

Wenn die Routiniers beim FCZ nach der Pause doch nur halbwegs so vif gewesen wären, wie der Zürcher Balljunge, der etwa eine halbe Minute vor dem St. Galler 2:1 Lukas Görtler umgehend den Ball zuwarf! Der FCZ geriet durch den schnell ausgeführten Einwurf in Verlegenheit (Omeragic war noch mit Organisieren beschäftigt). Schon nach wenigen Sekunden des zweiten Durchganges stellte sich beim Kommentatorenteam von Züri Live auf der Tribüne ein ungutes Gefühl in der Magengegend ein. Kramer verschätzte sich bei einem langen Ball, und Kololli lief diesem und den Gegenspielern plötzlich wieder in seiner unmotiviert wirkenden Art und Weise von letztem Jahr hinterher. Auch Marchesano machte beim nächsten hohen Ball nicht mal den Versuch, den Gegenspieler etwas zu stören. Anschliessend verlor Kololli einen weiteren Ballbesitz im Duell mit Stergiou, weil er sich aus alter Gewohnheit wieder zu stark mit dem Gegenspieler und zu wenig mit dem Ball beschäftigt hatte. Dann ein unpräziser Steilpass Marchesanos für Kramer, der ebenfalls vom 18-jährigen Stergiou abgelaufen wurde. Anstatt sofort ins Gegenpressing zu gehen, trabte Marchesano schon in der dritten Minute nach der Pause leicht resigniert in eine andere Richtung. Kololli und Kempter verhielten sich auf der Seite dann zu passiv gegen Görtler und Demirovic – und in der Mitte passte Nathan die entscheidende Zehntelssekunde nicht auf – Brecher vermochte am nahen Pfosten den Winkel zum Ball auch nicht mehr zu verkürzen.
Nach der Partie lag ein Fokus der Berichterstattung und der Einschätzungen auf den Abwehrfehlern von Nathan. Der Brasilianer war sicherlich gleich nach dem Restart deutlich besser drauf, als ihm vor allem in St. Gallen eine Top-Partie gelang , wo er unter anderem am nahen Pfosten einen fast sicher geglaubten Treffer von Ermedin Demirovic verhinderte. Trotzdem hatte Nathan auch diesmal einige gute Aktionen gegen St. Gallen und der Leistungsabbau mehrerer anderer FCZ-Akteure war eklatanter sowie entscheidender für die schlechte Zweite Halbzeit. Vom seine Form suchenden Antonio Marchesano und Blaz Kramer kam sowohl offensiv wie auch defensiv klar zu wenig, Hekuran Kryeziu verzettelte sich im Mittelfeld. Sogar Michael Kempter war erstmals seit dem Restart unter dem Strich ungenügend. Dieser wurde genauso wie Kevin Rüegg durch die beiden St. Galler Flügel Ribeiro und Bakayoko im 4-3-3 der Ersten Halbzeit stärker zurückgebunden, als sonst jeweils gegen den gleichen Gegner. Die Einwechselspieler Sohm und Schönbächler machten die Situation eher noch schlechter. Wirklich gut war nur Henri Koide (im sechsten Einsatz zum zweiten Mal MVP).
Die Partie hatte diesmal ein deutlich tieferes Niveau, als die zum Teil hochstehenden bisherigen Direktbegegnungen der beiden Teams in dieser Saison. Die Präzision, Intensität und defensive Geschlossenheit liess auf beiden Seiten zu wünschen übrig – auf Seiten des FCZ letztendlich unter dem Strich noch mehr als beim Gegner. Der FCSG griff bei weitem nicht so hoch und aggressiv an, wie sonst jeweils, so dass die Anzahl Ballverluste im eigenen Drittel des Spielfeldes beim FCZ so tief wie noch nie in dieser Saison gegen die Ostschweizer war. Auf der einen Seite gewannen die Zürcher gegen ebenfalls nicht sattelfeste St. Galler so viele Offensivduelle wie noch nie in dieser Saison – abgesehen vom 3:0-Heimsieg gegen Luzern im November. Andererseits war der Anteil gewonnener Defensivzweikämpfe sehr tief und abgesehen von der 1:4-Niederlage in Genf im Februar liessen die FCZ-Feldspieler in der aktuellen Spielzeit noch nie so viele Schüsse aufs eigene Tor zu – in der Zweiten Halbzeit war das Schussverhältnis 1:16. Die FCZ-Quote der gewonnenen Luftduelle war hingegen wiederum sehr hoch. Aufgrund der guten 1. Halbzeit vermochte der FCZ mit 1,83 den höchsten Expected Goals-Wert seit dem Auswärtssieg in St. Gallen zu verzeichnen. Sieht man zudem vom Penalty in der 2. Minute ab, hatte der FCSG trotz grosser Überlegenheit im zweiten Durchgang insgesamt keinen höheren Expected Goals-Wert als der FCZ zu verzeichnen.
