Der FCZ hat in den bisherigen zwei von acht Derbys der Saison jeweils 1:1 gespielt und hat in diesen beiden Partien somit zwei Drittel seines bisher mageren Punktekontos gefüllt. Winterthur konnte den FCZ mit einem Auswärtssieg in Sion am letzten Wochenende auf den letzten Platz verdrängen. Die Eulachstädter haben diese Saison schon mehrmals die taktische Formation gewechselt und treten nun wieder ähnlich formiert wie in der Aufstiegssaison an. Wie beim FCZ heisst es “back to the roots“.

Aufgrund der Ausfälle von Samir Ramizi (gesperrt) und des formstarken Samuel Ballet (verletzt) können im Letzigrund die beiden FCZ-Junioren Matteo Di Giusto und Nishan Burkart für Winti in der Startformation auflaufen. Burkart leitete im Wallis mit seiner ersten Aktion das Game Winning Goal von Samuel Ballet ein. Auf seinen Antritt sollte die FCZ-Hintermannschaft gefasst sein.

Der FCZ könnte wieder ähnlich auflaufen wie im Stadtderby vor einer Woche, was bedeuten würde, das Bledian Krasniqi Fabian Rohner ersetzt.

Die Aufstellungen sind publik! Der FCW tritt genau so an, wie in der Vorschau vermutet.

Beim FCZ gibt es hingegen mehrere Änderungen: Brecher und Aliti fallen zusätzlich verletzt / rekonvaleszent aus. Kryeziu und Dzemaili sitzen auf der Ersatzbank. Nikola Katic hat gegen PSV in der Schlussphase überzeugt und spielt zum ersten Mal von Beginn an. Sein Name ist im FCZ-Dress eine Verpflichtung!

Im ersten Kantonsderby seit der Challenge League-Saison des FCZ war alles angerichtet: Wetter und Zuschaueraufmarsch stimmten. Auf dem Platz passierte aber vor allem in der 1. Halbzeit wenig, weil der FC Winterthur nach den Misserfolgen zum Beginn der Saison auf ein 5-1-2-1 umgestellt hat und darin sowohl sehr kompakt stand, als auch verschob. Es war zusammen mit den Auswärtsspielen in Baku und St. Gallen, sowie dem Heimspiel gegen Luzern nach Züri Live-Noten die schlechteste 1. Halbzeit der Saison.

Zu wenig schnelle Seitenwechsel

Die „Sturmflaute“ erreichte beim FCZ einen Höhepunkt. Die in der Startformation auflaufenden Santini (Offensiv-Note: 1, keine einzige Abschlussbeteiligung), Avdijaj (2) und Marchesano (2) spielten alle im Spiel mit Ball schlecht. Avdijaj war im Vergleich zu seinen ersten Einsätzen nicht mehr wiederzuerkennen und Santini konnte seine erste Startelfchance nicht nutzen. Der eingewechselte Gnonto (schlechtester Saisonauftritt) befindet sich sowieso seit Saisonbeginn in einem Leistungsloch. Die ebenfalls eingewechselten Vyunnik, Rohner und Mets sorgten hingegen dafür, dass der FCZ in der 2. Halbzeit nach vorne etwas mehr auf die Beine stellen konnte, und waren dann auch für den späten Ausgleich (das erste FCZ Liga-Tor der Saison nach 445 offiziellen Spielminuten plus Nachspielzeiten!) besorgt. Vyunnik ist dabei der Züri Live-MVP, Rohner nach den Heimspielen gegen Luzern und Linfield zum dritten Mal in dieser Saison der beste Offensivmann.

In der 1. Halbzeit hatte Winterthur 55% Ballbesitz, in der 2. Halbzeit war hingegen der FC Zürich zu 67% am Ball. Der FCZ trat in der offensiven Phase im 3-4-1-2 an und verteidigte wie häufig im 3-4-3 mit Raumdeckung. Ab der 69. Minute (Rohner kam für Avdijaj) spielte man dann auch mit Ball im 3-4-3. Um den FCW zu knacken, hätte der FCZ mit schnellen Seitenwechseln operieren müssen. Gantenbein und Diaby gehören nicht zu den defensiv stärksten Aussenverteidigern der Liga und sind im Eins-gegen-eins ohne Rückendeckung verwundbar. Stattdessen versuchte man aus stadtzürcher Sicht immer wieder vergebens in Räumen durchzukommen, wo die Heimmannschaft massiert stand.

Brecher in 1. Halbzeit stark, aber mit folgenschwerem Fehler beim Gegentor

Blerim Dzemaili trat im zweiten Spiel nach seiner kurzen Verletzungspause bereits etwas besser auf, als gegen Linfield, war aber immer noch insgesamt ungenügend – vor allem in der 2. Halbzeit. Yanick Brecher konnte in der 1. Halbzeit als bester Mann des Teams eruiert werden, machte dann aber beim Führungstreffer Winterthurs einen folgenschweren Fehler. Ohne seine Fehleinschätzung des Balles und der Geschwindigkeit Manzambis wäre das Winterthurer Führungstor sehr wahrscheinlich nicht gefallen. Die FCZ-Verteidiger waren eigentlich in Überzahl und der Winkel für Manzambi spitz. Aber aufgrund des Ausfluges von Brecher mussten Kryeziu und Kamberi das verwaiste Tor abdecken – Manzambi und Rodriguez liess man daher gewähren. Neben Dzemaili und Brecher liessen auch Kryeziu, Boranijasevic und Condé in der 2. Halbzeit nach. Allerdings war bei Dzemaili, Kryeziu und Guerrero zumindest nach dem Gegentreffer durchaus eine Reaktion zu sehen. Die Wende zum Ausgleich und den zwei späten Chancen zum Sieg bewerkstelligten aber trotzdem fast ausschliesslich die eingewechselten Vyunnik, Rohner und Mets.

Exkurs: Vyunnik? Viunnyk? Vyunnyk? Wie schreibt sich der Ukrainische Stürmer des FCZ?

  • auf Ukrainisch: Богдан Сергійович В’юнник
  • auf Russisch: Богдан Сергеевич Вьюнник
  • auf Englisch: Bohdan Vyunnyk
  • auf Französisch: Bohdan Viunnyk
  • auf Deutsch: Bohdan Vyunnik (oder: Vjunnik)

Der Vorname wird sowohl auf Ukrainisch wie auch auf Russisch eigentlich „Bogdan“ geschrieben und auf Russisch auch so ausgesprochen. Die ukrainische Aussprache geht aber eher in Richtung „Bochdan“ und daher wird der Vorname auf Englisch, Russisch und Deutsch mittlerweile mit einem „h“ geschrieben. Der Vatername „Sergijowitsch / Sergejewitsch“ wird Englisch / Französisch / Deutsch nicht verwendet. Der Familienname Vyunnik wird in den drei westlichen Sprachen jeweils leicht unterschiedlich geschrieben. Die offizielle Schreibweise des Namens in lateinischen Buchstaben gemäss Reisepass ist bei Russen und Ukrainern jeweils die französische. Der FCZ hat diese übernommen. Auf Vyunniks Trikot steht „Viunnyk“. Nur: es ist eigentlich üblich, dass der Name in jeder Sprache so geschrieben wird, wie man ihn ungefähr ausspricht. Genau darum gibt es ja unterschiedliche Schreibweisen. Beispiel: im Reisepass des aktuellen russischen Staatspräsidenten wird sein Name in lateinischen Buchstaben offiziell „Poutine“ buchstabiert (französisch). Im deutschsprachigen Raum wird aber trotzdem „Putin“ geschrieben. „Poutine“ auf Deutsch oder „Putin“ auf Französisch wären weit von der richtigen Aussprache entfernt und im zweiten Fall sogar mit unvorteilhafter Bedeutung. Züri Live verwendet daher nach Usus die deutsche Schreibweise Vyunnik bzw. Vjunnik – auch wenns auf dem Trikot anders steht.

