8 Tore zum 125 Jahr-Jubiläum – die Feierlichkeiten gingen nahtlos in das Spiel über und das Spiel nahtlos in Feierlichkeiten. Glückstage laufen so. Sowohl in der 1. wie auch in der 2. Halbzeit traf Assan Ceesay jeweils nach exakt 150 Sekunden zur Führung. Und Antonio Marchesano gelang in der 75. Minute das 1’000-ste FCZ-Tor der Super League-Geschichte. Der FC Zürich ist der dritte Verein, der diese Marke erreicht.

Lücken im FCZ-Gegenpressing lassen Sion im zweiten Viertel ins Spiel kommen

Gegen Sion zum Jubiläum startet der FC Zürich gut und hat die Partie im ersten Viertel unter Kontrolle. In der 24. Minute lässt man Sion ein erstes und danach gleich noch ein zweites Mal kontern. Moritz Leitner wich nach einem Krasniqi-Kopfballablenker zum Gegner in seiner typischen Art zurück, anstatt den Ballführenden anzugreifen.

Seitenwechsel als Erfolgsrezept

Obwohl durch schnelle Konter zurück ins Spiel gefunden, erzielt der FC Sion seine beiden Tore mit Hilfe von Seitenwechseln und nutzte dabei Lücken, die durch die Verschiebebewegung im gegnerischen Defensivverbund entstehen. Dies erinnerte stark an den Februar, wo die Walliser unter Weltmeister Fabio Grosso als Coach durch Luca Clemenza ebenfalls so im Letzigrund ihr Tor erzielten: “Grgic, Brecher und Domgjoni retten matten Zürchern einen Punkt“. Der FCZ kam zu seinem 1:0-Führungstreffer durch Assan Ceesay in der 3. Minute nach Vorarbeit von Bledian Krasniqi und Fidan Aliti allerdings ebenfalls auf die genau gleiche Art und Weise.

Moritz Leitner ungenügend

Sion ging nach dem 1:1-Ausgleich durch Filip Stojilkovic (trifft bei seinem zweiten Auftritt im Letzigrund gegen seinen Stammklub schon wieder) mit einem Chancenplus im zweiten Spielviertel und einem besseren Gefühl in die Kabine. André Breitenreiter reagierte und nahm den zu “pomadig“ auftretenden Moritz Leitner raus – und ebenso Fabian Rohner. Da half auch nicht mehr. dass die beiden kurz vor der Pause noch in einer hervorragenden Aktion nach einem Einwurf die beste Zürcher Chance von Bledian Krasniqi vorbereitet hatten.

Fabian Rohner aus dem Tritt geraten

Der 23-jährige Rohner hatte im Sommer auf den verschiedensten Positionen eingesetzt sehr gute Testpartien absolviert, ist aber mittlerweile aus dem Tritt geraten. Für die Stammformation reicht es zur Zeit nicht und bei seinen (Teil-)Einsätzen kann er sich nicht nachhaltig empfehlen. Die Entschlossenheit scheint ihm sowohl offensiv wie auch defensiv etwas abzugehen und er wird von den Mitspielern auch wenig gesucht und ins Spiel gebracht. Gar völlig neben den Schuhen stand Wilfried Gnonto. Der junge Italiener schien mit dem Kopf nicht ganz bei der Sache zu sein und hatte an diesem Tag gar kein Auge für seine Mitspieler.

Taktische Umstellung bringt Wende zugunsten des FCZ

Vor allem aber nahm der FCZ auf die 2. Halbzeit hin eine taktische Umstellung von einem 3-3-2-2 (zuletzt liess Breitenreiter sein 3-4-1-2 vermehrt mit nur einem 6-er auflaufen) auf ein 4-1-2-1-2, also ein 4-4-2 mit Rhombus, vor. Auch dies ist wie Breitenreiters bisherige Lieblingsformationen beim FCZ grundsätzlich ein System mit Fokus aufs Zentrum. Entscheidend aber: in der defensiven Phase standen die beiden 8-er Doumbia und Gnonto breit. Sion, das sich vom zweiten Viertel der Partie gewohnt war, mit Doppelpässen und Seitenwechseln erfolgreich auf den Seiten durchzukommen, wurde angesichts der neuen Situation etwas auf dem falschen Fuss erwischt. Der FCZ nutzte dies zum schnellen 2:1-Führungstreffer.

Balleroberer Doumbia nach der Pause auf der richtigen Position eingesetzt

Wichtig dabei auch die Personalwahl, Ousmane Doumbia auf die 8-er Position auf der rechten Seite zu stellen, denn Sion konnte sich zuvor mit dem spielfreudigen Cipriano und Itaitinga speziell auf ihrer linken Seite immer wieder durchsetzen. Balleroberer Doumbia sollte generell immer auf derjenigen Position spielen, wo der Gegner vorzugsweise sein Spiel aufbaut. Das könnte auch mal auf der “10“ sein, oder (warum nicht?) gegen einen seitlichen Spielmacher wie aktuell wieder Stevanovic oder letzte Saison Clichy von Servette ganz auf der Seite als Aussenverteidiger oder Flügel. Was Doumbia ganz und gar nicht ist: ein „Stratege“ auf der “6“, der defensiv positionssicher agiert und mit präzisen langen Bällen das Spiel lanciert.

