Kamberi wiederholt seinen Fehler vom 284. Derby / Lugano – FCZ Analyse mit Randnotizen: Penaltyszenen und die veränderte Spielweise in Zahlen

LUGANO MIT VORSPRUNG AUF DER LEISTUNGSKURVE / LUGANO – FCZ VORSCHAU (Züri Live)

Die zweite Auswärtspartie bei einem FCL hintereinander brachte nach dem starken Auftritt in Luzern einen Rückschlag. Der sich aktuell in einer sehr guten Verfassung befindliche FC Lugano war für den sich im Umbruch befindlichen FCZ an diesem Tag zu gut. Das Pressing Luganos ist nicht so intensiv wie dasjenige des FCZ, aber dafür clever. Dadurch schafften es die Tessiner als erstes Team überhaupt in dieser Saison gegen den FCZ ein Tor (das 2:0) aus einem Hohen Pressing zu erzielen – nicht nur das: auch der Penalty zum 1:0 entstand aus einer solchen Situation. Natürlich waren diese Premièren auch durch die neue Spielweise des FC Zürich bedingt. Der 17-jährige Débutant Cheveyo Tsawa verkörperte das mutige Direktspiel des FC Zürich durchs Mittelfeld. Neben Tsawa kamen gleichzeitig Dante und Oko-Flex zu ihren Startelf-Débuts in der Liga. Und Nils Reichmuth spielte in dieser Saison ebenfalls zum ersten Mal in der Super League von Anfang an. Dante, Tsawa und Oko-Flex kommen alle auf eine ungenügende Note „3“.

FCZ in der 2. Halbzeit variabler

Es heisst, man solle den gleichen Fehler nicht zwei Mal begehen. Dies passierte aber vor dem wegweisenden 1:0 Luganos Lindrit Kamberi. Schon im 284. Derby hatte er kurz vor Schluss den Ball aus den Augen verloren und ein Zuspiel Cheick Condés passieren lassen, weil er mit einem Seitenblick hektisch zum anstürmenden Pascal Schürpf schaute. Dasselbe wiederholte sich in Lugano, als Kamberi ein Zuspiel seines Torhüter Yanick Brecher am eigenen Strafraum ohne Probleme hätte erreichen und verarbeiten können, wenn er nicht seinen Lauf gebremst, mit einem Seitenblick zum anstürmenden Hicham Mahou geschaut – und so den Ball aus den Augen verloren hätte. Ob man beim anschliessenden Tackling Kryezius im Strafraum gegen Mattia Bottani wirklich auf Penalty entscheiden musste, ist eine andere Frage (siehe Randnotiz).

Der FCZ agierte wie in Luzern in der 1. Halbzeit im 4-2-3-1, nahm dann aber auf die 2. Halbzeit hin einige Umstellungen vor – und brachte mehr Variabilität in sein Spiel. Di Giusto und Okita kamen für Tsawa und Oko-Flex rein. Man lief nun in einer 4-3-3 Grundformation auf, mit Di Giusto und Marchesano auf den beiden 8er-Positionen vor dem 6er Mathew. Wenn immer möglich, versuchte man daraus in der gegnerischen Hälfte in 3-3-4 zu machen. Dafür verschob sich Conceição rechts auf die Höhe der Stürmer und machte zusammen mit Okita das Spiel breit. Lugano vermochte so den FCZ nicht mehr so effektiv im Spielaufbau zu stören. Die Positionen wurden viel rotiert – umso mehr nach der Einwechslung Boranijasevics, der dafür ein Spezialist ist.

In der Offensivleistung grosse Diskrepanzen im Team

Während es für den FCZ in der 2. Halbzeit taktisch besser lief, schien gleichzeitig aber nach den läuferisch sehr intensiven ersten 45 Minuten die Team-Energie im zweiten Durchgang sich nicht mehr auf dem gleichen Level zu befinden. Insgesamt ist die Züri Live-Teamnote mit 5,6 unterdurchschnittlich, vergleichbar mit den beiden letzten Derbys. Defensiv war die Fehlerquote relativ hoch. Offensiv herrschte eine grosse Diskrepanz zwischen den auf hohem Niveau agierenden Boranijasevic, Marchesano und Mathew – und den ungenügend auftretenden Oko-Flex oder Tsawa am anderen Ende der Skala.

