Fragezeichen in der Innenverteidigung

Die Qualität der Super League-Torhüter hat in den letzten Jahren abgenommen, und unter den Nummer 1-Torhütern ist Yanick Brecher (28) zwischen durchschnittlich und leicht unterdurchschnittlich einzuordnen. Zivko Kostadinovic (29) ist eine gute Nummer Zwei. Gianni De Nitti (18) ist noch weit vom Level eines Super League-Torhüters entfernt, macht aber als Nummer 3-Torhüter sicherlich mehr Sinn, als Novem Baumann. Wechsel auf den zwei ersten Goalie-Positionen sind diesen Sommer nicht zu erwarten. Interessant in der Schweiz wären für den FCZ ansonsten der beim FC Sion wieder ins zweite Glied gerückte U21-Nationaltorhüter Timothy Fayulu (21), welcher in der abgelaufenen Saison phasenweise der beste Torhüter der Liga war. Ausserdem bringt Lugano’s Nummer Drei Lucio Soldini (20) viel Talent mit und erinnert mit seiner Beweglichkeit und Stilsicherheit an den jungen Yann Sommer.

In der Innenverteidigung hängt viel davon ab, was mit Lasse Sobiech (30) und Becir Omeragic (19) diesen Sommer passiert. Omeragic hat sich nicht ganz so entwickelt wie erhofft, könnte auf dem Transfermarkt aber trotzdem begehrt sein. Bei Sobiech gibt es bezüglich seiner Zukunft gleich mehrere Fragezeichen. Der FCZ würde ihn wohl ziemlich sicher gerne behalten – aber was will der 1. FC Köln, was will Sobiech selbst und kann sich ihn der FC Zürich überhaupt leisten? Und wie lange steht er nächste Saison in gesundem Zustand überhaupt zur Verfügung? Nathan Pelae (26) war in der abgelaufenen Saison ganz lange eine „Lebensversicherung“ und in manchen Partien entscheidend als Einziger oder fast Einziger, der richtig dagegenhalten und den Druck der Gegner lindern konnte. Lindrit Kamberi (21) hat sich mit seinen Auftritten Ende Saison im FCZ-Dress, die viel fokussierter waren als zuvor beim FC Winterthur, eine Chance als Innenverteidiger Nummer Drei oder Vier verdient. Mindestens einen Innenverteidiger von aussen muss man diesen Sommer, nicht zuletzt aufgrund der unklaren Situation bei Omeragic und Sobiech, sicherlich verpflichten.

Yannick Schmid und Akos Kecskés bieten sich an

In Bezug auf Spieler aus den Schweizer Ligen wäre aus Züri Live-Sicht Yannick Schmid (26) von Absteiger Vaduz der heisseste Kandidat – ein spielerisch / technisch starker Innenverteidiger, relativ schnell und mit hervorragendem Timing beim Offensiv-Kopfball. Für seine Grösse von 1,86m ist er etwas leichtgewichtig und daher in den Zweikämpfen am Boden und in der Luft nicht so durchsetzungsfähig wie Kollegen mit mehr Wasserverdrängung. Zu einem Nathan oder Sobiech wäre Schmid die ideale Ergänzung und als Trio in einer Dreierkette könnten sie (zusammen mit Marchesano) bei Standards offensiv für viel Gefahr sorgen. Teamkollege Joël Schmied (22) ist für die Bedürfnisse des FCZ hingegen technisch, läuferisch und bezüglich Beweglichkeit etwas stark limitiert. Einer der besten und vor allem meistunterschätzten Super League-Innenverteidiger der abgelaufenen Saison war zudem Akos Kecskés (25) von Lugano. Wenn dieser nicht auf dem Platz stand, verlor das Defensivbollwerk der Tessiner einiges seiner Stabilität. Weder Daprelà noch Maric oder Ziegler kamen 20/21 auch nur annähernd an das Level des Ungarn heran.

Innenverteidigung ist eine seit vielen Jahren in der Challenge League eher schwach besetzte Position und Super League-taugliche Spieler zu finden deshalb in diesem Bereich am schwierigsten. Der von Servette zu Chiasso ausgeliehene Mathis Magnin (19) fiel noch am ehesten mit seiner Reife und Vielseitigkeit auf – dazu muss sicherlich auch der 1,98m grosse Nikki Havenaar (26) von Thun trotz seiner technischen Defizite ein Kandidat für die Super League sein. Leon Bergsma (Aarau) hingegen ist selbst für Challenge League-Verhältnisse defensiv alles andere als ein Bollwerk sowie für die schwache Aarauer Defensive wesentlich mitverantwortlich – und Toti Gomes (GC) spielt etwas zu flatterhaft.

FCZ Kaderplanung 21/22, Teil 1 – Trainer und Spielidee

cof

Spiel, Gegner und Taktik

YB’s Auftritt in Zürich kurz nach der vorzeitigen Eringung des Meistertitels ist eine der schlechtesten Berner Leistungen der letzten Jahre. Die übliche Konsequenz in den Zweikämpfen und dem Spiel nach vorne geht den Gelb-Schwarzen komplett ab. Lefort, Rieder, Lauper oder Elia stehen gar neben den Schuhen. Trotzdem schafft es der FCZ selbst gegen dieses vergleichsweise harmlose YB nicht auch nur einen Punkt zu ergattern. Von der ersten Saisonpartie im Wankdorf, als man die durch die kurze Sommerpause müden Berner richtig hatte fordern können, ist mittlerweile wieder weit weg. Und zum zweiten Mal nach 2019 können die Gelb-Schwarzen ihren Titel trotz „Hangover“ mit einem Sieg im Letzigrund feiern.

Zu Beginn spielt das Team von Trainer Seoane noch einigermassen ordentlich. Die Flügel der Gäste stehen eng, die Stürmer Nsamé und Mambimbi lassen sich abwechselnd zurückfallen und man sucht gegen einen in einem 4-1-4-1 auftretenden FCZ gegen den einzigen Sechser Doumbia die Lücken zwischen den Linien. Der FCZ versucht, durch Hohes Pressing Druck zu machen, welches YB mit Hohen Bällen überspielt, auch weil die Zürcher wie vor dem 0:1 durch ein Eigentor Hekuran Kryezius in der Person von Benjamin Kololli wie so häufig zu wenig konsequent den Ballführenden attackieren. Nach dem Hohen Ball in den Mittelkreis sieht dann das Duo Doumbia / Domgjoni im Duell mit Felix Mambimbi „alt“ aus.

Beim 0:2 ist es dann YB, welches ein Hohes Pressing ansetzt. Und da Christian Fassnacht seine Pressingaufgabe um Welten ernster nimmt, als auf der anderen Seite Kololli, führt dies zu einem in Bedrängnis überhastet gespielten Rückpass Domgjonis, von welchem YB-Eigengewächs Mambimbi profitiert. Bezeichnenderweise kommt der FCZ zum Anschlusstreffer in einer Szene, in welcher er sich zurückzieht – und dann von einem Fehlpass Sandro Laupers an der Mittellinie profitiert, um gegen weit aufgerückte Berner erfolgreich zu kontern. Der zuletzt aufsteigende Tendenz zeigende Kramer vollendet mit einem Lupfer.

Beim FCZ gefällt zu Spielbeginn speziell die agile und präsente Rechte Seite mit Rohner und Tosin. Danach ist der Auftritt speziell des Nigerianers aber wieder ein stetiges Auf und Ab. Der Letzigrund-Club kommt in den Startminuten besser in die Partie, als die Gäste aus der Bundesstadt. Das Defensivzentrum inklusive Torhüter Brecher erwischt hingegen einen schlechten Tag. Blerim Dzemaili ist weiterhin der Spieler mit den klar meisten schlechten Aktionen. Mit zunehmender Spieldauer in der Zweiten Halbzeit kommt der FCZ gegen immer stärker nachlassende Berner zu vielen Angriffen, Flanken und Abschlüssen, ohne aber etwas Zählbares dabei zu ergattern. Speziell die Einwechslung von Antonio Marchesano bringt dem FCZ ab der 61. Minute nochmals etwas Drive. Der ebenfalls eingewechselte Becir Omeragic sorgt mit zwei sehr guten Hereingaben auf Tosin (wobei dieser die erste mit einer effektiven Körpertäuschung für Dzemaili passieren lässt) für die zwei besten FCZ-Chancen zum Ausgleich.

Telegramm

FC Zürich – Young Boys 1:2 (1:2)
Tore: 8. H. Kryeziu (Eigentor, Elia) 0:1, 23. Mambimbi 0:2, 29. Kramer (Dzemaili) 1:2.
FCZ – Brecher; Rohner (71. Omeragic), H. Kryeziu, Nathan, Aliti (84. Gnonto); Doumbia (84. Seiler); Tosin, Domgjoni (61. Marchesano), Dzemaili, Kololli; Kramer (71. Ceesay).
BSC Young Boys – Von Ballmoos; Maceiras (81. Hefti), Camara, Lauper, Lefort; Elia, Martins, Rieder (75. Aebischer), Fassnacht (75. Maier); Nsamé (67. Siebatcheu), Mambimbi (67. Moumi).


Vor dem Abstiegskampfduell im Wallis werden Erinnerungen wach an den 2:1-Auswärtssieg bei einem anderen Westschweizer Klub, Xamax, im Mai vor zwei Jahren. Diesmal kommt es bereits früher zu diesem wichtigen Direktduell – aber ganz ohne die damals zahlreich mitgereisten FCZ-Fans (nicht nur im Gästesektor, sondern auch auf Haupt- und Gegentribüne). Und diesmal geht es nicht bloss um das Verhindern der Barrage (GC war bereits abgeschlagen Letzter), sondern um die ziemlich wahrscheinliche Abwendung des Direktabstieges im Falle eines Auswärtssieges im Tourbillon. Bei einer Niederlage wäre hingegen der Vorsprung auf den letzten Platz nur noch fünf Punkte – und Sion, das mit Sicherheit noch lange nicht aufgegeben hat, würde neue Hoffnung schöpfen.

