Kategorie: Analysen
Statistiken, Einschätzungen und Matchanalysen.
FCZ unter Hediger wie Tag und Nacht: mit Viererabwehr 5:0, mit Dreierabwehr 1:9
Nach der späten Wende zum 3:2 gegen den FC Luzern feiert Dennis Hediger im vierten Spiel seinen ersten Sieg als Trainer der 1. Mannschaft. Letzte Saison hatte er mit dem jüngsten Team der Promotion League in einem ultraspannenden Finish mit einem Heimsieg gegen den FC Basel vor vielen Zuschauern im Utogrund mit der U21 den Klassenerhalt geschafft. Basel war als einzige der fünf U21-Equipen am letzten Spieltag nicht mehr im Abstiegskampf involviert gewesen. Die Parallele zwischen jener Partie und Hedigers erstem Super League-Sieg als Trainer gegen den FC Luzern im 400m entfernten Letzigrund heisst Miguel Reichmuth. Der vor zwei Wochen 22 Jahre alt gewordene Mittelfeldspieler war als Captain der U21 auf der 6er-Position im Frühling derjenige Spieler, der im Abstiegskampf am meisten die Differenz ausmachte. Ähnliches gilt nun auch für den Heimsieg gegen Luzern. Bei seinem Comeback beim Stand von 0:2 bekam das Zürcher Spiel mit seiner Einwechslung sofort mehr Struktur, Zielstrebigkeit, Ballsicherheit und Durchschlagskraft. Das FCZ-Spiel sah wieder so aus wie Anfangs Saison über weite Strecken gegen Sion und bis zum verletzungsbedingten Ausfall Reichmuths in Luzern.
Komplett neues System nach wenigen Trainings unter Hediger
Viele wissen nicht recht, was sie von diesem FCZ halten sollen. In den Analysen zu den letzten vier Spielen des FC Zürich wurde geschrieben und gesagt die Abwehr sei nicht sicher, oder es fehle teilweise die Durchschlagskraft im letzten Drittel. In Bezug auf die Wende gegen Luzern war von Seiten der Mannschaft von grosser Moral die Rede. Bei den Niederlagen in Basel und gegen Lausanne-Sport verortete Trainer Hediger nach einer jeweils tatsächlich ansprechenden 1. Halbzeit den Grund für den Abbau nach der Pause in der noch fehlenden Kondition, um seine Spielweise über 90 Minuten durchzuziehen. Betrachtet man die vier Partien hingegen durch die Brille der taktischen Formationen, ergibt sich ein klares Bild.
Hediger liess seine Mannschaft in vier verschiedenen Formationen auflaufen. Gleich in seiner ersten Partie nach wenigen Trainings führte er ein komplett neues System ein. Man trat gegen YB in einem adaptierten 3-4-3 an. Die beiden Aussenläufer Comenencia und Zuber liessen sich in der Defensiven Phase dabei weit zurückfallen, so dass es zu einem 5-2-3 wurde. Allerdings wurde Jahnoah Markelo als Manndecker von YB’s offensivem Linksverteidiger Jaouen Hadjam eingesetzt, so dass vorne nur Phaêton und Keny wirklich Teil der Formation waren. Markelo war (fast) immer dort wo Hadjam war und bewegte sich daher defensiv ausserhalb des Systems. Man kann dieses daher eher als 5-2-2(+) bezeichnen. In den ersten 18 Minuten wurde der FCZ gegen ein eigentlich verunsichertes YB so regelrecht zersaust.
Anpassungen gegen den FCB
Hediger erkannte das Problem und wechselte zu diesem Zeitpunkt die Taktik auf das gewohnte 4-3-3, welches man nun fast ein Jahr lang vorwiegend gespielt hat. Dadurch wurde wie durch Zauberhand alles sofort besser und bereits bis zur Pause vermochte der FC Zürich die Partie auf ein 2:1 zu drehen. Der grosse Fehler war dann aber, dass es Hediger trotz wenigen Trainings und den miserablen Erfahrungen der ersten 18 Minuten zu Beginn der 2. Halbzeit nochmal mit dem 3-4-3 versuchte. Das Ergebnis: das gleiche Chaos beim FCZ. Und YB dreht die Partie zurück auf 2:3. Gleich nach dem dritten Gegentor wurde das Experiment auch in der 2. Halbzeit abgebrochen. Von da an entwickelte man wieder zurück im 4-3-3 bis zum Ende der Partie viel Druck und hätte den Ausgleich verdient gehabt. Es reichte aber nur noch zu einem verschossenen Penalty von Juan José Perea.
In Basel und gegen Lausanne-Sport zog Hediger dann sein neues 3-4-3 durch. Die Aussenläufer standen dabei höher und wurden speziell auf der Linken Seite (Phaêton) von den Aussenstürmern unterstützt. Auf der linken Seite wurde dabei auch eine Rotation zwischen Linkem Innenverteidiger, Linkem Aussenläufer und halblinkem Mittelfeldspieler eingeführt. Ligue, Kamberi und Tsawa wechselten also in Basel jeweils bei kontrolliertem Aufbau der eigenen oder gegnerischen Mannschaft ihre Position, je nachdem ob man sich in der Offensiven oder Defensiven Phase befand – wobei man bei Umschaltsituationen jeweils die Position hielt. Nelson Palacio wurde zudem neu rechts in der Dreierabwehr eingesetzt.
FCZ dreht die Partie gegen Luzern auch wegen des Wechsels zurück aufs 4-3-3
Es ist ein intensiver Fussball und sowohl in Basel wie auch gegen Lausanne war der FCZ in der 1. Halbzeit die bessere Mannschaft. Nach der Pause baute man dann aber jeweils kräftemässig ab. In Basel kam man nach der Pause nur noch wenig aus der eigenen Platzhälfte heraus und gegen Lausanne war das Gegentor zum 1:2 eine typische Szene für die in jener Halbzeit zu geringe Power, um dem Sololauf des frischen Einwechselspielers und Dribbelkünstler Lekoueiry etwas entgegenzuhalten. In der Pressekonferenz nach dem Lausanne-Spiel kommunizierte Dennis Hediger dieses Problem auch gegen aussen. In dieser Partie war einiges an Pech hinzugekommen. Der Siegtreffer der Waadtländer war eigentlich Offside (VAR-Standbild wurde im falschen Moment angehalten) und der Kopfballaufsetzer Kenys könnte durchaus im vollen Umfang hinter der Linie gewesen sein (die gezeigten TV-Bilder geben keinen Aufschluss über diese Millimeterentscheidung).
Trotzdem: das Resultat nach zwei vollen Spielen plus 30 Minuten gegen YB im 3-4-3 ist ernüchternd: ein Gesamtskore von 1:7. Gegen Luzern begann Hediger dann wiederum in einem ganz anderen System, einem 3-5-2. Das Resultat: 0:2 nach 45 Minuten. Zur Pause dann wieder der Wechsel auf das gewohnte 4-3-3 – und sofort lief es wieder besser. In dieser Formation kam man vom 0:2 zum 2:2. In der Schlussphase wechselte Hediger mit Reverson noch einen weiteren Mittelstürmer ein, so dass man den Siegtreffer gegen einen im 5-3-1 verteidigenden dezimierten Gegner in einem 4-2-4 erzwingen konnte. Schon gegen YB switchte man in gewissen Phasen immer wieder vom 4-3-3 ins 4-2-4, wenn Steven Zuber von seiner Mittelfeldposition aus entweder zentral oder auf dem linken Flügel die Sturmreihe verbreiterte. Gegen Luzern wechselte Zuber zur Pause von der Linken Aussenläuferposition erst auf den Linken Flügel. Mit der Hereinnahme von Phaêton verschob sich Zuber auf die linke 8er-Position.
Spiel ohne Flügel auch aufgrund von Krankheitsfällen
Ausgerechnet der Holländer Ricardo Moniz experimentierte letzte Saison zwischenzeitlich mit der Dreierabwehr, was schief ging. Es war ein System, das er als Cheftrainer bis dahin noch nie hatte spielen lassen. Es kostete die Qualifikation für die Championship Group und möglicherweise sogar den Europacup. Die meisten Teams weltweit, die Ball und Spiel kontrollieren wollen, wählen das 4-3-3. Weil man mit dieser Formation mit je zwei Spielern an der Seitenlinei das Angriffsspiel in die Breite ziehen und in der gegnerischen Abwehr Lücken kreieren kann. Ausserdem entstehen so automatisch die für das Kombinationsspiel typischen Dreiecksituationen. Für dieses System mit echten Flügelstürmern wurde in den letzten zwei Jahren beim FCZ auch das Kader zusammengestellt. Systeme mit Dreierabwehr sind hingegen typischerweise für Umschaltspiel durch die Mitte geeignet. Die Aussenstürmer im 3-4-3 sind keine echten Flügel, sondern agieren auf den Halbpositionen. Theoretisch kann man auch mit Dreierabwehr auf Ballkontrolle abzielen, aber es ist kompliziert. Auch Topteams wie Manchester City sind mit einem 4-3-3 gestartet und haben erst über einen Zeitraum von vielen Jahren hinweg und mit viel Konstanz in personellen Fragen mit der Zeit auch andere Lösungen und Formationen entwickelt.
Der Switch während einer Partie zwischen 4-3-3 und 4-2-4 ist hingegen einfach und funktioniert beim FCZ gut. Dennis Hediger hätte sich als neuer Trainer auf solche kleineren Variationen beschränken können. Und auf seinen im Vergleich zu Mitchell Van der Gaag sicherlich intensiveren, aggressiveren und offensiveren Ansatz. In den 105 Minuten in denen der FC Zürich gegen YB und Luzern unter Hediger im 4-3-3 / 4-2-4 agierte, resultierte ein Skore von 5:0. Also kein Gegentor und alle 21 Minuten ein erzielter Treffer. Bei einem FCZ in dieser taktischen Formation kann man in den letzten Spielen also weder von Verteidigungsproblemen noch von fehlender Durchschlagskraft im letzten Drittel sprechen. Und eine solche Statistik sollte eigentlich alle Fragen bezüglich dem besten System für diese Mannschaft beantworten. Wie schon letzte Saison versalzt man sich aber bisher die reichhaltige, schmackhafte Suppe (positive grundsätzliche Entwicklung im Verein, willige Mannschaft) mit kurzfristigen taktischen Experimenten gleich wieder selbst. Einen Hoffnungsschimmer gibt es: nach dem Luzern-Spiel begründete Dennis Hediger das 3-5-2 nicht nur mit einer Anpassung auf den Gegner (der allerdings selbst von der üblichen Raute auf ein 4-2-3-1 umstellte), sondern auch damit, dass Flügelspieler (wohl Markelo und Phaëton) während der Woche krank und somit für einen Einsatz von Beginn weg noch nicht bereit gewesen seien.
FCZ muss taktisch und personell Konstanz reinbringen
Juan José Perea enttäuschte wie so häufig wenn er von Beginn weg zum Einsatz kommt. Der Doppelsturm mit Keny funktionierte nicht. Zudem hat Milan Rodic dem Team bei seinen bisherigen Einsätzen noch nie wirklich genützt, aber schon mehrmals geschadet. David Vujevic gelang hingegen ein sehr solider Auftritt. Und Philippe Keny verdeckt mit seiner grossen offensiven wie auch defensiven Arbeit manchen Schwachpunkt von Teamkollegen. Die Super League ist eine gute Liga. Die meisten Gegner sind eingespielt. Der FCZ muss jetzt auch Konstanz reinbringen mit einer eingespielten Truppe im für dieses Team und die Spielphilosophie idealen 4-3-3 / 4-2-4.

