Weiterhin ohne den angeschlagenen Oli Buff trat der FCZ zum Testspiel-Derby auf dem Juchhof gegen YF Juventus an. Nicolas Stettler, Mirlind Kryeziu, Andris Vanins und Burim Kukeli fehlten aufgrund von Nati-Einsätzen. Es wurde vor rund 200 Fans am Ende der 14. Sieg im 19. Testspiel der Saison. Die erste halbe Stunde war aber Juve das bessere Team und ging durch einen direkt getretenen Freistoss von Adijan Keranovic in die linke hohe Ecke verdient 1:0 in Führung. Erst als sich beim Drittligisten erste Müdigkeitserscheinungen bemerkbar machten, konnte der FCZ den dadurch entstehenden Raum nutzen. Der Ausgleich zum 1:1 in der 36. Minute fiel noch etwas glücklich, das 2:1 war nach einem Lauf von Fabian Rohner rechts in den Strafraum bereits etwas schöner anzusehen – in beiden Fällen vollendete Dzengis Cavusevic.

Kurz nach der Pause setzte Izer Aliu mit einem Ballgewinn an der Mittellinie und anschliessendem erfolgreichen Sololauf durch die entblösste YF-Abwehr ein Zeichen und bereitete danach gleich auch noch das 4:1 durch Marco Schönbächler vor. Das 3:1 war das erste Tor von Aliu im Fanionteam gewesen. Der zur Pause eingewechselte Bojan Milosavljevic gab sein Début in der 1.Mannschaft und agierte zwischen den Pfosten gewohnt sicher. Vor allem aber der bereits im Herbst in Chur gegen Vaduz zu einem kurzen Teileinsatz gekommene Maren Haile Selassie bestätigte auch gegen YF Juventus seine zuletzt in der U18 zu beobachtenden Fortschritte und war der auffälligste Spieler der 2. Halbzeit, unter anderem mit seinem Ballgewinn und anschliessender Vorarbeit zum 5:1 von Shpetim Sulejmani. Wie Milosavljevic zu seinem ersten Einsatz in der 1. Mannschaft kam zudem Innenverteidiger Lindrit Kamberi (U18). Als einziger Spieler absolvierte Davide Chiumiento in den beiden Testspielen der Nati-Pause in Luzern und bei YF Juventus die vollen 180 Minuten, konnte aber auf dem Juchhof alles andere als überzeugen.

YF Juventus – FCZ 1:5 (1:2)

Tore: 25. Keranovic 1:0, 36. Cavusevic (Schönbächler) 1:1, 40. Cavusevic (Rohner) 1:2; 47. Aliu 1:3, 51. Schönbächler (Aliu) 1:4, 70. Sulejmani (Haile Selassie) 1:5.

YF Juventus: Djukic; Uzelac (46. Manca), N. Zuffi, Loosli, Bristot (46. Oehri); Sinanovic (46. Schmid); Causi, Balu (68. Morelli), Keranovic (46. Nikmengaj), Morelli (46. Teichmann); Colocci (46. Luck).

FCZ: Baumann (46. Milosavljevic); Voser (46. Brunner), Kecojevic (46. Bangura), Alesevic (55. Kamberi), Muheim; Rohner, Aliu, Yapi (55. Domgjoni), Schönbächler (55. Haile Selassie); Chiumiento, Cavusevic (55. Sulejmani).

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Zwischen dem FC St. Gallen und dem FCZ gibt es aktuell viele Parallelen. So haben die beiden Mannschaften dieselbe Tordifferenz und fast die gleiche Punktzahl. Ausserdem haben beide zuletzt den FC Basel und den langjährigen Angstgegner geschlagen (St. Gallen: Luzern, FCZ: Lugano), haben aber trotzdem beide seit der Winterpause zu wenig Spiele gewonnen und verzeichnen eine klare Tendenz nach unten. Beide Klubs haben zudem jeweils ein kleines Kontingent an der U21-EM Gruppenphase in Slowenien gestellt und jeweils eine Entlastung im Lazarett zu verzeichnen.

Die beiden Trainer gehen mit den Rückkehrern von der U21-EM unterschiedlich um. Während St. Gallen-Trainer Zeidler den internationalen Schwung von Stergiou, Muheim und Guillemenot ausnutzen will und alle drei in der Startformation bringt, sitzt beim FCZ Toni Domgjoni erstmal auf der Ersatztribüne – genauso wie erstmals auch der von der Leihe von Winterthur vorzeitig zurückgekehrte Lindrit Kamberi – und der bei der Slowenischen Nationalmannschaft gewesene Blaz Kramer.

Bei St. Gallen in der Reserve auf der Tribüne sitzen unter anderem Kwadwo Duah und Elie Youan, die zusammen gegen den FCZ in den ersten beiden Direktbegegnungen drei Tore erzielt haben – und ausserdem Juniorennationalspieler David Jacovic. Nicolas Lüchinger, der in seiner Karriere meist Rechtsverteidiger gespielt hat, agierte nach seiner langen Verletzungspause nach seiner Einwechslung gegen YB halblinks im Mittelfeld. Daher wird Basil Stillhart wohl weiter Rechtsverteidiger spielen – die beiden Ostschweizer könnten theoretisch die Positionen aber auch tauschen.

Beim FCZ kehren Blerim Dzemaili und Aiyegun Tosin ins Team zurück in einer Spielstätte an die sie beide positive Erinnerungen haben. Ähnliches gilt für Fabian Rohner. Teamleader Antonio Marchesano fehlt weiterhin. Die vordersten vier Akteure können auch in anderer Formation auflaufen beziehungsweise während der Partie rochieren.

Vor der Nationalmannschaftspause tritt der FCZ zu seinem zweiten Saison-Auswärtsspiel gegen den klaren Tabellenführer YB an, der seit dem 2:0-Auswärtssieg in Leverkusen in der Meisterschaft vier Mal Unentschieden gespielt und im Europacup zwei Mal verloren hat. Auf tieferem Niveau ganz ähnlich zuletzt der Verlauf beim FC Zürich. Nach dem 2:0-Heimsieg gegen den FC Basel scheint der Hunger auf Siege wieder etwas nachgelassen zu haben – mit fünf Punkten in ebenso vielen Partien hatten die Zürcher zuletzt einen unterdurchschnittlichen Punkteschnitt und waren damit sogar noch gut bedient, wenn man bedenkt, dass der jeweilige Gegner in jeder dieser Partien ein (teilweise klares, teilweise knappes) Chancenplus aufzuweisen hatte.

Beide Teams treten im Wankdorf also nicht gerade in der Blüte ihres diesjährigen Schaffens an. Die Frage ist: wer schafft es, sich aus dem Sumpf zu ziehen? Nach der eher unverdienten 1:2-Niederlage zum Saisonauftakt in Bern war man im Heimspiel Anfang Februar (1:4) gegen ein YB in Topform praktisch chancenlos gewesen – auch wegen eines völlig missratenen Auftrittes von Blerim Dzemaili. Der Zürcher Torschütze aus dem Auftaktspiel, Benjamin Kololli, ist nach genau dreimonatiger Absenz mittlerweile gegen Lausanne zu seinem ersten Teileinsatz gekommen.

Wegen Personalmangels auf der Innenverteidigerposition hat man Lindrit Kamberi vom FC Winterthur zurückgeholt. Den Eulachstädtern haben Kamberis regelmässige spielentscheidende Konzentrationsmängel in der Meisterschaft viele Punkte gekostet. Nur schon ohne die Hälfte von diesen Schnitzern wäre Winterthur im Aufstiegsrennen noch voll mit dabei. Neu ist dieses Phänomen beim Volketswiler nicht – es hat ihn auch schon durch seine Juniorenkarriere begleitet. Dazu kommt seine für einen Innenverteidiger eher geringe Grösse und Antrittsschnelligkeit. Die gute Ausbildung, die Sprungkraft und die von allen Seiten gelobte sympathische Ausstrahlung alleine reichen langfristig betrachtet wahrscheinlich nicht für eine Super League-Karriere. Auch für eine langfristige Etablierung in der Challenge League muss er noch konstanter werden.

