Aufstellung in Bern

Maxime Dominguez spielt nach seinem guten Début gegen GC heute erneut in der Startaufstellung. Der Kunstrasen, auf welchem die Mannschaft in Zürich die Woche durch im Heerenschürli und auf der Allmend trainiert hat, könnte dem spielerisch starken Genfer entgegenkommen. Oliver Buff wurde im Vorfeld als „fraglich“ gemeldet, und sitzt nun zu Beginn auf der Ersatzbank. Der von seiner Sperre zurückgekehrte Cédric Brunner ersetzt Sangoné Sarr in der Startformation. Michael Kempter, der gestern mit der Zweiten Mannschaft in Kriens 1:2 verloren hat, sitzt ebenso auf der Bank, wie Aldin Turkes – dazu Anthony Favre, Moussa Koné und Artjom Simonyan. Gegen GC hat Ivan Kecojevic an Stelle von Alain Nef im Zentrum der Abwehr gespielt. Wird dies auch in Bern beibehalten?

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ZüriLive spricht mit Don Ursulo

Exklusives Kurzinterview mit dem Hobby-Scout, Zigarrenbaron und Hardcore-FCZ-Fan aus Costa Rica.

Vor einer Woche berichtete der «Blick» über Deine Bemühungen im Jahr 2010, den heutigen Weltklassetorhüter Keylor Navas FCZ-Sportchef Fredy Bickel schmackhaft zu machen. Wie war damals der Kontakt mit Navas und dessen Berater genau? Was wurde besprochen?

Ich muss vielleicht ein wenig ausholen. Seit 1994 habe ich meinen Wohnsitz in Costa Rica, und dadurch verfolge ich den hiesigen Fussball hautnah. Mein Stammverein ist Saprissa. Der Stadtklub aus der Hauptstadt San José. Nach der Gründung meines eigenen Fussballklubs, dem «Swiss Dream Team»  – eine Seniorenmannschaft gespickt mit ehemaligen Schweizer Hobbykickern und costaricanischen Ex-Nationalspielern – entwickelten sich viele Freundschaften, auch zu aktuellen Nationalspielern. Das «Establishment» des «FCZ-Forums» würde sagen, Don Ursulo gehöre zur Cervelat-Fussball-Prominenz in Costa Rica.

Navas, von meinem Lieblingsclub Saprissa, ist mir sofort ins Auge gestochen. Ein Torhüter, den man nur alle 20 Jahre sieht, auf alle Fälle im «Pura Vida» Land. So lag es nahe, als ich im Mai 2010 hörte, dass Leoni einen Abgang mache, diesen Navas sofort dem Fredy Bickel vorzuschlagen. Keylor war der beste Freund von Celso Borges, welchen ich dem FCZ drei Jahre zuvor offeriert hatte. Somit war für Keylor klar, dass es sich nicht um einen Schabernack handelt, sondern dass ich die Sache ernst nehme.

Celso & Don U

Don Ursulo mit Celso Borges

Da ich jedoch Panik hatte, dass die Scouts in Europa den Navas ebenfalls ins Visier nehmen würden, handelte ich mit seinem Agenten eine Option aus – das heisst, der FCZ hatte das Vorkaufsrecht auf Navas bis Ende Juni 2010. Das tragische war, dass man Keylor nicht mal beobachtete, obwohl er just in dieser Zeit zwei Länderspiele in Europa absolvierte – eines in Frankreich und das andere in Sion gegen die Schweizer Nati.

Im Blick-Artikel gab es Kommentare wie „jeden Monat einen Spieler empfehlen…“. Ich habe innerhalb von 4 Jahren nur zwei Spieler dem FCZ und Bickel vorgeschlagen. Beide haben eingeschlagen! Doch das Seltsamste an der ganzen Geschichte ist, dass der Bickel „so durch alle Böden hindurch“ den Guatelli als Nr.1 Torwart installieren wollte … Jeder FCZ-Fan sah bereits im 2009, dass Andrea nie eine Nr.1 werden könnte, obwohl er menschlich super in die damalige Mannschaft gepasst hat. Aber eben, nur mit lieben Umarmungen und «ciao bello» für Onkel Fredi, ist man noch lange nicht ein Nr.1 Torwart.

Ich behaupte sogar ganz frech, dass dieses ganze Tingeltangel um Leoni und Guatelli uns in der Saison 2010/2011 den Meistertitel gekostet hat!

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Mannschaftsfoto von Saprissa mit den Fast-FCZlern Keylor Navas (hintere Reihe links) und Celso Borges (hintere Reihe mitte). Beide spielen heute in der Primera Division in Spanien(Celso bei Deportivo Coruña), und sind Leistungsträger.

Sollten Sportchefs eher den eigenen Supportern, als den aus Eigeninteresse agierenden Spielerberatern Vertrauen schenken?

Ich finde, ein Sportchef sollte in erster Linie ein 100% FCZ’ler sein. Ich will nie mehr einen Sportchef beim FCZ sehen, der von YB kommend mit GCN-Wurzeln beim Abgang sagt, er hätte immer an die Young Boys gedacht während seiner Zeit bei uns.

