FCZ überrascht SLO zu Beginn mit Umstellung auf 4-3-3 / FCZ – Stade Lausanne-Ouchy Analyse mit Randnotiz: FCZ neu bei Ballbesitz und Pressing im Spitzenbereich, Abschlusseffizienz als Problem nach der Winterpause

ACHTUNG AUF DIE LINKE SEITE VON SLO / FCZ – STADE LAUSANNE-OUCHY VORSCHAU (Züri Live)

Stade Lausanne-Ouchy spielt unter dem neuen Coach Ricardo Dionisio in einem eher defensiv ausgerichteten 5-4-1, aber so stark wie dies in der 1. Halbzeit (vor allem in den ersten 30 Minuten) in Zürich der Fall war, wollten sich die Waadtländer eigentlich dann doch nicht hinten reindrücken lassen. Der FCZ stand in dieser Phase im Hohen Pressing phasenweise mit zwei der vier Verteidiger zehn Meter von der gegnerischen Strafraumgrenze entfernt. Dies war möglich, weil SLO gegen den FCZ-Spielaufbau kein Mittel fand.

FCZ überrascht Stade Lausanne-Ouchy taktisch

Der FC Zürich hatte vom üblichen 4-2-3-1 auf ein 4-3-3 umgestellt und damit die Gäste überrascht. Die beiden Achter Mathew und Krasniqi veranlassten die Lausanner Bayard und Hamdiu weiter zurückzustaffeln als geplant, womit der FCZ-Sechser Cheick Condé im Spielaufbau völlig freie Hand genoss. Der FC Zürich baute dementsprechend praktisch jeden Angriff über den Mann aus dem Heimatland von Alhassane Keita auf. Conceição und Dante sorgten wieder für eine Breite, die sogar die Lausanner Fünferabwehr deutlich überspannte. Krasniqi und Mathew stiessen immer wieder beinahe oder ganz in die vorderste Linie.

Die beiden Tore zum 2:0 fielen dann aber untypisch für den Spielverlauf aus Umschaltsituationen. Es waren die ersten Tore aus einem Hohen Pressing und einem Konter seit dem 3:1-Heimsieg gegen YB in der ersten Saisonhälfte! Seither hatte der FC Zürich vorwiegend aus Standardsituationen getroffen. Während das erste Viertel der Partie aus FCZ-Sicht vermutlich das beste der bisherigen Saison war, liess das Heimteam bereits In der Viertelstunde vor der Pause etwas nach – und so entstand der Anschlusstreffer der Gäste nicht komplett „aus dem Nichts“.

Langjährige Cracks Hajrulahu und Ajdini ragen bei SLO heraus

Vor allem nach dem Pausentee aber kam Stade Lausanne-Ouchy „wie verwandelt“ aus der Kabine, agierte aggressiver. Ajdini und Bayard kümmerten sich nun zu zweit um Condé, die Aussenläufer rückten im Spiel gegen den Ball höher auf. Durch das Höherstehen kamen die Gäste auch eher ins Gegenpressing. Der FCZ liess sich davon etwas zu einfach ins Bockshorn jagen und hörte zeitweise auf, von hinten heraus aufzubauen. Vorne trauerten die Stürmer jeweils etwas zu lange vergebenen Möglichkeiten nach, und wurden vom in den zweiten 45 Minuten den Ball jeweils schneller wieder ins Spiel bringenden Torhüter Vachoux erwischt.

SLO kam zwar nicht zu vielen Torchancen, aber wenn, waren es tendenziell gefährliche Situationen im Strafraum. Die Waadtländer trugen dem Ball Sorge, spielten relativ viele Pässe und ein relativ hoher Prozentsatz der Zuspiele kamen beim Mitspieler an. Dabei zog ihr Toptalent Ismael Gharbi eher einen schlechteren Tag ein. Herausragend waren beim Dionisio-Team zwei langjährige Spieler aus der Region, die beide praktisch ihre ganze bisherige Profikarriere bei den „Stadistes“ verbracht haben. Captain Lavdrim Hajrulahu (26) hatte in seiner Jugend den Durchbruch bei der lokalen Nummer 1 Lausanne-Sport nicht geschafft. Im Letzigrund stach er mit seiner Aufmerksamkeit und Antizipation heraus – und entschärfte so viele im Ansatz gefährliche Angriffe des FC Zürich. Im gegnerischen Strafraum holte der Innenverteidiger ebenfalls dank seiner Wachheit gegen Daniel Afriyie den Penalty zum 2:2 heraus. Stürmer Albian Ajdini (24, aus dem Servette-Nachwuchs) musste vorne lange Zeit als „Alleinunterhalter“ auftreten, holte in fast jeder Situation ein Maximum heraus – und erzielte beide Treffer.

FCZ mit Mühe gegen situativ pressende Ballbesitzteams

Generell kann man aus dem Spiel mitnehmen, dass der FCZ endlich wieder mal aus Umschaltsituationen Tore erzielen konnte. Und mit einem zu Beginn sehr tief stehenden Gegner konnte man deutlich besser umgehen, als noch vor ein paar Wochen. Gegen YB hat der FCZ zudem zuvor bewiesen, dass er auch gegen einen hoch pressenden Gegner gute Lösungen hat. Am meisten Schwierigkeiten bereiten dem FCZ zur Zeit noch Gegner, die weder besonders tief noch besonders hoch stehen, dem Ball Sorge tragen, situativ pressen und schwer ausrechenbar sind – so wie beispielsweise Lugano, oder eben SLO in der 2. Halbzeit.

