Zum zweiten Mal gegen Lichtsteiner / FCB – FCZ mit möglichen taktischen Formationen

Der FC Zürich trifft mit sechs sieglosen Speien im Rucksack im St. Jakob Park auf einen FC Basel mit drei Niederlagen in Folge in der Tasche. Speziell an diesen drei “Nullern“ unter dem neuen Trainer Stephan Lichtsteiner ist, dass sie innert einer Woche das Ausscheiden im Europacup, im Schweizer Cup und vielleicht auch im Titelrennen der Super League bedeuten. Der Rückstand auf Leader Thun beträgt nun immerhin schon 14 Punkte. Auch bereits 11 Punkte Rückstand hat der FC Zürich gegenüber dem heutigen Gegner. Für den FCZ stellt sich heute die Frage, ob er noch im Kampf um die Top 6 mitmischen kann, oder sich definitiv auf den Abstiegskampf fokussieren muss.

Matthias Phaëton zurück

Beim FCZ ist Mathias Phaëton wieder mit dabei, der sich vor 14 Tagen beim Torjubel nach dem 1:0-Führungstreffer gegen den FCB eine Spielsperre eingehandelt hatte. Dafür ist Philipp Keny gesperrt. Eine offene Frage ist, ob die Spielbewilligung für Alexander Hack bereits eingetroffen ist und ob er auch sonst bereits ready ist für einen Einsatz im neuen Team. Silas Huber soll wie in Bern wieder im Tor stehen. Beginnt zudem erneut Nelson Palacio? Oder wieder Miguel Reichmuth?

Transfer von FCZ-Talent Giacomo Koloto zu Basel sorgte vor 2 Jahren für Aufruhr

Neben Kevin Rüegg hat der FC Basel mit Giacomo Koloto neuerdings einen weiteren FCZ-Junior in der 1. Mannschaft im Einsatz. Auch die GC-Junioren Dion Kacuri und Marvin Akahomen haben unter dem neuen Coach Stephan Lichtsteiner bessere Einsatzchancen. Koloto war seit sehr jungen Jahren eines der herausragenden Talente im FCZ-Nachwuchs und war mit Jill Stiel Stammspieler an der U17-WM in Katar im November. Sein Transfer war einer von mehreren Abgängen von grossen Talenten aus dem FCZ-Nachwuchs, die in der Zeit vor der Amtsübernahme von Milos Malenovic aufgegleist worden waren. Als Reaktion begann der FCZ dann während der Malenovic-Amtszeit offensiv und frühzeitig langfristige Verträge mit den besten Talenten abzuschliessen – solche schmerzhaften Abgänge wie der von Koloto gab es unter Malenovic dann nicht mehr. In den letzten Jahren vorwiegend auf dem Flügel oder auf der Zehner-Position eingesetzt, wurde der junge Stadt-Zürcher beim Cup-Spiel in St. Gallen zur Pause für Albian Ajeti eingewechselt, und erzielte in seiner typischen Art per Kopf das zwischenzeitliche Ausgleichstor. Auf Trainer Stephan Lichtsteiner traf der FC Zürich dieses Saison bereits im Cup, als man damals noch unter Coach Mitchell Van der Gaag mit dem 1.Liga-Spitzenteam auf dem Moos Probleme hatte. Stürmer Philippe Keny, der heute in Basel gesperrt ist, sah damals praktisch keinen Ball.

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Kann Reichmuth Cognat stoppen? / Servette – FCZ mit möglichen taktischen Formationen

Mit Servette und dem FCZ treten zwei Teams mit Hoffnungen aber gleichzeitig einer unkonstanten Saison gegeneinander an, die beide in der Tabelle im Vergleich mit konstanteren Mannschaften wie Thun oder Sion ins Hintertreffen geraten sind. Bei Servette hat offenbar das bittere Ausscheiden gegen Viktoria Plzen in der Champions League-Qualifikation zu einem ähnlichen Schock geführt wie beim FCZ 22/23 gegen Qarabaq Agdam. Der FC Zürich hat während der Saison bereits einen Trainer- und Sportchef-Wechsel hinter sich mit den daraus ebenfalls folgenden personellen Wechseln im Kader. Kein einziges Mal trat der FC Zürich im Jahr 2025 in Genf an! Dies aufgrund des „Schotten-Modus“ und Spielplanes. In den zwei Duellen im Letzigrund verlor der FCZ im März mit dem damaligen Coach Ricardo Moniz 1:3 und gewann im September unter Mitchell Van der Gaag mit 2:1. Letzteres war damals die zweite Liga-Partie von Jocelyn Gourvennec als Servette-Verantwortlicher an der Seitenlinie gewesen. Der FC Zürich kam nach 2:0-Führung durch einen Tsawa-Doppelpack im Verlauf der 2. Halbzeit immer mehr unter Druck und brachte die drei Punkte nach Platzverweisen gegen Bangoura und Sauter mit Glück ins Trockene.

Wer ersetzt beim FCZ Steven Zuber?

