Spiel, Gegner und Taktik

YB’s Auftritt in Zürich kurz nach der vorzeitigen Eringung des Meistertitels ist eine der schlechtesten Berner Leistungen der letzten Jahre. Die übliche Konsequenz in den Zweikämpfen und dem Spiel nach vorne geht den Gelb-Schwarzen komplett ab. Lefort, Rieder, Lauper oder Elia stehen gar neben den Schuhen. Trotzdem schafft es der FCZ selbst gegen dieses vergleichsweise harmlose YB nicht auch nur einen Punkt zu ergattern. Von der ersten Saisonpartie im Wankdorf, als man die durch die kurze Sommerpause müden Berner richtig hatte fordern können, ist mittlerweile wieder weit weg. Und zum zweiten Mal nach 2019 können die Gelb-Schwarzen ihren Titel trotz „Hangover“ mit einem Sieg im Letzigrund feiern.

Zu Beginn spielt das Team von Trainer Seoane noch einigermassen ordentlich. Die Flügel der Gäste stehen eng, die Stürmer Nsamé und Mambimbi lassen sich abwechselnd zurückfallen und man sucht gegen einen in einem 4-1-4-1 auftretenden FCZ gegen den einzigen Sechser Doumbia die Lücken zwischen den Linien. Der FCZ versucht, durch Hohes Pressing Druck zu machen, welches YB mit Hohen Bällen überspielt, auch weil die Zürcher wie vor dem 0:1 durch ein Eigentor Hekuran Kryezius in der Person von Benjamin Kololli wie so häufig zu wenig konsequent den Ballführenden attackieren. Nach dem Hohen Ball in den Mittelkreis sieht dann das Duo Doumbia / Domgjoni im Duell mit Felix Mambimbi „alt“ aus.

Beim 0:2 ist es dann YB, welches ein Hohes Pressing ansetzt. Und da Christian Fassnacht seine Pressingaufgabe um Welten ernster nimmt, als auf der anderen Seite Kololli, führt dies zu einem in Bedrängnis überhastet gespielten Rückpass Domgjonis, von welchem YB-Eigengewächs Mambimbi profitiert. Bezeichnenderweise kommt der FCZ zum Anschlusstreffer in einer Szene, in welcher er sich zurückzieht – und dann von einem Fehlpass Sandro Laupers an der Mittellinie profitiert, um gegen weit aufgerückte Berner erfolgreich zu kontern. Der zuletzt aufsteigende Tendenz zeigende Kramer vollendet mit einem Lupfer.

Beim FCZ gefällt zu Spielbeginn speziell die agile und präsente Rechte Seite mit Rohner und Tosin. Danach ist der Auftritt speziell des Nigerianers aber wieder ein stetiges Auf und Ab. Der Letzigrund-Club kommt in den Startminuten besser in die Partie, als die Gäste aus der Bundesstadt. Das Defensivzentrum inklusive Torhüter Brecher erwischt hingegen einen schlechten Tag. Blerim Dzemaili ist weiterhin der Spieler mit den klar meisten schlechten Aktionen. Mit zunehmender Spieldauer in der Zweiten Halbzeit kommt der FCZ gegen immer stärker nachlassende Berner zu vielen Angriffen, Flanken und Abschlüssen, ohne aber etwas Zählbares dabei zu ergattern. Speziell die Einwechslung von Antonio Marchesano bringt dem FCZ ab der 61. Minute nochmals etwas Drive. Der ebenfalls eingewechselte Becir Omeragic sorgt mit zwei sehr guten Hereingaben auf Tosin (wobei dieser die erste mit einer effektiven Körpertäuschung für Dzemaili passieren lässt) für die zwei besten FCZ-Chancen zum Ausgleich.

Telegramm

FC Zürich – Young Boys 1:2 (1:2)
Tore: 8. H. Kryeziu (Eigentor, Elia) 0:1, 23. Mambimbi 0:2, 29. Kramer (Dzemaili) 1:2.
FCZ – Brecher; Rohner (71. Omeragic), H. Kryeziu, Nathan, Aliti (84. Gnonto); Doumbia (84. Seiler); Tosin, Domgjoni (61. Marchesano), Dzemaili, Kololli; Kramer (71. Ceesay).
BSC Young Boys – Von Ballmoos; Maceiras (81. Hefti), Camara, Lauper, Lefort; Elia, Martins, Rieder (75. Aebischer), Fassnacht (75. Maier); Nsamé (67. Siebatcheu), Mambimbi (67. Moumi).