Zuletzt gute Entwicklung bei Blerim Dzemaili

So eine Beschreibung trifft viel eher auf Blerim Dzemaili zu – auf einen fitten Blerim Dzemaili wohlgemerkt. Bei seinen Einsätzen letzte Saison war Dzemaili weit vom Super League-Niveau entfernt gewesen. In Züri Live-Analysen wurden auch schon starke Zweifel geäussert, ob er dieses Niveau überhaupt nochmal erreichen kann. Nach seinen (Teil-)Einsätzen zuletzt lässt sich sagen: es ist nicht mehr auszuschliessen, dass Dzemaili doch noch einmal für ein paar Wochen oder Monate dem FCZ wirklich helfen könnte. Die Entwicklung zuletzt ist gut. Neben der taktischen Umstellung war die Hereinnahme des Zürchers ein weiterer Faktor für den Umschwung gegen Sion nach der Pause. Bei der Balleroberung vor dem 2:1 beispielsweise machte er einen wichtigen Laufweg, welcher Serey Dié eine Anspielstation wegnahm und somit Boranijasevic und Doumbia die Balleroberung wesentlich erleichterte.

Ceesay, Dzemaili & Co. physisch verbessert

Die 6-er Position scheint in dieser Phase von Dzemailis Karriere auch wieder besser auf ihn zugeschnitten zu sein – was auch in dieser Hinsicht eine Rückkehr zu den Wurzeln wäre, nachdem er auf dem Höhepunkt seiner Karriere tendenziell eher auf der 8er- und teilweise sogar 10er-Positon gespielt hatte. Was ersichtlich ist: auch schon nur ein 45 Minuten-Einsatz in Super League-Intensität bringt Dzemaili aktuell physisch an seine Grenzen. Ein Blick in sein Gesicht spricht Bände. Aber zumindest ist er im Gegensatz zu letzter Saison mittlerweile in der Lage, 45 oder 60 Minuten das Tempo mitzugehen und die entscheidenden Sprints zu machen. Vielleicht bald auch noch mehr? Eine verbesserte physische Verfassung scheint ganz allgemein ein wichtiger Faktor für den guten Saisonstart des FCZ zu sein. Speziell in Bezug auf den lange Zeit äusserst fragilen Assan Ceesay. Dessen sichtlich verbesserte Körperbalance und -stabilität setzt sich nahtlos um in mehr Zweikampfgewinne, aber auch deutlich mehr Präzision am Ball.

Zweiter taktischer Wechsel nach dem 2:2

Im Gegensatz zum 1:1 fiel der 2:2-Ausgleichstreffer Sions nach der Pause entgegen dem Spielverlauf. Der FCZ war ab der 46. Minute einfach besser und liess sich auch durch diesen temporären Rückschlag in der Spielweise auf der Resultattafel nicht beirren. Allerdings wechselte Trainer Breitenreiter nach dem 2:2 erneut die taktische Formation – zurück auf das lange Zeit übliche 3-4-1-2 mit zwei 6-ern. In dieser Aufstellung gelangen dann gegen zunehmend nachlassende Walliser durch gute Spieleröffnungen Mirlind Kryezius durch die Mitte die entscheidenden Treffer zum 3:2 und 4:2.

Telegramm

FC Zürich – FC Sion 6:2 (1:1)
Tore: 3. Ceesay (Krasniqi) 1:0, 33. Stojilkovic (Cipriano) 1:1; 48. Ceesay (Marchesano) 2:1, 63. Serey Dié (Stojilkovic / Eigentor Aliti) 2:2, 72. Ceesay (Marchesano) 3:2, 75. Marchesano (Ceesay) 4:2, 87. Gogia (Doumbia) 5:2, 90. Ceesay (Coric) 6:2.
FCZ – Brecher; Omeragic, Kryeziu Aliti; Rohner (46. Boranijasevic), Doumbia, Gnonto (69. Gogia); Leitner (46. Dzemaili), Krasniqi (69. Coric); Ceesay, Marchesano (86. Hornschuh).
Sion – Fayulu; Wesley, Saintini, Schmied, Cipriano; Serey Dié (77. Vagner); Cavaré (72. Tosetti), Keita, Zuffi, Itaitinga (63. Bua); Stojilkovic (72. Karlen).

