francisco Rodriguez eine Überraschung aus dem Hut? Der FCZ wird in diesem „Auswärtsspiel“ wohl auch in den entsprechenden violetten Trikots spielen. Ein „weisses Ballett“ könnte es aber trotzdem absetzen, da es zumindest gemäss Urs Meiers Wetter-App um 17 Uhr schneien wird.

Chikhaoui und Chiumiento dürften trotz durchzogenem persönlichen Rückrundenstart gegen Thun erneut in der Startformation stehen. Auf sie wird im Verein auch für die Rückrunde stark gesetzt. Noch offen ist, wie offensiv sich die Formation auf dem Feld dann tatsächlich präsentieren wird. Ein oder zwei Stürmer? Ein oder zwei Sechser? Das Duo Elvedi/Kajevic ist im Zentrum die wahrscheinlichste Variante. Avi Rikan ist noch nicht so richtig in Form gekommen, und hat seine besten Partien sowieso als Stürmer oder auf dem Flügel gemacht. Oder bekommt gar Cédric Brunner eine Chance von Beginn weg? Eher unwahrscheinlich, Elvedi hat im Moment die Nase vorn…

Der Bericht vom Abschlusstraining findet sich ebenfalls auf dieser Seite.

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GC muss auf die gesperrten Abrashi und Bauer verzichten. Beni Lüthi wird auf rechts wohl erstmals in der Startformation stehen. Der neuverpflichtete Ungarische Ex-Nationalspieler Krisztián Vadócz hatte im Testspiel gegen den FC Winterthur am Dienstag nach 20 Minuten eine Zerrung eingefangen, steht aber gemäss GC-Homepage trotzdem im Aufgebot. Da auf dieser Position nach den Abgängen von Toko und Salatic, und der Sperre von Abrashi, welcher seinen auslaufenden Vertrag wohl nicht verlängern wird, die Personaldecke dünn ist, wird der Ungar wohl gleich ins kalte Wasser geworfen.

Im Sturm ist bei GC Munas Dabbur schon die ganze Saison hindurch ein sicherer Wert, Caio und Ngamukol hingegen suchen zur Zeit noch ihre Form. In der Vergangenheit hat Caio mehr als einmal im Derby sein bestes Spiel gemacht. Shani Tarashaj, Doppeltorschütze gegen Winterthur und eines der grössten Sturmtalente der Schweiz, von dessen Qualitäten sich Pierluigi Tami zuletzt auch schon als U21-Nationaltrainer ein gutes Bild machen konnte, und Nassim Ben Khalifa (Torschütze beim 2:4 in Bern) sind die Alternativen.

Im Vorschau-Gespräch vom Freitag abend schätzt Züri Live-Experte Toni Gassmann den Ausfall von Kukeli und Abrashi als jeweils gleich schwerwiegend ein, schaut zudem nochmal zurück auf den Thun-Match und verrät, wie er den FCZ und GC im Derby erwartet….

Der FCZ konnte nach dem Ausweichen auf den Kunstrasen des Heerenschürli nun wieder auf die vom Schnee befreite Allmend Brunau zurückkehren, und das Derby gegen GC auf einem ähnlichen Untergrund vorbereiten, wie es dann auch gespielt werden wird. Hier Impressionen vom Abschlusstraining am Freitag:

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Ivan Kecojevic schraubt sich hoch, und köpft „die Grünen“ in Front. Am Samstag wird der FCZ wohl wieder in violett antreten.

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Oliver Buff benutzt in den Trainingsspielen nach zwei Nasenbeinbrüchen hintereinander weiterhin seine Maske. Er kann grundsätzlich voll mittrainieren, aber es ist ihm noch nicht möglich, Kopfballduelle anzunehmen, was auf Super Leaugue-Niveau im Spiel ein zu grosses Defizit für das Team darstellen würde.