Dass dieser Penalty nach 38 Sekunden Spielzeit von Schiedsrichter Jaccottet gepfiffen und von VAR Esther Staubli nicht im Detail angeschaut wurde, ist unverständlich. Jérémy Guillemenot steht im Strafraum auf die Zehenspitzen und hebt ab wie ein Flugzeug beim Start – eine klassische Schwalbe. Der Versuch Nathans, Guillemenot an der Schulter zurückzuhalten, ist so unmerklich, dass dieser ohne Probleme in einer fliessenden Bewegung in die entgegengesetzte Richtung nach vorne abspringen kann. Als Guillemenot bereits in der Luft ist, findet dann auch noch unten eine Berührung statt. In einem normalen Laufduell gäbe es in dieser Situation Druck und Gegendruck, da der Stürmer hier aber bereits abgehoben und keine Bodenhaftung mehr hat, wird er in der Luft natürlich wie ein Stück Holz weggedrückt. Im Fussball, wo sogar leichte Bodychecks erlaubt sind, ist dies sicherlich kein Foul. In der 2. Halbzeit hatte Guillemenot dann die Unverfrorenheit, das Gleiche im Laufduell mit Hekuran Kryeziu gleich nochmal zu versuchen. Wieder pfiff Jaccottet, aber diesmal griff Esther Staubli ein.
Jérémy Guillemenot ist seit seiner Ankunft in der Super League vor anderthalb Jahren zum unbestrittenen Schwalbenkönig der Liga avanciert. In früheren Zeiten hatte jede zweite Mannschaft einen Spieler, der ab und zu eine Schwalbe produzierte. In den letzten Jahren ist dieses Phänomen in der Liga glücklicherweise stark zurückgegangen. Guillemenot bringt nun die unguten Zeiten gleich im Konzentrat wieder zurück.
Züri Live hat die in der Datenbank gespeicherten letzten 21 für Guillemenot gepfiffenen Freistösse und Penalties angeschaut: sage und schreibe 15 davon entpuppten sich als Schwalben! Nur fünf Freistösse und ein Penalty waren korrekt gepfiffen. Selbst in diesen sechs korrekt gepfiffenen Fällen war Guillemenot jeweils nur darauf aus, ein Foul zu provozieren. Es ist die Strategie, die er entwickelt hat, um seine fehlende Schnelligkeit zu kompensieren: Guillemenot wartet, bis der Gegenspieler nahe dran ist, spielt den Ball leicht nach vorne und stoppt dann abrupt ab, damit der Gegenspieler in ihn reinläuft. Nur ein einziges Mal von diesen 21 untersuchten gepfiffenen „Fouls“ liess sich Guillemenot zudem NICHT in seiner typischen Art theatralisch fallen.
Es ist peinlich für die Super League, dass der Genfer in St. Galler Diensten die Schiedsrichter landauf landab nun schon seit anderthalb Jahren zum Narrren hält und diese bis heute nichts gelernt zu haben scheinen. Was wird denn in den vielen individuellen Feedbacks und Workshops thematisiert, wenn nicht so etwas? Schon zu Beginn der Saison fiel mit Adrien Jaccottet der gleiche Schiedsrichter auf eine Schwalbe Guillemenots im St. Jakob Park herein und pfiff in der 80. Minute einen für den weiteren Verlauf der Meisterschaft wegweisenden Penalty zum 2:1-Sieg St. Gallens beim FC Basel. Wohlgemerkt: Jaccottet pfiff hier gegen das Team, von dem er in jungen Jahren selbst Fan war! Die ganze Sache hat definitiv nichts mit der Bevorteilung einer Mannschaft zu tun, sondern schlicht mit der fehlenden Fähigkeit, die Schauspielkunst Guillemenots als solche zu erkennen. Ob Eray Cömert in der Szene Guillemenot beim Versuch den Ball wegzuschlagen berührt hat oder nicht, ist im TV-Bild schwierig zu erkennen. Was klar erkennbar ist: Guillemenot fiel nicht wegen Cömert hin, sondern er liess sich selbst fallen.
Da solche Spieler wie Guillemenot höchst selten geworden sind, müssen sich die Schiedsrichter erst wieder dran gewöhnen und sich über einige Grundprinzipien klar werden. Hebt ein Spieler auf den Fussspitzen ab, kann man mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass es sich um eine Schwalbe handelt. Schiedsrichter Dudic hat dies in der Partie Lugano-FCZ bei Jonathan Sabbatini erkannt, der in der gleichen Art und Weise bereits im ersten Saisonspiel im Letzigrund gegenüber Alain Bieri einen Penalty erschleichen wollte – damals erfolgreich. Ein Foul ist immer ein Bruch des Bewegungsablaufes, die Extremitäten fliegen in alle Richtungen, der Stürmer landet unsanft und vor allem unelegant. Ist es hingegen eine fliessende Bewegung mit schön geordneten Armen und Beinen wie auf einem gemalten Bild, handelt es sich um einen gewollten Bewegungsablauf und somit (fast) sicher um eine Schwalbe.