Post Scriptum

Die erste Mannschaft, welche die Marke von 1’000 Treffern erreicht hatte, war vor mehr als fünf Jahren der FC Basel gewesen. Der Isländer Birkir Bjarnason traf dabei im April 2016 nach 0:2-Rückstand (Tore: Kerzhakov, Bua) für die Rotblauen zum 2:2-Ausgleich gegen den FCZ. Nachdem man nach einer schlechten Vorrunde mit Neuverpflichtung Leonardo Sanchez gut in die Rückrunde gestartet war, gab es nach diesem verpassten Auswärtssieg im St. Jakob Park beim FCZ einen Bruch (gerade mal ein Punkt aus den folgenden sieben Spielen), auch weil Sanchez nach einem harten Einsteigen von Cédric Itten in der Folge für den Rest der Saison angeschlagen war. Zwei Jahre später hätte YB ebenfalls zu Haue im April gegen den FCZ mit zwei Toren die 1’000-er Marke knacken können, aber es resultierte “nur“ ein 1:0-Sieg (Tor: Sanogo). Das tausendste Tor wurde ein paar Tage später in Thun durch Jean-Pierre Nsamé nachgeholt und zwei Wochen danach feierte Bern gegen den FC Luzern den ersten Meistertitel seit mehr als drei Jahrzehnten. Bis zum nächsten Klub, der die 1’000-er Marke erreicht, wird es wieder ein paar Jahre dauern. GC, St. Gallen oder Luzern in dieser Reihenfolge sind dafür die heissesten Kandidaten.

Antonio Marchesano ist in Basel erneut auswärts der beste Spieler des FCZ in einer Partie, in welcher sein Team hoch stand und erstmals in dieser Saison an der Abschlusseffizienz scheiterte. 18 Torchancen wurden nicht genutzt – so viele wie noch nie in dieser Saison, inklusive Cup-Spiel in Solothurn. Trotz positiver Bilanz an „Erwarteten Toren“ im St. Jakob Park resultierte eine 1:3-Niederlage. Ein weiterer Indikator: 121 Züri Live-Offensivpunkte sind ein bisheriger Saisonrekord – gleichzeitig aber auch die 117 Negativpunkte.

Speziell von der 53. bis in die 70. Minute war der Stadtclub beim Stand von 0:1 am Drücker und hatte rund um die 60. Minute herum mehrere gute Torchancen im Minutentakt. Die Phase wurde abgeschlossen durch einen Pfostenschuss aus kurzer Distanz von Adrian Guerrero. Danach kam ein Bruch ins Zürcher Spiel. Ousmane Doumbia, Moritz Leitner und der eingewechselte Blerim Dzemaili hatten das Zentrum nicht mehr im Griff, woraus das 0:2 resultierte. Basels Linksverteidiger Tavares lenkte einen wohl nebens Gehäuse gezielten Abschluss von Jungnationalspieler Dan Ndoye unfreiwillig entscheidend ins Zürcher Netz ab. Wie schon in der Auswärtspartie bei YB waren die grössten und entscheidenden Mankos des FCZ im Mittelfeldzentrum zu suchen.

FCZ wächst schnell wie eine Bambuspflanze

Die 3-4-1-2 Formation bleibt die Konstante der FCZ-Taktik, aber die Spielweise ändert sich von Spieltag zu Spieltag stark. Zu Beginn der Saison noch die am tiefsten stehende und am stärksten auf Konter ausgerichtete Mannschaft der Liga, steht man nun schrittweise immer höher und übernimmt das Spieldiktat. Wie einer Bambuspflanze kann man dem FC Zürich von Woche zu Woche beim Wachsen live zusehen. Dabei gelingt natürlich nicht alles. So erzielte Basel in der 34. Minute das wichtige erste Tor der Partie gerade weil der FCZ so hoch stand und dazu der sich immer wieder auf die Seiten sowie zwischen die Linien davonstehlende Zielspieler Cabral Heinz Lindners hohen Ball per Kopf hervorragend in die Tiefe weiterleitete. Aliti kam etwas zu spät ins Luftduell und Guerrero lenkte den Ball wenig vorteilhaft für seine Farben ab. Zehn Minuten davor hatte Cabral bereits einmal zwischen den Zürcher Linien einen Hohen Ball von Lindner gut in die Tiefe gelenkt. In dieser Szene war Omeragic zu spät ins Luftduell gekommen, aber Mirlind Kryeziu konnte die Situation ausbügeln.

Grosse Leistungsdiskrepanz

Insgesamt herrschte im Zürcher Team wiederum eine grosse Leistungsdiskrepanz. Auf der einen Seite liessen Mirlind Kryeziu genauso wie Antonio Marchesano kaum Wünsche offen, während sich auf der anderen Moritz Leitner defensiv erneut sehr durchlässig entpuppte, sich in vielen Szenen regelrecht versteckte, notwendigen Zweikämpfen aus dem Weg ging und selbst bei gegnerischen Standardsituationen häufig nicht aufmerksam war. Nach vorne hatte der Bayer auch einzelne gute Aktionen dabei, aber auch zu “schlampige“ Zuspiele und unnötiges Verschleppen von Angriffen.