Highlights – Fand es ein deutliches Hands

Personalien – Nils Reichmuth findet Räume und Anspielstationen “aus dem Nichts“

  • Ifeanyi Mathew: Offensiv stark, mit den meisten Abschlüssen – defensiv aber fehlerbehaftet. Von allen eingesetzten Spielern die meisten Defensiv-Minuspunkte – unter anderem am 2:0-Treffer Luganos mit schlechter Zweikampfführung beteiligt.
  • Cheveyo Tsawa: Bei seinem Startelf-Début mutig, stark im Direktspiel, aber noch mit dem ein oder anderen Fehlpass zu viel.
  • Nevio Di Giusto: Spiel läuft zu Beginn seines Einsatzes noch etwas an ihm vorbei, steigert sich dann aber schnell.
  • Rodrigo Conceiçâo: Gegen eine im Schnitt eher kleingewachsene gegnerische Mannschaft scheint er sich besser durchsetzen zu können. Ist erstmals der Defensiv und zum dritten Mal in der 1. Halbzeit der Beste beim FCZ, baut allerdings in der 2. Halbzeit stark ab.
  • Nikola Boranijasevic: Zum ersten Mal in dieser Saison der beste FCZ-Spieler einer Partie. Hingegen bereits zum vierten Mal der beste Spieler der 2. Halbzeit und ebenfalls bereits zum vierten Mal der beste Spieler in der Offensiven Phase. Nach seiner Einwechslung speziell offensiv mit viel Impact, aber letztendlich ohne Ertrag, weil von den Mitspielern insgesamt in der Schlussphase zu wenig Unterstützung kommt – und Lugano diszipliniert und abgezockt agiert.
  • Armstrong Oko-Flex: Kann seine Chance in der Startformation (erstmals in der Liga) nicht nutzen. Unter anderem zu wenig engagiert im Gegenpressing. Positiv kann man die sofort und friktionslos funktionierende gegenseitige Abstimmung mit Dante auf der linken Seite erwähnen.
  • Jonathan Okita: Seine Standards sind auch in diesem Spiel gut. Den ersten Eckball kann er allerdings erst in der 91. Minute treten. Davor gab es für den FCZ keinen. LIefert fast die Hälfte der Abschlussvorlagen. Man spürt aber trotzdem bei ihm zu wenig den unbedingten Willen eines Einwechselspielers, die Partie noch zu drehen. Verliert die Bälle teilweise zu einfach.
  • Nils Reichmuth: Erster Startelf-Einsatz der Saison. Findet Räume und Anspielstationen “aus dem Nichts“, so auch bei seiner Vorlage zur einzigen FCZ-Torchance der 1. Halbzeit durch Junior Ligue. Unter dem Strich aber immer noch etwas zu wenig solide.

Kommentare – Luxusproblem: viele Auswärtsfans

Randnotiz 1 – (Potentielle) Penaltyszenen

Randnotiz 2 – Veränderte Spielweise des FCZ in Zahlen

Footballytics hat die Daten des FCZ unter Bo Henriksen (Saison 23/24) mit denjenigen der ersten beiden Partien der Nach-Henriksen Ära verglichen. Natürlich ist es eigentlich zu früh, Schlussfolgerungen zu ziehen. Die Mannschaft befindet sich in einer Anpassungs- und Übergangsphase. Kurzfristig hat sich auf jeden Fall der Ballbesitz wie vermutet von 48% auf 58% erhöht. Dementsprechend gibt es praktisch keine Konter mehr und es werden 40% mehr Pässe und gleichzeitig anteilsmässig deutlich weniger Lange Bälle gespielt. Das Pressing wurde stark intensiviert. Entscheidend dabei aber: die Expected Goals-Werte haben sich deutlich verschlechtert. Die Erwarteten Tore pro Spiel haben sich von 1,52 auf 0,7 mehr als halbiert. Gleichzeitig haben sich die Erwarteten Tore für die Gegner von 1,04 auf 1,74 erhöht. Eine positive Chancenbilanz wurde zu einer stark negativen. Dazu passt, dass trotz oder gerade wegen deutlich mehr Ballbesitz die Anzahl Ballberührungen im gegnerischen Strafraum um 46% zurückgegangen sind.