In der Innenverteidigung ist Nathan der verbliebene sichere Wert. Becir Omeragic, auch wenn er mit zunehmendem Saisonverlauf immer aktiver im Spiel nach vorne wird, war in den letzten drei Partien gegen die drei „L“ (Luzern, Lugano, Lausanne) insgesamt ungenügend. Wallner ist komplett in ein Loch gefallen. Aliti verkörpert den so lange gesuchten sicheren Wert als Linksverteidiger – der beste beim FCZ seit Loris Benito. Symbolhaft für seine Qualitäten die Art und Weise wie er und Nathan sich beim enorm wichtigen „Dreier“ in Lugano bei einer „hundertprozentigen“ Lugano-Doppelchance in die Abschlüsse aus kurzer Distanz warfen. Mit Ceesay versteht sich Aliti auf der linken Seite offensiv sehr gut und der Gambier hat defensiv grosse Fortschritte gemacht – allerdings mangelte es ihm zuletzt an Konstanz.

Die rechte Seite war beim FCZ zuletzt eindeutig schwächer als die linke und wurde von Gegnern wie Luzern oder Lugano dementsprechend auch deutlich mehr bespielt – nicht von Servette allerdings, denn die Genfer spielen so oder so immer über rechts, egal wie der Gegner aufgestellt ist. Ein möglicherweise sehr gut harmonierendes Duo für die rechte Seite wären Rohner und Winter. Beide haben sich nach der Winterpause stark verbessert gezeigt, und würden sich als Spielertypen gut ergänzen, da Winter mittlerweile nicht mehr der schnelle Flügelflitzer ist, sondern eher durch Umsichtigkeit positiv auffällt. Vor allem könnten sich die beiden in Bezug auf das Positionsspiel sehr gut komplementieren und je nach Spielsituation flexibel die Rollen tauschen.

Am wenigsten Fragezeichen ergeben sich im Zentrum. Ousmane Doumbia hatte zwar zwischenzeitlich Leistungsschwankungen, ist mittlerweile aber wieder auf dem aufsteigenden Ast. Antonio Marchesano ist mit seiner Laufbereitschaft ein Vorbild, organisiert die Mannschaft und macht mit seinen Direktpässen das Spiel schnell. Toni Domgjoni ist zusammen mit Marchesano der konstanteste Spieler auf gutem Niveau. Und Stephan Seiler hat seine Chancen gegen Servette, Luzern und Lugano alle genutzt. Domgjoni, Stammspieler im Zentralen Mittelfeld der U21-Nati, wird den FCZ mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit im Sommer genauso verlassen wie Hekuran Kryeziu, welcher zuletzt zwar den ein oder anderen Schnitzer in seinem Spiel hatte, dem man aber sein Bemühen, sich für Interessenten in einem möglichst guten Licht zu zeigen, nicht absprechen kann.

Ganz anders sieht es mit der Position der Sturmspitze aus, wo Blaz Kramer technisch und von der Spielintelligenz her die Mindestanforderungen für ordentliches Super League-Niveau weiterhin nicht erfüllt. In der Challenge League hingegen würde Kramer mit seinen physischen und Speed-Vorteilen, und dem was er in den letzten anderthalb Jahren beim FCZ gelernt hat, wohl einer der Topstürmer sein. Sollte Benjamin Kololli es nochmal schaffen, seine Form, die er unmittelbar nach dem Lockdown von MItte Juni bis Mittel Juli 2020 einen Monat lang gezeigt hatte, wieder abzurufen, wäre er auf dieser Position eine Lösung.

Nach 25 Runden hat der FCZ gleich viele Punkte wie vor zwei Jahren auf seinem Konto und zwei Punkte weniger als vor Jahresfrist – trotz bester Tordifferenz in der Super League zu diesem Zeitpunkt der Saison seit 14/15. Der Vorsprung auf den zweitletzten Platz ist vor der 26. Runde in Bern bei acht Punkten – dem geringsten Abstand seit der Abstiegssaison 15/16. Von 19 Punkten Reserve auf den Zweitletzten und 22 Punkte auf den (direkten) Abstiegsplatz wie letztmals in der Saison 14/15 konnte man in den letzten Jahren nur träumen. Auffällig ist, dass in sieben der aufgelisteten zehn Saisons der FCZ zu diesem Zeitpunkt zwischen 32 und 36 Toren erzielt hat. Dank der zu Beginn von Massimo Rizzos Amtszeit und dann wieder zum Restart nach der Winterpause ziemlich zahlreich erzielten Tore liegt man trotz aktuell unterdurchschnittlicher Performance mit Ball Richtung gegnerisches Tor im Saisonschnitt hier etwas über dem Schnitt der letzten Jahre. Dies bei gleichzeitig starker Verbesserung der Defensive im Vergleich zu letzter Saison.

Der Kurzauftritt von Benjamin Kololli gegen Lausanne bietet trotz vieler Fehler und Unzulänglichkeiten auch dank dessen Top-Offensivaktionen beinahe alle drei Minuten Hoffnung. Auch weil beim 28-jährigen nach seinem dreimonatigen verletzungsbedingten Ausfall eine rasche Steigerung der Gesamtleistung realistischer ist, als beim 34-jährigen Blerim Dzemaili nach einem Jahr ohne Spiel. Antonio Marchesano ist nicht nur in der Offensive der Leistungsträger schlechthin beim FCZ. Wilfried Gnonto scheint langsam, aber sicher erlickt zu haben, dass man in der Super League beim Dribbeln den Ball immer abgeschirmt in einer gewissen Distanz zum Gegenspieler halten muss – sonst ist das „Leder“ sofort weg. Auch defensiv macht der junge Italiener Fortschritte, was man von Marco Schönbächler eher weniger behaupten kann. Der Ur-FCZ-ler ist der Mann für einzelne Spiele und Aktionen. Wann diese Spiele aber dann mal stattfinden, ist schwierig vorauszusagen. Mit Schönbi holte der FCZ diese Saison nur 1,11 Punkte im Schnitt – mit Gnonto hingegen 1,42. Für einen Mittelstürmer natürlich viel zu wenig ist die eine Top-Aktion nur alle rund 19 Minuten wie bei Blaz Kramer.

Bei den Top-Defensivaktionen pro 90 Minuten steht Schönbächler sogar an der Spitze der mehrheitlich auf dem Flügel eingesetzten Spieler. Dem gegenüber stehen dann aber eben auch viele Aktionen, wo er nicht auf seiner Position ist, oder die Zweikämpfe verliert. Das Bemühen ist wie bei allen im Sommer noch ohne Vertrag dastehenden Zürcher Akteuren vorhanden. Der von vielen hoch eingeschätzte Lasse Sobiech hat hingegen einen eher tiefen Wert von einer Top-Defensivaktion nur alle 15 Minuten. Fabian Rohner kommt dank seiner Schnelligkeit und seinem Einsatz auf fast doppelt so viele Top-Defensivaktionen, verteidigt aber rechts hinten trotzdem nicht in jedem Spiel souverän – auch etwas in Abhängigkeit seines Neben- und Vordermannes.

Der FCZ beginnt gegen St. Gallen mit der gleichen Startelf wie vor ein paar Tagen gegen Lausanne-Sport. Vermutlich wird erneut Tosin in der Spitze spielen.

Der FC St. Gallen kommt zurück aus der Quarantäne, hat seit Sonntag wieder trainieren können. Die Ostschweizer haben im Gegensatz zum FCZ seit Monaten viele Wechsel im Team. Stamm-Innenverteidiger Betim Fazliji beginnt genauso wie Rechtsverteidiger Alessandro Kräuchi und Angreifer Jérémy Guillemenot auf der Bank. Der aus dem GC-Nachwuchs stammende Florian Kamberi, der gute Erinnerungen an eine Begegnung mit dem FCZ im Letzigrund hat, darf vorne mit Boris Babic und Elie Youan beginnen. Basil Stillhart könnte wie beim 3:2-Heimsieg mit Thun letzte Saison gegen den FCZ in der Innenverteidigung beginnen und entweder Traoré oder Görtler als Aussenverteidiger auflaufen.