Link zum Winterthur – FCZ Telegramm



Nach sechs Jahren kommt es wieder zum Kantonsderby! Dank dem dramatischen Aufstieg des FCW letzte Saison diesmal in der Super League! Zürich ist der einzige Kanton der Schweiz, in dem ein Duell von zwei Grossstädten überhaupt möglich ist. Im Juli 2016 kamen im Letzigrund mehr als 13’000 Fans zum damals ersten Kantonsderby seit damals mehr als 21 Jahren. Es war der erste Wettbewerbseinsatz des ehemaligen FCW-Mittelfeldspielers Antonio Marchesano für den FC Zürich. Dieser die folgenden sechs Jahre des Stadtclubs stark mitgeprägt und sollte in Kürze zu seinem 200. offiziellen Spiel für den FCZ kommen.

Diesmal kein Nebel – und neue taktische Ausrichtung in Winterthur

Die Wege der beiden „Schwesterklubs“, die 1896 fast gleichzeitig gegründet worden waren, kreuzten sich in den folgenden 125 Jahren erstaunlich selten. Nur von Mitte 60er bis Mitte 70er-Jahre gab es eine Zeitperiode, wo man sich mehr als ein Jahrzehnt lang Saison für Saison duellierte. Beide Klubs hatten zu dieser Zeit ihre Hochblüte. In der Challenge League-Saison 16/17 konnte der FCZ gegen das damals in der Liga eine schlechte Phase durchlebende Winterthur drei Siege und ein Unentschieden erzielen. Unvergessen dabei auch das „Nebel-Spiel“ auf der Schützenwiese im Dezember, das auch für die Kommentatoren von Züri Live eine Herausforderung darstellte. Das im wahrsten Sinne des Wortes undurchsichtige Spiel liess viel Raum für Spekulation, Interpretation, Träume und Wunschvorstellungen.

Diesmal trifft man sich aber an einem klaren Sommertag anschliessend an die Street Parade auf der für die Super League leicht umgebauten Schützi. Winterthur hat nach den Auftaktpartien gegen Basel, St. Gallen und Lugano (total 1 Punkt) das System und die Spielweise radikal umgestellt. In Genf gegen Servette hat dies letzte Woche schon ziemlich gut funktioniert, und man verlor etwas unglücklich durch einen Penalty in der Schlussphase mit 0:1. Bruno Berner liess sich bei der Neuausrichtung seiner Mannschaft ganz offensichtlich von Mario Frick’s FC Vaduz inspirieren, welcher mit dem gleichen System und Spielweise in der Rückrunde der Saison 20/21 (mit den heutigen Winterthurern Schmid und Di Giusto) gleich viele Punkte wie der FC Basel holte und nur knapp den Klassenerhalt verpasste.

Mehr Fragezeichen beim FCZ vor der Partie

Das 5-4-1 mit Rhombus hat Berners Mannschaft in Genf bereits gut umgesetzt. Man zieht sich in der Regel zurück und lauert auf Konter, läuft dabei den Gegner aber teilweise bereits im Mittelfeld aggressiv an. Entscheidend für das Funktionieren der Spielweise ist, dass die vier Mittelfeldspieler sich seitlich schnell verschieben und häufig in Ballnähe eine Überzahl schaffen. Mit Ball wird dann wann immer möglich direkt nach vorne gespielt. Innenverteidiger Yannick Schmid ist nach seinem Zusammenstoss mit seinem eigenen Torhüter Fayulu in Genf noch fraglich. Vier FCW-Spieler stammen aus dem FCZ-Nachwuchs (Gelmi, Cavar, Dakaj, Di Giusto) und drei weitere haben ebenfalls für den FCZ gespielt (Schättin, H. Kryeziu, F. Rodriguez).

Bringt Franco Foda beim FCZ in der Abwehr wieder die „Liga-Besetzung“ Omeragic und Mets? Oder setzt er auf die bewährten Kräfte Kamberi / Kryeziu / Aliti? Starten im Mittelfeld wie gegen Linfield Condé und Selnaes? Oder werden die beiden durch Hornschuh und Krasniqi ersetzt? Vorne wird der Deutsche Coach wohl nicht auf die formstarken Avdijaj und Marchesano verzichten. Gnonto könnte wieder für Tosin reinkommen. Fast sicher ist: Brecher, Boranijasevic und Guerrero werden wie immer dabei sein.

Link zu Züri Live-Beiträgen über Spiele gegen den FC Winterthur

Wie endet das erste Derby der Saison?

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Der FCZ spielt im letzten Test vor dem Rückrundenstart im heimischen Heerenschürli vor rund 300 Zuschauern 1:1 Unentschieden. Nachdem zuletzt beim 2:0-Sieg in Altach weitgehend die Stammformation durchgespielt hatte, durfte sich wie üblich im letzten Test die «zweite Garde» austoben. Einzige Ausnahme bildet wohl Raphael Dwamena, der am Sonntag gegen Thun in der Startformation erwartet wird. Zur Pause wurde Lavdrim Rexhepi für Fabian Rohner eingewechselt- Izer Aliu wechselte dadurch von der linken auf die rechte Seite. Nach der Hereinnahme von Kevin Rüegg für den leicht angeschlagenen Stephen Odey in der 82. Minute agierte zudem Antonio Marchesano in der Schlussphase auf dem Rechten Flügel, Raphael Dwamena verschob sich ins Sturmzentrum.

Winterthur wechselte zur Pause das gesamte Team aus – und unter anderem die FCZ-Eigengewächse Bojan Milosavljevic, Leandro Di Gregorio und Nicolas Stettler ein. Die Gäste aus Winterthur hatten über die ganze Partie hinweg mehr vom Spiel und kamen auch zu einer Mehrzahl an gefährlichen Torchancen. Gegen den schnellen Kwadwoh Duah kam in der Zweiten Halbzeit Torhüter Yanick Brecher zwei Mal gut raus, hatte bei einem auf den ersten Blick harmlos scheinenden Weitschuss von Luka Sliskovic aber auch etwas Glück, dass ihm der Ball nicht ins Tor flutschte. Die Gäste aus der zweiten Grossstadt des Kantons hielten sich häufig in der Nähe des FCZ-Strafraumes auf und konnten sich im vom Schweizer Spitzenschiedsrichter Sandro Schärer geleiteten Match ein Cornerverhältnis von 9:1 erspielen.