Personalien – Di Giustos vermaledeite Halbzeit

  • Cheick Condé: Zum dritten Mal in dieser Saison MVP, zum ersten Mal im Kalenderjahr 2024. Steht in der 1. Halbzeit im Mittelpunkt, weil fast alle Angriffe über ihn laufen. Hat etwas eine Baisse im dritten Spielviertel, dreht gegen Ende wieder auf.
  • Ifeanyi Mathew: Offensiv weiter in Topform – diesmal mit einem schönen Assist.
  • Mirlind Kryeziu: In Yverdon defensiv noch mit Tiefstnote „1“, diesmal im Spiel ohne Ball bester Zürcher mit einer glatten „10“. Im Offensivspiel nach der Druckphase der ersten halben Stunde in der Viertelstunde vor der Pause etwas mit Konzentrationsproblemen.
  • Lindrit Kamberi: Spielt in der neuen Rolle als Rechtsverteidiger konstant stark. Rettet in der 62. Minute wie in Yverdon vor der Linie, auch wenn der Effet-Abschluss des beim SLO-Konter im Strafraum alleinstehenden Mahmoud wohl am rechten Pfosten vorbeigeschwenkt wäre.
  • Amadou Dante: Es bleibt dabei: defensiv weiterhin deutlich ungenügend. Die Hoffnung war eigentlich, dass sich durch Dante die linke Seite defensiv stabilisiert, da Guerrero in einer Viererkette im Spiel gegen den Ball gewisse Schwachpunkte hat. Bisher ist eher das Gegenteil der Fall – mit einer Defensiv-Durchschnittsnote von 2,8. Gerade in Umschaltsituationen zu spät und zu langsam in der Rückwärtsbewegung. Auch im Aufbauspiel mit zu vielen „telefonierten“ Pässen. Die Eckbälle des Linksfusses sind hingegen weiterhin gut – in dieser Hinsicht ersetzt er Guerrero eins-zu-eins.
  • Bledian Krasniqi: Nicht mehr so ein Offensivfeuerwerk wie in Yverdon. Trotzdem: bereitet das 2:0 nach eigenem Ballgewinn mustergültig vor und bei seinem einzigen Eckball in der 85. Minute müsste Kryeziu den Ball per Kopf aufs Tor bringen.
  • Nevio Di Giusto: Eine vermaledeite Halbzeit. Will häufig zu viel. Hat auch mit dem schwächeren rechten Fuss einen guten Abschluss beziehungsweise letzten Pass und müsste häufiger auf dieser Seite vorbei am Gegenspieler – zieht dagegen immer zur Mitte, was die Kontrahenten vorausahnen. Immerhin ist er der einzige Einwechselspieler mit einer Chancenbeteiligung. Setzt sich in der 81. Minute rechts gegen Mahmoud durch, verliert dabei den Schuh, flankt mit dem schuhlosen linken Fuss einen gefährlichen Effet-Ball in die MItte, den Okita knapp verpasst. Das Tor hätte wohl gezählt. Die Aktion in welcher der Schuh verloren geht, darf der Spieler noch fertig machen.
  • Nikola Katic: Wird in der 76. Minute ausgewechselt, nachdem er sich bei Tacklings an der jeweils gleichen Stelle an der Seitenlinie in der 54. und 58. Minute ohne Fremdeinwirkung im Hüftbereich verletzt hat. Defensiv wie Dante deutlich ungenügend.
  • Jonathan Okita: Macht defensiv mehr als früher und allgemein vieles gut, ist dann aber beim 1:2 von SLO wie schon zwei Mal im Cup gegen Winterthur im entscheidenden Moment nicht auf seinem Posten. Trifft mit Überzeugung zum 1:0 und auch sein Dropkick mit LInks in der 85. Minute hätte ein Tor verdient gehabt.
  • Antonio Marchesano: Beginnt als Mittelstürmer im 4-3-3, nach der Einwechslung von Daniel Afriyie dann auf der Doppel-8 neben Bledian Krasniqi.
  • Nikola Boranijasevic: Zum fünften Mal in dieser Saison der offensiv Beste. Defensiv hingegen mit Note „1“. Der Teileinsatz beginnt mit einem missglückten Einwurf und übermotiviertem Einsteigen gegen Gharbi (der entsprechende Freistoss führt dann zum Penalty) schlecht.
  • Daniel Afriyie: Im 4-3-3 in dieser Saison häufig auf der Doppel-8 eingesetzt, diesmal hingegen als Mittelstürmer. Trotzdem begeht er im eigenen Strafraum gegen den höchst aufmerksamen Gegenspieler Hajrullahu kurz nach der Einwechslung ein ungeschicktes Foul. Bisher hatte in dieser Saison der FCZ umgekehrt im SLO-Strafraum von solchen Szenen profitiert (zwei Penaltytore durch Okita).
  • Yanick Brecher: Hat wenig zu tun und kommt weder offensiv noch defensiv richtig ins Spiel. Im Aufbauspiel nicht so stark wie gewohnt.

Randnotiz – FCZ neu bei Ballbesitz und Pressing im Spitzenbereich, Abschlusseffizienz als Problem nach der Winterpause

Der Ballbesitz hat im Verlauf der Saison kontiniuerlich und deutlich zugenommen. Dass die Spielweise nach der Winterpause stark geändert wurde, ist grafisch (siehe unten) gut sichtbar. Kurzfristig gibt es Schwankungen aufgrund einzelner Partien wie gegen YB, in denen zwischendurch der Ballbesitz gering ist. Über die ganze Saison hinweg liegt der Ballbesitz des FC Zürich noch bei 49,2% und damit an 7. Position. Zuletzt lag der FCZ-Ballbesitz allerdings im Schnitt bei 55% und damit im Bereich, in welchem sich der in dieser Wertung Zweitplatzierte FC Lugano bewegt, knapp hinter YB. Die Intensität des Hohen Pressings über 90 Minuten stieg hingegen schon im Verlauf des ersten Saisondrittels stark an und war im Oktober auf dem gleichen Niveau wie heute – sank dann aber bis zum 285. Derby wieder etwas ab. Über die ganze Saison hinweg ist der FCZ bezüglich Pressing mittlerweile mit dem PPDA-Wert (Passes Per Defensive Action) 8,86 an dritter Stelle hinter YB und St. Gallen. Gemessen an den letzten fünf Partien liegt der FCZ mittlerweile sogar deutlich vor dem Saisonwert von YB und St. Gallen.

In einem Low Scoring-Game wie Fussball sind Tore und Gegentore auch von Spezialfaktoren oder gar Zufallsfaktoren abhängig. Die Entwicklung der Expected Goals-Differenz (in der unteren Grafik in orange) ist daher für die Bewertung der Leistungsentwicklung aussagekräftiger, als die Tordifferenz. Man startete die Saison zu Hause gegen Yverdon sehr gut. Die Leistung (gemessen an den eigenen und gegnerischen Torchancen) bewegte sich dann aber trotz oder vielleicht auch wegen zunehmendem Ballbesitz und Pressing von Spiel zu Spiel abwärts und befand sich bis und mit dem 3:0-Auswärtssieg in Lugano im leicht negativen Bereich. Der 3:1-Heimsieg gegen YB nach der Nati-Pause Ende November war dann der Auftakt zu einer leistungsmässig guten Phase vor und nach der Winterpause mit einem kontinuierlichen Chancenplus.

Nach der 1:2-Niederlage durch die zwei späten Kontertore im 284. Derby hat man sich dann aber wieder in einen Bereich runterbewegt, in welchem das Chancenverhältnis ausgeglichen ist. Die tatsächliche Torbilanz und damit auch Tabellenentwicklung sah während der ganzen 1. Saisonhälfte deutlich besser aus, als es die Leistungen hergaben. Seit der Winterpause hat sich dieses resultatmässige „überperformen“ ins Gegenteil verkehrt. Im Jahr 2024 wird der FCZ für seine Leistungen bisher schlecht belohnt – wobei man sich mittlerweile wieder auf dem Weg zumindest in den Bereich einer ausgeglichenen Tor- und Expected Goals-Bilanz befindet. Die graue Linie in der oberen Grafik zeigt die Unterschied zwischen der Tordifferenz und der Torchancendifferenz an. Vor der Winterpause erzielte man deutlich bessere Ergebnisse, als man aufgrund des Chancenverhältnisses erwarten konnte – nach der Winterpause waren die Ergebnisse schlechter als das Chancenverhältnis. In den letzten Partien hat es sich aber ausgeglichen. Unter dem Strich haben die vor der Winterpause glücklich gewonnenen Punkte immer noch einen etwas grösseren Einfluss auf Punkte- und Tabellenlage, als die nach der Winterpause unglücklich verlorenen. Man kann sagen: der FCZ gehört von seinen Saisonleistungen her ins Tabellenmittelfeld.

Die Anzahl Gegentore hat seit Saisonbeginn mit kleineren Auf und Abs grundsätzlich kontinuierlich zugenommen. Die Zunahme wurde in der 1. Saisonhälfte durch die klare Leistungssteigerung von Yanick Brecher im Vergleich zur letzten Saison noch stark abgeschwächt. Seit der Winterpause ist dieser Effekt aber nicht mehr vorhanden. Die Gegentore entsprechen seither den gegnerischen Torchancen. Die stark fallende Torproduktion ist aber das noch grössere Problem geworden. Bis und mit dem 3:1-Heimsieg gegen YB Ende November konnte der FCZ zumindest von einer hohen Abschlusseffizienz profitieren. Diese lässt seither aber stark zu wünschen übrig. Der FC Zürich nutzte nach der Winterpause phasenweise weniger als die Hälfte der Chancen, die er hätte einnetzen müssen. In den letzten Partien hat sich die Abschlusseffizienz aber wieder gebessert.