Rekordverdächtige 21 Testspiele hat der FCZ in der Saison 19/20 mittlerweile gespielt. Und damit beinahe gleich viele Freundschaftspartien, wie solche um Punkte in der Super League (23). Die Gegner bewegten sich dabei in einem weiten Feld von Borussia Dortmund und RB Leipzig bis Wettswil-Bonstetten. Gegen Vaduz, Wil und Halle wurde dabei je zwei Mal, gegen den letzten Gegner Schaffhausen (6:0) gar drei Mal gespielt. In der ersten Saisonhälfte waren die Testresultate ausgewogen – seit dem 14. Januar hat der Letzigrund-Club aber neun Testspielerfolge in Serie hingelegt. Zugegebenermassen ist dies im Hinblick auf die anstehenden Wettbewerbsspiele jeweils nicht aussagekräftig.

Zumindest werden Tore erzielt. In allen sechs „Corona-Testspielen“ landete der Ball vier bis sechs Mal im Netz des jeweiligen FCZ-Gegners. Zuletzt in Schaffhausen trafen mit Pa Modou Jagne (Foulpenalty), Nils Reichmuth und Mirlind Kryeziu gleich drei Spieler erstmals in der laufenden Saison in einer Testpartie. Für den 18-jährigen Reichmuth, der mit seinem beinahe zwei Jahre jüngeren Bruder Miguel in der U18 spielt, und zudem zum erweiterten U21-Kader gehört, war es das Jungferntor in der Ersten Mannschaft. Und Mirlind Kryeziu (1,98m) gelang seit langer Zeit wieder einmal ein Kopfballtor – genauso wie Antonio Marchesano (1,68m), welcher mit Kopfbällen in den letzten Jahren deutlich häufiger erfolgreich war. Bei beiden Treffern hatte Benjamin Kololli mit jeweils einem Standard seinen Rechten Fuss im Spiel. Der wie schon in Vaduz als Stürmer auflaufende Kosovarische Nationalspieler ermöglichte zudem bereits in der 17. Minute Marchesano das 1:0, als dieser dank dem guten Laufweg Kolollis nach einer Kempter-Flanke fast unbehelligt zum Abschluss kam. Das vierte Tor erzielte Kololli per Handspenalty gleich selbst. Zu einem ersten Teileinsatz in der Super League-Equipe kam dabei der von Ajax zurückgekehrte Filip Frei. Er war in der für ihn verkürzten Saison in Holland in der U19 unter dem ehemaligen Elftaal-Haudegen Johnny Heitinga der älteste Spieler gewesen und auf allen Aussenpositionen (rechts-links, vorne-hinten) eingesetzt worden.

Antonio Marchesano war im Spiel davor gegen Aarau (5:1) wie gegen Schaffhausen an zwei Toren beteiligt – genauso wie Adi Winter und Stephan Seiler mit seinen Balleroberungen in der gegnerischen Hälfte. Seiler (19) hat in seinen ersten Einsätzen im „Eins“ unter anderem aufgrund von Absenzen auf den Aussenverteidigerpositionen ausgeholfen. Zuletzt wurde er nun aber immer auf seiner angestammten Position im Mittelfeld eingesetzt, wobei dies aktuell auch durch den Ausfall von Simon Sohm bedingt ist. Der klare Sieg des FCZ im Letzigrund gegen Aarau kam erst in der Schlussphase zustande. Die Aargauer stellten in der Zweiten Halbzeit ein Juniorenteam mit einem Durchschnittsalter von 18 Jahren auf den Platz, wenn man von den beiden Routiniers Jérôme Thiesson und Elsad Zverotic absieht. Der FCZ seinerseits hat in dieser Partie mit einem 3-4-3 wieder einmal ein System mit Dreierabwehr getestet, nachdem ein solches in Wettbewerbsspielen letztmals vor Jahresfrist in der Saisonschlussphase unter anderem bei den wichtigen Siegen gegen Sion, Xamax und Thun erfolgreich zum Einsatz gekommen war.

Im ersten Test in Vaduz war der in dieser Saison mit wiedergewonnener Spielfreude offensiv eine wichtige Rolle einnehmende Marco Schönbächler an vier der fünf Treffer direkt beteiligt gewesen (ein Tor, drei Assists). Insgesamt erzielte der FCZ in dieser „Testspielsaison“ 61 Treffer – umgerechnet 2,9 pro Spiel. Davon gingen zwölf auf das Konto von Benjamin Kololli, der in Tests häufig als Sturmspitze eingesetzt wurde. Blaz Kramer erzielte sieben Tore und ist gleichzeitig der erste Spieler seit Beginn der Aufzeichnung der Testsspielstatistiken durch Züri Live vor vier Jahren, welcher in einer einzigen Saison eine vierstellige Minutenzahl im Einsatz war. Dementsprechend ist der Slowene bei der Statistik „Minuten pro Skorerpunkt“ auch „nur“ an siebter Position hinter Assan Ceesay (zuletzt mit muskulären Problemen, nachdem er davor in drei Spielen ebenso viele Skorerpunkte im Abstiegskampf Osnabrücks beigesteuert hatte), Lavdrim Rexhepi, Mimoun Mahi, Benjamin Kololli, Marco Schönbächler und Antonio Marchesano. Betrachtet man die gesamten Testspieleinsatzminuten der Saison, so liegen auf den Positionen Torhüter, Defensiv-Zentrum, Offensiv-Aussen und Offensiv-Zentrum grosso modo die Stammspieler an der Spitze, während Defensiv-Aussen sowie im Mittelfeld-Zentrum eher Spieler aus der zweiten Reihe / im Aufbau zur grössten Anzahl Spielminuten kamen.

Zu den erinnerungswürdigsten Partien gehörten das 3:1 gegen Rapperswil-Jona in der unbarmherzig brennenden Sonne von Eschenbach sowie das 4:1 in der RBL Akademie zu Leipzig, als der FCZ in der Saisonvorbereitung schnellen, direkten Konterfussball auf den Platz brachte. Dazu das 40 Jahr-Jubiläum mit Platzeinweihung des FC Wettswil-Bonstetten, als auf FCZ-Seite aus Personalnot sehr viel improvisiert werden musste. Insgesamt konnten sich 63 Spieler präsentieren. Henri Koide und Kedus Haile-Selassie haben mittlerweile einen Profivertrag beim FCZ unterschreiben dürfen. Von den anderen eingesetzten Talenten vermochten der spielerisch gute „Mittelfeldterrier“ Arlind Dakaj (18) sowie der grossgewachsene Innenverteidiger Andi Hoti (17) am meisten zu überzeugen, wobei letzterer mittlerweile zu Internazionale gewechselt ist. Vom gleichen Klub hat der FCZ umgekehrt im Frühling Wilfried Gnonto (16) verpflichtet, welcher bisher aber noch nicht zu einem Einsatz gekommen ist – genauso wie der beim Berater, Fussball-Accessoires-Händler und ehemaligen Winterthur-Idol Patrick Bengondo unter Vertrag stehende Tessiner Torhüter Thomas Candeloro (20), der seit Januar Teil des U21-Teams ist. Matteo Di Giusto (19) hat mittlerweile den Sprung in die Challenge League zu Vaduz geschafft. Es kamen auch Nachwuchsspieler wie Tanzillo, Fuchs oder Corvalan zum Einsatz, die realistischerweise wenig Chancen haben, sich wirklich aufzudrängen – oder andere wie Catari, Arghandewall oder Rexhepi, die aus unterschiedlichen Gründen stagniert haben.

