Oleg Veretilo: „Chikhaoui vergisst man nicht mehr so schnell“

Interview mit Aussenverteidiger Oleg Veretilo (dinamo-minsk.by + zuerilive.ch)

War es schwer gegen den FCZ zu spielen?

Ja, natürlich, das ist eine gute Mannschaft. Aber wir haben einfach hinten organisiert gespielt, dazu hatten wir sowohl in der ersten, wie auch in der zweiten Halbzeit eine Torchance. Und wir haben das Tor gemacht. Danach haben wir kompakt und konsequent weiter gespielt.

Die Spieler des FCZ sagten, dass sie überrascht gewesen seien, dass Dinamo Minsk ein Pressing aufzieht (Anmerkung der Red.: dies war die Aussage von Simonyan – die anderen FCZ-Spieler haben gesagt, dass sie diesbezüglich nicht überrascht gewesen seien),  war dies geplant oder ist das im Spiel spontan entstanden?

Ja, der Trainer hat dies so angeordnet, dass wenn die gegnerischen Innenverteidiger den Ball auf die Seite spielen, wir ein Pressing aufziehen sollen, oder wenn sie zum Torhüter zurückspielen. Und wir haben das gemacht.

Das Spiel war offensichtlich anstrengend. Man sah, dass ihr nach dem Spiel sehr müde wart.

Ja, dieses Spiel war sehr anstrengend. Der FC Zürich hat die ganze Zeit attackiert, wir mussten viel verteidigen und versuchen, kompakt zu bleiben. Wir haben es gut gemacht, der Gegner kam kaum zu  Torchancen. Wir hätten vielleicht schon in der ersten Halbzeit die Führung erzielen können, aber es klappte nicht. 1:0 auswärts, das ist ein sehr gutes Resultat. In Brest werden wir so anders spielen können.

Der gegnerische Trainer hat an der Pressekonferenz die gute Arbeit der Dinamo-Verteidigungslinien gelobt. Fühlst du dich geschmeichelt?

Klar, ja, aber es ist auch wahr. Wir haben sehr gut gespielt. Der FCZ hat eine gute Equipe mit starken Individualisten. In der Pause wurde der Captain Chikhaoui eingewechselt – das ist ein Gegenspieler, den man nicht so schnell vergisst.

Hat dich etwas am Gegner überrascht?

Ich habe erwartet, dass es ein guter Gegner sein wird, kämpferisch stark – wie wir. In Brest wird es ebenfalls schwierig sein, gegen sie zu spielen.

Wie gross sind die Chancen für Dinamo nun nach dem Hinspiel, eine Runde weiterzukommen?

Die Chancen stehen nach dem ersten Spiel weiterhin Fifty-fifty.

Wie ist die Atmosphäre im Team vor dem Rückspiel? Du erinnerst dich sicherlich an die Atmosphäre im Stadion gegen Trabzonspor vor zwei Jahren (vor 7.500 Zuschauern in Brest, Endresultat: 0:1 – die Red.)…

Die Atmosphäre im Team ist natürlich gut. Und an das Spiel vor zwei Jahren kann ich mich natürlich erinnern. Ich hoffe, dass am Donnerstag die Leute ins Stadion kommen. Die Fussballanhänger in Brest sind gute Fans und sie sind mit unseren Supportern befreundet. Ich hoffe, dass sie uns unterstützen werden. Das Stadion wird wohl voll sein und die Zuschauer werden uns nach vorne treiben.

Europa League-Auslosung – die möglichen Gegner

Heute Vormittag wurde die sogenannte Gruppeneinteilung für die Europa League-Auslosung um 13 Uhr vorgenommen. Damit hat sich das Feld der möglichen Gegner auf acht Mannschaften reduziert. Hier eine Kurzeinschätzung…

PFC Cherno More Varna (BUL): Cupsieger Bulgariens, in der Liga auf dem 8.Platz gelandet, keine weltbewegenden Transfers. Fazit: Der FCZ sollte das Weiterkommen schaffen, zudem eine herrliche Reisedestination an den Touristenort am Schwarzen Meer, welches der Verein in seinem Klubnamen trägt.