Somit bin ich mit der Zwischenlösung mit Cillo Canepa als Sportchef zufrieden. Er hat ein grosses FCZ-Herz. An oberster Stelle muss das Wohl des FCZ stehen, und nicht Agenten, liebgewonnene Spieler oder andere Albernheiten. Auf alle Fälle sollte man mehr Gehör schenken, wenn es um ernstgemeinte Tipps geht. Sei dies von einem Hobby-Scout oder einem ehemaligen Spieler. Vor allem aus Randregionen, in denen noch nicht jeder 15-jährige U-Spieler von einem halben Dutzend Scouts beobachtet wird.

Was gefällt Dir an der jüngsten Entwicklung des FCZ? Was gefällt Dir nicht?

Was mir nicht gefallen hat, war die Kaderplanung nach dem Cupsieg im 2014.  Hier wurden einige Fehler gemacht, die sich bis heute negativ auswirken. Ein Negativpunkt war auch der Abgang von Marco Bernet, den ich gerne als Sportchef für die nächsten 10 Jahre gesehen hätte, sowie die Ausmusterung von David Da Costa. Allgemein scheint die Torwartposition die Achillesferse zu sein. Hier müsste man ein wenig vom Muster „Gross, gut drauf sein, und mit gutem Selbstbewusstsein“ wegkommen, und vermehrt auf Schnelligkeit, Technik, Instinkt, Ruhe und Training schauen. Der beste FCZ-Torwart war Karl Grob. Dieser war keine 180cm gross, dafür blitzschnell. Ich erinnere mich an den Liverpool-Trainer im Halbfinalspiel im damaligen Meistercupspiel. Dieser gab folgendes über Karli zu Protokoll: „Ich habe noch nie einen solch schnellen Torwart gesehen!“

Was mir gefällt, ist, dass wir immer wieder eigene junge Spieler einbauen können in die Erste Mannschaft. Die Strategie, den eigenen Nachwuchs zu fördern, finde ich sehr gut. Aber wer sportlich und finanziell erfolgreich sein will, muss bei guten Gelegenheiten auch mal im Ausland zuschlagen. Ein ausländisches Talent steht dem eigenen Nachwuchs schliesslich nicht ewig vor der Sonne, sondern wechselt bei entsprechendem Erfolg auch wieder ins Ausland. In dieser Causa müsste man noch die ideale Mischung erreichen, und es kommt sehr gut!

Gibt es in Costa Rica auch heute noch Perlen zu entdecken, oder ist alles «abgegrast»?

Nach dem WM-Erfolg 2014 mit dem Erreichen des Viertelfinals wurde alles abgefischt. Es ist ähnlich wie in der Schweiz. Die Natispieler verdienen nun alle ihr Geld im Ausland. Viele Jungtalente versuchen sich in den Randligen Europas, wie Norwegen und Schweden, aber auch in der Zweiten Liga in Frankreich. Doch das nächste Jahrhunderttalent taucht sicher auf, und dann klappt es ja vielleicht im dritten Anlauf, mit dem ersten «Tico» für den FCZ.

Wie sind die Spiele in der Costa Ricanischen Liga, fussballerisch und von den Begleitumständen her?

Die ersten 3-4 Mannschaften könnten problemlos in der Super League mithalten. Die anderen Mannschaften hätten Mühe. Das Gefälle ist gross zwischen den Grossclubs (Saprissa, Alajuela, Heredia) und den kleineren Vereinen. Auch infrastrukturmässig leiden die kleinen Clubs. Der Euphorie der Zuschauer tut dies aber keinen Abbruch.

Welchen Ligen werden von den Fussballfans in Costa Rica interessiert verfolgt? Primera Division? MLS? Premier League?

In Costa Rica ist ganz klar die Primera Division der Favorit! Das halbe Land fiebert zudem mit Keylor Navas mit, und die Spiele von Real Madrid werden fast alle im Staatsfernsehen übertragen. Costa Rica ist sehr fussballbegeistert. Es wird eigentlich alles geschaut (Bundesliga, Serie A, MLS,…). Vor ein paar Monaten war Ex-FCZ-Trainer Lucien Favre in Costa Rica in den Ferien. Er sagte, er hätte noch nie so viele Fussballspiele im TV gesehen, wie in Costa Rica – und dies heisst was bei «Lulu»!

Auch die Hip Hop-Crew «Radio 200’000» aus der Südkurven-Gruppierung «Halligalli» war 2008 bei Dir in Costa Rica zu Gast….

Ja,  ich war der Drahtzieher dieser Tournee. Sie hiess «Manos arriba Tour» – zu Deutsch: «Händ ue»! –
in Costa Rica, Nicaragua und Panama.  Ich arbeitete damals noch auf der Schweizer Botschaft, und habe dies zusammen mit Pro Helvetia aufgegleist. Die Jungs mit den fünf Nullen haben in Zentralamerika einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Im Karibikdörfchen Cahuita sprechen die einheimischen Leute heute noch vom Radio Doscientos Mil!
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Radio 200’000 beim Zigarrendrehkurs mit Don Ursulo

Was ist eigentlich der Unterschied zwischen einer Zigarre und einem Stumpen?