Was den Kampf gegen den Barrageplatz betrifft, muss man aus Sicht des FCZ aufgrund der Entwicklungen der letzten Wochen eher hoffen als befürchten, bis zum Heimspiel gegen Vaduz am letzten Spieltag am 21. Mai immer noch darin involviert zu sein und alles in den eigenen Füssen zu haben. Angesichts der positiven Formkurven von Luzern und vor allem Vaduz könnte hier tendenziell das keinesfalls schwache St. Gallen zum härtesten Konkurrenten des Letzigrundteams werden. Historisch hat der FCZ eine klar positive Bilanz gegen den FC Sion – selbst im Cup! Wohl nur gegen YB und St. Gallen hat man noch mehr Spiele gewonnen. Die Bilanz seit dem letzten FCZ-Meistertitel 2009 ist hingegen sehr ausgeglichen. Normalerweise wechseln sich Siege und Niederlagen ab. Aktuell ist man hingegen in der dritten „Unentschieden-Phase“ nach 09/10 und 16/17/18 mit zuletzt vier davon in fünf Duellen.

Der aus dem FCZ stammende Anto Grgic ist nicht nur der Sion-Spieler mit den meisten Spielminuten, sondern auch Sinnbild für die aktuellen Auftritte der Walliser. Grgic ist sowohl für die besten wie auch die schlechtesten Aktionen seines Teams verantwortlich: unkonstant im Verlauf einer Saison und auch einer Partie – viele Ballverluste, Unkonzentriertheiten und fehlendes Umschalten. Als einer der besten Standardschützen der Liga sorgt er gleichzeitig für Gefahr. Auch zuletzt bei den letztlich in den Schlussphasen mit 0:3 verlorenen Partien gegen YB und Vaduz. Aber das Aluminium oder der gegnerische Torhüter verhinderte jeweils eine Walliser Führung. Die Walliser haben eine gute Physis und viele Spieler mit technischen Qualitäten. Was zur Zeit fehlt, ist „das gewisse Etwas“, wobei dieses gewisse Etwas herausragende fussballerische Einzelleistungen sein könnten, oder auch ein Spieler mit überragenden mentalen Stärken: grundsätzlich nicht viel anders wie beim FCZ. Bei der letzten Direktbegegnung im Letzigrund sorgte der zuletzt angeschlagen gewesene Luca Clemenza für eine spezielle Aktion beim Führungstreffer der Rot-Weissen bereits in der 12. Minute. Möglich, dass der Italiener für die Partie gegen den FCZ wieder ins Team zurückkehrt.

Beim FCZ muss bedenklich stimmen, dass man gegen ein müde wirkendes St.Gallen und ein noch matteres Servette keine besseren Resultate erzielen vermochte. Etwas Hoffnung gibt die sich von Woche zu Woche verbessernde Kadersituation. Ein wichtiger Faktor könnte sein, dass die lange angeschlagen gewesenen Marchesano, Kololli, Tosin oder Dzemaili auf Ende April / Anfang Mai hin nun besser in die Gänge kommen. Mit Henri Koide ist eine Alternative für die zuletzt wenig produktive Vordermannschaft vorzeitig aus Wil zurückgekehrt. Und gegen Sion sollten Rohner, Nathan und Doumbia wieder mit von der Partie sein.

Im Saisonverlauf ist ersichtlich, dass mit der Übernahme von Massimo Rizzo als FCZ-Trainer die Anzahl Gegentore bis zur Winterpause drastisch reduziert werden konnten – in einer ersten Phase bis zum 4:0-Heimsieg gegen Lausanne-Sport sogar mit einer gleichzeitig leichten Steigerung der eigenen Torproduktion. Man verwendete viel mehr Energie für die Defensivarbeit als unter Magnin und verteidigte konsequent. Weil man defensiv besser stand (unter anderem auch dank den Neuverpflichtungen Aliti und Doumbia) und Bälle eroberte, wuchs auch das Selbstvertrauen im Spiel nach vorne. Die Gegner mussten sich in dieser Zeit erst an die neue Spielweise des FCZ adaptieren und konnten die Anzahl schneller FCZ-Konterangriffe durch die Mitte und Ballverluste in der eigenen Platzhälfte erst mit der Zeit reduzieren. Ab Dezember schien es dann bei mehreren wichtigen FCZ-Spielern an Energie zu fehlen.

Nach der Winterpause versuchte der FCZ offener zu spielen und einen grösseren Teil des Energiehaushaltes für das Spiel mit Ball aufzuwenden. Man ging mehr Risiken ein mit einer höher stehenden Verteidigungslinie. Sowohl die Anzahl erzielter Tore wie auch der Gegentore ging damit rauf. Das Problem war, dass ab der 1:4-Heimniederlage gegen YB im Trend die Gegentore die selbst erzielten Tore übertrumpften und hoch blieben, während in der Folge die erzielten Tore wieder sanken. Man war wieder am gleichen Punkt angelangt wie unter Ludo Magnin. Ohne defensive Stabilität zu wenig Balleroberungen, keine Sicherheit, kein strukturiertes Spiel – und man baut so die Gegner auf, die sich dann teilweise in einen Rausch spielen können.

Nur auf der Basis einer stabilen Defensive kann mit der Zeit (und es braucht dafür Geduld!) auch eine attraktive Offensive gedeihen. Lucien Favres Meisterteams waren bekannt für ein offensiv attraktives Spiel – sie holten die Titel in erster Linie aber dank der besten Verteidigungs- und Balleroberungsarbeit als Team. Der FCZ hat den internen und externen Rufen nach mehr Offensive nach der Winterpause zu stark nachgegeben. Den umgekehrten Weg ist Vaduz gegangen – sie haben ihr bereits schon zuvor defensives System nach der Winterpause noch stärker defensiv ausgerichtet mit der Zurücknahme eines weiteren Stürmers ins Mittelfeld: von einem 5-3-2 in ein 5-4-1. Und damit haben sie ihre Erfolgsserie gestartet. Um die richtige Balance zwischen Defensive und Offensive zu finden, ist es entscheidend, die eigenen Qualitäten nicht zu überschätzen. Die Vaduzer Innenverteidiger wirken nur deshalb so stabil, weil vor ihnen die Mittelfeldspieler und der einzige Stürmer enorm viel Laufarbeit verrichten. Beim FCZ müsste dementsprechend der Ausfall von Lasse Sobiech durch kompaktere Defensivarbeit des ganzen Teams kompensiert werden.

Während der FCZ ungefähr von der fünften bis zur 18. Runde bei gleitendem Durchschnitt eine positive Tore- vs. Gegentore-Bilanz aufzuweisen hatte, konnte der FC Sion die ganze Saison hindurch nie von einer solchen Phase profitieren. Zwischen der siebten und der 14. Runde war die Bilanz sogar stark negativ und seit der 21. Runde (kurz nach dem Ausscheiden aus dem Cup in Aarau) ging die Negativschere vor allem wegen sinkender eigener Torproduktion erneut auf – ähnlich wie beim FCZ. Davor hatte der neu dazugestossene Brasilianer Wesley (zur Zeit wieder verletzt) für eine gewisse Zeit für etwas frischen Wind gesorgt und Anto Grgic gelangen beim 3:2-Heimsieg gegen St. Gallen gleich alle drei Treffer.

Dabei könnte die Situation für Sion noch weit ungemütlicher sein. Wären die Spiele der Walliser den Torchancen (Expected Goals) entsprechend ausgegangen, hätte Sion zwar vier Tore mehr erzielt, aber auch neun Tore mehr kassiert. Und da Sion mehrmals trotz gleich guter oder gar schlechterer Torchancen die vollen drei Punkte „gestohlen“ hat, hätte es nach Erwarteten Toren unter dem Strich volle zehn Punkte weniger auf dem Konto und würde bereits jetzt als direkter Absteiger so gut wie feststehen. Vom 17. Dezember bis zum 23. Januar hatte Sion seine resultatmässig beste Phase der Saison mit zwei Siegen und drei Unentschieden (neun Punkte) gegen Servette, Vaduz, FCZ, Lugano und Lausanne – aussergewöhnlich daran ist: an den Torchancen gemessen hätten die Walliser statt neun nur einen Punkt holen dürfen! Mit ziemlicher Sicherheit wäre dann der Trainerwechsel im Tourbillon ebenfalls früher gekommen. In Bezug darauf, was die Mannschaft kreiert und zugelassen hat, war es eigentlich nicht die beste, sondern die schlechteste Phase der Saison.

Der FCZ hat unter dem Strich in dieser Saison bisher drei Punkte „gestohlen“ und würde ohne diese heute also auf dem Barrageplatz stehen. Die „gestohlenen Punkte“ hat man nach der Winterpause geholt, denn zu Weihnachten hatte der FCZ noch zwei Punkte „zu wenig“ auf dem Konto. Dies zeigt, dass der Leistungsabfall im neuen Jahr eigentlich noch stärker war, als es die Punktebilanz an und für sich bereits aussagt.

Eine der beliebtesten Erklärungen vieler Trainer und Spieler weltweit für Misserfolg ist: „wir haben unsere Chancen nicht genutzt“. Dahinter steht die Message: „eigentlich sind wir schon gut, es fehlt uns einzig das Glück im Abschluss“. Die Erklärung wird so häufig benutzt, dass sie in der Mehrheit der Fälle unmöglich stimmen kann. Bei kaum einem anderen Thema ist die Wahrnehmung von Direktbeteiligten (und auch Fans) im Fussball so subjektiv wie bei den Torchancen. Die eigenen Torchancen wirken in der Erinnerung grösser und zahlreicher, als sie tatsächlich waren – und die nicht genutzten Einschussmöglichkeiten des Gegners werden wahlweise verdrängt oder ignoriert. Ergab sich daraus (mit viel Mazel) kein Gegentor, dann war alles okay: „wir hatten das Spiel im Griff“.