Auf beiden Seiten kam es ab und zu aufgrund von zu wenig konsequent von hinten herausgespielten Bällen zu Ballverlusten in der Nähe des eigenen Strafraumes. Eine solche Szene führte zum Führungstreffer des FCW kurz vor der Pause. Kofi Schulz profitierte dabei von einem Ballverlust Alain Nefs und brachte seine Farben in Führung – der Abschluss konnte vor der Torlinie von den Zürchern nicht mehr geklärt werden. Der Ausgleich für den FCZ fiel etwa zehn Minuten vor dem Ende der Partie nach Vorarbeit von Raphael Dwamena über rechts durch einen abgefälschten Schuss Stephen Odeys aus relativ spitzem Winkel (das erste Testspieltor des Nigerianers).

Die Partie gegen Winterthur passt ins Bild der Vorbereitungspartien dieses Winters, die für sich genommen durchs Band nicht dazu herhalten können, positive Erwartungen in der Mannschaft und bei den Fans zu wecken. Was sagt dies aber für die kommende Rückrunde aus? Vor Jahresfrist hatte das Team von Trainer Uli Forte teilweise begeisternde Vorbereitungspartien gezeigt, worauf eine Auftaktniederlage in Genf und allgemein eher harzige Frühlingsrunde folgte. Dies soll nur als eines von vielen Beispielen der letzten Jahre dienen, wo die Testspiele jeweils weder im positiven noch im negativen Sinne eine sinnvolle Prognosekraft entwickelten. Was den Auftaktgegner FC Thun betrifft, ist aber auf jeden Fall davon auszugehen, dass er parat sein wird. Das Team von Trainer Marc Schneider hat in der Vorbereitung mit 21 Toren in sieben Partien die deutlich besseren Resultate als der FCZ erzielt – dazu gehörte unter anderem ein 4:1-Sieg gegen Schaffhausen, gegen welchen der FCZ 0:2 verlor. Die Berner Oberländer sind seit Jahren in Sachen Teamwork führend in der Liga, und haben in der Winterpause mit dem Zuzug von Djordje Nikolic ihren grössten Schwachpunkt des Herbstes (Torhüter) behoben. Vorne bringt zudem Marvin Spielmann alles mit, um den zu Lausanne gewechselten besten Torschützen Simone Rapp in dieser Rolle ersetzen zu können – ganz abgesehen von Talenten wie beispielsweise Omer Dzonlagic, mit dessen Speed die FCZ-Hintermannschaft bereits beim dramatischen 4:3-Sieg im Cup-Viertelfinal ihre liebe Mühe hatte.

FCZ – Winterthur 1:1 (0:1)

Tore: 44. Schulz 0:1; 80. Odey (Dwamena) 1:1.

FC Zürich: Brecher; Nef, Domgjoni, Kryeziu; Rohner (46. Rexhepi), Marchesano, Sarr, Aliu; Dwamena, Odey (82. Rüegg), Haile-Selassie.

Winterthur: Minder (46. B. Milosavljevic); Markaj (46. Di Gregorio), Katz (46. Isik), Lopez (46. Lanza), Schättin (46. Stettler); Gazzetta (46. Sliskovic), Doumbia (46. Salihi), Huser (46. N. Milosavljevic); Radice (46. Ulrich), Silvio (46. Sutter), Schulz (46. Duah).

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Derbysieg am 13. Mai! Mit Antonio Marchesano (3), Oli Buff (2) und Raphael Dwamena (1) sind gleich drei Spieler an allen Toren beteiligt, bei welchen sie auf dem Platz standen. Auch Roberto Rodriguez und Nicolas Stettler haben je zwei Torbeteiligungen vorzuweisen. Der Thurgauer Aussenverteidiger spielt auf seiner „schwächeren“ Seite offensiv wie defensiv eine starke Partie und empfiehlt sich für weitere Einsätze. Cédric Brunner auf der anderen Seite hingegen kämpft auch in Winterthur mit seiner schlechten Rückrundenform.

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Der FCZ geht dank aggressivem Pressing in den ersten 10 Minuten verdient früh mit 1:0 in Front. In der Folge gleicht sich die Partie aus und ist insgesamt nicht sehr hochstehend. Die Zürcher zeigen sich aber auch in der 2. Halbzeit als die vor dem gegnerischen Tor effizientere Mannschaft. Torschütze und Assistgeber Oli Buff spricht nach der Partie im Gespräch mit Züri Live auch über einen möglichen Abgang zum Ende der Saison: Live-Interviews nach dem Kantonsderby.

„Mehr Aggression als Sport“ betitelte „Tele Züri“ im Nachgang zum Kantonsderby einen seiner Beiträge. Wie üblich schwingen in den Redaktionsstuben diejenigen das Szepter, die gar nicht vor Ort waren. Denn wer dabei war, wird bestätigen: es war deutlich mehr Sport als Aggression zu sehen, und dazu eine wie schon im Dezember an gleicher Stätte geradezu exemplarisch positive Atmosphäre. Damit ist nicht ein „egal wer das Tor schiesst, wir hüpfen und jubeln alle auf Kommando dumm herum“-Ding wie aus den Werbespots einer international viel zu bekannten Biermarke gemeint. Im Gegenteil: es wurde klar Position bezogen. Es gab in den neutralen Sektoren auf der Gegentribüne und der Haupttribüne so viele Zuschauer mit blau-weissem oder rot-weissem Schal, Foular oder Trikot wie sonst nie. Weil das bei einer Partie FCW gegen FCZ eben möglich ist.

Die Konkurrenz und Rivalität war zu spüren, dies aber immer im Sinn des klassisch englischen Sportsmanship. Nach dem Spiel war der Vorplatz vor der Libero-Bar noch lange komplett voll. Es schien etwas vom Geist der miteinander gut bekannten Vereinsgründer der im Jahre 1896 mit nur wenigen Wochen Abstand aus der Taufe gehobenen Klubs in der Luft zu liegen. In einem Mainstream-Medium würde es nun heissen: „Zürcher und Winterthurer feierten gemeinsam“. Nein, taten sie nicht. Friedlich Seite an Seite wurde in angeregten Diskussionen der Match verarbeitet, verdaut und runtergespült. Aber feiern? Der FCW hatte 0:3 verloren. Und die FCZ-Fans werden auch erst feiern, wenn der Aufstieg definitiv feststeht.