Beim letzten Auftritt in Genf im November 2024 traf Bledian Krasniqi beim 1:1 mit einem herrlichen Weitschusstor. Es war eines von 16 Toren Krasniqis in seinen 162 Partien für die 1. Mannschaft des FCZ. Sein Début hat Krasniqi in der Europa League-Saison 18/19 unter Ludo Magnin gefeiert. Nach zwei Leihjahren in Wil gehört der eingefleischte FCZ-Anhänger seit der Meistersaison 21/22 zum Stammpersonal. Auch in der aktuellen Saison gehört er zu den elf Spielern mit den meisten Spielminuten im Kader und hat in Wettbewerbspartien am meisten Torvorlagen geliefert. Nach seinem ausgezeichneten Saisonstart wurde er zuletzt allerdings nicht mehr häufig für die Startformation berücksichtigt. Vor der Winterpause sah man von ihm als Joker einzelne gute Aktionen.

Der Abgang von Steven Zuber könnte Krasniqi nun die Chance eröffnen wieder in die Startelf zu rücken – zumal Trainer Dennis Hediger wohl davon abrücken wird, einen gelernten Stürmer wie Umeh Emmanuel auf der Zehner-Position laufen zu lassen. Im einzigen Test vor einer Woche in Kaiserslautern war Krasniqi allerdings noch krank gemeldet. Für ihn lief der von seiner Leihe aus Vaduz frühzeitig zurückgekehrte Nevio Di Giusto auf. Im „Ländle“ unter Trainer Marc Schneider stand ihm auf der Zehner-Position Luzern-Talent Ronaldo Dantas vor der Nase. Als dritte gute Option steht zudem Jill Stiel in den Startlöchern.

Wer stoppt Cognat, Stevanovic und Njoh?

Vor der Winterpause hat der FC Zürich unter Dennis Hediger jeweils mit Dreierabwehr in einem 3-4-1-2 gespielt. Kaiserslautern-Trainer Torsten Lieberknecht sprach aber nach dem hinter verschlossenen Türen durchgeführten Testspiel davon der Gegner habe im Rhombus gespielt. Dementsprechend könnte als überraschende Variante in Genf doch wieder ein FCZ mit Viererabwehr auftauchen. Was sicherlich gleich bleiben wird ist ein im Vergleich zur Zeit unter Ural, Moniz und Van der Gaag wieder vertikaler agierender FC Zürich mit einem Zwei Mann-Sturm und einem Zehner dahinter – ohne Flügelspieler und wenig Speil über die Seiten. Aus diesem Grund passt der sich auf dem Absprung befindende Jahnoah Markelo auch nicht mehr ins Team.

Mit Miguel Reichmuth hat der FC Zürich einen wendigen Sechser, der prädestiniert ist es mit dem Genfer Schlüsselspieler Timothée Cognat aufzunehmen. Bei der Auftaktniederlage (0:1) nach der Winterpause gegen Lausanne-Sport zeigte sich Cognat bereits wieder in bestechender Form. Ihn ganz auszuschalten ist nicht einfach. Weitere Schlüsselspieler in der Genfer Offensive sind Flügel Miroslav Stevanovic über rechts und Linksverteidiger Lilian Njoh über links. Falls er sich fit meldet wird es sicherlich die Aufgabe von Neuverpflichtung Chris Kablan sein, die Kreise von einem der beiden einzuschränken. Zuletzt auf Zypern hat Kablan zwar bei einem Eckball ein schönes Tor erzielt, blieb defensiv aber nicht immer über alle Zweifel erhaben. Mitentscheidend wird für den FCZ im Stade de Genève auch die Verteidigung der starken Genfer Standards von Cognat, Stevanovic und Njoh sein, die häufig kurz ausgeführt werden.

Viele talentierte Varianten am Linken Flügel Servettes

Servettes junger Linker Flügel Mardochée Miguel musste im Léman-Derby gegen Lausanne-Sport nach einem ansonsten starken Auftritt, aber einer hart gepfiffenen ersten Gelben Karte wegen Foulspiels, und einer korrekten zweiten Gelben Karte wegen Schwalbe schon vor der Pause mit Gelb-Rot unter die Dusche – und ist gegen den FCZ gesperrt. Der aus dem Servette-Nachwuchs stammende Portugiesische Junioren-Nationalspieler Keyan Varela könnte ihn ersetzen. Allerdings soll dieser auch kurz vor einem Wechsel zum Polnischen Spitzenteam und Conference League-Sechzehntalfinalist (gegen Fiorentina) Jagiellona Byalistok stehen, wo bereits die beiden Ex FCB-Akteure Pululu und Pelmard engagiert sind. Vielleicht wird das Spiel gegen den FCZ Varelas letzter Auftritt im Grenat-Dress. Mit Malek Ishuayed wäre ein weiteres vielversprechendes Nachwuchs-Talent eine Altermative – oder Lilian Njoh wird eine Reihe vorgezogen. Dies wiederum würde wohl dem U21-Captain Téo Allix zur Startelf-Nomination verhelfen – und Linksfuss Bradley Mazikou den Wechsel auf seine präferierte Seite. Aus Polen (Legia) zurückgekehrt in die Schweiz ist hingegen Marco Burch. Gegen Lausanne-Sport war der innenverteidiger noch nicht spielberechtigt gewesen, da das Transferfenster in der Schweiz erst am 15. Januar geöffnet wurde. Bei Gourvennecs Servette wird Burch die Aufgabe haben auch gegen einen hoch attackierenden FCZ mit Flachpassspiel hinten heraus zu kombinieren.

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