Seine Initialen sind XM – und er war wirklich immer grösser als „Medium“. Erstmals in seiner neuen Funktion als Assistenztrainer von Lausanne-Sport kehrt heute Xavier Margairaz in den Letzigrund zurück. In der Vorrunde hatte Margairaz beim 1:1 auf der Pontaise das Spiel als Experte mitkommentiert. Zu jenem Zeitpunkt hoffte Margairaz noch, seine Karriere als Spieler fortsetzen zu können. Auf Einladung von Züri Live verfolgte er zum ersten Mal in dieser Saison Lausanne-Sport live im Stadion. Den FCZ hatte er häufiger am TV mitverfolgt. Damals fieberte Xavier noch 50/50 mit beiden Teams mit – heute natürlich nicht mehr – denn beide Teams brauchen die Punkte. Gerade deshalb ist es nochmal interessant, reinzuhören in die Sendung vom 20. September. Xavier Margairaz spricht über:über:

  • seine Gefühle am 13. Mai
  • die Erfolge mit dem FCZ (drei Meistertitel)
  • das Champions League-Spiel im Bernabeu gegen Real Madrid
  • warum er zum FC Sion wechselte
  • das Erfolgsrezept im Kampf mit dem „neureichen“ FC Wil beim Aufstieg mit Lausanne-Sport in die Super League
  • die „perfekte Mischung“ zu welcher fussballerisch der Westschweizer Einfluss im FCZ beiträgt
  • Taktik, Technik, „Vision de jeu“, Mayonnaise und vieles mehr…

Auch wenn es Beobachter gibt, die noch mehr erwartet hatten: nach der  Partie in Lausanne gibt es für den FCZ Grund zur Zuversicht. Moussa Koné bestätigte seine gute Form und seine Fortschritte im spielerischen Bereich. Mit seiner Schnelligkeit ist der Senegalese in die Tiefe kaum zu stoppen – aber auch als Vorbereiter wird er immer mehr zu einem wichtigen Puzzlestück des Dreimannsturmes. Dazu kam Raphael Dwamena in der 2. Halbzeit zu seinem Comeback. Am Ende wirkte der Ghanaer trotz nur 22 Minuten Einsatzzeit ausgepumpt – in der kurzen Zeit hatte aber praktisch jede seiner Aktionen Hand und Fuss gehabt. Der Auftritt erinnerte wieder deutlich mehr ans Derby zum Auftakt der Saison, als an die darauffolgenden eher mässigen Einsätze gegen Thun, Lugano und Sion. Dwamena brachte dem FCZ in der Schlussphase noch einmal Aufwind, und beinahe noch den Sieg, nachdem zwischenzeitlich Lausanne vom Nachlassen des Gastes aus der Limmatstadt profitiert hatte.

Die erste halbe Stunde hatte das Team von Trainer Uli Forte nämlich so souverän gespielt wie bisher noch nie in dieser Saison – speziell Torschütze Roberto Rodriguez fühlte sich in dieser Phase in der viele Lücken aufweisenden gegnerischen Spielhälfte wohl. Die Hereinnahme der lange Zeit für Startelfeinsätze auf diesem Niveau noch nicht ganz bereit gewesenen Skandinavier Rasmus Thelander und Victor Palsson schien sich auszuzahlen. Für Thelander war es das Meisterschaftsdébut. Palsson wurde bisher abgesehen vom Derby in jeder Partie eingesetzt, enttäuschte aber meist. Dies war in Lausanne anders – der Isländer wirkte wacher und handlungsschneller als zuletzt und wurde zum zweiten Mal nach dem Sion-Heimspiel mit einer guten Züri Live-Note bedacht.

Eine Mini-Krise durchlebt zur Zeit hingegen Michi Frey. Haben ihm die Schmähgesänge in Luzern auf den Magen geschlagen? Denn im Anschluss daran gegen St. Gallen, in Bassersdorf und nun in Lausanne wirkte der Berner nicht mehr so fokussiert wie noch in den ersten Saisonwochen. Nicht zufällig war es Frey, der mit einer falschen Entscheidung den 1:1-Ausgleichstreffer Lausannes kurz vor der Pause einleitete. Der in den letzten Wochen stark spielende Cédric Brunner wurde durch die Hereinnahme Thelanders zunächst auf die Bank verwiesen, konnte dann aber nach seiner Einwechslung auf der rechten Seite für den müde gelaufenen Adi Winter hereingekommen Akzente setzen. Der FCZ ist weiterhin besser auf Kurs, als erwartet.

Lausanne – FCZ 1:1 (1:1)

Tore: 13. Rodriguez (Sarr) 0:1, 45. Margiotta (Campo) 1:1.

Lausanne: Castella; Monteiro (73. Marin), Manière, Rochat; Kololli, Tejeda (81. Pasche), Maccoppi, Asllani; Campo (86. Zarate), Geissmann; Margiotta.

FC Zürich: Vanins; Nef, Bangura, Thelander; Winter (79. Brunner), Palsson, Sarr, Pa Modou; Koné, Frey, Rodriguez (68. Dwamena).