Spiel und Gegner

Der FCZ gewinnt zum dritten Mal in Folge im Kybunpark gegen einen Gegner, der dem FCZ vom Spielstil her schon seit einiger Zeit zu liegen scheint. Die drei Auswärtserfolge gegen das aufstrebende St. Gallen im Dezember 2019, Juni 2020 und jetzt Januar 2021 hatten dabei viele Gemeinsamkeiten. In allen drei Partien kam der FC St. Gallen zu Beginn „wie die Feuerwehr“ aus den Startlöchern, verausgabte sich stark und begann dementsprechend nach etwa 30 Minuten kräftemässig abzubauen. Schon in den ersten zwei Begegnungen wollten die Grünweissen in ihrer grossen Druckphase zu Beginn des jeweiligen Spiels mindestens einen Zweitorevorsprung herausspielen – was nun erstmals auch gelang. Trotzdem vermochten die Ostschweizer auch diesmal nicht zu gewinnen. Der FC Zürich nutzte den St. Galler Kräfteverschleiss eiskalt aus – mit erneut (mindestens) drei Toren.

Die beiden Siege vom Dezember ’19 und Juni ’20 sind höher einzustufen, als der aktuelle, da St. Gallen damals eine deutlich bessere Mannschaft auf den Platz brachte. Vor allem Ermedin Demirovic und Silvan Hefti vermochten die Ostschweizer bisher nicht zu ersetzen. Wie dünn derzeit ihre Kaderdecke ist, zeigt sich beispielsweise darin, dass der Dreifachwechsel zur Pause (Diarrassouba, Babic und Youan für Ruiz, Guillemenot und Duah) das Team eher schwächte. Und die drei Zürcher Tore waren allesamt grosszügige Geschenke aus der Ostschweiz. Beim ersten lässt sich erst Ruiz von Winter abdrängen, Stillhart schiesst Mirlind Kryeziu ideenlos in die Füsse, Quintilla verliert sein Laufduell mit Marchesano um den Zweiten Ball im Mittelfeld und Fazliji geht knapp im eigenen Sechzehner von hinten ins Sliding Tackling gegen Assan Ceesay und verursacht damit den fälligen Penalty. Beim Zürcher Ausgleich zum 2:2 produziert Jordi Quintilla vor dem eigenen Strafraum einen Querschläger nach einem eigentlich verunglückten Freistoss Blerim Dzemailis. Der Schuss geht im wahrsten Sinne des Wortes „nach hinten los“ und Torwart Zigi lässt den Ball aus seinen Hànden direkt vor die Füsse des einschussbereiten Antonio Marchesano flutschen. Vor dem 2:3-Siegtreffer Salim Khelifis noch vor der Pause spielt der zurückgeeilte Stürmer und 1:0-Torschütze Kwadwo Duah im Liegen Blerim Dzemaili den Ball direkt in die Füsse.

Die Stilsicherheit des Spätherbstes unter Massimo Rizzo ging dem FCZ auch in St. Gallen ab, wenngleich man sich immerhin im Vergleich zur 0:1-Heimniederlage gegen den FC Vaduz auf mehreren Positionen verbessern konnte. Speziell auf der rechten Seite, wo sich Tosin gegenüber seinem ganz schwachen Auftritt im Letzigrund zu steigern und vor allem Adi Winter als echte Alternative auf der Rechtsverteidigerposition aufzudrängen vermochte. Auch über links war man mit Fidan Aliti und dem erstmals seit langer Zeit wieder einmal eine gute Leistung abliefernden Salim Khelifi besser aufgestellt, als dem Duo Schättin / Gnonto gegen Vaduz. Auch Torhüter Brecher brachte wieder seine guten langen Bälle an den eigenen Mann – und vorne ist Assan Ceesay ein klares „Upgrade“ im Vergleich zu Blaz Kramer. Im Zentrum bleibt hingegen der aus der Fremde zurückgekehrte Blerim Dzemaili trotz einzelnen Szenen, in welchen er seine Qualität und Erfahrung in die Waagschale werfen kann, unter dem Strich für das Team eine Hypothek. Auch in St. Gallen unterliefen dem nach einem Jahr Pause noch weit von einer Super League-reifen Form entfernten 34-jährigen Mittelfeldpuncher unzählige Abspiel-, Stellungsfehler und wichtige verlorene Zweikämpfe. Zudem mussten die Teamkollegen vor, hinter und neben ihm ständig Lücken stopfen, welche Dzemaili beim Umschalten hinterliess, und so teilweise ihre eigenen Aufgaben vernachlässigen.

Taktik und Szenen

Bezüglich Spielformation gabs keine Überraschungen: das übliche St. Galler 4-1-2-1-2 traf auf das ebenfalls gewohnte Zürcher 4-2-3-1, wobei beim FCZ im Verlauf der Partie vier verschiedene Spieler auf der 10er-Position agierten: Marchesano, Khelifi, Tosin, Domgjoni. Bei St. Gallen kam der von GC verpflichtete Aussenverteidiger Euclides Cabral zu seinem ersten Startelfeinsatz, rettete einmal entscheidend im Strafraum gegen den einköpfbereiten Antonio Marchesano, fand ansonsten aber noch nicht die Bindung zum Spiel und seinem Team. Der im Sommer direkt aus der Elfenbeinküste verpflichtete Salifou Diarrassouba feierte einen Monat nach seinem 19. Geburtstag sein Super League-Début. Der Doppeltorschütze bei der letzten Begegnung im Letzigrund, Elie Youan, begann wie Diarrassouba ebenfalls auf der Bank.

Wie üblich bei Begegnungen im Kybunpark begann das Spiel in relativ hohem Tempo – allerdings nicht vergleichbar mit der enormen Intensität in den letzten beiden Duellen der beiden Teams an gleicher Stelle. Beide Teams wie immer wenn sie aufeinandertreffen mit viel Vertikalität und schnellem Umschalten im Spiel und dazu von Beginn weg mit relativ viel Risiko. Schon in der Zweiten Minute profitierte St. Gallen vom weiten Aufrücken der Zürcher mit allen Feldspielern inklusive Innenverteidiger in der St. Galler Hälfte, als Blerim Dzemaili und Co. bei einem zweiten Ball vor dem Strafraum der Ostschweizer zu langsam reagierten und Basil Stillhart den weiten Ball hinter die Zürcher Abwehr unbedrängt spielen liessen. Der schnelle Kwadwo Duah war genau im richtigen Moment aus der eigenen Platzhälfte nicht in Offsideposition gestartet und hatte daher beim Zeitpunkt des Überquerens der Mittellinie bereits ein hohes Tempo aufgenommen, welches ihm den entscheidenden Vorsprung gab. Das 2:0 erzielte dann der sich gegen den FCZ immer wieder auszeichnende Basil Stillhart gleich selbst, als Jordi Quintilla mit seinem aussergewöhnlichen Freistoss die Zürcher Offsidefalle alt aussehen liess. Im Nachhinein gesehen war es falsch, in dieser Freistosssituation mit Offsidefalle zu agieren – vor allem wenn der Gegner einen Jordi Quintilla in seinen Reihen hat. Vor allem aber würde man sich solche Freistösse auch beim FCZ in der Offensive wünschen.