Spiel und Gegner

Alleine mit der Qualität der Berner ist die miserable Meisterschaftsbilanz des FCZ in den letzten Jahren gegen YB nicht zu erklären. Denn beispielsweise St. Gallen, Luzern oder Lugano holen gegen die Gelbschwarzen durchaus immer wieder mal Punkte. Im Cup hat das Letzigrund-Team gegen die Bundesstädter zwar drei der vier letzten Duelle gewonnen, aber in der Meisterschaft den letzten Punktgewinn im Herbst 2018 und den letzten Sieg gar weit zurück im Sommer 2014 geholt! In den letzten sieben Begegnungen gab es im Durchschnitt (!) 3,7 Gegentore. Und seit Oktober 2018 hatte der FCZ im Letzigrund gegen YB kein Tor mehr erzielt. Im aktuellen Duell schneidet der Stadtclub mit dem mit 4,6 schlechtesten Notenschnitt der bisher bewerteten Spiele dieser Saison ab. Wie üblich gegen YB ist die Anzahl Top-Defensivaktionen hoch – aber auch die Anzahl Fehler.

Nichtsdestotrotz startet der FCZ stark in die Begegnung mit dem amtierenden Schweizer Meister. Nach einer Viertelstunde lässt der Druck YB’s dann aber schnell mal die Schwachstellen im Zürcher Gebilde offenbar werden. Ein Dzemaili, Khelifi oder Kramer müssen als erste die Hüllen fallen lassen. Speziell das Mittelfeld mit dem indiskutabel schlechten Dzemaili, dem fahrigen Tosin und dem wankelhaften Doumbia ist ein Offenbarungseid. Der erneut mit viel Laufbereitschaft und Ideen überzeugende Marchesano kann da gegen eine Mannschaft wie YB alleine schlussendlich nichts ausrichten.

In den letzten fünf Minuten vor der Pause laufen mehrere Zürcher bereits derart „auf den Felgen“, dass man immer und überall zwei Schritte zu spät kommt und sich nur noch über den Platz zu schleppen scheint. In dieser Phase erhöht YB in kurzer Folge von 0:1 auf 0:3. Dem FCZ hilft auch nicht, dass der formschwache Moumi Ngamaleu seinen schwach getretenen Penalty nach der Pause von Yannick Brecher gehalten sieht (erster Penalty-Save seiner Karriere!). Das erste Tor der Partie hatte in der 14. Minute vermeintlich Tosin für den FCZ erzielt, aber dieser hatte bei seinem Lauf Richtung YB-Tor nach gutem Freistossball hinter die Abwehr von Ousmane Doumbia den Ball mit der Hand mitgenommen. Die erste reguläre Torchance des FCZ kommt erst in der 30. Minute bei einem Konter von Tosin (Vorlage: Aliti) nach einem YB-Corner, bei welchem sich der FCZ-Flügel aber zu stark von Sandro Lauper abdrängen lässt.

Taktik und Szenen

Kein Super League-Trainer ändert die taktische Formation seiner Mannschaft so häufig wie Gerardo Seoane. Dieser orientiert sich dabei jeweils einerseits an der eigenen Personalsituation, aber vor allem am jeweiligen Gegner. Auch wenn dieser Gegner beispielsweise Vaduz heisst. Gegen den FCZ lässt Seoane wie meist, wenn er davon ausgeht, dass der FCZ mit Viererabwehr agiert, im klassischen 4-4-2 spielen. Er bringt damit sein Team im Mittelfeldzentrum in Unterzahl. Aber mit dem Zürcher Trio Dzemaili / Doumbia / Marchesano werden Aebischer und Lauper spielend auch zu zweit fertig, und bilden für Super League-Verhältnisse eine gute zentrale „Wand“. Wie im Schach entscheidet auch im Fussball häufig das Zentrum die Spiele und beim FCZ ist an diesem Tag das Zentrum praktisch inexistent. Doumbia und vor allem Dzemaili sind mit ihrer Aufgabe überfordert.