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ZUSCHAUERREKORD? MEHR BALLBESITZ? DI GIUSTO IN DER STARTELF? / FCZ – YB VORSCHAU (Züri Live)

Zusammen mit dem Heim-1:1 gegen Luzern in der Vorrunde und knapp hinter dem Auswärts-0:0 in Bern ist der 1:0-Heimsieg gegen YB der 26. Runde die bisher zweitbeste FCZ-Partie 23/24. Die 1. Halbzeit ist sogar die Beste der Saison, ex aequo mit dem Cup-Viertelfinal gegen Winterthur wenige Tage davor. Erneut ein sehr guter Start in die Partie also! Auch die 2. Halbzeit wird überdurchschnittlich. Die Partie ist zudem die fünftbeste Offensiv- sowie drittbeste Defensivleistung der Saison. YB spielt gut und verlangt dem FC Zürich viel ab. Das 4-3-3 der 1. Halbzeit spiegelt das Zürcher 4-2-3-1. YB-Coach Raphaël Wicky hat die taktische Marschroute also auch diesmal am FCZ ausgerichtet.

Elia wechselt die Seite, um die FCZ-Schwachstelle zu nutzen

Nach den Wechseln in der 64. Minute stellt Wicky dann aber auf ein 4-4-2 um. Die Angriffe wurden nun über die rechte Seite mit dem Duo Janko / Elia forciert. Elia hatte zuvor links gespielt, aber die Berner bemerkten, dass Linksverteidiger Dante an diesem Tag die defensive Achillesferse des FC Zürich war. Dieser hatte unter anderem mit Aussenverteidiger-Kollege Kamberi zusammen die meisten Ballverluste. Die beiden spielten offensiv gut bis sehr gut, defensiv hingegen durchschnittlich (Kamberi) bis sehr schlecht (Dante). Nach der Auswechslung Okitas wurde Dante dann durch den darauf ebenfalls die Seite wechselnden Rodrigo Conceição unterstützt. Ab der 82. Minute wechselte YB auf ein 4-2-3-1 mit den beiden offensiv orientierten Males und Lakomy auf der Doppel-6.

Der FC Zürich spielte die ganze Partie wenn immer möglich durch die Mitte, was sich im Verlauf der 2. Halbzeit noch weiter vereinfachte, da YB in diesen Räumen nun in Unterzahl war und Cheikh Niasse durch den zusätzlich nach vorne drängenden Lukasz Lakomy als Abräumer vor der Abwehrkette häufig allein gelassen wurde. Ganz im Gegensatz zum Cup-Viertelfinal gegen Winterthur wurde in der Partie gegen YB auf Zürcher Seite kaum noch über die Seiten gespielt. Es gab dementsprechend auch praktisch keine Flanken. Was der FCZ in dieser Partie wirklich stark machte, war das Spiel mit Ball vom hinteren ins mittlere Spielfelddrittel. Man fand dabei immer die richtige Lösung und brachte YB an den Rand der Verzweiflung. Das YB-Pressing schien sich je länger je mehr in Luft aufzulösen. Mal konnte man gegen hoch stehende Berner durch intelligente Positionierung flach hintenraus spielen, mal wurde der präzise hohe Ball gespielt.

YB mit einem Tag weniger Ruhepause

YB hatte sich viel vorgenommen, kam aber nicht ins Spiel. Das FCZ-Pressing funktionierte besser. In der Startviertelstunde hatten die Zürcher einen sehr guten PPDA-Wert von 4,3. Etwas seltsam daher der Kommentar zum Spiel im “Blick“, der kein Pressing des FCZ ausmachen konnte. Insgesamt profitierte der FC Zürich sicherlich davon, dass YB sein Cupspiel unter der Woche einen Tag später austrug. Wicky nahm im Vergleich zur Niederlage in Sion sieben Änderungen vor. Vor allem auf den Aussenverteidiger-Positionen war dies spürbar – mit den im Vergleich zum etatmässigen Duo Blum / Hadjam abfallenden Janko / Persson. Beim FCZ hingegen wurde im Vergleich zum Cup-Viertelfinal mit Katic, Dante und Condé für Boranijasevic, Rohner und Ligue Physis dazugewonnen.

Personalien – Brecher mit möglicherweise seiner bisher besten Saison

  • Antonio Marchesano: Ihn auf der Mittelstürmerposition zu bringen, macht vor allem auch dann Sinn, wenn der FCZ wie gegen YB ein intensives Pressing aufziehen will. Dafür ist der Tessiner der geeignetste Offensivmann. Das Assist zum 1:0 ist sein erstes seit dem Heim-1:1 gegen Stade Lausanne-Ouchy. Hat zudem am meisten Abschlüsse (4).
  • Yanick Brecher: Möglicherweise seine bisher beste Saison. Gegen Leader YB in allen Belangen der beste Spieler auf dem Platz. Bereits zum fünften Mal in dieser Saison der Offensiv Beste beim FC Zürich und sogar schon zum zehnten Mal Defensiv – und dies mit der Note “10“ in beiden Phasen.
  • Mirlind Kryeziu: Ist in der Schlussphase ein Fels in der Brandung.
  • Lindrit Kamberi: Damit Katic / Kryeziu gemeinsam auflaufen können, ersetzt Kamberi Boranijasevic auf der rechten Seite. Liefert beim schnellen 1:0 (11 Sekunden) ein weiteres Pre-Assist. War in den letzten acht Partien in jedem zweiten Spiel mit einem Pre-Assist an einem Tor beteiligt. Der Spielzug beim Anstoss mit der Kopfballverlängerung Kamberis Richtung YB-Strafraum nach dem hohen Ball Kryezius erinnerte an den Beginn der Saison, als häufig Yanick Brecher solche Bälle auf Kamberi spielte, der damals aber weiter aussen an der Seitenlinie postiert war – ohne direkten Druck aufs gegnerische Tor ausüben zu können.
  • Amadou Dante: Hat Probleme beim Passspiel. Vor allem aber gehen ihm die Umschaltsituationen von YB zu schnell, hebt die Offsidefalle auf. Kommt auch im letzten Spielviertel, als YB nochmal Druck macht, “unter die Räder“ – genauso wie bereits zu Beginn der Partie.
  • Rodrigo Conceição: Hat erst in der 44. Minute die erste Abschlussbeteiligung. Wechselt nach der Einwechslung Rohners nach links und ist dort speziell ab der 75. Minute eine wertvolle Unterstützung für den mit Meschack Elia & Co. etwas überforderten Dante.
  • Jonathan Okita: Nach seinem inkonsequenten Verteidigen vor den beiden Gegentoren im Cup-Viertelfinal defensiv deutlich verbessert. Da scheint es ein internes Gespräch gegeben zu haben…

Randnotiz – FCZ überperformt seinen Marktwert

Zusammen mit Servette und dem FC Winterthur gehört der FC Zürich basierend auf dem Marktwert von transfermarkt.ch zu den aktuell in der Super League am meisten “überperformenden“ Teams. Sieben Mannschaften haben aktuell einen höheren Marktwert, der FCZ liegt sportlich aber nach dem Heimsieg gegen YB auf dem 3. Rang. Gemessen am Wert der Spieler enttäuschen bisher der FC Basel und Lausanne-Sport am meisten. YB, GC und Yverdon liegen auf den erwarteten Positionen.