Ausgelassener war die Stimmung nach dem wichtigen Sieg in der FCZ-Kabine. Irgendwann fuhr der FCZ-Mannschaftsbus mit einem Hupkonzert an der johlenden Menge vorbei, aus der bunt gemischt wahlweise Zeigefinger oder Mittelfinger in die Höhe gestreckt wurden. Während dem Spiel hatte mit Hilfe der Verantwortung übernehmenden gemischten Fans auf der Gegentribüne ein Böllerwerfer sofort dingfest gemacht werden können. Auch dies ein aussergewöhnlicher Vorgang in einem Schweizer Stadion, und Ausdruck des guten Vibes auf den Rängen. Der Böller war auf dem Spielfeld in der Mitte zwischen Raphael Dwamena und Patrik Schuler explodiert. Während der Ghanaer kaum mit der Wimper zuckte, sank Schuler zu Boden. Nach der Partie räumte er im Interview mit Züri Live ein: „es war der Schock“. Nach dem dritten Zürcher Tor wurde ein  Böller aus der FCZ-Kurve Richtung feiernde FCZ-Spieler geworfen. Dieser explodierte in der Nähe von Antonio Marchesano, der sich kurz das Ohr hielt, und dann weiter jubelte. Ein 10-jähriger Junge auf der Tribüne reagierte trotz grösserer Distanz zum Geschehen stärker auf den Knall. Dass dann Tages-Anzeiger und Tele Züri aus dieser Reaktion heraus anschliessend die Mär konstruierten, es sei ein Böller auf die Tribüne geworfen worden, ist wieder eine andere Geschichte.

Von den anschliessenden Scharmützeln am Bahnhof haben die meisten Matchbesucher nichts mitbekommen. In letzter Zeit haben gerade aus dem Schaffhauser Umfeld rund um Challenge League-Spiele „Mutproben“ in Form von Provokationen kleiner Fangrüppchen gegen eine zahlenmässig überlegene gegnerische Fanschar zugenommen. Je grösser dabei der Schutz durch das dazwischenstehende Polizeiaufgebot, desto frecher und aggressiver treten die „Kleinen“ dabei auf. Nach dem Herblinger Park-Eröffnungsspiel Schaffhausen – Winterthurer folgten zwei vermummte „Schaffhauser“ den gegnerischen Fans bis auf den Bahnsteig, provozierten diese und wurden daraufhin von rund 30 gewaltbereiten Winterthurern gejagt. Vor Wochenfrist nach dem Spiel Schaffhausen – Aarau waren die mitgereisten Aarauer von einem grossen Polizeiaufgebot abgeschirmt und auf der anderen Seite die zu Provokationen aufgelegten Schaffhauser noch weit zahlreicher als noch gegen Winterthur. Auch am Match Winterthur – FCZ soll der Böllerwerfer von der Gegentribüne ein Schaffhauser gewesen sein. Wie man allerdings in Friedenszeiten auf die Idee kommen kann, aus 10 Metern Höhe ein Metallteil auf eine Gruppe auf den Zug wartender Fussballfans zu werfen, ist erbärmlich, feige, nicht nachvollziehbar, und hat auch mit einer Mutprobe nichts mehr zu tun. Der 27-jährige schwer verletzte FCZ-Fan hat auf jeden Fall unsere volle moralische Unterstützung!

Zum Spiel: der FCZ setzte Winterthur von Beginn weg unter Druck. Das Pressing funktionierte mit dem gut antizipierenden Oli Buff hinter Moussa Koné besser und geordneter als zuletzt mit dem Zweimannsturm Dwamena/Koné. So konnte nach einem Ballgewinn von Stettler und Marchesano und dem Pass Buffs in die Tiefe Koné früh das wichtige 1:0 erzielen. Kevin Rüegg zeigte erneut eine gute Leistung und Antonio Marchesano war erstmals auch defensiv ein einigermassen solider Wert. Die in der Matchvorschau angesprochenen vier Offensivwaffen des FC Winterthur griffen diesmal nicht.

Erstmals seit zwei Monaten erzielte Winti kein Tor. Dies hatte auch damit zu tun, dass der FCZ kaum gegnerische Standards in Strafraumnähe zuliess und Gianluca Frontino nicht seinen besten Tag erwischte. Die Offensivwaffe N. 1 kam aber trotzdem zum Zug – Silvio setzte allerdings nach dem langen Ball hinter die Abwehr von Kamber aus der „Roth-Position“ kurz nach dem Zürcher 0:2 den Ball alleine vor Andris Vanins knapp vorbei. Auch Manuel Sutter konnte nach Doppelpass mit Frontino am Strafraum von einer Unaufmerksamkeit Cédric Brunners nicht profitieren. Nach der verletzungsbedingten Auswechslung Brunners in der 73. Minute stellte Trainer Uli Forte auf Dreierabwehr mit Winter und Stettler als Aussenläufer um.

Winterthur – FCZ 0:3 (0:1)

Tore: 2. Koné (Buff) 0:1; 58. Buff (Marchesano) 0:2, 90.+1 Dwamena (Rodriguez) 0:3.

Winterthur: Minder; Schuler, Katz, Schättin; Di Gregorio (46. Sutter), Ljubicic (82. Hebib), Radice; Kamber, Gazzetta (60. Sliskovic); Frontino, Silvio.

FCZ: Vanins; Brunner (73. Bangura), Nef, Kecojevic, Stettler; Winter, Rüegg, Marchesano, Rodriguez; Buff (69. Dwamena), Koné (77. Schönbächler).

 

 

19 Grad und leicht bewölkt soll es am Matchtag um 17:45 beim Anpfiff zum Kantonsderby durch Schiedsrichter Sandro Schärer auf der Schützenwiese sein. Von Nebel ist in der Wettervorhersage nicht die Rede. Der Match wirft trotzdem seine Schatten voraus. Nach vier Siegen und sechs ungeschlagenen Challenge League-Begegnungen in Folge zeigte Winterthur am letzten Sonntag beim 1:2 in Wohlen erstmals wieder eine eher mässige Leistung.

Viele sagen: angesichts des gesicherten Ligaerhaltes war der Kopf bereits beim letzten echten Highlight der Saison – dem Heimspiel gegen den FCZ. Mehr als 8‘000 Tickets sind bereits abgesetzt – es wird erneut ein ausverkauftes Haus erwartet. Und wie im Dezember wird wohl etwa die Hälfte der Zuschauer aus FCZ-Anhängern bestehen. Die Vorfreude und die Anspannung sei auch in der Mannschaft zu spüren, sagt am Vortag FCZ-Trainer Uli Forte an der gut besuchten Pressekonferenz.

Auch die nahende Meisterschaftsentscheidung spielt dabei natürlich eine Rolle. Aufgrund der klar besseren Tordifferenz als Xamax sollten zwei Siege im Normalfall für den Aufstieg reichen: „den ersten dieser beiden Siege wollen wir in Winterthur holen“, lässt Forte keine Zweifel über das einzige Ziel für Samstag. Gewinnt der FCZ in den kommenden drei Partien der Englischen Woche (in Winterthur, plus die Heimspiele gegen Servette und Wil) mindestens sieben Punkte, dann wäre der sofortige Wiederaufstieg schon in einer Woche sicher perfekt.