FC Dinamo Minsk (BLR): Zweiter in der Meisterschaft, mehrere Nationalspieler im Team, letzte Saison in der Europa League Gruppenphase, dort mit einem Auswärtssieg gegen Fiorentina. Fazit: Dinamo sollte sich gegen Cherno More durchsetzen (Hinspiel auswärts: 1:1) und wäre ein schwieriger Gegner für den FCZ.

FC Dacia Chisinau (MDA): Zweitplatzierter in der Meisterschaft, in welcher es viele Trainerwechsel gab. Fazit: Der FCZ wäre klarer Favorit. Dacia wird aber nach der Heimspielniederage gegen Zilina (1:2) wohl ausscheiden.

MŠK Žilina (SVK): Erreichte 2010 ein Jahr nach dem FCZ ebenfalls die Champions League Gruppenphase, letzte Saison in der Meisterschaft Zweiter, mit 13 Punkten Vorsprung auf den letztjährigen FCZ-Gegner Spartak Trnava.  Fazit: Gegen Trnava zeigte der FCZ letztes Jahr keine gute Leistungen und kam in Bedrängnis, Zilina ist nochmal ein stärkerer Gegner. Der FCZ wäre trotzdem leichter Favorit.

AEK Larnaca FC (CYP):  Beendete die Meisterschaft punktgleich mit dem letztjährigen FCZ-Gegner Apollon auf dem zweiten Platz, die Struktur der Mannschaft ist auch sehr ähnlich mit Spielern unter anderem aus der Spanischen Segunda Division. Fazit: In der Gruppenphase hat der FCZ auswärts gegen Apollon verloren und zu Hause mit etwas Glück gewonnen. Larnaca wäre gleich stark einzuschätzen. Wird Zypern zur Tradition? Es wäre die Gelegenheit, auf Zypern Orte zu besuchen, für welche letzes Mal die Zeit nicht gereicht hat.

İstanbul Başakşehir (TUR): Der neureiche Klub im türkischen Fussball, mit einem neuen vor Jahresfrist eröffneten Stadion benannt nach Nationaltrainer Fatih Terim, und etablierten Grössen wie Emre Belözuglu oder Semih Sentürk, die für den Grossklub Fenerbahce nicht mehr gut genug waren, und Nationalspielern aus Bosnien oder Moldawien. Letzte Saison Vierter noch knapp vor Trabzon und Bursa. Fazit: Istanbul BB wäre leichter Favorit, aber der FCZ könnte dem Gegner trotzdem auf Augenhöhe begegnen.

FC Kairat Almaty (KAZ): Hat mit Anatoly Timoshchuk eine Starverpflichtung getätigt, ausserdem spielt im Sturm der ehemalige Xamax-Bomber Gérard Gohou. Kairat hat Roter Stern Belgrad mit zwei Siegen rausgeworfen. Almaty ist die grösste Stadt Kasachstans, im Süden des Landes, umringt von Bergen. Fazit: Würde zusammen mit Istanbul BB, Dinamo Minsk und Larnaca sicherlich zu den stärkstmöglichen FCZ-Gegnern gehören.

Alashkert FC (ARM): Der FCZ wäre Favorit, Alashkert wird sich nach der 0:3-Niederlage im Hinspiel wohl kaum gegen Kairat durchetzen.

Sion – FCZ 1:2 Highlights

Trainer Urs Meier setzt mit einer Aufstellung im 4-4-2 System neue Impulse, Chiumiento und Etoundi laufen an der Stätte, wo sie vor fünf Monaten beim 3:1-Auswärtssieg getroffen hatten, als Sturmduo auf, Djimsiti spielt Rechtsverteidiger, Philippe Koch auf der linken Seite. Die Mannschaft kommt nach einer harzigen Anfangsphase immer besser in die Partie, Spielfreude und Siegeswillen sind klar erkennbar. Die Pausenführung durch den Handspenaltytreffer von Avi Rikan ist verdient.

