Wegen dem aktuellen Umbau auf dem Grünfeld tritt der FCZ gegen Lieblingstestgegner Rapperswil-Jona diesmal vor einer angesichts der doch eher kurzfristigen endgültigen Terminierung sehr schönen Zuschauerkulisse von 550 Fans auf dem langjährigen „Nati-Trainingsplatz“ Chrummen in Freienbach an. Die wahrscheinliche Neuverpflichtung Stephen Odey aus Nigeria macht mit dem ebenfalls nicht im Matchkader stehenden Moussa Koné vor dem Anpfiff ein kleines Footing. Raphael Dwamena sitzt derweil daneben und hört die Radio-Übertragung des WM-Qualifikationsspiels Kongo – Ghana (Schlussresultat in Brazzaville: 1:5), bei welchem er eigentlich auch hätte auflaufen sollen – bevor  ein unerfreulicher Medizintest in England dazwischen kam.

A propos Medizintest: auf einem eher stumpfen (nicht gewässerten) Rasen biegt Antonio Marchesano auf seinem Rechten Flügel in der 20. Minute statt nach links Richtung Tor ohne den Blinker zu stellen schnurstracks nach rechts Richtung Kabine ab. Es zwickte wieder im zuvor zwei Monate verletzten linken Oberschenkel. Schon in der 12. Minute hatte auch der Rapperswiler Manuel Kubli frühzeitig das Feld räumen müssen. Für Marchesano kam der erneut mit dem FC Wohlen (Leihe) in Verbindung gebrachte Kilian Pagliuca ins Spiel und sollte sich in der 2. Halbzeit als Doppeltorschütze gegen seinen ehemaligen Teamkollegen Novem Baumann auszeichnen. Zuvor hatte kurz nach der Pause bereits Adrian Winter auf eine Hereingabe von links durch Pa Modou Jagne aus kurzer Distanz getroffen und danach Baumann ein wenig gefoppt.

Die Partie verlief relativ chancenarm, die beiden Teams gingen kein übergrosses Risiko ein. Mit der Hereinnahme von Winter (an allen drei Toren beteiligt) und Pa Modou gewann der FCZ die Überhand, auch weil Rapperswil nachliess. Yassin Smach kam direkt im Anschluss an das 2:0 zu seinem Début in der 1. Mannschaft. Und Cédric Brunner führte die Mannschaft als Captain aufs Feld – ein lang gehegter Wunsch des Zürchers. Die Rapperswiler von Trainer Urs Meier traten mit zwei Testspielern an: dem Rheintaler Stéphane Nater (zuletzt in Tunesien engagiert) und dem ehemaligen Brasilianischen U17-Nationalstürmer Gabriel Falciano (Sao Paolo, Palmeiras).

Der Zürcher Débutant Smach hatte während seinem 30 Minuten-Einsatz kaum etwas zu tun, wirkte aber immer aufmerksam. 90 Minuten zum Einsatz kamen nicht überraschend diejenigen Spieler, die dies zur Zeit am meisten benötigen: Umaru Bangura, Rasmus Thelander, Yassin Maouche und Kay Voser (erst links, dann rechts). Wirklich schlecht agierte Yassin Maouche. Der Genfer verlor praktisch jeden Ball – es ging ihm alles zu schnell, obwohl der Rhythmus des Spiels nicht hoch war. Aus Überforderung beging der Mittelfeldspieler zudem grobe Foulspiele und legte sich am Ende auch noch mehrmals mit dem Rapperswiler Cristian Pecci an. In einem Testspiel gegen den Challenge League-Aufsteiger nahe an einer Gelb-Roten Karte zu sein, spricht nicht für Souveränität.

Rapperswil-Jona – FCZ 0:3 (0:0)

Tore: 47. Winter (Pa Modou) 0:1, 60. Pagliuca (Winter) 0:2, 90. Pagliuca (Palsson) 0:3.

Rapperswil-Jona: Baumann; Sülüngöz (46. Güntensperger), Rohrbach, Simani (46. Kllokoqi), Elmer (46. Trachsel); Nater (46. Pecci); Shabani, Jaggy (46. Helbling), Kubli (12. Ramadani), Schwizer; M. Da Silva (46. Falciano).