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Desaströses taktisches Experiment kostet Erfolgserlebnis und drei Punkte / FCZ – YB Spielbericht mit taktischen Formationen
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Klartext zum FCZ – Neun Jahre nach „Finger weg vom Sportliche“ – Quo Vadis im November 2025
„Ich habe das Gefühl, wir sind erst jetzt richtig professionell geworden.“ Die kürzliche Aussage von Yanick Brecher zur Entwicklung des FC Zürich kontrastiert stark mit vielen Stimmen ausserhalb des Klubs. Innerhalb des Klubs berichten eigene Junioren wie David Vujevic, dass sie erst mit dem Wechsel der sportlichen Verantwortlichen „die Freude am Fussball“ wiedergefunden haben. Eltern sind begeistert, dass ihre Jungs und Mädels gezielter gefördert werden und hochmotiviert sind. Ausserhalb des Klubs hat sich hingegen ein Amalgam von Kritikern mit den unterschiedlichsten Motiven gebildet.
Inside Paradeplatz-Niveau bei Fabian Ruch
Die Opposition wird durch die schlechten Resultate seit dem Derby vor einem Monat befeuert. Die Resultate sind aber nicht ihr Ursprung. Der Kern besteht aus ehemaligen Mitarbeitenden, die Opfer des Wandels im Klub geworden sind. Ein Teil davon ist mit der organisierten Fanszene vernetzt, andere melden sich regelmässig bei Journalisten. Von diesen Journalisten gibt es wiederum einzelne, die seit Jahren oder gar Jahrzehnten persönliche Animositäten gegenüber dem FCZ, der Stadt Zürich oder der Familie Canepa hegen. Und dann gibt es auch noch Leute, die den Sportchef Milos Malenovic unsympathisch finden.
Der alteingesessene Thomas Schifferle (TA Media) greift Präsident, Sportchefs und Trainer des FC Zürich seit Jahrzehnten immer wieder auf der persönlichen Ebene an. Einzig in einer Meistersaison ist zwischenzeitlich Ruhe. Wenn es schlecht läuft, taucht zudem zuverlässig wie aus dem Nichts Stephan Ramming (NZZ) auf. Offenbar aus einer Klause an der Goldküste und seit Monaten frei von Konsum jeglichen Super League-Fussballs – aber mit immer derselben Erkenntnis: der FCZ ist „pfui!“. Von TA Media zur NZZ geflüchtet ist der Berner Fabian Ruch. Der „wunderbare Fäbu“ setzt regelmässig abenteuerliche Theorien über Milos Malenovic in die Welt, die direkt aus der Feder des Click Bait-Journalisten Lukas Hässig von Inside Paradeplatz stammen könnten.
Durchschnittsalter der Neuzugänge: 25,5 Jahre
Ruch hat eine eigentümliche Art die Kommerzialisierung des Fussballs gleichzeitig abscheulich und genial zu finden. Dazwischen gibt es nichts. Hoffenheim ist ein Skandal – Red Bull Leipzig hingegen toll. Die Verstösse von Manchester City gegen das Financial Fairplay sind ein Verbrechen, aber eigentlich sollten die reichsten Klubs Europas eine eigene Liga gründen und nur noch unter sich spielen. Seine Haltung gegenüber dem FCZ, dessen Klubführung aber auch Zürich als Stadt und dessen Bewohnern kommt durchweg negativ rüber und dient häufig als Kontrast zur eigenen konstruierten Berner Identität. Ruchs Lieblingsbegriff in Bezug auf den FCZ ist aktuell „Spieler-Casino*. Er sieht die Transferpolitik als „Gambling“ und eine Wette auf hohe Ablösesummen, die sich finanziell auszahlen sollen.
Wäre das wirklich der Fall, müsste man Sportchef Milos Malenovic vorwerfen, die Spielregeln des Transfer-Gamblings nicht zu kennen. Das Durchschnittsalter der FCZ Sommer-Transfers 2025 liegt bei 25,5 Jahren. Wollte man auf hohe Transfergewinne wetten, müsste man Teenager und international bekannte Talente kaufen, wie das der FC Basel (Ruch: „der grösste Klub der Schweiz“) seit Jahren praktiziert: Bacanin, Agbonifo, Traoré, Diouf, Veiga, Esposito, Calafiori, Gauto, Sigua, Demir,…. Ruch nennt ausgerechnet und offenbar ohne selbst den Widerspruch zu bemerken unter anderem die aus dem Nachwuchs stammenden Tsawa und Ligue als Paradebeispiele für seine Theorie des „Spieler-Casinos“ unter Malenovic und lobt gleichzeitig den FC Luzern für den Verkauf ihrer Nachwuchstalente Jashari und Jaquez für gute Ablösesummen nach Belgien und Deutschland.
Seit zwei Jahren mehr Professionalität im Transfer-Bereich
In einer Fan-Umfrage auf dem Instagram- und Tiktok-Kanal von Züri Live und in Kommentaren auf Posts des FC Zürich auf Instagram oder Facebook sieht man wie weite Kreise das faktenbefreite Framing von Journalisten wie Fabian Ruch mittlerweile gezogen hat. Florian Raz (Blick) pflegt einen anderen Stil als Ruch, haut aber in dieselbe Kerbe. Der FCZ hole irgendwelche Spieler aus irgendwelchen Ländern, ohne System. Viele FCZ-Fans hatten beim Saisonstart gegen Sion im Juli eine ganz andere Wahrnehmung. Man wurde unruhig, weil Milos Malenovic erst Rückkehrer Sauter und die beiden Leihspieler Phaëton und Palacio verpflichtet hatte. Als Raz aus seinen Ferien zurückkam, wurde er von nun doch noch realisierten Neuverpflichtungen überrascht (Rodic, Tramoni, Segura und das Commitment zum bisher ausgeliehenen Perea), die er in seiner Ferien- und FCB-Bubble nicht mitbekommen hatte.
In der Vergangenheit hatte die Transferpolitik des FC Zürich tatsächlich einen teilweise zufälligen Charakter. Das war bei anderen Klubs aber auch so. Wenn ein Innenverteidiger den Klub verlassen wollte, suchte man einfach einen möglichst guten Ersatz auf dieser Position, der finanzierbar ist. Fertig. Oder noch zufälliger: man entdeckte einen formstarken Spieler in der Challenge League und beschloss diesen holen zu müssen „weil er gut ist“ – und damit ihn die Konkurrenz nicht wegschnappt. Unter Sportchef Milos Malenovic hat sich der Transferbereich merklich professionalisiert. Man hat erstmals eine klare Spielphilosophie definiert, die im ganzen Klub umgesetzt wird. Dies vereinfacht es Talenten schon früh auf höheren Stufen eingesetzt zu werden. Und es ergeben sich daraus für die 1. Mannschaft klar definierte Spielerprofile für die einzelnen Positionen. Die 1. Mannschaft ist darum deutlich besser strukturiert als früher. Man widersteht der Versuchung des „Weihnachts-Shoppings“ und verzichtet auf alles was im Schaufenster glänzt, sondern geht die Verpflichtung von Spielern gezielt an.
In kurzer Zeit deutliche Verbesserungen in der Academy
Yanick Brecher hat also Recht. Und es ist nur einer von vielen Bereichen in welchen der FC Zürich in den letzten zwei Jahren deutlich professioneller geworden ist. Ein anderer ist die Talententwicklung. Es ist noch nicht lange her, da waren die Juniorentrainer noch stark auf Resultate und Rangierungen fixiert – auch aus Eigennutz. Der Führungs- und Coaching-Stil war bei manchen antiquiert. Kein Wunder hat der FC Zürich seit den Zeiten von Ricardo Rodriguez, Josip Drmic und Nico Elvedi kaum noch Top-Talente hervorgebracht. Trotz grosser finanzieller Investitionen in den Juniorenbereich in all den Jahren. In kurzer Zeit hat sich nun sehr viel getan. Unter der alten Garde von Junioren-Trainern wurden bis zuletzt noch Talente wie Junior Ligue, Labinot Bajrami oder Finn Sommer überbeansprucht und ausgelaugt. Mit langfristigen Folgen. Heute wird viel stärker auf Belastungssteuerung Wert gelegt.
In der Meistersaison 21/22 war Gianni De Nitti (heute Ersatztorhüter beim FC Schaffhausen in der Promotion League) der einzige junge Spieler gewesen, der aus dem Nachwuchs hochgezogen wurde. Junge Spieler aus dem eigenen Nachwuchs erhielten ganz am Ende der Saison in Kehrausspielen noch ein paar Spielminuten als Brosamen. Heute setzt der FC Zürich mit Luzern und Servette zusammen am meisten Spieler aus dem eigenen Nachwuchs ein. Der SFV bietet wieder vermehrt Junioren-Nationalspieler des FCZ auf. im ersten Spiel der U17-WM gegen die Elfenbeinküste wurde Jill Stiel als Spieler der Partie ausgezeichnet und verbreitete Ricardo Rodriguez-Vibes, wenn auch auf einer anderen Position. Und für die 1. Mannschaft stehen aus der Academy in den nächsten ein bis drei Jahren auf verschiedenen Positionen mehr und vielversprechendere Talente bereit als in den letzten Jahren.
Bodö/Glimt und Midtjylland als Vorbilder für den Weg des FCZ
Als Milos Malenovic vor zwei Jahren begann, passte der grösste Teil des Kaders nicht zur Klubphilosophie. Dies ist nun anders. Nach zwei Sommer-Transferperioden sind die Spieler mit der Klubphilosophie im Einklang. Es sind keine Top-Talente, sondern wie früher Spieler mit einer gewissen Erfahrung, die für den FCZ finanzierbar sind. Nur: jetzt passen sie auch vom fussballerischen Profil her. Für jede Position gibt es zwei Spieler plus mindestens ein valables Talent aus dem Nachwuchs. Und: es gibt keinen Spieler, der fussballerisch nicht in die Mannschaft passt, wie das früher häufig der Fall gewesen war. Damals hing die Spielweise von der Philosophie des Trainers ab – und da dieser immer wieder mal wechselte, fiel mal der eine und dann wieder der andere Profi beim FCZ zwischen Stuhl und Bank. Heute sollte grundsätzlich der einzige Grund warum ein Spieler nicht zum Zug kommt die Qualität / Leistung / Form / Fitness sein. Das Kader ist auch insgesamt besser geworden. Vor zwei Jahren hatte man Ivan Santini als Mittelstürmer Nummer Eins mit Daniel Afriyie als Ersatz. Heute Philippe Keny mit Juan José Perea als Ersatz.
Es ist wirklich erstaunlich wie amateurhaft der Fussball trotz seiner bereits 150-jährigen Existenz bis vor kurzem in vielen Bereichen noch funktionierte und teilweise immer noch funktioniert. Der ehemalige FCZ-Europacupgegner Bodö/Glimt aus Norwegen oder der FC Midtjylland aus Dänemark sind zwei Klubs, die eindrucksvoll zeigen wie weit man auch mit geringen Mitteln kommen kann, wenn man professionell und faktenbasiert an den Details feilt. Beide Klubs spielen einen proaktiven Ballbesitz-orientierten Fussball wie ihn der FCZ ebenfalls umsetzt. Sie haben damit als kleine Klubs erst die grossen Klubs auf nationaler Ebene herausgefordert oder gar entthront, und dominieren auf internationaler Ebene auf dem Platz nun häufig auch Teams mit einem mehrfach höheren Marktwert. Bodö/Glimt mit Trainer Kjetil Knudsen hat dafür sieben Jahre benötigt. Der FCZ ist nach zwei Jahren unter Milos Malenovic auf diesem Weg schon weit gekommen. Er ist damit für fortschrittliche Trainer auch ein attraktiver Arbeitgeber.
FCZ als einziger Klub mit kleinem Budget Schweizer Meister in den letzten 20 Jahren
Das letzte Mal übrigens als beim FCZ ein neues fussballerisches Konzept zumindest in der 1. Mannschaft konsequent umgesetzt wurde, stand man zur Winterpause 03/04 mit Trainer Lucien Favre als Tabellenschlusslicht da. Die Umwälzungen und die neue Art von Fussball führten erstmal zu einem starken Abwärtstrend. Die Vereinsführung unter Ex-Präsident Sven Hotz hielt an Favre fest – und der Rest ist bekannt. Nachdem in der 80er- und 90er-Jahren neun verschiedene Klubs Schweizer Meister geworden waren, wurde der Bau der 30’000er-Stadien in Basel und Bern zum Game Changer. Damit katapultierten sich der FCB und YB finanziell in andere Sphären und haben heute ein Budget im 100 Millionen-Bereich – vergleichbar mit Bundesligaklubs. Alle anderen Schweizer Klubs inklusive FCZ bewegen sich in einem Budgetbereich von 15 Millionen (Winterthur) bis 35 Millionen (St. Gallen). Der FCZ hat 17 bis 20 Millionen Einnahmen und kann mit Europacup- und Besitzergeldern in einzelnen Saisons auch mal auf ein 25 bis 32 Millionen Budget kommen. Dementsprechend ist es eine grosse Leistung, dass der FCZ in den letzten 20 Jahren als einziger der finanziell kleineren Klubs der Liga Meister geworden ist – und dies mit Ancillo Canepa in der Klubführung gleich vier Mal!
Bei der Wahl der Cheftrainer hat man beim FC Zürich die Unkonstanz aber noch nicht ablegen können. Nach Ricardo Moniz folgte mit Mitchell Van der Gaag ein Coach, der vergleichsweise vorsichtig agierte und von der Klubphilosophie stark abwich – auch in Bezug auf die Integration der Academy-Spieler. Dennis Hediger ist hingegen genau auch darum vom FC Basel zum FC Zürich gewechselt, weil der fussballerische Ansatz beim FCZ auch sein persönlicher ist. In seinem ersten Spiel gegen YB herrschte nach einigen Umstellungen taktisch noch ein Chaos. Zuletzt in Basel sowie gegen Lausanne-Sport sah man dann aber speziell in den jeweiligen 1. Halbzeiten eine klare Steigerung. Hediger hat mit seiner Analyse nach dem Lausanne-Match recht: es fehlt nun in erster Linie noch an der Kondition, um das Spiel über 90 Minuten durchzuziehen.
Neun Jahre nach „Finger weg vom Sportliche“: Vorwärts in eine professionelle Zukunft? Oder zurück in die amateurhafte Vergangenheit?
Neun Jahre ist es her als die Südkurve am Cupfinal 2016 ein Banner präsentierte mit der martialischen Aufschrift: „Canepas: Finger weg vom Sportliche! S nächschte Mal verbrenned mer si oi.“ Die Meinung bei Medien und Fans war gemacht: der Abstieg sei die Folge davon gewesen, dass sich Ancillo und Heliane Canepa zu stark in die sportlichen Belange eingemischt hätten. Journalisten machten sich in diesem Zusammenhang lustig über das damalige FCZ-Organigramm. Die einhellige Forderung: Ancillo Canepa solle einen Sportchef ins Haus holen und diesen im sportlichen Bereich schalten und walten lassen. Er solle sich auf repräsentative Aufgaben zurückziehen und sich gefälligst nicht einmischen. Heute wird aus den gleichen Medienhäusern die „Machtballung“ des Sportchefs beklagt.
Es wäre zu wünschen, dass der FCZ sowohl auf der Trainer- wie auf der Sportchefposition seinem Weg treu bleibt und sich nicht von Kräften, die sich einer Modernisierung des Vereins entgegenstellen, bremsen lässt. Konstanz ist wichtig. Das zeigen dutzende Beispiele, angefangen bei Mauro Lustrinelli, der in seinem ersten Jahr als Challenge League-Mitfavorit mit Thun nur den 6. Platz erreicht hat. Der Weg von Bodö/Glimt und Midtjylland ist die Zukunft. Der FCZ kann mit progressiven Kräften wie Milos Malenovic oder Ausbildungschef Milicevic in Richtung Professionalisierung gehen. Oder von konservativen und irrationalen Kräften aus dem Medien- und Fanumfeld wieder zurück ins amateurhafte 20.Jahrhundert gezogen werden – eine Zeit, als es genügte ein bekannter ehemaliger Spieler des Vereins zu sein, um Trainer oder Sportchef der 1. Mannschaft zu werden.