Wenig überraschend erwartet Forte in Winterthur aber „ein enges Spiel, wie schon im Dezember, als wir erst kurz vor Schluss die Entscheidung herbeiführen konnten“. Die Zielsetzung ist dieselbe, wie gegen Le Mont, nicht aber die Erwartungshaltung und die Tonalität. Denn damals forderte der Zürcher die drei Punkte ultimativ „ohne wenn und aber“.

Winterthur hat in den letzten sieben Partien immer getroffen und dabei im Schnitt pro Partie fast 2,5 Tore erzielt. Dies vor allem auch dank eingeübter Spielzüge, die immer wieder praktisch identisch umgesetzt werden. Züri Live beschreibt die aktuell vier gefährlichsten Offensivwaffen Winterthurs.

Offensivwaffe Nr. 1: Bei hoch stehenden Gegnern spielt der halbrechte Verteidiger Julian Roth gerne aus der Hüfte heraus einen hohen Ball gerade oder leicht zur Mitte gezogen auf Radice oder Silvio hinter die Abwehr – erstmals erfolgreich angewandt beim 1:2-Anschlusstreffer im Cup-Viertelfinal bei YB. Gegenstrategie: Roth darf in der Nähe der Mittellinie kein Raum und Zeit gegeben werden, um seinen langen Ball zu spielen.

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Offensivwaffe Nr. 2: Ebenfalls bei relativ hoch stehender Abwehr – Gianluca Frontino (oder Karim Gazzetta) löst sich vom Bewacher und bietet sich zwischen den Linien an, leitet den Ball dann schnell direkt weiter in die Tiefe für den lauernden Silvio. Gegenstrategie: Bewegt sich Frontino zwischen die Linien müssen die Alarmglocken läuten, und einer der Innenverteidiger ihm sehr eng auf den Fersen bleiben.

offensivwaffe-2-winterthur-rueckrunde-1617Offensivwaffe Nr. 3: Die linke Seite mit dem schnellen, zielstrebigen und spielerisch starken Luca Radice ist die offensiv gefährliche Seite der Winterthurer, gerade auch beim Umschaltspiel – auch weil der halblinke Verteidiger Tobias Schättin sich in der Regel drei bis vier Mal pro Spiel effektiv in den Angriff einschaltet. Der schnelle Ball Schättins an den nahen Pfosten auf Manuel Sutter hat beim 2:2-Ausgleich bei YB gut funktioniert – darum haben die beiden den Spielzug beim 2:1-Führungstreffer im Letzigrund gegen den FCZ vor zwei Monaten gleich nochmal identisch wiederholt. Gegenstrategie: Vorbereitet darauf sein, dass Winterthur über ihre linke Seite gerne Überzahlsituationen schafft. Vor allem darf sich der Rechte Aussenverteidiger nicht so herauslocken lassen, wie dies Voser in der abgebildeten Szene passiert ist.

offensivwaffe-3-wintrthur-rueckrunde-1617Offensivwaffe Nr. 4: Gianluca Frontino war in den letzten Wochen der effektivste Standardspezialist der Liga. Bei Eckbällen suchte er zuletzt immer den Kopf von Mittelfeldspieler Robin Kamber (1,87m). In Aarau spielte Frontino Anfang April den Ball von der rechten Seite zwei Mal identisch auf Kamber – beim ersten Mal konnte Torhüter Pelloni noch parieren – der zweite Kopfball sass. Nur drei Wochen später probierten es die beiden gegen den gleichen Gegner auf der Schützenwiese in der Anfangsphase zum dritten Mal – zum zweiten Mal mit Erfolg. Gegenstrategie: Frontinos Bälle sind mit Raumdeckung nicht einfach zu kalkulieren. Deshalb sollte sich ein hartnäckiger Manndecker auf Kamber fokussieren.

offensivwaffe-4-winterthur-1617-rueckrundeIm Tor steht bei Winterthur der im Sommer zu YB zurückkehrende David Von Ballmoos, welcher sich auf seinem Status als designierter Mvogo-Nachfolger etwas auszuruhen scheint, und in der aktuellen Saison eher Rückschritte gemacht hat. Unter anderem hat der Emmentaler vor zwei Monaten im Letzigrund dem FCZ den 2:2-Ausgleich geschenkt. Die Dreierabwehr mit Roth, Katz und Schättin ist offensiv überdurchschnittlich potent, nach hinten aber auch fehleranfällig und nicht besonders zweikampfstark. Der Sechser Kreso Ljubicic spielt eine durchschnittliche Saison. Der aus dem Servette-Nachwuchs stammende Karim Gazzetta hat zuletzt grosse Fortschritte gemacht und ist ein agiles und beachtenswertes Element im Winterthurer Mittelfeld.

Der aus dem FCB-Nachwuchs stammende Robin Kamber stand sich in seiner noch jungen, aber bereits wechselvollen Karriere bisher meist selbst im Weg. Talent wäre zweifellos vorhanden. Seine grösste Stärke ist der Abschluss mit beiden Füssen und seit neuestem auch per Kopf. So effizient wie aktuell unter Romano/Zuffi war der 21-jährige bisher noch nie in seiner Karriere. Auf der linken Aussenbahn findet der Winterthurer Luca Radice bei seinem Stammklub zur Zeit wieder zu alter Stärke und war vor zwei Monaten auch für die Winterthurer Führung im Letzigrund verantwortlich. Der aus dem FCZ-Nachwuchs stammende Leandro Di Gregorio zeigt auf der rechten Seite hingegen wechselhafte Leistungen. Er kämpft um seine Zukunft als Profi.

Der von Schaffhausen gekommene Gianluca Frontino wird in Winterthur wieder auf seiner Paradeposition als hängende Spitze eingesetzt und dankt es mit vielen Torbeteiligungen. Er ist das Winterthurer Pendant zu Oliver Buff oder Antonio Marchesano beim FCZ, gehört sicherlich nicht zu den schnellsten Offensivkräften der Liga, kann aber jederzeit für die Differenz sorgen.  Der ehemalige FCZ-Stürmer Silvio ist aktuell in Form und hat in den letzten fünf Partien sechs Tore und ein Assist beigesteuert. Im Dezember auf der Schützenwiese bekam ihn Umaru Bangura nicht in den Griff. Der FCZ konnte das Spiel nur gewinnen, weil Alain Nef die Manndeckung Silvios übernahm.

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Der FCZ bereitete sich im Freitagstraining mit Videostudium und anschliessend auf dem Platz spezifisch auf den FCW und dessen Spielsystem vor. Wer einen roten Überzieher anhatte, spielte einen Winterthurer. Die Rollen wurden mehrmals gewechselt, so dass dies jeder mal tun musste. Der Fokus lag dabei für die blauen „Zürcher“ auf der Offensive, aber es wurden auch einzelne defensive Aspekte von Trainer Uli Forte angesprochen.