Der Stumpen ist ein Schweizer Produkt – es ist eine Zigarre, die an beiden Enden bereits geschnitten ist, und maschinell – nicht mit ganzen Tabakblättern – hergestellt wird. Er ist kostengünstiger, und sozusagen die Zigarre des einfachen Büezers. Die klassische Zigarre wird hingegen von Hand hergestellt, mit ganzen Tabakblättern. Das Mundstück der Zigarre ist verschlossen, und wird erst vor dem Anzünden sachte angeschnitten. Der langjährige FCZ-Präsident Edi Naegli rauchte praktisch nur Zigarren. Trotzdem wurde er mit dem Kosenamen «Stumpen-Edi» betitelt. Es tönte wohl volksnaher.

Die Zigarrenraucher sind eh ein eigenes Volk. Die meisten rauchten nie Zigaretten, und wissen auch nicht, wie ein Lungenzug funktioniert. Zigarren geniesst man nur im Mund. Edi Nägeli war nicht nur der beste und erfolgreichste FCZ-Präsident und Scout aller Zeiten, sondern wohl auch einer der berühmtesten Zigarrenraucher der Schweiz. Er folgte keinem Trend, nur seinem eigenen – und natürlich dem FCZ. Mein grosser Traum ist es, irgendwann einmal eine in Bronze gegossene Büste von ihm zu finanzieren (Kosten sind rund 100’000 Franken) mit allem drum und dran: dem Hut, der Hornbrille, der Fliege – und natürlich der Zigarre in der Hand. Die Statue vom Stumpen-Edi muss dann nur im „zukünftigen“ FCZ-Stadion platziert werden. Was viele FCZ-ler nicht wissen: der Stumpen-Edi hatte einen 5 Jahre jüngeren Bruder (im Geiste) in den USA. Dieser hiess Red Auerbach, und war Meistertrainer und später GM von den Boston Celtics! Dieser Red war wie Edi, stets mit einer Zigarre bewaffnet, notabene auch auf der Trainerbank. Die Büste von Red werde ich als Leitfaden benutzen – für die bevorstehende von Nägeli.

Red Auerbach Statue Boston MA USA

Red Auerbach Büste, Boston, MA, USA

Warum sind Zigarren in Westeuropa out, und was würde Edi Naegeli dazu sagen?

Ich würde nicht sagen, dass Zigarren out sind. Es herrscht sicherlich kein Boom wie in den 90er Jahren, aber die Verkaufszahlen weltweit sind konstant, oder sogar leicht steigend. Dazu tragen auch neu China und andere asiatische Länder, die das Zigarrenrauchen entdeckt haben, bei. In Westeuropa sieht man vielleicht nicht mehr so viele Zigarrenraucher, weil durch die Gesetze das Rauchen in der Öffentlichkeit nicht mehr erlaubt ist. Zum Glück kann man im Letzigrund noch Zigarre und Pfeife rauchen. In Costa Rica wurde vor 4 Jahren jedes Stadion zur rauchfreien Zone erklärt – zu meinem grossen persönlichen Ärgernis natürlich. Edi wäre sicher stolz, wenn er wüsste, dass man(n) im Letzigrund immer noch Zigarren  paffen kann.

Edi mit Timo und Katic

Edi Naegeli mit Zigarre auf der Trainerbank

Was ist die beste Art und Weise von Costa Rica aus den FCZ zu verfolgen?

Die Spiele via Live-Stream mit gleichzeitigem Ton von Züri Live. Das ist das Non-plus-Ultra. Ab und zu rufe ich auch live per Telefon einem Kollegen auf der Osttribüne (dem «Big J» aus dem FCZ Forum), oder einem anderen in der Südkurve («Big Kahuna») an, um ein wenig „reinzuschnuppern“.

 

 

Liebe Grüsse von den Trümmerfrauen und -männern

All die letzten langweiligen Jahre, als das Tabellenbild der Super League immer nur einen Klub am Ende der Saison an erster Stelle auswies, tröstete mich die Hoffnung, dass das alles schlussendlich einem guten Zweck dient. Würde der FCB mal mehrere Jahre hintereinander so richtig absahnen, und Titel um Titel gewinnen, dachte ich naiverweise, könnte dies einen kollektiven Heilungsprozess auslösen. So viel Erfolg muss doch eine psychologische Wirkung haben, und die immer noch sehr zahlreich unter Minderwertigkeitskomplexen leidenden Basler endlich von ihrem Leiden befreien. Es wäre dann definitiv wieder etwas lustiger in der Schweiz.

Diese Hoffnung hat nun gerade wieder einen echten Dämpfer erlitten. BaZ-Journalist Marcel Rohr schreibt am Wochenende in seinem Kommentar: «Die Sportstadt Zürich liegt in Trümmern», «Sie produziert keine Helden, sondern nur Nieten», «Sie ist die Sahelzone der Eidgenossenschaft». Der Artikel muss schon seit Jahren in Rohrs Schublade gelegen haben. Das Problem: die Zürcher Teams waren die ganze Zeit einfach zu erfolgreich, und er konnte daher nicht publiziert werden. Nun aber schien der richtige Moment gekommen: der Cupsieg der ZSC Lions ist «schon» zwei Monate her, der Cupfinal bei den Fussballern mit Beteiligung des FCZ erst in 6 Wochen, und die FCZ Frauen haben die Endphase der Meisterschaft auch noch nicht erreicht. Die letzten erfolglosen Wochen müssen Zürich in Schutt und Asche gelegt haben. Daher: liebe Grüsse von den Trümmerfrauen und -männern!