St. Gallen hat in der ersten halben Stunde Vorteile im Umschaltspiel, weil bei den Ostschweizern immer mindestens ein Spieler im Vollsprint dem Ball nachhetzt, währenddessen das Zürcher Mittelfeld dem Gegner mehr Zeit und Platz zum Umschalten lässt. Weil Blerim Dzemaili im Zentrum häufig grosse Lücken hinterlässt, die nicht alle von Ousmane Doumbia geschlossen werden können, müssen die Flügel Tosin und Khelifi vermehrt einrücken, um in der Mitte auszuhelfen – was in einigen Situationen auf Kosten der Besetzung ihrer Positionen auf den Seiten geht.

Nach der 2:0-Führung machen die Ostschweizer die Räume nicht enger, sondern spielen gleich weiter wie zuvor. Dadurch, dass der FCZ durch die zwei Nackenschläge vorsichtiger wird und mit den Innenverteidigern etwas weiter zurückstaffelt, werden die Räume für beiden Teams noch grösser. Ein so entstehender offener Schlagabtausch ist ganz im Sinne des in Rückstand liegenden Teams. Denn so bleibt weiterhin alles möglich, was sich dann ja auch bewahrheitet. Der FCZ seinerseits macht dem FCSG nicht den gleichen Gefallen und zieht sich mit der 2:3-Führung nach der Halbzeitpause zurück und lauert vorwiegend auf Kontermöglichkeiten. Da das Heimteam aus der Gallusstadt in den zweiten 45 Minuten personell und kräftemässig nachlässt, kann sich der FC Zürich sogar erlauben, seine drei, vier sehr guten Torchancen auf das mögliche 2:4 auszulassen.

Der FC Zürich kommt zu einem Penalty, aber ansonsten lässt St. Gallen kaum einen Standard in Strafraumnähe zu. Auf der anderen Seite kann sich bei St. Galler Eckbällen neben Nathan und Aliti erneut Adi Winter als konsequenter Manndecker hervortun. Auch Doumbia und Mirlind Kryeziu verteidigen in solchen Situationen ordentlich. Duah wird von Nathan genügend gestört, so dass dieser übers Gehäuse köpft und Tosin kann aus einer St. Galler Cornervariante mit einem konsequenten Sprint in Richtung Alessandro Kräuchi gar eine Zürcher Konterchance kreieren. Dass dann einmal doch Lukas Görtler nach einem Eckball gefährlich zum Abschluss kommt, ist einer aus Zürcher Sicht unglücklichen Richtungsänderung des Balles am nahen Pfosten zu verdanken.

45.+2 Min.: Game-Winning Goal Salim Khelifi

Das FCZ-Siegtor ist ein Team-Effort. Adrian Winter hält rechts an der Seitenlinie den Ball hervorragend mit Kampfgeist und Technik im Spiel, woraus sich ein Freistoss ergibt. Diesen schlägt Blerim Dzemaili etwas zu hoch in den Strafraum. Der Ball fliegt ins Seitenaus. Beim St. Galler Einwurf greifen Assan Ceesay und Antonio Marchesano zu zweit mit sehr gutem Forechecking gegen drei St. Galler an, so dass Alessandro Kräuchi den Ball im hohen Bogen an die Mittellinie befördern muss, wo diesen Ousmane Doumbia und Fidan Aliti gegen Jérémy Guillemenot und Kwadwo Duah gewinnen.

Doumbia prischt mit Ball am Fuss nach vorne, verfolgt von Duah, der seinen Fehler wieder gut machen will. Pass von Doumbia auf Ceesay, der mit einer für seine Körpergrösse erstaunlich behenden 180 Grad-Drehung den Ball mit der zweiten Berührung in die Tiefe in Richtung seines Fussball-Buddys Marchesano leitet. Der Steilpass gerät etwas zu kurz. Dadurch kommt es zum Zweikampf zwischen Duah und Marchesano. Duah kommt zu Fall, weil er durch seinen Spreizschritt im Moment des Zusammenpralls im Gegensatz zu seinem Gegenspieler nur mit einem Fuss den Boden berührt. Am Boden liegend in Bedrängnis durch Marchesano und Ceesay, zieht Duah zuerst kurz den Ball mit dem Arm zu sich (hätte Handsfreistoss für den FCZ geben müssen) und schaufelt dann schnell mit dem rechten Fuss den Ball weg. Dieser landet dabei Dzemaili direkt vor dem Strafraum in den Füssen.

In diesem Moment steht Salim Khelifi noch ziemlich unbeteiligt sieben Meter hinter Dzemaili, reagiert aber sofort, als er rechts des St. Galler Abwehrblocks den offenen Raum sieht. Khelifi ruft Dzemaili von hinten zu, sprintet in den Raum. Dzemaili zieht auf, um wie schon mehrmals zuletzt aus der Distanz sein Glück zu versuchen. Der Schussweg wird ihm durch Cabral verstellt. Im letzten Moment vor der Schussabgabe taucht im rechten Augenwinkel Dzemailis der von hinten heranstürmende Khelifi im Vollsprint auf, Dzemaili bremst seine Schussbewegung ab, haut dabei leicht in den Boden und lenkt den Ball in einer verzögerten Bewegung genau im richtigen Moment ideal als Vorlage in den Raum. Khelifi zieht aus 13 Metern mit dem rechten Vollrist direkt ab. Die vorhandene Bewegung des Balles optimal ausnutzend mit leichtem Aussenristdrall landet der Ball trotz des rasch reagierenden Ati Zigis rechts oben im »Torkranz».

Personalien

Adrian Winter (9) – Schön, gibt es beim FCZ aktuell auch Spieler, deren Formkurve nach oben zeigt. Bei kaum einem geschieht dies so pointiert, wie bei Adi Winter, der noch vor der Winterpause nicht den Eindruck vermittelt hatte, dem Team sportlich helfen zu können. Dies hat sich mittlerweile geändert. Winter wirkt deutlich wacher und fokussierter, als noch vor ein paar Wochen. Man könnte sich für die Rechte Seite gut das Duo Rohner / Winter vorstellen – mit Winter als eher statischem, kampfstarken und erfahrenen Partner und Rohner, welcher seinen Speed nach vorne und hinten ausnutzt.

Nathan (7) – St. Gallen ist sein Pflaster: der kampfstarke Brasilianer ist auch diesmal im Kybunpark wieder häufig im Zentrum des Geschehens.