Quo Vadis FCZ? (Februar 2024)
Desaströses taktisches Experiment kostet Erfolgserlebnis und drei Punkte / FCZ – YB Spielbericht mit taktischen Formationen
In seinem ersten Spiel als Interimscoach der 1. Mannschaft startete Dennis Hediger in beide Halbzeiten mit einer in wenigen Trainingseinheiten mehr schlecht als recht eingeübten neuen taktischen Formation – und wechselte dann jeweils in der 18. und 55. Minute zurück auf das seit rund einem Jahr übliche Schema. Das Resultat mit dem Experiment: minus drei Tore. Das Resultat mit der üblichen Formation: plus zwei Tore und ein verschossener Penalty. Man hatte den Effekt und die Energie eines Trainerwechsels auf seiner Seite und spielte gegen einen verunsicherten und defensiv labilen Gegner mit müden Beinen aus dem Europa League-Spiel am Donnerstag. Mit dem taktischen Experiment warf man diese Vorteile weg. Nun kann man sagen: im Nachhinein weiss man es immer besser. Das ist wahr und man kann zudem die Korrektur der Fehleinschätzung in der 18. Minute positiv vermerken. Dass man es dann aber im gleichen Spiel nach der Halbzeitpause mit der Experimentier-Taktik nochmal versuchte, wo doch in den ersten 18 Minuten praktisch gar nichts zusammengepasst hatte, ist eigentlich unverzeihlich. Das Resultat: YB konnte das Spiel noch einmal drehen.