Guillemenot verwendet Techniken vom Bodenturnen, dem Eiskunstlauf und der Skiakrobatik für seine Absprünge, und um deren optische Wirkung zu verstärken. Er schafft es mit diesen Effekten und Illusionen trotz der Offensichtlichkeit seiner Schwalben immer wieder, dass die Schiedsrichter wie verzaubert automatisch ihre Trillerpfeifen zum Mund führen. Guillemenots Schauspielkunst ist so ausgefeilt, dass manchmal selbst der Gegenspieler unsicher ist, ob er vielleicht doch ein Foul begangen hat.
FC Zürich – St. Gallen 1:3 (1:1)
Tore: 2. Quintilla (Penalty, Guillemenot) 0:1, 16. Kololli (Koide) 1:1; 48. Itten (Demirovic) 1:2, 75. Guillemenot (Görtler) 1:3.
FCZ – Brecher; Rüegg, Nathan, Omeragic, Kempter (77. Sohm); Domgjoni, H. Kryeziu; Koide, Marchesano (67. Schönbächler), Kololli; Kramer.
St. Gallen – Zigi: Hefti, Stergiou, Letard (46. Fazliji), Muheim; Görtler (80. Rüfli), Quintilla, Staubli (46. Staubli); Ribeiro (46. Itten), Guillemento, Bakayoko (46. Demirovic).
(Standbilder: Teleclub)
Was lange währt, wird endlich gut! Schon als vor elf Monaten in der Elften Runde in Bern beim FCZ grosse Personalnot herrschte, war der mittlerweile 25-jährige Stürmer der Reserven, Shpetim Sulejmani im Spieltagskader gewesen. Zwar kam es nicht zum Super League-Début des ehemaligen Junioren-Nationalspielers, aber er musste natürlich aufgrund seines Alters trotzdem vorgängig auf die Kontingentsliste gesetzt werden. Zuletzt in Neuenburg war er erneut im Matchkader, wurde aber wieder nicht eingesetzt – dafür wie geschrieben wurde auf der Fahrt mit einem Virus infiziert. Nun kommt er im drittletzten Spiel der Saison doch noch zu seinem jahrelang erwarteten ersten Super League-Einsatz und ersetzt den in den letzten Monaten enttäuschenden Blaz Kramer. Sulejmani hat nicht die Schnelligkeit des Slowenen, ist dafür aber technisch besser und hat einen guten Abschluss auch aus der Distanz. Der FCZ wird wohl in einem 4-2-3-1 die voraussichtliche Rauten-Aufstellung Sions attackieren.
Sion-Trainer Paolo Tramezzani präferiert für sein Team die Raute. Wird er dies auch heute wieder tun? Mit Uldrikis und Itaitinga bringt er diesmal zwei gelernte Stürmer. Dies könnte bedeuten, dass Kasami auf die Achterposition rückt. Bastien Toma beginnt auf der Bank.
Dass im letzten Saisonviertel Abstiegskampf-Teams überdurchschnittlich viele Punkte holen, ist in verschiedenen Ligen immer wieder zu beobachten. Auch im Titelkampf schenkt man den Konkurrenten im Normalfall nichts. Aber es gibt immer wieder sowohl oben wie unten Mannschaften, denen ganz einfach „der Schnauf“ ausgegangen ist. Und dann gibt es das Mittelfeld und den Kampf um einen Europacupplatz, der in der Regel nicht ganz so heiss geführt wird, wie die anderen Entscheidungen. Tatsächlich scheint das Trio im Kampf um Platz Vier, Servette, FCZ und Luzern, das Siegen verlernt zu haben. Nachdem das Saisondirektduell mit Lugano am Mittwoch verloren gegangen ist, muss gegen St. Gallen aufbauend auf den guten Ansätzen im Tessin nochmal eine klare Leistungssteigerung her.
Beim FCZ kehren die in Lugano abwesenden Becir Omeragic und Antonio Marchesano ins Team und auch in die Startaufstellung zurück. Henri Koide darf erstmal von Beginn an starten – allerdings sehr wahrscheinlich auf der Flügelposition, auf welcher er genauso wie Benjamin Kololli weniger effektiv agiert, wie im Sturmzentrum. Blaz Kramer darf erneut beginnen.
Beim FC St. Gallen gibt Trainer Peter Zeidler den in den letzten Spielen sichtlich ausgepowerten Ruiz, Demirovic und Itten zu Beginn eine Verschnaufpause. Systemmässig ist nichts Spezielles zu erwarten. Die einzige offene Frage ist, ob Guillemenot oder Ribeiro auf der „Zehn“ eingesetzt werden. Mit André Ribeiro und Miro Muheim stehen zwei ehemalige FCZ-Junioren in der Startformation.