Weitere Berichte

Telegramm (transfermarkt)

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Kamberi erneut zum Start parat / FCZ – Yverdon-Sport Analyse

ERINNERUNGEN AN DEN 6. MAI 2006 / VORSCHAU FCZ – YVERDON-SPORT (Züri Live)

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Was für ein Kontrast zum Saisonstart vor Jahresfrist! Anstatt als Meister in der 1. Runde zum zweiten Mal in zwei Jahren auswärts beim Ligadominator YB starten zu müssen, diesmal zum Auftakt ein Heimspiel gegen Aufsteiger Yverdon-Sport. Der FCZ war mental und taktisch parat und liess den nach einem relativ grossen Umbruch noch uneingespielten Liganeuling nicht ins Spiel kommen. Der für Tosin (Vertragsverhandlungen) zu seinem Startelfdébut kommende Daniel Afriyie (22) aus Kumasi heftete sich im Spiel ohne Ball meist an die Fersen von Yverdons “6er“ Boris Cespedes. In den letzten Testpartien hatte man vorne in der Tendenz noch Raumdeckung im 3-4-3 gespielt gehabt – so hingegen wurde es auch im Spiel mit Ball eher wieder das übliche 3-4-1-2, wobei Fabian Rohner und Jonathan Okita je nach Spielsituation durchaus auch mal über die Seiten kamen. Mit anderen Worten: es war eine hybride taktische Formation.

FCZ taktisch gut eingestellt

Der FCZ legte Wert darauf, im Spielaufbau eine klare Überzahl zu haben und die Ansätze des Yverdon-Pressings im Keim zu ersticken. Man profitierte dabei allerdings auch davon, dass die beiden Yverdon-Spitzen Beyer und Kevin Carlos wenig Defensivarbeit verrichteten. Im Vergleich zu den letzten Saisons befanden sich die FCZ-Akteure in der 1. Halbzeit viel in Bewegung und dies mit gutem Timing. Häufig hatte der Ballführende zwei Anspielstationen, die sich beide (in unterschiedliche Richtungen) in Bewegung befanden. Auch wurden im 3-4-1-2 häufig Positionswechsel vorgenommen. So tauchten abwechslungsweise Mathew oder Condé im Spielaufbau in der Dreierabwehrkette auf, Kamberi rückte auf die rechte Aussenbahn und Boranijasevic ins Mittelfeldzentrum. Auch die drei Stürmer tauschten flexibel ihre Positionen untereinander.

Kurze Anläufe mit Ball in der Mitte von Katic machten vor allem für LIndrit Kamberi über halbrechts nach einem diagonalen Rückpass Raum für Vorstösse in die gegnerische Platzhälfte frei. Dies vor allem auch, weil Yverdon sich aufgrund der Zürcher Dominanz bald mal in der eigenen Platzhälfte in ein 6-2-2 zurückzog. Die zentralen Abstände dieser Sechserkette waren aber aus lauter Vorsicht und Respekt vor dem Gegner so gering gehalten, dass der FCZ trotz allem über aussen mit einer fast unbedrängten Rohner-Massflanke hinter die Abwehr zum 1:0-Führungstreffer kam. Yverdon’s Innenverteidiger-Neuverpflichtung Mohamed Tijani wirkte während seines ganzen Einsatzes bis zu seiner verletzungsbedingten Auswechslung in der 53. Minute etwas überfordert, obwohl er sich aus der tschechischen Fortuna Liga einen ähnlichen Rhythmus wie in der Super League eigentlich gewohnt sein sollte. In der 28. Minute stoppte er als letzter Mann den schnellen Fabian Rohner mit einem Notbremsefoul, für das er eigentlich hätte vom Platz fliegen müssen. Ein weiterer Stoss in den Rücken von Afriyie an der Strafraumgrenze und von Rohner im Strafraum drin waren in der Tendenz ebenfalls regelwidrig. Ein etwas ähnlicher Fall auf Zürcher Seite war mit Fabio Daprelà ebenfalls eine Neuverpflichtung, die nach einer wenig überzeugenden 1. Halbzeit mit muskulären Problemen ausschied. Der FC Zürich legte einen Fokus aufs Gegenpressing. Wenn dieses mal unzureichend funktionierte, dann wegen individuellen Unzulänglichkeiten.