FC Zürich: Brecher (60. Smach); Brunner (46. Nef), Bangura, Thelander; Rohner (46. Pa Modou), Maouche, Sarr (46. Palsson), Voser; Marchesano (21. Pagliuca), Frey (46. Cavusevic), Rodriguez (46. Winter).

Gelbe Karten: 44. Maouche, 80. Pa Modou.

Moussa Koné benötigt ziemlich genau 45 Minuten, um nach seiner kurzen Verletzungspause von zwei Spielen wieder Tritt zu fassen. Diese 11 Minuten plus Nachspielzeit gegen Sion und die ersten 33 Minuten in Chippis verliefen für den neuen Letzigrund-Prinz harzig. Dann setzte er auf der rechten Seitenlinie zu einem unwiderstehlichen Antritt an und bediente mit einer präzisen Flanke Dwamena, welcher wiederum den Ball direkt Cavusevic zu einem der schönsten Tore des Nachmittags zum 5:0 servierte. Nach der Auswechslung Dwamenas in der 55. Minute rückte Koné vom Rechten Flügel in den Zweimannsturm und erzielte nach sechs verpassten Torchancen am Ende doch noch seine zwei Tore – und über Koné-Tore freuen sich die mitgereisten Fans jeweils ganz besonders.

Eine bessere Abschlussquote hatte Dzengis Cavusevic, der an diesem Nachmittag etwas mehr als die Hälfte seiner Abschlüsse im gegnerischen Tor unterbrachte, bei Raphael Dwamena waren es gar drei von vier – und beim einzigen Schuss des Ghanaischen Stürmers, welcher nicht rein ging, parierte der gegnerische Torhüter Oliveira mirakulös. Zu seinem ersten Saisoneinsatz kam Kay Voser, bei den Neuzugängen Viktor Palsson und Yassin Maouche waren es die ersten Startelfeinsätze. Alle drei agierten noch ziemlich fehlerhaft, am meisten Maouche, obwohl dieser mehrere Standards schlagen durfte, von welchen einer zum 3:0 durch Cavusevic führte. Insgesamt genügen 11 Top-Defensivaktionen, um die „Null zu halten“, auch wenn Torhüter Yanick Brecher nicht immer hundertprozentig sicher wirkte – Alain Nef und Cavusevic machten die grössten Möglichkeiten des zum Ende hin nochmal auf den Ehrentreffer drückenden Heimteams zunichte.

Zu ihren ersten Wettbewerbseinsätzen der Saison in der 1. Mannschaft kamen zudem Armin Alesevic (1. Halbzeit) sowie Izer Aliu und Fabian Rohner (beide 2. Halbzeit). Das junge Trio hatte im Gegensatz zu den erfahreneren Palsson und Voser gar keine Anlaufschwierigkeiten – vor allem Rohner konnte über die rechte Seite richtig Dampf machen. Züri Live-Most Valuable Player der Partie ist aber (zum ersten Mal in einem Wettbewerbsspiel) mit Maren Haile-Selassie ein weiterer 18-jähriger, der während der gesamten 90 Minuten über den linken Flügel eine gute Offensivaktion an die andere reihte (unter anderem drei Assists), sei es mit Doppelpässen, gewonnenen Zweikämpfen und Laufduellen oder dem Vordringen vor den Strafraum und Pässen in die Schnittstelle hinter die Abwehr im richtigen Moment. Haile-Selassie ist zusammen mit Maouche auch für die meisten Standards in Strafraumnähe zuständig gewesen.

 

10:0 – mit einem Resultat in dieser Höhe hatte der FCZ letztmals vor acht Jahren beim deutlich schwächer als Chippis einzustufenden FC Witikon gewonnen (Torschützen: Vonlanthen, Mehmedi, Schönbächler, Djuric, Nikci). Bei sonnigem Wetter zeigte der FCZ zum Ende seiner „Walliser Woche“ eine professionelle Einstellung. Beide Teams traten im 4-4-2 System an. Das Heimteam hatte dabei in der Anfangsphase eher etwas mehr Spielanteile, kam aber lange Zeit zu keiner richtigen Torchance. Die offensive Ausrichtung des 2. Liga Interregional-Aufsteigers kam dem Forte-Team entgegen – man konnte mit seinen schnellen Offensivspielern kontern.