In den letzten Jahrzehnten defensiv kaum einmal so desolat
Was war denn die Idee Hedigers? Nach zwei Niederlagen mit 0:4 Toren wollte der frühere Defensivstratege trotz null erzielter Tore wohl erst mal die Defensive mit einer Fünferkette stärken. Er stellte zudem mit Jahnoah Markelo einen Spezialbewacher für YB-Offensivverteidger Jaouen Hadjam ab. Trotz dünner Besetzung auf den Aussenbahnen sollte flach über die Flanken aufgebaut werden. Dies konnte YB in dieser Phase mit ihrem Hohen Pressing auf einfache Weise unterbinden. Folgerichtig brachte auch der Überraschungseffekt der veränderten taktischen Formation dem FCZ nichts. Zwar hatte man beim Spielaufbau aus Abstoss inklusive Yanick Brecher häufig in einer ersten Phase eine sechs gegen vier-Überzahl. Dieser Faktor wurde aber vor allem aufgrund der ungenügenden Positionierung und Technik von Junior Ligue zunichte gemacht.

Nicht nur der Spielaufbau funktionierte in der neuen Formation überhaupt nicht. Im Spiel gegen den Ball war die Situation noch deutlich schlimmer. Aufgrund der Spezialbewachung von Hadjam durch Markelo verteidigte der Rest der Mannschaft faktisch in einem 5-2-2. Auf den Spielaufbau der Berner hatte man keinen Druck. Die Gelbschwarzen konnten weit in die Zürcher Platzhälfte vorstossen und dort ziemlich unbedrängt präzise Bälle hinter die Abwehr spielen – oder den Doppelpass / die direkte Weiterleitung vor der Zürcher Abwehrreihe suchen. In den insgesamt nicht einmal 30 Minuten in denen der FCZ in der neuen taktischen Formation spielte, hätte YB nicht nur drei, sondern gut und gerne fünf oder sechs Tore erzielen können. In den letzten zwei Jahrzehnten ist der FC Zürich defensiv wohl kaum mal so desolat aufgetreten wie in diesen 30 Minuten.
Viele Fragezeichen bezüglich Ausrichtung und Rollenverteilung
Das Vorgehen Hedigers erinnert an gewisse Phasen unter Ricardo Moniz. Dieser wollte beim FCZ im Alter von 60 Jahren nochmal etwas Neues probieren und stellte erstmals in seiner Cheftrainer-Karriere auf ein System mit Dreierabwehrkette um. Durch die Art und Weise wie er sein Team ein- und aufstellte wurde offensichtlich, dass er mit dem System nicht vertraut war und insbesondere nicht verstand welche Spieler man auf Super League-Niveau in welchen Rollen einsetzen kann. Auch die von Hediger gegen YB gewählte Taktik entspricht keineswegs seinem bisherigen Standard-Vorgehen als Trainer. Von seiner üblichen Ausrichtung mit aggressivem Hohem Pressing beispielsweise war gegen YB nichts zu sehen. Wie die Kopfgeburt seines neuen Systems nachher in einem Super League-Spiel aussehen wird, wusste er nicht. Zuber als Linker Aussenläufer? Okay, kann man machen. Und Hadjam hatte tatsächlich nur ein oder zwei gefährliche Aktionen nach vorne, als sein Bewacher Markelo zwischendurch mal unaufmerksam wurde. Aber Ligue halblinks in der Abwehrreihe bei flachem Aufbau hinten heraus gegen einen hoch pressenden Gegner? Das Duo Phaëton / Keny soll zu zweit den Viereraufbau YB’s effektiv stören? Krasniqi soll allein als Ausputzer vor der Abwehr einen sehr grossen Raum abdecken während Tsawa den YB-Sechser verfolgt? Da tun sich viele Fragezeichen bezüglich Ausrichtung und Rollenverteilung auf.
Immer wieder Fassnacht
Der FC Zürich war so von der 3. bis zur 18. Minute unter Dauerdruck. Dass YB im Spielaufbau nach belieben schalten und walten konnte, führte unter anderem zum zweiten Gegentor, als Christian Fassnacht vor der Abwehr angespielt werden konnte und dieser den Ball ideal für den Venezuelanischen Stürmer Sergio Cordova hinter die Abwehr lenkte. Seit der ehemalige FCZ-Junior Fassnacht 2017 zu YB stiess hat er in den Direktduellen den Bernern schon unzählige Punkte gewonnen und dem FCZ gekostet. In der Endabrechnung gehen wohl über die Jahre auch gewisse FCZ-Trainerentlassungen unter anderem auf Fassnacht zurück. Zuletzt vor dem Penalty Juan José Pereas war es wiederum Fassnacht, der den Schützen vor der Ausführung an der Konzentration störte. Auch beim Siegtor zum 3:2 war Fassnacht der entscheidende Mann. Bei einem ungefährlichen Freistoss Krasniqis von der rechten Seite steht der FCZ sehr hoch. Juni Ligue ist als hinterster Mann ebenfalls in Strafraumnähe. Als der Ball von den Bernern geklärt wird, reagiet Krasniqi erst aufmerksam und schnell, und kommt vor dem herausstürmenden Fassnacht an den Ball, wird von diesem aber intensiv unter Druck gesetzt, was Krasniqi, der normalerweise die Ruhe in Person ist, zu einem überhasteten Rückpass ins Niemandsland provoziert.

Juni Ligue findet nicht in die Spur
Die grössere Fehlleistung geht beim dritten Gegentor aber von Juni Ligue aus. Seine gleich drei groben Schnitzer hintereinander sind alle nicht vom Gegner provoziert, sondern nur auf fehlendes Mitdenken zurückzuführen. Als hinterster Mann wäre es ultimativ seine Aufgabe, dem von Fassnacht stark unter Druck gesetzten Krasniqi zu helfen und ihm eine Anspielstation zu bieten. Stattdessen trabt Ligue gedankenverloren langsam zurück. Krasniqi erwartet zu Recht, dass auf der Position, wo er den Ball hinspielt der hinterste Mann seines Teams stehen müsste. Spielen dürfte er den Ball natürlich trotzdem nicht. Der zweite grobe Schnitzer von Ligue ist, dass er anschliessend Gigovic unnötigerweise rot-würdig foult. Mit seiner Schnelligkeit hätte Ligue noch genügend Zeit den Gegenspieler abzulaufen oder mindestens so stark von hinten oder der Seite unter Druck zu setzen, dass dieser nicht zu einem sauberen Abschluss kommt oder gar seitlich abgedrängt wird. Als Gigovic dann umfällt und der Ball zu Fassnacht prallt, kümmert sich Ligue um die Frage, wie die Aktion für den Schiedsrichter ausgesehen hat anstatt sich sofort um Fassnacht zu kümmern, der dann mit Tempo allein vor Brecher das Siegtor erzielt. Beim FCZ macht man wirklich alles mögliche um dem Seebacher den Roten Teppich auszurollen und ihn wieder an die 1. Mannschaft heranzuführen. Aber er zahlt dieses Vertrauen in den letzten Monaten nicht zurück. So auch in Nyon als er in einem entscheidenden Spiel kurz nach seiner Einwechslung den Ausgleich verschuldet, welcher den Gegner zurück ins Spiel bringt.
Top-Leistung von Philippe Keny
Äusserst erfreulich war hingegen die Leistung von Philippe Keny. Nicht nur wegen seinen zwei Toren. Der Senegalese war sehr engagiert und ist der beste Zielspieler für die hohen Bälle Yanick Brechers seit sehr langer Zeit und nimmt in dieser Hinsicht eine wichtige Rolle ein. Nicht zuletzt gelangen ihm mehrere Ballgewinne in der gegnerischen Platzhälfte, die zu gefährlichen Umschaltsituationen für den FCZ führten. Keny schlich sich dabei Berner Mittelfeldspielern jeweils von hinten an und trennte sie mit fairen Mitteln vom Ball. An der Vorbereitung beider Tore entscheidend beteiligt war Bledian Krasniqi (Kopfballablage und Einleitung des Angriffs). Tsawa schlug die Massflanke auf Krasniqi vor dem 1:1, Markelos Schuss vor dem 2:1 war so tückisch, dass ihn YB-Goalie Keller nur nach vorne abwehren konnte.
Kaum personelle Anpassungen
Beide Teams kamen vor der Partie aus zwei Liga-Niederlagen in Folge, wobei YB unter der Woche mit dem 3:2-Heimsieg gegen den Bulgarischen Serienmeister Ludogorets Razgrad Selbstvertrauen hatte tanken können. Beim FCZ gab es personell nicht viele Änderungen. Mariano Gomez kehrte in die Startformation zurück und verdrängte Jorge Segura auf die Bank. Am überraschendsten war, dass neben Segura und Juan Perea mit Nelson Palacio auch noch der dritte Kolumbianer auf der Bank begann. Dies wie sich herausstellte, aufgrund der taktischen Umstellung. Milan Rodic, dem in Lugano kein guter Auftritt gelungen ist, wurde krank gemeldet.
Trotz seiner mässigen Leistungen in der Promotion League sass der Defensivallrounder Isaiah Okafor zum dritten Mal in der Super League auf der Bank. Neil Volken, der schon viele Spiele unter Dennis Hediger bestritten hat, ebenfalls. Nicht dabei war hingegen beispielsweise Sajawal Mahar. Der Flügel / Achter hat unter Dennis Hediger in 36 Spielen schon 14 Tore erzielt. Der 18-jährige wurde zusammen mit Jill Stiel in der U19 auswärts beim FC Sion (3:3) eingesetzt.
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SFL Telegramm
Krasniqi und Emmanuel verstehen sich fast wie blind: Lausanne-Sport – FCZ 1:2 Analyse
FC Zürich testet die Heimstärke der Waadtländer / Lausanne-Sport – FCZ Vorschau mit möglichen taktischen Formationen (Züri Live)
Nachdem Lausanne-Sport letzte Saison dem FC Zürich den Platz in der Championship Group noch weggeschnappt und letztendlich gar einen Europacupplatz erreicht hat, konnte sich der FCZ nun mit dem Auswärtssieg etwas dafür revanchieren. Es ist der nach der Auftaktniederlage gegen Sion und dem Remis in Luzern der erste Saisonsieg unter dem neuen Coach Mitchell Van der Gaag. Dieser ist gegen einen heimstarken Gegner auf dem Kunstrasen der Tuilière verdient, auch wenn die Waadtländer am Ende noch hätten ausgleichen können. Wie in Luzern stand der FC Zürich aussergewöhnlich tief. Die vier Punkte aus zwei Auswärtsspielen holte man sich mit einer zurückhaltenden Taktik. Wenn man mal ein Hohes Pressing anreissen wollte, funktionierte es weiterhin nicht gut. Das ist man sich vom FC Zürich nicht gewohnt. Der Defensivauftritt mit Raumdeckung im 4-3-3 erinnert etwas an die Franco Foda-Zeit.
Lausanne muss über die Seiten ausweichen
Steven Zuber war überraschend von Beginn weg dabei und an beiden Toren entscheidend beteiligt, hatte aber ansonsten auch diesmal recht viele Ballverluste. Auch die gute Form des Duos Krasniqi / Emmanuel bestätigte sich in dieser Partie. Jorge Segura steigerte sich wie sein Kolumbianischer Defensivkollege Nelson Palacio in der 2. Halbzeit. Die Lausanner Angriffe durchs Zentrum konnte man erfolgreich stoppen, so dass die Waadtländer immer wieder auf die Seiten ausweichen mussten. Genauso gewährte man ihnen nicht so viele und entscheidende Ballverluste im Spielaufbau durch die Mitte, sondern baute auch deshalb vermehrt über die Seiten auf.
Der Verlierer: Kevin Mouanga, Lausanne. Immer wieder wirds über seine rechte Abwehrseite gefährlich. Sieht gegen die wirbligen FCZ-Flügelspieler immer wieder alt aus.
– sport.ch