Auch wenn im Wallis die Fans nur noch vom Cupfinal reden auch mit den entsprechenden Gesängen während der Partie, will ihre Mannschaft das Spiel gegen den FC Zürich unbedingt gewinnen, um sich die Chancen auf die Europa League-Qualifikation auch über die Meisterschaft noch zu wahren, und zieht eine enorme Schlussoffensive auf, aus welcher der FCZ mit Mann und Maus verteidigend und einer starken kämpferischen Leistung schlussendlich glücklich, aber sicherlich nicht unverdient, als Sieger hervorgeht.

FC Sion – FC Zürich 1:2 (0:1)

Tourbillon – 4700 Zuschauer – SR Klossner

Tore: 30. Rikan (Handspenalty) 0:1, 53. Rikan (Foulpenalty) 0:2, 56. Follonier 1:2

Sion: Vanins; Ziegler, Zverotic, Vanczak, Rüfli (81. Perrier); Kouassi, Fernandes (88. Herea); Assifuah, Carlitos, Follonier (84. Akolo); Konaté

Zürich: Brecher; Nef, Kecojevic, Djimsiti; Schneuwly, Buff, Rikan, Philippe Koch (63. Kleiber); Chiumiento (76. Chermiti), Rodriguez (85. Elvedi); Etoundi

Aargauer KaPo dreht an der Gewaltspirale

Die Kantonspolizei Aargau verfügt die Sperre des Gästeblockes im Fussballspiel FC Aarau gegen den FC Zürich von heute Samstag und behauptet, dies mit dem Ziel zu tun, die öffentliche Sicherheit zu wahren. Die Meldung kommt unerwartet, aber keineswegs überraschend. Man braucht kein Hellseher zu sein, um vorauszusehen, dass diese Massnahme grosses Potential hat, genau das Gegenteil von öffentlicher Sicherheit hervorzubringen. In den letzten Jahren war es rund um Fan-Randale an Fussballspielen in der Schweiz ziemlich ruhig geworden. Experten der Materie meldeten einen Rückgang der Vorfälle, in Basel beispielsweise war man drauf und dran, die Polizeikontingente für Einsätze an Fussballspielen wieder zu reduzieren.

Offenbar war es verschiedenen Verantwortlichen im Polizeiapparat nun zu ruhig geworden. Denn im Zuge des berühmt-berüchtigten „Hooligan-Konkordats“ waren den „Ordnungshütern“ ja weitreichende Ermächtigungen in die Hand gegeben worden, und dieser neugewonnenen Macht wollte man sich nun natürlich betätigen. Dies ist alles keine Überraschung. Denn es braucht schon sehr viel Naivität in Kombination mit einem Fensterplatz im Geschichtsunterricht, um den salbungsvollen Beteuerungen eines Staatsapparates vom „massvollen“ Einsatz solcher Machtmittel glauben zu schenken. Ebenfalls alles andere als ein neues Phänomen ist, dass die Staatsmacht massive Einschnitte in die Freiheits- und Menschenrechte zuerst gegen eine in der breiten Bevölkerung unbeliebte Gruppe, im aktuellen Fall die „Fussball-Fans“, einsetzt. Dies dient sowohl der Rechtfertigung wie auch der Gewöhnung der Bürger an verfassungswidrige Mittel, welche im Normalfall nie und nimmer mehrheitsfähig wären.

Der relativen Ruhe rund um Schweizer Fussballspiele wurde am 21.Februar mit dem im voraus geplanten Überfall der Zürcher Stadt- und Kantonspolizei auf 800 (!) friedlich Richtung Stadion ziehende FCZ-Fans und der anschliessenden sechsstündigen (!) Einkesselung ein Ende gesetzt. Wie an dieser Stelle damals vermutet, hat dieses Ereignis in der Südkurve ganz offensichtlich zu einer Radikalisierung geführt. Man braucht nicht Psychologie studiert zu haben, um zu verstehen, dass solche Ungerechtigkeiten und Kollektivbestrafungen, und dann noch von Seiten der mit besonderen Vollmachten ausgestatteten Ordnungshüten, selbst bei ansonsten eher harmoniebedürftigen Gemütern starke Ressentiments wecken. Die radikalsten Elemente einer Fangruppierung erhalten so massiv Auftrieb, weil sie nun auch bei den Gemässigten zumindest teilweise auf Verständnis stossen.