Wie üblich: mehr FCZ-Torchancen bei weniger Ballbesitz

In der 1. Halbzeit hatte der FCZ 60% Ballbesitz. Mit der Führung im Rücken überliess er Yverdon in der 2. Halbzeit das Spieldiktat. Die Waadtländer riskierten gezwungenermassen mehr, ihre Aussenmittelfeldspieler standen höher. Wie in den letzten Jahren üblich, kam der FCZ mit wenig Ballbesitz (38% in der 2. Halbzeit) zu deutlich mehr Torchancen. Über die gesamten 90 Minuten betrug der FCZ-Ballbesitz 48.4%, das Schussverhältnis 17:5 und die Expected Goals 1.79:0.23. Dazu passten die Einwechslungen von Bledian Krasniqi und Donis Avdijaj in der 69. Minute, die beide im Umschaltspiel ihre Stärken haben. Durch taktische Kniffe verschaffte der FCZ seinen Stürmern beim Kontern zusätzlichen Platz. Die Züri Live-Analyse der Tore und Gegentore hat ergeben, dass die starke Reduktion von Standard- und Kopfballtoren 22/23 im Vergleich zur Meistersaison das grösste Problem war. Gegen Yverdon nahm sich der FCZ diese Erkenntnis zu Herzen. Wie schon in den Testspielen angedeutet funktionierten die Standards wieder besser. Und man erzielte zwei Kopfballtore – eines davon nach einer Kopfballweiterleitung bei einem Eckball.

Personalien

  • Lindrit Kamberi: beim Saisonstart erneut parat. Wie schon beim Startspiel in Bern vor Jahresfrist ist der 23-jährige der beste Mann beim FCZ. Lässt im Gegensatz zu Katic oder Daprelà seinen Gegenspielern keinen Meter Raum, ist zudem in der Vorbereitung des 1:0-Fphrungstreffers entscheidend beteiligt. Nicht nur das: kein Spieler beim FCZ war an so vielen Abschlüssen beteiligt (11) wie der Volketswiler.
  • Nikola Katic: Ein Tor erzielt, aber in der defensiven Phase erneut Note “1“. Hatte als einziger Spieler der Startformation bis zur 63. Minute keine einzige Defensivaktion, die Pluspunkte verdient gehabt hätte.
  • Nikola Boranijasevic: Nach einem durchschnittlichen Start in die Partie sprudelte der Serbe in der 2. Halbzeit nur so vor Spielfreude und bot dem Publikum ein Schmankerl nach dem anderen.
  • Fabian Rohner: Offensiv mit seiner Monsterflanke zum 1:0 mitentscheidend. In der Anfangsphase der Partie war er aber vor allem im Gegenpressing sehr wichtig und verhinderte den ein oder anderen schnellen Yverdon-Gegenstoss. Baute in der 2. Halbzeit ab.
  • Daniel Afriyie: Die Bewertung „bemüht“ wird in Arbeitszeugnissen in der Regel eher negativ bewertet. Auf die 1. Halbzeit von Afriyie traf dieser Ausdruck sowohl im Negativen wie im Positiven zu. Mit dem Rücken zum Tor verlor der Ghanaer zu viele Bälle und leitete so den ein oder anderen Yverdon-Konter ein. Zudem stand er in einzelnen Situationen falsch. Er steigerte sich aber bereits nach der Pause.
  • Bledian Krasniqi: Schon letzte Saison fiel auf, dass seine Offensiv- und Defensivleistung häufig sehr unterschiedlich gut ist – wie wenn er sich in einem Spiel nur auf eines von beidem konzentrieren könnte. Krasniqi hat von Haus aus in erster Linie offensive Qualitäten. Letzte Saison fokussierte er sich als Teil seiner Entwicklung bewusst stärker auf die defensive Phase, und war dabei speziell bei gegnerischen Umschaltsituationen immer wieder wichtig. Nun werden von Krasniqi aber wieder mehr Assists und Tore erwartet. Nach seiner Einwechslung galt sein Fokus daher ganz offensichtlich diesem Ziel. Krasniqi war mehrmals nahe dran, dieses auch in die Tat umzusetzen. Seine Performance in der defensiven Phase litt aber darunter.