Blerim Dzemaili (2) – Auch in St. Gallen läuft Dzemaili wie schon in Basel häufig der Musik hinterher, wie das Kleinste in der Familie, das den älteren Geschwistern hinterherhechelt. Wenn es jeweils den Ort erreicht, wo die Geschwister etwas entdeckt hatten, sind diese bereits wieder weitergezogen. So wirkt es aktuell in vielen Szenen beim FCZ: wenn Dzemaili am eigenen Strafraum anlangt, haben seine Kollegen soeben mit Ach und Krach ohne ihn die Situation geklärt und den Angriff gestartet. Wenn Dzemaili diesem dann Richtung gegnerischen Strafraum folgt, dann läuft bei seiner Ankunft dort bereits wieder der St. Galler Gegenangriff. In der 2. Minute ist es Dzemaili, der in einer hoch stehenden Mannschaft Basil Stillhart nicht energisch genug angreift, so dass dieser genug Platz und Zeit hat, um den entscheidenden Pass zum 1:0 für Kwadwo Duah optimal hinter die Zürcher Abwehr zu spielen. Bereits ab der 7. Minute bewegt sich Dzemaili sehr langsam in der Rückwärtsbewegung, nachdem ihm in der Szene zuvor ein Ball in aussichtsreicher Position versprungen ist. Beim ersten St. Galler Corner ist Dzemaili der einzige Zürcher, der seinen Gegenspieler (Stergiou) komplett aus den Augen verliert. Beim Zürcher Anstoss nach dem St. Galler 2:0 in der 10. Minute versucht er wie ein übermütiger Jungspund ein Dribbling durch die Mitte gegen eine grosse St. Galler Übermacht, woraus sich ein potentiell gefährlicher Gegenangriff der Grünweissen ergibt. Eine Minute später lässt er den ballführenden Lukas Görtler ziehen. So zieht sich das über die ganzen 83 Minuten Einsatzzeit weiter.

In der 2. Halbzeit kommt der FCSG zu weniger Torchancen, als man in Normalfall von einem Heimteam im Rückstand erwartet, aber wenn, ergibt sich für die Grünweissen meist eine Möglichkeit, weil Dzemaili nicht auf seiner Position ist – oder wie in der 79. Minute von Quintilla getunnelt wird, was Staubli eine hervorragende Abschlussposition eröffnet. Gleichzeitig lässt Dzemaili auch im Kybunpark immer wieder seine Klasse und Erfahrung aufblitzen und ist an allen drei Toren entscheidend beteiligt, wenn auch beim zweiten mit einem verunglückten Freistoss. Ausserdem bemerkt Dzemaili kurz vor seiner Auswechslung bei einem St. Galler Eckball als Einziger, dass der eingewechselte Staubli keinen Gegenspieler gegen sich hat und beordert Tosin, dies zu übernehmen. Der aktuelle Dzemaili erinnert in vielerlei Hinsicht an Denis Popovic, der im Alter von knapp 30 Jahren mit Trainingsrückstand nach Zürich gekommen war. Dieser brachte ebenfalls viel Erfahrung mit, war spielerisch stark und schlug ausgezeichnete Standards, war aber in seinem damaligen Zustand für die Super League zu langsam. Die Unterschiede zwischen Dzemaili und Popovic liegen im unterschiedlichen Status in Verein und der Mannschaft. Ausserdem hat Dzemaili den Vorteil, dass seine Mitspieler mittlerweile defensiv disziplinierter auftreten, als es zu Popovic-Zeiten der Fall gewesen war, und damit sein fehlendes Laufvermögen teilweise ausgleichen können. Die Causa Dzemaili wird für den FCZ zu einer zusätzlichen Prüfung, die man sich trotz des im Spätherbst gut funktionierenden zentralen Trios Doumbia – Domgjoni – Marchesano auferlegt hat. Ist Blerim wie ursprünglich befürchtet zu spät zum FCZ zurückgekommen, oder kann er stattdessen der Mannschaft doch noch einen Schub verleihen?

Ousmane Doumbia (5) – Ein Auftritt mit Aufs und Abs, hat sich im Vergleich zu seinem schlechten Spiel gegen Vaduz aber gesteigert und muss viele Löcher stopfen.

Aiyegun Tosin (6) – Der Kybunpark ist wohl das Stadion in der Schweiz, wo Tosin bisher seine besten Leistungen gebracht hat, aber nach dem katastrophalen Auftritt gegen Vaduz beginnt er auch hier in wenig erbaulicher Art und Weise. Drei Tage zuvor hatte der Nigerianer durch ein „dummes Foul“ an Sandro Wieser im eigenen Strafraum eigentlich einen Penalty verursacht, der aber nicht gepfiffen wurde. Und nun foult er in der 10. Minute auf eine ähnlich unnötige Art und Weise in der eigenen Platzhälfte den St. Galler Ruiz. Der fällige Freistoss führt zum 2:0 der Grünweissen. In der ersten halben Stunde geht es in ähnlichem Stil weiter mit Fehlpässen und verlorenen Zweikämpfen. Danach steigert sich Tosin allerdings deutlich, und hilft mit einer defensiv disziplinierten Leistung wesentlich mit, die durch Dzemaili entstandenen Lücken zu stopfen. Nach vorne hat er wie zuletzt immer seine besten Szenen in der Phase, wo er im Zentrum spielt. Tosin (wenn er wieder einsatzfähig ist) im Sturmzentrum zu bringen und Ceesay dafür auf dem linken Flügel, wo der Gambier seine Schnelligkeit optimal ausnutzen kann, scheint eine durchaus interessante Option zu sein – zumal auch ein nomineller linker Flügel als Zielspieler für die hohen Bälle Yannick Brechers dienen kann.

Antonio Marchesano (8) – Marchesano ist der Einzige aus dem Zürcher Mittelfeld, der im Gegenpressing dem Ball mit ähnlich viel Intensität nachhetzt, wie ein Ruiz, Görtler oder Stillhart bei St. Gallen. Doumbia ist im Vergleich dazu eher der (ebenfalls wichtige) Antizipator im Rückraum. An allen drei Toren ist Marchesano entscheidend beteiligt. Beim ersten gewinnt er bei einem Zweiten Ball das Laufduell und den Zweikampf mit Quintilla und bedient den freistehenden Dzemaili, welcher Ceesay in die Tiefe schickt. Der am Ursprung des Treffers stehende Marchesano verwandelt dann den Penalty nach Fazliji-Foul gleich auch noch selbst. Beim zweiten Treffer glaubt er an eine Chance, macht den Weg in den Strafraum und steht daher beim Zigi-Fehler am richtigen Ort und kann dank seiner Technik den Ball direkt im St. Galler Gehäuse versenken, bevor ein Gegenspieler eingreifen kann. Auch am Ursprung des dritten Treffers steht Marchesano mit seinem Forechecking zusammen mit Ceesay nach einem St. Galler Einwurf und seinem anschliessenden gewonnenen Zweikampf gegen Kwadwo Duah, den er zu einem aus St. Galler Sicht fatalen Fehlpass in die Füsse von Dzemaili bewegt. Mit sieben Treffern ist der Tessiner mittlerweile klar bester Zürcher Torschütze – und er trifft in vielfältiger Art und Weise. Er versteht sich auf dem Platz fast blind mit seinem ungleichen Bruder Assan Ceesay, was man von anderen Teamkollegen nicht unbedingt behaupten kann.