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Michael Kempter und Andris Vanins sind wieder im Training dabei, beide sind aber noch fraglich für den Samstag. Ist Vanins bereit, dann steht er auf der Schützenwiese auch wieder im Tor. Kevin Rüegg wird nach seinen zuletzt starken Leistungen wohl ziemlich sicher erneut in der Startformation stehen – möglicherweise neben Antonio Marchesano, der sich zuletzt bei seinen Teileinsätzen ebenfalls empfehlen konnte. Eventuell kehrt Oliver Buff in die Startformation zurück. Der viel beanspruchte Raphael Dwamena könnte vor den zwei kapitalen Heimspielen nächste Woche gegen Servette und Wil auf der Schützenwiese von der Bank kommen. Roberto Rodriguez ist nach seiner Sperre zurück. Nicolas Stettler spielte zuletzt solide und wird wohl selbst dann auf der linken Seite auflaufen, wenn Kempter wieder fit  sein sollte.

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Für das dritte Kantonsderby der Saison FCZ – FCW werden heute mit grosser Wahrscheinlichkeit trotz etwas nassem Wetter wieder mehr als 10’000 Fans in den Letzigrund strömen. Winterthur hätte zuletzt im Heimspiel gegen den engsten FCZ-Verfolger Xamax ein Unentschieden verdient gehabt. Auch wegen eines aberkannten Kopfballtreffers von Zlatko Hebib, dem in den Anfangsminuten das Handspiel vor dem schlussendlich entscheidenden Penalty Raphaël Nuzzolos unterlaufen war, reichte den Neuenburgern auf der Schützenwiese ein durchschnittlicher Auftritt zu drei Punkten.

Die neu vom ehemaligen FCZ-Spieler Umberto Romano trainierten Rot-Weissen liegen zur Zeit am anderen Ende der Tabelle auf dem fcw-moegliche-aufstellung-im-letzigrund-1703letzten Platz und kämpfen gegen den Abstieg. Nach dem Trainerwechsel von Sven Christ zum eingespielten Duo Romano/Zuffi haben die Eulachstädter wieder stärker das spielerische Element betont, auch weil der ehemalige Servette-Junior Karim Gazzetta neu in der Startformation steht, Gianluca Frontino von Schaffhausen Richtung Süden gewechselt ist, und zudem mit dem vom FCB ausgeliehenen Solothurner Juniorennationalspieler Arxhend Cani ein weiterer guter Techniker zur Verfügung steht.

Der 19-jährige Cani gehörte zu den Penaltyschützen beim sensationellen Viertelfinal-Cuperfolg bei YB. Einen Tag später konnte der FCZ beim FCB denselben Exploit nicht leisten. Ob der ehemalige FCZ-Junior Leandro Di Gregorio beim FCW in der Startaufstellung stehen wird, ist noch nicht sicher. Zuletzt gegen Xamax hat Eigengewächs Tobias Schättin als Einwechselspieler überzeugt. Dieser hatte zudem auch in Bern in der Anfangsformation gestanden. Der ehemalige FCZ-Stürmer Silvio ist gesperrt, und Luka fcz-moegliche-aufstellung-vs-winterthurSliskovic in die U21 verbannt worden. So wird in der Spitze wohl Manuel Sutter auflaufen und mit Jordi Nsiala könnte eventuell ein weiterer Spieler aus der FCZ Academy auf der Bank sitzen. Bei den letzten Auswärtspartien in Bern und Baulmes trat Winterthur mit einer Dreierabwehr an, wobei Captain Patrik Schuler noch fraglich ist.

Beim Team von Trainer Uli Forte gibt es sicherlich mehr Konstanz in Aufstellungsfragen. Fast alle Mann sind an Bord – Ausnahmen sind Dzengis Cavusevic und Mike Kleiber. Interessant wird sein, ob Ivan Kecojevic nach seiner Verletzung bereits wieder den Sprung zurück in die Startformation schafft. Ausserdem ist Adrian Winter für das Kantonsderby spielberechtigt, was entweder Marco Schönbächler oder den bisher in dieser Rückrunde eher etwas zurückhaltend auftretenden Roberto Rodriguez auf die Bank verdrängen könnte.

 

Der FC Zürich gewinnt nach dem 2:0 zum Auftakt im Letzigrund auch das Kantonsderby zum Abschluss der Vorrunde vor erneut grosser Kulisse mit 2:0, und auch diesmal ist Adrian Winter an beiden Toren direkt beteiligt. Zu Beginn war Winterthur die bessere Mannschaft, die frühe taktische Umstellung schon nach rund 10 Minuten von Vierer- auf Dreierabwehr half dem FCZ dann aber, besser in die Partie zu kommen. Als Trainer Uli Forte dann auch noch den aufsässigen Nef an Stelle des etwas leichtgewichtigen Bangura ins Zentrum beorderte, und dieser sofort die zuvor gefährliche Winterthurer Sturmspitze Silvio aus dem Spiel nehmen konnte, kippte die Waage immer mehr auf die Seite der Stadtzürcher. Winterthur blieb aber mit Gegenangriffen auch nach der Gelb-/Roten Karte gegen Verteidiger Guillaume Katz, der zwei Mal gegen Schönbächler zu spät kam, in der Offensive mindestens gleich gefährlich, wie zuvor. Nef war es auch, der die beste Winterthurer Chance von Sliskovic zum vermeintlichen 1:1 gemeinsam mit Torhüter Vanins dank viel Spielintelligenz und Einsatz bereinigen konnte. Insgesamt lag der Ball vier Mal im Winterthurer Netz. Einmal wurde ein schönes Fallrückziehertor von Moussa Koné wegen gefährlichem Spiel nicht anerkannt, beim zweiten Fall anerkannten Schiedsrichter Hänni und sein Assistent zuerst den Weitschusstreffer von Rodriguez, liessen sich dann aber von den protestierenden Winterthurern noch umstimmen – der Schuss war knapp am in Offsideposition stehenden Cavusevic (eventuell von diesem noch leicht berührt) vorbeigestreift.

FC Winterthur – FC Zürich 0:2 (0:0)

Tore: 65. Winter (Schönbächler) 0:1, 90.+8 Rodriguez (Winter) 0:2.

Winterthur Startformation: Von Ballmoos; Katz, Russo, Schättin; Avanzini, Nicola Sutter, Ljubicic, Radice; Dessarzin, Silvio, Manuel Sutter.

FC Zürich Startformation: Vanins; Voser, Nef, Bangura, Alesevic; Winter, Sarr, Marchesano, Schönbächler; Koné, Sadiku.

FC Zürich ab 10.Minute: Vanins; Nef, Bangura, Alesevic; Winter, Sarr, Marchesano, Voser; Koné, Sadiku, Schönbächler.

FC Zürich ab 30.Minute: Vanins; Bangura, Nef, Alesevic; Winter, Sarr, Marchesano, Voser; Koné, Sadiku, Schönbächler.

Winterthur ab 40.Minute: Von Ballmoos; Avanzini, Russo, Schättin; Dessarzin, Nicola Sutter, Ljubicic, Radice; Silvio, Manuel Sutter.