Wer kann sich noch erinnern, dass William Le Pogam vor der Reaktivierung von Pa Modou Jagne als Linksverteidigerkandidat zu einem Testspieleinsatz (in Leipzig) kam? Heute spielt der ehemalige Servette- und Xamax-Linksverteidiger bei Stade Lausanne-Ouchy. Die Einsätze von Augsburg-Leihspieler Pedersen auf der gleichen Position waren auch in den Testpartien wenig erspriesslich. Levan Kharabadze vermochte verletzungsbedingt in der Rückrunde nicht mehr einzugreifen. Der im Sommer wenig überzeugende Testspieler Erdem Sen hat mittlerweile in der Winterpause beim Türkischen Zweitligisten Istanbulspor angeheuert. Nicht mehr beim FCZ sind mittlerweile neben Andi Hoti auch Denis Popovic (Krylia Sovetov Samara, Premier Liga), Nicolas Andereggen (CA Alvarado, Primera Nacional) und Stephen Odey (KRC Genk, Jupiler Pro League). Hadzikic, Kamberi, Rohner, Aliu, Khelifi und Ceesay sind verliehen. Die „auf dem Abstellgleis“ stehenden und teilweise in der U21 eingesetzten Sangoné Sarr und Yassin Maouche kamen ebenfalls zu wenigen Testeinsätzen in der Ersten Mannschaft. Und dann sind da noch Marvin Graf (24) und Michael Kempter (25). Zwei Spieler aus dem eigenen Nachwuchs, die sich den grössten Teil ihres längerfristigen und diesen Sommer dem Vernehmen nach auslaufenden Profivertrages mit hartnäckigen Verletzungen herumschlugen. Graf kam neben sechs Teileinsätzen in der U21 diese Saison auch im Test in Wettswil-Bonstetten als Rechtsverteidiger zum Einsatz, holte dabei mit einer Flanke einen Handspenalty heraus, und verursachte gleichzeitig das Kontergegentor des FCWB durch seinen ehemaligen U21-Teamkollegen Philipp Allemann. In der Rückrunde hat er beim FC Kosova Spielpraxis sammeln wollen. Der Philippinische Nationalspieler Michael Kempter hingegen rannte seit der Winterpause auf der „Problemposition“ links hinten während 511 Spielminuten und hat durchaus Einsatzchancen in den kommenden „Englischen“ Super League-Wochen.

Nach dem 5:0 in Luzern gewinnt der FCZ auch den zweiten “Corona-Test“ – diesmal 4:1 beim FC Wil. Der Stadtclub ging diesmal im Gegensatz zur Partie in der Innerschweiz nicht mehr beinahe ein “Super League-Tempo“. Die Partie im Bergholz gegen den Challenge League-Sechsten gestaltete sich in der Ersten Halbzeit ausgeglichen, mit wenig Torchancen auf beiden Seiten, wobei der FCZ hauptsächlich mit Konterangriffen für Gefahr sorgte. Kurz nach der Pause schnappte sich Blaz Kramer vom zu wenig handlungsschnellen ehemaligen FCB-Junior Dominik Schmid den Ball, umspielte Torhüter Zivko Kostadinovic und schob zur erstmaligen Zürcher Führung ein. Schon in der 18. Minute war es Schmid gewesen, der nach einem lautstarken Protest von FCZ-Trainer Magnin wegen eines falsch angezeigten Einwurfes nicht bei der Sache war und den Ball in der eigenen Spielhälfte an Kololli verlor, welcher in der Mitte den freistehenden Tosin bediente.

In der 12. Minute hatte Valon Fazliu den FC Wil in Führung gebracht. Schon im Cup war dem 24-jährigen ehemaligen GC-Junior in der 16. Minute auf der gleichen Seite der 1:0-Führungstreffer gegen den FCZ gelungen. Umaru Bangura hatte in der Situation für Adi Winter auf der rechten Zürcher Abwehrseite aushelfen müssen, die Hereingabe von Kwadwo Duah aber nicht mehr verhindern können. Winter bekam den aus dem YB-Nachwuchs stammenden Wiler Offensivmann während der Ersten Halbzeit nicht in den Griff. Statistik am Rande: der FCZ hat in dieser Saison in Testspielen bereits 21 Spieler auf den beiden Aussenverteidigerpositionen eingesetzt! Benjamin Kololli agierte in den ersten 45 Minuten erneut auf der Mittelstürmerposition und machte da seine Sache besser, als nach der Pause, als der Waadtländer wieder auf den Flügel wechselte. Vasilije Janjicic hatte hier in Wil Mitte September seinen ersten Wettbewerbseinsatz seit seiner Rückkehr zum Stadtclub gehabt, vermochte sich an gleicher Stätte im Test aber trotz 90 Minuten-Chance nicht aufzudrängen.

Einen positiven Eindruck hinterliessen auf der Rechten Seite Stephan Seiler (19) und Henri Koide (18). Seiler war der zielstrebigste Spieler beim FCZ und Koide zeigt schon seit Monaten eine hohe Konstanz. Spieler, die wie Koide nie unter ein gewisses Niveau fallen, gibt es ansonsten beim FCZ zur Zeit kaum. Und falls Trainer Magnin Kevin Rüegg weiterhin im Mittelfeld einplant, wäre zum aktuellen Zeitpunkt Seiler wohl im Vergleich mit Winter die bessere und vielseitigere Option auf der Bank. In den letzten 30 Minuten liess der FC Wil aufgrund der Wechsel stärker nach, als der FCZ und so kamen die Gäste aus der Limmatstadt bei Kontern noch zu zwei weiteren Treffern. Kramer lenkte knapp nicht in Offsideposition einen zweiten Abschlussversuch Kempters nach Zumberi-Vorarbeit ins Netz, und Kempter setzte sich gut ab und traf per Kopf, nachdem mit Seiler endlich mal ein Zürcher eine präzise Flanke in den Strafraum gebracht hatte. Der 25-jährige Linksfuss Kempter hatte trotz seiner zwei Skorerpunkte einen durchzogenen Einsatz auf dem linken Flügel.

FC Wil – FCZ 1:4 (1:1)

Tore: 12. Fazliu (Duah) 1:0, 18. Tosin (Kololli) 1:1; 46. Kramer 1:2, 87. Kramer (Kempter) 1:3, 90.+1 Kempter (Seiler) 1:4.

FC Wil: Kostadinovic; Rohner (46. Celant), Dimitriou, Schmid (59. Wörnhard), Schäppi (46. Kamberi); Ismaili (46. Abedini), Muntwiler (46. Ndau); Bosic, Fazliu (59. Ismaili), Duah (59. Paunescu); Silvio (46. Padula).

FCZ: Vanins (46. Brecher); Winter (46. Seiler), Bangura, M. Kryeziu, Pa Modou (46. Pedersen); H. Kryeziu (46. Domgjoni), Janjicic; Tosin (46. Kramer), Marchesano (61. Zumberi), Schönbächler (71. Koide); Kololli (71. Kempter).

 

 

Das nennt man wohl „eine Geschichte, wie sie nur der Fussball schreiben kann“. Nach seinem für Klub und Spieler wenig erfreulichen halbjährigen Engagement beim FC Zürich trifft Denis Popovic in seinem ersten Spiel für den neuen Klub Krylya Sovetov Samara ausgerechnet auf seinen Ex-Klub Orenburg – und bringt sein neues bereits früh in Unterzahl agierendes Team aus kurzer Distanz per Kopf 1:0 in Führung – das zweite Kopfballtor seiner Karriere. Der auf der 10-er Position agierende Slowene bereitete später mit einem guten Pass in die Tiefe eine „hundertprozentige“ Chance zum 2:0 vor, musste mit seiner Mannschaft aber kurz vor Schluss noch das 1:1 hinnehmen. Nach dem Unentschieden im Abstiegskampf bleibt Samara auf einem Relegationsplatz, der Punkteabstand ins Mittelfeld ist aber nicht gross.

In der 2. Bundesliga lief an diesem Wochenende alles für Arminia Bielefeld und Cédric Brunner: 1:0 Heimsieg gegen Wehen Wiesbaden (mit Heinz Lindner im Tor) während die Aufstiegskonkurrenten Stuttgart, HSV und Heidenheim allesamt verloren. Als Leader der Liga haben die Arminen nun neun Punkte Vorsprung auf den „Barrage-“ und 12 Punkte auf einen Nichtaufstiegsplatz. Dazu beigetragen hat auch Victor Palsson, der bei einem frühen Darmstadt-Konter zum 2:0 gegen Heidenheim per Absatz die Vorlage lieferte.

