Seit Lausanne-Sport in der Saison 13/14 hat keine Mannschaft nach 14 Runden weniger Punkte als der FCZ auf dem Konto gehabt. Und im ganzen letzten Jahrzehnt hat kein Super League-Team weniger Tore erzielt als die aktuelle Ausgabe des FC Zürich mit nur neun Treffern in 14 Runden. In Lugano steht ein weiteres Keller duell an, auch wenn die Tessiner punktemässig zum breiten Mittelfeld gehören, das vom 2. bis zum 9. Platz reicht. Nach dem Auswärtspunkt von Winterthur in Luzern ist schon jetzt klar, dass der FCZ als Tabellenletzter überwintern wird.

Lugano spielt diese Saison bisher mit Viererabwehr. Aktuell gehen den Tessinern aber etwas die Aussenverteidiger aus. Arigoni wird wohl von rechts auf links wechseln und rechts könnte der gelernte Innenverteidiger Hajrizi zum Zuge kommen. Babic könnte der Ersatz für den in Genf bei seinem erfolgreichen Torabschluss am Kopf verletzten Celar sein.

Wird Coach Henriksan für den FCZ wieder eine ähnliche Equipe aufs Feld schicken, wie in London? Condé fehlt auf jeden Fall gesperrt. Dzemaili wäre eine Option, ist aber fraglich. Somit könnte Hornschuh im Cornaredo zum Handkuss kommen. Mets wäre eine Option in der Verteidigung für Aliti. Okita spielte in London zu Beginn auf der 10er-Position. In Lugano könnte wieder Marchesano oder Krasniqi diese Rolle einnehmen – und damit Rohner auf die Bank verdrängen.

Bei Lugano sitzen Haile-Selassie und Hajrizi zu Beginn auf der Ersatzbank. In der Abwehrreihe erhält Hajdari eine Chance von Beginn weg. Der Basler kann auch Linksverteidiger spielen, was gleichzeitig auch die ursprüngliche Position von Routinier Daprelà ist.

Der FCZ spielt genau wie gedacht. Hornschuh spielt also von Beginn weg neben Selnaes. Auf der Ersatzbank sind mit Krasniqi, Santini, Vyunnik, Mets, Hodza und Sauter nur sechs statt der erlaubten acht Feldspieler.

Letzte Runde der Europa League-Gruppenphase 22/23: eine Woche nach den Frauen in der Champions League wird auch die Männer-Equipe des FC Zürich im Emirates Stadion empfangen. Das Team von Trainerin Inka Grings hat vor einer Woche mit mutigem Pressing, intelligentem und gleichzeitig herzhaftem Fussball überzeugt. Zwar waren die Gegnerinnen (Leader in England) unter dem Strich besser, der FC Zürich aber keineswegs chancenlos.

Keine Umstellung auf Viererabwehr wie im Hinspiel?

Auch die Männer von Arsenal sind weiterhin Leader in der Premier League. – trotz eines Spiels weniger. Die Aufstellung der Gunners ist schwierig vorauszusagen. Für sie geht es noch um den Gruppensieg und damit die direkte Achtelfinalqualifikation. Deshalb ist anzunehmen, dass Coach Arteta die Partie gegen den FCZ sehr ernst nehmen wird – auch wenn am Sonntag das Derby gegen Chelsea ansteht. Ziemlich sicher im Tor stehen wird Europa League-Keeper Turner. Captain Granit Xhaka, der zuletzt auch mehrmals als Torschütze geglänzt hatte, wird hingegen gesperrt fehlen.

Im Hinspiel zeigte der FCZ in St. Gallen beim 1:2 eine gute bis sehr gute Leistung. Franco Foda hatte sein Team auf ein 4-2-3-1 umgestellt – Guerrero und Okita bildeten vorne die Flügelzange und Krasniqi zeigte von Beginn weg eine inspirierte Leistung. Der neue Trainer Henriksen hat aber bisher immer mit Dreierabwehr gespielt und nur die Stürmer unterschiedlich formiert (Dreimannsturm, Zweimannsturm mit einem Zehner, zwei Zehner und eine Spitze). Möglich, dass die Startformation von Sion erneut von Beginn weg auflaufen darf, optional mit Krasniqi für Marchesano auf der “Zehn“.

