Die FCZ Frauen haben in den letzten sieben Jahren drei Mal den Sechzehntelfinal und gar vier Mal den Achtelfinal der Champions League erreicht. Dank dieser Erfolge der Zürcherinnen hat die Schweiz in der UEFA-Wertung der Frauen Österreich und zwischendurch sogar Norwegen überholt und einen zweiten Champions League-Platz zugesprochen bekommen. Der FC Basel (Qualifikations-Aus), Lugano und Servette haben diesen zweiten Platz zuletzt leider nicht nutzen können, wobei die Genferinnen mit Atlético und Lugano mit Manchester City einfach auch sehr starke Gegnerinnen zugelost erhielten.

Diese Saison hat der FCZ in der nationalen Meisterschaft Servette Chênois nach einem Heimsieg und einer Auswärtsniederlage im Direktduell bereits etwas davonziehen lassen müssen und liegt aktuell etwa gleichauf mit den weiteren Konkurrenten YB und FCB. Fabienne Humm (bisher 13 Saisontore) trifft zwar so häufig wie selten zuvor, aber vor allem die defensive Stabilität geht dem Team von Trainer Ivan Dal Santo zur Zeit ab, während in der Offensive immer wieder attraktive Spielzüge zu sehen sind. Die Gegnerinnen nutzen vermehrt die Schnelligkeitsvorteile ihrer Stürmerinnen im Vergleich mit der FCZ-Verteidigung bei schnellen Kontergegenstössen.

Im Sechzehntelfinalduell mit dem Österreichischen Serienmeister St. Pölten geht es nicht nur um den Achtelfinaleinzug, sondern es ist auch ein wegweisendes Duell für die Zukunft. Unter anderem geht es um eine gute Ausgangslage für künftige Champions League-Austragungen, die ab kommenden Saison neu eine Gruppenphase vorsehen. St. Pölten war in diesem Alpen-Duell von Anfang an zumindest leicht favorisiert. Sind sie doch in einer etwa gleich guten Meisterschaft auch diese Saison wieder hoch überlegen und sie haben mehr aktuelle Nationalspielerinnen und Erfahrung in ihren Reihen. Speziell das Dreieck Eder (Captain, Zentrales Mittelfeld) mit den beiden Aussenangreiferinnen Enzinger und Zver bringt eine gewisse gehobene Qualität mit. Bei den Gästen gibt es im Vergleich zum Hinspiel nur eine Änderung: Jennifer Klein beginnt für Maria Mikajlova.

Beim FCZ wird es mitentscheidend sein, dass die erfahrenen Cracks Fabienne Humm und Martina Moser nach dem 0:2-Rückstand (klares Chancenplus St. Pölten) eine Top-Leistung abrufen können und vielleicht auch die lange angeschlagen / verletzt gewesenen Rahel Kiwic und Meriame Terchoun entscheidend eingreifen können. Für die langjährige Teamstützin Barla Deplazes ist es das letzte Spiel. Die künftige Full-time Medizinstudentin darf von Anfang an ran und bildet mit Humm, Dubs und Andrade ein Offensivquartett. Der FCZ wird somit heute mit einer offensiveren Ausrichtung, als im Hinspiel antreten. Auch die beiden Zentralen Mittelfeldspielerinnen Martina Moser und Annina Enz werden viel nach vorne machen. Rahel Moser rückt wohl an Stelle von Riana Fischer in die Innenverteidigung.

Schaffen die FCZ Frauen trotz 0:2-Rückstand noch die Überraschung und ziehen in den Achtelfinal ein?

View Results

Loading ... Loading ...

Das nennt man wohl „eine Geschichte, wie sie nur der Fussball schreiben kann“. Nach seinem für Klub und Spieler wenig erfreulichen halbjährigen Engagement beim FC Zürich trifft Denis Popovic in seinem ersten Spiel für den neuen Klub Krylya Sovetov Samara ausgerechnet auf seinen Ex-Klub Orenburg – und bringt sein neues bereits früh in Unterzahl agierendes Team aus kurzer Distanz per Kopf 1:0 in Führung – das zweite Kopfballtor seiner Karriere. Der auf der 10-er Position agierende Slowene bereitete später mit einem guten Pass in die Tiefe eine „hundertprozentige“ Chance zum 2:0 vor, musste mit seiner Mannschaft aber kurz vor Schluss noch das 1:1 hinnehmen. Nach dem Unentschieden im Abstiegskampf bleibt Samara auf einem Relegationsplatz, der Punkteabstand ins Mittelfeld ist aber nicht gross.

In der 2. Bundesliga lief an diesem Wochenende alles für Arminia Bielefeld und Cédric Brunner: 1:0 Heimsieg gegen Wehen Wiesbaden (mit Heinz Lindner im Tor) während die Aufstiegskonkurrenten Stuttgart, HSV und Heidenheim allesamt verloren. Als Leader der Liga haben die Arminen nun neun Punkte Vorsprung auf den „Barrage-“ und 12 Punkte auf einen Nichtaufstiegsplatz. Dazu beigetragen hat auch Victor Palsson, der bei einem frühen Darmstadt-Konter zum 2:0 gegen Heidenheim per Absatz die Vorlage lieferte.

Noch zu wenig produktiv, aber immer wieder für Unterhaltung gut ist ebenfalls in der 2. Bundesliga Michi Frey mit dem abstiegsgefährdeten Traditionsklub Nürnberg. In seinem ersten Startelfeinsatz für Osnabrück  sah Assan Ceesay vor zwei Wochen eine hart gepfiffene Rote Karte wegen einem Hohen Bein im eigenen Strafraum (Gegenspieler Carlson hatte Kopf tief) und ist immer noch gesperrt. Der vom FCZ an Holstein Kiel verliehene Salim Khelifi hat seit dem Trainerwechsel von André Schubert zu Ole Werner immer mehr an Status verloren und ist jeweils nicht mehr im Matchkader anzutreffen. Bei Trainer Urs Fischer ist Admir Mehmedi schon in der U21 aufgelaufen und hat bis heute in seiner Karriere unter keinem Coach mehr Spiele (80) absolviert. Am Sonntag holte er mit Wolfsburg bei Fischer’s Union ein 2:2 und bleibt auf einem Europacupplatz – fünf Punkte vor seinem Ex-Trainer. Ricardo Rodriguez hat in der Eredivisie für PSV schon fünf Partien und zuletzt gegen Feyenoord 1:1 Unentschieden gespielt. Eindhoven ist in dieser Zeit vom fünften auf den vierten Platz vorgestossen.

Bruder Roberto spielt in Uerdingen viel (2 Tore, 9 Assists diese Saison bisher), kommt aber mit dem ambitionierten Klub in der 3. Liga nicht vom Fleck – zur Zeit nur Rang 11. Der ebenfalls nach Uerdingen gewechselte 1,68.m-Linksverteidiger Hakim Guenouche kommt dort kaum zum Einsatz, während Andreas Maxsö relativ schnell zurück nach Dänemark weitergezogen ist und dort beim viertplatzierten Traditionsklub und ehemaligen Europacupgegner Bröndby mittlerweile Captain ist. Vier Punkte hinter Bröndby liegt Aalborg, das vor Wochenfrist mit Rasmus Thelander in der Innenverteidigung das Maxsö-Team auch dank einem Tor und Assist von Ex GC-Offensivmann Lucas Andersen mit 3:2 besiegen konnte. In der 3. Liga auf dem letzten Platz liegt Carl Zeiss Jena mit Kilian Pagliuca, der mit zwei Toren und fünf Assists eine Zeit lang Stammspieler war, nach einer Rotsperre (zwei Grätschen hintereinander von hinten in Braunschweig) aber aktuell etwas aussen vor ist.

https://www.youtube.com/watch?v=WgCm4Se5mNs

Nico Elvedi gehört zu den konstantesten Verteidigern der Bundesliga und ist mit Borussia Mönchengladbach unter dem ehemaligen Salzburg-Trainer Marco Rose im Spitzenquintett der Liga dabei. Bei „Transfermarkt“ ist Elvedi mit 35 Mio Euro nach Teamkollege Denis Zakaria und gleichauf mit Manuel Akanji der zweitwertvollste Schweizer Spieler. Djibril Sow hat seinen Stammplatz bei der SGE im Moment an den Österreicher Stefan Ilsanker (in der Winterpause von Leipzig gekommen) verloren. Josip Drmic kommt bei Norwich City in der Premier League nach seiner Oberschenkelverletzung wieder regelmässig als Joker zum Einsatz. Berat Djimsiti, Stammspieler beim Italienischen Team der Stunde, Atalanta, musste beim 7:2-Sieg in Lecce wegen muskulären Problemen pausieren, die er sich beim Aufwärmen zum Champions League-Achtelfinal-Hinspiel gegen Valencia zugezogen hatte. Der in der Winterpause zu Inter gewechselte Innenverteidiger Andi Hoti ist dort Stammspieler in der U17. Marin Cavar ist bei Serie B-Aufstiegskandidat Chievo Verona unter Vertrag. Nach vier starken Einsätzen in der Startformation beim FC Winterthur letzten Frühling wollten ihn die Venetier unbedingt und verpflichteten ihn trotz eines in einem Testspiel gegen Stuttgart erlittenen Kreuzbandrisses.