Nur doof eigentlich, dass an diesem Wochenende die Zürcherin Viktorija Golubic im Team des Zürchers Heinz Günthardt für zwei grosse Sensationssiege im Davis Cup sorgte. Und dass der Sauber Formel 1-Rennstall aus dem Zürcherischen Hinwil in Shanghai zwar keine Punkte holte, aber hey! Welches andere Land von der Grösse der Schweiz hat schon seit 23 Jahren ein Team in der Formel 1?

Rohr fordert fast schon verzweifelt, dass in Zürich «alle einen roten Kopf bekommen sollten, wenn in den nächsten Tagen die nächste spontane Meisterparty auf dem Barfüsserplatz steigt» und träumt davon, dass die sieben FCB-Titel «eine Demütigung für alle Zürcher, die mit dem Profisport zu tun haben» sein müssen. Ich frage mal bei Golubic nach, aber nein, ich glaube nicht, dass sie das gross interessiert.

Es muss schon hart sein, wenn der Lieblingsklub auf bestem Weg zum siebten Meistertitel in Serie ist, und man sich nicht mal mehr richtig darüber freuen kann. Und die Gedanken nur darum kreisen, wie wohl «die Zürcher» das Ganze sehen. Das Feindbild Zürich verkauft sich in Basel tatsächlich immer noch sehr gut. Die Partie gegen den sich im Abstiegskampf befindlichen FCZ wollten in Basel 10’000 Zuschauer mehr miterleben, als den Europa League-Achtelfinal gegen Sevilla!

Das zweite Problem aus der Sicht vieler Basler ist, dass ihre Abneigung nicht im gleichen Ausmass erwidert wird, und irgendwie ins Leere läuft. Natürlich ist ein FCZ- oder GC-Fan enttäuscht, wenn seine Mannschaft nicht gut abschneidet. Aber ob jetzt Basel, YB oder Servette Meister wird, ist den meisten so ziemlich egal – Hauptsache, es ist nicht der Stadtrivale…

fussball und eishockey titel staedte

Die Zürcher nennen ihr Zentrum liebevoll „Dörfli“, was Rohr nicht daran hindert, sich darüber aufzuregen, dass Zürich in verschiedensten Ratings von internationalen Beratungsfirmen zu den „Global Cities“ gezählt wird. Wie viele Meistertitel in Folge braucht es noch, um diesen Komplex zu besiegen? 10? 15? 20? Dabei gäbe es allen Grund, sich in Basel schlicht und einfach darüber zu freuen, dass die eigene Sportstadt dank dem FCB in diesem Jahrzehnt einen neuen Rekord an Titeln gewinnen könnte. Zürich hält den bisherigen Rekord mit 11 Titeln pro Jahrzehnt sowohl in den 90-er, wie auch den 00-er Jahren. Macht der FCB so weiter, wie bisher, dann wird Basel in den 10-er Jahren schätzungsweise 14 Titel gewinnen. Im Fussball liegt Zürich mit bisher 68 Titeln weit vor Basel mit 29 und Genf mit 25. Zählt man die beiden Hauptsportarten Fussball und Eishockey zusammen, ist der Vorsprung von Zürich mit 90 Titeln vor Bern (33) und Basel (29) noch grösser. Dank mehreren Klubs in der höchsten Liga und der lokalen Rivalität konnte Zürich im Schnitt jedes Jahr einen Fussball- oder Eishockey-Titel feiern.

fussball titel staedte

Als letzten grossen Nationalspieler mit rotem Pass beim FC Zürich eruiert Rohr Köbi Kuhn. Da stellt sich natürlich die Frage: gab es überhaupt jemals in der Geschichte einen richtig grossen Spieler mit rotem Pass? Aber wenn man schon Köbi Kuhn (und damit natürlich automatisch auch Karli Odermatt) einen grossen Spieler nennt, dann muss man René Botteron oder aktuell Ricardo Rodriguez sicherlich auch dazuzählen.

Rohr stellt zudem die rhetorische Frage, wie viele Nationalspieler zuletzt GC hervorgebacht habe. Ihm kommt nur Tarashaj in den Sinn. Wenn man wirklich nur die unmittelbare Vergangenheit anschaut, dann stimmt das. Der FCB hat da mit Embolo allerdings auch nur einen. Blättert man ein paar Jahre zurück, dann kommen sowohl bei GC (Seferovic, Kasami), wie beim FCB (Xhaka, Shaqiri) je zwei weitere Spieler dazu. Dazu kommen von den nicht mehr ganz jungen Spielern noch Sommer und Klose (FCB), sowie Lichtsteiner (GC). Im erweiterten Kader stehen zudem Stocker, Frei (FCB) und Ziegler (GC). Derdiyok kam als bereits 18-jähriger dank einem Tor im Schweizer Cup von Old Boys direkt in den erweiterten Kader der 1.Mannschaft. Den hatte man beim FCB im Juniorenalter verpasst. Wesentlich mehr aktuelle Nationalspieler hat der FCB im Vergleich zu GC also nicht hervorgebracht. Die aus dem GC-Nachwuchs stammenden aktuell für andere Nationen auflaufenden Spieler wie Petric, die Hajrovic-Brüder, Abrashi, Jaggy oder Chappuis sind da noch gar nicht mit dabei.