Randnotiz: Erste strittige Szene der Saison

Weitere Berichte und Highlights

FC Zürich – Yverdon-Sport (Bluewin Video)

Der FCZ hat gegen Yverdon die Lufthoheit (SRF Video)

Telegramm FCZ – Yverdon (transfermarkt live)

Aufsteiger Yverdon beim FC Zürich klar unterlegen (Südostschweiz)

Am Abend vor dem Spiel verliert der FCZ seinen Stürmer Nummer 1 (Tages-Anzeiger)

Kamberi startet in Genf / Servette – FCZ Vorschau und Startformationen

Beim FCZ wird voraussichtlich Mirlind Kryeziu in die Startformation zurückkehren, Mets würde dann für den verletzten Omeragic auf die rechte Position der Dreierabwehr rücken. Fallen auch die fraglichen Dzemaili und Krasniqi für die erste Elf aus, wird wohl Stephan Seiler von Anfang an spielen. Er hatte zuletzt einen guten Teileinsatz in Lausanne. Fabian Rohner ersetzt aller Voraussicht nach rechts Nikola Boranijasevic. An Genf hat der Zürcher zwiespältige Erinnerungen. Im Sturm hat Trainer Breitenreiter die Auswahl. Nachdem das Duo Kramer / Gnonto im Derby nicht vollends überzeugen konnte, könnte sich der Niedersachse für Tosin / Ceesay entscheiden. Allerdings könnte es durchaus Sinn machen, dem jungen Gnonto eine weitere Chance in der Startelf zu geben. Der 18-jährige scheint als Starter grundsätzlich etwas besser geeignet als der in der Regel nur in zeitlich begrenzten Spielphasen und daher als Joker starke Tosin.

Trainer Breitenreiter gibt Lindrit Kamberi an Stelle des auf der Bank beginnenden Mets die Chance in der Startformation. Unter anderem soll der Zürcher die Zürcher Schwäche bei Offensivkopfbällen beheben. Die fraglichen Blerim Dzemaili und Bledian Krasniqi sind ebenfalls mit dabei. Dies bedeutet, dass Antonio Marchesano heute wieder mal nach vorne in die Spitze rücken wird.

Servette hatte zuletzt zu Hause und auswärts unterschiedliche Resultate. Verantwortlich dafür war unter anderem Aussenverteidiger Diallo, der in Basel die gute Leistung seiner Teamkollegen mit einer Roten Karte genauso zunichte machte, wie in Lausanne mit seinem ungestümen Einsteigen im Strafraum (Penalty-Führung durch Dreifachtorschütze Amdouni). Im Heimspiel gegen den FCZ ist Diallo nun wieder gesperrt. Falls der angeschlagene Bauer nicht auflaufen kann, könnte Innenverteidiger-Ersatz Rouiller zum Handkuss kommen, der auch in der Vergangenheit schon auf dieser Position gespielt hat.