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FCW ERSTMALS FAVORIT / FCZ – WINTERTHUR CUP-VIERTELFINAL VORSCHAU (Züri Live)

An der Pressekonferenz nach der Partie verbreitete FCW-Trainer Patrick Rahmen mit einer Spitze gegen FCZ “Co-Cheftrainer“ Umberto Romano unnötigerweise noch etwas Fake News: „Ich bin nicht damit einverstanden, dass wir nur hinten rein gestanden sind, wir hatten glaub 53% Ballbesitz…“. In der Hitze des Gefechtes kurz nach einem Spiel kann es natürlich vorkommen, dass man eine Zahl mal falsch liest oder hört. Aber dass diese Zahl nicht stimmen kann, hätte Rahmen mit seiner langjährigen Trainererfahrung eigentlich erahnen müssen. Tatsächlich waren es 43%. Auch die Pressing-Werte (PPDA FCZ: 5,95, FCW: 16,56) redeten eine klare Sprache, dass der FCZ in der gegnerischen Hälfte deutlich mehr Druck machte. Phasenweise stand die Viererabwehrkette des FCZ weit in der gegnerischen Platzhälfte. Die sehr hohe Zahl von 25 Ballgewinnen im Angriffsdrittel und die ungenauen hohen Bälle von FCW-Torhüter Marvin Keller konnte das Heimteam aber nicht in ein Tor ummünzen.

Der kleine, aber feine Unterschied zwischen Jonathan Okita und Sayfallah Ltaief

Rahmen hätte allen Grund gehabt, auch einfach Stolz auf die Defensivleistung seiner Mannschaft zu sein, welche den Unterschied ausmachte und dank der sie verdient in den Cup-Halbfinal einzog. Speziell im Zentrum stellte der FCW dank seiner Kompaktheit und Laufarbeit im Mittelfeld konsequent fast alle Passwege zu – und blockte beherzt viele FCZ-Abschlüsse am und im Strafraum. Der FCZ musste viel über die Seiten ausweichen, von wo die 16 Flanken (zweithöchster Saisonwert) nicht genügend gefährlich wurden. Bereits in der 3. Minute stellte Remo Arnold im eigenen Strafraum seinen Rücken in einen Drehschuss Antonio Marchesanos, dem ansonsten sein Torhüter Keller wohl nur noch auf den Weg in den rechten Torkranz hätte hinterherblicken können. Kryeziu, Okita, Boranijasevic, Kamberi, Di Giusto oder Santini vergaben weitere gute Torchancen im Strafraum.

Winterthur hatte abgesehen von den beiden Weitschüssen, die zu den Burkart-Toren führten, keinen einzigen Abschluss in der 2. Halbzeit. In der 1. Halbzeit hatten die Gäste vier Abschlüsse, wovon einer (Di Giusto-Freistoss aus der Distanz) aufs Tor von Yanick Brecher kam. Diese vier Abschlüsse entsprachen zusammengezählt einem Expected Goals-Wert von gerade mal 0,1. Der FC Zürich hätte aufgrund seines Expected Goals-Wertes von 1,27 mindestens ein Tor erzielen müssen. Auf FCZ-Seite arbeitete Jonathan Okita durchaus defensiv mit, liess aber in den entscheidenden Szenen vor den beiden Gegentoren etwas die Bissigkeit und Konsequenz im Verteidigen vermissen. Der FC Winterthur hat mit Sayfallah Ltaief einen Spieler, der grundsätzlich auch einen Hang zum etwas inkonsequenten Verteidigen hat. Dieser agierte für einmal auf dem Rechten Flügel und schloss in den wichtigen Szenen die entscheidenden Räume, agierte in den Zweikämpfen konsequenter. So trat Winterthur als die etwas kompaktere Einheit auf. Ein kleiner, aber feiner Unterschied.

Beste 1. Halbzeit der Saison

Trotzdem hatte Okita in der 33. Minute beim Stand von 0:0 eine sehr ähnliche Weitschussmöglichkeit wie Ltaief später vor dem Winterthurer 0:1 – sogar aus zentralerer Position. Calixte Ligue spekulierte und war genau gleich wie später Nishan Burkart auf den Abpraller beim Torhüter bereit. Der Schuss von Okita ging aber knapp am linken Pfosten vorbei, statt scharf aufs Tor zu kommen. Weil der FCZ mehr Ballbesitz hatte und der FC Winterthur tatsächlich vorwiegend hintenrein stand, setzte Okita umringt von mehreren Winterthurer Verteidigern zu seinem Abschluss an und schoss auch deshalb knapp daneben. Seine tollen Weitschusstore gegen YB, St. Gallen oder in Lugano entstanden alle aus Umschaltsituationen, in denen Okita Platz und Zeit für seinen raumgreifenden Bewegungsablauf hatte.

Die Motivation, wieder einmal einen Cup-Halbfinal erreichen zu können, war beim FC Zürich von der 1. Minute an gross – dies zeigt unter anderem der Züri Live-Notenschnitt der 1. Halbzeit von 7,2 – der beste der bisherigen Saison! Die 2. Halbzeit war dann allerdings die zweitschlechteste im Kalenderjahr 2024. Offensivaktionen gab es so viele wie wohl noch nie in dieser Saison über 90 Minuten. Da aber die FCZ-Stürmer weiter Ladehemmung haben und einer der aktuellen Goalgetter Bledian Krasniqi von seiner Position auf der Doppel-6 aus zu keinem Abschluss kam, kann trotzdem eine torlose Partie dabei herausschauen. Man hatte den Eindruck, der FCZ hätte an dem Abend noch lange spielen können, ohne ein Tor zu erzielen. Auch die Schlussminuten im “Brechstangen-Modus“ nach der Einwechslung von Teilzeit-Stürmer Nikola Katic änderten nichts daran.

Viertelfinal-Highlights – Burkart hat es wieder gerochen

Personalien – Nevio Di Giusto bringt im ersten Spiel gegen Bruder Matteo Bestleistung

  • Calixte Ligue: Läuft als Mittelstürmer auf, ist aber bis zur 49. Minute der Einzige im FCZ-Trikot ohne Abschlussbeteiligung. Antizipiert zu wenig oft die Verhaltensweisen von Mitspielern und Gegenspielern. Ausnahmen gibt es, aber es fehlt häufig noch der “Riecher“ für die jeweilige Situation in der Angriffszone. Trifft auch im Pressing falsche Entscheidungen.
  • Yanick Brecher: Wie in Luzern Bester der 1. Halbzeit.
  • Nevio Di Giusto: Spielt erstmals gegen seinen Bruder Matteo, ist beim FCZ MVP und bester Spieler in der Offensiv-Phase.
  • Lindrit Kamberi: Wie beim Heimspiel gegen Lausanne-Sport Bester der Defensiven Phase – wieder ohne dabei eine Top-Note zu haben, was nicht für die Defensivleistung des Teams spricht.
  • Nikola Boranijasevic: Kam in Lugano als Einwechselspieler zum Einsatz und hatte dabei die beste Züri Live-Bewertung, Nun wieder von Beginn weg dabei.
  • Bledian Krasniqi: Hat zuletzt mehrmals das Tor getroffen, kommt gegen den FCW selbst aber nicht zum Abschluss. Legt dafür am meisten Torchancen direkt auf (5) und ist an rund der Hälfte der Abschlüsse beteiligt. Von den zwei Top-Vorbereitungen innnerhalb ein und derselben 85. Minute (ein Freistoss und ein Dribbling im Strafraum) hätte einer der beiden Abschlüsse (Kamberi, Di Giusto) im Tor landen müssen.
  • Jonathan Okita: Hat am meisten Abschlüsse (4) auf Seiten des FCZ. Auf der anderen Seite an beiden Gegentoren entscheidend beteiligt. Beim 0:1 nimmt er seine Deckungsaufgabe zu locker und kommt zu spät, um den Schuss von Sayfallah Ltaief zu verhindern – oder zumindest zu blocken. Vor dem 0:2 lässt er sich zu einfach von FCW-Innenverteidiger Remo Arnold vernaschen.
  • Fabian Rohner: Wird viel mit hohen Diagonalbällen gesucht, lenkt diese per Kopf vielversprechend in Abschlusszonen. Seine Flanken (5) bringen hingegen weniger Gefahr für Winterthur.