FCZ bei Standards in der Luft noch zu wenig gefährlich

Bei eigenen Standards kommt der FCZ in der Luft in den letzten Spielen zu selten zum Abschluss direkt aufs Tor. Auch dem grossgewachsenen Mirlind Kryeziu fehlt in der Regel das ideale Timing dafür. Vor dem Gegenstoss zum 1:3 durch Cabral (hatte den Ball selbst aus dem eigenen Strafraum befreit und netzte nach einem 80 Meter-Sprint ein) wurde Kryeziu zudem neutralisiert, da immer er von Guerrero gesucht wurde und deshalb der eingewechselte Burger Kryezius Manndecker Cömert zu Hilfe kam. Die offensive Stärke Mirlind Kryezius liegt immer noch in erster Linie im Spielaufbau.

Telegramm

FC Basel – FC Zürich 3:1 (1:0)
Tore: 34. Millar (Ndoye) 1:0; 73. Tavares (Ndoye) 2:0, 79. Marchesano (Penalty, Guerrero) 2:1, 82 Cabral (Fernandes) 3:1.
FCB – Lindner; Lopez (85. Lang), Cömert, Pelmard, Tavares; Frei (64. Burger), Xhaka; Ndoye (74. Fernandes), Males (64. Kasami), Millar (74. Stocker); Cabral.
FCZ – Brecher; Omeragic, Kryeziu Aliti; Boranijasevic (74. Gogia), Doumbia, Leitner, Guerrero; Coric (57. Dzemaili); Marchesano, Ceesay (57. Gnonto).

Gegen Servette zieht FCZ-Trainer André Breitenreiter den im YB-Spiel eingeleiteten Wandel weiter. Zu Beginn der Saison stand der FCZ so tief wie kaum ein anderes Super League-Team und hatte Erfolg damit. Trotzdem hat Trainer Breitenreiter seine Mannschaft von Spiel zu Spiel die jeweiligen Gegner schrittweise immer höher attackieren lassen. Im YB-Auswärtsspiel dann der grosse Schritt: ein konstant Hohes Pressing beinahe über die gesamten 90 Minuten. Statt Kompaktheit grosse Distanzen. Statt Defensivbollwerk viel Platz zum Kombinieren für den Gegner – aber auch die Chance auf mehr Ballgewinne in der gegnerischen Platzhälfte. Daran mussten sich YB und jetzt auch Servette erst mal gewöhnen. Für den FCZ ist es ein Risiko, welches sich bisher nicht auszahlte. Es wäre interessant gewesen zu sehen, wie das im Vergleich zur letzten Saison bessere und formstärkere FCZ-Personal Gegner wie YB und Servette mit schnellen Konterangriffen hätte in Verlegenheit bringen können.

Servette offeriert dem FCZ aussergewöhnlich viel Platz

Im Wankdorf nutzte YB aus, dass nach 30 Minuten die Intensität und Konsequenz des Hohen Pressings des FCZ nachliess. Servette profitierte unter anderem davon, dass dem FCZ der wichtigste Pressingspieler Antonio Marchesano fehlte. Es reichte dem Letzigrundclub im Heimspiel letztendlich noch zu einem glücklichen Unentschieden. Nach „Expected Goals“ hätte Servette 2:1 gewinnen müssen – trotz des Fehlens ihres besten Mannes Miroslav Stevanovic und dem frühen Ausfall des formstarken Timothé Cognat. Auch Servette merkte man den Respekt vor dem Speed eines in die Tiefe startenden Assan Ceesay an. Nicht nur, dass sich die Stürmer in der Defensiven Phase bis an die Mittellinie zurückzogen, die Abwehrreihe staffelte zusätzlich auch noch in einem Sicherheitsabstand retour, was dem FCZ in den Zwischenräumen im Mittelfeld zusätzlichen Platz ermöglichte. Die Genfer wirkten aussergewöhnlich passiv und kamen selten in ihren typischen Kombinations-Flow. Es war sicherlich einer der schlechtesten Auftritte der Grenats gegen den FCZ in den letzten Jahren. Aber der FCZ konnte dies nicht nutzen.

Schwachpunkte im Hohen Pressing des FCZ

Wenn man Hohes Pressing betreibt, muss jedes Rädchen ins andere greifen, sonst werden die Fehler und Lücken vom Gegner auf Super League-Niveau sofort konsequent ausgenutzt. Moritz Leitner erwies sich dabei wie schon in Bern als ein Schwachpunkt im FCZ-Gefüge. Taktisch besteht beim deutschen Mittelfeldspieler grosser Aufholbedarf. Mehrmals kam es vor, dass er gedankenverloren dem falschen Gegenspieler nachlief und so die entscheidenden Räume öffnete. Oder er kam wegen geringer Handlungsschnelligkeit schlicht zu spät – was dann seine Verteidigerkollegen in Probleme brachte.

