Die FCZ Frauen sind in der Steiermark bei Sturm Graz von der ersten Minute an parat und überraschen die Gegnerinnen mit einem aggressiven Pressing. Resultat davon ist der schnelle 1:0-Führungstreffer von Neuzugang Adriana Leon auf Zuspiel von Fabienne Humm. Die Kanadierin, die in den ersten zwei Meisterschaftseinsätzen gegen GC und Neunkirch noch die Bindung zum Team vermissen liess, konnte noch zwei weitere schöne Tore nachlegen – ein Weitschuss ins Lattenkreuz aus 20 Metern und ein Abschluss ins leere Tor nach doppeltem Doppelpass mit Barla Deplazes. Zu den restlichen drei Treffern gab die flinke Kanadierin jeweils den Assist.

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Die FCZ Frauen haben damit natürlich fürs Rückspiel nächste Woche (Mittwoch, 12.Oktober) im Letzigrundstadion eine hervorragende Ausganglage. Neben der torgefährlichen Leon überzeugte Nationalspielerin Selina Kuster als Antreiberin über die linke Seite und das ganze Team mit einem Pressing, das die Gegnerinnen nur selten richtig aus der eigenen Hälfte kommen liess.

Das klare Ergebnis täuscht etwas darüber hinweg, dass für die FCZ Frauen längst nicht alles so lief wie gewünscht. Die für das Zürcher Spiel wichtige Mittelfeldspielerin Sandrine Mauron schied schon nach 12 Minuten nach einem Luftduell mit blutender Nase aus und wurde durch Lesley Ramseier ersetzt. Diese konnte sich aber wegen fehlender Spritzigkeit selten gut in Szene setzen. Captain Fabienne Humm läuft zudem ihrer Form der letzten Saison noch weit hinterher und die Zürcher Schüsse aus der Distanz waren mit Ausnahme des 2:0-Hammers von Leon meist eher harmlos. Ein sicherer Wert war Torhüterin Nicole Studer, welche die wenigen Grazer Strafraumszenen (praktisch ausschliesslich auf Standards) souverän meisterte.

Die Grazerinnen konnten zu dieser Partie im Liebenau-Stadion 1’835 Zuschauer begrüssen, darunter auch mitgereiste Zürcher Fans und das Männerteam von Sturm Graz (zur Zeit Tabellenerster in der Bundesliga). Dies bedeutet einen neuen Zuschauerrekord in der Geschichte des Österreichischen Frauenfussballs! Den aktuellen Zuschauerrekord für den Schweizer Frauenfussball stellten vor drei Jahren die FCZ Frauen in der Champions League-Partie gegen den FC Barcelona mit 7’304 Fans im Letzigrund auf. Das Champions League-Sechzehntelfinalhinspiel gegen die FCZ Frauen war das erste Frauenspiel im Grazer Liebenaustadion, an gleicher Stätte, wo sich 2008 bei den Männern im UEFA Cup-Rückspiel der FCZ gegen Sturm Graz im Penaltyschiessen durchgesetzt hatte. Auch damals hatte Almen Abdi bereits in der 5.Minute den Zürcher Führungstreffer erzielt.

Züri Live überträgt das Rückspiel am kommenden Mittwoch live aus dem Letzigrund.

Sturm Graz – FCZ Frauen 0:6 (0:2)

Sturm Graz: Kristler; Wurzinger, Kovacs, Winter, Gatternig; Kofler, Malle (71.Maier), Posch (87.Lazarek), Cancienne, Naschenweng; Enzinger.

FCZ Frauen: Studer; Mégroz, Gensetter (46.Stierli), Fischer, Kuster; Gut, Mauron (18.Ramseier), Deplazes; Humm, Franssi (69.Willi), Leon.

Tore: 2. Leon (Humm) 0:1, 32. Leon (Kuster) 0:2, 63. Franssi (Leon) 0:3, 67. Leon (Deplazes) 0:4,  72. Kuster (Penalty, Leon), 91. Humm (Leon).

Karten: 20. Kofler (Gelb), 25. Kuster (Gelb), 65. Fischer (Gelb), 71. Wurzinger (Rot).

Spezielle Vorkommnisse: 6. Fabienne Humm Lattenschuss, 12. Sandrine Mauron mit Gesichtsverletzung ausgeschieden, FCZ sechs Minuten in Unterzahl.

Bemerkungen: 2:7 Eckbälle, 1:16 Abschlüsse, FCZ Frauen in 2.Halbzeit mit Dreierabwehr Stierli-Gut-Fischer, 1’835 Zuschauer – neuer Rekord für Frauenfussballspiele in Österreich.

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Einlaufkinder ganz gross – FCZ Frauen sind erst nach dem Anpfiff überragend. 

Es wirkte wie nach einer bestandenen Zwischenprüfung. Die Mannschaft hat nur 66 Stunden nach dem Schlusspfiff im Europa League-Spiel gegen Osmanlispor nochmal den Rhythmus über weite Strecken der 93 Minuten hochhalten können, und Wohlen auswärts mit 5:0 besiegt. Die Bilanz nach 10 Runden: auswärts drei Siege und zwei 1:1-Unentschieden gegen die direkten Konkurrenten Wil und Aarau. Das dritte Gegentor wurde beim 3:1-Sieg in Schaffhausen eingefangen. Im Letzigrund hat der FCZ gar eine Weisse Weste mit fünf Siegen und null Gegentoren!