Insgesamt entstammen von den auf Wikipedia als aktuelle Schweizer Nationalspieler aufgeführten Akteuren 10 aus dem Nachwuchs eines Zürcher Vereins – gegenüber 9, die aus einem Basler Klub hervorgegangen sind. Im Eishockey sind die Verhältnisse sowieso klar: die Hälfte des WM-Silbermedaillenteams von 2013 stammt aus der Region Zürich. Und die ZSC Lions haben 2009 als einziges Schweizer Team in einer international kompetitiven Sportart den Europacup gegen die besten Teams Europas gewinnen können.

Der Schweizer Fussball wurde in den letzten ein, zwei Dekaden sowieso ganz wesentlich von Trainern aus derjenigen Sportstadt geprägt, die angeblich «nur Nieten produziert». Der aktuelle Schweizer Trainer des Jahres Marcel Koller führte St.Gallen sensationell zur zweiten Meisterschaft der Vereinsgeschichte, von welcher der Klub bis heute profitiert – unter anderem wurde das Stadionprojekt aus jener Euphorie geboren. Koller gewann auch mit GC vor seinem erfolgreichen Wirken in Deutschland und Österreich die Meisterschaft. Christian Gross kennt man wohl auch in Basel: nachdem er das zuvor völlig unbedeutende Wil in den Profifussball geführt und mit GC zwei Meistertitel gewonnen hatte, machte er in der Dekade seines Wirkens aus dem Mittelfeldklub FCB die Nummer 1 des Landes. Köbi Kuhn führte die Schweizer Nati an drei Endrunden hintereinander. Urs Schönenberger schaffte mit dem kleinen FC Thun sensationell die Qualifikation für die Champions League-Gruppenphase und die Mannschaft konnte dort dank vier Punkten gegen Sparta Prag sogar europäisch überwintern.

Während Gross den FCB an die Spitze führte, war mit Marco Schällibaum ein weiterer Zürcher als Trainer dafür verantwortlich, dass YB den Wiederaufstieg in die höchste Spielklasse schaffte und gleich im Jahr darauf sogar einen Europacupplatz erreichte, und damit eine sehr gute Basis für den Einzug ins neu erstellte Wankdorfstadion hatte. Mit Vaduz den erstmaligen Aufstieg in die Super League schaffte 2008 mit Trainer Heinz Hermann ein weiterer Stadt-Zürcher. Urs Fischer arbeitete erfolgreich mit dem FCZ und Thun, und könnte nun in seiner Premiere-Saison mit Basel einige Rekorde brechen.

Aus der Zürcher Vorstadt stammen Rolf Fringer, der mit Aarau in den 90er-Jahren sensationell Meister wurde, und Uli Forte, welcher nach dem Cup-Halbfinal mit Wil mit St.Gallen einen weiteren Traditionsklub des Landes zurück in die Super League brachte. Auch Urs Meier gewann 2014 mit dem FCZ den Cuptitel und setzte damit die Tradition der letzten 15 Jahren fort, in welchen im Schweizer Fussball mit Ausnahme des aus der GC-Schule stammenden Baslers Murat Yakin ausschliesslich Zürcher, Romands und Ausländer als Trainer Titel gewonnen haben. Einer davon war der bedauernswerte Bernard Challandes, dem Rohr in seinem Artikel den Meistertitel 2009 weggenommen, und Lucien Favre zugeschrieben hat.

Lukas Stocker

 

FCZ am Uhrencup 2016

Wie das Organisationskomitee des traditionsreichen Uhrencup mitteilt, stehen mit dem FCZ, YB und Borussia Mönchengladbach drei von vier Teilnehmer am diesjährigen Uhrencup Mitte Juli bereits fest. Bei Gladbach stehen mit Nico Elvedi, Djibril Sow und dem nach Hamburg ausgeliehenen Josip Drmic gleich drei Spieler aus der FCZ Academy unter Vertrag. Der offensive Schlüsselspieler der Mannschaft ist der ehemalige Zürcher Meisterspieler Raffael.

Der Uhrencup wurde mit einem Testdurchlauf letzte Saison mit dem neuen Austragungsort Tissot Arena in Biel wiederbelebt. Das Eröffnungsspiel des Uhrencup 2016 (YB – Gladbach) findet am 13.Juli aber nochmal im traditionsreichen Brühl-Stadion in Grenchen statt.

Der FC Zürich wird also beide Partien in Biel austragen. In den letzten Jahrzehnten gehörte der Stadtclub nicht zu den traditionsreichen Teilnehmern des Turnieres, an welchem stattdessen YB und der FCB häufig teilnahmen. Die letzten vier Turniere, an welchen der FCZ teilgenommen hat, hat er aber alle gewonnen (1992-1994 und 2006). Die Gesamtbilanz mit fünf Siegen und einem zweiten Platz bei sechs Turnierteilnahmen unterstützt den Ruf des Letzigrund-Teams als Cupmannschaft (acht Titel in neun Schweizer Cupfinals).

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Nico Elvedi: Länderspieldébut im Letzigrund?