Noch zu wenig produktiv, aber immer wieder für Unterhaltung gut ist ebenfalls in der 2. Bundesliga Michi Frey mit dem abstiegsgefährdeten Traditionsklub Nürnberg. In seinem ersten Startelfeinsatz für Osnabrück  sah Assan Ceesay vor zwei Wochen eine hart gepfiffene Rote Karte wegen einem Hohen Bein im eigenen Strafraum (Gegenspieler Carlson hatte Kopf tief) und ist immer noch gesperrt. Der vom FCZ an Holstein Kiel verliehene Salim Khelifi hat seit dem Trainerwechsel von André Schubert zu Ole Werner immer mehr an Status verloren und ist jeweils nicht mehr im Matchkader anzutreffen. Bei Trainer Urs Fischer ist Admir Mehmedi schon in der U21 aufgelaufen und hat bis heute in seiner Karriere unter keinem Coach mehr Spiele (80) absolviert. Am Sonntag holte er mit Wolfsburg bei Fischer’s Union ein 2:2 und bleibt auf einem Europacupplatz – fünf Punkte vor seinem Ex-Trainer. Ricardo Rodriguez hat in der Eredivisie für PSV schon fünf Partien und zuletzt gegen Feyenoord 1:1 Unentschieden gespielt. Eindhoven ist in dieser Zeit vom fünften auf den vierten Platz vorgestossen.

Bruder Roberto spielt in Uerdingen viel (2 Tore, 9 Assists diese Saison bisher), kommt aber mit dem ambitionierten Klub in der 3. Liga nicht vom Fleck – zur Zeit nur Rang 11. Der ebenfalls nach Uerdingen gewechselte 1,68.m-Linksverteidiger Hakim Guenouche kommt dort kaum zum Einsatz, während Andreas Maxsö relativ schnell zurück nach Dänemark weitergezogen ist und dort beim viertplatzierten Traditionsklub und ehemaligen Europacupgegner Bröndby mittlerweile Captain ist. Vier Punkte hinter Bröndby liegt Aalborg, das vor Wochenfrist mit Rasmus Thelander in der Innenverteidigung das Maxsö-Team auch dank einem Tor und Assist von Ex GC-Offensivmann Lucas Andersen mit 3:2 besiegen konnte. In der 3. Liga auf dem letzten Platz liegt Carl Zeiss Jena mit Kilian Pagliuca, der mit zwei Toren und fünf Assists eine Zeit lang Stammspieler war, nach einer Rotsperre (zwei Grätschen hintereinander von hinten in Braunschweig) aber aktuell etwas aussen vor ist.

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Nico Elvedi gehört zu den konstantesten Verteidigern der Bundesliga und ist mit Borussia Mönchengladbach unter dem ehemaligen Salzburg-Trainer Marco Rose im Spitzenquintett der Liga dabei. Bei „Transfermarkt“ ist Elvedi mit 35 Mio Euro nach Teamkollege Denis Zakaria und gleichauf mit Manuel Akanji der zweitwertvollste Schweizer Spieler. Djibril Sow hat seinen Stammplatz bei der SGE im Moment an den Österreicher Stefan Ilsanker (in der Winterpause von Leipzig gekommen) verloren. Josip Drmic kommt bei Norwich City in der Premier League nach seiner Oberschenkelverletzung wieder regelmässig als Joker zum Einsatz. Berat Djimsiti, Stammspieler beim Italienischen Team der Stunde, Atalanta, musste beim 7:2-Sieg in Lecce wegen muskulären Problemen pausieren, die er sich beim Aufwärmen zum Champions League-Achtelfinal-Hinspiel gegen Valencia zugezogen hatte. Der in der Winterpause zu Inter gewechselte Innenverteidiger Andi Hoti ist dort Stammspieler in der U17. Marin Cavar ist bei Serie B-Aufstiegskandidat Chievo Verona unter Vertrag. Nach vier starken Einsätzen in der Startformation beim FC Winterthur letzten Frühling wollten ihn die Venetier unbedingt und verpflichteten ihn trotz eines in einem Testspiel gegen Stuttgart erlittenen Kreuzbandrisses.

Joël Untersee blieb nach seiner Rückkehr vom FCZ nach Italien nicht bei Empoli und ist seit einem halben Jahr vereinslos. Loris Benito (ein Saisontor) steht in der Regel bei Girordins Bordeaux (12. Platz) in der Startformation. Neun Punkte hinter Benito in akuter Abstiegsgefahr befindet sich mit Nîmes der in der Winterpause von Dresden nach Südfrankreich gewechselte Moussa Koné. Gleich bei seinen ersten beiden Teileinsätzen in Nizza und gegen Angers gelang dem Senegalesen je ein Tor. Ivan Kecojevic hat in der LaLiga2 von der Atlantikküste (Cadiz) etwas ins Landesinnere (Albacete) gewechselt. In derselben Liga ist Armando Sadiku (Malaga) mit zehn Treffern auf Platz Sieben der Torschützenliste. Raphael Dwamena (Real Zaragoza) ist hingegen seit Anfang Oktober ausser Gefecht und musste sich einer Herzoperation unterziehen.

Maren Haile-Selassie wird bei Xamax weiterhin regelmässig eingewechselt und schlägt dann jeweils auch die Standards. Arbenit Xhemajli hat sich im gleichen Team mittlerweile etabliert. Ganz allgemein spielen bei der Mehrzahl der Super League-Teams mindestens zwei Spieler aus dem FCZ-Nachwuchs (unter anderem Saidy Janko, Christian Fassnacht, Anto Grgic, Filip Stojilkovic, Noah Lovisa, Miro Muheim, André Ribeiro, Francisco Rodriguez). Piu Da Costas Highlight der Vorrunde war das 1:1 in der Europa League auswärts beim grossen Favoriten Dynamo Kyiv, welcher dadurch die K.O-Runde verpasste – bis zur 94. Minute hatte Lugano bei einem Schussverhältnis von 31:7 zugunsten von Dynamo sogar noch mit 1:0 geführt. Fabio Dixon hat beim Challenge League-isten FC Chiasso bisher in 15 Partien fünf Torvorlagen liefern können, zuletzt letzte Woche beim 2:0-Heimsieg gegen Wil. Bei diesem Heimsieg stand auch Izer Aliu als „Sechser“ erstmals in der Startaufstellung der Tessiner. Auf Wiler Seite standen zudem Fabian Rohner sowie Lindrit Kamberi in der Startformation, Bledian Krasniqi (in der Vorwoche noch krank) und Kastrijot Ndau wurden eingewechselt. Shkelzen Gashi ist zurück beim FC Aarau,  wird aber noch nicht eingesetzt. Auf dem Brügglifeld gespielt hat letzte Woche der weiterhin vom FCZ ausgeliehene Albin Sadrijaj (wie üblich im Zentralen Mittelfeld) bei einem 4:4-Torspektakel und hat dabei mit dem 1:0 für den SC Kriens (wo Burim Kukeli Captain ist) in der 23. Minute sein erstes Profitor erzielt. Oli Buff hat bei GC noch keinen Skorerpunkt erzielt.

Jorge Teixeira ist bei St. Truiden (12.) in Belgien nach einer Hüftverletzung wieder daran, sich in die Mannschaft zurückzukämpfen. Dimitri Oberlin hat bei Zulte Waregem (9.) seit September kein Tor mehr erzielt. Stephen Odey ist bei Genk (7.) Joker und vermochte in der Champions League beim Heim-1:4 gegen Liverpool den „Ehrentreffer“ für die Belgier zu markieren.  Mario Gavranovic ist bei Dinamo Zagreb zur Zeit ebenfalls Joker und hat erst vier Liga-Saisontore auf seinem Konto. Ebenfalls in der obersten Kroatischen Liga engagiert ist neben Torhüter Osman Hadzikic (Inter Zapresic) auch Franck Etoundi bei Slaven Belupo Koprivnica. Asmir Kajevic kommt bei der Belgrader Nummer drei Cukaricki (5. Platz) in der Serbischen Version der „Super Liga“ (neben der Schweiz und Serbien tragen auch die obersten Ligen in Argentinien, der Türkei, China, Dänemark, Usbekistan, Malaysia, Indien und Griechenland diese Bezeichnung) in jedem Spiel zum Einsatz. Avi Rikan ist Captain beim Israelischen Spitzenreiter Maccabi Tel Aviv. Pedro Henrique hat in der Türkischen „Süper Lig“ bei Kayserispor (letzter Platz, heute Heimspiel gegen Göztepe) schon sieben Tore erzielt und zwei Gelb-Rote Karten gesehen. In der 13. Runde war der heissblütige Brasilianer nach vier Gelben Karten zusätzlich zu den zwei Gelb-Roten bereits zum dritten Mal gesperrt.