Dzengis Cavusevic erzielte die Hälfte der Zürcher Treffer und hätte bei seinen Aluminiumtreffern eigentlich auch noch zwei weitere erzielen müssen. Die fünf Tore sind aber schon mal gleichviel wie der beste FCZ-Torschütze (Schönbächler) in der gesamten Cupsiegersaison 13/14 erzielt hat, und mehr als der beste FCZ-Torschütze der Cupsiegersaison 15/16 (Sadiku, 3 Treffer). Der Slowenische Stürmer durfte durchspielen und war an insgesamt an acht der zehn Tore beteiligt. Der in der 55. Minute ausgewechselte Raphael Dwamena war gar bei allen sechs Toren involviert, bei denen er auf dem Platz stand.

Im Zentralen Mittelfeld spielten die neuverpflichteten Viktor Palsson und Yassin Maouche erstmals in einem Wettbewerbsspiel in der Startformation – beide noch ziemlich fehleranfällig. In der Halbzeitpause wechselte Palsson auf die Innenverteiderposition neben Alain Nef – das Zentrale Mittelfeld wurde im 2. Durchgang von Maouche und Izer Aliu gebildet. Nach der Einwechslung von Fabian Rohner (55.) wechselte Moussa Koné ins Sturmzentrum neben Cavusevic und erzielte auch noch zwei Tore. Der in der 66. Minute eingewechselte Kevin Rüegg spielte wie schon in der Schlussphase in Lugano auf der Rechtsverteidigerposition, Kay Voser wechselte auf die linke Seite. Flügelspieler Maren Haile-Selassie wusste erneut zu überzeugen und war bester Assistgeber (3).

Chippis – FCZ 0:10 (2:0)

Tore: 4. Cavusevic (Nef) 0:1, 15. Dwamena (Cavusevic) 0:2, 18. Cavusevic (Dwamena) 0:3, 31. Dwamena (Haile-Selassie) 0:4, 33. Cavusevic (Dwamena) 0:5, 35. Dwamena (Haile-Selassie) 0:6; 69. Cavusevic 0:7, 80. Cavusevic (Koné) 0:8, 82. Koné (Rohner) 0:9, 84. Koné (Haile-Selassie) 0:10.

Chippis: Oliveira; M. Maselli (70. Smith), Vuk, Genoud, De Palma; Perruchoud (46. Mariéthoz), Pegado, Pereira, Jan; Yassin (54. F. Maselli), Mvuatu.

FC Zürich: Brecher; Voser, Nef, Alesevic (46. Aliu), Pa Modou (66. Rüegg); Koné, Maouche, Palsson, Haile-Selassie; Dwamena (55. Rohner), Cavusevic.

 

Gegen Sion hatte der FCZ etwas weniger Top-Offensivaktionen als in den ersten beiden Letzigrund-Partien, dafür mehr gute Defensivaktionen, angeführt von Umaru Bangura und Adrian Winter. Winter gehört mit MVP Michael Frey und Kevin Rüegg zu den drei Spielern, die in allen vier bisherigen Partien eingesetzt wurden und bisher immer mindestens Note 7 hatte.

Sangoné Sarr schlägt bisher zwei Drittel aller Eckbälle – praktisch alle seine Tor- und Chancenbeteiligungen stammen aus diesen erfolgreich und variabel gespielten Standards.

Zum Ende des Spiels stehen dank der Einwechslung von Viktor Palsson und dem Début von Yassin Maouche erstmals zusammen mit Pa Modou und Frey die vier Neuzugänge gleichzeitig auf dem Platz. Palsson und Maouche sind in dieser Schlussphase vor allem mit Defensivaufgaben und der Auslösung von Konterangriffen beschäftigt.