Ganz in der Tradition ihrer Zürcher Kollegen eskaliert nun die Aargauer Kantonspolizei das Problem einer kleinen gewaltbereiten Gruppe innerhalb der Fanszene und schliesst gleich alle FCZ-Fans vom Spiel aus. Selbst Kinder dürfen nicht mit FCZ-Fanutensilien ins Stadion. Der lokale TV-Sender TV M1 schliesst daraus: „Zürcher Fans wollen wir nicht“. Nun heisst es also plötzlich ganz allgemein „Zürcher“ gegen „Aargauer“ – als Folge davon werden natürlich die radikalsten Strömungen in beiden Fanlagern starken Zulauf erhalten. Die ziemlich kurzfristig verhängte Massnahme der Aargauer KaPo wird heute zudem gewaltbereite Jugendliche aus der ganzen Schweiz wie die Motten zum Licht nach Aarau ziehen. Diese Entwicklungen müssen die Polizeistrategen voll und ganz auf ihre Kappe nehmen.

Im Brügglifeld-Stadion hatte es mit den FCZ-Fans in den letzten Jahren nie wesentliche Probleme gegeben. Im November war im Gegenteil der Zürcher Spieler Nico Elvedi von einem Wurfgeschoss aus dem Aarauer Sektor am Kopf getroffen worden. Und im Stadion randaliert wurde in den letzten Jahren nur ein einziges Mal, und dies durch Basler Fans nach dem Gewinn der Meisterschaft. Ansonsten gab es jeweils ausserhalb des Stadions wesentlich häufiger Probleme, als innerhalb –  zuletzt während und nach dem Heimspiel gegen St.Gallen, als die Gästefans ebenfalls angereist waren, aber aus Protest gegen die Preispolitik nicht ins Stadion hineingingen.

In einer Strassenumfrage eines VJ’s der Aargauer Zeitung äusserten gestern mehrere Aarauer Passanten, dass sie sich im Stadion jeweils sicher fühlen, in der Innenstadt aber nicht immer. Kein Wunder nehmen die Zuschauerzahlen in der Super League seit Jahren konstant zu. Die regelmässigen Stadionbesucher wissen, wie die Situation tatsächlich ist, während die Abwesenden durch die Medien-Hysterie rund um das Thema „Fussball-Fans“ eine andere Realität aufgetischt erhalten.  Man fühlt sich beim Lesen vieler Zeitungsartikel und Online-Kommentare über Fussball-Fans an Tacitus erinnert, welcher zu Zeiten Julius Cäsars die nördlich des Rheins lebenden Völker aus Propagandagründen rundweg als Barbaren beschrieben hat.

Die Polizeistrategen betreiben derweil Arbeitsbeschaffung für ihre Mitarbeiter. Es ist nicht immer klar, was als Grundlage ihrer Entscheidungen jeweils überwiegt: der böse Wille oder schlicht und einfach Ignoranz und Inkompetenz. Vor Jahresfrist bereits hatten die Zürcher und die Aargauer Kantonspolizei in einem gemeinsamen Effort mit absurden Sicherheits- und bürokratischen Hürden ein Testspiel zwischen dem FC Zürich und dem FC Biel untersagt, bei welchem vielleicht ein Dutzend Rentner und ein oder zwei Journalisten als Zuschauer anwesend gewesen wären. Die gleichen Stellen sind nun offenbar der Meinung, ein Aussperren aller Zürcher Fans würde in Aarau zur öffentlichen Sicherheit beitragen.