Joël Untersee blieb nach seiner Rückkehr vom FCZ nach Italien nicht bei Empoli und ist seit einem halben Jahr vereinslos. Loris Benito (ein Saisontor) steht in der Regel bei Girordins Bordeaux (12. Platz) in der Startformation. Neun Punkte hinter Benito in akuter Abstiegsgefahr befindet sich mit Nîmes der in der Winterpause von Dresden nach Südfrankreich gewechselte Moussa Koné. Gleich bei seinen ersten beiden Teileinsätzen in Nizza und gegen Angers gelang dem Senegalesen je ein Tor. Ivan Kecojevic hat in der LaLiga2 von der Atlantikküste (Cadiz) etwas ins Landesinnere (Albacete) gewechselt. In derselben Liga ist Armando Sadiku (Malaga) mit zehn Treffern auf Platz Sieben der Torschützenliste. Raphael Dwamena (Real Zaragoza) ist hingegen seit Anfang Oktober ausser Gefecht und musste sich einer Herzoperation unterziehen.

Maren Haile-Selassie wird bei Xamax weiterhin regelmässig eingewechselt und schlägt dann jeweils auch die Standards. Arbenit Xhemajli hat sich im gleichen Team mittlerweile etabliert. Ganz allgemein spielen bei der Mehrzahl der Super League-Teams mindestens zwei Spieler aus dem FCZ-Nachwuchs (unter anderem Saidy Janko, Christian Fassnacht, Anto Grgic, Filip Stojilkovic, Noah Lovisa, Miro Muheim, André Ribeiro, Francisco Rodriguez). Piu Da Costas Highlight der Vorrunde war das 1:1 in der Europa League auswärts beim grossen Favoriten Dynamo Kyiv, welcher dadurch die K.O-Runde verpasste – bis zur 94. Minute hatte Lugano bei einem Schussverhältnis von 31:7 zugunsten von Dynamo sogar noch mit 1:0 geführt. Fabio Dixon hat beim Challenge League-isten FC Chiasso bisher in 15 Partien fünf Torvorlagen liefern können, zuletzt letzte Woche beim 2:0-Heimsieg gegen Wil. Bei diesem Heimsieg stand auch Izer Aliu als „Sechser“ erstmals in der Startaufstellung der Tessiner. Auf Wiler Seite standen zudem Fabian Rohner sowie Lindrit Kamberi in der Startformation, Bledian Krasniqi (in der Vorwoche noch krank) und Kastrijot Ndau wurden eingewechselt. Shkelzen Gashi ist zurück beim FC Aarau,  wird aber noch nicht eingesetzt. Auf dem Brügglifeld gespielt hat letzte Woche der weiterhin vom FCZ ausgeliehene Albin Sadrijaj (wie üblich im Zentralen Mittelfeld) bei einem 4:4-Torspektakel und hat dabei mit dem 1:0 für den SC Kriens (wo Burim Kukeli Captain ist) in der 23. Minute sein erstes Profitor erzielt. Oli Buff hat bei GC noch keinen Skorerpunkt erzielt.

Jorge Teixeira ist bei St. Truiden (12.) in Belgien nach einer Hüftverletzung wieder daran, sich in die Mannschaft zurückzukämpfen. Dimitri Oberlin hat bei Zulte Waregem (9.) seit September kein Tor mehr erzielt. Stephen Odey ist bei Genk (7.) Joker und vermochte in der Champions League beim Heim-1:4 gegen Liverpool den „Ehrentreffer“ für die Belgier zu markieren.  Mario Gavranovic ist bei Dinamo Zagreb zur Zeit ebenfalls Joker und hat erst vier Liga-Saisontore auf seinem Konto. Ebenfalls in der obersten Kroatischen Liga engagiert ist neben Torhüter Osman Hadzikic (Inter Zapresic) auch Franck Etoundi bei Slaven Belupo Koprivnica. Asmir Kajevic kommt bei der Belgrader Nummer drei Cukaricki (5. Platz) in der Serbischen Version der „Super Liga“ (neben der Schweiz und Serbien tragen auch die obersten Ligen in Argentinien, der Türkei, China, Dänemark, Usbekistan, Malaysia, Indien und Griechenland diese Bezeichnung) in jedem Spiel zum Einsatz. Avi Rikan ist Captain beim Israelischen Spitzenreiter Maccabi Tel Aviv. Pedro Henrique hat in der Türkischen „Süper Lig“ bei Kayserispor (letzter Platz, heute Heimspiel gegen Göztepe) schon sieben Tore erzielt und zwei Gelb-Rote Karten gesehen. In der 13. Runde war der heissblütige Brasilianer nach vier Gelben Karten zusätzlich zu den zwei Gelb-Roten bereits zum dritten Mal gesperrt.

Adis Jahovic spielt seine dritte Saison in der Süper Lig beim vierten Verein und liegt aktuell auf der Torschützenliste hinter Alexander Sörloth (Trabzonspor) und Papiss Demba Cissé (Alanyaspor) und gemeinsam mit Vedat Muriqi (Fenerbahce) mit 12 Treffern auf dem Dritten Platz. Schon in der Saison 17/18 war Jahovic drittbester Torschütze der höchsten Türkischen Spielklasse hinter den Starstürmern Bafétimbi Gomis (Galatasaray) und Burak Yilmaz (Trabzonspor) gewesen. Bei Antalyaspor spielt der Nordmazedonier seit der Winterpause an der Seite von Lukas Podolski. Insgesamt kommt Jahovic in seiner Karriere im Ligafussball bisher auf 126 Tore in 284 Spielen. Der 35-jährige Gökhan Inler ist bei Europa League-Achtelfinalteilnehmer Basaksehir Ergänzungsspieler, genauso wie dessen leicht jüngerer ehemaliger Teamkollege Raffael bei Gladbach. Wie Inler in Istanbul engagiert ist Innocent Emeghara (sechs Saisontore bisher) bei einem Zweitligisten mit Aufstiegschancen in die Süper Lig: Fatih Karagümrük ist der einzige Klub, der im ältesten Teil der Stadt, dem ehemaligen Konstantinopolis, in einem wohl kaum Süper Lig-tauglichen Stadion spielt.

