Der FCZ startet mit dem „Triple-D“ Mittelfeld Doumbia, Dzemaili, Domgjoni. Lindrit Kamberi beginnt wie gegen St. Gallen erneut in der Startformation. Becir Omeragic kehrt nach seiner krankheitsbedingten Absenz zurück, wodurch Rohner wohl die Position des verletzten Tosin übernimmt. Benjamin Kololli läuft voraussichtlich in der Spitze auf, wo er in dieser und auch letzte Saison seine besten Leistungen gezeigt hat. Mit Kramer, Gnonto oder Marchesano können mehrere zuletzt nach vorne druckvolle Offensivkräfte als Einwechselspieler für Dampf sorgen. Sechs der elf Spieler in der Startformation entstammen dem FCZ-Nachwuchs.

Beim FCB fehlt Timm Klose im Matchkader. Für ihn verteidigt wohl Fabian Frei im Zentrum neben Eray Cömert. Pajtim Kasami agiert dementsprechend wohl auf der Doppelsechs neben Amir Abrashi.

In der zweitletzten Runde im St. Jakob Park geht es nach den beiden Unentschieden zuletzt in Lausanne und gegen St. Gallen für den FC Zürich immer noch um alles. In Lausanne ging das Rizzo-Team von Beginn weg („in St. Gallen-Manier“) ein sehr hohes Tempo, hatte eine der besten 30 Minuten der ganzen Saison und ging völlig verdient mit 2:0 in Front. Dass danach der Energiehaushalt das formstarke Heimteam aufkommen lassen wird, war klar. Das erste Gegentor aufgrund eines unnötigen Fehlers des krankheitsgeschwächten Becir Omeragic kam dann etwas zu früh.

Im Match gegen St. Gallen hielten sich beide Teams in der Ersten Halbzeit kräftemässig stärker zurück, als sonst meist in diesen Duellen. Nur der beim FCSG frisch in die Startformation gerückte Nicolas Lüchinger verausgabte sich und machte Dampf. St. Gallen versuchte, mit einem flachen 4-4-2 das Zürcher Offensivspiel zu zerstören und die Gegenstösse früher abzufangen als sonst, was dem Zeidler-Team aber nicht gelang. In der Zweiten Halbzeit sorgte dann die Dreifacheinwechslung von Youan, Duah und Adamu für den Umschwung. Der FCZ kam kaum noch aus der eigenen Platzhälfte heraus.

Die Tendenz beim FCZ ist ingesamt positiv. Im Vergleich zur letzten Saison und dem Beginn der aktuellen Spielzeit steht man deutlich kompakter und ist von den Super League-Gegnern nicht mehr so einfach „auseinanderzunehmen“. Die bis vor acht Monaten noch sehr zahlreichen Gegentore auf Eckbälle konnten stark reduziert und die Weitschussgegentore praktisch auf null reduziert werden. Dafür hatte man lange Zeit relativ viele Gegentore aus Umschaltmomenten in Kauf zu nehmen – in den letzten drei Partien allerdings nur noch eines (in Lausanne). Ausserdem entwickelt sich das Rizzo-Team immer mehr zu einem Pressing-Spezialisten. In den letzten rund zwei Monaten erzielte man in fast jeder Partie ein Tor aus einem Hohen Pressing oder Gegenpressing heraus.

Unter Ciriaco Sforza versuchte der FCB vorwiegend mit kontrolliertem Aufbauspiel zum Erfolg zu kommen. Man praktizierte dieses allerdings nicht so konsequent und stringent wie beispielsweise Servette und musste sich daher trotz dem besten Kader und höchsten Budget der Liga früh aus dem Titelkampf verabschieden. Unter dem neuen Coach Patrick Rahmen setzt der FC Basel nun wieder voll aufs Umschaltspiel und spielt daher jetzt ziemlich ähnlich wie der FCZ. Die Rot-Blauen fahren aktuell die schnellsten Konter der Liga und Routinier Valentin Stocker fühlt sich im Pressing in seinem Element.

Das Erfolgsrezept für das Rizzo-Team besteht basierend auf den Duellen der beiden Mannschaften seit der Saison 17/18 aus zwei Faktoren. Erstens: Ballbesitz! Mit einem geringen Ballbesitz von 30-40% hat der FCZ in den letzten vier Jahren vier von sechs Duellen gewonnen bei einem Unentschieden und nur einer Niederlage. Hatte das Letzigrund-Team hingegen 46% oder mehr Ballbesitz, gingen samt und sonders alle Partien verloren. Anders gerechnet: bei Siegen hatte der FC Zürich im Schnitt 37% Ballbesitz, bei Unentschieden 41% und bei Niederlagen 46%. Die statistische Zweikampfbilanz spielte hingegen für den Spielausgang keine Rolle.

Zweiter Faktor: Schüsse aufs Tor! Nur Schüsse, die aufs Tor kommen, können auch ins Tor gehen. Mit einem geringen Ballbesitz bringt der FCZ gegen Basel jeweils deutlich mehr Schüsse aufs Tor. Dies hat unter anderem damit zu tun, dass man im Umschaltspiel häufiger unbedrängt oder wenig bedrängt zum Abschluss kommt. Die magische Marke ist dabei die Zahl vier. Gelangen dem FCZ gegen Basel in den letzten Saisons mindestens vier Schüsse aufs Tor, hat er von sieben solchen Partien fünf gewonnen und nur eine verloren. Diese einzige Niederlage war zudem eine Cup-Partie. Ebenso eindeutig sieht die Bilanz aus, sollten dem FCZ nur drei Schüsse oder weniger aufs gegnerische Gehäuse gelingen. Von neun solchen Partien gingen acht verloren – bei einem Unentschieden und keinem Sieg.