Kommentare – Emotionale Familien-Saga im Letzigrund

Randnotiz – FCZ schiesst in starken 1. Halbzeiten zu wenig Tore

Ein Grundproblem für den FCZ in dieser Saison besteht darin, dass er in starken 1. Halbzeiten zu wenig Tore erzielt. In den sechs besten 1. Halbzeiten der bisherigen Saison (nach Züri Live-Noten) kassierte man zwar kein einziges Gegentor, erzielte aber auch nur zwei Tore: Ifeanyi Mathew traf kurz vor dem Pausenpfiff in Basel und Bledian Krasniqi im 284. Derby. Die Folge davon ist, dass die starken ersten 45 Minuten zu wenig belohnt werden. Man hat nur eines dieser sechs Spiele letztendlich gewinnen können – zwei endeten gar in einer Niederlage, davon eines nun im Cup gegen Winterthur. Die beste 1. Halbzeit der Saison endete 0:0 – und Winterthur nutzte danach seine einzigen zwei Torchancen der 2. Halbzeit für den Halbfinal-Einzug.

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Le Pogam, Leipzig und die wiederkehrende Frage der FCZ-Spielphilosophie / Yverdon-Sport – FCZ Analyse mit Randnotiz: Condé fehlt das Fingerspitzengefühl, Cibelli die Übersicht

FCZ STARTET VORAUSSICHTLICH MIT SYSTEMUMSTELLUNG IM MUNICIPAL / YVERDON-SPORT – FCZ VORSCHAU (Züri Live)

In einer Partie mit wenig Torchancen auf beiden Seiten war das 1:0 wegweisend. Erzielt wurde es nach einem seitlichen Tasar-Freistoss durch Linksverteidiger William Le Pogam. Man sieht sich immer zwei Mal im Leben – im Fussball sowieso. Was viele nicht wissen oder sich vielleicht nicht mehr daran erinnern: Le Pogam trug einst das FCZ-Trikot mit der Nummer 33 – wenn auch nur für ein Testspiel im Juli 2019. Diese Partie war aus vielen Gründen denkwürdig. Es war das erste Spiel des damals frischgebackenen RB Leipzig-Trainers Julian Nagelsmann. Der FCZ gewann 4:1. Das Ehrentor Leipzigs ergab sich aus einem Penalty, welchen der heutige Basel-Stürmer Jean-Kevin Augustin “herausholte“, als er von Mimoun Mahi an der Grundlinie abgedrängt worden war. Der Hauptgrund für den klaren -FCZ-Sieg gegen den Bundesliga-Mitfavoriten, bei dem alle Stammspieler zum Einsatz kamen, lag im unterschiedlichen Vorbereitungsstand der beiden Teams.

Link zum Spielbericht RB Leipzig – FC Zürich (mit William Le Pogam)
Link zum Stream RB Leipzig – FC Zürich (ab Einwechslung Le Pogam)

Der sich schliessende Kreis mit Le Pogam und die Frage der Spielphilosophie

Trotzdem wurde in diesem Spiel auf dem Gelände der Red Bull-Akademie augenfällig, wie gut der FC Zürich im Umschaltspiel funktioniert. Speziell aus einer tiefen Position heraus mit einer „Rakete“ wie Assan Ceesay in der Spitze. Von diesem Moment an wurde auf Züri Live zwei Jahre lang immer wieder gefordert, der FCZ solle sich auf einen solchen Spielstil fokussieren. Es war aber nicht der präferierte Stil von Ludovic Magnin. Der damalige FCZ-Trainer wich nur ungern und nur in gewissen Spielen (wie in Leipzig) von seinem Ballbesitzfussball ab. Auch dessen Nachfolger Massimo Rizzo fokussierte nur in seiner (erfolgreichen) Anfangszeit als Cheftrainer auf das Umschaltspiel. Bis letztlich im Sommer 2021 André Breitenreiter kam und konsequent eine ganze Saison lang auf Konter und geringen Ballbesitz setzte. Assan Ceesay war zu dem Zeitpunkt glücklicherweise immer noch da. Magnin zeigte sich später in einem Interview mit „24 heures“ einsichtig und nannte sein Festhalten am Ballbesitzfussball als Hauptgrund für seine durchzogenen Resultate als FCZ-Trainer.

William Le Pogam wurde bei dem Spiel in Leipzig (von Züri Live live übertragen) als Backup für den schwankende Leistungen zeigenden Linksverteidiger Levan Kharabadze getestet. Kurioserweise hatte Drittligist San Fernando kurz vor Le Pogams Auftritt mit dem FCZ seinen Transfer vermeldet. Letztendlich landete Le Pogam aber weder in Spanien noch beim FC Zürich, sondern in der Challenge League bei Stade Lausanne-Ouchy. Von dort zog er ein Jahr später weiter an den Neuenburgersee, wo er mit YS zwei Mal aufstieg und nun trotz umfassendem Kaderumbruch unter dem neuen amerikanischen Besitzer immer noch Stammspieler ist. Und als solcher schoss er das Game Winning Goal gegen den FCZ in einer Partie in welcher es beim Stadtklub wieder exemplarisch um die Frage der Spielphilosophie ging. Ein zweiter Kreis mit „Leipzig“, der sich schliesst – und wieder auftut.

Viel Ballbesitz im Mittelfeld, aber so wenige gute Offensivszenen wie noch nie in dieser Saison

Nachdem der FC Zürich in den Wochen zuvor mehrmals in der 2. Halbzeit auf ein 4-3-3 umgestellt hatte, agierte man in Yverdon nun erstmals von Beginn weg so. Zum x-ten Mal in den letzten Jahren nimmt man wieder einen Anlauf, um eine dominante Spielweise zu installieren. Die neue sportliche Leitung mit Malenovic, Milicevic und Moniz soll nun den erneuten Anlauf endlich zum Erfolg bringen. Man kann und soll den Verantwortlichen Glück wünschen. Vielleicht klappt es ja diesmal. Auch wenn Assan Ceesay nicht mehr da ist, ist die aktuelle Mannschaft weiterhin sowohl Defensiv wie Offensiv besser für das Spiel aus einer tiefen Position heraus geeignet. Ein Spiel alleine sagt zwar noch nicht allzu viel aus, aber in Yverdon biss man sich mit der neuen Spielweise bereits wieder am Gegner die Zähne aus.