Dusan Djuric spielt bei seinem Stammklub Halmstad in der Superettan (Zweite Schwedische Liga) immer noch Zuckerpässe auf grosse Distanzen und trifft mit schönen Weitschusstreffern. Davide Mariani hat beim emiratischen Tabellenführer Shabab Dubai im letzten Monat nicht gespielt, nachdem er zuvor Stammspieler gewesen war. Yassine Chikhaoui kommt bei Etoile Sportive du Sahel wie einstweilen beim FCZ sporadisch zum Einsatz und für ihn muss bei diesen Gelegenheiten dann ebenfalls jeweils die Aufstellung und Spielausrichtung angepasst werden. Amine Chermiti hat sich hingegen mittlerweile wieder über Saudi-Arabien in die Indische Megapolis Mumbai verabschiedet. Der in St. Petersburg aufgewachsene Artjom Simonyan hat sich im Heimatland seiner Eltern, Armenien, von Alashkert über Ararat zu Rekordmeister Pyunik hochgearbeitet und kam im November bei einer 1:9 (!)-Niederlage in Italien wieder einmal in der Nationalmanschaft zu einem Teileinsatz. Yann Fillion kam seit seit dem definitiven ablösefreien Wechsel vom FCZ in der Winterpause bisher in allen fünf „Suomen Cup“-Partien des Finnischen Zweitligisten Ekenäs zum Einsatz. Nicolas Andereggen hatte in der gleichen Zeitspanne einen Teileinsatz beim Argentinischen Zweitligisten CA Alvarado. Der ehemalige FCZ-Brasilianer Ramazotti wäre aktuell wieder zu haben, nachdem er auf seiner Weltreise in dieser Vorrunde für Daejoon Hana Citizen in der Zweiten Koreanischen Liga drei Mal getroffen, den Klub aber in der Winterpause wieder verlassen hat. Rapperswil-Jona mit Maurice Brunner und Nicolas Stettler hat in der Rückrunde noch Chancen auf den Wiederaufstieg in die Challenge League. Als prominente Neuverpflichtung kam in der Winterpause dem Vernehmen nach Bruno Morgado von Cup-Viertelfinalgegner Sion hinzu. Kay Voser kam in der Vorrunde bei Red Star zu drei Einsätzen. Andrea Guatelli spielt im Tessin beim SC Balerna in der 2. Liga Regional. Das Frauenteam des gleichen Klubs profitiert im übrigen aktuell von den Problemen bei Lugano und ist auf bestem Weg zum Aufstieg in die Nationalliga B.

Bild Züri Live – hinten von links: Christian Schneuwly, Dimitri Oberlin, Francisco Rodriguez, Yanick Brecher, Maurice Brunner, Nico Elvedi, Oliver Buff, Ivan Kecojevic, Yassine Chikhaoui. Vorne von links: Mario Gavranovic, Andres Malloth.

 

Nach einem Viertel der Saison liegt der FCZ in der Nationalliga A mit einem Spiel und drei Punkten weniger als Leader Servette Chênois auf dem Dritten Platz. Dazwischen platziert sich der FC Basel. Dieses Spitzentrio vermochte sich zuletzt vom Rest der Liga etwas abzusetzen und könnte durchaus bis Ende Saison einen Dreikampf um den Titel führen, auch wenn man den FC Luzern wohl noch nicht abschreiben sollte. Das aufgrund vieler Wechsel traditionsgemäss mässig startende Lugano wäre wohl im Verlauf der Saison ebenfalls Teil dieser Spitzengruppe geworden, aber das Migrationsamt des Kantons Tessin verbot überraschend den aus dem College-Fussball stammenden Amerikanischen Austauschstudentinnen (Nicht EU-Ausländerinnen) nach drei Jahren der Duldung, weiter ohne Arbeitserlaubnis in der Nationalliga A zu spielen, da diese von den Tessiner Behörden als „Profiliga“ beziehungsweise Leistungssport eingestuft wurde. Dies nur wenige Tage nach dem bisherigen Höhepunkt des Tessiner Frauenfussballs, den beiden Champions League-Sechzehntelfinalpartien gegen Manchester City.

Die spielerische Entwicklung unter dem neuen FCZ-Trainer Ivan Dal Santo (in der Saison 03/04 Teamkollege von Dani Gygax, Blerim Dzemaili, Alain Nef, Alhassane Keita, Iulian Filipescu und Co.) ist gut. Die erfahrene Martina Moser gibt mit ihren spielerischen Qualitäten den Takt vor. Die Direktkombinationen über mehrere Stationen sorgen immer wieder für attraktive Momente im Spiel. Das Zentrale Mittelfeld bilden mit Moser die aufblühende Cinzia Zehnder auf der Sechserpositon und die proaktive Vanesa Hoti, die sich seit ihrem Sommertransfer von der Basler Ersatzbank in relativ kurzer Zeit gut entwickelt hat. Fabienne Humm liegt hinter der Luzernerin Irina Pando (-Brütsch) mit acht Treffern an zweiter Stelle der Torschützenliste und hat damit aktuell eine bessere Trefferquote als in den letzten Saisons aufzuweisen.

Barla Deplazes wird nach ihrer längeren Verletzung zur Zeit vorwiegend als Joker eingesetzt und Meriame Terchoun ist noch einiges von einem Comeback entfernt. Dementsprechend erhalten junge Spielerinnen wie Seraina Piubel, Kim Dubs, Lydia Andrade oder als Joker auch Ella Ljustina ihre Einsatzchancen im Dreiersturm. Die kampfstarke Lorena Baumann hat sich rechts hinten zu einer wichtigen Teamstütze entwickelt und auch Julia Stierli auf links wird immer konstanter. Eine leichte Schwachstelle hat der FCZ in der Innenverteidigung, wo Rahel Moser und Riana Fischer gegen starke Mittelstürmerinnen im Antritt oder auch bei hohen Bällen an ihre Grenzen stossen. Aussergewöhnlich hingegen Goalkeeperin Livia Peng, die mit 17 Jahren neben ihrer besseren technischen Ausbildung auch häufiger die richtige Entscheidung trifft, als beispielsweise Nationaltorhüterin Gaëlle Thalmann.

Servette Chênois hat gemäss dem Schweizer Frauenfussballmedium „abseits.ch“ als einziges Nationalliga A-Team beim Verband Profispielerinnen angemeldet und zwar gleich acht. Und tatsächlich sind die Genferinnen das am ambitioniertesten zusammengestellte Team. Hugo Kostezer, Trainer des NLB-Teams Rot-Schwarz Thun, vermutet ebenfalls auf „abseits.ch“, dass die Sportliche Leitung der Calvinstädterinnen in der Winterpause im Hinblick auf den Titelkampf diesbezüglich gar noch nachlegen könnte. Eine etwas gegenteilige Entwicklung nimmt der FC Basel. Das dank langjähriger Champions League-Einnahmen der Profis am besten alimentierte Frauenteam der Schweiz hat trotz weiterhin hoher Ambitionen eine Verjüngungskur vorgenommen – und ist vielleicht gerade deshalb aktuell so gut unterwegs wie schon lange nicht mehr.

Exemplarisch für die neue Strategie steht die 18-jährige Deutsche Juniorennationalstürmerin Ivana Fuso, die im Vergleich beispielsweise zur aus Basel abgewanderten langjährigen Bayern-Mittelfeldspielerin Nicole Banecki (31)  deutlich mehr Wirkung entfaltet. Zu den mit 24 Jahren bereits älteren Spielerinnen in der Stammformation gehört die nach drei Jahren aus Therwil (Nationalliga B) zurückgekehrte Andrea, jüngere Schwester von U18-Trainer Alex Frei. Innert kürzester Zeit zu einer Leistungsträgerin geworden ist die erst 16-jährige Riola Xhemaili, welche letzte Saison vorwiegend unter Giuseppe Morello bei den U15-Jungs eingesetzt worden ist.

Das FCZ-Pendant zu Xhemaili heisst Anna Matsushita. Die Zürcher Mittelfeldspielerin ist gar erst 15 und kam im September-Derby im GC Campus von Beginn weg zum Einsatz. Auch sie spielte letzte Saison häufig mit den Academy-Jungs, profitierte bei ihrem NLA-Einsatz allerdings auch von der Rotation von Trainer Dal Santo in den Englischen Wochen rund um die Champions League-Spiele gegen den FK Minsk. In diesem Sechzehntelfinal ist der FCZ bekanntlich mit zwei Niederlagen (0:1 auswärts und 1:3 vor eher konservativ gezählten 2’700 Zuschauern im Letzigrund, darunter die komplette Academy inklusive U21) gegen den Weissrussischen Serienmeister ausgeschieden.

Das Hinspiel in Minsk wurde von den Zürcherinnen dabei etwas verschlafen und ein mögliches Auswärtstor verpasst. Im Rückspiel zeigten sie hingegen eine starke Leistung und waren das bessere Team. Für den Unterschied zwischen den beiden Mannschaften sorgte schlussendlich mit Emueje Ogbiagbevha eine einzelne Spielerin, die drei Minsker Tore selber ezielte und zum vierten die entscheidende Vorarbeit lieferte. Mit ihrer an einen männlichen Profistürmer erinnernden Wucht war sie bei ihren Einzelaktionen von den FCZ-Verteidigerinnen nicht mehr einzufangen, wenn sie einmal Fahrt aufgenommen hatte.