Dem FCZ-Spiel in Lugano merkt man an, dass die Quarantäne-Spieler wieder zurück sind. Speziell Toni Domgjoni bringt viel Aggressivität, Zielstrebigkeit im Spiel nach vorne und Laufbereitschaft ins Zürcher Mittelfeld. Zu Beginn läuft er gar wortwörtlich für zwei, denn bei Lugano lässt sich der als zweiter Stürmer nominierte Jonathan Sabbatini (laufstärkster Luganesi) immer wieder ins Mittelfeld zurückfallen, wodurch sich eine Lugano-Überzahl im Zentrum ergibt (vier gegen drei). Das nominelle 3-5-2 wird in der Realität häufig zu einem 3-6-1. Ludovic Magnin reagiert darauf in der 17. Minute, indem er Hekuran Kryeziu aus der Dreierabwehr vorzieht, womit der FCZ nun genauso wie faktisch auch Lugano mit einer Mittelfeldraute spielt. Bis dahin hatte Domgjoni die sich ergebenden Lücken gestopft.
Es stand wieder ein ganz anderer FCZ auf dem Platz. Von der ersten Sekunde an mit einem effektiven Mittelfeldpressing, vielen guten Umschaltmomenten und Angriffsauslösungen. Allerdings gab es ein wesentliches Problem und das hiess Blaz Kramer. Die Aktionen liefen jeweils wie im Lehrbuch – bis der Slowene angespielt wurde und wegen technischen Unzulänglichkeiten den Ball wieder verlor. Dies verhinderte, dass der FCZ in einen Flow kommen konnte und war jedes Mal ein Geschenk für den Gegner. Alleine in den ersten 72 Sekunden der Partie wurden gleich drei aussichtsreiche Angriffe der Gäste aus Zürich durch die Fehler des eigenen Stürmers zunichte gemacht. In der ersten Szene schätzt er scheinbar gedankenverloren die Flugbahn eines Kopfballs Kempters völlig falsch ein, in der zweiten schafft er es nicht, mit dem Rücken zum Tor den Ball abzudecken und für den mitgelaufenen Schönbächler abzulegen, und in der dritten verspringt ihm nach einer wunderschönen Spieleröffnung Kempters an der Mittellinie der Ball fast schon im Slapstick-Stil ins Seitenaus.
Neben Kramer kam auch Schönbächler insgesamt nicht gut in die Partie und wurde zur Pause ausgewechselt. Ebenfalls raus zur Halbzeit musste Simon Sohm. Von diesem war zuletzt in Neuenburg und gegen YB zu wenig gekommen. In Lugano war er hingegen wieder deutlich besser im Spiel und an vielen gemeinsamen Balleroberungen beteiligt. Kramer seinerseits konnte sich in der Zweiten Halbzeit etwas steigern, genauso wie beispielsweise auch Kevin Rüegg, welcher in den zweiten 45 Minuten mit seinem Einsatz und Kampfgeist das Team mitzureissen versuchte. Die Mehrzahl der FCZ-Akteure spielte allerdings in der 1. Halbzeit besser, als im zweiten Durchgang. Zur Pause wechselte der FCZ taktisch vom 4–4-2 mit Raute auf ein 4-4-1-1 mit einem „flachen“ Mittelfeld und Toni Domgjoni auf der Position hinter der einzigen Spitze Kramer. Mit diesem System hatte man sich in Thun in den ersten 20 Minuten drei Gegentreffer eingefangen. Gegen Lugano funktionierte es aber besser, da der Gegner mit Dreierabwehr spielte und die äusseren Mittelfeldspieler Koide und Kololli im Pressing weit nach vorne aufrückten. Der FCZ wollte nach den von der Spielanlage her guten, aber durch die gegenseitige Neutralisation der beiden Teams gleichzeitig chancenarmen ersten 45 Minuten aufgrund des Rückstandes etwas ändern. Die Partie konnte so tatsächlich stärker in die Lugano-Platzhälfte verlegt werden. Die Tessiner verteidigten aber gut und nahmen mit verschiedenen Spielunterbrüchen in der Zweiten Halbzeit den Rhythmus aus der Partie. Gleichzeitig blieb auf Zürcher Seite einmal mehr nicht verborgen, dass sowohl Koide wie auch Kololli im Sturmzentrum besser zur Geltung kommen, wo stattdessen weiterhin Kramer seinen Dienst verrichten durfte.