 

 

In der vierten Testpartie der Saisonvorbereitung 2017/2018 fährt der FCZ mit 1:2 gegen den Deutschen Zweitligisten Sandhausen die erste Niederlage ein – genau mit dem gleichen Resultat hatte Luzern zuvor gegen diesen Gegner verloren. Mit der Ersten Halbzeit war anschliessend an die Partie Trainer Uli Forte nicht zufrieden:

Zwar begann diese ausgezeichnet mit einer Zürcher Druckphase und der Führung bereits in der 2. Minute gegen diejenige Mannschaft, die in der abgelaufenen Saison von allen Teams der 2.Bundesliga aus dem Spiel heraus am wenigsten Gegentore kassiert hat. Fabian Rohner hatte den Turbo gezündet und den Ball an die Strafraumgrenze getrieben und dann wie bei einem 4x100m Rennen den ebenfalls nicht zu bremsenden Moussa Koné als „Schlussläufer“ in den Strafraum lanciert.

Der FCZ schaffte es aber nicht, den Schwung aus dieser Anfangsphase mitzunehmen und überliess stattdessen Sandhausen die Initiative. Die Badener dominierten in der Folge die Erste Halbzeit und glichen wenn auch in der Entstehung etwas glücklich, aber sicherlich verdient, mit einem abgefälschten (und für Vanins unhaltbaren) Weitschuss aus 20 Metern genau in die rechte obere Ecke zum 1:1 aus. Zur Halbzeit wechselten beide Trainer (praktisch) komplett. Der FCZ war nun die etwas bessere Mannschaft (obwohl bei Sandhausen in der Zweiten Halbzeit mehr Stammspieler auf dem Platz standen), das Chancenverhältnis glich sich aus, es gab aber weiterhin nur wenige Tormöglichkeiten. Die besten vergaben Frey nach guter Vorarbeit von Winter aus kurzer Distanz und spitzem Winkel gegen Sandhausen-Keeper Schuhen und Bangura mit einem Kopfball an die Latte. Das Siegestor erzielte am Ende aber Sandhausen. Nach einem fairen Tackling von Cédric Brunner, der im eigenen Strafraum den Ball spielte, zeigte der Schiedsrichter zum Erstaunen aller auf den Punkt. Höler liess sich aus 11 Metern nicht zwei Mal bitten.

Gleich drei Jungs kamen beim FCZ in Auswärtstrikots zu ihrem Début. In der 1. Halbzeit agierte Victor Palsson halbrechts neben dem zentral spielenden Gilles Yapi und Izer Aliu (halblinks) in einem Mittelfeld, welches mit der Raum- und Aufgabenverteilung Mühe bekundete. Palsson agierte in den meisten Aktionen solide – nicht mehr und nicht weniger – und brachte eine gewisse Physis ein. Yapi und Aliu spielten nach einem intensiven Morgentraining von zwei Stunden bei weitem nicht auf dem Niveau wie noch beispielsweise gegen Thun. Auch bei Alain Nef schien das Morgentraining seine Spuren hinterlassen zu haben, und am Ende der Halbzeit humpelte er dann sogar noch nach einem Zweikampf im Mittelfeld mit Problemen am linken Knie vom Platz.

Nach der Halbzeitpause feierten ihrerseits Pa Modou Jagne und Yassin Maouche ihre ersten Einsätze im FCZ-Trikot. Pa Modous Auftritt war ganz ordentlich, während Maouche zwar seine Kreativität nach vorne andeutete, im allgemeinen aber vor allem noch Probleme mit der Physis und dem Tempo des Gegners hatte. Der junge Franzose aus der Region Genf zeigte sich in seinem ersten Interview beim FCZ angesichts des Trainingsrückstandes zufrieden mit seiner Leistung, sieht seine Stärken im Dribbling sowie im Passspiel, und sprach zudem kurz über seinen Transfer von Servette: „Es war kompliziert…“.

Der ebenfalls zur Halbzeit eingewechselte Adi Winter zeigte sich wie immer auch in einem Testspiel ehrgeizig. Am konstantesten im positiven Sinne setzt sich in dieser Vorbereitung aber bisher der nach Izer Aliu Zweitjüngste in Szene: Maren Haile-Selassie kann auf seiner linken Seite nichts erschüttern. Erneut etwas zu wenig Durchschlagskraft ging aber in der Zweiten Halbzeit von der Zentralen Offensive mit Dwamena, Frey und später Pagliuca aus.

