Der FCZ hat immer noch eine kleine Chance, im Europacup zu überwintern. Dafür würde das Henriksen-Team allerdings einen Heimsieg gegen Bodö/Glimt benötigen. Den Norwegern, welche erstmals in der Schweiz antreten, genügt hingegen ein Unentschieden, um auch nach der Winterpause sicher weiter im Europacup dabei zu sein. Sie können sich sogar noch Hoffnungen auf den 2. Platz und ein Überwintern in der Europa League machen. Der Formstand der beiden Mannschaften könnte unterschiedlicher nicht sein.

Bodö/Glimt ist aktuell sicherlich stärker unterwegs als jede Schweizer Mannschaft, inklusive YB und Servette. Die norwegische Eliteserien kann man auf gleicher Höhe mit der Super League einstufen und in dieser Liga haben die „Blitze“ die letzten vier Partien mit einem Gesamtskore von 19:2 gewonnen. Darunter waren ein 4:1 gegen Lilleström und ein 6:0 gegen Valerenga – Gegner, die in Norwegen zu den Spitzenklubs zählen. In der Europa League-Gruppenphase hat das Team von Coach Kjetil Knudsen ausserdem beim PSV Eindhoven ein Unentschieden geholt und bisher nur gegen Premier League-Leader Arsenal verloren.

Das Team von Bodö ist heute sicherlich nochmal stärker einzustufen, als zum Zeitpunkt des Hinspiels vor etwas mehr als einem Monat. Damals kehrten die beiden Top-Offensivspieler Pellegrino und Solbakken gerade von Verletzungspausen zurück. Nun sind die beiden Aushängeschilder wieder in Topform. Ein kleiner Nachteil im Vergleich zur ersten Begegnung der beiden Mannschaften ist für die gelben „Blitze“, dass sie nicht auf dem heimischen Kunstrasen antreten können, welches ihrem ballbesitzorientierten Spiel zusätzliche Wirkung gibt.

Dem FCZ fehlen Kryeziu und Hornschuh. Rohner könnte vor seiner Liga-Sperre nochmal von Beginn weg zum Einsatz kommen. In der vordersten Reihe ist vorstellbar, dass Krasniqi, Vyunnik und Okita eine Chance erhalten. Die Sturmreihe ist aber schwierig vorauszusagen.

Bodø spielt beinahe wie vorausgesagt – einzige Änderung: Saltnes beginnt im Zentralen Mittelfeld für Berg. Damit wird die bereits zuvor schon sehr offensive Ausrichtung der Norweger noch ein Stück weit offensiver.

Beim FCZ versucht Trainer Bo Henriksen dem norwegischen Dreiermittelfeld etwas entgegenzusetzen und nominiert erstmals mit Selnaes, Condé und Dzemaili ebenfalls drei Zentrale Mittelfeldspieler. Davor mit Tosin und Okita wohl ein Zweimannsturm.

Arsenal ist wieder die Nummer 1 – und führt nicht nur bei den Männern, sondern gleichzeitig auch bei den Frauen die beste Liga Europas an. Der FCZ darf im Emirates Stadion innert einer Woche zwei Mal gegen den aktuellen englischen Primus antreten. Die Frauen sind vorausgereist und wärmen die Sitze auf der Gästebank schon mal vor. Letzte Saison spielte die Frauenequipe von Arsenal in der Gruppenphase nur das letzte von drei Champions League-Heimspielen im Emirates. Zu den ersten beiden gegen Hoffenheim und Köge im Meadow Park kamen 800 Zuschauer, zum dritten gegen Barcelona im grossen Stadion dann 12’000. Das Viertelfinal-Heimspiel gegen Wolfsburg verfolgten 5’000 Augenpaare im Emirates Stadium. Diesmal findet bereits die erste Partie im Premier League-Stadion statt. Gegen den weniger prominenten Gegner aus Zürich kann man also wohl mit etwa 3’000 Zuschauern im grossen Rund rechnen.

Arsenal schockt Titelverteidiger Lyon

2008 trafen die beiden Teams im Europacup bereits einmal aufeinander. In Lyon gewann Arsenal dabei mit 7:2. Das war ein Jahr nach dem bisher immer noch einzigen europäischen Titelgewinn der weiblichen Gunners. Damals bereits dabei war der heutige Captain Kim Little! Sie gab 2008 gegen den FC Zürich ihr internationales Début mit drei Toren! Heute gehört die schottische Nationalspielerin nach zwischenzeitlichen Abstechern in die USA und nach Australien zum Stammpersonal im Arsenal-Mittelfeld. Die Arsenal-Aussenverteidigerin Noelle Maritz spielte 2011 bis 2013 zur selben Zeit in der 1. Mannschaft der FC Zürich Frauen wie die heutige FCZ-Trainerin Inka Grings. In der Schweizer Nationalmannschaft ist Maritz eine unverzichtbare Leistungsträgerin, bei Arsenal muss sie sich hingegen häufig hinter der Österreicherin Wienroither (nicht näher verwandt mit der GC-Stürmerin Wienerroither) hintanstellen.

Nach einer etwas harzigen Qualifikation für die besten 16 Europas gegen Ajax (2:2, 1:0) hätte der Start in die Gruppenphase für Arsenal nicht mit einem eindrücklicheren Statement beginnen können. Titelverteidiger Lyon wurde mit 5:1 aus deren eigenem Stadion geschossen. Ein Meilenstein! Auch wenn die Startruppe der Französinnen stark von der Verletzungshexe (Däbritz, Marozsan, Macario, Carpenter, Mbock) gezeichnet war. Das in der eigenen Meisterschaft weiterhin meist hochüberlegene Lyon konnte nicht damit umgehen, dass es gegen Arsenal aussergewöhnlich wenig Ballbesitz zu verzeichnen hatte.

Weltklasse-Spielerin auf der Ersatzbank

In der erst Mitte September gestarteten Meisterschaft ist Arsenal mit vier Siegen gestartet, zuletzt einem 2:0 in Liverpool. Am Sonntag wartet das Derby gegen West Ham. Wird Coach Jonas Eidevall gegen den FCZ etwas rotieren? Wenn man eine zur Weltklasse gehörende Stürmerin wie Vivianne Miedema als „Ersatz“ in der Hinterhand hat, scheint dies mit nicht allzu viel Risiko verbunden zu sein. Möglich ist unter anderem auch der erstmalige Europacup-Einsatz der amerikanischen Nr. 2 zwischen den Pfosten, Kaylan Marckese (24), die im Sommer vom dänischen Meister Köge gekommen ist. Die Nr. 1 ist mit der Österreicherin Manuela Zinsberger eine der besten Torhüterinnen der Welt.

Beim FCZ stellt sich die Frage, ob Stammtorhüterin Seraina Friedli bereits wieder fit ist. Zum Europacup-Auftakt gegen Juventus fieberte sie noch auf der Tribüne mit. Die junge Lourdes Romero machte ihre Sache im Kasten der Zürcherinnen allerdings gut. Mögliche Wechsel im Vergleich zum Spiel in Schaffhausen bieten sich zum Beispiel auf der linken Seite an (Wos und Pando für Rey und Dubs).