Nikola Boranijasevic mit einigen Unaufmerksamkeiten

Mit der Einwechslung von Bledian Krasniqi wurde die Situation allerdings nicht besser. Während die Teamkollegen flexibel im Raum die Gegner übergaben, blieb Krasniqi konsequent am ebenfalls eingewechselten David Douline kleben, was in der Kombination nicht aufging. Krasniqi gelingt es zudem aktuell überhaupt nicht mehr, wie noch in Luzern über den Kampf ins Spiel zu kommen – und kommt daher überhaupt nicht ins Spiel, verliert zu viele Bälle. Auch Andy Gogia fehlte es in vielen Situationen an der Aufmerksamkeit, Disziplin und Entschlossenheit im Hohen Pressing. Servette konnte sich so zu häufig einfach hintenheraus lösen. Nikola Boranijasevic hatte zwar einzelne gute Aktionen, kam aber insgesamt nie richtig ins Spiel und hatte Probleme auf seiner Rechten Seite. In einer Szene lief er gar in Slapstick-Manier in den ballführenden Mitspieler Ceesay rein, was zum Ballverlust führte. Bei gegnerischen Eckbällen hatt der Serbe seinen Gegenspieler Steve Rouiller zudem die ganze Partie durch nicht im Griff – der hinten während der ganzen Partie als Bollwerk fungierende Mirlind Kryeziu musste in der 88. Minute nach einem Kopfball des von Boranijasevic frei gelassenen Genfer Innenverteidigers für den bereits geschlagenen Yanick Brecher auf der Torlinie den Punkt retten.

Unhaltbare Traumfreistösse von Ante Coric und Kastriot Imeri

Der Zürcher Torhüter spielte bis in die Schlussphase hinein eine gute Partie und verlor dann etwas den Faden. Der Freistoss von Kastriot Imeri zum 2:2 hatte allerdings eine so perfekte Flugbahn, dass er unabhängig von der Positionierung wohl für keinen Torhüter zu halten gewesen wäre. Genauso wie der 2:1-Führungstreffer durch Ante Corics Traumfreistoss. Coric vermochte den guten Eindruck von seinem Teileinsatz in Kriens bei seinem Startelfdébut bestätigen. Der Kroate verbindet Technik mit Zielstrebigkeit, auch wenn bezüglich Laufpensum noch etwas Steigerungsbedarf besteht.

Telegramm

FC Zürich – Servette 2:2 (1:0)
Tore: 45. Valls (Handspenalty) 0:1; 47. Guerrero (Ceesay) 1:1, 69. Coric (Freistoss, Gnonto) 2:1, 87. Imeri (Freistoss, Antunes) 2:2.
FCZ – Brecher; Omeragic, Hornschuh, Aliti; Boranijasevic, Doumbia, Leitner (73. Hornschuh), Guerrero; Coric (73. Krasniqi); Gogia (46. Gnonto), Ceesay (90. Dzemaili).
Servette – Frick; Sauthier (75. Diallo), Rouiller, Sasso, Clichy; Cespedes (75. Douline); Cognat (14. Imeri), Valls; Rodelin, Kyei, Schalk (70. Antunes).

Spiel und Taktik

Dem FCZ gelingt zum Saisonauftakt gegen den FC Lugano der vierte Sieg ohne Gegentor in Folge gegen diesen Gegner! Zu Beginn spielten beide Teams relativ viele hohe Bälle. Nach gewissen statistischen Quellen hatte das Letzigrund-Team im Cornaredo mit 28% den tiefsten Ballbesitzwert aller Wettbewerbsspiele der letzten sechs Jahre. Nach den Testspielen konnte bereits vermutet werden, dass der FCZ zum Meisterschaftsstart im Vergleich zur Rizzo-Ära die defensive Absicherung noch mehr verstärken wird, und dies wurde auch getan. In der Regel wartete der FCZ mit einer Fünferabwehrreihe auf die Angriffe der Tessiner. Zudem wurde in vielen Situationen der ballführende Luganesi nicht direkt angegriffen, sondern effektiv darauf fokussiert, die Passwege zuzustellen. Die taktische Formation spiegelte das 3-1-4-2 der Tessiner. Selbst die Stürmer Ceesay und Kramer waren angehalten, bei vorpreschenden Lugano-Innenverteidigern wie beispielsweise Ziegler, diesen bis ganz nach hinten zu folgen. Diese Disziplin braucht es, um mit diesem FCZ-Team einen gewissen Erfolg zu haben. Die Ausrichtung war richtig und zahlte sich aus. Vor allem, weil noch direkter und konsequenter umgeschaltet wurde.

„Schnelles Konterspiel noch konsequenter umgesetzt“ – Lugano-FCZ Kommentare

Das kongeniale Duo Marchesano / Ceesay konnte auf diese Art und Weise ihre Stärken voll ausspielen. MVP Marchesano war omnipräsent und Ceesay bereitete mit zwei unwiderstehlichen Aktionen beide Tore vor. Die zwei waren die Offensivwaffe der Zürcher und die einzigen Akteure, die in der Züri Live-Wertung mehr Offensiv- als Defensivpunkte sammelten. Der FC Zürich spielte so zielstrebig Richtung Tor, dass man in der ganzen Partie zu keinem einzigen Eckball kam (kaum Spiel über die Seiten in der Zone 3). Erst in der Schlussphase wurde Lugano durch die Einwechslung von Covilo, Ba, Guidotti oder Monzialo bei einigen seiner vielen Eckbälle (11:0) dann auch gefährlicher. Bei klassischen hohen Bällen in den Strafraum aus dem Spiel heraus köpften aber Mirlind Kryeziu und der in seiner Kopfballtechnik ganz offensichtlich über den Sommer verbesserte Blaz Kramer praktisch alles weg. Nach Expected Goals war die Partie im Cornaredo ausgeglichen – aber Lugano scheiterte im Abschluss – vor allem im Falle von Mattia Bottani, dessen scharfen Weitschuss in der 78. Minute Yanick Brecher mit den Fingern noch an den Pfosten lenkte.