FC Zürich ab 60.Minute: Vanins; Bangura, Nef, Alesevic; Winter, Sarr, Marchesano, Voser; Schönbächler, Sadiku, Rodriguez.

FC Zürich ab 66.Minute: Vanins; Bangura, Nef, Alesevic; Winter, Sarr, Marchesano, Voser; Schönbächler, Cavusevic, Rodriguez.

Winterthur ab 69.Minute: Von Ballmoos; Avanzini, Russo, Schättin; Dessarzin, Kamber, Ljubicic, Radice; Silvio, Manuel Sutter.

Winterthur ab 79.Minute: Von Ballmoos; Avanzini, Russo, Schättin; Manuel Sutter, Kamber, Ljubicic, Radice; Silvio, Sliskovic.

Winterthur ab 83.Minute: Von Ballmoos; Avanzini, Russo, Schättin, Di Gregorio; Kamber, Ljubicic, Radice; Manuel Sutter, Sliskovic.

FC Zürich ab 87.Minute: Vanins; Bangura, Nef, Alesevic; Winter, Sarr, Marchesano, Kempter; Schönbächler, Cavusevic, Rodriguez.

Von Toni Gassmann @ZüriLive

Das erste Bild eines FCZ-Spiels

Die erste, der Öffentlichkeit zugängliche Fotografie eines Fussballspiels des FC Zürich stammt vom 24. Oktober 1897 und zeigt einen Ausschnitt der Begegnung mit dem FC Winterthur auf dessen Schützenwiese. Das Spiel endete vor 50 Zuschauern mit 2:0 für den Heimclub. Gleichzeitig ist dieses Bild auch die erste bekannte Aufnahme eines Fussballspiels an diesem Ort.

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Photo: FC Winterthur Klubarchiv

Wenn sich der FC Winterthur und der FC Zürich am Montag, 12. Dezember zum letzten offiziellen Wettbewerbsspiel im Jahr 2016 in der Schweiz treffen werden, so werden sie das noch am gleichen Ort, dieser traditionellen und traditionsreichen Heimstätte tun, wie vor etwas mehr als 119 Jahren. Allerdings wird die Kulisse mit 9400 Zuschauern viel grösser sein als damals und auch das Stadion und dessen Umgebung sehen mittlerweile etwas anders aus. Sollte der FC Winterthur wieder mit 2:0 gewinnen, so wäre das eine Überraschung, denn der FC Zürich wird als klarer Favorit aus der Kantonshauptstadt anreisen. Es ist über 40 Jahre her, seit auf der Schützenwiese so viele Zuschauer einem Spiel beiwohnten.

Igor Tadic und der Winterthurer Trainer, Herbst 2015

Schaffhausens Stürmer Igor Tadic leitete in der 15. Runde der Challenge League Saison 2015/2016 am 8. November 2015 mit seinem Tor zum 0:1 für den FC Schaffhausen im Derby auswärts gegen den FC Winterthur die Niederlage und auch die nachmalige Entlassung von Trainer Jürgen Seeberger ein. Das Spiel endete mit 0:2. Winterthur spielte konzept- und zusammenhangslos und hatte kaum eine richtige Tormöglichkeit. Nach einer weiteren blamablen Leistung eine Runde später in Wohlen mit einer „glücklichen“ 3:2-Niederlage sahen sich die Verantwortlichen des FC Winterthur dazu veranlasst, die Trennung vom bisherigen Trainer zu vollziehen, damit der FC Winterthur nicht ans Tabellenende rutschen sollte. Das Spiel im Freiamt hätte gut und gerne mit 7:2 verloren werden können. Mit Umberto Romano und Dario Zuffi als Interimstrainer an der Seitenlinie gelang es schliesslich, auswärts in Chiasso und daheim gegen Biel, die beiden letzten Spiele vor der Winterpause zu gewinnen und so den FC Winterthur im Tabellenmittelfeld zu halten.

Umbruch im Sommer 2016

Per 1. Januar 2016 wurde Sven Christ als neuer Trainer angestellt. Er wollte mit dem FC Winterthur dominant auftreten, hoch stehen und ein aggressives Pressing betreiben sowie mutig spielen. Ende Saison landete der FC Winterthur mit 43 Punkten aus 34 Spielen auf dem leicht enttäuschenden 6. Tabellenrang, noch hinter dem FC Schaffhausen. Sven Christ forderte, dass die Spieler ihre Komfortzone verlassen sollten und ortete in der Mannschaft unter anderem ein Mentalitätsproblem.

Im Sommer wechselten daher mit Jan Elvedi, Sead Hajrovic, Dennis Iapichino, Marco Köfler, Sandro Foschini, Tunahan Cicek, Musa Araz, Claudio Holenstein, Ramon Cecchini, Stefano Milani, Patrick Bengondo, Joao Paiva und Christian Fassnacht insgesamt 13 Spieler den Club freiwillig oder unfreiwillig. Einzig für Araz (Lausanne-Sport) und Fassnacht (Thun) bedeutete der Clubwechsel einen Aufstieg.

Zur Mannschaft stiessen 17 Spieler: Gianluca Calbucci (U21), Romain Dessarzin (Lausanne), Leandro Di Gregorio (Zürich), Karim Gazzetta (Servette), Robin Kamber (Vaduz), Tiziano Lanza (U21), Kreso Ljubicic (Biel), Jordi Nsiala (Oberwallis Naters), Luca Radice (Aarau), Julian Roth (U21), Daniele Russo (St. Gallen), Marc Schmid (U21), Carlos Silvio (Wolfsberger/AUT), Luka Sliskovic (Biel), Sandro Stalder (U21), Manuel Sutter (Vaduz), Nicola Sutter (Thun).

Igor Tadic und der Winterthurer Trainer, Herbst 2016

Und wieder war es der Schaffhauser Igor Tadic, der den FC Winterthur aufrüttelte, diesmal in der 16. Runde am 27. November 2016, als er in der 84. Minute zum entscheidenden 0:1 für den angereisten Tabellenletzten aus Schaffhausen traf, der seit der 4. Runde kein Spiel mehr gewinnen konnte und in dieser Phase ausser einem Unentschieden auf der Breite gegen den FC Winterthur alle andern zehn Spiele verlor. Im Gegensatz zum Spiel ein Jahr zuvor auf der Schützenwiese gegen Schaffhausen, besassen die Winterthurer eine ausreichende Anzahl an guten, eigenen Möglichkeiten, offenbarten aber auch grosse defensive Schwächen. Genau seit diesem Zeitpunkt gehört der FC Winterthur zum erweiterten Kreis der Abstiegskandidaten, denn mittlerweile befindet sich der Club auf dem 8. Tabellenrang, gerade einmal fünf Punkte vor dem Tabellenletzten. Hätten die Schaffhauser in ihren letzten beiden Spielen gegen Chiasso und Wohlen gepunktet, so sähe die Lage für den FC Winterthur noch bedenklicher aus und natürlich auch für dessen Trainer, der mittlerweile auch wegen der leicht prekären Lage etwas unter erhöhtem Druck steht.