Arsenal mit halber Stammelf, Elneny gibt Comeback, Henriksen bringt Rohner

Wie vermutet war die Aufstellung von Arsenal heute ziemlich unvorhersehbar. Zwischen den Pfosten steht überraschend die Nummer Eins Aaron Ramsdale. Auch vorne spielt mit Jesus der Starstürmer. Die Abwehrreihe kann man ebenfalls beinahe als Stammformation bezeichnen. Im Mittelfeld kommt hingegen der ehemalige Basler Mohamed Elneny nach seiner Verletzungspause zum Comeback und der in der Vergangenheit nach Hoffenheim ausgeliehene Reiss Nelson erhält nach seiner guten Leistung zuletzt in der Liga erneut das Vertrauen. Insgesamt ist es wie in St. Gallen zur Hälfte die Stammelf und zur Hälfte „Ergänzungsspieler“, die sich in die Stammelf spielen wollen. .

Beim FCZ gibt es im Vergleich zur Vorschau hingegen nur eine Änderung: Fabian Rohner beginnt für Bledian Krasniqi. Coach Henriksen will wie schon sein Pendant Franco Foda im Hinspiel die Seiten zu machen – allerdings auf eine etwas andere Art und Weise.

In den letzten zwei Monaten hat der FC Sion nur gegen den FC Winterthur verloren – dafür gleich zwei Mal. Die Eulachstädter haben im Tourbillon ihren ersten SAisonsieg geholt und sind seither im Aufwind. Auf den vorderen Positionen hat der wie Bo Henriksen gesperrte Paolo Tramezzani mittlerweile eine grosse Auswahl an Optionen. Nach viel Konstanz zu Beginn wechselte Tramezzani Personal und Taktik zuletzt wieder etwas. Im Vergleich zum 1:1-Unentschieden im Wankdorf bei YB gibt es allerdings nur eine Änderung: der leicht defensiver orientierte Musa Araz ersetzt Denis-Will Poha in der Startformation.

Der FC Zürich hat seit einem halben Jahr (2:1 in St. Gallen) in der Liga kein Spiel mehr gewonnen. Kryeziu ist verletzte, Rohner sowie Santini gesperrt. Die Direktbegegnung gegen Sion im Letzigrund ging nach starken ersten 60 Minuten mit 0:3 verloren. Unter Ex-Trainer Franco Foda trat der FCZ damals mit einer sehr offensiv ausgerichteten Aufstellung an. Am Donnerstag beim 2:1-Heimsieg gegen Bodö/Glimt in der Europa League-Gruppenphase scheint der neue Coach Bo Henriksen eine ausbalanciertere Mischung zwischen Offensive und Defensive gefunden zu haben.

Hinter einem Zweimannsturm Tosin / Okita agierte ein Dreiermittelfeld mit gelernten Sechsern und Achtern: Selnaes, Condé, Dzemaili. Letzterer reiste aber heute nicht mit ins Wallis. Daher kommt sein Einwechselspieler und Siegtorschütze vom Donnerstag, Antonio Marchesano, heute von Beginn weg zum Zug. Der FCZ hat einen Mann weniger als erlaubt auf dem Matchblatt. Dank Rohners Sperre ist neben Selmin Hodza mit Ramon Guzzo ein weiterer junger Aussenspieler auf der Reservebank mit dabei.

Der FCZ hat immer noch eine kleine Chance, im Europacup zu überwintern. Dafür würde das Henriksen-Team allerdings einen Heimsieg gegen Bodö/Glimt benötigen. Den Norwegern, welche erstmals in der Schweiz antreten, genügt hingegen ein Unentschieden, um auch nach der Winterpause sicher weiter im Europacup dabei zu sein. Sie können sich sogar noch Hoffnungen auf den 2. Platz und ein Überwintern in der Europa League machen. Der Formstand der beiden Mannschaften könnte unterschiedlicher nicht sein.

Bodö/Glimt ist aktuell sicherlich stärker unterwegs als jede Schweizer Mannschaft, inklusive YB und Servette. Die norwegische Eliteserien kann man auf gleicher Höhe mit der Super League einstufen und in dieser Liga haben die „Blitze“ die letzten vier Partien mit einem Gesamtskore von 19:2 gewonnen. Darunter waren ein 4:1 gegen Lilleström und ein 6:0 gegen Valerenga – Gegner, die in Norwegen zu den Spitzenklubs zählen. In der Europa League-Gruppenphase hat das Team von Coach Kjetil Knudsen ausserdem beim PSV Eindhoven ein Unentschieden geholt und bisher nur gegen Premier League-Leader Arsenal verloren.