Der FCZ hat am kommenden Sonntag 16.Juli um 17 Uhr in Ruggell (Liechtenstein) gegen den Türkischen Süper Lig-Aufsteiger Göztepe Izmir ein weiteres Testspiel geplant. Göztepes Mittelfeldspieler Murat Akin ist bereits zum achten (!) Mal mit einem Verein von der Zweiten in die oberste Türkische Liga aufgestiegen. In der Schweiz gelang ihm dies mit dem FC Wil letzte Saison aber nicht. Ausserdem ist bei den sich in Österreich im Trainingslager befindlichen Türken auch Ex FCZ-Stürmer Adis Jahovic engagiert.

SV Sandhausen – FC Zürich 2:1 (1:1)

Tore: 2. Koné (Rohner) 0:1, 13. Vollmann 1:1; 81. Höler (Penalty) 2:1.

Sandhausen: Knaller (46. Schuhen); Gipson (46. Klingmann), Kister (46. Seegert), Karl (46. Knipping), Rossbach (46. Paqarada); Stiefler (46. Kulovits), Zenga (46. Linsmayer); Daghfous (46. Ibrahimaj), Vollmann (46. Aygünes), Born (46. Derstroff); Wooten (46. Höler).

FC Zürich: Vanins; Nef (46. Brunner), Kukeli (46. Bangura), Sadrijaj (46. Pa Modou); Rohner (46. Winter), Yapi (46. Sarr), Rodriguez (46. Haile-Selassie); Palsson (46. Rüegg), Aliu (46. Maouche); Koné (46. Dwamena), Frey (69. Pagliuca).

Bemerkungen: FCZ in den neuen Auswärtstrikots – Débuts von Palsson, Maouche und Pa Modou – Comeback von Sarr – Voser (angeschlagen) und Cavusevic (Vaterfreuden) aktuell nicht im Training – Alesevic als verletzt gemeldet, aber mit der Mannschaft dabei – Baumann nicht eingesetzt – Brecher nicht im Matchaufgebot mit einem Spezialtraining vor Ort – verletzt: Schönbächler, Marchesano, Kempter, Kryeziu.

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Michael Frey, Pa Modou Jagne, Victor Palsson, Yassin Maouche und Stand heute auch Izer Aliu, Maren Haile-Selassie, Kilian Pagliuca und Albin Sadrijaj – das FCZ-Kader wurde im Hinblick auf die kommende Saison nach den Abgängen von Buff, Kecojevic, Stettler, Chiumiento (und Kleiber) in der Breite verstärkt. Das ist wohl aber noch nicht das Ende. Gerüchteweise soll noch ein Transfer getätigt werden, und dies wohl auf der Innenverteidigerposition. Ayoub Abdelloui (24) von USM Algier wurde von einer Algerischen Quelle ins Spiel gebracht. Wahrscheinlicher erscheint aber die Verpflichtung von dessen 29-jährigem Landsmann Liassine Cadamuro (Servette) – wie Maouche ein Franzose mit Algerischen Wurzeln. Dieser gehört zum erweiterten Kreis der Algerischen Nationalmannschaft, hat unter anderem im Januar am Afrika Cup ein Spiel bestritten. Abdelloui hat bisher „nur“ in der U23/Olympia-Mannschaft gespielt und wartet noch auf sein erstes A-Team Aufgebot.

Auf der Website des Servette-Fanklubs Maroons wurde schon vor ein paar Tagen vom Interesse des FCZ (und Luzerns) an Linksfuss Cadamuro berichtet. Nach Einschätzung des Autors jener Seite würde Servette seinem in der Challenge League soliden und kopfballstarken Abwehrmann bei einem guten Angebot keine Steine in den Weg legen. Dies obwohl die Genfer das klare Ziel „Aufstieg“ ausgegeben haben und nach dem Abgang von Rodrigues zu Thun auf der Innenverteidigerposition einen Engpass erleiden würden. Bereits zum Trainingsstart hatte Servette-Trainer Meho Kodro gegenüber der Tribune de Genève geäussert, dass die Personalie Cadamuro noch offen sei – „er könnte ein Angebot erhalten“.