Salim Khelifi (7) – Nach den Niederlagen in Chiasso, Bern und gegen Vaduz, gewinnt der FCZ in dieser Saison erstmals Punkte, wenn Salim Khelifi auf dem Platz steht. Sicherlich eine seiner besten Leistungen im Zürcher Trikot bisher. Neben seinem Siegtreffer mit drei, vier weiteren starken Offensivaktionen, arbeitet zudem defensiv disziplinierter mit, als in der Vergangenheit. Allerdings kam Gegner St. Gallen Khelifis Spielstil entgegen. Ob Khelifi auch gegen statischere Gegner seine Bilanz als einem der unkonstantesten und defensiv schwächsten Flügel der Liga ablegen kann, muss sich erst noch weisen.

Wilfried Gnonto (1) – Ein fast völlig verunglückter mehr als zwanzigminütiger Auftritt. Verhält sich sowohl offensiv wie defensiv zu passiv sowie unaufmerksam und fällt mehrheitlich die falschen Entscheidungen.

Fabian Rohner (10) – Wie schon gegen Vaduz holt er ein Maximum aus seiner viertelstündigen Einsatzzeit heraus und trägt vor allem mit seinen beherzten Läufen und Tacklings in der Rückwärtsbewegung wesentlich dazu bei, dass St. Gallen zu keinem echten Schlussspurt mehr ansetzen kann.

Toni Domgjoni (10) – Zeigt sich erneut in ausgezeichneter Verfassung und verhindert in noch vielfältigerer Art und Weise als Rohner mit seiner konsequenten Laufarbeit, Spielintelligenz, gewonnenen Zweikämpfen und feiner Technik auf engem Raum ein St. Galler Aufbäumen in der Schlussphase. Nicht unwesentlich dank den eingewechselten Domgjoni und Rohner, die schon seit Juniorenzeiten gut zusammen agieren, bringt der FCZ die drei Punkte nach Hause.

Trivia

Der früher zu den schlechteren und vor allem einseitigsten Schiedsrichtern der Liga gehörende Lukas Fähndrich scheint sich in den letzten Monaten gesteigert zu haben, wie sich auch in St. Gallen wieder zeigt. Als Torhüter hätte es der FIFA-Referee (seit 2019) hingegen wohl nicht weit gebracht. Obwohl der Luzerner bei Freistössen seinen Butanspray generös einsetzt und einen langen Streifen auf den Boden malt, liegt der 36-jährige mit seiner Einschätzung der Positionierung der Mauer durch die Torhüter mehrmals kolossal daneben. Das Bild der wiederholt deutlich neben der temporär eingezeichneten weissen Linie stehenden Mauer entbehrt nicht einer gewissen Komik.

Eine weitere Flugstudie von „Air Jérémy“ Guillemenot nach einem berührungsfreien blitzsauberen Tackling durch den staunenden Ousmane Doumbia (Standbild: Blue)

Telegramm

FC ST. Gallen – FC Zürich 2:3 (2:3)
Tore: 2. Duah (Stillhart) 1:0, 10. Stillhart (Quintilla) 2:0, 16. Marchesano (Penalty. Ceesay) 2:1, 38. Marchesano 2:2, 45.+2 Khelifi (Dzemaili) 2:3.
FCZ – Brecher; Winter, Nathan, M. Kryeziu, Aliti; Dzemaili (83. H. Kryeziu), Doumbia; Tosin, Marchesano (70. Gnonto), Khelifi (76. Rohner); Ceesay (83. Domgjoni).
St. Gallen – Zigi; Kräuchi (80. Ribeiro), Stergiou, Fazliji, Cabral (76. Staubli); Quintilla; Görtler, Ruiz (46. Diarrassouba); Stillhart; Guillemenot (46. Babic), Duah (46. Youan).

Spiel und Gegner

Nicht nur wegen der zahlenmässigen Präsenz im Defensivzentrum, sondern auch dank der Disziplin jedes Spielers auf dem Platz und der beherzten Laufleistung macht Vaduz dem FCZ diesmal im Gegensatz zum 4:1-Auswärtssieg der Zürcher im Ländle im Oktober das Leben sehr schwer. Sogar den früher ziemlich behäbigen ehemaligen FCZ-ler Milan Gajic hat Vaduz-Trainer Mario Frick auf dessen „alte Tage“ noch einmal auf erstaunliche Art und Weise „zum Laufen gebracht“. Mehrere Szenen aus dem Match FCZ – Vaduz eignen sich als Lehrvideos für einen Kurs über optimales Defensivverhalten. Da kommt Frick als Erfahrungswert auch seine langjährige Spielerkarriere in Italien zugute. Für den FCZ, der selber seine Stärken im Umschaltspiel nach vorne hat, ist das aktuell deutlich unangenehmer, als gegen eine Mannschaft wie Basel zu spielen. Und es fällt zusätzlich noch schwerer ins Gewicht, wenn Gnonto, Marchesano und Khelifi mit zwei Ausnahmen im ganzen Spiel schlechte Standards treten. Der Stadtclub hat sich bezüglich defensive Disziplin in den letzten Monaten zwar verbessert, aber das aktuelle Vaduz ist diesbezüglich nochmal ein ganz anderes Level, mit welchem auch andere Teams noch Probleme bekommen werden.

Das Gegentor fiel nach einem Abspielfehler vor dem eigenen Strafraum des an diesem Tag häufig indisponierten Ousmane Doumbia und einem perfekt ausgeführten Corner von Milan Gajic und Yannick Schmid, der im Verlauf des kurzen Anlaufes des Vaduzer Standardspezialisten in hohem Tempo die Strecke zwischen Sechzehnmeterlinie und Fünfmeterlinie zurücklegte und dank dieser Wucht und des optimalen Timings schwer zu verteidigen war. Dies obwohl Schmids Manndecker Silvan Wallner zusätzlich noch Unterstützung durch Raumdecker Tobias Schättin bekam, während der für diesen Raum eigentlich zuständige Blaz Kramer sich durch den Lauf von Denis Simani irritieren liess und Richtung nahen Pfosten bewegte.

