„Gelegenheits-Schnäppchen“ Kerzhakovs erstes Training beim FCZ

Der FCZ ist seit heute wieder im Training und bereitet sich auf die Rückrunde vor. Wenn man auf die Platzierung in der Tabelle blickt, muss man den Letzigrund-Klub als ein Team im Abstiegskampf sehen. Die Konkurrenten Vaduz und Lugano werden in der Rückrunde sicherlich beide nochmal einen Zacken zulegen können – also braucht der FCZ zwei Zacken. Andererseits ist es trotz allem möglich, bei positivem Verlauf wie letzte Saison in der Liga einen Europacupplatz zu erreichen. Das viertplatzierte Luzern ist neun Punkte voraus, der fünfplatzierte FC St.Gallen sechs Punkte. Falls sich der Cupsieger unter den ersten vier klassiert, reicht auch ein fünfter Platz. Und vor allem hat der FCZ die arithmetische Chance von 25% selbst Cupsieger zu werden.

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Auf dem Weg zu diesen Zielen läuft aber vieles nicht nach Plan. So hadert der ansonsten frisch und erholt wirkende Trainer Sami Hyypiä damit, dass er an den ersten beiden Trainingstagen noch nicht Vollgas geben und die Spieler belasten kann, da die Leistungstests anstehen. Der Finne hätte diese viel lieber schon am Wochenende durchgeführt, aber die Klinik sei noch geschlossen gewesen. Die Miene des Übungsleisters verdüstert sich noch etwas mehr, als er auf die Platzsituation angesprochen wird: „Auf unserem Trainingsplatz können wir Schwimmen. Wenn wir ihn beim aktuellen Zustand einmal benutzen, dann ist er anschliessend nicht mehr brauchbar.“ Neu ist das Thema nicht. Hyypiäs Vorgänger hatten alle mit den gleichen Herausforderungen zu kämpfen. Es werde nun flexibel disponiert, aber es sei wichtig, immer die Option auf irgendeinen Kunstrasenplatz offen zu haben, meint Hyypiä weiter. Da ist dann auch Flexibilität gefragt. Die Mannschaft kennt mittlerweile sicherlich bald jeden Kunstrasenplatz der Stadt, sei es im Juchhof, Heuried oder Heerenschürli.

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Ebenfalls nicht das Resultat eines Planes sei die Verpflichtung von Stürmer Aleksandr Kerzhakov gewesen, lässt Hyypiä durchblicken, und bestätigt damit die Vermutungen einiger Beobachter. Die Russische Stürmerikone war vielmehr ein Gelegenheitsschnäppchen, welches man sich nicht entgehen lassen wollte. Dies obwohl der FCZ zumindest quantitativ in Sturm und Offensivzentrum ganz bestimmt nicht unterbesetzt ist. Kerzhakov war im ersten Training Teil der zwölfköpfigen Laufgruppe mit Bua, Buff, Sarr, Etoundi, Di Gregorio, Grgic, Schneuwly, Alesevic, Kleiber, Sadiku und Brunner, welche angeführt vom Trainerduo Hyypiä/Rizzo im Nieselregen eine knapp einstündige Laufeinheit absolvierte. Weitere Spieler waren gleichzeitig an den Fitnessgeräten anzutreffen, und die Torhüter trainierten ebenfalls separat.

Hyypiä bemerkte, dass er in den Ferien mit keinem der Spieler gesprochen habe. Die Gespräche werden diese Woche im Anschluss an die Leistungstests erfolgen, und spätestens in der darauffolgenden Woche sollten dann erste Entscheidungen bezüglich weiterer Transfers – Abgänge oder Zugänge – fallen. Details würden dann mitgeteilt, wenn es soweit sei. Aber es ist durchaus denkbar, dass der eine oder andere Spieler gar nicht mehr im Training auftauchen wird, und die Suche nach einem neuen Verein sich bereits in der heissen Phase befindet.

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Am meisten im Mittelpunkt der zahlreich erschienenen Medienschaffenden stand natürlich Neuverpflichtung Alexandr Kerzhakov, der die vielen Fragen im Anschluss ans Training geduldig beantwortete. Auch über private Dinge: der Russe wohnt zur Zeit mit seiner Frau im gleich neben dem Trainingsgelände gelegenen Hotel (Sihlcity) und sucht so schnell wie möglich eine Wohnung, um den zurzeit bei Kerzhakovs Eltern lebenden Sohn nach Zürich holen zu können. Der Russische Stürmer will durch die Teilnahme an der Rückrundenvorbereitung wieder richtig in Form kommen, Spiele gewinnen, in der Tabelle Rang um Rang gutmachen und am Ende des Frühlings im EM-Aufgebot von Nationaltrainer Leonid Slutski stehen. Ob er Trainer Hyypiä wegen seinen beiden Toren im WM-Qualifikationsspiel 2009 in Helsinki schon im Spass aufgezogen habe? „Nein bisher nicht“, meint der 1,76m-Mann etwas schüchtern und schelmisch zugleich: „Ich weiss nicht, ob ihm solche Witze gefallen würden…“.

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