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Mario Gavranovic ist ebenfalls im Training mit dabei und wird heute Samstag im Freundschaftsspiel der U21 gegen den SC Kriens sein Début geben. Gegen Kriens hatte Gavranovic vor mehr als einem Jahr nach seiner Verbannung in den Nachwuchs in der Promotion League schon nach zehn Minuten zwei Mal getroffen (Endresultat: 3:2 für FCZ U21).

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Davide Chiumiento bespricht sich nach dem Training mit Athletiktrainer Tobias Powalla. In seinem ersten Rückrundeneinsatz gegen Thun wollte es Chiumiento am letzten Sonntag besonders gut machen, aber es gelang ihm noch nicht alles. Sein Pfostenschuss kurz vor der Pause war der beste Zürcher Abschluss der Partie gewesen. Im Juli-Derby traf „Chiu“ beim Saisonstart zum entscheidenden 1:0. Kann er auch diesmal im Derby einen Lauf starten, wie zu Beginn der Vorrunde?

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Die Signaturen von Gavranovic und Rikan sind begehrt. Rikan ist eine Option als Kukeli-Ersatz – eine andere ist der in St.Gallen als 8-er neben Schneuwly stark auftretende Kajevic, welcher unter anderem beim mit 3:1 gewonnenen Auswärts-Derby im Oktober ebenfalls auf der 6-er Position gespielt hatte.

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Brunner C., Alesevic & Brunner M. räumen ab. Auch im Derby von der Bank kommend?

 

 

 

 

Heute hat der FCZ bekanntgegeben, dass er den in der Wintervorbereitung getesteten Armenischen Neo-Nationalspieler Artyom Simonyan verpflichtet hat. In lateinischer Schrift wird sein Name zwar häufig „Artem“ geschrieben, er heisst aber „Artyom“ mit Betonung auf dem „o“. In der Wintervorbereitung wurde der 20-jährige unter anderem gegen den ehemaligen Emeghara-Klub Qarabag Agdam (1:1) getestet, und bildete da mit dem FCZ-Torschützen Marco Schönbächler die Flügelzange.  Das Spiel im Replay in voller Länge gibts bei Qarabağ FK TV (Simonyan spielt in der 1.Halbzeit auf der gegenüberliegenden Platzseite mit der Nummer 6):

Der 19-jährige Offensivspieler stammt aus der Juniorenabteilung des Russischen Champions League-Teilnehmers Zenit St.Petersburg und kommt auf Empfehlung der mit dem FCZ eng verbundenen Armenischen Nationaltrainer Bernard Challandes und Artur Petrosyan, seines Zeichens FCZ U21-Coach. Für Armenien debütierte Simonyan vor vier Monaten im Freundschaftsspiel gegen Frankreich in der Startformation. Simonyan bringt neben technischen Qualitäten auch eine gewisse Grundschnelligkeit und Qualitäten in der Balleroberung mit.

Vor dem Prestigeduell der letztjährigen obersten Russischen Juniorenliga-Saison gegen Spartak Moskau trug die eigene Mutter dem armenischen Talent auf, in der 34.Minute ein Tor zu erzielen – was nicht ganz gelang: Simonyan traf erst in der 35.Minute. Dass wie nun von einigen Insidern behauptet, die Mutter von Iulian Filipescu im Mai 2006 ihrem Sohn aufgetragen haben soll, er müsse in der 92.Minute ein Tor erzielen, bleibt ein bisher unbestätigtes Gerücht.

Der vielseitige Simyonyan spielte in der Reserve von Zenit St.Petersburg vorwiegend im Mittelfeldzentrum in eher offensiver Rolle, wird aber beim FCZ zu Beginn wohl am ehesten für die etwas dünn besetzte Flügelposition in Frage kommen, wo er auf der rechten Seite auch in den Testspielen eingesetzt wurde, und hat in dieser Rolle durchaus auch kurzfristig schon gewisse Chancen auf Einsätze.