Grosschancen gab es ansonsten nur wenige in dieser Partie. Der FCZ kam erst in der 29. Minute zum ersten Abschluss! Der Stadtclub schien dabei durch die brenzligste Situation des ganzen Spiels eine Minute davor „aufgeweckt“ worden zu sein, als Yannick Schmid an die Latte köpfte und die Vaduzer wenige Momente danach einen Penalty forderten. Die Reklamationen waren berechtigt: Tosin hatte Sandro Wieser mit einer im eigenen Strafraum viel zu riskanten Aktion in unerlaubter Weise zu Fall gebracht. Allerdings war die brenzlige Situation mit dem Lattenkopfball und der Penaltyszene erst durch ein klares Stürmerfoul von Joël Schmied an Fidan Aliti ermöglicht worden. So konnte sich Joël Schmied von Aliti lösen und freistehend für Yannick Schmids Lattenkopfball auflegen.

Die beste FCZ-Torchance hatte Antonio Marchesano in der 38. Minute, als er bei einem Konter nach hervorragender Klärungsaktion von Fidan Aliti bei einer vier gegen drei-Situation sich mit einem Haken an der Strafraumgrenze gegen Joel Schmied durchsetzte, dann aber bedrängt vom heranstürzenden Yannick Schmid mit dem schwächeren linken Fuss aus relativ kurzer Distanz übers Gehäuse schoss. Die Gesamtnote der Mannschaft ist mit 4,8 ungenügend und vergleichbar mit dem verunglückten Saisonauftakt in Chiasso (4,7) – wobei der noch tiefere Notenschnitt der Startformation gegen Vaduz dabei durch die guten Leistungen der Einwechselspieler Ceesay, Winter und Rohner geschönt wird, dank denen der FCZ in der Schlussphase endlich eine ganze Reihe von zügigen Angriffen über die bei Vaduz personell unterbesetzten Seiten fahren konnte.

Taktik

Im Jahr 2020 hatte der FC Zürich nur beim 0:0 im Dezember in Luzern einen noch tieferen Wert an „Erwarteten Toren“ als im ersten Heimspiel nach der Winterpause gegen Aufsteiger FC Vaduz (Tore – 0:1, xG – 0,49:1,06). Der FCZ spielte wie üblich unter Massimo Rizzo und meistens bei Ludo Magnin im 4-2-3-1. Immerhin versuchte Rizzo in der 80. Minute mit der Einwechslung Hekuran Kryezius und Adi Winters für Wallner und Schättin und der Umstellung auf ein 3-4-1-2 auch einen taktischen Impuls zu geben. Allerdings wurde nur fünf Minuten später mit dem Wechsel Rohner für Domgjoni auch aus personellen Gründen wieder zurück auf 4-2-3-1 umgestellt.

Der ehemalige FCZ-Stürmer und Züri Live-Experte Mario Frick hat die Herbstrunde seines Teams analysiert und die taktischen Schlüsse daraus gezogen. Sein Team war selbst in der Challenge League eine Kontermannschaft gewesen und überliess den Grossteil des Ballbesitzes in der Regel dem Gegner. Nach einem ganz ordentlichen Super League-Saisonstart mit 3:5 Toren und zwei Punkten in den vier Spielen gegen die Top-Teams Basel, St. Gallen, YB und Lugano kam im Oktober mit der 1:4-Heimniederlage gegen den FCZ der erste grosse Dämpfer. Im ersten Spiel unter dem neuen FCZ-Trainer Massimo Rizzo hatten es die Liechtensteiner auf einmal mit einem Gegner zu tun, der sich noch mehr vors eigene Tor zurückzog als sie selbst, um dann mit erfolgreichen Kontern, zwischenzeitlichen Rhythmuswechseln und überfallartigem hohen Pressing sowie Standards erfolgreich zuzuschlagen. Bereits vor Saisonbeginn war Vaduz so etwas passiert, als es, allerdings auch dem ungünstigen Zeitplan geschuldet (weder richtig Ferien noch ein guter Aufbau möglich) gegen Hibernians aus Malta über 70% Ballbesitz aufgezwungen bekam und mit 0:2 seine grösste Europacup-Enttäuschung der letzten Jahre erlebte.

Nach der Winterpause verpasste Trainer Frick seinem Team daher, um die Balance wieder herzustellen, eine noch defensivere Ausrichtung als zuvor schon. Trat der FCV davor mit drei Offensivspielern an, was bereits wenig ist, sind es jetzt gerade mal noch zwei. Ein Stürmer wurde auf Kosten eines weiteren Mittelfeldspielers geopfert, was zum weltweit äusserst selten gespielten System einer Dreierabwehr kombiniert mit einem Rhombus („Raute“) im Mittelfeld geführt hat – davor vorne ein einzelner Stürmer. Vaduz agiert mit anderen Worten also weder mit einem Zweimannsturm, noch stehen offensive Flügelspieler auf dem Platz. Der zweite Offensivmann ist der „10er“ der Raute. Als zusätzliches defensiv sehr wirksames Element hat Frick nach der Auftaktniederlage in St. Gallen beim Punktgewinn gegen YB und Auswärtssieg in Zürich auf den beiden Offensivpositionen auf die beiden jungen und somit laufstarken Djokic und Di Giusto gesetzt. Diese vermögen mit ihren abgespulten Kilometern die fehlende nominelle Präsenz vorne bis zu einem gewissen Grad zu kompensieren und tragen stark zur defensiven Stabilität der Mannschaft bei, indem sie den Gegner in der gegnerischen Hälfte so lange wie möglich beschäftigen. Die arrivierten Cicek und Sutter wurden in diesen Partien erst später eingewechselt – Coulibaly (Aufbau) fehlte noch.

Wieder hat der FCZ einen entscheidenden Gegentreffer auf einen gegnerischen Eckball erhalten. Unter Massimo Rizzo hat man von Raumdeckung auf eine gemischte Mann-/Raumdeckung umgestellt. Genau solche Kopfballtore mit Anlauf wie von Schmid besser verteidigen zu können, ist das Hauptargument für Manndeckung. Wenn ein Standard allerdings perfekt ausgeführt wird und ein durchschnittlicher Manndecker wie Silvan Wallner zusätzlich nicht seinen besten Tag hat, dann nutzt auch Manndeckung nichts. Vaduz hat dreieinhalb starke Kopfballspieler – die drei Innenverteidiger plus halbwegs Sandro Wieser. Der FCZ hätte in aktueller Bestformation ebenfalls dreieinhalb starke Manndecker bei Standards: Aliti, Nathan, Sobiech und halbwegs Omeragic. Das wäre genau aufgegangen – aber es fehlten zwei davon. Wallner ist eine grosse Unterstützung in der Luft, wenn er einen guten Tag hat und im Raum verteidigen kann.