Adis Jahovic spielt seine dritte Saison in der Süper Lig beim vierten Verein und liegt aktuell auf der Torschützenliste hinter Alexander Sörloth (Trabzonspor) und Papiss Demba Cissé (Alanyaspor) und gemeinsam mit Vedat Muriqi (Fenerbahce) mit 12 Treffern auf dem Dritten Platz. Schon in der Saison 17/18 war Jahovic drittbester Torschütze der höchsten Türkischen Spielklasse hinter den Starstürmern Bafétimbi Gomis (Galatasaray) und Burak Yilmaz (Trabzonspor) gewesen. Bei Antalyaspor spielt der Nordmazedonier seit der Winterpause an der Seite von Lukas Podolski. Insgesamt kommt Jahovic in seiner Karriere im Ligafussball bisher auf 126 Tore in 284 Spielen. Der 35-jährige Gökhan Inler ist bei Europa League-Achtelfinalteilnehmer Basaksehir Ergänzungsspieler, genauso wie dessen leicht jüngerer ehemaliger Teamkollege Raffael bei Gladbach. Wie Inler in Istanbul engagiert ist Innocent Emeghara (sechs Saisontore bisher) bei einem Zweitligisten mit Aufstiegschancen in die Süper Lig: Fatih Karagümrük ist der einzige Klub, der im ältesten Teil der Stadt, dem ehemaligen Konstantinopolis, in einem wohl kaum Süper Lig-tauglichen Stadion spielt.

Dusan Djuric spielt bei seinem Stammklub Halmstad in der Superettan (Zweite Schwedische Liga) immer noch Zuckerpässe auf grosse Distanzen und trifft mit schönen Weitschusstreffern. Davide Mariani hat beim emiratischen Tabellenführer Shabab Dubai im letzten Monat nicht gespielt, nachdem er zuvor Stammspieler gewesen war. Yassine Chikhaoui kommt bei Etoile Sportive du Sahel wie einstweilen beim FCZ sporadisch zum Einsatz und für ihn muss bei diesen Gelegenheiten dann ebenfalls jeweils die Aufstellung und Spielausrichtung angepasst werden. Amine Chermiti hat sich hingegen mittlerweile wieder über Saudi-Arabien in die Indische Megapolis Mumbai verabschiedet. Der in St. Petersburg aufgewachsene Artjom Simonyan hat sich im Heimatland seiner Eltern, Armenien, von Alashkert über Ararat zu Rekordmeister Pyunik hochgearbeitet und kam im November bei einer 1:9 (!)-Niederlage in Italien wieder einmal in der Nationalmanschaft zu einem Teileinsatz. Yann Fillion kam seit seit dem definitiven ablösefreien Wechsel vom FCZ in der Winterpause bisher in allen fünf „Suomen Cup“-Partien des Finnischen Zweitligisten Ekenäs zum Einsatz. Nicolas Andereggen hatte in der gleichen Zeitspanne einen Teileinsatz beim Argentinischen Zweitligisten CA Alvarado. Der ehemalige FCZ-Brasilianer Ramazotti wäre aktuell wieder zu haben, nachdem er auf seiner Weltreise in dieser Vorrunde für Daejoon Hana Citizen in der Zweiten Koreanischen Liga drei Mal getroffen, den Klub aber in der Winterpause wieder verlassen hat. Rapperswil-Jona mit Maurice Brunner und Nicolas Stettler hat in der Rückrunde noch Chancen auf den Wiederaufstieg in die Challenge League. Als prominente Neuverpflichtung kam in der Winterpause dem Vernehmen nach Bruno Morgado von Cup-Viertelfinalgegner Sion hinzu. Kay Voser kam in der Vorrunde bei Red Star zu drei Einsätzen. Andrea Guatelli spielt im Tessin beim SC Balerna in der 2. Liga Regional. Das Frauenteam des gleichen Klubs profitiert im übrigen aktuell von den Problemen bei Lugano und ist auf bestem Weg zum Aufstieg in die Nationalliga B.

Bild Züri Live – hinten von links: Christian Schneuwly, Dimitri Oberlin, Francisco Rodriguez, Yanick Brecher, Maurice Brunner, Nico Elvedi, Oliver Buff, Ivan Kecojevic, Yassine Chikhaoui. Vorne von links: Mario Gavranovic, Andres Malloth.

 

Mittelfeldspieler Izer Aliu wechselt für die Rückrunde zum FC Chiasso und erweitert das Kontingent der vom FCZ in die Challenge League und Super League ausgeliehenen jungen Spieler. Wie Lindrit Kamberi, Fabian Rohner, Bledian Krasniqi oder Maren Haile-Selassie wird auch Aliu der Schritt in den künftigen 18er-Matchkader beim FCZ zugetraut. Auf der Position des „10-ers“ beziehungsweise je nach Spielsystem „spielmachenden 8-ers“ hat der FC Zürich in den letzten Jahren eine ganze Reihe von Talenten mit viel Perspektive in der eigenen Academy entwickelt. Auf der Suche nach Verstärkungen von aussen sollte diese Position daher in den nächsten Jahren im Normalfall nicht im Fokus stehen. Antonio Marchesano hat sich in dieser Rolle in einem über Jahre dauernden Prozess unter anderem dank verbesserter Fitness zu einem Super League-Leistungsträger entwickelt und seinen Vertrag kürzlich bis 2023 verlängert. Der Tessiner gehört schon seit langem zu den technisch und spielerisch stärksten Spielern der Schweiz.

Nach der Leihe von Aliu und dem möglichen Abgang Popovics ist der mit Aliu gleichaltrige Lavdim Zumberi (beide November ’99) der zweite „Offensive Mittelfeldspieler“ im Kader der 1. Mannschaft. Sowohl Aliu wie auch Zumberi wurden von Trainer Ludovic Magnin schon in der Academy stark gefördert, nahmen aber einen unterschiedlichen Weg. Aliu hatte seinen ersten Profieinsatz bereits mit 16 Jahren. Der damalige Trainer Uli Forte konnte für seinen Fussballstil mit einem solchen Spielertypen allerdings wenig anfangen, testete ihn unter anderem zwischendurch mal wohl eher halbherzig auf der Position des Linken Aussenläufers. Mit dem Trainerwechsel zu Magnin war Aliu dann vor zwei Jahren von einem Moment auf den anderen zeitweise Stammspieler. In diese Phase fiel sein bisheriges Highlight im Trikot der 1. Mannschaft, als er im Heimspiel gegen Lugano innerhalb der ersten 19 Minuten zwei Assists und ein Pre-Assist zur bereits vorentscheidenden 3:0-Führung lieferte:

https://www.youtube.com/watch?v=BW46IzC4ajQ

In die darauffolgende Saison startete Aliu gleich mit einem Assist nach 16 Minuten gegen den FC Thun zum Führungstreffer von Marco Schönbächler, musste dann aber in der Pause angeschlagen ausgewechselt werden. Als die Bänderverletzung dann verheilt schien, kam der Hammer: Kreuzbandriss im Training des Europa League-Auswärtstrips nach Zypern. Nach langer Genesungszeit meldete sich Aliu beinahe ein Jahr später zum Saisonstart diesen Sommer wieder gesund. Gesund heisst aber noch lange nicht in Form. Wie üblich dauert es nach einem Kreuzbandriss ein halbes bis ein ganzes Jahr, um allenfalls wieder auf das alte Level zu kommen. Daher spielte Aliu in der Vorrunde vorwiegend in der Promotion League und ist jetzt bereit für den nächsten Schritt auf dem Weg zurück – die Challenge League.