Der FCZ kann sich über die ganze Saison hinweg bisher nicht über „fehlende Effizienz“ beklagen. Speziell in der Rückrunde bis zum 1:1 gegen Lausanne-Sport war man effizient im Abschluss. Rechnet man Spiel für Spiel, dann hätte man gemäss „Expected Goals“-Statistik gerade mal ein Tor mehr erzielen müssen, als man es tatsächlich getan hat. In der aktuellen Saisonphase erzielt man wenig Tore, weil man sich wenig Torchancen erarbeitet – nicht aufgrund der Effizienz. Die Walliser hingegen hatten bei ihrem resultatmässig schlechten Saisonstart mit fünf sieglosen Spielen stark mit fehlender Effizienz zu kämpfen – und auch in der Rückrunde eine ineffiziente Phase. Aktuell nimmt ihre Abschlusseffizienz aber wieder zu.

Auch die Abschlusseffizienz der jeweiligen Gegner spielt eine Rolle. Diese kann jeweils auch als eine aussagekräftige Torhüterstatistik betrachtet werden. Denn wenn in der Summe die gegnerischen Stürmer mehr Tore erzielen, als die Torchancen dies voraussagen würden, dann liegt dies vor allem an schlechten Leistungen des eigenen Torhüters. Dies war beim FCZ zu Beginn der Saison der Fall. Die hohe gegnerische Effizienz (beziehungsweise tendenziell schlechte Leistungen Yanick Brechers zu Saisonbeginn) trugen also ihren Teil zum Trainerwechsel von Magnin zu Rizzo bei. Zum Ende der Vorrunde hin wurde Rizzo’s Team hingegen durch statistisch gute Torhüterleistungen mitgetragen. Mittlerweile sind diese wieder durchschnittlich geworden. Beim FC Sion startete Kevin Fickentscher zu Saisonbeginn gut, dann flachten seine Leistungen auf ein durchschnittliches Level ab. Darauf kam es zum Torhüterwechsel zu Timothy Fayulu, welcher den gleichen Prozess (zuerst immer bessere Leistungen, dann wieder ein Abflachen der Leistungskurve) durchlief, worauf erneut Fickentscher ins Gehäuse gestellt wurde. Dessen Auftritte haben in seiner zweiten Phase nun aber eine leicht negative Tendenz. Es ist zu keinem zweiten Höhenflug gekommen. Eine schlechte Bilanz hatten beide Torhüter aber nie. Sie gehören insgesamt zu den Stützen des Teams. Sowohl Sion wie auch der FCZ haben also eines Gemeinsam: die Entwicklung in dieser Saison ist eigentlich noch schlimmer, als es die aktuelle Tabelle aussagt. Beide Equipen brauchen einen grossen Ruck, der durch die Mannschaft geht, um das Steuer wieder herumzureissen.

Spiel, Gegner und Taktik

Luzern geht im Letzigrund so schnell wie noch nie in der Klubgeschichte der Super League-Ära mit zwei Toren in Front – fünf Minuten und 17 Sekunden. Die Trikots der Innerschweizer sind zwar nicht „königsblau“, sondern eher „vierwaldstätterseeblau“, sie schienen aber trotzdem als Hommage an die Historie eines sich im sportlichen Niedergang befindlichen westfälischen Traditionsvereines den Luzerner Kreisel zu praktizieren und zwar speziell intensiv in der Vorbereitung der beiden Tore auf der linken Angriffsseite ausserhalb des Strafraumes in einem Rechteck von etwa 35 x 15 Metern. Beide Spielzüge, die zu den Toren führten, waren geplant, mit Sorgic und Ugrinic als jeweilige Finisher im Strafraum (das zweite Tor wurde schlussendlich von Schaub erzielt, da Ugrinics Abschluss geblockt wurde). Dazu kam jeweils eine grosse Präsenz im FCZ-Strafraum, auch bei Eckbällen, wo bis zu sieben Luzerner Angreifer gedeckt werden mussten. Beim FCZ waren wie schon in Genf bei gegnerischen Standards Kryeziu, Ceesay, Wallner, Omeragic und Co. mehrmals nicht Herr der Lage, aber diesmal konnte der Gegner nicht davon profitieren.

Vier Luzerner kreiseln auf der linken Seite gegen drei Zürcher in der Vorbereitung des 0:1 durch Dejan Sorgic in der 4. Minute.

Luzern spielt generell gerne über die linke Seite. Gegen den FC Zürich rechnete sich das Team von Fabio Celestini (wie sich zeigte zurecht) gegen das Duo Wallner / Rohner dabei aber speziell viel aus. Die beiden jungen Zürcher kriegten gegen in den Anfangsminuten intensiv „kreiselnde“ Gäste keinen Zugriff. Danach half neben Hekuran Kryeziu auch noch Stürmer Blaz Kramer auf rechts aus, um wieder numerischen Gleichstand gegen meist vier Luzerner herzustellen, womit die Seite etwas stabiler wurde. Vergleicht man den FCZ mit dem ebenfalls im 4-2-3-1 gegen das Luzerner 4-4-2 zu Hause spielende Basel, so fällt ins Auge, dass Jasper Van der Werff deutlich mehr Präsenz und Aggressivität zeigte, als Silvan Wallner. Ausserdem verschob sich die Viererabwehrkette der Basler stärker zur Seite, als die in die Breite gezogenen Zürcher, von Cabral war von Anfang an mehr Unterstützung vorhanden als von Kramer und der FCB spielte generell zu Beginn ein Hohes Pressing und brachte Luzern in der Angriffsauslösung stärker in Bedrängnis. So kam Luzern über die linke Seite, obwohl sie es versuchten, zu Spielbeginn im St. Jakob Park nicht ins „kreiseln“.

„FCZ im Hamsterrad“: Matchkommentare

Zur Pause nahm FCZ-Trainer Massimo Rizzo mehrere starke Retouchen vor. Die Formation wurde auf ein 4-3-3 umgestellt und die Zürcher betrieben während der gesamten Zweiten Halbzeit ein Hohes Pressing, aus welchem nach einem Ballgewinn von Ousmane Doumbia dann auch der Anschlusstreffer Antonio Marchesanos entstand. Mutig und ungewöhnlich, aber aufgrund des Zweitorerückstandes durchaus gerechtfertigt, pressten die beiden Achter Marchesano und Hekuran Kryeziu gegen die beiden Luzerner Innenverteidiger während Mittelstürmer Kramer sich Torhüter Müller vornahm, der Sechser Ousmane Doumbia rückte dabei als „Staubsauger“ dahinter ebenfalls weit auf. Das Mittelfeldtrio verschob sich auch seitlich jeweils stark. Der FCZ wurde so im zweiten Durchgang genauso dominierend, wie Luzern noch in den ersten 45 Minuten gewesen war. Kramer, Khelifi, Gnonto oder Ceesay hatten den aufgrund der Zweiten Halbzeit verdienten Ausgleich noch auf dem Fuss, reüssierten aber nicht.

Personalien

Yanick Brecher (4) – Trägt zum Fehlstart in die Partie seinen Teil bei. Seine Bälle hinten heraus kommen zu Beginn ungenau, was Luzern ausnutzt. Beim 0:2 dreht er sich vor dem Nachschuss Schaubs unnötigerweise um die eigenen Achse.

Silvan Wallner (2) – Einmal eine gute Kopfballverlängerung für Rohner in die Tiefe, aber ansonsten sowohl im Zweikampfverhalten wie auch im Passspiel und selbst bei Einwürfen ungenügend.

Becir Omeragic (3) – Seine Leistungen und Züri Live-Noten bewegen sich im klassischen Zickzack-Kurs – jedes zweite Spiel Note „7“, dazwischen jeweils eine „3“ oder „4“. Agiert in dieser Partie häufig kopflos, hat Ballverluste in gefährlichen Zonen.

Hekuran Kryeziu (6) – Beginnt die Partie als einer der wenigen FCZ-ler gut. Einige wichtige Ballgewinne gegen seinen Stammklub, initiativ im Pressing, spielt vorteilhafte lange Bälle mit Zug. Negativ: verschätzt sich in zwei, drei Situationen.

Ousmane Doumbia (5) – Zu wenig griffig in den Zweikämpfen, kommt im Pressing zu spät, keine „Wand“ im Mittelfeld wie an guten Tagen. Vermeidet eine ungenügende Note mit einer vor allem offensiv starken Schlussviertelstunde.

Fabian Rohner (3) – Nur Blaz Kramer kommt auf Zürcher Seite zu mehr Torchancen, aber insgesamt misslingt „Turbo Fabian“ die Mehrheit seiner Aktionen. Ist zusammen mit Silvan Wallner Teil der rechten Zürcher Seite, die von Luzern als Schwachpunkt ausgemacht und gezielt bespielt sowie mehrmals überspielt wird, fällt vor dem 0:1 die falsche Entscheidung.

Antonio Marchesano (5) – Wirkt lange Zeit mental etwas müde. Kommt mit der Einwechslung von Seiler als Unterstützung im Mittelfeld dann aber deutlich besser in die Partie und erzielt erneut ein Tor.

Wilfried Gnonto (6) – Nach zwei Tiefstnoten hintereinander wieder mal eine genügend bis gute Züri Live-Note. Kommt nach einer Stunde rein, hat seine erste gute Aktion aber erst in der 79. Minute. Dies ist dann aber gleich ein tolles Assist zum 1:2 von Antonio Marchesano und ab da läuft es dem jungen Italiener besser.