Gleichzeitig vermag das YB-Sturmduo Elia / Siebatcheu, welches im Vergleich zum früheren Paar Assalé / Nsamé nochmal eine Qualitätssteigerung darstellt, vorne ständig für Druck zu sorgen. YB presst wie St. Gallen hoch, dies aber mit einer höheren Qualität, so dass es dem FCZ im Gegensatz zum St. Gallen-Spiel kaum einmal gelingt, die so wichtigen Bälle in die Tiefe zu spielen. Speziell Christian Fassnachts Einsatz im Spiel ohne Ball wäre da auf YB-Seite hervorzuheben. In der Anfangsviertelstunde kann sich der FCZ mehrmals gut über die linke Seite nach vorne kombinieren und dabei die kleine defensive Berner Schwachstelle Maceiras ausnutzen. Allerdings präsentiert sich der Rechte Innenverteidiger Camara magistral und bügelt die aus Berner Sicht heiklen Situationen aus.

26. Minute: 0:1 durch Sandro Lauper – Dzemaili 15 Meter vom Gegenspieler entfernt

Wie schon St. Gallen kann auch YB beim wichtigen 1:0-Führungstreffer von groben Schnitzern Blerim Dzemailis profitieren. Der FCZ macht ein hohes Pressing und Dzemaili lässt mit dem „6-er“ Michel Aebischer den entscheidenden Mann sträflich frei. Obs ein Black-out ist, oder bereits ein Konditionsproblem in der 26. Minute? Dies war der dritte Abstoss bei YB-Goalie Von Ballmoos – bei den ersten beiden hatte Dzemaili Aebischer noch gedeckt. Die Szene erinnert an das erste Saisonspiel der letzten Saison (0:4 gegen Lugano), als Denis Popovic genau das gleiche Missgeschick passiert war – nur wars damals bei Popovic eine Frage von zwei, drei Metern – nicht gleich 15 wie jetzt bei Dzemaili!

Der YB-Aufbau zum 0:1 wird über den völlig frei stehenden Aebischer lanciert: mehr als 15 Meter ist Dzemaili in diesem entscheidenden Moment von dem Ort entfernt, wo er eigentlich sein sollte.

Auch in St. Gallen hatte der FCZ früh hoch gepresst, und Dzemaili störte Stillhart zu wenig bei dessen entscheidendem Pass zum 1:0. Die Fehler wiederholen sich beim FCZ immer und immer wieder. Um hoch zu pressen, muss jeder Stürmer und Mittelfeldspieler eine hohe Laufbereitschaft mitbringen und jederzeit zu einem Sprint bereit sein. Wenn einzelne Spieler wie beispielsweise Dzemaili oder Popovic dazu bereits Mitte der 1. Halbzeit nicht mehr in der Lage sind, dann muss man es bleiben lassen! YB erhält dadurch enorm viel Platz, den vorentscheidenden Angriff zu fahren. Vor dem Zürcher Strafraum ist es dann wiederum Dzemaili, der Aliti und Khelifi in ihrer 2vs.3-Situation nicht unterstützt und somit Torschütze Lauper freie Bahn in den Zürcher Strafraum eröffnet. Danach macht Dzemaili Lauper an der Strafraumgrenze geradezu den Weg frei.

33. Minute: Dzemaili versteckt sich im Niemandsland

Ein weiteres Beispiel, wo das Zürcher Mittelfeldzentrum sich bei einer Situation des Hohen Pressings gemütlich irgendwo im Niemandsland aufhält. Dzemaili ist nicht bei seinem Gegenspieler Aebischer, und hilft auch nicht mit, Fassnacht aus dem Spiel zu nehmen. Auch Doumbia steht falsch. Beim folgenden Angriff hat YB erneut viel Platz und kommt nur darum nicht zu einer Topchance, weil Fassnacht vor dem Zürcher Strafraum einen Fehlpass spielt.

Die Distanzen vergrössern sich schon früh mit zunehmender Spieldauer – diesmal liegen bereits 20 Meter zwischen Dzemaili und Aebischer.