Lavdim Zumberi brauchte länger auf seinem Weg in die 1. Mannschaft. Während sich Aliu als Vorlagengeber par excellence hervortut (sowohl aus dem Spiel heraus wie auf Standards), geht „Zumbi“ dank Schussqualitäten, wie sie im FCZ in dieser Form ansonsten eher dünn gesät sind, häufig selbst in den Abschluss. Sowohl Aliu wie auch Zumberi wurden immer wieder mal auch auf der „Doppelsechs“ eingesetzt, vermochten ihre Defizite in dieser Rolle aber bisher nicht zu verbergen. Und beide müssen vor allem an der Konstanz ihrer Leistungen sowohl innerhalb eines Spiels wie auch über mehrere Spiele hinweg arbeiten: eine Grundvoraussetzung, um sich langfristig als Profifussballer etablieren zu können. Mit dem zwei Jahre jüngeren Bledian Krasniqi (Jahrgang ’01) ist ein weiterer potentieller künftiger „Almen Abdi“ aktuell an den FC Wil ausgeliehen. Er ist dasjenige aktuelle FCZ-Talent, welches vom Stil her als beweglicher und technisch starker Instinktfussballer dem früheren FCZ-Meisterspieler am nächsten kommt. Wie Abdi in einer ersten Phase unter Lucien Favre spielt Krasniqi aktuell sowohl bei Wil wie auch zuvor in einzelnen Testpartien mit dem FCZ auch auf dem offensiven Flügel. Seine Paradeposition ist aber auf der „Zehn“.

Es ist nicht so, dass es seit Almen Abdi keine ernsthaften Kandidaten aus dem Nachwuchs auf dessen Nachfolge gegeben hätte. In erster Linie wäre da sicherlich U17-Weltmeister Oliver Buff zu nennen,  der immerhin als Stammspieler mit dem FCZ zwei Mal Cupsieger wurde, für eine noch bessere Entwicklung aber in entscheidenden Phasen etwas zu unkonstant agierte und dem von den jeweiligen Trainern wohl etwas zu spät das Vertrauen auf der 10er-Position geschenkt wurde – auch weil er lange im Schatten eines Davide Chiumiento oder Yassine Chikhaoui stand. Davide Mariani ist das zweite Beispiel – ein ähnlicher Spielertyp wie Lavdim Zumberi, welcher es gegen die sehr grosse damalige Konkurrenz im Zentralen und Offensiven Mittelfeld des FCZ schwer hatte.

Mit Aliu, Zumberi und Krasniqi ist die Kandidatenliste auf den „neuen Abdi“ aber noch längst nicht abgeschlossen. Mit Vasilije Janjicic (Jahrgang ’98) ist eines der grössten FCZ-Talente der letzten Jahre ebenfalls ein Kreativspieler und in der Offensivreihe wohl am effektivsten. Janjicic ist aber etwas vielseitiger als Aliu oder Zumberi veranlagt, und kann auch weiter hinten eingesetzt werden. Ebenfalls ein ’98er-Jahrgang wie Janjicic ist der aktuell zum U21-Kader gehörende Lavdrim Rexhepi – ebenfalls ein 10-er und ein junger Mann für offensive Glanzpunkte mit einem aussergewöhnlichen Linken Fuss, welchem aber die defensive Diszplin und notwendige Stabilität für den Profifussball bisher abgeht. Im ’02-er Jahrgang und jünger gibt es weitere interessante 10-er Kandidaten in der Academy.

Das Team des FC Chiasso, in welches sich Aliu innerhalb von wenigen Tagen integrieren will, kann man als die „Desperados“ des Schweizer Profifussballs bezeichnen. Seit mehreren Jahren wird jeden Sommer die Mannschaft der Südtessiner fast komplett ausgetauscht. Diese Saison sind es mittlerweile insgesamt schon 30 neue Spieler, von denen ein Teil nach einem halben Jahr auch schon wieder weg ist. Chiasso besteht jeweils zum grössten Teil aus jungen Spielern, die den Sprung zum Profi noch nicht geschafft haben und sich an der Italienischen Grenze entschädigt meist deutlich unter dem Minimallohn-Niveau ein (häufig letztes oder vorletztes) Jahr Zeit geben wollen, um auf diesem Weg ihre Chance noch zu packen. Nach dem einen Jahr strömen die Spieler dann in alle Windrichtungen wieder auseinander. Viele wechseln in den Spitzenamateurfussball zu Mendrisio, Bellinzona, Brühl, Black Stars oder Köniz und bauen gleichzeitig an ihrer Zukunft neben dem Fussball. Andere schaffen hingegen den Schritt zu einem etwas besser situierten Challenge League-Klub wie Wil, Schaffhausen oder Vaduz. Glücklich schätzen kann sich, wer es zu einem Bulgarischen oder Rumänischen Mittelfeldklub wie Beroe Stara Zagora oder Gaz Metan Medias schafft – oder gar zum FC Thun!

Die fussballerische Qualität, die im Kader des FC Chiasso steckt, ist dabei vergleichsweise hoch. Die meisten Spieler sind gut ausgebildet, Konkurrenten auf der Position von Aliu wie Bahloul, Antunes, Doldur, Wolf oder Huser gehören zu den talentiertesten Mittelfeldspielern der Challenge League. Liga-Konkurrenten wie Stade Lausanne-Ouchy oder Kriens bringen aber den Vorteil mit, dass sie ein über Jahre gewachsenes Mannschaftsgefüge zur Verfügung haben. In den letzten Saisons haben die wild zusammengewürfelten „Desperados“ aus Chiasso im Abstiegskampf trotzdem immer wieder einen erstaunlichen Teamgeist und Überlebenswillen entwickelt und sich schlussendlich (teils dramatisch) retten können. Diese Qualitäten werden sie nach nur drei Siegen in der Vorrunde (gegen Lausanne, Aarau und Wil!) diesmal speziell benötigen. Wie viel Aliu angesichts des grossen Kaders zum Einsatz kommen wird, ist noch nicht klar. Wenn er aber die Ansätze, welche er zuletzt in den Testspielen mit der 1. Mannschaft des FCZ gezeigt hat, zu einer Reihe von reifen Leistungen ausbauen kann, dann könnte der 20-jährige Adliswiler zu einem wichtigen Baustein einer weiteren wundersamen Geschichte der Desperados aus Chiasso werden.

Mehr zu Izer Aliu auf Züri Live: zum Lesen…

…und zum Hören (Interviews mit und über Izer Aliu aus den letzten drei Jahren):

Chiasso schafft in extremis den Klassenerhalt (26.05.2019):

Der FCZ ist wieder zurück in Wil, wo man in der Challenge League-Saison vor 4’400 (Rekord in der umgebauten IGP Arena) und 3’000 Fans einmal Unentschieden gespielt und einmal gewonnen hatte. Ausser unter Lucien Favre hatte der FCZ in Wettbewerbsspielen immer Mühe mit den Äbtestädtern. In den 90er-Jahren gingen unter Trainer Raimondo Ponte gleich drei Cup-Duelle in Folge im Bergholz verloren. Das letzte Cup-Duell im Februar 2013 im Kybunpark musste in die Verlängerung, wo der Stadtclub dank Treffern von Josip Drmic und Marco Schönbächler glücklich obsiegen konnte.

Aktuell liegt Wil mit einer jungen, neu zusammengestellten Mannschaft als defensiv bestes Challenge League-Team auf dem Dritten Platz der Tabelle. Der FCZ auf der anderen Seite ist das mit Abstand defensiv schwächste Team der Super League. Wil ist hartnäckig im Zweikampf. Im Pressing sind die St. Galler in vorderster Spitze nicht besonders aggressiv, dafür antizipieren die Reihen dahinter gut. Trotzdem hat das Team von Ciriaco Sforza auch defensive Schwachpunkte, vor allem bei hohen Bällen auf dem ganzen Platz und dies obwohl der vom FCZ ausgeliehene Innenverteidiger Lindrit Kamberi kopfballstark ist – allerdings stärker in der Offensive.