Das Team von Bodö ist heute sicherlich nochmal stärker einzustufen, als zum Zeitpunkt des Hinspiels vor etwas mehr als einem Monat. Damals kehrten die beiden Top-Offensivspieler Pellegrino und Solbakken gerade von Verletzungspausen zurück. Nun sind die beiden Aushängeschilder wieder in Topform. Ein kleiner Nachteil im Vergleich zur ersten Begegnung der beiden Mannschaften ist für die gelben „Blitze“, dass sie nicht auf dem heimischen Kunstrasen antreten können, welches ihrem ballbesitzorientierten Spiel zusätzliche Wirkung gibt.

Dem FCZ fehlen Kryeziu und Hornschuh. Rohner könnte vor seiner Liga-Sperre nochmal von Beginn weg zum Einsatz kommen. In der vordersten Reihe ist vorstellbar, dass Krasniqi, Vyunnik und Okita eine Chance erhalten. Die Sturmreihe ist aber schwierig vorauszusagen.

Bodø spielt beinahe wie vorausgesagt – einzige Änderung: Saltnes beginnt im Zentralen Mittelfeld für Berg. Damit wird die bereits zuvor schon sehr offensive Ausrichtung der Norweger noch ein Stück weit offensiver.

Beim FCZ versucht Trainer Bo Henriksen dem norwegischen Dreiermittelfeld etwas entgegenzusetzen und nominiert erstmals mit Selnaes, Condé und Dzemaili ebenfalls drei Zentrale Mittelfeldspieler. Davor mit Tosin und Okita wohl ein Zweimannsturm.

Anfang Mai, nach der 33. Runde, hatte der FCZ 22 Punkte Vorsprung auf YB. Ende Saison waren es immer noch 16 Punkte. Nun hat man im Vergleich mit den Bernern 19 Punkte Rückstand – nach gerade mal zehn gespielten Runden! So etwas hat es wohl weltweit noch nie gegeben. Ebenfalls rekordverdächtig sind die nun 13 Partien in Folge ohne Liga-Sieg für den FC Zürich.

YB wird sicherlich versuchen, dem zarten Pflänzchen FCZ möglichst früh den Glauben an Punktgewinne zu nehmen. Die Berner spielen seit dieser Saison einen sehr ähnlichen Fussball wie PSV, mit Direktspiel und Läufen mit Ball am Fuss durch die Mitte. Ulisses Garcia darf nach seinem Horrorfoul gegen Fabian Schubert nach nur drei Liga-Sperren gegen den FCZ bereits wieder eingreifen. Ob Loris Benito seinen Platz daher wieder hergeben muss? Auf der Rechten Seite wurde der ehemalige FCZ-Captain Kevin Rüegg zuletzt von Lewin Blum auf die Bank verdrängt.

Der FCZ stand gegen PSV in beiden Partien von Beginn weg sehr hoch. Im Rückspiel in den Niederlanden tat man dies aber entschlossener und effektiver, als noch im Letzigrund. Die Gegentore fielen diesmal nicht auf klassische Konter. Becir Omeragic verlor unter dem neuen U21-Coach Imre Szabics in Überzahl in Basel mit 0:1 und wird gegen die Young Boys noch nicht bereit für einen Super League-Einsatz sein. Blerim Dzemaili fehlt ebenfalls verletzt. Entscheidend, damit der Knopf beim Stadtclub aufgeht, wäre, dass die Stürmer endlich in der Angriffszone schnellere Entscheidungen treffen, zielstrebiger agieren und das Tor treffen.

Die Aufstellungen sind draussen. Nachdem bei YB Cédric Itten immer von Anfang an gespielt hat und Torschützenleader Nsamé sich mit Elia abgewechselt hat, spielen heute mal letztere beiden von Anfang an. Das Mittelfeld ist wie erwartet. Hinten spielt Kevin Rüegg für Lewin Blum und etwas überraschend ist der angeschlagene Cédric Zesiger an Stelle von Mohamed Camara (Ersatz) in der Startaufstellung.

FCZ-Coach Bo Henriksen setzt unter den Augen von Ex-Coach André Breitenreiter (mit dem eheamaligen Analysten Fabian Sander und dem angeschlagenen Blerim Dzemaili im Stadion) in seinem ersten Heim- und Liga-Spiel auf Körpergrösse: Katic, Kryeziu, Mets, Santini, Hornschuh. Kamberi und der glücklose Tosin müssen auf die Bank.