Der Gegner

Lugano lief wie schon beim 2:2-Test gegen den Italienischen Meister Inter mit dem 18-jährigen Eigengewächs Nikolas Muci im Sturm auf, der zusammen mit Mattia Bottani in der Ersten Halbzeit ein einheimisches Sturmduo bildete. In der Dreierabwehr feierte zudem der aus dem YB-Nachwuchs stammende Kreshnik Hajrizi sein Super League-Début mit dem einen oder anderen Fehler, unter anderem seinem Tackling, das zum Penalty führte. Das Team des neuen Brasilianischen Trainers Abel Braga zeigte Spielwitz, war nominell aber zum jetzigen Zeitpunkt sicherlich etwas weniger stark einzustufen, als noch letzte Saison. Vor allem defensiv stimmte die Organisation nicht wie üblich. Das fing schon vorne und im Mittelfeld an, wo Lugano kein richtiger Zugriff auf die ballführenden Zürcher gelang – die Bianconeri schienen immer einen Mann zu wenig zur Verfügung zu haben, obwohl sie auch mit 11 Mann spielten. Zur Halbzeitpause kam Asumah Abubakar rein und mit ihm wurde im Spiel nach vorne flacher und mit deutlich mehr Positionswechseln gespielt. Der FCZ wirkte nicht mehr so souverän, wie noch in der 1. Halbzeit, brachte aber den Vorsprung auch mit etwas Glück über die Runden.

Die Débutanten

Adrian Guerrero gab in seinem ersten Wettbewerbseinsatz für den FCZ ein hervorragendes Début. Äusserst präzise nach vorne und ohne Ball mit einer sehr hohen Aufmerksamkeit und defensivem Spielverständnis bei gegnerischem Spielaufbau, Umschaltspiel und auch bei Standards, wie man es in dieser Form in den letzten Jahren von Spielern im FCZ-Dress nicht mehr gewohnt war – typisch „Spanische Schule“ im besten Sinn.

Bledian Krasniqi hat zwar schon beinahe 100 Partien im Männerfussball in den Beinen, kam im Cornaredo aber trotzdem zu seinem Super League-Début – und musste Lehrgeld bezahlen. Offensiv hatte Krasniqi nur wenige Aktionen und defensiv genügte sein Auftritt auf diesem Niveau nicht. Zusammen mit Doumbia hatte er den Raum im Zentrum am und vor dem eigenen Strafraum zu wenig im Griff. Die Partie dürfte als Anschauungsunterricht in Bezug auf Verbesserungspotential sehr nützlich sein.

Nikola Boranijasevic war im Vergleich zum diesmal zwar nicht besonders auffälligen, aber durchaus soliden Rohner, eher ein Downgrade auf der Rechten Seite. Fällte sowohl defensiv wie auch offensiv in wichtigen Situationen mehrmals die falsche Entscheidung.

Viele Auf und Abs in kürzester Zeit bei Marc Hornschuh – gute Ballgewinne und einfache Ballverluste, bringt grundsätzlich etwas mehr defensive Stabilität in der Schlussphase, verliert bei gegnerischen Eckbällen aber auch zwei Mal seinen Gegenspieler Demba Ba aus den Augen.

Rodrigo Pollero – ein völlig missglückter Teileinsatz des Uruguayers: zu langsam, zu unpräzis – macht mehrere gute Konterchancen zunichte.

Das Duell des Spiels

Ein spielentscheidendes Duell lieferten sich die beiden ehemaligen Teamkollegen Adrian Guerrero und Numa Lavanchy auf der linken Zürcher- und rechten Lugano-Seite.

20. Minute: Numa Lavanchy antizipiert sehr gut einen etwas «telefonierten» Pass von Omeragic auf Guerrero und spritzt dazwischen. Über Bottani und Sabbatini landet der Ball im Mittelkreis bei Lovric. Der schnell zurücksprintende Rohner zusammen mit Doumbia lassen Lovric aber mit der Weiterleitung des Balles nach vorne auf Muci etwas zögern. Der Lugano-Gegenangriff wird gebremst, Lovric lässt sich auf der linken Seite im Mittelfeld durch vier Zürcher in die Ecke drängen und spielt einen Fehlpass in die Füsse von Doumbia. Der FCZ schaltet über Marchesano  und Ceesay über rechts schnell um.