41. Minute: Amateurhaftes Verhalten und Körpersprache beim „Teamleader“

Beim Betrachten von Blerim Dzemaili im Spiel gegen YB wähnt man sich immer wieder wie auf einem Dorfsportplatz. Der in die Jahre gekommene arrivierte „Teamleader“ verliert ein Laufduell oder einen Zweikampf und verbringt dann erst mal eine Viertelminute mit sich und seinem Leid und überlässt das Spielgeschehen den Anderen, anstatt sofort wieder der Mannschaft zu helfen, den Ball zurückzuerobern. Für die Teamkollegen demoralisierend – und gefährlich. In dieser Situation kann Lustenberger ohne Bedrängnis mit Ball weit in die Zürcher Hälfte spazieren. Die Distanz für einen Ball hinter die Zürcher Abwehr ist somit nur noch läppische 20 Meter – Elia kommt zu einer hervorragenden Abschlussmöglichkeit direkt vor Yannick Brecher. Das Ganze „amateurhaft“ zu nennen, wäre selbst für den Amateurfussball eine Beleidigung.

Blerim Dzemaili sinniert über den verlorenen Zweikampf gegen Lustenberger nach.

44. Minute: 0:3 durch Jordan Siebatcheu nach Ballverlust Dzemaili

„Den Deckel drauf“ macht Jorden Siebatcheu nachdem Blerim Dzemaili in der 44. Minute zum wiederholten Mal in einem Dribbling hängen bleibt und dem Gegner dadurch eine ausgezeichnete Konterchance eröffnet. Während sein Gegenspieler Michel Aebischer Nationalmannschaftsniveau aufweist, ist Dzemaili immer noch sehr weit vom Super League-Niveau entfernt.

Lernresistenz: Blerim Dzemaili bleibt zum x-ten Mal seit seiner Rückkehr in die Super League in einem Dribbling hängen.

Personalien

Silvan Wallner (4) – Rennt lange Zeit der Musik hinterher und kommt sowohl im Spiel nach vorne, als auch in der Rückwärtsbewegung meist zu spät. Und dies obwohl Gegenspieler Moumi Ngamaleu diese Saison in der wohl grössten Schaffenskrise seiner Karriere steckt. Als einziger Zürcher Verteidiger steigert Wallner sich allerdings in der letzten halben Stunde der Partie.

Fidan Aliti (9) – Lange Zeit erneut die Zuverlässigkeit in Person in den Reihen des FCZ, bis er in der Schlussphase etwas nachlässt. Für die Offensive sind seine präzisen Bälle links der Seitenlinie entlang in die Tiefe sehr wertvoll – am Ende des Spiels der FCZ-ler mit den meisten Offensiven Top-Aktionen.

Blerim Dzemaili (1) – Minus 22 Punkte braucht es, um in der Züri Live-Bewertung die Tiefstnote Note 1 zu erhalten – Blerim Dzemaili kommt gegen YB auf rekordverdächtige Minus 52,5 Punkte. Seine Note ist in den ersten Einsätzen nach seiner Rückkehr von „3“ in Basel, über „2“ in St. Gallen auf eine klare „1“ gegen YB gesunken. Was Dzemaili gegen die Berner ablieferte, hatte mit Profifussball rein gar nichts mehr zu tun. Das erinnerte an einen 4.Liga-Match an einem nebligen Sonntagmorgen irgendwo in der Provinz – wenn zwei Mannschaften aus den hinteren Tabellenregionen aufeinander treffen. Und an den in die Jahre gekommenen ehemaligen Klubhelden, der seine Mannschaft fortwährend in grosse Schwierigkeiten bringt, weil er seinen eigenen Leistungsstand mal für mal überschätzt und denjenigen der Gegenspieler unterschätzt. Unbeirrbar geht Dzemaili immer wieder in zentraler Position ins Dribbling gegen einen Gelbschwarzen, obwohl er jedes Mal den Ball verliert und sich daraus jeweils ein gefährlicher Gegenstoss ergibt. Er überschätzt sich auch bei gegnerischem Ballbesitz in den Zweikämpfen, und kann dadurch vom Gegner wie ein hölzerner Schuljunge einfach ausgetanzt und an Ort und Stelle stehen gelassen werden.