Nach der bitteren Niederlage vor heimischem Publikum äusserten sich Seraina Piubel und Martina Moser bei Züri Live folgendermassen:

 

Frage zum Spiel: Ist die Fleischposition im Sandwich zwischen zwei YB-Champions League Playoffpartien ein Vorteil für den FCZ?

View Results

Loading ... Loading ...

 

Drei Tage nach dem Champions League-Achtelfinalhinspiel gegen Bayern München im Letzigrund trifft Innenverteidigerin Caroline Abbé im Spitzenspiel bei Lugano per Kopf zum wichtigen 1:0. Der FCZ besiegt den aktuell härtesten Verfolger auswärts mit 2:1 und behält in der Meisterschaft nach sechs Spielen eine Weisse Weste. Letzte Saison hatte der FCZ das mit vielen nordamerikanischen Spielerinnen gespickte Lugano im Cupfinal erst in der Verlängerung bezwingen können. Im Cup-Viertelfinal vom 24./25. November trifft das Team von Trainer Andy Ladner im Heerenschürli nun wieder auf denselben Gegner!

Abbé hatte zuvor bereits gegen ihren Ex-Klub Bayern München eine überdurchschnittlich gute Leistung an den Tag gelegt. Diese Begegnung mit alten Kameradinnen hat die Genferin offensichtlich beflügelt. Ebenfalls stark spielte Aussenverteidigerin Lorena Baumann, die es wie keine andere schaffte, im internationalen Wettkampfspirit den Gegenspielerinnen richtiggehend auf die Nerven zu gehen und gleichzeitig nach vorne effektiv zu agieren. Das Resultat von 0:2 widerspiegelt in etwa das Gezeigte auf dem Feld gegen keineswegs brillante Bayern, die es bisher in der Champions League noch nie über die Viertelfinals hinausgeschafft haben. Dass Bayern-Torfrau Manuela Zinsberger nie ernsthaft eingreifen musste, lag vor allem am auf diesem Niveau individuell zu wenig soliden Zürcher Zentrum mit Coumba Sow, Cinzia Zehnder und Lesley Ramseier, welches die Partie nicht in den Griff bekam. Speziell USA-Rückkehrerin Sow schien in dieser Partie an gewisse Grenzen zu stossen. Taktisch zeigte die ganze Mannschaft allerdings eine äusserst reife und disziplinierte Leistung, die nur deshalb nicht belohnt wurde, weil im Endeffekt zu wenige Spielerinnen individuell ihr Topniveau erreichten.

Im Rückspiel in einer Woche im Bayern Campus wird die Zuschauerzahl deutlich tiefer sein, als die 4’300 Fans, die offiziell das Hinspiel im Letzigrund verfolgten (tatsächlich waren es wohl über 6’000). Natürlich ist die Chance auf ein Weiterkommen sehr klein, aber die Hoffnung bleibt. So hat der FCZ beispielsweise mit Malin Gut eine Standardschützin, die gefährliche Bälle in den gegnerischen Strafraum schlagen kann, und die spielerischen Qualitäten der im Hinspiel   eingewechselten Martina Moser könnten bei Gegnern ebenfalls für Unruhe sorgen. Gelingt es, den 1:0-Führungstreffer zu erzielen, ist die Chance auf eine erstmalige Viertelfinalqualifikation wieder da.

In der Meisterschaft hatte der mit einzelnen Profispielerinnen aus Südamerika verstärkte Aufsteiger Servette Chênois einen Blitzstart hingelegt, ist aber mittlerweile nach der Cupniederlage beim unterklassigen St. Gallen-Staad und der 0:7-Klatsche am Wochenende in Luzern zwischenzeitlich urplötzlich eingebrochen. Lugano entwickelt sich konstant und steigert sich von Saison zu Saison, wohingegen das auch heute noch sehr prominent bestückte und gut ausgestattete Basel weiterhin Rätsel aufgibt. YB hatte viele Abgänge zu verkraften, bringt aber trotzdem auch diese Saison eine Truppe mit viel Talent auf den Rasen, die sich im Verlaufe der Saison wohl noch steigern wird. Nicht zu unterschätzen sind die Luzernerinnen, die zwar den Abgang von Shooting Star Géraldine Reuteler verzeichnen mussten, insgesamt aber trotzdem in grossen Teilen ihre Mannschaft zusammenhalten konnten. GC kommt trotz drei, vier sehr talentierten Spielerinnen um Nationalstürmerin Caroline Müller noch nicht richtig in die Gänge und Yverdon wird wohl wie jede Saison gegen den Abstieg kämpfen müssen.

Die FCZ Frauen haben sich am Donnerstag nach dem 1:0-Hinspielsieg mit einem 5:1 vor über 3’000 Fans im Letzigrund resultatmässig souverän gegen den Finnischen FC Honka für den Champions League-Achtelfinal qualifiziert. Flügelspielerin Fabienne Humm zeigte sich in bester Verfassung und steuerte drei Tore bei, dazu trafen Martina Moser mit einem umstrittenen Penalty und USA-Rückkehrerin Coumba Sow. Honka war nicht so stark unterlegen, wie es das Resultat glauben macht, aber die Zürcherinnen konnten sich unter anderem auch auf U19-Nationalkeeperin Elvira Herzog zwischen den Pfosten verlassen. Hier die Eindrücke vom Donnerstagabend aus dem Letzigrund in der Konferenzschaltung auf Züri Live:

Auf jeden Fall macht das Team des neuen Trainers Andy Ladner einen besseren Eindruck, als noch letzte Saison, als man in diesem Stadium des Wettbewerbs gegen die Litauerinnen von Gintra Universitetas ausschied. Dieser letztjährige Gegner im diesjährigen Wettbewerb von Slavia Prag mit dem Gesamtskore von 7:0 weggefegt worden. Das Serbische Team Spartak Subotica, welches den zweiten Schweizer Champions League-Teilnehmer Basel in der Qualifikation gleich mit 5:0 nach Hause geschickt hatte, musste die Überlegenheit von Bayern München bei einem Gesamtskore von 0:11 überdeutlich anerkennen.

Am Sonntag haben die FCZ Frauen nachgelegt und das Derby gegen GC auswärts mit 3:0 für sich entscheiden können. Das Heerenschürli-Team liegt nach fünf Runden verlustpunktlos an der Spitze. Die ersten Verfolgerinnen sind zur Zeit der letztjährige Cupfinalist Lugano und Aufsteiger Servette Chênois.

Heute findet um 13h die Auslosung der Champions League-Achtelfinals statt. In dieser Runde, sind die FCZ Frauen im Gegensatz zum Sechzehntelfinal nun ungesetzt und gegen jeden der möglichen acht Gegner in der Herausforderer-Rolle:

  • Olympique de Lyonnais, die „Weltauswahl“ und das Nonplusultra des Frauenfussballs, gegen welches die FCZ Frauen vor zwei Jahren im Champions League-Achtelfinal trotz einer ordentlichen Leistung mit dem Gesamtskore von 0:17 untergingen
  • Vfl Wolfsburg, die klare Nummer 2 des Europäischen Frauenfussballs, ebenfalls ein Weltklasseteam mit unter anderem zwei Schweizerinnen: der wiedererstarkten Lara Dickenmann (Tochter des ehemaligen FCZ-Spielers Urs Dickenmann) und Noëlle Maritz (beide auch selbst ehemalige FCZ-Spielerinnen)
  • Paris St-Germain, ein weiteres Europäisches Spitzenteam – mit zwei Champions League-Finalteilnahmen und einem Dauerabo auf den 2. Platz in der Französischen Liga
  • FC Barcelona – gegen diesen Gegner stellten die FCZ Frauen vor fünf Jahren mit 7’300 Zuschauern im Letzigrund einen Rekord für den Schweizer Frauenfussball auf – auch im internationalen Vergleich respektabel: selbst von den europäischen Spitzenteams haben nicht alle schon mal zu Hause vor so vielen Fans gespielt. Die Zürcherinnen schieden damals mit dem Gesamtskore von 1:6 im Champions League-Achtelfinal aus, wobei das Resultat etwas zu deutlich ausfiel. Mittlerweile sind die Spanierinnen aber nicht mehr nur im Juniorenbereich europäische Spitze, sondern sie werden es immer mehr auch bei den  Erwachsenen. Barcelona hat zudem einige internationale Topspielerinnen wie Andressa, Elise Bussaglia oder der Best Player der EM 2017, Lieke Martens, dazuverpflichtet, was die Ambitionen der Katalaninnen unterstreicht
  • FC Rosengard, ehemaliger Klub der Schweizer Nationalstürmerin Ramona Bachmann und benannt nach dem Stadtquartier in Malmö, aus welchem Zlatan Ibrahimovic stammt. Die Schwedinnen wollen die Champions League mit drei Altstars rocken, die beweisen wollen, dass sie mit den jungen Topspielerinnen immer noch mithalten können: Lotta Schelin, Caroline Seger und Anja Mittag.
  • Bayern – diese Mannschaft kennen die Spielerinnen des FCZ gut, ist das alljährliche Testspiel im Sommer gegen das deutsche Spitzenteam doch zur Tradition geworden, von welcher beide Seiten profitieren. Im August dieses Jahres gab es diesmal im Rahmen des „Womens Cup“ in Hägendorf eine 1:5-Niederlage gegen den Deutschen Meister von 2015 und 2016, der im europäischen Wettbewerb immer noch auf den grossen Durchbruch wartet
  • Chelsea. Die englischen Teams sind ambitioniert. Letzte Saison konnte Chelsea erstmals mit Bayern und Montpellier ein deutsches und ein französisches Team aus dem Weg räumen, bevor man im Halbfinal an Wolfsburg scheiterte. Die Chelsea-Frauen profitieren von den durch ihre männlichen Kollegen für den Klub erwirtschafteten Premier League- und Champions League-Geldern (CHF 20 Millionen Gewinn, 460 Millionen Umsatz im Jahr 2017). So kommt die Schweizer Nationalstürmerin Ramona Bachmann auf Jahreseinnahmen, von denen mancher in der Schweiz bei einem kleineren Klub engagierte Fussballprofi nur träumen kann…
  • Brøndby. Der Vizemeister aus dem Land des Vizeuropameisters hat vor drei Jahren den Champions League-Halbfinal erreicht und sich im Sechzehntelfinal mit dem Gesamtskore von 3:2 gegen den Italienischen Meister Juventus durchgesetzt

Am Ende schafften es die FCZ Frauen sowohl in Meisterschaft wie im Cup als Erste über die Ziellinie – und feierten in der Saison 2017/18 das zehnte Double (fünf davon in den letzten sieben Spielzeiten!). Die Frauen und Männer holten also zusammen 2017/18 drei von vier möglichen Schweizer Titel an die Limmat. Züri Live übertrug auch in der abgelaufenen Saison zwei Partien der FCZ Frauen live – neben dem Champions League-Heimspiel gegen Gintras Universitetas im Letzigrund war dies der Cupfinal gegen Lugano in der Bieler Tissot Arena mit Expertin Meri Terchoun, welche nach dem Schlusspfiff mit Medaille um den Hals auf dem Siegerphoto präsent war. Dies nachdem ihre Teamkolleginnen bei intensiver Sonneneinstrahlung in einer mässigen Partie sehr viel Mühe bekundeten, Gegner Lugano in Schwierigkeiten zu bringen.

Spitzenteams werden in 8-er Liga mehr gefordert

Der Knoten konnte erst mit der Einwechslung der mit 22 Jahren schon sehr erfahrenen Offensivspielerin Barla Deplazes etwas gelöst werden. Spielerisch, im Eins-gegen-eins und mit dem Rücken zum gegnerischen Tor macht abgesehen von Ramona Bachmann kaum eine Schweizer Spielerin Deplazes etwas vor. Nach ihrer Vorarbeit erzielte die im gegnerischen Strafraum dank ihrem Torriecher und ihrer Reichweite immer wieder erfolgreiche Verteidigerin Julia Stierli in der Verlängerung schlussendlich das entscheidende Tor. Das Spiel wurde von SRF live im TV übertragen, die Zuschauerkulisse vor Ort war aber enttäuschend. Hätte der FCZ nicht seine ganze Frauenabteilung inklusive Juniorinnen im Reisecar nach Biel verfrachtet, wären die Tribünen fast ganz leer gewesen.

Mehr als zwei Drittel der 28 Meisterschaftsspiele vermochten die FCZ Frauen zu gewinnen – bei nur einer Niederlage (gegen YB). Die Mannschaften direkt hinter der nationalen Spitze (YB, Luzern, GC, Lugano) haben in der abgelaufenen Saison weitere Fortschritte gemacht. Dies führte dazu, dass die Spitzenteams FCZ und FCB dank der Ligareduktion auf acht Mannschaften in 20 von 28 Spielen gefordert wurden und Siege im Schongang in den meisten Partien nicht mehr möglich waren. YB, Luzern und GC wurden dabei von mehrheitlich jungen Spielerinnen geprägt – mit mehreren Teenagern, die sich zu Top-Leistungsträgerinnen ihrer Teams entwickelten. Cupfinalgegner Lugano seinerseits besteht hauptsächlich aus Studentinnen mittleren Alters aus dem College-Fussball Nordamerikas.

Gintra Universitetas als Tiefpunkt der Saison

Das Double für den FCZ ist bemerkenswert, weil gerade die Vorrunde ziemlich harzig verlief. Nach erfolgreichen Jahren unter Trainer Dorjee Tsawa musste sich die Mannschaft in neuer Konstellation mit Luca Fiorina erst finden. Aus der Bundesliga kamen Cinzia Zehnder (SC Freiburg), Martina Moser (Hoffenheim) und Caroline Abbé (Bayern) in die Schweiz zurück. Die durch ihr Medizinstudium stark beanspruchte Zehnder konnte bisher aber nicht an ihre im jugendlichen Alter gezeigten FCZ-Leistungen anknüpfen. Die aus dem Nationalteam zurückgetretenen Rekordnationalspielerinnen Martina Moser und Caroline Abbé können beim FCZ (Moser) und SFV (Abbé) im Büro den Übergang ins künftige Berufsleben in Angriff nehmen. Während sich Moser im Verlaufe der Saison im FCZ-Trikot steigerte und zur wichtigsten Offensivspielerin avancierte, hatte Innenverteidigerin Abbé mit den jungen, flinken Stürmerinnen der Nationalliga A immer wieder ihre liebe Mühe.

Ein Tiefpunkt der Saison war das Ausscheiden im Champions League-Sechzehntelfinal gegen die Litauerinnen von Gintra Universitetas, welche in der darauffolgenden Runde ihrerseits gegen Barcelona mit dem Gesamtskore von 0:9 sang- und klanglos untergingen. Die Chance, in den Achtelfinal vorzustossen, konnte so gegen einen Gegner, den man in früheren Jahren mit ziemlicher Sicherheit bezwungen hätte, nicht genutzt werden – dies nach einer nur mit viel Glück überhaupt noch zustandegekommenen Qualifikation für den Sechzehntelfinal, weil der FCZ in seiner Qualifikationsgruppe diesmal nicht den 1. Platz erreichen konnte.

Durchschlagskraft im Sturm wird zum Fragezeichen

Die hoffnungsvollsten Talente wie Seraina Piubel, Federica Cavicchia oder Malin Gut erhielten während der ganzen Saison vergleichsweise wenig Spielzeit. Das Element der energiegeladenen, topmotivierten und sich schnell entwickelnden jungen Talente kam im Vergleich zu den vorangehenden Jahren wenig zum Tragen. Dies trotz gleichzeitig einigen ins Gewicht fallenden längeren Verletzungsabsenzen der Nationalspielerinnen Selina Kuster, welche leider ihre Karriere mittlerweile beenden musste, Sandrine Mauron, Meriame Terchoun oder Naomi Mégroz.