Im Moment des Ballgewinnes steht Guerrero vor dem eigenen Strafraum bei seinem Gegenspieler Lavanchy, bereit für einen allfälligen Seitenwechsel Luganos. Sobald der Ball von Doumbia direkt zu Marchesano prallt, sprintet Guerrero sofort los, macht sich dann etwa 30 Meter vor dem Tor gegenüber dem ballführenden Ceesay bemerkbar. Lavanchy hatte inzwischen die Verfolgung Guerreros aufgenommen. Der Waadtländer ist schneller als Guerrero, hat aber immer noch sechs Meter Rückstand. Weil der Querpass von Ceesay für einmal sehr präzis und mit gutem Timing gespielt ist (Lovric verzichtet auf ein Foul an Ceesay), kann Guerrero den Ball direkt in seinen Lauf mitnehmen und Lavanchy kommt zu spät. Die Lugano-Dreierabwehr hat sich relativ eng formiert und ging dabei davon aus, dass der schnelle und laufstarke Lavanchy seinen Gegenspieler Guerrero im Griff hat – dies liess Guerrero den entscheidenden Raum, den dieser mit einem sehr präzisen Abschluss von der Strafraumgrenze via rechten Innenpfosten auch optimal nutzte.

Diese ganze Szene vor dem 0:1 war typisch für das gesamte Duell zwischen Guerrero und Lavanchy. Der Waadtländer machte eine ordentlich bis gute Partie. Einmal gelang es ihm auch seinen Gegenspieler zu tunneln, was zu einer guten Kopfballchance Lovrics führte. Aber Guerrero spielte in seinem ersten FCZ-Wettbewerbsspiel hervorragend, und mit noch etwas mehr Konsequenz, sowohl offensiv wie defensiv, als sein Gegenpart auf Lugano-Seite.

Most Valuable Player

Antonio Marchesano ist mit Abstand der beste Offensivspieler auf dem Platz, der zudem auch noch hinten viel aushilft – das Duo Doumbia / Krasniqi hat in dieser Partie die Unterstützung auch dringend nötig. Wie vermutet kommt der erfahrene Tessiner genau zum richtigen Zeitpunkt zum Saisonstart in Form und verwandelt deshalb auch seinen Penalty souverän. Die bei Breitenreiter in der ersten Partie noch stärker auf schnelles Umschaltspiel ausgelegte Spielweise kommt dem Duo Marchesano / Ceesay sehr entgegen. Blaz Kramer, obwohl 90 Minuten auf dem Platz, spielt hingegen eher eine Nebenrolle – auch wenn er in gewissen Szenen wichtig ist, als Spieler, der die gegnerischen Abwehrspieler bindet – und kann seine eigene Schnelligkeit nicht ausspielen.

„Omeragic bedankt sich persönlich“ Lugano-FCZ Highlights

Telegramm

Lugano – FC Zürich 0:2 (0:2)
Tore: 20. Guerrero (Ceesay) 0:1, 45. Marchesano (Penalty, Ceesay) 0:2.
Lugano – Baumann; Hajrizi (72. Monzialo), Daprelà, Ziegler; Sabbatini (77. Guidotti); Lavanchy, Custodio (61. Ba), Lovric (72. Covilo), Facchinetti; Bottani, N. Muci (46. Abubakar).
FCZ – Brecher; Rohner (56. Boranijasevic), Omeragic, Kryeziu, Aliti, Guerrero; Doumbia, Krasniqi (56. Hornschuh); Marchesano (84. Gnonto); Ceesay (73. Pollero), Kramer.

Wilfried Gnonto fällt auf durch seinen Kampfgeist und sein Engagement, welches er für seine Farben einsetzt – auf und neben dem Platz. Und nicht nur gegen Kriens, sondern zuvor auch schon gegen Aarau brachte er einen ansprechenden Kopfball aufs gegnerische Tor. Sogar ein für seine Verhältnisse völlig ungewöhnlich präziser und wuchtiger Kopfballtreffer gelang Blaz Kramer nach einer Musterflanke Rodrigo Polleros gegen Xamax. Abgesehen von dieser einen Szene kam vom Uruguayer im ersten Einsatz noch nicht viel. Interessant war sein toller Assist auch deshalb, weil er in der Challenge League bei gerade mal sechs Assists und gleichzeitig 26 Toren in 60 Partien eindeutig als Finisher aufgefallen war – und selbst die paar wenigen Assists waren (fast) alles keine Flanken. Assan Ceesay hatte in seinen ersten Einsätzen Mühe, steigerte sich dann aber parallel mit seinem kongenialen Partner Antonio Marchesano in der letzten Partie gegen Kriens.