Unbefriedigendes Abschneiden

Die Gründe für dieses unbefriedigende Abschneiden sind vielfältig:

Da ist einmal das gestiegene Niveau in der Challenge League mit dem sehr bestimmenden FC Zürich, dem konstant guten Neuchâtel Xamax, dem reichen FC Wil, dem besser besetzten FC Aarau, dem Servette FC mit einzelnen herausragenden Spielern, dem unbequemen und defensiv sehr starken FC Le Mont, der Wundertüte FC Wohlen und den auswärtsstarken, jungen Tessinern aus Chiasso. Demgegenüber hat sich der FC Winterthur zumindest resultatmässig nicht wirklich verbessert. Und ausgerechnet gegen den defensivschwachen Tabellenletzten FC Schaffhausen gewann der FC Winterthur nur einen Punkt, der zudem auswärts etwas glücklich erkämpft werden konnte.

Besonders fiel bisher ins Gewicht, dass der FC Winterthur ohne konstantes Herzstück spielen musste. Zehn verschiedene Zweier-Kombinationen bildeten jeweils zu Beginn einer Partie das zentrale, defensive Mittelfeld. Die eigentlich dafür vorgesehenen Kreso Ljubicic und Gianluca D’Angelo spielten erst im Laufe der 2. Serie mit. D’Angelo ist nun aber wieder verletzt. Marco Mangold, zu Beginn der Saison vom Trainer aussortiert, entwickelte sich zum besten und konstantesten Spieler auf dieser Position, ehe er sich verletzte und seither die letzten fünf Spiele verpasste.

Die beiden Stürmer Manuel Sutter und Carlos Silvio trafen in den letzten Wochen kaum noch und vergaben teilweise klarste Möglichkeiten, was sich besonders im Heimspiel gegen den FC Schaffhausen rächen sollte. So gelangen dem FC Winterthur in den letzten sieben Spielen nur noch vier Treffer, zwei davon erzielte der Gegner gleich selber. Und nur ein Tor schoss mit Manuel Sutter ein Stürmer.

Nur in vier von 17 Spielen kassierte der FC Winterthur kein Tor. Hingegen gelang in fünf Spielen kein eigener Treffer. Kaum einmal zeigte das Team eine konstant gute Leistung in einem ganzen Spiel. In Aarau, Neuchâtel und Genf reichte je eine 0:1-Führung nur für zwei Punkte. In Neuchâtel ging man sogar nach drei Gegentreffern aus Standardsituationen mit 4:1 richtig unter. Und die Heimbilanz von 11 Punkten aus 8 Spielen ist auch nicht befriedigend.

Höhepunkte

Trotz einer 0:2-Niederlage zum Saisonauftakt im Letzigrund war das Spiel gegen den FC Zürich ein Höhepunkt, weil 13’704 Zuschauer die bisherige Challenge League-Rekordkulisse in dieser Saison bildeten und weil die Spieler des FC Winterthur von rund 2’500 mitgereisten Gästefans nach dem Spiel noch minutenlang gefeiert wurden, obwohl sie das Spiel nach Toren von Rodriguez oder Winter und Sadiku verloren hatten. Höhepunkte aber waren auch der etwas glückliche 3:0-Sieg gegen den FC Wil und die Wende zum 3:2-Sieg gegen den Servette FC nach einem 1:2-Rückstand. Nach diesem Spiel hatte der FC Winterthur eine damalige Erfolgsserie auf sieben Pflichtspiele ohne Niederlage ausgebaut.

Das Erreichen des Cupviertelfinals gegen die Berner Young Boys nach Siegen in Yverdon, bei Stade Lausanne-Ouchy und daheim gegen den FC Chiasso ist auch ein Erfolg und fiel zu zwei Dritteln in diese Phase. Ein Fussballfest und ein Höhepunkt soll nun für den FC Winterthur auf der heimischen Schützenwiese das letzte Spiel des Jahres 2016 werden. Der Club hat alles dafür getan, sich als guter Gastgeber zu präsentieren. Dieses Spiel wird den bisherigen Schnitt von 2’663 Zuschauern anheben auf 3’412. Das ist die dritthöchste Anzahl der Liga.

Heutige Aufstellung des FC Winterthur

Der vom BSC Young Boys ausgeliehene Torhüter David Von Ballmoos ist der beständigste qualitative Wert in der bisherigen Saison beim FC Winterthur. Der Emmentaler befindet sich im Kader der Schweizer U21-Nationalmannschaft, ist einer der drei besten Torhüter der Challenge League und soll in Bern dereinst die Nachfolge von Yvon Mvogo antreten und trainiert einmal pro Woche beim BSC Young Boys, um dort Kontakt halten zu können und Präsenz zu zeigen. Seine Fortschritte waren besonders vor einem Jahr beinahe schon von Spiel zu Spiel zu erkennen. Von Ballmoos wird heute im Tor stehen.

Davor spielten die Löwen in letzter Zeit öfters mit drei Innenverteidigern: heute dürften dies Tobias Schättin, Daniele Russo und der wieder genesene Guillaume Katz sein. Die Viererreihe im Mittelfeld könnten Luca Radice, Nicola Sutter, Kreso Ljubicic und Michel Avanzini bilden und vor ihnen die offensiven Manuel Sutter und Romain Dessarzin stehen. Alleinige Sturmspitze wird Carlos Silvio sein. Möglich ist aber auch ein Fünfermittelfeld mit Nicola Sutter und Kreso Ljubicic als Doppelsechs. Von Ballmoos, Nicola Sutter und Carlos Silvio wären nach einer heutigen gelben Karte im nächsten Spiel gesperrt.

Die ehemaligen FCZler

Carlos Silvio ist ein technisch guter physisch recht starker und trotzdem einigermassen beweglicher Stürmer, der den Ball halten kann und mannschaftsdienlich agiert. Wenn er gelegentlich im Abschluss etwas eigensinniger auftreten würde, hätte er bestimmt mehr als seine bisherigen vier Tore erzielt. Er besitzt einen Stammplatz.

Diesen verloren hat, teilweise systembedingt, teilweise wegen defensiven Schwächen, der ehemalige FCZler Leandro Di Gregorio, der jeweils die Standards ausführt. Und Jordi Nsiala konnte bis jetzt noch nicht nachweisen, mehr als ein Ergänzungsspieler zu sein. Di Gregorio und Nsiala dürften auf der Bank sitzen. Marco Mangold, unter anderem zusammen mit Leandro Di Gregorio, Maurice Brunner, Philippe Koch, Innocent Emeghara und Admir Mehmedi 2009 in der U21 des FC Zürich, hat, wie bereits im Herbst 2015 einmal, den Fuss gebrochen und ist verletzt. Mangold verpasste bereits den Saisonauftakt gegen den FC Zürich, weil er damals nicht im Kader war.