Taktisch, als Team und im Spielaufbau konnte sich die Mannschaft trotzdem im Verlauf der Saison positiv entwickeln. In der Tendenz immer stärker zu einer Hypothek wird aber die abnehmende Durchschlagskraft im Sturm. Die 31-jährige Fabienne Humm, welche die zuletzt so erfolgreiche Ära der FCZ Frauen wie keine andere Spielerin geprägt hat, kommt mittlerweile in der Mehrzahl der Laufduelle einen Schritt zu spät, so dass viele Torchancen von den Gegnerinnen auch auf NLA-Niveau schon im Ansatz unterbunden werden können. Sturmpartnerin Patricia Willi (26) wurde zwar ex aequo mit Eunice Beckmann (Basel) und Caroline Müller (GC) Torschützenkönigin, gehört aber ebenfalls nicht zu den vom Potential her hoffnungsvollsten Stürmerinnen der Liga.

Serienmeister FCZ und Krösus FCB mit Budgetreduktion

Die FCZ Frauen profitierten in der abgelaufenen Saison davon, dass der Hauptkonkurrent Basel sportlich nicht an das Niveau des Vorjahresrivalen Neunkirch herankam. Trotz des höchsten Budgets im Schweizer Frauenfussball gab es für den FCB auch dieses Jahr keinen Meistertitel. Mit Eunice Beckmann und Nicole Banecki standen regelrechte Starspielerinnen aus Deutschland im Basler Kader. Die 120-fache Neuseeländische Nationalspielerin Ria Percival spricht davon, in ihrer Karriere noch nie so gute Bedingungen angetroffen zu haben, wie beim FC Basel – und sie war unter anderem beim national und international erfolgreichsten deutschen Frauenteam FFC Frankfurt engagiert gewesen. Die von den Basler Männern erwirtschafteten Gelder bewegten sich dank Champions League, hohen Transfererlösen und rund 25’000 Jahresabos bei den Profis im «Joggeli» in den letzten Jahren in Dimensionen, welche es der AG ermöglichte, die im Verein FC Basel beheimatete Frauenequipe grosszügig zu alimentieren, ohne die relative Wettbewerbsfähigkeit der Super League-Equipe wesentlich zu beeinträchtigen.

Der finanzielle Abstand zwischen dem FCB und YB hat sich in den letzten 12-18 Monaten nun aber verringert, und die Klubpolitik des FCB gleichzeitig verändert. Im Zuge dessen werden die Mittel der Frauenequipe laut der Basler «Tageswoche» auf die nächste Saison hin um rund 20-30% gekürzt. Analog der Super League-Equipe soll bei den Frauen der Anteil der aus der Region stammenden Spielerinnen und die Durchlässigkeit vom Nachwuchs zur 1. Mannschaft erhöht werden. Die Anzahl ausländische Spielerinnen soll auf 3-4 reduziert werden (der FCZ hatte zum Vergleich zuletzt keine echte Ausländerin im Kader). Man will zudem vermehrt Schweizer Toptalente anlocken. Der abtretende Leiter Frauenfussball Benno Kaiser verspricht sich aber viel von in Zukunft noch weiter verstärkt den Frauen zur Verfügung gestellten Ressourcen aus der Academy. Mit diesen sollte seiner Meinung nach der Titel erreicht werden können, sonst würde man etwas falsch machen. Schliesslich wird das Budget der FCB Frauen schweizweit das mit Abstand grösste bleiben – rund doppelt so hoch wie bei den finanziell an zweiter Stelle liegenden FCZ Frauen. Denn bei den FCZ Frauen wird die Budgetreduktion auf die neue Saison hin gemäss «NZZ» gar deutlich über 30% betragen, unter anderem weil der ursprünglich für ein neues Stadion gesprochene Beitrag der FIFA, der dann stattdessen auch in den Zürcher Frauenfussball floss, aufgebraucht ist. In Absenz von lukrativen Champions League-Geldern und einem deutlich tieferen Super League-Zuschauerschnitt als in Basel oder Bern basiert der für Schweizer Verhältnisse gut abgesicherte Betrieb der FCZ Frauen weiterhin stark auf dem hohen Engagement durch das Besitzerehepaar Canepa.

Verstärkungen aus dem Lazarett

Beide Klubs mussten nach Saisonende einen neuen Trainer suchen. Die ehemalige Bayern-Trainerin Sissy Raith sagte dem Klub am Rheinknie nach zwei Jahren «Servus», und auch Luca Fiorina verlässt die FCZ Frauen bereits wieder nach einer Saison. Man kann aber davon ausgehen, dass der neue Trainer Andy Ladner (als Assistent Schweizer Meister 2009 unter Bernard Challandes) mit den Budgeteinbussen keine Probleme haben wird. Im Vergleich zu den Verhältnissen beim von der Spielergewerkschaft SAFP geführten Promotion League-Absteiger Zürich United, wo Ladner zuletzt nicht nur Trainer, sondern gleichzeitig auch «Mädchen für alles» war, wird er die finanziellen Verhältnisse und Arbeitsbedingungen bei den FCZ Frauen für das Trainerteam und die Spielerinnen als deutlich besser empfinden.

Mit Luana Bühler wechselt die einzige FCZ-Spielerin, die in der abgelaufenen Saison einen grossen Schritt in ihrer Entwicklung gemacht hat, zu Hoffenheim. Auch YB, Luzern und Basel verlieren wichtige Spielerinnen in die Bundesliga. Verstärkungen für die FCZ Frauen sind sicherlich die aus Verletzungen zurückkehrenden Akteurinnen. Bereits während der Rückrunde war Naomi Mégroz mehr und mehr wieder verfügbar, dazu kommen Lorena Baumann, Sandrine Mauron und last but not least, wenn auch wohl erst nach dem Saisonstart wieder, Meri Terchoun. Aus der U21 (vierter Platz Nationalliga B hinter Servette Chênois, Therwil und dem fusionierten St.Gallen-Staad) erhalten zur Zeit Talente wie Annina Enz, Fiona Kümin, Lydia Andrade oder Sabina Jackson die Gelegenheit sich in der Vorbereitung in der 1. Mannschaft zu beweisen.

FCZ Frauen in 1/16-Final der Champions League gesetzt

Mit Servette Chênois ist in der Nationalliga A erstmals eine Mannschaft aus Genf dabei und ersetzt dabei den FC Aarau. Chênois hatte letzte Saison erst mit dem Engagement von Servette, dann mit dem Zuzug der langjährigen Nationalspielerin Sandy Maendly, mit der Elimination des favorisierten YB im Cup-Achtelfinal im Stade de Genève und schliesslich mit dem Aufstieg auf sich aufmerksam gemacht. Es wird interessant zu verfolgen sein, ob es den Genferinnen gelingt, den seit eh und je her fast ausschliesslich in der Deutschschweiz vorangetriebenen Frauenfussball auch in der Westschweiz populärer zu machen. Obwohl mit Yverdon schon länger ein kleineres Team in der NLA dabei ist, sind die Unterschiede zwischen den beiden grössten Schweizer Sprachregionen in diesem Bereich weiterhin frappant.

Trotz der Enttäuschung der Saison 17/18 gegen Gintras Universitetas haben die internationalen Leistungen der FCZ Frauen über die letzten Jahre und die damit gewonnenen Punkte in der UEFA-Wertung insgesamt dazu geführt, dass mit dem Meisterschaftszweiten FC Basel sich erstmals ein zweites Schweizer Frauenteam in der Champions League beweisen darf. Die Baslerinnen hatten Losglück und treffen in der Qualifikation im August auf Breznica Plevljia (Montenegro) und Kiryat Gat (Israel). Der dritte Gegner, Serienmeister Spartak Subotica aus Serbien mit der einen oder anderen ausländischen Spielerin im Team, wird die Baslerinnen am ehesten fordern, sollte aber ebenfalls schlagbar sein. Der FCZ seinerseits ist diesmal direkt für die 1/16-Finals im September qualifiziert und dort sogar gesetzt! Gegner könnte ein Qualifikationsgruppensieger sein – oder aber auch der Italienische Meister Juventus mit der ehemaligen FCZ-Stürmerin Sanni Franssi in dessen Reihen.