In Tat und Wahrheit werden hingegen sogar im Stadion selbst durch diese Massnahme die Risiken eher erhöht, denn normalerweise lassen sich die Ultras bereitwillig in ihren Fansektor einpferchen. Nun ist ein Stadionsturm nicht ausgeschlossen. Dies wäre im Brügglifeld von allen Seiten problemlos möglich. Und dies alles nur, weil es laut Mediensprecher Bernhard Graser offenbar das oberste Ziel der Kantonspolizei Aargau ist, „ein Zeichen zu setzen“. Genauso wie ein Teil der Zürcher Südkurve in den letzten Partien mit ihren Böllern „ein Zeichen setzen“ wollte gegen die Degradierung ihres Lieblingstorhüters David Da Costa, oder wie ein Teil der Basler Muttenzerkurve mit ihrem Sturm der Haupttribüne „ein Zeichen setzen“ wollte gegen das aus ihrer Sicht freche Auftreten der Gästefans. Die Polizei übernimmt bewusst oder unbewusst die Denk- und Handlungsweise der Ultras – es geht offenbar auch den Uniformierten in erster Linie darum, Präsenz zu markieren, Macht zu demonstrieren, Ohnmacht zu therapieren, zu zeigen, dass man „da“ ist, und sich nicht alles gefallen lässt. Die Polizeistrategen sollten sich vielleicht nochmal klar darüber werden, was eigentlich ihr Ziel ist. Kämpfen sie gegen die Hooligans oder gegen den Hooliganismus? Das sind zwei völlig verschiedene Paar Schuhe und erfordern völlig unterschiedliche Arten von Massnahmen. Im einen Fall wird eskaliert, im anderen deeskaliert.

Canepa vs. Jontsch

Im Nachgang zum Spiel in Basel trafen sich die Präsidenten und Besitzer der beiden Klubs (Ancillo Canepa und Bernhard Heusler) bei Jontsch in der „Fussball Arena“ http://www.telezueri.ch/show-brack-ch-fussball-arena#praesidentenrunde zur Diskussion. In der Mausefalle – strategisch gelegen genau in der Mitte zwischen FCZ-Geschäftsstelle und Privatbüro der Familie Canepa. Züri Live vergibt Pluspunkte und Negativpunkte an die drei Diskussionsteilnehmer: Minuspunkt Jontsch + Heusler: Explizit

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Medienspiegel: Canepa und Heusler in der „Fussball Arena“

Im Nachgang zum Spiel in Basel trafen sich die Präsidenten und Besitzer der beiden Klubs (Ancillo Canepa und Bernhard Heusler) bei Jontsch in der „Fussball Arena“ http://www.telezueri.ch/show-brack-ch-fussball-arena#praesidentenrunde zur Diskussion. In der Mausefalle – strategisch gelegen genau in der Mitte zwischen FCZ-Geschäftsstelle und Privatbüro der Familie Canepa. Züri Live vergibt Pluspunkte und Negativpunkte an die drei Diskussionsteilnehmer:

Minuspunkt Jontsch + Heusler: Explizit wird ausschliesslich von „unverbesserlichen Zürchern“ gesprochen und dass im Basler Sektor „weniger passiert“ sei. Gut, Zürcher haben angefangen, aber einer von drei Böllern kam aus der Muttenzerkurve und nach der Partie stürmten rund 200 Basler über die Haupttribüne Richtung Zürcher Fansektor und eskalierten die Situation.

Pluspunkt Canepa: Für die Beschreibung der sportlichen Situation, auch wenn eine Frage nicht beantwortet wurde. Warum ist diese ominöse „Negativspirale“ immer noch auf freiem Fuss, wenn sie solch Unbill anrichtet? Suchen, festnehmen, aburteilen! Jawohl!

Pluspunkt Canepa: „Wir sind ein Team und gehen zusammen durch die guten Zeiten und auch durch die schlechten Zeiten“. Nicht besonders kreativ, dafür aber umso wahrer.

