FCZ – Lugano: Fehlentscheid des VAR bei spielentscheidender Szene

Das erste VAR-Wochenende in der Schweizer Super League bringt den ersten klaren Fehlentscheid. Nein, die Rede ist nicht vom St. Gallen-Spiel. Die Rücknahme des FCSG-Penalties ist zwar sicherlich strittig. Es ist aber anzunehmen, dass Ref Tschudi live eine Berührung sah, die tatsächlich nicht stattgefunden hatte – dann wäre das Eingreifen des VAR Sandro Schärer nachvollziehbar. Nicht eingegriffen hat hingegen Video Assistant Referee Stephan Klossner bei der spielentscheidenden Szene im Spiel FCZ – Lugano, und das war ein klarer Fehler!

Klossner hatte sich die Szene im VAR-Raum vor der Ausführung des Penalties nochmal angeschaut und übersah dabei, dass es sich um eine Schwalbe von Jonathan Sabbatini gehandelt hat! Und damit ein klarer Fehlentscheid von Schiedsrichter Alain Bieri. Zugegeben, für die beiden Züri Live-Kommentatoren sah es von der Tribüne ebenfalls wie ein Elfmeter aus. Schaut man sich aber die Bilder an, dann ist die Sache sofort klar: zwar findet eindeutig eine Berührung statt, aber diese ist weder von Bangura verursacht, noch ist sie überhaupt der Grund, warum Sabbatini fällt.

Der Lugano-Mittelfeldspieler hebt völlig ohne Einwirkung des Zürcher Verteidigers mit dem linken Bein ab und spreizt dann bereits im Flug den rechten Fuss zur Seite, um bei Bangura einzuhaken. Er nutzt dabei den Fuss von Bangura regelrecht als Katapult, von wo er mit dem rechten Fuss zum zweiten Sprung ansetzt. Sabbatinis rechtes Bein streckt sich nach der Berührung mit Banguras Fuss wie bei einem Dreispringer, anstatt dass es zurückgeschlagen wird, wie das bei einem Foul der Fall wäre. Bangura macht zwar zuerst eine Bewegung Richtung Ball, zieht sein rechtes Bein dann aber genauso wie die Arme sofort zurück. Sabbatini wäre ohne Probleme an Bangura vorbeigekommen –  wenn er denn gewollt hätte.

Bild 1: Bangura will zuerst eine Bewegung Richtung Ball machen….

Bild 2: Bangura zieht sein rechtes Bein sofort zurück. Sabbatini springt mit seinem linken Bein selbständig ab und stösst sich gleichzeitig mit der rechten Hand an Banguras Brust zusätzlich nach vorne. Dieser hält seinerseits seine Arme zurück.

Bild 3: «Lift off, we have a lift off…» – Sabbatini springt ohne Einwirkung von Bangura ab….

Bild 4: Bereits im Flug hakt Sabbatini mit seinem Rechten Fuss bei Bangura ein…

Bild 5: Sabbatini nutzt Banguras rechten Fuss als Katapult für seinen zweiten Sprung mit rechts…

Bild 6: Sabbatinis rechtes Bein streckt sich beim zweiten Sprung wie bei einem Dreispringer, was zeigt, dass er Bangura getroffen hat und nicht von diesem «von den Beinen geholt» wurde.   

Nun kann man sicherlich bemerken, Banguras erste Bewegung Richtung Ball sei etwas übermotiviert gewesen und habe ähnlich einem Zaubertrick zur optischen Illusion eines Penalty-Fouls beigetragen. Dies stimmt. Es ändert aber nichts an der Fehlentscheidung des Schiedsrichters mitsamt dem fälschlicherweise nicht eingreifenden VAR, sowie daran, dass sich im Teleclub und anderen Sportmedien erstaunlicherweise offenbar niemand die Szene nochmals angeschaut hat. Wohl nach dem Motto: „wenn selbst Ludo Magnin sagt, es war Penalty, dann muss es Penalty gewesen sein…“

Gemäss einer auf der Basis von in SRF-Matchzusammenfassungen festgestellten Fehlentscheidungen eruierten „wahren Tabelle“ der letzten Saison wurde der FCZ zusammen mit St. Gallen am stärksten benachteiligt und hätte bei richtigen Entscheidungen mit fünf Punkten Vorsprung den zur direkten Europa League-Teilnahme berechtigenden 3. Platz (statt Platz 7) erreicht. Nun hat im ersten Spiel der Saison gegen ebendiesen Europa League-Teilnehmer der VAR bezüglich diesem Trend ebenfalls keine Abhilfe verschafft.

(Standbilder: aus Teleclub)

 

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