Noch nie in dieser Saison hatte das Letzigrund-Team so wenige gute Offensivaktionen wie in Yverdon. Dies obwohl es erstaunlich viele Abschlüsse gab: 16, davon 13 in der 2. Halbzeit bei 10-vs.-11 und 10-vs.-10. 14 Flanken sind ebenfalls ein hoher Wert. Die Offensivstandards funktionieren hingegen nicht mehr so gut wie noch in der Vorrunde. Der FCZ agierte Defensiv im Hohen Pressing, Yverdon stand tief und nahe an ihren Gegenspielern dran – und nutzte die Räume hinter Katic & Co. konsequent. Die Waadtländer warteten jeweils als Trigger auf den FCZ-Pass auf einen Aussenverteidiger und griffen diesen dann auf Höhe der Mittellinie an. Die Durchschnittsnote der Mannschaft ist mit 5,3 die schlechteste der Saison, ex aequo mit dem Lausanne Sport-Heimspiel wenige Tage davor, dem Heimspiel gegen St. Gallen und der Auswärtspartie im Schweizer Cup in Tuggen.

Highlights – Yverdon Spezialist auf Standards

Personalien – Kaum Arbeit für Brecher, Katic erneut an drei Gegentoren wesentlich beteiligt

  • Nikola Boranijasevic: Zu Beginn mehrere verunglückte Offensivaktionen, kämpft sich dann aber noch während der ersten Viertelstunde zurück ins Spiel.
  • Adrian Guerrero: Wie Bledian Krasniqi einer derjenigen Spieler, die zum Anpfiff jeweils voll da sind. Die beiden waren in den letzten sechs Partien je drei Mal die Besten der 1. Halbzeit. Guerrero baut aber in Yverdon in der 2. Halbzeit wieder stark ab.
  • Cheikh Condé: Kommt nach einem harzigen Start ins 2024 in der 1. Halbzeit in Yverdon mit jeder Minute besser ins Spiel, fängt auf der 6er-Position mehrere im Ansatz gefährliche Bälle ab, gewinnt Zweikämpfe. Bis zur Roten Karte (die Minuspunkte gibt) der Beste beim FCZ.
  • Armstrong Oko-Flex: Zum zweiten Mal hintereinander und zum dritten Mal insgesamt Offensiv Bester.
  • Jonathan Okita: Macht weiterhin zu wenig aus vielversprechenden Situationen, bleibt im 1-vs.-1 in den letzten Wochen und Monaten fast immer hängen. Die Gegenspieler haben sich auf ihn eingestellt.
  • Antonio Marchesano: Bis in die 2. Halbzeit hinein an keiner Torchance beteiligt, danach verbessert.
  • Nikola Katic: Wie schon gegen Lausanne-Sport stehen auch in Yverdon seine Fehler am Ursprung aller drei Gegentore (inklusive des aberkannten Lausanner 3:2). Die Partie beginnt bereits beim Anstoss zum wiederholten Mal mit einem langen Ball von Katic ins Seitenaus. Es ist seine sechste ungenügende / schlechte Note in den letzten acht Spielen. – zum zweiten Mal hintereinander mit einer Defensiv-Note “1“.
  • Daniel Afriyie: MVP und erstmals Defensiv Bester in dieser Saison. Trägt zur verbesserten Leistung der 2. Halbzeit bei.
  • Junior Ligue: Stand schon nach 58 Minuten zur Einwechslung bereit, kam dann letztendlich erst in der 80. Minute rein.
  • Yanick Brecher: Hat fast keine Arbeit zu verrichten – und muss trotzdem drei Mal den Ball aus dem Netz holen.

Kommentare – S Schpiilfäld isch „z’churz“

Randnotiz – Condé fehlt das Fingerspitzengefühl, Cibelli die Übersicht

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Deutlich beste 2. Halbzeit der Saison bisher, zweitbeste Leistung insgesamt nach dem Auswärts-0:0 in Bern, drittbeste 1. Halbzeit, drittbeste Offensivleistung und ebenso drittbeste Defensivleistung. Man kann der Mannschaft abgesehen von der Chancenverwertung nach dem Heimspiel gegen Luzern kaum einen Vorwurf machen. Nur der Start in die Partie fühlte sich etwas harzig an. Nikola Katic spielte im Spielaufbau mehrere Bälle ins “Niemandsland“ und Cheick Condé wirkte mit zwei leichten Ballverlusten zu Beginn ebenfalls nicht ganz konzentriert. Sowohl in der 1. Halbzeit wie in der 2. Halbzeit hatte der FCZ ein klares Chancenplus. 24 Abschlüsse sind der höchste Saisonwert bisher – sogar in den Cupspielen gegen Unterklassige (inklusive Verlängerung) gab es weniger. Luzern kam gerade mal zu sechs Abschlüssen – die Hälfte davon Weitschüsse von Ardon Jashari. Es brauchte ein hanebüchene Grätsche von Nikola Katic in der gegnerischen Hälfte, um ebendiesem Jashari die Vorbereitung des Ausgleichs zu ermöglichen. Es war das vierte Kontergegentor der Saison. Die Zürcher Führung erzielte MVP Jonathan Okita akrobatisch. Okita scheint gegen Weihnachten hin aufzublühen. Gegen Luzern schoss er nicht “nur“ das Tor, sondern spielte insgesamt richtig gut. Es war bereits das sechste FCZ-Tor nach einem Einwurf, das zweite gegen Luzern. Somit sind Einwürfe in Strafraumnähe der produktivste Standard – nicht Freistösse, Eckbälle oder Penaltys.

Jashari überall und doch häufig nicht da

Bei der Beurteilung der Leistung des FCZ muss allerdings mitberücksichtigt werden, dass Luzern im Letzigrund bestimmt nicht einen seiner besten Tage hatte. Das begann bei der Taktik. Der Respekt vor dem FCZ zeigt sich zur Zeit darin, dass viele Gegner ihr Konzept ändern, wenn sie gegen den Stadtclub antreten. Luzern stand ungewohnt tief mit einer Fünferkette in der defensiven Phase. FCL-Trainer Frick nahm eine Unterzahl im Zentralen Mittelfeld in Kauf und baute ganz auf den grossen Wirkungskreis Ardon Jasharis, der quasi für zwei rennen und spielen sollte. Jashari war dann auf dem Platz tatsächlich auch überall anzutreffen. Der FCZ nutzte dies überlegt aus und kam immer wieder durch die Mitte durch, wo Nicky Beloko ziemlich allein gelassen gegen Mathew, Condé und sich situativ zurückfallen lassende FCZ-Stürmer agieren musste, weil sein Kompagnon gerade wieder irgendwo an der Seitenlinie einem Ball nachgejagt war.

Luzern trat mit einem sehr jungen Team an – ohne Routiniers wie Simani, Haas, Max Meyer oder Ademi in der Startformation. Der 27-jährige Pius Dorn und die beiden 25-jährigen Teddy Okou und Dario Ulrich waren die einzigen über 23-jährigen zu Beginn auf dem Platz. Dorn nahm dabei eine hybride Rolle ein. Ohne Ball bildete er rechts aussen einen Teil der dicht gestaffelten Fünferabwehr, die viele FCZ-Abschlüsse mit viel Kampfgeist blockte – mit Ball rückte er auf die 8er-Position im 4-3-3 vor. Dorns schlechter hoher Ball nach vorne direkt in die Arme von Yanick Brecher ermöglichte dem FCZ um ein Haar noch ein Hollywood Ending. Fünf Minuten Nachspielzeit waren angezeigt, punktgenau nach 5:00 Minuten spedierte Ifeanyi Mathew seinen Weitschuss mit Präzision in den linken Kranz. Wieder ein Weitschusstor von Mathew gegen Luzern! Die Erlösung! Der verdiente Sieg! Aber das Happy End hatte kein Happy End, weil Ivan Santini in der Vorbereitung nach dem schönen Zuspiel Krasniqis mit einem Fuss im Offside stand.