Stephan Seiler (10) – Bringt sofort nach seiner Einwechslung mehr Struktur und Spielintelligenz ins Zürcher Aufbauspiel, geht vorne aggressiv ins Forechecking und erobert Bälle. Mit Seiler geht nach dem Kurswechsel zur Pause nochmal ein zweiter Ruck durch die Mannschaft.

Trivia

Der Tscheche Martin Frydek spielt gerne im Letzigrund. So liefert der Linksverteidiger die Vorlage zum 0:1 und gewann damit in der fünften Begegnung mit dem FC Zürich zum dritten Mal mit 2:1 (zwei Mal mit Slovan Liberec, ein Mal mit Luzern), wobei er in allen drei Fällen einen Skorerpunkt beisteuerte.

72. Minute: Nathan holt sich mit grossem Kampfgeist in der gegnerischen Hälfte den Ball zum zweiten Mal hintereinander ohne ein Foul zu begehen von Silvan Sidler zurück. Ref Alain Bieri gibt ungerechtfertigterweise Freistoss und Gelb gegen Nathan. Antonio Marchesano und Wilfried Gnonto können die Entscheidung von Bieri nicht verstehen, Gnonto breitet die Arme aus und sagt vermutlich etwas nicht Astreines. Nathan ärgert sich extrem über Gnonto und staucht diesen zusammen. Bieri, wohl in der Meinung, Nathans Tirade hätte ihm gegolten, zeigt Nathan Gelb-Rot. Nach Protesten der Zürcher und Meinungsäusserungen von Luzern-Goalie Marius Müller sowie Bieris Assistenten nimmt dieser die zweite Gelbe Karte wieder zurück – Nathan darf auf dem Platz bleiben.

In der Schlussphase kam der FC Luzern so stark unter Druck, dass Filip Ugrinic in der Hektik um ein Haar im eigenen Strafraum ein Handspiel unterlief.
„Sterneis hat gesagt, es muss etwas passieren“: Match-Highlights

Telegramm

FC Zürich – Luzern 1:2 (1:1)
Tore: 4. Sorgic (Frydek) 0:1, 6. Schaub (Ugrinic) 0:2; 78. Marchesano (Gnonto) 1:2.
FCZ – Brecher; Wallner (86. Khelifi), Omeragic, Nathan, Aliti; H. Kryeziu (60. Seiler), Doumbia; Rohner (60. Gnonto), Marchesano, Ceesay; Kramer.
Luzern – Müller; Sidler, Knezevic, Burch (65. Lucas), Frydek; Tasar (63. Schürpf), Wehrmann (84. Emini), Ugrinic, Ndiayé (84. Alounga); Schaub, Sorgic.

(Standbilder: Blue)

Spiel, Gegner und Taktik

Dem FCZ reicht es erneut nicht zu einem Sieg in der Westschweiz. Im ganzen Jahr 2020 gelang dem Stadtclub kein Vollerfolg im frankophonen Teil des Landes und diese Serie setzt sich im Jahr 2021 fort. Der Züri Live-Notenschnitt der Mannschaft erreicht dabei mit 4,2 einen neuen Saisontiefpunkt. Unrealistisch war zumindest ein Punktgewinn trotzdem nicht, wenn man selbst in Führung gehen und durch Marchesano, Gnonto oder Rohner weitere Grosschancen erarbeiten kann. Servette ist aus dem Spiel heraus das ineffizienteste Team der Liga und dies zeigt sich auch gegen den FC Zürich, als speziell Grejohn Kyei erneut ein paar Topchancen unverwertet lässt. Hätte der Franzose auch nur eine durchschnittliche Chancenverwertung, wäre er schon jetzt Super League- Torschützenleader. Der FCZ hätte daher in Genf bei erfolgreicherer Verteidigungsarbeit der Standards durchaus einen „gestohlenen“ Auswärtssieg holen können. Drei der ersten fünf Servette-Eckbälle drehten aber das Spiel von 0:1 auf 3:1. Somit hat der FC Zürich in dieser Saison einen Viertel seiner Gegentore nach Cornern des Gegners zugestehen müssen – normal wären etwa 10%.

Der FC Zürich fuhr nach Genf mit einer Mannschaft, mit der von vornherein klar war, dass die Verteidigung von Eckbällen ein grosser Knackpunkt sein wird. Und dies gegen das zweitbeste Team der Liga bei Flanken und Eckbällen. Es fielen nicht nur die „Türme“ Sobiech und Nathan aus, sondern mit Doumbia und Kramer zwei weitere Spieler, die mittlerweile zu den solideren Manndeckern in solchen Situationen gehören. Wallner, Domgjoni, Hekuran Kryeziu und Omeragic sind alles keine guten Manndecker bei gegnerischen Eckbällen. Omeragic und Wallner sind diesbezüglich sicherlich noch in der Lernkurve drin, und ersterer dabei einen Schritt voraus. Im freien Raum können sie gefährliche Situationen meist gut klären, aber die Manndeckung eines gegnerischen Angreifers auf hohem Super League-Niveau, der mit einer präzisen Hereingabe oder Weiterleitung angespielt wird, ist nochmal etwas anderes.

Es verblieb also einzig Fidan Aliti – und Adrian Winter, der seit seinem etwas schwächeren Auftritt in Vaduz nach einem davor eigentlich guten Start nach der Winterpause nur noch zu Kürzesteinsätzen kommt. Winter wäre der wohl bestmögliche Manndecker für Miroslav Stevanovic gewesen – sehr aufmerksam, aufsässig und mit viel Erfahrung / Cleverness. Bei Luzern ist es zum Beispiel Christian Schwegler, der die Manndeckung von Stevanovic übernimmt, bei YB der kopfballstarke Fassnacht, bei Lausanne entweder der erfahrene Norweger Flo oder der England-gestählte Innenverteidigerhüne Jenz. Nur Basel fällt etwas aus der Reihe mit ihren generell etwas eigenwilligen Zuteilungen – Luca Zuffi ist bestimmt erfahren, aber beim Verteidigen von Cornern als Manndecker ähnlich unbeholfen wie zur Zeit Fabian Rohner. Stevanovic ist zwar ein filigraner, fast schon zerbrechlicher Profifussballer, aber in Sachen Stürmerinstinkt, Körperbeherrschung, Timing und Präzision im Abschluss herausragend. Hätte der FCZ für dieses Spiel besser auf Raumdeckung umgestellt, wie sie St. Gallen mit ihrer generell fehlenden „Wasserverdrängung“ praktiziert? Eine Frage, die schwierig zu beantworten ist. Adi Winter in Genf von Anfang an zu bringen, hätte übrigens ebenfalls bedeutet, dass der 0:1-Führungstreffer so nicht gefallen wäre. Denn er hätte wohl an Stelle von Rohner gespielt (auch wenn er durchaus auch die Position von Khelifi hätte übernehmen können).

Aus dem Spiel heraus hat der FCZ im Stade de Genève dem Gegner hingegen keinen Gegentreffer zugestehen müssen. Fidan Aliti von der linken Seite abzuziehen, war trotz dem Ausfall von Nathan für Trainer Massimo Rizzo keine Option – natürlich auch, weil das Genfer Angriffsspiel fast ausschliesslich über diese Seite läuft. Daher stellte Rizzo erstmals in der Startaufstellung auf eine Dreierabwehr mit Hekuran Kryeziu als Unterstützung in der Mitte um. Davor agierte ein Rhombus im Mittelfeld mit einem Stossstürmer vorne dran. Rizzo kopierte somit (nicht als erster Super League-Trainer) die ungewöhnliche, aber erfolgreiche Formation von Mario Frick’s Vaduz seit der Winterpause. Im Unterschied zu Vaduz wird beim FCZ im Spiel gegen den Ball aus dem 3-3-2-1-1 in gewissen Situationen ein 4-4-2 mit dem ballnahen Aussenläufer in der Mittelfeld- und dem ballfernen in der Verteidigungsreihe. Es ist eine einfachere defensive Umsetzung des Systems, was Sinn ergibt, wenn man es noch nicht häufig gespielt hat. Die Raumaufteilung klappte von Anfang an in diesem neuen System grundsätzlich gut. Domgjoni, Khelifi, Schönbächler und Marchesano schienen sich in dieser Formation in ihren Rollen noch besser entfalten zu können, als sonst. Ceesay hingegen hatte als Sturmspitze vorne erwartungsgemäss einen schweren Stand und wurde häufig von gleich drei Genfern gleichzeitig attackiert. Ein Kololli in guter Verfassung würde in so einem Spiel auf dieser Position mehr Sinn machen und die Partie möglicherweise in andere Bahnen lenken.

Personalien

Silvan Wallner (1) – Der Raum, den Wallner beherrscht, tendiert gefühlt gegen Null. Die Gegner kommen zur Zeit an ihm vorbei, als wäre er Luft. Symbolbildträchtig der „Zweikampf“, als sich Wallner wie ein in Panik geratener unerfahrener Bergsteiger am Matterhorn an Grejohn Kyei festklammerte, bevor er an diesem Fels runterfiel. Das Passspiel liess in Genf ebenfalls zu wünschen übrig und die Abstimmung mit Salim Khelifi war nicht ideal.

H. Kryeziu (1) – Eins kann man Hekuran Kryeziu zur Zeit nicht vorwerfen: dass er seine Sache nicht gut machen will. Er stösst und zerrt mehrmals hart an der Grenze des Erlaubten an den Gegenspielern im und ausserhalb des Strafraumes – folgerichtig führt eine dieser Szenen zum Penalty, welcher die Vorentscheidung bringt. In der Vergangenheit hat der Schwyzer auf der zentralen Position in der Dreierabwehr auch schon gute Leistungen gebracht. Die aktuelle Servette-Offensive um Kyei und Stevanovic ist an diesem Tag aber ein etwas zu grosser Challenge für ihn.