Unter den gegebenen Umständen Wallner auf Yannick Schmid anzusetzen, macht in physischer Hinsicht Sinn, weil dieser von den drei Vaduzer Innenverteidigern der schmächtigste ist. Allerdings haben wir von Isaac Newton gelernt, dass Kraft = Masse x Geschwindigkeit, und wie viel der Faktor Geschwindigkeit für die Kraft ausmacht, hat man beim Tor des für seine Grösse eher leichtgewichtigen Schmid eindrücklich gesehen – Wallner und Schättin kamen auch gemeinsam nicht dagegen an. Als Gegenspieler muss man da mit allen legalen Mitteln versuchen zu verhindern, dass der Opponent Geschwindigkeit aufnehmen kann. Denn ist dies mal der Fall, hat man es weitgehend nicht mehr in den eigenen Händen, das Tor zu verhindern. Da kann man fast nur noch auf fehlendes Timing und Präzision des Gegners hoffen.

Die Faktoren Timing und Präzision sind entscheidend. Beim FCZ ist diesbezüglich in der Offensive Antonio Marchesano mit Abstand der Beste. Kommt der Ticinese mal zum Kopfball, bedeutet dies sehr häufig: „Rete!“. Yannick Schmid ist bezüglich Timing und Präzision der beste Vaduzer Kopfballspieler. Aus dieser Perspektive kann es unter Umständen Sinn machen, den besten Manndecker (wohl Aliti) auf einen Yannick Schmid anzusetzen. Und es gleichzeitig zu riskieren, auf den grossgewachsenen aber etwas weniger präzisen Joël Schmied einen Mann anzusetzen, der in der Lage ist, einen Gegenspieler zumindest so zu stören, dass dessen Kopfball in die falsche Richtung geht – Toni Domgjoni wäre ein Kandidat dafür. Eine eindeutig richtige Lösung gibt es in dieser Frage aber nicht. Es ist eine knifflige Fragestellung. Und mit einem Wallner in besserer Tagesform wäre es vielleicht so wie geplant aufgegangen.

Personalien

Yannick Brecher (4) – Sorgt weiterhin für gefährliche Situationen, wenn er Bälle kurz nach vorne abwehrt. Mit der ein oder anderen Unsicherheit im Aufbauspiel, was ansonsten eher eine seiner stärkeren Seiten ist.

Silvan Wallner (2) – Dass sein Gegenspieler Yannick Schmid das entscheidende Tor erzielt hat, ist nicht ein wesentlicher Grund für die schlechte Note. Diese Aktion war von Seiten Milan Gajic und Schmid wirklich hervorragend gemacht mit aussergewöhnlichem Timing und der durchaus aufmerksame Wallner wurde dabei von Schmid zudem etwas in den Rücken gestossen. Wallner trat aber während der ganzen Partie eher wie ein Promotion League- als wie ein Super League-Spieler auf, angefangen von einfachen Dingen wie Einwürfen über Defensivkopfbälle bis hin zur Zweikampfführung. Das kann in der Endabrechnung auch durch seine Rettungsaktion im eigenen Strafraum in der 27. Minute nicht aufgewogen werden.

Fidan Aliti (8) – Klar, Dejan Djokic ist nicht einer der angsteinflössendsten Stürmer der Liga – trotzdem beeindruckend, wie ernst Aliti auch diese Aufgabe und den Vaduzer Forward komplett aus dem Spiel nahm. So wie Aliti überhaupt alles auf dem Fussballplatz sehr ernst nimmt – speziell wenn es mit „Tore verhindern“ zu tun hat. An der Art und Weise, wie Fidan beispielsweise bei gegnerischen Eckbällen seinen Gegenspieler keine Zehntelssekunde aus den Augen lässt, könnte sich beim FCZ noch manch einer eine Scheibe abschneiden. Auch wenn Aliti auf der linken Seite der Mannschaft mehr bringt, kann man ihn als Alternative jederzeit in der Innenverteidigung aufstellen. Eine noch höhere Note gegen Vaduz wird allein dadurch verhindert, dass der Basler in der letzten Viertelstunde des Spiels merklich nachgelassen hat.

Tobias Schättin (4) – So wie man ihn kennt: präzise Aktionen im Spiel nach vorne, defensiv hingegen eine ziemlich grosse Hypothek im Vergleich mit einem Fidan Aliti auf derselben Position.

Ousmane Doumbia (3) – So wie man ihn nicht kennt: nachdem der Ivorer in Basel noch der beste Mann gewesen war, im darauffolgenden Spiel gegen Vaduz wohl sein schlechtester Auftritt im FCZ-Dress bis anhin. Hat zwar auch einzelne gute Aktionen dabei, wirkt aber insgesamt für seine Verhältnisse aussergewöhnlich fahrig und lässt Gegenspieler häufig passieren. Sein unnötiger Ballverlust vor dem eigenen Strafraum in der 60. Minute führt zum Eckball, welcher das 0:1 bringt.

Toni Domgjoni (6) – Toni, wie man ihn seit Jahren kennt: solide, aufmerksam, engagiert. Biss nach einem ganz üblen Foul von Sandro Wieser (!) mit Tempo und der Sohle voran auf den Knöchel (nicht ganz so brutal, aber von der Art her ähnlich wie damals bei Gilles Yapi) auf die Zähne und hatte nach zwei, drei Minuten Fortbewegung im „Geher“-Modus dann sogar noch die ein oder andere starke Offensivaktion.

Aiyegun Tosin (1) – Wie man ihn seit einiger Zeit kennt: der Nigerianer läuft schon seit Monaten seiner einstigen Form hinterher. Das Vaduz-Spiel war dabei wohl der bisherige Tiefpunkt. Anstatt sich erst einmal auf die eigenen stark verbesserungswürdigen Aktionen zu fokussieren, dirigiert Tosin in der 1. Halbzeit mehrmals die Aussenverteidiger Wallner und Schättin und bringt sich dabei jeweils selbst aus dem Konzept. Hätte für sein Foul im eigenen Strafraum mit einem Penalty bestraft werden müssen. Das war gar nix.

Blaz Kramer (2) – Neu ist die Erkenntnis beileibe nicht. Kramer lässt die Super League-tauglichkeit Spiel für Spiel vermissen. Das so ziemlich einzige, was der Slowene kann, ist bei Kontern mit Tempo Richtung gegnerisches Tor ziehen und dabei das ein oder andere Mal zu reüssieren. Auf Technik, Kopfbälle in die richtige Richtung und Ballbehauptung ohne unnötige Stürmerfouls zu begehen hofft man hingegen bei ihm vergebens. Schafft es in einem einzigen Spiel, Yannick Schmid gleich zwei Mal mit dem Arm ins Gesicht zu schlagen und fliegt folgerichtig mit Gelb-Rot vom Platz.

Salim Khelifi (1) – Die Note wirkt vielleicht auf den ersten Blick etwas harsch, denn Khelifi hatte durchaus ein, zwei ordentliche Offensivaktionen und schien sogar defensiv etwas enagierter zu agieren, als früher. Aber bei einem rund 30-minütigen Einsatz zählen gemäss Bewertungssystem sowohl die positiven wie auch die negativen Aktionen doppelt – und negativ zu bewertende Aktionen gab es zuhauf, wie hier mal ein deplatziertes Absatztricklein vor dem gegnerischen Strafraum, oder da mal nicht einmal Challenge League-würdiges Zweikampfverhalten.