Seine Tore erzielt Wil zu einem grossen Teil auf Konterattacken. Wenn der FCZ in der defensiven Positionierung und der Rückwärtsbewegung aber voll fokussiert agiert, hat er sicherlich grössere Chancen, diese zu unterbinden, als die Challenge League-Gegner Wils. Ausserdem darf man den ehemaligen FCZ-Junior Filip Stojilkovic aus der Distanz mit Rechts nicht schiessen lassen. Auch Duah, Brahimi oder Bledian Krasniqi haben bei Abschlüssen von ausserhalb des Strafraums einiges drauf. Fabian Rohner, neben Kamberi und Krasniqi der dritte vom FCZ nach Wil verliehene Spieler kommt langsam, aber sicher wieder besser in Form und spielt vorwiegend auf der Position des Rechten Aussenverteidigers. Der ebenfalls aus dem FCZ-Nachwuchs im Sommer nach Wil gewechselte gleichermassen zweikampf- wie spielstarke Mittelfeldspieler Kastrijot Ndau kam in dieser Saison ebenfalls schon sieben Mal zum Einsatz.

In der Ersten Cuprunde liess der FCZ nach gutem Start in die Partie Black Stars nach dem Ausgleichstreffer von Gomes in die Partie kommen und geriet aus dem Konzept. Dies nach einem verschossenen Penalty durch Mahi und dem anschliessenden direkt verwandelten Corner Denis Popovics (Mahi fiel der Ball bereits hinter der Torlinie auf den Kopf). Mehrere Zürcher kämpften in der Zweiten Halbzeit mit konditionellen Problemen und es benötigte wieder einen Standard Popovics, um durch den kopfballstarken Nathan den Siegtreffer zum 2:1 sicherzustellen. Die Aufstellung des FCZ in Wil ist nicht einfach vorauszusagen, denn es ist unklar, welche zuletzt verletzt / im Aufbau gewesenen und welche neuverpflichteten Spieler bereits ready für den Cup-Fight sind.

 

Frage zum Spiel: Auf welche Neuverpflichtung / welchen Rückkehrer aus dem Lazarett freust du dich am meisten?

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Der FCZ verliert beim bereits fünften Vorbereitungsspiel auf die neue Saison zum ersten Mal und dies mit dem klaren Ergebnis von 3:5. Positiv zu vermerken ist, dass mit den weiteren drei Toren bereits 13 Treffer in Testpartien erzielt werden konnten und Stürmer Assan Ceesay in jeder dieser Partien sein Tor beisteuerte. Wie schon in der Rückrunde nutzt der FCZ vermehrt die Schnelligkeit des Gambiers bei langen Bällen hinter die gegnerische Abwehr – das ist sein Spiel, welches gegen einen ziemlich hoch stehenden Gegner wie die neue Ausgabe von Stuttgart natürlich am besten zur Geltung kommt.

Ganz allgemein vermochte der FCZ in dieser Partie so schnell und zielstrebig in die Offensive umzuschalten, wie man es noch selten zuvor von diesem über Jahre hinweg stark ballbesitzorientierten Team gesehen hat. In diesem Bereich hat man ganz offensichtlich gearbeitet. Nach dem erfolgreichen gemeinsamen Mittelfeldpressing wurde der Ball häufig sofort zu Marchesano gespielt und dieser schickte den bereits zuvor startenden Ceesay ebenso schnell und direkt in in die Tiefe. So beim 1:1-Ausgleich, als Omeragic und Zumberi den Ballgewinn Sohms ermöglichten, der sofort Marchesano bediente. Beim 2:2 war es dann Bangura, der im Mittelfeld antizipierte und sofort Marchesano in die Tiefe schickte und dieser vor Torhüter Bredlow cool blieb. Anders als etwa zehn Minuten zuvor Neuzugang Mimoun Mahi, der nach einem von Vanins direkt hinter die Stuttgarter Abwehr gespielten Ball vor dem Schwäbischen Keeper zu überhastet agierte.

Auch der neuverpflichtete Blaz Kramer kam in der Zweiten Halbzeit zur ein oder anderen guten Aktion und holte unter anderem den Penalty zum 3:3 heraus. Es hätten durchaus noch weitere Tore für den FCZ fallen können, so verweigerte der Referee Assan Ceesay in der Ersten Halbzeit einen Elfmeter, den man  hätte pfeifen können, Marchesano setzte in der 43.Minute nach einem Bredlow-Fehler seinen Lupfer Zentimeter am rechten Pfosten vorbei – und zu Beginn der Zweiten Halbzeit vergab Benjamin Kololli nach einem schönen weiten Ball von Bangura eine «Hundertprozentige» alleine vor dem gegnerischen Gehäuse. Die beiden Treffer von Al Ghaddioui zum 2:3 und 3:4 für Stuttgart sind zudem wohl beide aus einer (knappen) Offsideposition erzielt worden.

Sehr viele aus der Schweiz stammende VfB-Fans waren in Henau zugegen bei einem in der 1. Halbzeit bei Wind und leichtem Regen ausgetragenen Spiel. Die Bundesliga-Absteiger traten mit einigen «Stars» wie Castro, Didavi oder Gomez in der Startformation an bei ihrem Zwischenstopp wenige Kilometer vor ihrem Trainingslager-Quartier Abtwil. Auch für den FCZ lag der Spielort auf dem Weg ins Trainingslager – bis zu ihrem Bestimmungsort im Österreichischen Ried im Oberinntal (wenige Kilometer unterhalb des Unterengadins) war für das Team nach der Partie dann aber noch ein schönes Stück zu fahren.

Auch wenn der FCZ einzelne gute Aktionen speziell im Spiel nach vorne hatte, war die Spritzigkeit des Letzigrundteams an diesem Nachmittag insgesamt deutlich tiefer, als diejenige der Stuttgarter. Speziell in der Rückwärtsbewegung war dies am meisten spürbar. In der Abwehrreihe offenbarten Akteure wie Mirlind Kryeziu, Ilan Sauter, Lindrit Kamberi oder Yassin Maouche zudem noch grundsätzliche qualitative Mängel. Bei den ersten beiden Gegentreffern passten die Innenverteidiger Kryeziu (0:1) und Bangura (beim 0:2) nicht auf und brachten so Omeragic jeweils gegen zwei gegnerische Angreifer ini Unterzahl.

Lavdim Zumberi vermochte nicht zum ersten Mal in dieser Sommervorbereitung auf der Sechserposition nur teilweise zu gefallen. Die eingewechselten Domgjoni und Popovic machten ihre Sache allerdings noch schlechter. Der Slowene rannte bei seinem FCZ-Début vier Tage nach seiner Verpflichtung Ball und Gegner erstmal nur hinterher. Der zur Pause hereingekommene Marco Schönbächler agierte bis zur Hereinnahme von Yann Kasai als zweiter Stürmer neben Blaz Kramer, ohne allerdings dabei Torgefahr auszustrahlen und in der Schlussphase mit mehreren Ballverlusten, die zu schnellen Gegenstössen führten. Levan Kharabadze war wie schon gegen Rapperswil-Jona in seinem Einsatz inexistent, zum Beispiel beim Konter über seine Seite, der zum 3:5 führte-

FC Zürich – VfB Stuttgart 3:5 (2:2)

Tore: 9. Gomez (Awoudja) 0:1, 15. Ceesay (Marchesano) 1:1, 21. Didavi (Penalty, Gonzalez) 1:2, 42. Marchesano (Bangura) 2:2; 52. Al Ghaddioui (Mangala) 2:3, 55. Kololli (Penaltynachschuss, Kramer) 3:3, 74. Al Ghaddioui (Klimowicz) 3:4, 82. Coulibaly (Klimowicz) 3:5.

FC Zürich: Vanins; Omeragic (62. Sauter), Bangura (78. Kamberi), M. Kryeziu (46. Kharabadze), Britto (78. Maouche); Zumberi (62. Domgjoni), Sohm (62. Popovic); Khelifi (78. Kasai), Marchesano (46. Schönbächler), Mahi (46. Kololli); Ceesay (46. Kramer).

VfB Stuttgart: Bredlow (46. Kobel); Stenzel, Awoudja (72. Mack), Kaminski (46. Kempf), Grözinger (62. Insua); Karazor (46. Mangala); Castro (72. Massimo), Ascacibar; Didavi (72. Klimowicz); Gonzalez (46. Al Ghaddioui), Gomez (62. Coulibaly).