Becir Omeragic (7) – Bei seinem Stammklub zieht Omeragic in einer ansonsten nicht sattelfesten Zürcher Hintermannschaft einen guten Tag ein, verteidigt die wenigen langen hohen Bälle in Servettes Spielaufbau tadellos und es gelingen ihm ein paar sehr gute Spieleröffnungen.

Fabian Rohner (5) – Genau wie die ersten zwei ist auch sein dritter Super League-Treffer ein Traumtor. Spielt sich zudem über die rechte Seite im Zusammenspiel mit Khelifi und Domgjoni immer wieder gut durch. Erhält allerdings die Order, bei Eckbällen den gefährlichsten Genfer Miroslav Stevanovic zu decken und ist mit dieser Aufgabe überfordert. Damit steht der Zürcher Aussenläufer nicht nur beim 0:1-Führungstreffer im Mittelpunkt des Geschehens, sondern auch bei den Servette-Treffern zum 1:1 und 2:1. Auch aus dem Spiel heraus steht Rohner in der Rückwärtsbewegung nicht immer richtig, und kann dies nicht in jedem Fall mit seiner Schnelligkeit noch wettmachen.

„Wallner und Omeragic mit wenig Wasserverdrängung“ – Kommentare zum Spiel

Toni Domgjoni (6) – Spielt in der ersten Hälfte beider Halbzeiten stark. Blüht in der Rolle als einziger Sechser hinter zwei Achtern und vor einer Dreierabwehr regelrecht auf, rennt, stopft alle Löcher und fungiert mit seiner guten Technik und Spielverständnis als entscheidende Relaisstation im Aufbauspiel. Eine Rolle, wie auf den Leib geschneidert für Toni. Der Nachteil dabei allerdings: er kann seine Balleroberungen in der gegnerischen Hälfte und Abschlussstärke nicht in die Waagschale werfen. Ausserdem baut er in Genf in beiden Halbzeiten gegen Ende etwas ab.

Fidan Aliti (5) – Hat einen guten Start in die Partie und gegen die offensiv orientierte rechte Genfer Seite mit Sauthier und Stevanovic so viele Top-Offensivaktionen wie bisher noch nie in dieser Saison – dafür aber auch defensiv mehr Probleme. Da dem Kosovarischen Nationalspieler ganz generell mehr Fehler als üblich unterlaufen, liegt es wohl wie schon in der Sion-Analyse vermutet, an einer gewissen „Überspieltheit“. Selbst bei gegnerischen Eckbällen verliert der in solchen Situatione sonst sehr solide Aliti seinen Gegenspieler Sasso mehr als einmal aus den Augen – unter anderem bei dessen Kopfballvorlage auf Stevanovic beim 2:1.

Salim Khelifi (5) – Sehr aktiv von Beginn weg, füllt die Achterposition mit seiner Laufbereitschaft und Spielintelligenz sowohl offensiv wie defensiv mit Leben. Wie schon in den letzten Partien gesehen, kann Khelifi (nur) dann auf Super League-Niveau ein Gewinn sein, wenn er von Anfang überdurchschnittlich Vollgas gibt. Das bedeutet dann aber auch, dass er wie in Genf schon nach wenigen Minuten der Zweiten Halbzeit aus Müdigkeit unkonzentriert und fahrig wird und nach 60 Minuten, manchmal wie in Genf auch schon früher, ausgewechselt werden sollte.

Marco Schönbächler (4) – Gute erste 20 Minuten. Mit seinem Seitenwechsel Vorbereiter des 0:1. Bringt für das in Genf angewandte flexible Spielsystem mit vielen Dreiecken und diagonalen Pass- und Laufwegen mit seinem weit überdurchschnittlichen Raumgefühl und Spielwitz auf der Achterposition gute Voraussetzungen mit. Als der FCZ aber nach der Pause ein Hohes Pressing betreiben will, ist es in erster Linie Schönbächler, wegen dem die Mitspieler vergebens ihre Sprints anziehen, weil er meist nicht mitmacht.

Antonio Marchesano (7) – Ist in letzter Zeit noch aktiver als früher in der Organisation des Pressings geworden und somit der eigentliche „Defensiv-Chef“ beim Stadtclub. Schreit sich auch „die Seele aus dem Leib“, als er nach der Einwechslung von Gnonto auf die Achterposition zurückrückt. Muss dabei aber noch feinfühliger auf die Mitspieler eingehen und auf deren physische und mentale Bereitschaft achten. Als Lokomotive Dampf zu machen ist sehr wertvoll, aber die Wagen dahinter müssen mitziehen und die Kurve kriegen können.

Assan Ceesay (1) – Im Gegensatz zum Sion-Spiel, wo er auf dem Flügel agierte, in Genf auf der Mittelstürmerposition überhaupt nicht zur Geltung gekommen. Auch weil Servette im Vergleich mit den Wallisern ein eher antizipierendes Gegenpressing aufzieht, welches in erster Linie auf den Empfänger des ersten Passes (häufig Ceesay) fokussiert. Schlimmer Fehlpass rückwärts Richtung eigenen Strafraum in der 22. Minute.

Wilfried Gnonto (1) – Obwohl er als Einwechselspieler für die 10er-Position am meisten Kraft haben sollte, macht Gnonto beim Hohen Pressing erneut so gut wie gar nichts. Bleibt stehen, während der seit Matchbeginn viel gelaufene Marchesano von hinten an ihm vorbeirennt, ganz vorne den Gegner stört und sich dann an Gnonto vorbei wieder zurück auf seine Achterposition begibt. Auch diesmal darf der junge Italiener wieder einen Standard schlagen, und auch diesmal wieder schlecht. Auch bei seinen Dribblings bleibt er bis gegen das Ende seines Einsatzes jedes Mal hängen. In der 86. / 87. hat Gnonto dann seine starken zwei Minuten.

Stephan Seiler (7) – Seine starke Körperbeherrschung könnte auf Capoeira-Training des wie Raffael in Fortaleza geborenen Seiler hindeuten. Sofort nach seiner Einwechslung mit einem Ballgewinn in der gegnerischen Hälfte, welche über den hervorragenden leicht abgefälschten flachen Diagonalball von Marchesano zur Grosschance für Gnonto zum möglichen 2:3-Anschlusstreffer (Top-Parade von Servette-Goalie Jérémy Frick) führt. Fällt bei einem Servette-Konter in der 79. Minute eine falsche Entscheidung, als er sich zurückfallen lässt, statt den ballführenden Clichy energisch zu stören.

Telegramm

„Wieder Gnonto! Wieder in Genf!“ – Match-Highlights

Servette – FC Zürich 3:1 (1:1)
Tore: 12. Rohner (Schönbächler) 0:1, 26. Stevanovic (Kyei) 1:1; 62. Stevanovic (Sasso) 2:1, 67. Valls (Foulpenalty, Rouiller) 3:1.
Servette – Frick; Sauthier, Rouiller, Sasso, Clichy; Ondoua (90. Cespedes); Valls (81. Mendy), Cognat; Stevanovic (90. Severin), Kyei (75. Koné), Schalk (75. Imeri).
FCZ – Brecher; Wallner, H. Kryeziu, Omeragic; Rohner (88. Winter), Domgjoni, Aliti; Khelifi (63. Gnonto), Schönbächler (75. Seiler); Marchesano; Ceesay.

Spiel, Gegner und Taktik

Sion tritt im Letzigrund im gleichen System an wie ihr letzter Gegner St. Gallen (Schlussresultat ebenfalls 1:1), spielt aber einen komplett anderen Fussball, als die Ostschweizer. Statt Direktspiel in die Vertikale lässt man mit möglichst direktem, aber trotzdem kontrollierten Passspiel den Ball von links aussen nach rechts aussen und wieder zurück zirkulieren, um so im gegnerischen Abwehrverbund Lücken aufzureissen. Die Entstehung des 0:1 durch Luca Clemenzas erstes Super League-Tor ist ein Paradebeispiel dafür. Es ist das sechste Saison-Gegentor des FC Zürich in der Startviertelstunde.

Das unter Fabio Grosso entwickelte variable Positionsspiel der Walliser gestaltet sich im Ansatz sehr vielversprechend – es fehlt bloss in vielen Situationen noch an den Automatismen, speziell mit neuverpflichteten Spielern wie Lubomir Tupta. Ähnlich wie beispielsweise beim FC Basel bieten sich bei den Wallisern Zentrale Mittelfeldspieler genauso wie auch einer der Stürmer häufig ganz aussen an der Seitenlinie an, um auch schon im Mittelfeld die ganze Breite für den Spielaufbau zu nutzen. Speziell bei Sion ist, dass sich vor allem in der Ersten Halbzeit der gesamte Mittelfeld-Rhombus stark seitlich verschiebt, was die Walliser Mittelfeldspieler, die nicht zu den laufstärksten der Liga gehören, dann aber nicht über die gesamten 90 Minuten konsequent durchhalten können. Dies versucht der FCZ auszunutzen und spielt häufiger über die Seiten als sonst, vor allem die aktuell starke Linke Seite mit Aliti und Ceesay. Dies wird auch statistisch untermauert durch die bisher höchste von Züri Live in dieser Saison beim FCZ gemessene Anzahl Flanken. Dasselbe gilt für die Anzahl Steilpässe, die fast ausschliesslich ebenfalls über die Seiten gespielt wurden.