Pluspunkt Heusler: „Das 1:3 müssen wir zählen lassen. Es wäre zu gefährlich, äussere Einflüsse die Ergebnisse bestimmen zu lassen.“ Gut zu wissen, dass es trotz der ganzen Hysterie im Schweizer Fussball Leute mit einem gewissen Verständnis und Weitblick in rechtlichen und Reglementsfragen gibt.

Minuspunkt Jontsch + Canepa: Chiumiento berührt mit angezogenem Bein und geringem Tempo Delgado leicht am Fuss. Dieser fällt mit grosser Theatralik. So ein im Verhältnis harmloses Foul, nach welchem Delgado auch sofort und ohne Probleme weiterspielen kann, mit der Attacke von Wieser zu vergleichen, ist schlichtweg absurd. Der Druck der Medien ist natürlich gross, aber trotzdem sollte auch Canepa vorsichtig damit sein, eigenen Spielern Gesundheitsgefährdung vorzuwerfen, wenn dies nicht der Fall ist. Sein Basler Antipode hätte das mit Sicherheit nicht getan.

Minuspunkt Heusler: Für die etwas gar starke rotblaue Brille bei der Beurteilung der Szenen rund um Gashis Rote Karte.  Wirft Rikan Simulation vor „an Chopf lange, und härewärfe“, dabei bleibt dieser stehen, als ihn Streller wegstösst, was bei Gashi bei Kecojevics Schubser nicht der Fall ist. Gashi hingegen greift Rikan an den Hals und stösst ihn heftig um.

Minuspunkt Jontsch: Am 13.Mai 2006 seien Fans aus der Muttenzerkurve rüber in den Zürcher Sektor gerannt „und umgekehrt“. Wenn Basel einen Titel gewinnt, stürmen die rotblauen Fans jeweils auf den Platz und feiern. Die FCZ-Fans wurden am 13.Mai hingegen von den Sicherheitskräften in einer Ecke eingekesselt, weil Basler, und nur Basler Fans über den Platz gestürmt waren und mit Faustschlägen, Tritten und Pyrofackeln Zürcher Spieler und Offizielle angegriffen haben. Der beinahe schon greise FCZ-Präsident Sven Hotz wurde zudem auf der Haupttribüne von einem Fan geschlagen. So wars.

Pluspunkt Heusler: Für die Klarstellung der Sicherheitssituation und finanziellen Voraussetzungen in Deutschland und in der Premier League: „Deutschland hat es nicht im Griff“. Das musste auch mal gesagt sein.

Pluspunkt Canepa: Die Problematik in der Zusammenarbeit mit der Polizei und Justiz an einem Beispiel überzeugend erklärt. Pflichtprogramm für alle, die immer schreien „die Klubs machen nichts“.

Minuspunkt Jontsch: „Gestern habe ich beim FCZ niemanden gesehen, der zu den Südkürvlern gegangen ist und versuchte, die Situation zu beruhigen“. Aufmerksames Betrachten der Einspieler in der eigenen Sendung würde völlig ausreichen. Denn da sieht man im Hintergrund schön, wie die ganze Zürcher Mannschaft in der Kurve steht, mit den Fans redet und Trikots verteilt.

Pluspunkt Heusler: Für die Bemühungen um die Wiederherstellung der Verhältnismässigkeit. Es ist zwar unglaublich, dass man dafür überhaupt einstehen muss, aber ja: alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich – auch Fussballfans.

Pluspunkt Jontsch: Merci für die Sendung ganz generell. Typische montägliche Verzweiflungstaten wie „Sportlounge gucken“ gehören definitiv der Vergangenheit an.