Am letzten Wochenende beim 1:1 in Luzern fehlte Steven Zuber den Zürchern noch. Umso deutlicher wurde in Lausanne, wie wichtig der 56-fache Schweizer Internationale für den FCZ ist.
– Blue
Personalien – Phaëton und Bangoura enttäuschend

- Nelson Palacio: Beim Gegentor war erstmals der Nelson Palacio aus seiner Zeit bei Real Salt Lake zu sehen, der nicht konsequent genug in die Defensive umschaltet. Wenn die Abwehrkette Richtung Grundlinie gedrängt wird, muss der Sechser sich um die möglichen Anspielstationen für Cutbacks in der Linie dahinter kümmern – Kaly Sène dürfte nicht so frei stehen. Wie in Luzern steigerte sich Palacio aber in der 2. Halbzeit und spielte da auch defensiv stark.
- Neil Volken: Das Passspiel und die Flanken sind normalerweise eine seiner grössten Stärken. Diesmal kamen aber seine Zuspiele von der Schärfe und Richtung her nicht so präzis wie gewohnt.
- Jahnoah Markelo: Bekommt durchaus gute Bälle, kann sich aber zu wenig häufig durchsetzen und vergibt gleich zu Beginn eine Topchance. Dazu mit defensiven Mankos.
- Jorge Segura: Obwohl er eigentlich nach Plan in der 60. Minute hätte ausgewechselt werden sollen, steigerte er sich in der 2. Halbzeit enorm und wurde dafür bei seinem ersten Einsatz gleich mit seinem Premièrentreffer belohnt. Gewinnt in Lausanne jeden Zweikampf an der Mittellinie, wenn der FC Zürich hoch steht. Dies im Kontrast zu einem Nikola Katic, der in seiner Zürcher Zeit an der Mittellinie fast jeden Zweikampf verlor. Die Grätsche gegen Butler-Oyedeji an der Strafraumgrenze ist zu riskant – auch wenn die Aktion letztendlich zu Recht als Schwalbe des Lausanne-Stürmers gewertet wird. In Bulgarien hat Segura solche Grätschen öfters ausgepackt, aber dort waren die gegnerischen Stürmer weniger flink und schnell.
- Steven Zuber: Weiter Licht und Schatten. Entscheidend an beiden Toren beteiligt. Und bei gegnerischen Standards im eigenen Strafraum defensiv clever. Gleichzeitig verliert er viele Bälle. Und er hat das Hohe Pressing nicht im Griff. Soll dieses anführen und gibt dabei verwirrende Anweisungen, kommt selbst häufig zu spät – in diesem Bereich kein Vergleich zu einem Antonio Marchesano, der im Pressing jahrelang der Schlüsselspieler war.
- Umeh Emmanuel: Weiterhin im Formhoch, hilft auch defensiv gut mit.
- Bledian Krasniqi: Nach seinem Traum-Assist beim 1:1 in Luzern in Lausanne an beiden Toren beteiligt. Das erste leitet er ein und schliesst selbst ab. MVP mit einer offensiven Top-Leistung, ist aber auch defensiv sehr wichtig. Neben dem Platz ein Herz und eine Seele mit Lindrit Kamberi, versteht er sich auf dem Platz auf der linken Seite fast wie blind mit Umeh Emmanuel. Die beiden arbeiten sowohl defensiv wie offensiv gut zusammen.
- Mohamed Bangoura – Weiterhin in der Mannschaft nicht angekommen. Es misslingt ihm alles. Die Mitspieler müssen ständig für ihn einsspringen und das Gefühl haben, man könne ihm den Ball nicht überlassen. Will zu viel, sollte einfacher spielen.
- Livano Comenencia – Wird bei seinem Début am Rechten Flügel eingesetzt, hilft in der Schlussphase aber vor allem defensiv mit.
- Mathias Phaëton – Weiterhin zu wenig handlungsschnell und auch die Schnelligkeit mit Ball ist nicht genügend – eine enttäuschende Leistung des Franzosen.
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Van der Gaag reagiert taktisch zur Pause: Luzern – FCZ 1:1 Analyse mit Randnotiz: Luzern zu Hause gegen den FCZ schon wieder mit Referee- und VAR-Glück, Spadanuda macht den Shaqiri
Gleiche Startelf wie gegen Sion? / Luzern – FCZ Vorschau mit möglichen taktischen Formationen (Züri Live)
Luzern-Trainer Mario Frick nimmt gerade gegen den FC Zürich immer wieder mal gerne taktische Änderungen vor. Es ist auch ein Zeichen des Respekts gegenüber dem Gegner. Diesmal liess er sein Team in einem 3-3-3-1 (statt 4-2-3-1) auflaufen, woran der FC Zürich die ganze Partie durch zu knabbern hatte. Diese taktische Änderung in Kombination mit dem im Vergleich zu Vorgänger Moniz weniger forschen Ansatz Mitchell Van der Gaags führte letztendlich zu einer Partie mit wenig Torchancen. Die Qualität der Spieleröffnung aus der hinteren in die mittlere Zone (speziell bei Abstössen) war dabei aber auf beiden Seiten auf hohem Niveau.
FCZ zieht sich im Verlauf der 1. Halbzeit zurück
Zwar wurden am Ende auf der Allmend 54% Ballbesitz für den FCZ ausgewiesen. Der Stadtclub stand dabei aber in der 1. Halbzeit so tief wie selten in den letzten Jahren. In der Anfangsphase versuchte man gegen das gegnerische Aufbauspiel zwar noch ein hohes Pressing aufzuziehen, aber die Zuteilung klappte nicht – daher ging man in dieser Situation zu Recht auf Nummer Sicher und zog sich zurück. Im tiefen Block verteidigte man dann im 4-3-3 im Raum. Der FC Luzern suchte und fand ab und zu Lücken zwischen den Linien mit dem typischen Beispiel der Torchance von Tyron Owusu in der 33. Minute. Insgesamt kam das Heimteam aber auch in dieser Phase zu deutlich weniger Torchancen als üblicherweise, wenn man jeweils gegen einen das Spiel machenden FCZ im eigenen Stadion einen schnellen Konter nach dem anderen fahren kann. Das Spiel hatte somit auch für die Zuschauer ein anderes Feeling als die Begegnung Luzern gegen den FCZ am Fuss des Pilatus üblicherweise in den letzten Jahren jeweils hatte. Beide Trainer versuchten den Gegner in dessen Stärken zu beschneiden – und dies jeweils erfolgreich.
Vielmehr als einen Kopfball von Adrian Bajrami nach rund 30 Minuten, der knapp am Luzerner Tor vorbeifliegt, bringen die offensiv ebenfalls ideenlosen Luzerner nicht zustande. Sinnbildlich: Es sind eben dieser Bajrami und Sauter, die bis zum Schluss die meisten Ballkontakte ihrer Teams haben.
Loris Brasser, Tages-Anzeiger
Dies ist gerade in Bezug auf den in der Liga neuen Trainer Van der Gaag bemerkenswert. Sind doch in der Vergangenheit genügend FCZ-Kollegen mit ihren Teams an dieser Stätte ins offene Messer gelaufen. Auf der anderen Seite konnte sich Mario Frick auf seine zweikampfstarken Verteidiger wie Bung Meng Freimann oder Stefan Knezevic verlassen. Seine Mannen waren auch auf die Stärken und Laufwege der FCZ-Angreifer gut eingestellt. Und dem FC Zürich gelangen nicht so viele Seitenwechsel wie noch gegen Sion. In der 1. Halbzeit konnte auf FCZ-Seite neben Yanick Brecher und Ilan Sauter vor allem Cheveyo Tsawa überzeugen. Gerade in der Phase der taktischen Konfusion stopfte der „für zwei“ arbeitende Mittelfeldspieler viele Löcher und stellte jeweils die brüchige Balance wieder her. Der für den erneut gut spielenden Miguel Reichmuth früh reingekommene Bledian Krasniqi konnte hingegen bis zur Pause nicht richtig ins Spiel finden.
Knackpunkt Di Giusto in der 2. Halbzeit
Nach dem Wiederanpfiff blühte Krasniqi dann aber auf und war beim FCZ bester Spieler der 2. Halbzeit. Während Luzern in der Pause nichts an der Taktik änderte, kamen die Gäste aus Zürich mit einem mannorientiereren Pressing aus der Kabine. Man getraute sich nun mit den drei Stürmern gegen die drei Luzerner Innenverteidiger hoch zu pressen. Die Kreise von Luzerns Neuverpflichtung und spielmachendem Sechser Taishi Abe wurden von Bledian Krasniqi gestört. Wie jedes taktische Konzept hatte aber auch dieses Hohe Pressing einen Knackpunkt – und der hiess Matteo Di Giusto. Der Preis für den besseren Zugriff in fast allen Zonen war, dass man dem ehemaligen FCZ-Junior mehr Platz zugestehen musste. Eine hundertprozentige Manndeckung hätte nämlich bedeutet, dass Ilan Sauter seinem sich häufig zurückfallen lassenden Gegenspieler überallhin hätte folgen müssen. Ausser Gian Piero Gasperini (Roma, ex-Atalanta) lässt aber praktisch kein Trainer so spielen. Als Anker der Defensive sollten die beiden Innenverteidiger in der Regel auf einer Linie verteidigen – woran sich dann alle Anderen orientieren.
In der 78. Minute kam Emmanuel nach einem schönen Lupfer von Bledian Krasniqi knapp vor Luzern-Goalie Pascal Loretz an den Ball. Für den zwölf Minuten davor eingewechselten Nigerianer war es der erst zweite Treffer in der Super League.
– Blue
Dies bedeutete, dass Sauter Di Giusto häufig frei laufen liess und dabei aber ständig auf der Lauer war, aus der Abwehrreihe herauszupreschen, sobald der Ball auf Di Giusto gespielt wird. Das Gegentor war nicht die erste Situation, bei der Sauter zu spät kam. Aber es war das erste Mal, dass dies im Rahmen eines Luzerner Konterangriffes geschah, wo Di Giusto die Möglichkeit hatte, den Ball One-Touch auf Grbic in die Tiefe zu spielen. Eingeleitet worden war der Konter ausgerechnet durch einen Fehlpass des ansonsten so stabilen Cheveyo Tsawa. Man hatte bis zu diesem Zeitpunkt Luzerner Konter eindämmen / verhindern können. Nicht ohne Grund war man darauf so erpicht: denn der sozusagen erste Konter des FCL führte auch gleich zum Gegentor. Im Nachinein betrachtet hätte Sauter in dieser Situation länger zurückstaffeln und beim gefährlicher postierten Grbic bleiben sollen. Als Regel gilt: wenn der Innenverteidiger rauskommt, muss er den Pass des Gegenspielers sicher verhindern können. Sonst lässt man den Gegenspieler im Mittelfeld lieber erst mal bis zu 20 Meter mit Ball laufen. Nicht selten löst sich dann das Problem sogar von allein, weil der ballführende Spieler zögert und / oder ein Mitspieler mittlerweile zu Hilfe geeilt ist.
Extrem strikte VAR-Linie in der neuen Saison – oder erneut ein Fall von „Schärer contra FCZ“?
Letztendlich spielten aber leider zum wiederholten Mal bei Luzern – FCZ der Schiedsrichter und VAR eine mitentscheidende Rolle für den Spielausgang (siehe auch die „Randnotiz“ weiter unten). Im Mittelfeld pfiff Johannes Von Mandach zwar ausgewogen. Bei den entscheidenden Szenen im Strafraum wurde wie schon im Januar mit dem damaligen Ref Sven Wolfensberger wieder Luzern bevorteilt. Adrian Bajrami foulte Umeh Emmanuel in der gleichen Art und Weise wie eine Woche davor im Letzigrund Nikolas Muci. Damals gab es diskussionslos Penalty für GC, diesmal Gelb gegen Emmanuel wegen angeblicher Schwalbe. Die tatsächliche Schwalbe von Pius Dorn im Zürcher Strafraum wurde dann durch Von Mandach nicht sanktioniert – es wäre die Gelb-Rote Karte gegen den Luzerner Captain gewesen. Und in der Nachspielzeit führte eine Schwingfesteinlage von Severin Ottiger gegen Vincent Nvendo ebenfalls zu keinem Penalty. Solche Situationen bei einem Eckball sind für den Schiedsrichter jeweils nicht einfach zu sehen, da er seine Augen nicht auf allen Zweikämpfen gleichzeitig haben kann.