Massimo Rizzo schickt dasselbe Team auf den Platz wie beim Heimsieg gegen den FCB. Verschiedene Akteure wie beispielsweise Khelifi, Omeragic oder Aliti wirken gegen Sion aber etwas „müde“ beziehungsweise „überspielt“. Das Spiel illustriert, was für ein Vorteil es sein könnte, einen „zweiten Anzug“ zur Verfügung zu haben, dem man das volle Vertrauen schenken kann. Der FCZ profitiert in dieser Partie stark vom völlig misslungenen Auftritt ihres ehemaligen Juniors Anto Grgic auf der Gegenseite: schlecht getretener Penalty, weitere vergebene sehr gute Torchancen aus kurzer Distanz, und mehrere Ballverluste in der eigenen Platzhälfte – darunter auch diejenigen, welche zum Pfostenschuss Kramers und zum 1:1-Ausgleich führen. Sion verschiesst den zweiten Penalty hintereinander gegen den FCZ und Yanick Brecher hält den zweiten der letzten drei. Es ist ganz wesentlich Toni Domgjoni, der in der Folge die Differenz macht und voller Elan sowie Spielwitz die Partie immer mehr auf die Seite des FC Zürich ziehen kann.

„FCZ lange mit Sion-Gegenpressing nicht zurechtgekommen“ – Audio-Kommentare zum Spiel

Spielszene im Fokus

12. Minute – Luca Clemenza erzielt das 0:1

Im Anschluss an einen Sion-Eckball können die Walliser sich am Zürcher Strafraum installieren. Der FCZ findet zwar in seine Grundordnung zurück, ab einem bestimmten Zeitpunkt lässt aber das ballorientierte Verschieben nach. Omeragic und Doumbia lassen eine relativ grosse Lücke offen. Omeragic kommt dem in den Strafraum eindringenden Clemenza zwar noch halbherzig entgegen, dreht sich bei dessen Schussabgabe aber ab, um sich schmal (anstatt breit) zu machen.

Grösser als in einem Emmentaler erlaubt: das Loch in der Zürcher Defensivformation verursacht durch einen Moment des nachlässigen Verschiebens, welchen Luca Clemenza zu seiner Super League-Torpremière nutzt.

Personalien

Yanick Brecher (7) – Die langen Bälle des Zürcher Torhüters sind auch sonst jeweils besser als der Super League-Durchschnitt, diesmal gelingen sie aber besonders gut. Die 45 Meter-Bälle erreichen wie an einer Schnur gezogen Fidan Aliti oder Assan Ceesay an immer etwa derselben Stelle im Mittelfeld links an der Seitenlinie. Diese bekommen den Ball jeweils so serviert, dass sie ihn präzise in die Tiefe weiterleiten können. Der FCZ nutzt mit dieser Angriffsauslösung auch die taktische Formation des Sion-Mittelfeldes in einem Rhombus (in Deutschland „Raute“ genannt, SFL-Sprachregelung: „Diamant“) aus. Nachdem Yanick Brecher zuvor über Jahre hinweg alle Penalties reingelassen hat, hält er nach Moumi (YB) gegen Grgic (Sion) bereits den zweiten innert kurzer Frist! Mit dem von Serey Dié (ebenfalls Sion) bereits im November verschossenen Elfmeter gingen drei der letzten vier gegen den FCZ nicht rein. Die Zweite Halbzeit beginnt Brecher ungenügend und hat beispielsweise Mühe mit einer “Kerze“ von Omeragic im eigenen Strafraum.

Becir Omeragic (4) – Produziert unter anderem eine gefährliche “Kerze“ im eigenen Strafraum. In der Druckphase der Nachspielzeit wählt der Genfer bei einem vielversprechenden Konter die komplizierte Lösung mit einem Seitenwechsel in eine Zone, wo viele Gegenspieler stehen, anstatt des einfachen Steilpasses auf den völlig frei stehenden Schönbächler. Unverständlich seine Nomination ins „BLICK Team der Runde“.

Toni Domgjoni (9) – Nach dem von Yanick Brecher gehaltenen Penalty, ist es Toni Domgjoni, der stark aufdreht und die Mannschaft regelrecht mitreisst. Der Gesamteindruck von der Mannschaft ändert sich in dem Moment in erster Linie aufgrund eines Spielers. Gewinnt viele Bälle in der gegnerischen Hälfte im Pressing oder Gegenpressing, versteht sich sehr gut mit Fabian Rohner. Spielt sich im Laufe der Partie fast schon in einen Rausch mit zielgenauen Diagonalbällen und einem Dribbling, in welchem er den formstarken Wesley alt aussehen lässt. Im Spiel ohne Ball erschrecken Domgjonis Sprints die Gegenspieler manchmal so stark, dass sie vergessen, den Ball zu stoppen oder zu passen. Spielt ab der 79. Minute wieder auf der 10er-Position.

Ousmane Doumbia (3) – Das Auf und Ab seiner Leistungen geht weiter. Der Unterschied zu seinem Mittelfeldpartner ist: wenn Toni Domgjoni einen schlechten Tag hat, dann ist er Durchschnitt. Wenn Doumbia einen schlechten Tag hat, dann kippt die Bilanz seines Spiels ins Negative.

Salim Khelifi (2) – Nach drei ordentlich bis guten Leistungen hintereinander, stand gegen Sion wieder mal der „alte Khelifi“ auf dem Platz, der in vielen Situationen unkonzentriert wirkt, gedanklich zu wenig schnell von Verteidigen auf Angriff umschaltet und umgekehrt, und von dem man das Gefühl hat, er beherrscht kaum einen Quadratmeter seines Raumes.

Assan Ceesay (6) – Baut in der letzten Viertelstunde ab. Davor eine weitgehend gute Leistung. Seine Defensivarbeit wird immer wertvoller. Zur noch schnelleren Konterauslösung hat sich ein Automatismus eingespielt, dass Ceesay bei einem gegnerischen Eckball schon aus dem eigenen Strafraum heraus zum Gegenangriff startet, wenn der Ball auch nur schon halbwegs unter Kontrolle ist und der Zürcher in Ballnähe Ceesay gar nicht sieht. Durch Zurufen macht sich der Gambier bemerkbar und der Ball, wenn gewonnen, wird sofort in seine Richtung gespielt. Manchmal gelingen ihm gar technische Raffinessen wie ein präziser Absatzpass der Seitenlinie entlang auf Fidan Aliti, mit dem er sich gut versteht.

Blaz Kramer (1) – Birama Ndoye gehört zu den Defensivspielern mit eher beschränkten Qualitäten auf Schweizer Fussballplätzen, aber gegen Blaz Kramer konnte er sich profilieren. Der Slowene sieht kaum Land gegen den Senegalesischen Defensivhünen. Dazu kommt, dass Kramer wieder eine ganze Reihe von ausgezeichneten Umschaltmomenten mit zu geringer Handlungsschnelligkeit und Technik vermasselt und defensiv das ein oder andere Mal unaufmerksam ist.

Marco Schönbächler (1) – Auch wenn er sich zum Ende seines Einsatzes verbessert zeigt: der grösste Teil des Auftrittes ist so schlecht, dass es insgesamt nicht zu mehr als der Tiefstnote reicht. Mit dem Wechsel von Khelifi, der ebenfalls nicht seinen besten Tag erwischt hatte, zu Schönbi, gerät die Rechte Seite des FCZ mit dem offensiven Aussenverteidiger Rohner von einem Moment auf den anderen komplett „ins Schwimmen“. Dies bereits in der ersten Minute zwei Mal – aufgrund zu zaghaften Eingreifens. Sion hat dort nun völlig freie Hand. Auch das Passspiel sowohl als Absender wie als Empfänger ist über weite Strecken ein Graus.

Trivia

Timothy Fayulu beim Abstoss an einem sonnigen Winternachmittag im Letzigrund.
Crash zwischen Schiedsrichter Lukas Fähndrich und Sions José Aguilar abseits des Ballgeschehens.
Chilla will motiviert durch Blaz Kramers Ausgleichstreffer ebenfalls mitspielen und den Sieg für die Weissen holen.
Abstoss Yanick Brecher und Hohes Pressing von Sion aus der Lehrbuch-Perspektive.

Telegramm

„Domgjoni will unbedingt den Sieg“ – Audio-Highlights des Spiels

FC Zürich – Sion 1:1 (1:1)
Tore: 12. Clemenza (Tupta) 0:1, 39. Kramer (Marchesano) 1:1.
FCZ – Brecher; Rohner, Omeragic, Nathan, Aliti; Domgjoni (90. Winter), Doumbia; Khelifi (67. Schönbächler), Marchesano (79. H. Kryeziu), Ceesay; Kramer.
Sion – Fayulu; Wesley, Ndoye, Abdellaoui, Theler; Zock; Aguilar (83. Baltazar), Grgic; Clemenza (83. Tosetti); Karlen (60. Hoarau), Tupta (90.+1 Bamert).

(Standbilder: Blue)

Die Partie gegen den FC Winterthur im Letzigrund war nicht so, wie man sich eine Hauptprobe vor dem Meisterschaftsstart vorstellt. Aufgrund von Krankheit (gute Besserung Vasi!), Nationalteamaufgeboten (Gratulation Simon, Becir & Co.!) und dem gleichzeitigen Meisterschaftsauftritt der U21 gegen Brühl (2:3, zwei Sulejmani-Penalties), standen Trainer Ludovic Magnin mit Adrian Winter und Salim Khelifi gerade mal zwei Feldspieler als Reserve zur Verfügung. Und während das Spiel lief, wurde in den Sozialen Medien der neue Innenverteidiger Lasse Sobiech vorgestellt.

Beim FC Winterthur fielen gleich beide Torhüter aus und es standen mit Marzino und Scheithauer zwei Testspieler in der Startformation. In der ersten Halbzeit kontrollierte der FCZ weitgehend das Spiel und ging 2:0 in Führung. Die zweite Halbzeit war ausgeglichener. Nach einer Serie von Zürcher Topchancen gelang Adi Winter das 3:0 in der 80. Minute nachdem der andere Einwechselspieler Khelifi zuvor noch an Marzino gescheitert war. Die letzten zehn Minuten liess der FCZ dann aber stark nach und Winterthur drehte nochmal auf, ohne aber zu einem Torerfolg zu kommen. Am augenfälligsten ersichtlich war dies bei Stephan Seiler, der in der letzten Viertelstunde auf dem Zahnfleich lief und dem gar nichts mehr gelang.