Highlights

Personalien – Katics effektvolle, aber unpräzise Grätschen

  • Nikola Boranijasevic: Bringt wieder vermehrt gute Flanken in den Strafraum. Eine davon wird von Jonathan Okita verwertet.
  • Fabio Daprelà: Zurück mit einem zurückhaltenden Auftritt, wenig involviert. Bei Offensivstandards aber wie üblich in der Rolle des “Bodyguards“ des Zielspielers.
  • Ifeanyi Mathew: Sein erstes Wettbewerbstor für den FCZ hatte er im April in Luzern aus einer ähnlichen Position erzielt, wie nun im Letzigrund seinen aberkannten Siegtreffer nach genau 95 Minuten. Diesmal war seine Zweite Halbzeit nach sehr guten ersten 45 Minuten eher durchschnittlich gewesen.
  • Adrian Guerrero: Liefert die Zuspiele zu vier der ersten fünf FCZ-Chancen. Seine Standards waren wieder so stark geschlagen, dass daraus mindestens ein Tor hätte resultieren müssen. Beispielsweise als Condé unmittelbar vor dem Konter zum 1:1 freistehend aus wenigen Metern auf Luzern-Keeper Loretz ablenkt, anstatt richtig zu schiessen.
  • Cheikh Condé: Ist zum dritten Mal der Defensiv Beste in dieser Saison. Zeigt sich in der Defensivarbeit speziell bei Umschaltsituationen verbessert. Im Spiel mit Ball in den Startminuten mit Konzentrationsschwierigkeiten.
  • Jonathan Okita: Nach dem Cupspiel in Bellinzona zum zweiten Mal MVP und zum ersten Mal mit Note “10“.
  • Antonio Marchesano: Vergibt die meisten guten Torchancen, scheitert auch mit seinen Direkten Freistössen nur knapp. In Lugano hatte er per Weitschuss getroffen. Der zweite regelmässige Torschütze des FCZ neben Okita ist nahe dran.
  • Nikola Katic: Beginnt die Partie mit mehreren Fehlpässen hintereinander ins “Niemandsland“. Die Bälle fliegen dabei jeweils in die Mitte zwischen zwei jeweils ca. 20m auseinander stehende Mitspieler. Katic stabilisiert sich danach etwas. Seine schlechte Technik auch bei Grätschen spielt aber eine entscheidende Rolle für den Spielausgang. Ein Cheick Condé beispielsweise grätscht Gegenspielern häufig und gut Bälle ab und sieht dies als selbstverständlichen Teil seines Jobs. Katic kommt in der Rückwärtsbewegung mit seiner Langsamkeit hingegen mehrheitlich zu spät. In der 67. Minute serviert ihm aber der kleine Teddy Okou im Laufduell ungeschickt den Ball in den Laufweg, so dass Katic diesen noch erreicht und die Klärung danach effektvoll feiert. Das sind Bilder, die sich einprägen. Wie auch das Bild des blutüberströmten Kroaten mit Turban zu Beginn seiner FCZ-Zeit in Basel. Er zelebriert solche Gelegenheiten. Auch ein Verteidiger kann heutzutage zur Show beitragen. Allerdings hätte Katic bei besserer “Grätsch-Technik“ in dieser 67. Minute den Ball eigentlich ins Seitenaus klären müssen – oder idealerweise gar Gegenspieler Okou anschiessen und damit einen Abstoss bewirken können. Mehrere Teamkollegen Katics hätten dies geschafft. Stattdessen rollte der Ball in eine ungewollte Richtung und es gab es Eckball für Luzern. Die schlechte Grätsch-Technik Katics war in der 82. Minute dann entscheidend für die zwei Punktverluste in einem überlegen geführten Heimspiel gegen Luzern. Katic spielte den Ball in der gegnerischen Hälfte beim Grätschen erneut in eine andere Richtung und mit einer anderen Schärfe als er eigentlich sollte und wollte – zurück an die Mittellinie direkt in den Lauf von Ardon Jashari. Luzern bedankte sich und nutzte die sich daraus ergebende Kontersituation zum 1:1-Ausgleich. Hat zudem von den in der Dreierabwehr eingesetzten Spielern die schlechtesten Zweikampfwerte (siehe Statistik unten). Wird aus diesem Grunde bei gegnerischen Eckbällen nicht mit einer Manndeckungsaufgabe betraut, sondern als Raumdecker eingesetzt.

Randnotiz – Anteil Gewonnene Zweikämpfe

Anteil Gewonnene Zweikämpfe in %, Ligaspiele im November / Dezember 2023, Stand: 12.12.2023, Quelle: Wyscout

Kommentare

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Wie schon beim Auswärtsspiel in Bern scheint sich der FCZ speziell gut auf YB vorbereitet zu haben. Die Züri Live-Durchschnittsnote der Mannschaft ist mit 6,9 die bisher zweithöchste der Saison – nach dem besagten Auswärts-0:0 in Bern (7,1). Gegen den amtierenden Meister gelingen also die bisher besten beiden Partien. Dies interessanterweise vor allem in offensiver Hinsicht. Es ist erstaunlich, dass der FC Zürich gerade gegen YB zu so vielen Abschlüssen in 90 Minuten kommt, wie bisher noch nie in dieser Saison! Dies vor allem auch dank der frühen Führung in der 1. Halbzeit, dank der der FCZ in der 2. Halbzeit gegen einen offener spielenden Gegner zu vielen Räumen kommt und am Ende sein erstes Kontertor der Saison zur Siegsicherung erzielt. So wird es die beste 2. Halbzeit der bisherigen Saison, in welcher bisher die 1. Halbzeit deutlich häufiger die bessere war. Adrian Guerrero sowie die eingewechselten Antonio Marchesano und Ivan Santini erzielen alle Offensiv eine Note 10.

Individuelle und taktische Probleme bei YB

Bei YB passt dabei allerdings sowohl individuell als auch taktisch wenig zusammen. Die Umstellung auf ein 4-2-3-1 mit zwei Sechsern und nur einer Sturmspitze schadet YB in diesem Spiel mehr, als dass es nützt. Der FCZ passt sich mit seiner 1-zu-1 Manndeckung dem taktischen Wechsel YB’s flexibel an, so dass Afriyie und Mathew in der Regel auf gleicher Höhe die beiden YB-Sechser decken. Dadurch macht sich YB seine Räume für den Spielaufbau hinten heraus gleich selbst eng, was ein wichtiger Grund für das erfolgreiche FCZ-Pressing beim 1:0-Führungstreffer ist. Gleichzeitig hat Jean-Pierre Nsamé als einziger Stürmer vorne in den meisten Situationen zu wenig Support. Ebrima Colley, der im September bei einer 3:4-Niederlage mit der YB-Reserve im Heerenschürli gegen die 2. Mannschaft des FCZ seinen ersten Einsatz im Gelb-Schwarzen Dress erlebt hatte, agiert zu wenig abgeklärt. Und der zu Beginn der Saison so solide Innenverteidiger Mohamed Camara ist in ein Leistungsloch gefallen. Vor allem aber auch im Mittelfeld leistet sich YB in der Letzigrund-Formation defensive Mängel. Ausserdem herrscht bei jedem FCZ-Standard ein Chaos im YB-Strafraum – ein ungewohntes Bild.