Trainer Geiger setzte in dieser Saison bisher für seine Verhältnisse ungewöhnlich viele Spieler aus dem eigenen Nachwuchs ein. Diesbezüglich ist eine Kehrtwende in Genf festzustellen. In Lausanne kam der 19-jährige Genfer Camara im Zentralen Mittelfeld zum Startelfeinsatz. Gegen den FCZ ist allerdings damit zu rechnen, dass mit Cespedes, Imeri und Bedia gleich drei wichtige zentrale und erfahrenere Spieler in die Genfer Formation zurückkehren. Speziell Bedia wurde zuletzt vermisst. Der Ivorer ist ein Mittelstürmer von für Super League-Verhältnisse hoher Qualität und als Ersatz für den in der Winterpause abgewanderten Kyei für die Grenats schnell sehr wichtig geworden.

Bei Servette vertraut Alain Geiger auf David Douline an Stelle von Boris Cespedes (Ersatz) als Sechser in der Startelf. Heute ist es von den Jungen wieder Valton Behrami, der von Anfang an spielt. Der ehemalige Weltklasseverteidiger Gaël Clichy ist hingegen nicht im Aufgebot. Vorne greifen die Grenats mit den grossgewachsenen Bedia und Rodelin plus dem kopfballstarken Stevanovic an.

Kamberi, Dzemaili und Tosin starten / Aufstellungen FCZ – St. Gallen

Lindrit Kamberi ersetzt erwartungsgemäss den nach dem Auswärtssieg in Lausanne gesperrten Fidan Aliti. Die erfahreneren Tosin und Dzemaili kommen für die vorerst auf der Bank Platz nehmenden Gnonto und Krasniqi rein.

Bei den Gästen aus St. Gallen sind im Vergleich zum Heimspiel gegen Lugano Guillemenot, Duah, Münst und Schmidt neu in der Startformation. Lukas Görtler fehlt genauso gesperrt wie Basil Stillhart.

Kamberi beginnt für Omeragic / Aufstellungen Sion – FCZ

Auf seinen Reisen dem Lac Léman und der Rhone entlang macht der FCZ nach Genf Station am Oberlauf des Flusses in Sion. Dies ohne den gesperrten Wilfreid Gnonto und die rekonvaleszenten Coric, Leitner und Khelifi. Becir Omeragic sitzt zudem nach seinen Migränebeschwerden zu Beginn auf der Bank. Lindrit Kamberi erhält eine Chance von Beginn weg – genauso wie wieder Bledian Krasniqi. Antonio Marchesano beginnt wieder im Sturm neben Assan Ceesay.

Der FC Sion unter Paolo Tramezzani passt seine Aufstellung auch dem Gegner an. So lässt der Italiener gegen Gegner mit drei zentralen Mittelfeldspielern ebenfalls drei Mann im Zentrum antreten – so auch heute wieder gegen den FCZ.

FCZ startet mit Kamberi, Dzemaili und Rohner / FCZ – St. Gallen Aufstellungen

Mit dem FCZ und dem FCG treffen die beiden Teams der Super League im Letzigrund aufeinander, welche in dieser Saison am schnellsten spielen und den direktesten Weg zum Tor suchen, wobei der FCB seit der Übernahme durch Trainer Patrick Rahmen an der Seitenlinie dies mittlerweile noch besser praktiziert. FCZ und FCSG sind gleichzeitig aber auch die beiden schlechtesten Mannschaften der Rückrunde.

Der FC Zürich hat zuletzt in Lausanne in St. Gallen-Manier 30 Minuten lang Vollgas gegeben und ging verdient 2:0 in Führung. Der Anschlusstreffer der Waadtländer zum 1:2 kam danach aus FCZ-Sicht etwas zu früh, verursacht durch ein unnötiges Foul des migränegeplagten Becir Omeragic an Evann Guessand im eigenen Strafraum. Für das vorentscheidende Direktduell mit dem Abstiegskonkurrenten aus der Ostschweiz kehren die gesperrten Tosin und Aliti zurück. Beide beginnen in der Startformation. Blerim Dzemaili, Lindrit Kamberi und Fabian Rohner ersetzen Toni Domgjoni, Hekuran Kryeziu (beide Bank) und Becir Omeragic (krank).