Moussa Koné feierte sein 5:0 mit einem filmreifen Stage Dive in den Fanblock. Wann und wo ist sowas im modernen Fussball überhaupt noch möglich, wenn nicht mit dem FCZ in Wohlen? Nach der Partie wurde der begeisterungsfähige Jungstürmer denn auch von den mitgereisten Fans gefeiert. Als neuer „Prinz“ des Letzigrundes? Bangura war happy über sein erstes Tor für den FCZ und verschenkte sein Leibchen genauso wie auch Cédric Brunner. Und dann wurde auch noch Andris Vanins von den Fans gefordert. Der seriöse und zurückhaltende Lette freute sich sichtlich über den Zuspruch. Nach einem ersten Etappenziel nach 10 Runden und vor der Nationalmannschaftspause von zwei Wochen war es der richtige Moment auch mal innezuhalten und die Zufriedenheit über den guten Saisonstart offen zu zeigen.

Wie schon beim 4:0 im Letzigrund spielte Wohlen zu Beginn mutig nach vorne und hatte in den ersten drei Minuten zwei Torchancen, wo es einen guten Vanins zwischen den Pfosten brauchte. Ein weiterer starker Eckball von Roberto Rodriguez mit dem daraus resultierenden Eigentor des einheimischen Sead Hajrovic lenkte die Partie dann aber trotzdem schon relativ früh in für den Favoriten positive Bahnen. Nef, Buff, Kukeli und Schönbächler wurden geschont, Sadiku war verletzt. Marchesano stand erstmals in der Meisterschaft in der Startformation, spielte durch und steuerte zwei Assists bei. Adrian Winter biss sich über die 93 Minuten durch, hatte mit seiner Massflanke auf Cavusevic beim 3:0 eine der schönsten Szenen der Partie und kämpfte auch noch kurz vor Ende der Partie verbissen an der gegnerischen Eckfahne um den Ball und holte einen Eckball heraus – einen von insgesamt 14. Die Fans reagierten dankbar darauf.

FC Wohlen – FC Zürich 0:5 (0:3)

Stadion Niedermatten – 3120 Zuschauer – SR Dudic

Tore: 9. Rodriguez 0:1, 23. Cavusevic (Marchesano) 0:2, 40. Cavusevic (Winter) 0:3, 61. Bangura (Marchesano) 0:4, 90. Koné (Chiumiento) 0:5

Wohlen: Kiassumbua; Schmid, Loosli, Hajrovic; Castroman; Giampà, Muslin, Minkwitz (46. Foschini), Kamber (77. Pacar); Schultz, Lotti (62. Abegglen).

Zürich: Vanins; Brunner (58. Alesevic), Bangura, Kecojevic, Voser; Winter, Sarr (70. Chiumiento), Yapi, Rodriguez (74. Koné); Marchesano, Cavusevic.

 

Der FCZ hat in Wohlen einen letzten Charaktertest vor der Nati-Pause zu bestehen. Danach wird Trainer Uli Forte den Spielern zwei Tage frei geben. Der eine oder andere Wechsel im Vergleich mit der Startaufstellung gegen Osmanlispor (2:1) ist zu erwarten, vor allem die im Letzigrund eingewechselten Yapi, Winter und Rodriguez werden ziemlich sicher in der Startaufstellung stehen. Möglich, dass die angeschlagenen Bangura und Sadiku wieder spielen können.

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Wohlen hat nach dem Trainerwechsel zum Aargauer Francesco Gabriele mit dem 1:0 auswärts in Schaffhausen bereits den ersten Sieg geholt und dabei eine überzeugende Leistung abgeliefert. Der erste Leader dieser Challenge League-Saison agiert neu mit Dreierabwehr. FCZ-Legende Florian Stahel fehlt gesperrt.

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Der FCZ zeigt erneut eine starke Leistung in der Europa League und wird diesmal mit Punkten belohnt. Marco Schönbächler spielt von Beginn weg und macht sein bisher bestes Spiel seit der Verletzungspause. Schon vor seinem Solo zum 1:0 ist der Flügelspieler der spielbestimmenden Mann auf dem Platz. Dzengis Cavusevic verschiesst einen von Vrsajevic an Schönbächler verursachten Penalty, trifft dann aber sechs Minuten nach dem Osmanlispor-Ausgleich nach deren erstem gefährlichen Konterangriff nach Vorarbeit von Voser und Winter per Kopf zum Siegtreffer in der 79.Minute. Osmanlispor-Trainer Akcay verliert in seinem 20.Europacupspiel zum ersten Mal auf internationaler Bühne.

FC Zürich – Osmanlispor FK 2:1 (1:0)

Stadion Letzigrund – 7473 Zuschauer – SR Eskov

Tore: 45. Schönbächler (Kukeli) 1:0, 73. Maher (Umar) 1:1, 79. Cavusevic (Winter) 2:1

Zürich: Vanins; Brunner, Nef, Kecojevic, Voser; Koné (55. Rodriguez), Kukeli, Sarr, Schönbächler (70. Winter); Buff (88. Yapi), Cavusevic.

Osmanlispor: Karcemarskas; Vrsajevic, Cürüksu, Demir, Pinto; Cagiran (61. Maher), Lawal; Delarge (67. Umar), Ndiaye, Regattin; Rusescu (72. Diabaté).