Insgesamt wirkte in allen vier Vorbereitungsspielen weder der FCZ noch die jeweiligen Gegner auch nur annähernd auf Meisterschaftsniveau spielend. Im Normalfall nähert man sich gegen Ende der Vorbereitung diesem Niveau an. Eine Steigerung von Spiel zu Spiel war durchaus ersichtlich, aber ob es reichen wird, bereits in einer Woche in Chiasso im Cup das notwendige Niveau auf den Platz zu bringen – darauf darf man gespannt sein. Es wurde in allen vier Vorbereitungsspielen mit demselben System gespielt. Von den verschiedenen Phasen der letzten Saison orientierte sich das Zürcher Trainerteam dabei personell und taktisch stark am zweiten Saisonviertel, in welchem man ohne wirklich zu glänzen eine gute Resultatserie hatte hinlegen können.

Einzelne gute Automatismen in der Überwindung der Mittelzone des Spielfeldes waren zu sehen, sowohl mit schnellem Direktspiel, als auch mit geduldigem Aufbau – allerdings ohne auch nur annähernd die gleiche Gegenwehr auf dem Platz zu haben, wie sie den FCZ zum Meisterschaftsstart erwarten wird. Auch gegen Top-Gegner wird allerdings sicherlich Fabian Rohner eine Offensivwaffe sein. Immer wenn nach vorne nichts läuft, dann sorgt der Rechte Aussenverteidiger mit vertikalen oder diagonalen Läufen für Unruhe und Unordnung im gegnerischen Abwehrdispositiv. Rohner ist nicht nur nochmal eine ganze Spur schneller als Kevin Rüegg, sondern hat auch eine solidere Grundtechnik, als der Richtung Italien ziehende Captain der U21-Nationalmannschaft.

Ebenfalls Stammspieler in der U21-Nationalmannschaft ist Toni Domgjoni, der beim 4:1-Heimsieg gegen die Slowakei als Schaltzentrale und Wasserträger in einem im Schweizer Mittelfeldzentrum genauso eine gute Partie machte, wie weitgehend auch in den Vorbereitungspartien mit dem FCZ. Der dritte Gewinner der Vorbereitung ist Henri Koide, welcher nahtlos an die guten Leistungen der letzten Saisonphase 19/20 anzuschliessen scheint. Nicht nur gegen Schaffhausen gelang dem 19-jährigen Zürcher mit einer Klasse-Einzelleistung ein Treffer, sondern er erzielte auch das einzige Tor beim 1:0-Sieg mit der U19-Nationalmannschaft gegen Neuchâtel Xamax (mit unter anderem dem ehemaligen FCZ U21-Stürmer Eric Tia im Test).

Gegen den FC Winterthur an allen drei Treffern beteiligt war Assan Ceesay. Der Gambier hatte allerdings schon letzten Sommer in den Testpartien sehr gute Skorerwerte, welche anschliessend in der Meisterschaft wieder in den Keller sanken, als der FCZ mit einem anderen Spielstil auftrat. Auch wenn es immer noch der gleiche Assan Ceesay ist: ein gewisser Reifeprozess durch seine Zeit in Osnabrück ist ersichtlich – der 26-jährige Nationalstürmer wirkt etwas fokussierter, gradliniger und effizienter, als noch vor Jahresfrist. Und gleichzeitig versteht er sich auf dem Platz weiterhin sehr gut mit Antonio Marchesano – ein nicht zu unterschätzender Faktor. Zivko Kostadinovic schliesslich hat angedeutet, dass er in Bezug auf die Sicherheit, eine solide Nummer Zwei hinter Yanick Brecher zur Verfügung zu haben, im Vergleich mit vielen anderen Kandidaten der letzten Jahre wohl ein Schritt nach vorne für den FCZ ist.

Auf der Verliererseite der Saisonvorbereitung steht sicherlich an erster Stelle Mirlind Kryeziu: nach einem zu unkonzentrierten Auftritt mit zwei groben Schnitzern im ersten Testspiel gegen Schaffhausen vom Präsidentenehepaar ins Gebet genommen und seither im Kader der weiteren Testspiele nicht mehr aufgetaucht. Ebenfalls im wahrsten Sinne des Wortes wachgerüttelt wurde in der Pause des Testspieles gegen den FC Luzern Stürmer Blaz Kramer von Captain Yanick Brecher, nachdem der Slowene schon gegen Schaffhausen nicht mit dem Kopf bei der Sache zu sein schien.

Obwohl nicht eingesetzt als Verlierer vorkommen muss sich Michael Kempter, mit dem sich der FCZ nicht auf einen neuen Vertrag hat einigen können. Der Rudolfstetter war auf der linken Zürcher Seite nach der Coronapause endlich wieder einmal ein Spieler, der nicht nur im Spiel nach vorne eine der wichtigsten Zürcher Waffen in dieser Phase war, sondern obendrein auch noch so konsequent verteidigte, wie dies (mit Ausnahme phasenweise Pa Modou) schon seit vielen Jahren keinem FCZ-Linksverteidiger mehr gelungen war. Mit Tobias Schättin hingegen kommt von Winterthur ein Ersatz, der deutlich mehr Mängel im Spiel ohne Ball mitbringt und das Zürcher Defensivproblem auf links wohl kaum lösen wird. Auch das Testspiel gegen Winterthur bestätigte diesen Eindruck.

Lavdim Zumberi hatte in Basel mit der „U21 verstärkt“ einen zwar nicht fehlerfreien, aber trotzdem ziemlich guten Auftritt hingelegt gehabt. Mittlerweile findet er aber beim FCZ weder auf dem Matchblatt noch auf der Team-Seite (Webpage) noch Erwähnung. Mit seinen 20 Jahren muss er unbedingt im Profibereich zu mehr Spielzeit kommen – Vertrag hätte er noch zwei Jahre. Der FC Wil wäre für den Ostschweizer eine naheliegende Variante, aber auch ein Transfer zum FC St. Gallen oder FC Vaduz ist alles andere als undenkbar. Mit seiner direkten Spielweise und Stärke bei langen Bällen würde er ins Team von Peter Zeidler passen. Geschenkt wurde dem guten Distanzschützen beim FCZ in der 1. Mansnchaft in den letzten Jahren nichts – obwohl oder vielleicht gerade weil er zu Juniorenzeiten zu den Lieblingsspielern Ludovic Magnins gehörte.

Salim Khelifi schliesslich zeigte in der Vorbereitung dasselbe, was man schon von ihm kannte, als er vor einem Jahr nach Deutschland ausgeliehen wurde. Einzelne Highlights wie der Freistoss zu Nathans Kopfballtor, aber daneben auch (zu) viel Leerlauf, vergebene Top-Möglichkeiten und fehlende Defensivqualität. Mit Marco Schönbächler hat der FC Zürich bereits einen ähnlichen (aber insgesamt etwas besseren) Spieler im Kader. Ein zweiter solcher Mann ist tendenziell zu viel. Dann gibt es durch die Verpflichtung von Lasse Sobiech noch ein kleines Fragezeichen bezüglich der Rolle von Nathan. Sobiech ist ein ähnlicher Spielertyp, der aber mit mehr Ruhe und Souveränität agiert und die immer wieder von Magnin auf den Platz gerufene Vorgabe „ohne Foul“ wohl besser umsetzen kann, als der emotionale Brasilianer.

FC Zürich – Winterthur 3:0 (2:0)
Tore: 17. Ceesay (Marchesano) 1:0, 44. Ceesay (Marchesano) 2:0; 80. Winter (Khelifi) 3:0.
FCZ: Brecher; Rohner, Nathan, Bangura, Schättin; Schönbächler (64. Khelifi), Britto, Seiler, Gnonto (46. Winter); Marchesano; Ceesay.
Winterthur: Marzino; Gantenbein, Isik (46. Lekaj), Scheithauer, Schüpbach (64. Pauli); Arnold (46. Hamdiu), Pepsi (46. Doumbia); Callà (46. Ltaief), Ramizi (64. Rama), Mahamid (46. Alves); Buess.

Der FC Aarau gehört zu denjenigen Teams, die in den ersten 10 Tagen nach Trainingsstart ganz auf Testspiele verzichten, weil der Trainer und ehemalige FCZ-Verteidiger Stephan Keller sein Team erst dann gegen einen Gegner auf den Platz schicken will, wenn er vom Trainingsstand her von seinen Spielern das Umsetzen der Vorgaben auch wirklich erwarten kann. Aufgrund der Beobachtungen in und rund um die ersten beiden Tests gegen Schaffhausen (2:5) und Luzern (0:2) wäre das eventuell für den FC Zürich auch eine zu bedenkende Variante gewesen.

Die Trainings unter Ludo Magnin sind generell so intensiv, abwechslungsreich und sehen optisch so gut aus wie unter keinem seiner Vorgänger in den letzten 10 Jahren. Dieser Eindruck wird durch verschiedene Experten bestätigt. Wenn überhaupt, dann sind die Trainings insgesamt eher zu hart und gehen gemäss einzelnen Stimmen zu stark an die Substanz, so dass die Mannschaft kräftemässig in gewissen Phasen der Saison möglicherweise nicht ihr volles Potential ausschöpfen kann. Auch wenn aufgrund des Corona-Regimes Trainingsbesuche nicht mehr ohne weiteres möglich und eine aktuelle Einschätzung darum schwierig ist, kann man davon ausgehen, dass auch in dieser Vorbereitung aktuell die Mannschaft sehr intensiv trainiert.