Hadern mit Doumbia

Stephan Seilers Auftritte in den Testpartien waren ungenügend und an Nils Reichmuth liefen die Partien fast völlig vorbei, auch wenn gegen Ende der Vorbereitung eine kleine Steigerung ersichtlich war. Bereits gut eingefunden hat sich hingegen Bledian Krasniqi. Im Spiel mit Ball findet der 20-jährige mit seiner Vista praktisch immer die beste Lösung. Vasilije Janjicic steigerte sich im Verlauf der Vorbereitung. Mit dem taktischen Verhalten von Ousmane Doumbia scheint das Zürcher Trainerteam bisher noch mit am meisten zu hadern. Der Ivorer, welcher sich auch auf persönlicher Ebene im Team sehr wohl zu fühlen scheint, überrascht den Gegner immer wieder mit unerwarteten Balleroberungen – aber eben auch die eigenen Mitspieler und Trainer häufig mit unerwarteten Stellungsfehlern. Bis zu einem gewissen Grad sind das zwei Seiten derselben Medaille. An Buschman-Dormond kritisiert Breitenreiter, dass er zu viele «Tricks» versuche. Findet der Kanadier allerdings den Raum zum Kontern vor, wie beim 6:1-Treffer gegen Kriens (Vorbereitung für Ceesay nach einem Eckball der Innerschweizer), kann er seine Schnelligkeit ausspielen.

Energie sparen mit Boranijasevic und Aliti

Der sich in einer schwierigen Karrierephase befindliche Mirlind Kryeziu könnte aufgrund seiner Physis zu den Gewinnern unter dem neuen Trainer gehören, obwohl ihm gegen Xamax ein entscheidender Fehler unterlief, als er kurz nach der Pause den Ball vor dem eigenen Strafraum gegen Veloso verlor, was das frühe und wegweisende 2:1 für die Gäste bewirkte. Bei einer Dreierabwehr wechselte sich im Verlauf der Vorbereitung Kryeziu in der zentralen Position mit Hornschuh und Kamberi ab. Lindrit Kamberi konnte weitgehend an die positiven Eindrücke von Ende letzter Saison anknüpfen, Silvan Wallner hingegen vorwiegend an die negativen. Fidan Aliti spielte genau Fifty-Fifty als Linksverteidiger oder links in der Dreierkette – aber nie als linker Aussenläufer. Er und Neuverpflichtung Nikola Boranijasevic schienen teilweise etwas mit angezogener Handbremse in den Tests aufzutreten – als sparten sie ihre Energie für den richtigen Saisonstart auf. Willie Britto war bezüglich Positionierung teilweise das Pendant zu Aliti auf der rechten Seite – allerdings wurde er auch als Aussenläufer eingesetzt und hat gleichzeitig nicht die gleichen Einsatzchancen wie der Kosovarische Nationalspieler.

Reifen mit Frei

Adrian Guerrero ist ein Mann auf der linken Seite mit gutem Spiel- und Raumverständnis und schlägt zudem gute Standards mit dem linken Fuss – er kann aber aufgrund seiner Konstitution von Gegner auch ziemlich einfach zur Seite gedrückt werden. Dies passiert Filip Frei mittlerweile deutlich weniger als früher. Der letztjährige U20-Nationalspieler hat einen Schritt nach vorne gemacht und sich in den Vorbereitungsspielen erfolgreich von seiner besten Seite gezeigt. Sein enorm fehlerbehaftetes Spiel von früher hat er abgestellt und spielt nun sehr verlässlich, trotz gleichzeitig weiter verbesserter Dynamik. Frei wird von Breitenreiter als Alternative auf allen erdenklichen Aussenpositionen auf beiden Seiten eingesetzt, zusätzlich zur Dreierabwehr – und ist damit zur Zeit der grösste Allrounder im Team.

Aushelfen mit Hornschuh

Marc Hornschuh wurde als wichtige Kaderergänzung geholt, der auf den zentralen Defensivpositionen als verlässliche Option bereitstehen soll, wenn es ihn braucht – wohl vor allem in der Dreierabwehr, denn seine Auftritte im Mittelfeld waren jeweils wenig erbaulich. Becir Omeragic wurde am letzten Spieltag der Vorbereitung genauso wie Buschman zwei Mal als Einwechselspieler eingesetzt. Während dies bei Buschman durchaus ein Zeichen seiner aktuellen Position in der sportlichen Mannschaftshierarchie darstellte, war es bei Omeragic bedingt durch seine vorherige Ferienabwesenheit aufgrund der EM-Endrunde. Ihn schon auf das Lugano-Spiel hinzubekommen, wäre wohl zu knapp und auch etwas riskant.

Fremdgehen mit De Nitti

Bei den Torhütern feierte der von der U18 hochgezogene Gianni De Nitti seine ersten Teileinsätze im Fanionteam (einen davon im Tor des SC Kriens gegen den FCZ). Zivko Kostadinovic agierte in seiner Kernkompetenz als «Torhüter» gewohnt solide. Trainer Breitenreiter war mit seinen Entscheidungen bei den Abstössen aber nicht immer zufrieden. Yanick Brecher hatte wieder zwei, drei Unkonzentriertheiten bei Gegentreffern dabei und schrie sich in der Endphase gegen Xamax, als nichts mehr ging, vergeblich die Lunge aus dem Leib.

6:1 gegen Kriens, 1:4 gegen Xamax – wo liegt die Wahrheit? (FCZ-Sommer, Teil 1)

Totale taktische Variabilität unter Breitenreiter (FCZ-Sommer, Teil 2)