Vor einer Woche ist Nico Elvedi erstmals für die Schweizer Nationalmannschaft aufgeboten worden. Angesichts der schon lange schwelenden Abwehrprobleme in der Landesauswahl möchte man beifügen: Endlich!

https://soundcloud.com/fcz-radio/nico-elvedi-szenen-der-beste-beim-debut

Der Zürcher Defensivmann hatte schon letzte Saison beim FCZ auf A-Nationalmannschaftsniveau gespielt, wurde vom Verband aber in der U19(!)-Nationalmannschaft eingesetzt. Auch im Verein wurde Elvedi letzten Mai nochmal für den Blue Stars/FIFA Youth Cup aufgeboten, wo er ebenfalls ziemlich unterfordert wirkte. So kommt es, dass der aus der FCZ Academy stammende heutige Gladbacher nur drei Tage nach seinem ersten U21-Länderspiel gegen England (1:1) auch gleich noch zu seinem Début in der Nationalmannschaft kommen könnte. Und dies im Letzigrund, seinem Heimstadion!

https://soundcloud.com/fcz-radio/zuri-live-kommentatoren-uber-nico-elvedi-sehr-selbstsicher-und-ruhig

Beim enttäuschenden Auftritt in Dublin gegen Irland (0:1), war Blerim Dzemaili noch einer der wenigen Eidgenossen gewesen, die positiv auf sich aufmerksam machen konnten. In Abwesenheit von Gökhan Inler und weiterhin ohne den spielstarken Almen Abdi (wie lange noch?) konnte der in Zürich-Seebach aufgewachsene FCZ-ler als einziger mit seinem Direktspiel die gegnerische Abwehr ein wenig in Verlegenheit bringen.

Anto Grgic lief sich derweil bei der U21-Nati gegen England an der Seitenlinie vergeblich ein. Trainer Heinz Moser setzte im Zentrum neben dem YB-Duo Bertone/Zakaria weiterhin auf den gegen die wuchtigen Engländer doch etwas zu leichtgewichtigen Sechser Musa Araz vom FC Winterthur.  Auch als Zakaria ausgewechselt wurde, kam nicht Grgic in die Partie, sondern der seit längerer Zeit stagnierende Salim Khelifi. Grgics Handicap ist, dass er erst im Winter zur U21-Nati stossen durfte – nach einem eher unverständlichen kurzen Zwischenschritt in der U20 im Herbst, wo Grgic als Captain zwei Tore zum 3:2-Sieg in Polen beitrug (das Siegestor erzielte Elvedi) und auch beim 1:1-Unentschieden in Italien das Mittelfeld anführte.

Nur auf Pikett aufgeboten für die U20-Nationalmannschaft waren dieses Wochenende Maxime Dominguez, Kilian Pagliuca, Aldin Turkes und Diego Zoller. Mit Ausnahme von Dominguez standen sie alle in der Startformation der II.Mannschaft, die bei Brühl St.Gallen eine weitere bittere 3:4-Niederlage einstecken musste, wobei Turkes eines und Pagliuca zwei Tore erzielten. Ebenfalls zur Petrosyan-Truppe stiess nach dem 1:1-Unentschieden gegen Deutschland in Freiburg im Breisgau Verteidiger Michael Kempter. Novem Baumann, Nils Von Niederhäusern und Nicolas Stettler blieben hingegen beim Team von Auswahltrainer Reto Gertschen für das Rückspiel in Delémont, welches ebenfalls 1:1 ausging.

Stettler spielte als Rechtsverteidiger und Captain von Beginn weg, Von Niederhäusern wurde in der Schlussphase auf dem rechten Flügel eingewechselt, Baumann wurde nicht eingesetzt. Die Schweiz war in dieser Partie die bessere Mannschaft und hätte den Sieg verdient gehabt. Ein unglücklicher „Hands“-Penalty nach einer Intervention von Nicolas Bürgy (Wohlen) führte nach der Spielmann-Führung und weiteren Schweizer Topchancen zum Ausgleich. Die Stärke der Schweizer lag dabei aber vor allem im Mittelfeld und Sturm. Torhüter Marzino und auch die Abwehrreihe inklusive Stettler (hatte gegen Leon Guwara von Werder Bremen seine liebe Mühe) war am Anschlag, und war häufig nicht über alle Zweifel erhaben.

Die U19-Nationalmannschaft von Claude Ryf kann nach den klaren Niederlagen gegen die Türkei (1:4) und Italien (0:2) die EM-Endrunde in Aserbaidschan abschreiben. Der aus der FCZ Academy hervorgegangene Djibril Sow (Gladbach) ist der Dreh- und Angelpunkt, und beste Spieler dieses Teams. Dem Mittelfeldspieler gelang zum Auftakt gegen die Türkei mit der 1:0-Führung in der 5.Minute denn auch das bisher einzige Schweizer Tor des Turnieres. Ex-FCZ-Stürmer Dimitri Oberlin (Salzburg) ging hingegen bisher leer aus.

Burim Kukeli wurde bei der 1:2-Niederlage Albaniens in Österreich in den Schlussminuten für Taulant Xhaka eingewechselt. Aleksandr Kerzhakov feierte trotz einer leichten Muskelverletzung eine erfolgreiche Rückkehr ins Russische Nationalteam und legte nach seiner Einwechslung zur Halbzeit beim 3:0-Sieg gegen Litauen dem 19-jährigen Aleksandr Golovin dessen erstes Nationalmannschaftstor zum 2:0 auf. Kerzhakov hatte sich in seiner typischen Art mit einem Zickzack-Laufweg im Strafraum freigelaufen, seine Ballannahme und Weiterleitung zeugten zudem von seiner starken Technik.