Die Abwehrkette verschob sich im Tessin wieder besser als zuletzt. Nathan, der in der Corona-Zeit aufgrund eines Schicksalsschlages im engsten Familienkreis nach Brasilien reisen durfte, ist durchaus auch verständlicherweise zur Zeit noch nicht auf dem Niveau wie vor seiner zweiten Isolation, nachdem er bereits unmittelbar nach seiner Rückkehr aus Brasilien für einige Tage aus Sicherheitsgründen von der Mannschaft getrennt worden war. Davor hatte Nathan beim Auswärtssieg in St. Gallen zum Beispiel 70% seiner Zweikämpfe gewonnen gehabt – nun im Cornaredo hingegen gerade mal noch 47%: für einen Innenverteidiger ein sehr tiefer Wert. Benjamin Kololli war vor der Quarantäne in einer der besten Phasen seiner Karriere mit jeweils 16-17 Top-Offensivaktionen gegen Thun, Servette und Xamax. In Lugano spielte der Waadtländer nicht schlecht, aber es waren halt trotzdem wie schon gegen YB nur noch sieben Top-Offensivaktionen. Seine Standards sind immer noch ordentlich bis gut, aber nicht mehr so exzellent wie gerade noch vor kurzem. Immerhin: erstmals seit dem 4:0-Auswärtssieg in St. Gallen hatte der FCZ wieder einmal ein positives Expected Goals-Verhältnis (0,87 : 0,64) – ein 1:1 Unentschieden wäre also das „logische Resultat“ dieser Partie gewesen. Stattdessen traf mit Olivier Custodio erneut ein Luganesi mit einem Sonntagsschuss gegen den FCZ – ein Abschluss mit einem Expected Goals-Wert von gerade mal 2%. Dass Custodio vor dem Zürcher Strafraum so frei zum Schuss kam, war allerdings auch selbstverschuldet. Marco Schönbächler hatte seine Aufgabe bei Eckbällen vor der Strafraumgrenze aufzuräumen vernachlässigt, und hatte stattdessen halbherzig einen hohen Ball zu erreichen versucht, den Teamkollege Benjamin Kololli ohne Probleme aus dem Strafraum rausköpfen konnte – ein Blackout von Schönbi. Positiv zu erwähnen: Schiedsrichter Alessandro Dudic erkannte im Gegensatz zu Alain Bieri vor fast exakt einem Jahr (21. Juli 2019 – 22. Juli 2020!) die Schwalbe von Jonathan Sabbatini im Zürcher Strafraum (damals traf im Letzigrund Mijat Maric per Penalty zur 1:0-Führung für die Tessiner).
Lugano – FC Zürich 1:0 (1:0)
Tore: 36. Custodio (Lovric) 1:0.
Lugano: Baumann; Kecskes, Maric, Daprelà; Lavanchy, Custodio, Yao (76. Jefferson); Lovric (78. Covilo), Guidotti; Sabbatini, Lungoyi (90. Macek).
FCZ – Brecher; Nathan, H. Kryeziu (78. Winter), M. Kryeziu; Rüegg, Sohm (46. Seiler), Domgjoni, Kempter; Schönbächler (46. Koide); Kramer, Kololli.
(Standbilder: Teleclub)
Trainer Ludo Magnin bringt nach den „Quarantänespielern“ am Samstag gegen YB nun auch die in spezieller Isolation gewesenen Kevin Rüegg, Toni Domgjoni, Nathan und Mirlind Kryeziu gleich bei der erstmöglichen Gelegenheit wieder auf den Platz. Man hatte gegen YB das Gefühl, dass neben dem Rhythmus auch genau diese drei Aggressivleader etwas gefehlt hatten. Nathan hatte nach dem Lockdown sehr stark begonnen, dann aber von Spiel zu Spiel abgebaut. Ausgeruht sollte der Brasilianer nun wieder sein. Vermutlich tritt der FCZ in Lugano mit einer Dreierabwehr an, in welcher die beiden Kryezius Nathan unterstützen.
Lugano-Coach Maurizio Jacobacci hat mit Ersatzmann Franklin Sasere nur einen einzigen echten Stürmer im Aufgebot, wobei das Toptalent Christopher Lungoyi aus der Servette-Talentschmiede (einer der formstärksten Spieler der ganzen Liga) früher ebenfalls viel in der Spitze gespielt hat. Somit wird der 20-jährige Schweizer Nachwuchsnationalspieler sicherlich vorne in der Spitze die Zürcher Abwehr stark beschäftigen. Vorne unterstützt wird er vermutlich vom Österreicher Sandi Lovric. Die vor der Partie fraglich gemeldeten Alexander Gerndt und Rangelo Janga sind nicht im Aufgebot. Wird Lugano nun noch pointierter auf Konter spielen als sonst jeweils schon? Oder versuchen sie die Zürcher Unsicherheit gleich zu Beginn auszunutzen?
Der FC Zürich hat fünf Spiele vor Schluss trotz vieler haarsträubend hoher Niederlagen mehr Punkte (42) gesammelt, als in den ersten beiden Saisons nach dem Wiederaufstieg zum gleichen Zeitpunkt. 17/18 stand man bei 40 Punkten, zog dann aber in den letzten fünf Partien ohne Niederlage mit neun Punkten eine der erfolgreichsten Phasen der Saison ein (unter anderem 4:1-Heimsieg gegen FCB, die anderen Gegner waren Sion, Lausanne, Thun sowie Lugano) und beendete die Spielzeit mit 49 Punkten auf dem Vierten Rang. Die sieben Punkte aus den letzten fünf Partien 18/19 mit zwei 0:3-Niederlagen in Basel und Luzern, einem Unentschieden gegen St. Gallen sowie Siegen in Neuenburg und gegen Thun erhöhten die Punktzahl von 37 auf 44 und reichten für den Siebten Platz. Diesmal würde wohl selbst eine so starke Schlussphase wie vorletzte Saison mit neun Punkten eher nicht für Rang Vier reichen. Und ob der FCZ nach der Quarantäne nochmal auf die Spur finden kann, die er nach dem Lockdown eingeschlagen hatte, muss er erst noch beweisen.