VAR Sandro Schärer griff aber ebenfalls nicht ein. Dieser beeinflusst seit langer Zeit regelmässig in der Rolle als VAR Spiele zuugunsten des FCZ. So ist es keine Überraschung, dass es auch diesmal wieder der Fall war. Es macht den Anschein, dass in dieser Saison als Learning aus der chaotischen VAR-Saison 24/25 die strikte Devise ausgegeben wurde, dass der VAR wirklich nur noch bei 100% glasklaren, niet- und nagelfesten Fehlentscheidungen eingreifen soll. Gemessen am Verzicht des Eingriffs bei den beiden Penaltyszenen im Luzerner Strafraum wird diese Devise nun extrem weitreichend ausgelegt. Wenn dies wirklich so durchgezogen wird, ist es grundsätzlich eine gute Sache. Nur ist zu hoffen, dass dies dann auch wirklich für alle Teams gleichermassen gilt – und der FCZ und alle anderen Klubs in den entsprechenden Situationen im gleichen Masse von der neuen Passivität des VAR profitieren kann, wie diesmal Luzern.
Grundsätzlich macht die FCZ-Abwehr einen soliden Eindruck. Was fehlt, ist der nötige Druck über die Seiten, da muss einfach mehr kommen.
– Mischi Wettstein, Nau
Personalien – Tramoni mit unglücklichem Début

- Nelson Palacio: Staffelt diesmal auch im Spielaufbau an Stelle von Miguel Reichmuth zurück. In der Defensiven Phase weiterhin phasenweise etwas zu tief stehend. Nach einer lange Zeit persönlich durchzogenen Partie steigert er sich in der Schlussphase merklich und hilft mit, den Punkt zu verteidigen.
- Neil Volken: Defensiv diesmal weniger überzeugend als noch vor einer Woche gegen Sions Chouaref und Lavanchy. Steigert sich in der Schlussphase.
- Jahnoah Markelo: Startelfaufgebot scheint für ihn noch zu früh gekommen zu sein. In der 1. Halbzeit musste er zudem tief stehen und hatte somit einen langen Weg Richtung Tor. Luzern hat zudem defensiv ein spezielles Augenmerk auf ihn gerichtet.
- Damienus Reverson: Kommt in der Anfangsphase viel in die eigene Platzhälfte und hilft im Spielaufbau. Ab etwa der 35. Minute gelingt ihm offensiv immer weniger. Stefan Knezevic verteidigt nach Cutbacks Markelos zwei Mal aufmerksam gegen Reverson am nahen Pfosten.
- Yanick Brecher: In seinem 300. Super League-Spiel für den FC Zürich hat er defensiv wenig zu tun. Muss einmal weit herauskommen und hat dabei diesmal das richtige Timing. Dank seiner offensiv starken Partie (Spielaufbau mit beiden Füssen plus Auswürfe, Offensiv-Note 10) ist er Züri Live-MVP.
- Umeh Emmanuel: Offensiv weiter einer der Wirkungsvollsten. Zu Unrecht ein Penalty verwehrt und von Journalisten als „Schwalbenkönig“ betitelt. Sprintet nach Ballverlust über den halben Platz zurück, um diesen sofort zurückzuerobern.
- Lisandru Tramoni: Sein Spielwitz war sofort zu sehen – nicht nur bei seinem Seitfallzieher. Unter dem Strich aber ein sehr unglücklicher Kurzeinsatz mit mehreren Ballverlusten.
Der Schweizer Nati-Trainer Murat Yakin schaut sich die Partie am Sonntagnachmittag vor Ort an. Ex-Nati-Profi Steven Zuber kann er dabei nicht beobachten, weil dieser verletzungsbedingt kurzfristig ausfällt. Dazu fällt nach etwas weniger als einer halben Stunde der beste Mann auf dem Rasen, Miguel Reichmuth, ebenfalls verletzt aus. Für ihn kommt Bledian Krasniqi ins Spiel, der eben erst von einer Verletzung zurückgekehrt ist. Unter der Woche war dieser zudem mehrere Tage krank.
– Pascal Ruckstuhl, Dominik Mani, Yannick van Buul, 20 Minuten
Randnotiz: Luzern zu Hause gegen den FCZ schon wieder mit Referee- und VAR-Glück, Spadanuda macht den Shaqiri