Mehr als 900 Zürcher im Tourbillon!

Wie der Medienverantwortliche des FCZ, Patrick Lienhart, bestätigt, sind für den Cup-Halbfinal morgen abend in Sion bereits 900 Tickets an FCZ-Fans verkauft worden. Dies trotz Wochentagsspiel, später Anspielzeit (20:45) und weiter Anreise. Auf den Rängen kann der FCZ also auf den lautstarken Support der eigenen Fans zählen, um im vierten Cup-Halbfinal in Folge zum zweiten Mal den Final zu erreichen. Trainer Sami Hyypiä bezeichnet denn auch explizit an der Pressekonferenz vor dem Cup-Thriller die FCZ-Fans als „grossartig“.

Die Finalpaarung findet am Sonntag 29.Mai um 16:15 zum ersten Mal seit mehr als acht Jahrzehnten wieder im Letzigrund statt. Sion und der FCZ können beide als Cupmannschaften bezeichnet werden, haben doch die Walliser bisher keinen der 13 Finals verloren – für den FCZ gab es bei neun Finalteilnahmen auch nur eine einzige Niederlage (1981). Die Partie im Wallis ist gleichzeitig die Revanche für den vor Jahresfrist verlorenen Cuphalbfinal gegen den gleichen Gegner im Letzigrund nach einem irregulären Tor von Moussa Konaté.

Im Meisterschaftsspiel gegen YB am Samstag war der Finnische Trainer mit der Einstellung der Mannschaft zufrieden gewesen, man habe aber zu häufig die falschen Entscheidungen getroffen, und sei im gegnerischen Strafraum vor allem in der zweiten Halbzeit zu wenig präsent gewesen. Auch beim Gegentor habe die Mannschaft im Strafraum nicht gut verteidigt. Im FC Sion sieht Hyypiä ein Team mit vor allem in der Offensive grosser individueller Klasse.

Im Wallis wird der FCZ sowohl vor wie auch nach dem Spiel übernachten, und dort am Mittwoch- und Donnerstag-Morgen auch je ein Training abhalten, um sich optimal auf das Meisterschaftsheimspiel gegen Thun vorbereiten zu können, welchem Trainer Sami Hyypiä nicht weniger Wichtigkeit einräumt, als dem Cup-Halbfinal. An der Personalfront ist Vinicius nach seiner Sperre ebenso wieder dabei, wie der wiedergenesene Simonyan. Für Etoundi reicht es noch nicht, der krank gewesene Nef ist fraglich.

FCZ defensiv stabiler – Bua und Buff mit kleiner Torflaute

Der FCZ erlebt fünf Monate nach dem 0:0 im Cornaredo ein Déjà Vu. Nach einem klaren Chancenplus in Lugano resultiert auch diesmal ein torloses Unentschieden. War im Herbst das Schussverhältnis noch 16:8 gewesen, war es diesmal mit 18:7 noch klarer. Das Cornerverhältnis war am Ende 11:3, und das Team von Sami Hyypiä hatte als Gastmannschaft 60% Ballbesitz. Genau wie im September spielte der Stadtclub auch diesmal mit einer Dreierabwehr. Der in die Startaufstellung zurückgekehrte Philippe Koch agierte diesmal aber nicht im linken, sondern im rechten Couloir. Im September war der langjährige Stammspieler noch der auffälligste Mann auf dem Platz gewesen – diesmal zeigte er eine durchschnittliche Leistung.

Auch beim erst zweiten Aufeinandertreffen im Cornaredo in der Super League-Ära konnte der FCZ viele Ballgewinne in der gegnerischen Hälfte erzielen. Ausserdem wurde der Devise von Sami Hyypiä, mehr über die Flügel zu spielen, Folge geleistet. Allerdings war dabei das Problem. dass die Flanken in den Strafraum meist kaum für Torgefahr sorgten – in der zweiten Halbzeit auch deshalb, weil Franck Etoundi nicht mehr auf dem Platz stand. Dieser musste (wohl mit einer Schulterverletzung) bereits kurz vor der Pause ausgewechselt werden. Der wiedergenesene Oliver Buff kam für ihn ins Spiel: dem Zürcher gelangen einige gute Einzelaktionen und Zuspiele im Mittelfeld – er konnte aber vor dem gegnerischen Tor zwei Grosschancen nicht nutzen. Auch Kerzhakov und Bua liessen beste Abschlussmöglichkeiten liegen, und agierten in diesen Situationen zu wenig fokussiert.

Torgefahr entstand immer, wenn der FCZ durch einen Pass in die Tiefe, eine Einzelaktion oder einen Konter hinter die Abwehr kam. Das Toreschiessen ist bei Offensivspielern häufig eine Frage des Selbstvertrauens. Fast jeder hat mal längere Flauten zu verzeichnen – aber wenn man wieder trifft, dann flutschen die Tore häufig am Laufmeter wie das Ketchup aus der Flasche. Etoundi hatte zum Vorrundenende gleich drei Mal hintereinander getroffen. In Lugano hatte er allerdings als einziger Offensivmann bis zu seinem Ausscheiden keine grosse Torchance. Buff, der beste verbliebene FCZ-Torschütze der Saison hat seinen letzten Liga-Treffer Anfang November zur Führung bei YB in Bern erzielt. Bua war letztmals ebenfalls im November per Kopf im Heimspiel gegen Lugano erfolgreich.