Der Eindruck vor leeren Rängen im Letzigrund war von Trostlosigkeit geprägt. Nach dem 0:2 durch Jean-Pierre Nsamé kurz vor der Pause nach einem Fehlpass des ansonsten mit seiner Antizipation einige gegnerische Torchancen vereitelnden Ilan Sauter schien die Partie gelaufen. Der Rest zog sich zäh wie Gummi. Auf dem Metallzaun an der Herdernstrasse unterstützte ein kleines Grüppchen Fans die Mannschaft unentwegt von ausserhalb des Stadions. Die Transparente in der Südkurve hoben das gefühlte Niveau auch nicht wirklich. Da wird die SFL bezichtigt, sie sei auf „Profit“ fixiert. Eine Organisation zweier bescheidener Schweizer Profiligen, deren Migliedsklubs schon in „normalen Zeiten“ fast immer Verluste schreiben, und die alles versuchen muss, zu verhindern, dass es zu Konkursen kommt und hunderte Menschen in der Schweizer Fussballwelt ihren Job verlieren. Neben einigen Experten und Journalisten scheint auch ein Teil der Fans selbst nach bald fünf Monaten noch nicht in der Corona-Realität angekommen zu sein.
In den folgenden Tagen reift im Videostudium dann aber die Erkenntnis: der FCZ hat nicht ganz so miserabel gespielt, wie sich das live angefühlt hatte – und YB war zwar schlussendlich klar und deutlich, aber trotzdem nicht im Liegestuhl zum Sieg gekommen. Die Berner agierten stattdessen im Letzigrund deutlich besser, als noch bei ihrem 3:2-Heimsieg im Juni im Wankdorf (Link: „Nsamé trifft erstmals per Kopf – FCZ kann gute 1. Halbzeit nicht materialisieren“) und kamen vor allem auch deshalb zu über 30 Abschlüssen. Jean-Pierre Nsamé toppte mit sechs Rückrundentoren gegen den FCZ sogar noch die bereits schon unglaubliche Marke Fabian Freis von fünf Rückrundentreffern (Link: „FCB nutzt Schwachpunkte Schönbächler und Baumann konsequent, Best Player Zumberi mit Zukunft? Basel – FCZ in der Analyse„) gegen den Letzigrundclub. Gleichzeitig hatte der FCZ während der ganzen Partie immer wieder den einen oder anderen gelungenen Angriff. Man steckte zumindest fussballerisch nie ganz auf und hatte mit einem Doppelpass von Kramer mit Koide selbst in der letzten Minute der Nachspielzeit noch einen guten Angriff über rechts, bei welchem aber der Slowene seine Flanke vor den Fünfmeterraum wahlweise etwas zu früh oder scharf spielte, so dass diese vom mit einem langen Sprint im Höchsttempo heranpreschenden Britto nicht mehr erreicht werden konnte.
Die Szene war typisch für Blaz Kramer, der in der Regel nur etwa zehn gute Minuten pro Spiel hat und in diesen fehlt ihm zudem aufgrund seiner Torflaute in den entscheidenden Situationen die Ruhe am Ball. Man hätte sich auf Seiten des FCZ zudem beispielsweise einen Toni Domgjoni auf dem Platz gewünscht, der zusätzlich zum spielerischen Ansatz mit Zweikämpfen und verbal für so etwas wie ein Aufbäumen gesorgt hätte. Was fehlte, war ausserdem, dass wie unter der Woche in Basel bis in die Nachspielzeit der Anschlusstreffer und damit Spannung noch in der Luft lag. Die Anzahl Züri Live Top-Offensivaktionen war so klein wie zuletzt nie mehr seit dem Saisonstart gleichenorts gegen den FC Lugano (0:4) und die Anzahl Top-Defensivaktionen am zweithöchsten nach dem 2:0-Heimsieg gegen Servette vor gerade mal zwei Wochen.
Positiv: Michael Kempter und Henri Koide sind zur Zeit beim FCZ das, was man allgemein „eine Bank“ nennt – konstant auf gutem Niveau. Beide sind hungrig, lassen sich auch von einem (klaren) Rückstand kein bisschen runterziehen. Mit elf solchen Spielern auf dem Platz hätte man diese Saison nicht so viele klare Niederlagen kassiert. Das Mittelfeldzentrum war hingegen gegen YB ungenügend. Der ruhige Simon Sohm agierte über die ganze Partie hinweg zu passiv. Der emotionale Hekuran Kryeziu lief deutlich mehr und stopfte Löcher, welche Sohm offen liess. In Abwesenheit der Aggressivleader Domgjoni, Rüegg und Nathan sowie der verletzungsbedingten Abwesenheit Tosins müsste speziell der Schwyzer in die Bresche springen. Kryeziu gerät aber weiterhin zu schnell in ein Fahrwasser, in welchem er sein Engagement nicht richtig zu kanalisieren weiss.