Der FCZ II zeigte über weite Strecken eine gute Leistung und war mit der Heimniederlage gegen Servette am Ende schlecht bedient. Vorwerfen lassen muss sich die Mannschaft sicherlich in erster Linie die Harmlosigkeit im Abschluss. Das Team von Trainer Artur Petrosyan begann mit einer Dreierabwehr, in welcher in der Anfangsphase speziell Michael Kempter immer wieder Endstation für Servette-Angriffsversuche war.

Als Kempter bereits angeschlagen auf der Bank sass und der FCZ in Unterzahl agierte, fiel entgegen dem Spielverlauf der Führungstreffer für Servette. Di Gregorio hatte zeitweilig Kempters Position halblinks in der Abwehr eingenommen, Maouche lief diesen im Strafraum an, lief auf und liess sich über das Bein des sich nicht von der Stelle rührenden Di Gregorio fallen. Schiedsrichter Bosnic fiel darauf herein und gab Strafstoss, bei welchem Ex-Nationalspieler Matias Vitkieviez Novem Baumann verlud.

Diego Zoller kam daraufhin für Kempter in die Partie, womit sich auch das Spielsystem wieder auf eine Viererabwehr änderte. Zoller führte sich gut ein und verzeichnete viele Ballgewinne. Der FCZ war weiterhin die bessere Mannschaft ohne allerdings zu wirklich zwingenden Torchancen zu kommen. Auf der Gegenseite war Servette nur dann gefährlich, wenn sie von Unsicherheiten des FCZ-Torhüters Baumann profitieren konnten. Drei Mal musste ein Zürcher Feldspieler für den wenig überzeugenden Keeper auf der Linie klären – beim dritten Mal, nach einem Berisha-Eckball von rechts und dem Kopfball des Algerischen Nationalspielers Cadamuro in der 42.Minute, entschied Schiedsrichter Bosnic auf Initiative seines direkt vor dem Servette-Fanblock postierten Assistenten für alle Beteiligten überraschend auf Tor. Baumann war wieder am Ball vorbeigesegelt, aber es ist eher unwahrscheinlich, dass bei der Rettungstat Di Gregorios der Ball wirklich mit vollem Umfang über der Linie war.

Nach der Pause dominierte der FCZ die Partie in Überzahl während rund 20 Minuten nach belieben. Als sich aber der Torerfolg nicht einstellen wollte, verpuffte der Elan und die Kraft immer mehr – der Weitschuss von Gazzetta zum 3:0, welcher Keeper Baumann auf dem falschen Fuss erwischte, war dann der Sargnagel auf die Zürcher Hoffnungen einer wahrscheinlich einmaligen Affiche auf dem Heerenschürli mit zahlreich angereisten Servette-Fans vor allem aus der Deutschschweiz, aber auch prominenten Zuschauern wie Michel Pont oder Ivan Benito. Servette’s Zukunft liegt im Minimum in der Challenge League. Dies umso mehr, als Tabellenführer Cham hat verlauten lassen, dass sie nicht aufsteigen wollen. Der engste Verfolger des zweitplatzierten Servette ist Kriens. Die Luzerner haben aber eben gerade dieses Wochenende den Spitzenkampf in Cham mit 1:2 verloren. Auch die direkten Konkurrenten des FCZ im Abstiegskampf konnten nicht punkten, und so bleibt das «Zwei» zur Zeit knapp über dem Strich auf dem 14.Platz klassiert.

FC Zürich II – Servette FC 0:3 (0:2)
Heerenschürli – 400 Zuschauer – SR Bosnic

Tore: 22. Vitkieviez (Penalty, Maouche) 0:1, 42. Cadamuro (Berisha) 0:2, 83. Gazzetta (Guillemenot) 0:3

FC Zürich II: Baumann; Stettler, Gebistorf, Kempter (23. Zoller); Von Niederhäusern (64. Ribeiro), Ben Balla, Cirelli, Di Gregorio; Dominguez (70. Janjicic), Salija; Pagliuca.

Servette FC: Gonzalez; Sauthier, Mfuyi, Cadamuro, Faug-Porret; Vitkieviez (84. Pont), Maouche, Hasanovic, Caslei, Berisha (78. Gazzetta); Besnard (73. Guillemenot).