Dazu kommen unpräzise Zuspiele und erneut Orientierungsprobleme im eigenen Strafraum bei einem gegnerischem Eckball, als er Lustenberger dadurch unverhofft eine Kopfballchance aus kurzer Distanz eröffnet. Wohl auch deshalb versteckt sich Dzemaili in der Folge in vielen Situationen geradezu in einer möglichst ballfernen Zone und lässt Doumbia und Co. die Arbeit erledigen. Der engagierte Antonio Marchesano läuft wie auf der Überholspur an Dzemaili vorbei, wenns nach vorne geht, und dann das gleiche wieder in der Rückwärtsbewegung. Vor Zweikämpfen scheint Dzemaili mit zunehmender Spieldauer fast schon Angst zu bekommen, weicht aus, um dafür unwichtige Passwege zuzustellen, und lässt dabei den Gegenspielern freie Bahn Richtung Tor. Ein Trauerspiel. Wie schon in St. Gallen ist Dzemaili auch gegen YB der Hauptschuldige am diesmal wegweisenden 0:1. Dies nachdem sein Team in der ersten Viertelstunde wirklich gut begonnen hatte. Und er muss auch den 0:3-Nackenschlag kurz vor der Pause auf seine Kappe nehmen.

Aiyegun Tosin (1) – Beginnt wie in St. Gallen schlecht und diesmal bleibt der Nigerianer bis zum Ende seines Einsatzes nach bereits 56 Minuten weitgehend auf dem tiefen Anfangsniveau. Ist keine Unterstützung der Aussenverteidiger und sein unnachvollziehbarer Ballverlust in der 42. Minute führt direkt zum 0:2.

Salim Khelifi (5) – Ist ein wichtiger Faktor in der starken FCZ-Startviertelstunde, danach wie üblich mit Auf und Abs.

Wilfried Gnonto (2) – Kann seine Chance wie in St. Gallen nicht nutzen. Wie Dzemaili überschätzt er sich beziehungsweise unterschätzt die Gegenspieler in vielen Situationen, was bei einem Jungen in diesem Alter eher noch verständlich ist – auch wenn sich Gnonto mehr als einmal vom nicht viel älteren Fabian Rieder düpieren lässt.

Toni Domgjoni (7) – Nicht so gut wie noch in St. Gallen, bestätigt aber seine aktuelle Verfassung einmal mehr. Das Mittelfeldpressing wird mit Domgjoni sofort organisierter, weil er auf den immer etwas mit sich selbst beschäftigten Kramer eingeht, ihn animiert und auf ihn wartet, um gemeinsam vorzugehen. Noch nie zuvor hat der Zürcher im Erwachsenenfussball in einer Liga-Saison drei Tore erzielt.

Hekuran Kryeziu (2) – Steht unaufmerksam beim ersten YB-Corner nach seiner Einwechslung komplett falsch – korrigiert dies dann beim zweiten. Lässt sich bei YB-Druckphasen am Zürcher Strafraum unnötigerweise auf die hintere Linie der Viererabwehr zurückfallen, anstatt seinen Raum als 6-er zu kontrollieren. Bei potentiellen Kontermöglichkeiten spielt er gerne quer oder gar rückwärts.

Adrian Winter (9) – Kampfstark, aufmerksam, zielstrebig. Winter bestätigt seinen guten bis sehr guten Einsatz in St. Gallen – diesmal als Einwechselspieler auf dem Flügel. Mit ihm hält die rechte Seite besser dicht und Wallner gewinnt an Sicherheit. Und erneut wird ein Joker zum FCZ-MVP. Auch weil Winter in seiner Einsatzzeit eine +1-Bilanz aufweist, wie man im Eishockey sagen würde – und weil Fidan Aliti in der Schlussphase nachlässt.

Telegramm

FC Zürich – BSC Young Boys 1:4 (0:3)
Tore: 26. Lauper (Elia) 0:1, 43. Siebatcheu (Elia) 0:2, 45. Siebatcheu (Elia) 0:3; 63. Siebatcheu (Fassnacht) 0:4, 76. Domgjoni (Gnonto) 1:4.
FCZ – Brecher; Wallner, Omeragic, Nathan, Aliti; Dzemaili (69. H. Kryeziu), Doumbia (69. Winter); Tosin (56. Schönbächler), Marchesano (56. Domgjoni), Khelifi (56. Gnonto); Kramer.
Young Boys – Von Ballmoos; Maceiras, Camara, Lustenberger (68. Garcia), Lefort; Fassnacht (68. Sulejmani), Aebischer, Lauper (62. Rieder), Moumi Ngamaleu (62. Mambimbi); Elia (68. Gaudino), Siebatcheu.

(Standbilder: Blue)