Personalien – Conceiçãos Effektivität lässt zu wünschen übrig

  • Nikola Boranijasevic: Wie im Wankdorf gegen den gleichen Gegner wieder ein starker Start in die Partie. Fokussiert sich diesmal in der Mittelzone vor allem darauf, die Passwege ins Zentrum zuzumachen, und dies erfolgreich. Schien in Lugano mit einem ähnlichen Spieler (Conceição) auf der gleichen Seite in seinem Wirkungskreis eingeengt. Verstand sich diesmal aber bereits viel besser mit dem Portugiesen.
  • Yanick Brecher: Zum siebten Mal Defensiv Bester, obwohl er über weite Strecken relativ wenig zu tun hat und erst in der 20. Minute erstmals eingreifen muss.
  • Lindrit Kamberi: Wallner hält Bo Henriksen für vielseitig genug, auch auf halblinks gut spielen zu können, Hornschuh offenbar hingegen weniger. Daher verschiebt sich Kamberi nach der verletzungsbedingten Auswechslung Wallners auf halblinks.
  • Rodrigo Conceição: Die Effektivität seiner Offensivaktionen lässt weiter zu wünschen übrig. Der Portugiese war bisher trotz der neuntmeisten Einsatzzeit nur an drei Toren beteiligt, also nur alle 367 Minuten an einem. Von den regelmässig eingesetzten Spielern hat nur Silvan Wallner eine noch schlechtere Quote. Alle anderen Verteidiger und Torhüter waren deutlich häufiger an FCZ-Treffern beteiligt als der mittlerweile als Stürmer eingesetzte Conceição (siehe untenstehende Statistik).
  • Antonio Marchesano: Nach dem Stadtderby zum zweiten Mal MVP. Bringt als Einwechselspieler seine besten Leistungen. Ab dem Zeitpunkt, als er reinkam, hatte man nicht mehr das Gefühl, dass noch etwas anbrennen könnte.
  • Cheikh Condé: Phasenweise unaufmerksam, etwas zu viel und in den falschen Momenten mit Reklamieren beschäftigt.
  • Jonathan Okita: Schiesst erneut das 1:0 auf ähnliche Weise wie in Lugano. Vier Tore in den letzten fünf Spielen. Der Mann für die Highlights. Arbeitet gleichzeitig vermehrt auch nach hinten. Die Quote der gelungenen Aktionen mit Ball ist aber weiterhin tief.
  • Nikola Katic: Sehr grosse Diskrepanz zwischen seiner offensiven und defensiven Leistung. Schiesst ein Kopfballtor, ist aber defensiv in der Luft deutlich ungenügend und ganz allgemein im Duo mit Kamberi der defensive Schwachpunkt beim FCZ, den YB noch mehr hätte bespielen sollen. Stellungsspiel nicht Super League-würdig.
  • Silvan Wallner: Mehrmals unaufmerksam in Bezug auf die Offsidefalle, eröffnet YB so ungeahnte Möglichkeiten.

Statistik – Santini und Marchesano mit höchster, Wallner und Conceição mit tiefster Torbeteiligungsquote

Spielminuten pro Torbeteiligung beim FC Zürich (Saison 23/24, Stand: 9.12.2023, alle Wettbewerbe)

Randnotiz – Wie spielt der FCZ unter Bo Henriksen?

Die Zwischenanalyse hier

Highlights – Unerwartet, aber toll

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NEUES STURM-DUO FÜR DEN FCZ? / LUGANO – FCZ VORSCHAU (Züri Live)

Zweiter 3:0-Sieg gegen Lugano – allerdings ganz anders zustande gekommen als der erste. Der Heimsieg im Letzigrund war gegen ein Lugano, das damals mit zwei Siegen in die Saison gestartet war, einer der besten FCZ-Auftritte der bisherigen Saison. Im Cornaredo traf man nun aber auf ein äusserst ersatzgeschwächtes, vom Europacup müdes und vor allem vorne wenig potentes Lugano. Das Aufbauspiel der Tessiner von hinten heraus war zwar gut durchdacht. Der FCZ hatte lange Mühe mit dem Tessiner Dreieraufbau, Roman Macek übernahm überraschenderweise die Rolle des spielgestaltenden Sechsers und Verteidiger Hajdari bot sich immer wieder in vorgerückter Position im Mittelfeld an. Daniel Afriyie griff trotzdem vorne an und übernahm nicht wie üblich den gegnerischen Sechser: der Zugriff fehlte ihm aber. Da Lugano-Coach Croci-Torti zu Beginn das Trio Steffen / Aliseda / Mahou auf der Bank schonte, waren die Bianconeri sobald der Ball im Angriffsdrittel ankam, mit ihrem lombardischen Latein dann aber am Ende. Als die drei “Offensiv-Tenöre“ schlussendlich eingewechselt wurden, war die Partie beinahe schon entschieden. Dies vor allem auch dank zwei starken Assists des Zürcher MVP’s Adrian Guerrero. Neben Fabio Daprelà (bis zu dessen erneut verletzungsbedingter Auswechslung in der 50. Minute) und Antonio Marchesano war Guerrero einer von drei früher im Tessin aktiven FCZ-Protagonisten, die im Cornaredo eine gute Leistung ablieferten.

Offensiv magere Kost vom FCZ

Insgesamt war es eine der schlechtesten FCZ-Partien der bisherigen Saison. Nur das Heimspiel gegen St. Gallen (1:1) und die Cup-Partie in Tuggen (3:0) hatten eine minim schlechtere Züri Live-Durchschnittsnote. Die 1. Halbzeit war im Vergleich mit den letzten drei Partien gegen Stade Lausanne-Ouchy, Bellinzona und Servette zwar wieder etwas verbessert (Note: 6,1), in der 2. Halbzeit betrug der Notenschnitt dann aber gerade mal noch 5,0. Vor allem offensiv war es zusammen mit der Cup-Erstrundenpartie gegen Red Star der bisher schlechteste FCZ-Auftritt der Saison – gleich acht Spieler erhielten offensiv eine ungenügende bis schlechte Note. Dies obwohl man durchaus immer wieder für Übergewicht beim Spiel über die Seiten sorgte, indem sich Guerrero, Boranijasevic und Conceição manchmal alle auf die gleiche Seite verschoben – oder es wurde wie beim 0:1 gegen ein zentral massiertes Lugano erfolgreich mit Seitenwechseln gearbeitet.

Highlights – War ein Traumangriff

Personalien – Guerreros zweites Doppel-Assist

  • Nikola Boranijasevic: Erstmals diese Saison eine ungenügende 1. Halbzeit. Seine Kreise werden durch den vor ihm agierenden Rodrigo Conceição eingeengt, hat daher in Lugano Mühe, sich zu entfalten.
  • Yanick Brecher: Zum sechsten Mal in dieser Saison der defensiv beste Mann beim FCZ. Seine 2. Halbzeit ist allerdings ungenügend.
  • Lindrit Kamberi: Zwei Torbeteiligungen. Für einmal kein Positionswechsel nach der Wallner-Einwechslung, Kamberi bleibt auf halbrechts.
  • Rodrigo Conceição: Wie im Stadtderby bester FCZ-Spieler der 1. Halbzeit.
  • Adrian Guerrero: Zweites Doppel-Assist der Saison nach Stade Lausanne-Ouchy (auswärts). In den letzten drei Partien die tragende Säule in einer durchzogen auftretenden Mannschaft.
  • Cheikh Condé: Nach der längeren Verletzungsunterbrechung in der 2. Halbzeit (Pflege Steven Deanas) findet er den Tritt nicht mehr und baut stark ab.
  • Jonathan Okita: Schlechter Start in die Partie mit zwei Ballverlusten hintereinander. Hat aber seine zwischenzeitliche Torflaute überwunden – mit drei Toren in den letzten vier Partien.

Kommentare – Luganesi können Räume gut zumachen

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