Eine typische Szene vor dem wegweisenden 0:1: zuerst kann „Heki“ gegen zwei attackierende Berner einen guten spielöffnenden Pass auf Simon Sohm spielen, dann erhohlt sich Kryeziu ein wenig. Der Ball kommt aber nach einer weiten Kopfballabwehr Camaras relativ rasch in die Nähe Kryezius an die Mittellinie zurück. Dieser reagiert deutlich schneller als Miralem Sulejmani und holt sich den Ball. Der Berner Offensivmann ist wenige Sekunden später aber trotzdem der lachende Torschütze, weil Kryeziu viel zu optimistisch den Ball per Dropkick zurück zu Yanick Brecher spielen will. Der Ball wird vom Rücken des sich ebenfalls nicht ideal verhaltenden Ilan Sauter so abgelenkt, dass Jean-Pierre Nsamé mit Ball Richtung Tor laufen kann. Entscheidend bei der ganzen Sache: Kryeziu ist im Moment des Fehlers auf gleicher Höhe mit Sulejmani und bestimmt nicht langsamer, als der 31-jährige Serbe. Anstatt aber sofort zurückzueilen, dreht sich der FCZ-Mittelfeldspieler hadernd ab. In einer anderen Szene reklamiert er heftig ein Handspiel von Nsamé im Zürcher Strafraum, anstatt sich auf den Ball zu fokussieren, der ihm direkt vor die Füsse fiel und einen schnellen Gegenstoss ermöglichte. Ein Freistoss im eigenen Strafraum hätte dem FCZ in dieser Situation rein gar nichts gebracht. Von zwei anderen „K’s“ im Team, Kempter und Koide, könnte Kryeziu noch einiges lernen.
Schönbächler zeigte sich im Vergleich zum insgesamt schlechten Auftritt in Basel verbessert und hatte deutlich mehr gute Defensivszenen, liess Kempter aber trotzdem noch zu häufig alleine gegen eine Berner Überzahl. Winter war sehr engagiert und es gelang ihm auch einiges, speziell in der gegnerischen Hälfte – in der eigenen Platzhälfte war er aber trotzdem immer wieder mal im Spiel ohne Ball etwas zu spät auf seinem Posten. Angefangen im Rechten Mittelfeld, spielte Winter nach der Pause und der Hereinnahme von Umaru Bangura als Rechter Aussenläufer im zuletzt immer häufiger gespielten und dem FCZ aktuell wohl am besten liegenden 3-4-1-2. Der zuletzt aussen vor gelassene Umaru Bangura erhielt nach der Pause wieder einmal 45 Minuten Einsatzzeit und machte seine Sache gut (Züri Live-Note „7“). Es war erst sein dritter Rückrundeneinsatz nach dem 1:1 in Sion (Note „10“, MVP, Link: „Umaru Bangura ist wieder da!“) und dem 0:4 gegen Basel (Note „8“, Link: „7% + 5% = 0:2! FCZ – FCB 0:4 in der ausführlichen Analyse.“).
Getrübt wurde das Spiel des Sierra Leone Nati-Captains von seinem Penaltyfoul gegen Jean-Pierre Nsamé, welchem ein glasklares Stürmerfoul seines Gegenspielers vorangegangen war. Die unglaubliche Serie der durch Stürmerfouls irregulären Treffer von YB gegen den FCZ setzt sich also fort. Auch wenn das 0:4 diesmal natürlich gar keinen Einfluss mehr auf die Punktevergabe hatte. Schon beim ersten Aufeinandertreffen der beiden Teams Anfang Saison war Bangura in der Rückwärtsbewegung vor Nsamé am Ball gewesen. Dieser hatte seinen Gegenspieler daraufhin mit einem Stoss in den Rücken auf den Boden gestossen, den deshalb frei liegenden Ball geerbt und das 2:0 in der 59. Minute erzielt: Link „Schlechter FCZ-Start in die Partie – erneut irreguläre YB-Treffer“. Diesmal kam der Franzose zu einem Penaltytreffer, weil er dem FCZ-Verteidiger wie in einem Ringkampf das Bein stellte. Der mit einem Salto auf den Boden fallende Bangura erinnerte sich wohl unterbewusst an die Szene von Anfang Saison und wollte Nsamé diesmal nicht ziehen lassen, stellte ihm reflexartig das Bein.