Gegen Schaffhausen begann man gut, das Tempo war von beiden Seiten in der Startviertelstunde relativ hoch. Dann musste man dem Gegner aber relativ schnell das Szepter überlassen. Ungewöhnlich für von Murat Yakin trainierte Teams haben die Schaffhauser nach den Sommertransfers eine ganze Reihe von gelernten Stürmern im Kader und traten in beiden Halbzeiten mit Prtajin / Pollero sowie Barry / Djoulou mit jeweils zwei „waschechten“ Mittelstürmern an, so dass Hélios Sessolo rechts ins Mittelfeld ausweichen musste. Die Munotstädter vermochten im Gegensatz zu ihrem Gegner über die ganzen 90 Minuten die für ein Testspiel relativ hohe Intensität zu halten. Auch wenn das 4:2 und das 5:2 während einer Pflege von Nathan gegen einen FC Zürich in Unterzahl fielen, war das Ergebnis insgesamt auch in dieser Höhe nicht unverdient.  

Bei regnerischen Bedingungen: Testspielauftakt FCZ – Schaffhausen

Beim FCZ gab der 16-jährige Wilfried Gnonto sein Début im Profiteam – ein ganz ordentliches, auch wenn er speziell gegen den ehemaligen FCZ-Mittelfeldspieler Sangoné Sarr das ein oder andere Mal noch Probleme hatte, sich physisch zu behaupten. Im Goaliedress bei den Gelb-Schwarzen lief in der 1. Halbzeit Piu Da Costa auf. Der Goalie-Routinier hält sich im Team der Yakin-Brüder fit. In einem Team, das mit dem ehemaligen GC-Junior Amir Saipi und den beiden ehemaligen FCZ-Junioren Calvin Heim und Luka Deronjic auf dieser Position sehr talentiert bestückt ist. Ein Transfer in den Lipo Park scheint zum jetzigen Zeitpunkt nicht wahrscheinlich.

Die Erste Halbzeit endete 1:2 – Kololli hatte nach Treffern der beiden neuen Schaffhausen-Stürmer Pollero und Prtajin eine gute Schönbächler-Flanke mit links aus dem rechten Halbfeld noch leicht per Kopf abgefälscht. Derselbe Schönbächler hatte bereits in der 5. Minute mit einer Doppelchance (Lattenkopfball, Da Costa-Parade) die erste gute Einschussgelegenheit der Partie vergeben. Später traf Pollero neben seinem Treffer mit einem schönen Abschluss aus der Drehung auf der anderen Seite auch noch den Pfosten. In der Zweiten Halbzeit erhöhten Sessolo per Penalty, Barry und Kastrati das Skore der Schaffhauser drei Mal. Den Penalty hatte Mirlind Kryeziu verschuldet – und es war nicht sein einziger Schnitzer gewesen.

Nach seinem Fehler vor dem 5:2 Kastratis konnte Präsident Ancillo Canepa seinen Ärger auf der Tribüne nicht zurückhalten. Im Anschluss der Partie führte dieser dann zusammen mit Heliane unverzüglich ein intensives Einzelgespräch mit dem 23-jährigen Verteidiger. Wie zwei wohlgesinnte Lehrer, die einem Schüler klarmachen, dass die nächste Prüfung für seinen Werdegang entscheidend sein wird. In Luzern fehlte Mirlind dann – wohl kaum verletzungsbedingt. Ähnlich einzuordnen eine Szene in der Pause des Luzern-Spiels, als Captain Yanick Brecher Stürmer Blaz Kramer packte und ruppig wegstiess, nachdem dieser etwas salopp und frech auf Brechers Einzelkritik reagiert hatte. Kramer hatte unter anderem kurz vor der Pause nach einer guten Flanke Rüeggs eine hervorragende Kopfballchance ungenutzt gelassen – allerdings weniger wegen fehlender Konzentration, sondern mehr weil es dem Slowenen in solchen Szenen schlicht an Qualität fehlt. Will man die beiden hitzigen Diskussionen am Rande des Spielfelds positiv interpretieren, so dahingehend, dass man einen gewissen Schlendrian von einzelnen Spielern nicht mehr zu tolerieren gewillt ist – selbst in Testspielen nicht.

Gedenkminute für die überraschend verstorbene Luzerner Klublegende Paul Wolfisberg vor dem zweiten Zürcher Testauftritt in der Zentralschweiz

Nicht zielführend war hingegen sicherlich das Reklamieren bei Schiedsrichter San im Luzern-Spiel. Toni Domgjoni hätte den Eckball, der zum 1:0 Luzerns führte, verhindern können, wenn er sich nicht darauf fokussiert hätte, ausgiebig ein Handspiel Ugrinics zu beanstanden. Trainer Magnin nervte sich darüber, dass in der Zweiten Halbzeit bei einem Laufduell mit David Mistrafovic kein Penalty zugunsten von Assan Ceesay gepfiffen worden war. Und Assistenztrainer Alfons Higl ging nach dem Schlusspfiff ziemlich heftig bei Schiedsrichter Fedayi San reklamieren. Pluspunkte bei den Unparteiischen sammeln die Zürcher so schon vor Saisonstart sicherlich nicht.

Einzelne Spieler wussten in den beiden Partien durchaus zu gefallen. Henri Koide macht nahtlos weiter, wo er letzte Saison aufgehört hatte, unter anderem mit einer starken Einzelleistung zum zwischenzeitlichen 2:3 gegen Schaffhausen. Fabian Rohner deutet an, was für einen Wert er mit seinem Speed für die Mannschaft haben kann. Kevin Rüegg und Nathan wirken mental gut drauf und haben sich gegen Luzern im Vergleich zum Schaffhausen-Spiel bereits gesteigert, Hekuran Kryeziu zeigte sich in Luzern ebenfalls verbessert, zumindest in der offensiven Phase.

Gegen Schaffhausen machte das Zentrum hingegen fast durchs Band Fehler im Aufbauspiel: Omeragic, Sohm, Seiler, Heki Kryeziu, Mirlind Kryeziu, Domgjoni, Rüegg. Auch in Luzern liess man Lang, Zivkovic, Arques, Ugrinic, Voca und Co. viel zu viele Freiheiten. Und die Zone vor dem eigenen Strafraum hat man weiterhin nicht im Griff. Von den Flügeln kommt weiterhin zu wenig defensive Unterstützung (Ausnahme: Koide). In beiden Partien tritt der FCZ im 4-2-3-1 an, welches letzte Saison lange Zeit die Stammformation war. Schon in den letzten Meisterschaftspartien der alten Saison war Magnin wieder zu diesem System zurückgekehrt – mit Kololli als linker Flügel, wo dieser weniger effektiv agiert, als in der Sturmspitze. Wilfried Gnonto wird bisher jeweils auf der 10er-Position eingesetzt, wo er als Hängende Spitze auch bei Inter häufig gespielt hat.

Simon Sohm wird zur Zeit (nicht zum ersten Mal) als Innenverteidiger eingesetzt. In Luzern machte er seine Sache bereits etwas besser, als gegen Schaffhausen. Auf dieser Position hat er das Spiel vor sich und kann mit seinen Rushes und langen Bällen möglicherweise mehr bewirken als von weiter vorne aus. Und es besteht die Hoffnung, dass Sohm durch die klarere Rolle seine Schwächen im Positionsspiel und der Rückwärtsbewegung überwinden kann und reifer wird. Denn ohne diesen Prozess wird er es trotz hervorragender Anlagen nicht zu einem Top-Spieler schaffen. Im Zweikampf hat er am Boden Qualität, muss sich in der Luft aber noch stark verbessern.

FC Zürich – Schaffhausen 2:5 (1:2)
Tore: 13. Pollero 0:1, 28. Prtajin 0:2, 40. Kololli (Schönbächler) 1:2; 64. Sessolo (Penalty, Djoulou) 1:3, 71. Koide (Marchesano) 2:3, 81. Barry 2:4, 83. Kastrati 2:5.
FCZ 1.Hz.: Brecher: Britto, Sohm, Omeragic, Winter; H. Kryeziu, Seiler; Schönbächler, Gnonto, Kololli; Ceesay.
FCZ 2. Hz.: Brecher; Rohner, Nathan, M. Kryeziu, Britto; Rüegg, Domgjoni; Koide, Marchesano, Khelifi; Kramer.
Schaffhausen 1. Hz.: Da Costa; J. Krasniqi, I. Bunjaku, Mujic, Alvarez; Lika, Bislimi, Sarr, Del Toro; Prtajin, Pollero.
Schaffhausen 2. Hz.: Saipi; Qollaku, Müller, Padula, Del Toro; Sessolo, Talic, Kastrati, M. Bajrami; Barry, Djoulou.

Luzern – FCZ Zürich 2:0 (1:0)
Tore: 3. Ugrinic 1:0: 89. Hermann (Jashari) 2:0.
Luzern 1. Hz.: Müller; Sidler, Lucas, Knezevic, Bürki; Arques; Emini, Ugrinic; Kakabadze, Schürpf, Lang.
Luzern 2. Hz.: Zibung; Grether, Schulz, Mistrafovic, Sidler (61. Balaruban); Kakabadze (80. Hermann), Arques, Voca, Jashari; Lang, Zivkovic.
FCZ 1.Hz.: Brecher; Rohner, Nathan, Omeragic (37. Sohm), Winter; Rüegg, Domgjoni; Schönbächler, Marchesano, Kololli; Kramer.
FCZ 2. Hz.: Kostadinovic; Rohner (61. Britto), Nathan (61. Wallner), Sohm, Erne; H. Kryeziu, Domgjoni (69. Seiler); Khelifi, Marchesano (69. Gnonto), Kololli (61. Koide); Kramer (61. Ceesay).