U19-EM im nahen Zug (Herti) und Wohlen (Niedermatten) 

Zuvor steht aber vom 18. – 30. Juli die U19-EM an. Vom FCZ befinden sich Malin Gut, Sabina Jackson, Alissia Piperata, Seraina Piubel, Annina Enz sowie die drei Torhüterinnen Fiona Flühler, Elvira Herzog und Livia Peng im 29-er Kader, welches sich in diesen Tagen in Weggis auf das Turnier vorbereitet und aus welchem am 9. Juli das 21 Frau-Kader für die EM gebildet wird. Die Schweizerinnen spielen an den von Zürich aus nahegelegenen Spielorten Zug und Wohlen in ihrer Gruppe gegen Frankreich, Spanien und Norwegen. Die zweite Vierergruppe mit Holland, Dänemark, Deutschland und Italien tritt in Biel und Yverdon auf. Halbfinals und Final finden im Schweizerischen Frauenfussball-Nachwuchszentrum, der Tissot Arena in Biel, statt.

Heute treten die FCZ Frauen um 18:30 (nach der Partie der Promotion League-Equipe gegen die Old Boys um 16:00) auf dem Heerenschürli weniger als 72 Stunden nach dem schmerzhaften Ausscheiden im Champions League-Sechzehntelfinal gegen Gintra Universitetas zum ersten Derby der Saison an. Die Tabellensituation ist speziell – fünf der acht Mannschaften liegen Punktgleich (10 Punkte) gemeinsam an der Spitze, wobei der FCZ und Luzern im Vergleich zu Lugano, Basel und GC noch ein Spiel weniger bestritten haben. Die Grasshoppers haben zuletzt in Aarau und gegen YB gewonnen. Bei den fünf bisherigen Meisterschaftspartien mit GC-Beteiligung gab es vier Mal mindestens fünf Tore.

Die GC-Sturmspitze Caroline Müller ist aktuelle Torschützenleaderin der Liga und wurde verdientermassen (oder wohl eher: längst überfällig) mit 28 Jahren erstmals fürs Nationalteam aufgeboten. Sie repräsentiert einen Stürmertyp, welcher im Nationalteam zur Zeit fehlt, wie Nationaltrainerin Martina Voss-Tecklenburg richtigerweise ausführt. Müller wird somit am Montag zusammen mit den FCZ Frauen Seraina Friedli, Lesley Ramseier und Julia Stierli am Flughafen in den Flieger nach Tokyo steigen und am darauffolgenden Sonntag um 9:30 Schweizer Zeit in der Olympiastadt 1998 Nagano einen hochkarätigen Test gegen Vizeweltmeister Japan bestreiten.

In Japan nicht dabei sein kann die zuletzt in der WM-Qualifikation gegen Polen sehr spielfreudig agierende Cinzia Zehnder. Die vom SC Freiburg zurückgekehrte Mittelfeldspielerin war nach dem Ausscheiden gegen Gintra Universitetas (1:2) am Mittwoch natürlich enttäuscht, und meinte anschliessend gegenüber Züri Live: «Wir haben uns noch nicht gefunden». Wie schon im Hinspiel präsentierten sich die Züri Frauen weit entfernt von der Präsenz, Zielstrebigkeit und spielerischen Reife des im Durchschnitt jüngeren Teams der letzten Jahre. Vor Jahresfrist wurde beispielsweise mit teilweise begeisterndem Fussball das mit Gintra vergleichbare Sturm Graz mit dem Gesamtskore von 9:0 bezwungen.

Gintra Universitetas war wie anschliessend die erfahrene Caroline Abbé richtig bemerkte, keine «Übermannschaft» gewesen. Die Zürcherinnen wirkten aber über weite Strecken zu zaghaft in den Zweikämpfen und sowohl im Spiel mit wie auch ohne Ball immer wieder gedanklich abwesend. Anstatt die ballführende Spielerin konsequent zu attackieren und die gefährlichsten Offensivspielerinnen des Gegners auch mal zu doppeln, wurden Räume engmaschig abgedeckt, die der Gegner dann grossräumig umlief. Taktisch verhielt sich der FCZ wie ein Aussenseiter, ohne aber den Kampfgeist und den Fokus eines ambitionierten Aussenseiters auf den Platz zu bringen – und vor allem ohne die eigentlich im Durchschnitt höhere Qualität der eigenen Spielerinnen richtig ausspielen und ausnutzen zu können.

Trotz des verletzungsbedingten Fehlens von vier Nationalspielerinnen (Kuster, Mégroz, Mauron, Terchoun) standen bei den Zürcherinnen mit Moser, Zehnder, Abbé, Humm und Friedli fünf EM-Teilnehmerinnen auf dem Platz – von Gintra hingegen hat abgesehen von Mittelfeldspielerin Christina Murillo (Mexiko) keine einzige Spielerin jemals ein grosses internationales Turnier bestritten. Alle drei Tore in den beiden Direktbegegnungen erzielte die Namibierin Zenatha Coleman. Im Hinspiel hatte sie dabei laut eigenen Angaben «nicht gut gespielt», da sie wegen eines verpassten Anschlussfluges aus der afrikanischen Heimat kurzfristig eintraf und noch Jet Lag hatte. Als Hauptgrund für das Weiterkommen sah Coleman nach dem Rückspiel das Selbstvertrauen und der Glaube an den Erfolg an. Das Hinspiel in Silauiai hatten die Litauerinnen als ausgeglichene Angelegenheit erlebt, wohingegen man sich auf Zürcher Seite als das Team mit weit überlegenem Ballbesitz und Torchancen gesehen hatte.

Im Anschluss an das Rückspiel sprach Trainer Luca Fiorina die Probleme im Abschluss in Zone 3 an. Dieses spezifische Problem existierte bereits letzte Saison. Fabienne Humm war über Jahre die tragende Figur in der Zürcher Offensive gewesen, aber seit ihrer Verletzung vor einem Jahr kämpft sie weiterhin vergeblich darum, wieder auf ihr altes Niveau zurückzukommen. Aus diesem Grund kann die eigentlich gut geölte Achse der spielerisch starken Barla Deplazes mit Humm zur Zeit zu wenig häufig genutzt werden. Immerhin entstand sowohl das Tor in Litauen wie auch dasjenige in Zürich aus einem Zuspiel von Deplazes auf Humm.

Gleichzeitig ist Patricia Willi auch mehr als zwei Jahre nach ihrem Wechsel vom FC St. Gallen sportlich immer noch nicht beim FCZ angekommen. Die schnelle, aber vor dem gegnerischen Tor noch wenig kaltblütige Nathalie Lienhard wurde derweil zuletzt in Klub und Junioren-Nationalteam zwischenzeitlich gar als Verteidigerin in einer Dreierabwehr eingesetzt. Letzte Saison war es Sanni Franssi (seit ein paar Wochen neu in der Serie A bei Juventus) gewesen, welche Speed, Technik und Zielstrebigkeit vorne im erforderlichen Masse auf den Platz bringen konnte. Die Finnin hatte ihr Jahr in der Schweiz gut genutzt, um sich im Verlauf der Saison weiterzuentwickeln.

Dazu kamen gegen Gintra eine auf diesem Niveau zur Zeit überforderte Innenverteidigung Abbé/Fischer. Julia Stierli hätte auf dieser Position helfen können, aber sie wurde mittlerweile sowohl im Nationalteam wie auch im Klub wieder auf die Linksverteidigerposition verschoben, wo wie eh und je eher ihre Schwächen als die Stärken zum Vorschein kommen. Somit waren auch die Aussenverteidigerpositionen mit Stierli und der blass gebliebenen Bühler nicht gut besetzt. Erst mit der Einwechslung von Lorena Baumann lief es etwas besser. Aber Selina Kuster und Naomi Mégroz fehlen in diesem Mannschaftsteil schon stark.