Andere FCZ-Offensivspieler hatten in jüngster Vergangenheit allerdings deutlich extremere Torflauten, als Bua und Buff. Chiumiento beispielsweise hat die ganze letzte Rückrunde nicht getroffen – auch Sadiku, Chikhaoui, Chermiti und Schneuwly blieben vor Jahresfrist beinahe die ganze Halbsaison lang ohne Torerfolg. Gavranovic brauchte nach seinem Tor beim Début gegen Vaduz am 8.März 2015 mehr als ein halbes Jahr bis im Oktober, um gegen Basel seinen zweiten Treffer nach der Verletzungspause zu erzielen. Der vom FCZ für die nächste Saison verpflichtete Antonio Marchesano traf in der Challenge League mit Biel in den ersten sechs Wochen der aktuellen Saison 10 Mal ins gegnerische Netz, hat nun aber seit August keinen einzigen „Topf“ mehr aus dem Spiel heraus gemacht. Zudem ist das Hauptbusiness von Bua und Buff eher die Torvorbereitung und speziell Buff hat in Lugano nach seiner Einwechslung die eine oder andere gute Tormöglichkeit von Teamkollegen gut vorbereitet.

Bei Kerzhakov ist es wohl eher eine Frage der Tagesform. Schon in der Vorbereitung hat der Russe gegen Ried herrlich mit der Hacke getroffen, und in anderen Spielen dann beste Torchancen eher kläglich vergeben. Sehr treffsicher, sowohl im Training wie auch in Ernstkämpfen, zeigt sich Mittelfeldspieler Anto Grgic. Der neu zum Kader der U21-Nationalmannschaft gehörende Zürcher benötigt nur wenige Abschlusschancen, um zu treffen. Kurzfristig konnte er aber offenbar wegen Nackenbeschwerden in Lugano nicht eingesetzt werden. Der für ihn in die Startformation gerückte Kukeli ist natürlich bezüglich Feuerkraft vor dem gegnerischen Tor kein wirklicher Ersatz. Der erfahrene Solothurner machte aber ansonsten seine Sache gut, und gehörte zu den besten Spielern im Team von Sami Hyypiä. Vor allem beim Umschalten auf Angriff waren seine Pässe in der Regel präzise und hatten das richtige Timing.

Sami Hyypiä hat auch in Lugano wieder die Dreierabwehr Nef-Sanchez-Kecojevic auf den Platz geschickt, was auch diesmal viel zur defensiven Stabilität beigetragen hat. Keiner der drei war völlig fehlerlos, aber selbst wenn sich einer mal verschätzte und ein zweiter falsch stand, war immer noch ein dritter Mann da, der die Situation schlussendlich klären konnte. Nef spielt schon die ganze Saison konstant nahe an seinem aktuellen Leistungsvermögen, Kecojevic hat seit der Rückkehr von seiner Verletzung kurz vor der Winterpause aktuell seine bisher stärkste Phase im FCZ-Dress, und Leonardo Sanchez präsentiert sich als Verstärkung. Der FCZ hat nun immerhin bereits seit Ende November in keinem Spiel mehr als ein Gegentor erhalten. Ein Negativpunkt des Auftritts in Lugano war die Verletzung von Franck Etoundi noch vor der Pause. Schon in der Vorrunde hatte der FCZ gefühlt mit Abstand am meisten verletzungsbedingte Auswechslungen. Nun trifft es zu Beginn der Rückrunde eine Woche nach Kleiber in Luzern den zweiten, welcher im schlimmsten Fall länger ausfallen könnte.

Eventuell kann Artjom Simonyan in den nächsten Wochen wieder zurückkehren – auf seinen Geburtstag hin hat es in Lugano noch nicht gereicht. Dafür kam Moussa Koné in der Schlussphase zu seinem ersten Einsatz in einem Pflichtspiel, und nimmt damit den letzten Kontingentsplatz der Saison ein. Der Senegalese musste sich dafür an der Seitenlinie mehrere Minuten gedulden, denn in jener Phase griff der FCZ in Überzahl gegen nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Malvino sich zurückziehende Luganesi ununterbrochen an, und der Ball blieb im Spiel. So kam der 19-jährige schlussendlich erst in der 93.Minute ins Spiel – ein gutes Omen? FCZ-Trainer Sami Hyypiä kann nun nur noch neue Spieler einsetzen, die Schweizer, und vor dem 1.Januar 1994 geboren sind – zum Beispiel Maxime Dominguez, Kilian Pagliuca, Aldin Turkes oder Vasilije Janjicic.

FC Lugano – FC Zürich 0:0

Cornaredo – 3975 Zuschauer – SR Pache

Tore: –

Lugano: Valentini; Veseli, Malvino, Urbano, Jozinovic; Rey, Piccinocchi (57. Pusic), Crnigoj; Culina (57. Rossi), Susnjar (87. Donis), Bottani.

Zürich: Favre; Nef, Sanchez, Kecojevic; Koch, Kukeli (86. Sarr), Yapi, Vinicius; Bua (93. Koné), Kerzhakov, Etoundi (45. Buff).

 

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