Bei der 0:3-Heimniederlage gegen Sion hatte der FC St. Gallen eindeutig mehr vom Spiel als der Gegner, ging aber in Rückstand und vermochte letztlich gegen den „Hoarau-Express“ nichts auszurichten. Gegen den FCZ fehlt zudem der gesperrte Betim Fazliji im Abwehrzentrum. Voraussichtlich wird Stillhart auf diese Position zurückrücken. Im Sturm beginnen Babic und Guillemenot. Lüchinger könnte auf der Achterposition oder auch als Aussenverteidiger beginnen. Ganz allgemein setzt St. Gallen-Trainer Zeidler auf eine kampfstarke Startformation und lässt zu Beginn die schnellen Offensivleute Duah, Youan und Adamu auf der Bank.

Milosavljevic und Kamberi mit Début bei Testspielderby

Weiterhin ohne den angeschlagenen Oli Buff trat der FCZ zum Testspiel-Derby auf dem Juchhof gegen YF Juventus an. Nicolas Stettler, Mirlind Kryeziu, Andris Vanins und Burim Kukeli fehlten aufgrund von Nati-Einsätzen. Es wurde vor rund 200 Fans am Ende der 14. Sieg im 19. Testspiel der Saison. Die erste halbe Stunde war aber Juve das bessere Team und ging durch einen direkt getretenen Freistoss von Adijan Keranovic in die linke hohe Ecke verdient 1:0 in Führung. Erst als sich beim Drittligisten erste Müdigkeitserscheinungen bemerkbar machten, konnte der FCZ den dadurch entstehenden Raum nutzen. Der Ausgleich zum 1:1 in der 36. Minute fiel noch etwas glücklich, das 2:1 war nach einem Lauf von Fabian Rohner rechts in den Strafraum bereits etwas schöner anzusehen – in beiden Fällen vollendete Dzengis Cavusevic.

Kurz nach der Pause setzte Izer Aliu mit einem Ballgewinn an der Mittellinie und anschliessendem erfolgreichen Sololauf durch die entblösste YF-Abwehr ein Zeichen und bereitete danach gleich auch noch das 4:1 durch Marco Schönbächler vor. Das 3:1 war das erste Tor von Aliu im Fanionteam gewesen. Der zur Pause eingewechselte Bojan Milosavljevic gab sein Début in der 1.Mannschaft und agierte zwischen den Pfosten gewohnt sicher. Vor allem aber der bereits im Herbst in Chur gegen Vaduz zu einem kurzen Teileinsatz gekommene Maren Haile Selassie bestätigte auch gegen YF Juventus seine zuletzt in der U18 zu beobachtenden Fortschritte und war der auffälligste Spieler der 2. Halbzeit, unter anderem mit seinem Ballgewinn und anschliessender Vorarbeit zum 5:1 von Shpetim Sulejmani. Wie Milosavljevic zu seinem ersten Einsatz in der 1. Mannschaft kam zudem Innenverteidiger Lindrit Kamberi (U18). Als einziger Spieler absolvierte Davide Chiumiento in den beiden Testspielen der Nati-Pause in Luzern und bei YF Juventus die vollen 180 Minuten, konnte aber auf dem Juchhof alles andere als überzeugen.

YF Juventus – FCZ 1:5 (1:2)

Tore: 25. Keranovic 1:0, 36. Cavusevic (Schönbächler) 1:1, 40. Cavusevic (Rohner) 1:2; 47. Aliu 1:3, 51. Schönbächler (Aliu) 1:4, 70. Sulejmani (Haile Selassie) 1:5.

YF Juventus: Djukic; Uzelac (46. Manca), N. Zuffi, Loosli, Bristot (46. Oehri); Sinanovic (46. Schmid); Causi, Balu (68. Morelli), Keranovic (46. Nikmengaj), Morelli (46. Teichmann); Colocci (46. Luck).

FCZ: Baumann (46. Milosavljevic); Voser (46. Brunner), Kecojevic (46. Bangura), Alesevic (55. Kamberi), Muheim; Rohner, Aliu, Yapi (55. Domgjoni), Schönbächler (55. Haile Selassie); Chiumiento, Cavusevic (55. Sulejmani).

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