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Ein Punkt, kein Spektakel – die Offensive des FCZ tut sich schwer (Tages-Anzeiger)
Routiniers mit Anfängerfehlern: FCZ – Sion 2:3 Analyse
Aufstrebende Eigengewächse zum Auftakt auf beiden Seiten / FCZ – Sion Vorschau mit möglichen taktischen Formationen (Züri Live)
Zum Auftakt der neuen Saison gibt es wie zum Ende der letzten wieder eine 2:3-Niederlage gegen einen Klub aus der Westschweiz. Wieder dominierte der FC Zürich über weite Strecken das Spiel und der Gegner schoss innerhalb von 10-15 Minuten drei Tore. Auch damals stand mit Jean-Philippe Gbamin ein Routinier vor allem defensiv völlig neben den Schuhen – diesmal ist es Steven Zuber. In der Züri Live-Leserumfrage wurde er gerade noch mit überwältigendem Mehr zum Spieler der Saison 24/25 gewählt. Hier Zubers wichtigste Szenen gegen Sion im Schnelldurchlauf:
- 4. Minute: Steven Zubers Motor stottert zu Beginn. Innert derselben Minute verliert er wegen fehlender Handlungsschnelligkeit gleich zwei Mal den Ball.
- 7. Minute: Guter Querpass von Miguel Reichmuth vor dem gegnerischen Strafraum auf Steven Zuber, dem unbedrängt der Ball weit verspringt. Reichmuth holt diesen mit einem herzhaften Sprint in Richtung eigenes Tor wieder zurück.
- 12. Minute: Zuber rutscht an der Seitenlinie erneut ein einfacher Ball unter dem Schlappen durch und geht ins Seitenaus.
- 15. Minute: Erste Abschlussbeteiligung. Bei einem schnellen Konter ausgelöst von Gomez über Reichmuth bedient Zuber Phaëton.
- 27. Minute: Das grosse Highlight! Da sich Emmanuel wuchtig im Eins-gegen-eins gegen Kabacalman durchsetzen kann, eilt der zweite Sion Sechser Sow diesem zu Hilfe. Dadurch hat Zuber viel freien Raum vor sich als Emmanuel ihn mit dem richtigen Timing bedient. Die Nummer Zehn des FCZ nutzt diesen Raum optimal aus und haut den Ball entschlossen aus 23m herrlich zum 1:0 ins rechte Lattenkreuz.
- 35. Minute: Kamberi mit einem Top-Diagonalball auf Volken, der eine gute Flanke an die Fünfmetergrenze bringt, wo Zuber beim Kopfballversuch das Timing etwas fehlt.
- 40. Minute: Zuber humpelt nach einem Sprint – ohne Einwirkung des Gegners . Bis zur Pause kann er defensiv nicht mehr richtig mithelfen, was die Sion-Gegenstösse sofort gefährlicher macht.
- 45. Minute: Nach dem Pausenpfiff rennt Zuber als Erster in die Kabine. Um sich behandeln zu lassen?
- 55. Minute: Beim 2:0 Reversons nach einer langen Passkombination durch die Zürcher Reihen ist Zuber nicht direkt beteiligt. Allerdings hilft er mit seinem Lauf Richtung Tor mit den Raum zu schaffen in den sich Reverson zurückfallen lassen und freistehend einnetzen kann.
- 63. Minute: Erster FCZ-Corner! Zuber spielt mit Palacio kurz und überlegt hin und her bis er frei zum Flanken kommt. Die Flanke an den zweiten Pfosten gerät aber etwas zu weit.
- 70. Minute: Ab diesem Zeitpunkt lässt Zuber speziell in seiner Defensivarbeit wieder stark nach. Dies trägt neben den Sion-Einwechslungen, -Systemumstellungen und grösserer Risikobereitschaft wesentlich zum Aufbau der Sion-Druckphase bei.
- 77. Minute: Zweiter Zuber-Eckball – Racioppi lässt diesen auf den ersten Blick relativ einfachen Ball aus den Händen gleiten. Der FCZ kann aber nicht profitieren.
- 81. Minute: Am Ursprung des 1:2-Anschlusstreffers von Sion steht, dass Liam Chipperfield zentral in der FCZ-Platzhälfte mit seinem starken linken Fuss enorm viel Raum und Zeit hat um unbedrängt einen präzisen, scharfen Ball an den rechten Flügel auf Chouaref zu spielen. Durch die Schärfe und Präzision dieses Balles geht anschliessend alles sehr schnell. Zuber verhält sich bereits seit der 70. Minute defensiv sehr passiv und lässt einerseits Chipperfield frei, läuft aber gleichzeitig auch Kronig nicht richtig an, der Chipperfield unbedrängt mit einem Zuspiel bedienen kann. Hätte Zuber Chipperfield zugestellt, hätte Kronig den Diagonalball auf rechts spielen müssen. Der Ball wäre wesentlich länger in der Luft gewesen. Emmanuel auf aussen und Gomez in der Mitte wären so nicht jeweils einen halben Schritt zu spät gekommen.
- 81. Minute Doppelwechsel beim FCZ. Krasniqi und Nvendo kommen für Emmanuel und Phaëton. Steven Zuber wechselt von der Doppel-Acht auf den Linken Flügel, die Position von Emmanuel.
- 84. Minute: Anfängerfehler von Zuber – Fehlpass von der Seitenlinie vor den eigenen Strafraum. Krasniqi winkt, Zuber wartet aber zu lange mit dem Abspiel, so dass Bouchlarhem den Pass abfangen kann.
- 85. Minute: Zuber erneut sehr passiv auf der linken Seite. Er überlässt es Volken, allein gegen zwei Gegenspieler zu verteidigen. Glücklicherweise ist die Hereingabe Lukembilas in den Zürcher Strafraum schlecht.
- 87. Minute: Zuber mit einem unnötigen Foul an Chouaref in der eigenen Platzhälfte an der Seitenlinie. Es mag wie Zuber meint eine Fifty-Fifty Entscheidung gewesen sein: beide halten, Chouaref fällt. Trotzdem eine sehr ungeschickte Aktion, die man einem jungen Débutanten als „Lehrblätz“ mal zugestehen könnte, aber eigentlich nicht einem Routinier.
- 87. Minute: Weiter „Juniorenfussball“ von Zuber. Darf einem Profi nicht passieren. Nach dem Foul gibt er den Ball nonchalant ziemlich schnell dem Gegner. Während seine Mitspieler daran sind, sich alle auf ihre Freistoss-Verteidigungsposition an der Strafraumgrenze zu begeben, will Zuber noch mit dem Schiedsrichter über dessen Entscheidung diskutieren. Anstatt vor den Ball zu stehen oder zumindest genau aufzupassen, was Sion macht. Währenddessen spielt Berdayes den Freistoss schnell auf Chouaref. Dieser kann völlig unbedrängt hinter die sich noch in der Formierung begriffene Zürcher Abwehrreihe flanken – Lukembila trifft wie zuvor Nivokazi am nahen Pfosten.
- 93. Minute: FCZ macht Druck und kommt nochmal zu einer letzten Möglichkeit. Zuber verpatzt aber den richtigen Zeitpunkt zum Flanken so dass Lavanchy blocken kann. Im schnellen Gegenzug versucht Chouaref noch Brecher aus der Distanz zu überwinden.
Blick und Züri Live mit umgekehrten Benotungen
Trotz des wunderschönen Tores zum 1:0 ist die Bilanz Zubers gegen Sion letztendlich klar negativ. Der FCZ war auch ohne Zuber und ohne das 1:0 gut im Spiel. Sion kam hingegen ganz wesentlich durch Anfängerfehler und schlechte Defensivarbeit Zubers ins Spiel – und drehte es noch. Die beiden ersten Gegentore gehen zu grossen Teilen auf seine Kappe. Möglich, dass die in der 40. Minute zugezogene leichte Verletzung einen wesentlichen Einfluss auf Zubers Auftritt gehabt hat. Er hätte sich dies in diesem Fall dann aber eingestehen und einen Wechsel verlangen sollen. Die Trainer wollten wohl einen der wenigen Routiniers auf dem Platz lassen. Dieser beging danach aber eine Reihe von entscheidenden Anfängerfehlern, während die Jungen im FCZ-Dress eine reife Leistung zeigten. Das Alter per se sagt nichts aus – wie Zuber selbst danach auch in einem Interview bemerkt hat.
„Blick“ sah Zuber als besten Spieler und Neil Volken als schlechtesten. Bei Züri Live ist es genau umgekehrt. Numa Lavanchy und Ilyas Chouaref haben am Freitagabend beide zum neunten Mal im Sion-Dress gegen den FC Zürich gespielt. Sie standen in dieser Zeit wohl noch nie einem FCZ-Linksverteidiger gegenüber, der ihnen Mal für Mal so zuverlässig den Ball vom Fuss stibitzt wie Volken bei dessen Startelf-Début. Es war lange Zeit zum Verzweifeln für die zwei. Normalerweise gibt es von ihnen mehr Bälle und Vorstösse in den Strafraum. Chouaref wich nach der Auswechslung Kolollis zwischenzeitlich sogar mal auf die ungeliebte linke Seite aus, in der Hoffnung dort mehr ausrichten zu können.
Chouaref und Lavanchy kommen gegen Volken nicht durch
Das Aufbauspiel lief beim FCZ lange Zeit vorwiegend über die linke Seite mit Sauter und Volken. Sion verschob sich jeweils mehrheitlich auf diese Seite. Volken fand dabei gegen eine gegnerische Überzahl immer wieder gute Lösungen – und so konnte dann jeweils mit einem Diagonalball der auf der rechten Seite völlig freistehende Phaëton bedient werden. Nicht zuletzt half Volkens wie am Lineal gezogener Pass scharf der Seitenlinie entlang Emmanuel vor dem 2:0 den seitlich rausgerückten Sion-Innenverteidiger Hajrizi zu überwinden.