Schlussresultat

Canepa: 3:1

Heusler: 3:2

Jontsch: 1:4

FCZ: 1:5

Spiel der Wahrheit gegen Aarau

Der FCZ hat erneut die Ehre, die Super League-Runde zu eröffnen, und empfängt den FC Aarau im Letzigrundstadion. In den bisherigen beiden Direktbegegnungen dieser Saison (0:0 im Letzigrund, 1:0 in Aarau) fiel nur ein einziges Tor, erzielt per Kopf durch Nico Elvedi, welcher heute aber krankheitshalber nicht dabei sein kann. Im gleichen Spiel war Elvedi beim Ausführen eines Einwurfes von Aarau-Fans mit einem harten Gegenstand am Kopf getroffen worden, weshalb sich nun der FC Aarau überlegt, Fangnetze im Brügglifeld zu installieren.

Jenes Spiel mit dem rüden Foul von Sandro Wieser gegen Gilles Yapi wurde im Rückblick für beide Teams zum Knackpunkt. Beide verloren an diesem Tag aufgrund einer einzigen übermotivierten Aktion einen wichtigen Mosaikstein. Für den FCZ wurden die zu jenem Zeitpunkt wohl durchaus reellen Chancen auf eine gute Rolle im Kampf um den Meistertitel deutlich reduziert, aber auch Aarau wurde durch dieses Ereignis zurückgeworfen. Wieser hatte in den Wochen davor immer besser ins Team gefunden, und war drauf und dran, den schmerzhaften Abgang von Artur Ionita vergessen zu machen. Der Liechtensteiner fiel unter anderem mit einer langen Sperre aus, und wird auch heute im Letzigrund verletzungsbedingt nicht antreten. In einem Freundschaftsspiel gegen Schöftland mit der Aargauer U21 holte er sich zudem zuletzt eine weitere vom Schiedsrichter gemeldete Rote Karte, welche ihn am kommenden Spieltag sperren wird.

Auch die heutige dritte Saisonbegegnung wird für beide Seiten zum Spiel der Wahrheit. Der FCZ muss sich gegenüber dem in Überzahl eingespielten Derbysieg nochmal steigern, um drei Punkte zu gewinnen. Neben Elvedi fällt auch Philippe Koch weiterhin aus, und Mario Gavranovic ist nach seinen zwei Toren und zwei Assists gegen Lieblingsgegner Kriens vor Wochenfrist für den Test um die Mittagszeit gegen den FC Grenchen für die U21-Mannschaft aufgeboten. Am frühen Abend wird er dann sicherlich zumindest auf der Tribüne im Letzigrund zu sehen sein.

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Die letzten beiden Heimspiele gegen Aarau hat der FCZ unentschieden gespielt. Etoundi könnte im Vergleich zum Derby, wo er kurzfristig ausfiel, wieder in die Startformation zurückkehren. Trotz 2:0-Sieg wurde der Kameruner beim Team von Urs Meier vermisst.  Falls die angeschlagenen Schönbächler und Kukeli nicht antreten können, wäre dies die Chance für Asmir Kajevic, der sich dann zum bereits dritten Mal in vier Spielen in der Startformation beweisen könnte. Mit dem Montenegriner in der Startformation gab es bisher zwei Siege. Maurice Brunner ist eine Option, wahrscheinlicher ist aber ein Einsatz von Avi Rikan von Beginn weg, wohl auf der für ihn aus Israel gewohnten Position auf dem Flügel, wo er mit Rodriguez die Seiten regelmässig wechseln könnte.

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Mit dem Ex-Academyspieler Sandro Burki und Ex-Leistungsträger Dusan Djuric stehen wohl zwei ehemalige FCZ-ler in der Startformation der Aarauer. Juan Pablo Garat fehlt gesperrt, was aber für die Aargauer nicht wesentlich ins Gewicht fallen wird. Igor Nganga könnte für Stephan Andrist auf die rechte Aussenverteidigerposition zurückkehren, auch wenn die offensive Aufstellung mit Andrist hinten rechts beim starken Start in die Rückrunde in Thun (1:1) gut aufgegangen war. Falls Costanzo ausfällt, könnte Trainer Sven Christ im Offensivzentrum mit Senger und Sliskovic auf zwei gelernte Stürmer setzen, von welchen wohl dann immer jeweils einer zurückstaffeln wird.

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