Im Mittelfeld präsentierten sich Malin Gut und Lesley Ramseier weit von ihrer Bestverfassung entfernt, Cinzia Zehnder kommt zur Zeit in der Nationalmannschaft deutlich besser zur Geltung, und Martina Moser fällte für so eine erfahrene Spielerin erstaunlich viele falsche Entscheidungen. Die auf der Bank sitzende Italienische U19-Nationalspielerin Federica Cavicchia hätte mit ihren taktischen Qualitäten und ihrer Ballsicherheit vielleicht etwas mehr Struktur ins Zürcher Spiel bringen können. Immerhin konnte die eingewechselte Flügelspielerin Seraina Piubel auf der rechten Seite gemeinsam mit Lorena Baumann für etwas Druck sorgen. Man darf gespannt sein, wie sich die Mannschaft im ersten Derby der Saison präsentieren wird, nachdem GC zuletzt fast ein bisschen zu einem «Angstgegner» geworden war.

FC Zürich – Gintra Universitetas 1:2 (0:1).

Tore: 27. Coleman (Vaitukaityte) 0:1; 73. Humm (Deplazes) 1:1, 86. Coleman (Rojas) 1:2.

FCZ: Friedli; Bühler (43. Baumann), Abbé, Fischer, Stierli; Ramseier, Zehnder, Gut (67. Piubel), Deplazes (89. Willi); M. Moser; Humm.

Gintra: Kaselyte; Gudchenko, Neverdauskaite, Patterson, Mikutaite; Murillo; Velickaite (60. Rojas), Alekperova (90.+2. Gaileviciute), Vaitukaityte, Cubrilo; Coleman.

Die FCZ Frauen holen im nordlitauischen Siauliai im Champions League 1/16-Final Hinspiel ein 1:1 Unentschieden bei den Litauerinnen von Gintra Universitetas. In der 18. Minute konnten sich die Zürcherinnen relativ einfach durch die gegnerische Hintermannschaft kombinieren und kamen nach Rückpass von Fabienne Humm durch Martina Moser zum 1:0. Nur fünf Minuten später liess sich die im ganzen Spiel eher unsichere und langsam agierende Innenverteidigung Abbé/Fischer durch einen Steilpass hinter die Abwehr übertölpeln und die Namibierin Zenatha Coleman konnte alleine vor Torhüterin Seraina Friedli reüssieren. In der 67. Minute schiesst zudem die Schweizer Rekordnationalspielerin Martina Moser im mittlerweile einsetzenden strömenden Regen einen Penalty nach Foul an Humm übers Tor der Litauerinnen.

Man war gespannt auf den Auftritt des Litauischen Rekord-Champions. Denn nur die drei souveränen Quali-Siege Gintras gegen Belediyespor, Bardejov und Martve in der Parallelgruppe hatten es dem FCZ noch ermöglicht, in extremis als bester Gruppenzweiter sich für die K.O.-Runde zu qualifizieren, nachdem man Minsk in der eigenen Gruppe nicht hatte überwinden können. Die Partie war dann aber von beiden Seiten auf eher enttäuschendem Niveau. Die Züri Frauen sind trotz Verstärkung durch mehrere Nationalspielerinnen zur Zeit meilenweit vom Level des deutlich jüngeren Teams entfernt, welches vor Jahresfrist beim 6:0-Auswärtssieg im 1/16-Final bei Sturm Graz über weite Strecken begeistert hatte. Zwar müsste gegen ebenfalls eher bescheiden auftretende Litauerinnen am kommenden Mittwoch 19:00 im Letzigrund (wie immer live zu hören auf Züri Live) ein Weiterkommen Pflicht sein, in einem allfälligen Achtelfinal hätte das Team von Trainer Luca Fiorina dann aber ohne eine klare Leistungssteigerung gegen keinen der möglichen Gegner mehr eine reelle Chance.

Gintra Universitetas – FCZ 1:1 (1:1)

Tore: 18. M. Moser (Humm) 0:1, 23. Coleman 1:1.

Gintra: Kaselite; Gudchenko, Neverdauskaite, Patterson, Mikutaite; Murillo; Velickaite (46. Rojas), Vaitukaityte, Alekperova, Cubrilo; Coleman.

FC Zürich: Friedli; Bühler, Abbé, Fischer, Stierli; Gut (80. Baumann), Zehnder, Ramseier, Deplazes (76. Krisztin); M. Moser; Humm (87. Willi).

Dass es eine enge Partie werden wird gegen die Frauen des FC Minsk war von vornherein klar. Dafür sprachen die wiederholten Qualifikationen der Minskerinnen für die Champions League-K.O.-Runde in den letzten Jahren, das 1:1 Unentschieden im Direktduell vor drei Jahren, die besseren Resultate der Weissrussinnen in den ersten beiden Partien, und auch das erstaunlich hohe Niveau in der Weissrussischen 6-er Liga. Und enger hätte es nicht werden können!

Am Ende hatten die Zürcherinnen 12:7-Abschlüsse zu verzeichnen und machten auf der Basis der Informationen des UEFA-Statistiktickers vor allem in der Viertelstunde nach der Pause Druck. Mit zunehmender Spieldauer meldete dieser Ticker aber auch immer mehr Fouls, Gelbe Karten und Offsidepositionen des Fiorina-Teams. Ein klares Zeichen für Nervosität und überhastete Aktionen! Auch nicht überraschend war, dass in so einer Situation in der 84. Minute bei Meri Terchoun die Gelb-Rote Karte aufleuchtete. Das von Ekaterina Kovalchuk gehütete Tor schien wie vernagelt – und jetzt auch noch das!

Schon vor dem Platzverweis war darum der Blick immer häufiger bange auf die Live-Resultate der von Nikosia bis Belfast in ganz Europa gleichzeitig angepfiffenen 20 Qualifikationspartien geschweift. Toni, der langjährige Züri Live-Experte (seit letzter Saison auch mit UEFA Women’s Champions League-Erfahrung!) meldet in der 82. Minute die 2:1-Führung von Gintra Universitetas (Litauen) gegen Konak Belediyespor (Türkei) im Georgischen Tbilisi – Alekperova hatte per Penalty getroffen! Noch nie von dieser Frau gehört, aber in diesem Moment ist sie für uns weltberühmt – mindestens! Denn gleichzeitig halten die Isländischen Meisterinnen von Stjarnan beim früheren FCZ-Gegner Osijek weiterhin das 1:0 und sind laut Statistik besser! Damit sind die FCZ Frauen kurz vor Schluss auf den 1.Platz der virtuellen Tabelle aller 10 Gruppenzweiten gesprungen. Dies weil es in den anderen Spielen zwischen den besten beiden Mannschaften meist klare Führungen einer der beiden Mannschaften gibt. Nur keine Unentschieden! Denn die FCZ Frauen haben im Vergleich keine Top-Tordifferenz.

Dass 20 Spiele in unterschiedlichen Zeitzonen gleichzeitig angepfiffen werden mussten, lag ja alleine daran, dass es noch um diese eine kleine Chance für den „besten Zweiten“ ging. Sonst hätte gleichzeitiger Anpfiff der jeweils zwei Partien der gleichen Gruppe gereicht. Verrückt! 20 Spiele – und alle spielen für den FCZ! In der 86. Minute kommt es noch besser! Die Litauerin Vaitukaityte schiesst für Gintra das 3:1!! Und nun natürlich die grosse Frage: Weiss man das auf der Zürcher Bank? Hoffentlich wird Torhüterin Friedli zurückgewunken, falls sie in den Schlussminuten auf die Idee kommt, bei einem Eckball in den gegnerischen Strafraum mit zu gehen! Es geht alles gut, Stjarnan hält stand, Friedli hält stand, 0:0 – und der FCZ qualifiziert sich zum sechsten Mal in Folge für den Champions League-Sechzehntelfinal. Und ist dort dank der guten Resultate der letzten Jahre als einziger Qualifikant gar gesetzt – als auf dem Setzblatt achtbeste Mannschaft Europas. Man könnte damit ironischerweise erneut auf den FC Minsk treffen – oder auf Stjarnan beziehungsweise Gintra, deren Schützenhilfe die “Löwinnen“ in Anspruch nehmen mussten – oder auf Chelsea mit Ramona Bachmann. Gratulation – und: Ufff!!!

FCZ Frauen: Friedli; Bühler, Abbé, Fischer, Stierli; M. Moser; Mauron (8. Piubel), Deplazes, Ramseier (78. Willi); Terchoun, Humm.

Bemerkungen: Wetter – stürmisch, 12:7 Schüsse, 7:5 Corner, 84. Gelb-Rote Karte Terchoun.