Fabian Rohner (9) – Holte in der kurzen Einsatzzeit offensiv das Maximum heraus. Sein beherzter Antritt von der Aussenverteidigerposition aus und die Klasse-Direktabnahme des ebenfalls eingewechselten Adi Winter mit dessen schwächerem linken Fuss wäre ein Tor wert gewesen. Leider schaffte es Blaz Kramer trotz Überzahl vor dem gegnerischen Strafraum nicht, den Ball ohne Stürmerfoul zu behaupten und weiterzuleiten. Rohner deutete allerdings auch an, dass er in der defensiven Phase aktuell nicht die beste Option für die Rechtsverteidigerposition ist. Nur fiel dies während diesem Kurzauftritt nicht ins Gewicht, weil praktisch ausschliesslich der FCZ aufs gegnerische Tor anrannte. Durchaus verständlich daher, dass Massimo Rizzo noch zögert, Rohner hinten rechts als Stammspieler einzusetzen – als Joker ist dieser hingegen mittlerweile fast schon unverzichtbar geworden. Ausserdem ist „Turbo Fabian“ auch eine Option für rechts vorne oder gar als Sturmspitze.

FC Zürich – FC Vaduz 0:1 (0:0)
Tore: 61. Schmid (Gajic) 0:1.
FCZ – Brecher; Wallner (81. Winter), Nathan, Aliti, Schättin (81. H. Kryeziu); Domgjoni (85. Rohner), Doumbia; Tosin (64. Khelifi), Marchesano, Gnonto (64. Ceesay); Kramer.
Vaduz – Büchel; Schmied, Schmid, Simani; Dorn, Wieser (90.+5 Gomes), Obexer (72. Hug); Gajic, Lüchinger; Di Giusto (62. Cicek); Djokic (46. Sutter).

Der Respekt vor Aufsteiger Vaduz in der Liga ist stark gewachsen. Dies zeigt sich unter anderem daran, dass zuletzt sowohl YB, als auch Lugano ihre taktische Formation im Spiel gegen die Liechtensteiner komplett umgestellt haben, um dem massierten Mittelfeld des Frick-Teams genügend Power entgegensetzen zu können – gereicht hat es in beiden Fällen trotzdem nur zu einem Unentschieden. Gar verloren hat die Partie gegen den FCV im Letzigrund der FC Zürich und dies obwohl Trainer Massimo Rizzo seine taktische Grundformation nicht geändert, sondern „nur“ im detailtaktischen Bereich Anpassungen vorgenommen hatte. Jetzt kommts nur 10 Tage später bereits zur „Revanche“ ennet des Rheins.

Bei den Rheintalern ist der zuletzt in Lugano gesperrt gewesene Sandro Wieser jetzt verletzt. Ausserdem freut man sich im Rheinpark, dass der wichtige Stürmer Mohamed Coulibaly im Cornaredo mit einem Teileinsatz sein Comeback feiern konnte und auch gegen den FCZ auf der Ersatzbank sitzt. Dort konnte das Frick-Team nach einem Einwurf sehr früh durch Joël Schmied auf Vorlage von Abwehrchef Yannick Schmid in Führung gehen. Vaduz ist somit in den letzten drei Spielen ungeschlagen.

Der FCZ hatte gegen YB nach der sehr guten Partie in Bern zum Saisonauftakt mit einem Schussverhältnis von 6:21 im Letzigrund zuletzt gefühlt einen Eückfall in die schlechtesten Phasen der vergangenen Saison. Beim Rizzo-Team beginnt heute mal Hekuran Kryeziu im MIttelfeldzentrum neben Blerm Dzemaili.

Massimo Rizzo hat vor der Nati-Pause „seine Mannschaft“ gefunden, muss in Sion nun aber auf Aiyegun Tosin und Ousmane Doumbia verzichten. Auch Lasse Sobiech ist nach seiner krankheitsbedingten Absenz noch nicht dabei, Assan Ceesay ist hingegen zumindest als Joker wieder dabei. Erwartungsgemäss erhalten Marco Schönbächler und Hekuran Kryeziu an Stelle von Tosin und Doumbia eine Chance von Beginn. Nils Reichmuth ist zusammen mit Rohner, Seiler, Gnonto, Ceesay, Winter und Baumann auf der Ersatzbank.

Der FC Sion hat bisher erst vier Partien bestreiten dürfen, dabei kaum Gegentore kassiert und nur eine Partie verloren. Weltmeister Fabio Grosso hat in diesen vier Partien drei unterschiedliche taktische Formationen auf den Platz geschickt. Gegen den FCZ scheint er wie zu Saisonbeginn in St. Gallen wieder einmal auf eine Dreierabwehr zu setzen. Neuverpflichtung Guillaume Hoaurau setzt er dabei erneut als Joker ein. Gesetzt ist auf der Sechserposition Rückkehrer Geoffroy Serey Dié, der letzte Woche im Kader der Nationalmannschaft der Elfenbeinküste in der Afrika Cup-Qualifikation stand. Roberts Uldrikis hat hingegen auf eine Reise nach Lettland verzichtet und wird mit einem Startelfplatz an Stelle des Wallisers Gaëtan Karlen belohnt.

Kann der FCZ den Schwung von vor der Nati-Pause mitnehmen?

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Seit dem Rücktritt von Hermann Burgermeister gehört Massimo Rizzo zu den langjährigsten FCZ-lern. Inklusive eigener Juniorenzeit ist der Zürcher in verschiedenen Funktionen mehr als drei Jahrzehnte im Klub. Häufig hatte er mehrere Funktionen gleichzeitig inne – beispielsweise Co-Trainer und Team Manager der 1. Mannschaft. Oder Co-Trainer der U21, Mitarbeiter auf der Geschäftsstelle und gleichzeitig auch noch Spielertrainer bei einem Stadtzürcher Amateurklub. Aktuell war Rizzo neben seiner umsichtigen Tätigkeit als Talententwickler und Cheftrainer der U18 auch noch Co-Trainer der U18-Nationalmannschaft des Schweizerischen Fussballverbandes.

Massimo Rizzo: D Schpiller wänd

Ob er den nächsten SFV-Termin im November wahrnehmen kann, hängt davon ab, wie lange seine zweite Amtszeit als Cheftrainer der 1. Mannschaft andauern wird. Im Gegensatz zu vor ziemlich genau fünf Jahren, als Rizzo als Co-Trainer unter Urs Meier und später Sami Hyypiä und Zwischenlösung auf dem Chefposten schon einmal ad interim die 1. Mannschaft übernahm, hätte er nun sowohl die nötigen Diplome als auch viel zusätzliche Erfahrung, um grundsätzlich in Zukunft auch einmal ein Profiteam ganz übernehmen zu können und zu wollen.