Ebenfalls eine negatives Déjà Vu in doppelter Hinsicht erlebte man als FCZ-Beobachter bei drei gegnerischen Eckbällen, wovon einer zum 0:3 durch Jean-Pierre Nsamé führte. Dieser hatte beim Restart im Wankdorf gegen den FCZ beim siegbringenden 3:2 seinen ersten Kopfballtreffer der Saison erzielt und traf nun erneut mit dem Schädel. Die Szenen erinnerten vor allem aber auch an die 3. Runde der Saison, als der FCZ wegen zu hektischem Gebaren in Überzahl 1:2 verlor. Das Game Winning Goal erzielte Pajtim Kasami, weil Benjamin Kololli bei einem Eckball von Anto Grgic als vorderster Mann hektisch und alibimässig zum Ball hochsprang, obwohl er diesen gar nicht erreichen konnte. Der hinter ihm postierte Kramer, welcher zuvor in dieser Partie am nahen Pfosten jeden Cornerball weggeköpfelt hatte, wurde dadurch irritiert und so konnte Kasami erben. Das 0:3 gegen YB war identisch – wieder Kololli, der als vorderer Mann beim Eckball von Sulejmani zu einem Ball hochspringt, den er gar nicht erreichen kann – wieder wird der hinter ihm für den Raum rund um Jean-Pierre Nsamé verantwortliche Blaz Kramer dadurch irritiert und der Berner Stürmer kann völlig frei einköpfen. Der Kreis in dieser Saison schliesst sich – im negativen Sinne.
Zuvor war bereits in der 30. Minute dasselbe Problem aufgetreten. Da war es Simon Sohm gewesen, der bei einem gegnerischen Eckball alibimässig hochsprang und damit den hinter ihm stehenden Hekuran Kryeziu irritierte. Das hätte man allenfalls in der Pause ansprechen und somit wohl den Gegentreffer zum 0:3 kurz nach der Pause verhindern können. Der dritte Fall war ein Eckball in der 75. Minute, als wiederum Benjamin Kololli alibimässig hochsprang und erneut Kramer hinter ihm dadurch nicht eingriff – Marvin Spielmann kam völlig frei zum Kopfball, brachte diesen aber nicht im Tor unter. Drei Mal der gleiche Fehler im selben Spiel, nachdem man dieses Problem seit Anfang Saison eigentlich abgestellt hatte! Man war irgendwie halt doch nicht so fokussiert, wie sonst. Stephan Seiler kam gegen YB zu seinem Startelfdébut und dieses ging fast komplett schief. Neben vereinzelten Situationen, wo seine Qualität in der Balleroberung aufblitzte, wies der 19-jährige eine enorm hohe Fehlerquote auf und hatte null Zugriff auf Meschack Elia. Auch unter Berücksichtigung des guten Formstandes des Kongolesen war das klar zu wenig. Und es ist nicht so, dass die Rechtsverteidigerposition für Seiler völlig ungewohnt war. Gerade in Testpartien mit der Ersten Mannschaft hatte Seiler diese Rolle schon häufig bekleidet.
FC Zürich – Young Boys 0:5 (0:2)
Tore: 33. Sulejmani (Nsamé) 0:1, 42. Nsamé (Elia) 0:2; 48. Nsamé (Sulejmani) 0:3, 59. Nsamé (Penalty, Nsamé) 0:4, 73. Spielmann (Moumi) 0:5.
FCZ – Brecher; Seiler (46. Bangura), Omeragic, Sauter, Kempter (75. Britto); Winter, H. Kryeziu, Sohm, Schönbächler (46. Koide); Marchesano (18. Kramer), Kololli (85. N. Reichmuth).
YB – Von Ballmoos; Janko, Camara (67. Bürgy), Zesiger, Lefort (59. Lotomba); Sulejmani (59. Gaudino), Aebischer, Sierro, Fassnacht (59. Moumi); Nsamé, Elia (67. Spielmann).
(Standbilder: Teleclub)
Saidy Janko und Michel Aebischer konnten beim ersten Saisonsieg gegen Servette (4:2) bei YB pausieren. Sie sind im Letzigrund wieder dabei. Dafür ist in Zürich Christopher Martins gesperrt. Gerardo Seoane hat in den letzten Partien je nach Gegner zwischen einem 4-2-3-1, 4-4-2 und 3-4-3 hin- und hergeswitcht. Heute sieht es wieder nach einem 4-4-2 aus. Personelle Gründe für Systemwechsel gibt es bei den Bernern aufgrund ihres breiten Kaders hingegen kaum mal.
Die Infizierten beim FCZ sind nach Adam Riese neben Mirlind Kryeziu offenbar Kevin Rüegg, Toni Domgjoni, Andris Vanins. Shpetim Sulejmani und Nathan. Daher wird der FCZ vor allem in der Hintermannschaft jung aufgestellt sein. Ilan Sauter ist erneut in der Startaufstellung dabei – dazu Nils Reichmuth auf der Bank. Denkbar sind sowohl eine Aufstellung mit Dreier- wie mit Viererabwehr.
Gegen YB kommt der grössere Teil des Kaders der 1. Mannschaft direkt aus der Quarantäne wieder auf den Platz zurück. Trotzdem ist nicht ausgeschlossen, dass es auf dem Matchblatt den ein oder anderen Platz frei hat für Spieler, die sich in Basel empfehlen konnten.