Der Beste: Wirklich auffällig war er über die 90 Minuten nicht. Doch das macht einen Unterschiedsspieler eben aus: Die neue Nummer 10 des FCZ, Steven Zuber, eröffnet die Super-League-Saison mit einem traumhaften Weitschuss nach 27 Spielminuten.
Der Schlechteste: Der 18-jährige FCZ-Linksverteidiger Neil Volken hat einen gebrauchten Tag erwischt. Die ersten zwei Tore liefen über seine linke Seite, beim Missverständnis zum dritten Gegentor hat er die Füsse massgeblich mit im Spiel und auch sonst war er mehr als nur überfordert.
– Tobias Wedermann, Pascal Keusch, Blick

Die beiden Flügel Emmanuel und Phaëton hatten von Trainer Mitchell Van der Gaag die Aufgabe bei Vorstoss des gegnerischen Aussenverteidigers bis ganz nach hinten den äussersten Raum an der Seitenlinie zu verteidigen. So bildete sich in diesen Situationen hinten jeweils eine Fünferkette wobei die Zürcher Aussenverteidiger (Volken / Kamberi) leicht einrückten. Daher war es Emmanuels und nicht Volkens Aufgabe beim ersten Sion-Tor ganz aussen an der Seitenlinie die Flanke zu verhindern. Dies schaffte der Nigerianer knapp nicht – vor allem auch wegen vorhergehenden groben Versäumnissen des Zürcher Mittelfeldes (Zuber, und wohl auch Palacio). Das Gegentor fiel also zwar über „Volkens Seite“, aber dass es zu dieser Flanke Chouarefs kam, lag nicht in erster Linie an ihm. Beim zweiten Gegentor gilt dies noch weniger, denn hier handelte es sich um eine Freistosssituation, wo die Raumzuteilung jeweils völlig anders ist, als bei laufendem Spiel. Zuber war derjenige Spieler, welcher dieses Gegentor eindeutig am meisten hätte verhindern können und müssen.
Brecher bringt seine Verteidiger in die Bredouille – und ermöglicht Winsley Boteli den FCZ zum zweiten Mal „abzuschiessen“
Dann der Nackenschlag des dritten Gegentores zum 2:3. Eine Drop & Chase-Aktion wie man sie aus dem Eishockey kennt. Von ganz hinten nach ganz vorne gespielt (in diesem Fall von Torhüter Racioppi). Die Verteidiger des FCZ jagen dem Ball nach mit den gegnerischen Stürmern im Nacken. Das Schlechteste was ein Torhüter in so einer Situation machen könnte, wäre rauszukommen und seinen Verteidigern ins Handwerk zu pfuschen. Aber genau das macht Yanick Brecher. Mitchell Van der Gaag hatte in der 86. Minute mit Ihendu und Stork zwei Innenverteidiger eingewechselt um einerseits den gegen Ende der Partie abbauenden Sauter zu ersetzen und andererseits auf Fünferkette umzustellen – um die zunehmenden Sion-Angriffe über die Seiten noch besser verteidigen zu können. Dann fällt das 2:2 auf einen unnötig verursachten Standard.
Vor dem 2:3 zahlt sich hingegen die Fünferkette eigentlich aus. Mit dem linken Innenverteidiger Stork und Linksverteidiger Volken sind beim Drop & Chase in der Rückwärtsbewegung gleich zwei Zürcher am nächsten zum Ball – mit Ilyas Chouaref in ihrem Rücken. Die Situation ist unter Kontrolle. Die Zürcher Verteidiger könnten den Ball mindestens ins Seitenaus schlagen oder mit ihrer spielerischen Qualität möglicherweise gar direkt wieder einen Gegenangriff starten. Dass Brecher in dieser Situation rauskommt ist völlig unnötig und bringt seine Vorderleute in die Bredouille. Anstatt sich um den Ball zu kümmern, müssen Stork und Volken nun plötzlich mit aller Kraft verhindern, dass der von hinten anstürmende Chouaref vor Brecher an den Ball kommt. Die beiden reagieren und kooperieren dabei optimal! Der kräftigere Stork kümmert sich sofort um Chouaref und stellt sich in dessen Laufweg, während der kleinere Volken möglichst nahe am Ball bleibt und diesen eng abdeckt – da er ja nicht wissen kann wie lange Stork es in seinem Rücken schafft, Chouaref aufzuhalten. Dank der guten Arbeit von Stork und Volken kommt dann Brecher tatsächlich vor Chouaref an den Ball, könnte diesen wegschlagen, zögert aber einen Moment, kommt so unter Druck und spielt ihn dann Boteli in die Füsse, der ins verwaiste Tor trifft. Dass Brecher anschliessend auf dem Platz auch noch öffentlichkeitswirksam den Startelf-Débutanten anschnauzt, obwohl er selbst den Fehler gemacht hat, ist nicht Captain-like. Auch in Interviews nach dem Spiel schob Brecher weiter seinen jungen Verteidigern die Schuld zu. Passt auch nicht zum Südkurven-Motto vor der Partie: „Gmeinsam starch wie e ballti Fuscht“.

Siegtorschütze Winsley Boteli hatte im Servette-Dress den FC Zürich bereits vor drei Jahren mit zwei frühen Toren im U16-Meisterschaftsfinal “abgeschossen“. Auf FCZ-Seite stand damals wie heute Neil Volken in der Startformation – dazu der aktuell verletzte David Vujevic (hier geht’s zum Matchtelegramm). Der ebenfalls eingewechselte Ausgleichstorschütze Josias Lukembila traf zudem ebenfalls bereits gegen den FC Zürich – vor gerade mal zwei Monaten am 13. Mai zur Führung des FC Winterthur im Letzigrund. Sion begann im üblichen 4-2-3-1 grösstenteils mit dem letztjährigen Team – und änderte dann im Verlauf der 2. Halbzeit auch aufgrund des Zweitore-Rückstandes die Taktik und brachte neues Personal. Erst auf ein 4-3-3, dann wieder zurück zum 4-2-3-1 und schliesslich auf ein 4-2-4. Der FCZ agierte im üblichen 4-3-3, defensiv aber etwas kompakter als noch unter Ricardo Moniz. Mit der Sion-Umstellung aufs 4-2-4 hatte der FCZ phasenweise Probleme, gerade im Mittelfeld. Alle drei Sion-Tore wurden durch Neuzugänge erzielt.
Drei Sommer-Zugänge sorgten mit ihren Treffern in der 81., 87. und 91. Minute für die nicht mehr für möglich gehaltene Wende. Zunächst gelang Rilind Nivokazi, im letzten Jahr bester Torschütze in der Challenge League, der Anschlusstreffer. Dann glich Josias Lukembila per Kopf aus, ehe Winsley Boteli von einem Missgeschick des Zürcher Goalies profitierte und ins leere Tor traf.
– Blue

Personalien – Emmanuel gereift

- Matthias Phaëton: Ist an vielen Abschlüssen beteiligt und arbeitet auch defensiv mit. Kann seine Freiheiten aber nicht zu Zählbarem nutzen.
- Nelson Palacio: Zu Beginn mit Ballverlusten. Defensiv insgesamt okay, abgesehen von einzelnen Stellungsfehlern.
- Ilan Sauter: Muss sich erst noch an die Super League-Intensität gewöhnen. Seine Spieleröffnung ist beim Trainer aber sicherlich ein Pluspunkt im Vergleich zur Konkurrenz.
- Gian Stork: Machte in der kurzen Einsatzzeit defensiv und im Spielaufbau alles richtig. Gelungenes Début.
- Daniel Ihendu: Zwei entschlossene Klärungen aus dem Strafraum. Wurde am Ende noch als „Brecher“ nach vorne geschickt.
- Damienus Reverson: Lange Zeit wenig im Spiel, schiesst aber in der Super League bisher alle 71 Minuten ein Tor (fünf Tore in 357 Minuten). Zu Beginn der Partie Ballgewinne für den FC Zürich durch engagiertes Forechecking Reversons.
- Yanick Brecher: Hat gemäss dbfcz mit 343 Wettbewerbsspielen für den FC Zürich Alain Nef und Urs Fischer eingeholt. Ist 80 Minuten lang abgesehen von seiner Beteiligung am Spielaufbau praktisch beschäftigungslos. Begeht dann in der Nachspielzeit zwei entscheidende Fehler (übermotiviertes Herauskommen, Fehlpass auf Boteli), die Sion das Siegtor bringen.
- Umeh Emmanuel: Schon letzte Saison hat er gegen Sion und Yverdon seine besten Partien gemacht. Er wirkt aber auch allgemein nach einem Jahr in Zürich persönlich und fussballerisch gereift. Die klaren Leitlinien unter Van der Gaag scheinen ihm zusätzlich gut zu tun. Setzt sich bei beiden Assists erst mit seiner Wucht gegen Kabacalman / Hajrizi durch und legt dann im richtigen Moment überlegt ab für den besser postierten Mitspieler (Zuber / Reverson). Sein taktisches Verhalten war letzte Saison bis zum Schluss sein grösstes Manko. Nun verhielt er sich bereits im ersten Spiel offensiv-taktisch sehr gut und defensiv-zumindest stark verbessert. Positionierung und Laufweg vor dem 2:0 war einstudiert. Vor dem 1:2 Sions kommt er bei einem sehr gut gespielten Sion-Spielzug gegen Chouaref einen kleinen Schritt zu spät. Im Vergleich zu den Versäumnissen Zubers bei den ersten beiden Gegentreffern war das aber ein kleiner Fehler
- Miguel Reichmuth: Bester Mann der 1. Halbzeit, konnte seine Startelfnomination rechtfertigen.
Einen «Horrorstart» nennt es Miguel Reichmuth, der im Zentrum starten darf und eine gute Leistung zeigt. Vor allem in der ersten Halbzeit überzeugt der 21-Jährige aus dem eigenen Nachwuchs durch viele Balleroberungen und kluge Seitenverlagerungen. Er ist einer dieser Lichtblicke, von denen es, zumindest bis zum zweiten Zürcher Tor durch Damienus Reverson (55.), doch einige gab.
– Loris Brasser, Tages-Anzeiger
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