Massimo Rizzo: es isch ä Chopfsach

An der Pressekonferenz vor dem Heimspiel gegen den FC Basel legt Rizzo den Fokus aber auf den kommenden Match gegen den FCB und die bisher in dieser Saison noch sieglose Mannschaft. Ab heute Freitag sind nach Länderspielaufgeboten alle gesunden Spieler dem FCZ-Trainer zur Verfügung gestanden. Allerdings wurden Spieler, die bis zu drei Einsätze und / oder lange Reisen hatten wie Assan Ceesay, Fidan Aliti oder Benjamin Kololli nach dem Trainingsstart am Morgen vorerst mal direkt in die Regeneration beordert. Alle zusammen werden einzig beim Abschlusstraining am Samstag trainieren.

Massimo Rizzo: Gueti Laufleischtig gäg Rappi

Fehlen werden dabei die angeschlagenen Rechtsverteidiger Britto und Rohner, was für den 18-jährigen Silvan Wallner beinahe schon eine Einsatzgarantie bedeutet. Schättin, Tosin und Hekuran Kryeziu sind fraglich. Dies könnte auch für die linke Seite bedeuten, dass Fidan Aliti nach nur einem Training gleich gegen seinen Stammklub in der Startformation stehen wird. Der für den Test gegen Rapperswil-Jona krank gemeldete Lasse Sobiech scheint hingegen wieder auf dem Damm zu sein.

Massimo Rizzo: Jammere nützt nüt

Rizzo erwartet einen Auftritt mit Leidenschaft von seinem Team – das Resultat wird sich dann daraus ergeben. Allerdings habe die Equipe bereits bei YB und gegen Lugano eine gute Mentalität gezeigt, habe sich resultatmässig dafür dann aber nicht belohnt. Dies (vor allem der späte Ausgleich der Tessiner im Letzigrund) gemeinsam mit dem Auftritt in Lausanne habe das eigentlich vorhandene Selbstvertrauen der Mannschaft schon etwas beschädigt. Er habe mit den anwesenden Spielern sowohl einzeln wie in der Gruppe in dieser Nati-Pause viel gesprochen. Es ginge darum, nach vorne zu schauen und auf den Stärken aufzubauen. Dann liegt gegen Basel etwas drin. Der Wille, Einsatz und die Einsicht der Spieler sei da gewesen. Beispielsweise im Test gegen Rapperswil-Jona (4:0). Entscheidend sei aber, was die Mannschaft ab 16 Uhr am Sonntag auf den Platz bringe.

Massimo Rizzo: mir mönd oise Teil uf de Platz bringe

Letzte Saison hat der FCZ neben drei 0:4-Niederlagen das erste der zwei Heimspiele gegen die Rotblauen nach deren siegreichen Europacupauftritt in Spanien mit 3:2 gewinnen können. Am Sonntag werden beim ersten Heimspiel mit reduzierter Beschränkung rund 5’000 Fans im Letzigrund erwartet. Die Nationalmannschaftsauftritte der FCZ-Spieler waren in den letzten zwei Wochen sehr unterschiedlich. Der formstarke Assan Ceesay hat getroffen – während im anderen Extrem der schon in Lausanne schwach auftretende Benjamin Kololli ein Eigentor und eine Rote Karte verursachte.

Frage zum Spiel: Was für einen FCZ sehen wir am Sonntag gegen den FCB?

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Ende Mai und Juni ist die schönste Zeit der Schweizer Fussballsaison, denn es geht bei den Junioren um die Wurst. Der Blue Stars / FIFA Youth Cup auf der Buchlern findet neu Donnerstag / Freitag statt und der FCZ ist sowohl bei den jungen Männern (Partien können im Züri Live-Ticker über Twitter oder auf der Webpage verfolgt werden) wie Frauen wieder am Start! Der Spielplan sieht folgendermassen aus:

Donnerstag 30.5.

10:00 Internazionale – FCZ Frauen

11:40 SL Benfica – FCZ

12:40 FCZ Frauen – YB

14:20 PAOK – FCZ

18:05 Halbfinals Frauen

18:55 FCZ – Seattle

Freitag 31.5.

ab 12:05 Finalspiele Frauen

13:50 FCZ – Basel

ab 15:40 Finalspiele Männer

Eine spezielle Situation ergibt sich für die Planung des Turniers für den FCZ dieses Jahr, weil die U18, welche normalerweise die Basis der Turnier-Equipe des FCZ stellt, genau 24 Stunden nach dem Duell mit dem FC Basel auf der Buchlern im Heerenschürli im Playoff-Viertelfinalrückspiel (Hinspiel 0:1) auf den gleichen Gegner trifft! Sowohl für die Equipe von Massimo Rizzo wie für diejenige von Alex Frei stellt sich somit die Frage, ob speziell für den Freitag überhaupt Stammspieler an die Turnier-Equipe abgestellt werden sollen. Spielerisch und taktisch war in der ersten Begegnung am Sonntag im FCB-Campus St. Jakob der FCZ die bessere Equipe gewesen, vermochte aber daraus im Abschluss keinen Vorteil zu erzielen. Bereits im Cup war man gegen den gleichen Gegner als bessere Mannschaft im April im Penaltyschiessen ausgeschieden.

Gleichzeitig mit der U18 spielt am Samstag im Heerenschürli die U16  nach dem erfolgreichen Viertelfinal gegen YB das Playoff Halbfinal-Hinspiel gegen Meisterschaftsdominator Luzern. Dies wird für das sich im Verlauf der Saison steigernde Team von Daniel Gygax gleichzeitig auch der Gegner im Cupfinal vom 22. Juni sein. Am späteren Nachmittag laden dann die Double-Siegerinnen FCZ Frauen zum Abschluss ihrer erfolgreichen Saison und letzten Spiel von Trainer Andy Ladner ins Letzigrund gegen Cupfinalgegner YB. Auf diesen haben die Zürcherinnen in der Tabelle 58 (!) Punkte Vorsprung. Auch der erste Verfolger und Champions League-Qualifikationsteilnehmer Lugano liegt 28 Punkte zurück. Wie bei YB bei den Männern verteilen sich die Zürcher Tore auf viele erfolgreiche Torschützinnen. Die beste Zürcher Skorerin Fabienne Humm liegt daher vor der letzten Runde gleichauf mit der Lugano-Amerikanerin Cara Curtin mit 16 Treffern ein Tor hinter dem Führungstrio Brütsch (Luzern), Maksuti (Lugano) und Sarrasin (Servette, je 17 Treffer) und hat damit vor der letzten Partie noch realistische Chancen auf einen erneuten Gewinn der Torjägerkrone.

Samstag 1.6.

14:00 Heerenschürli: FCZ U18 – Basel (Viertelfinal-Rückspiel, Hinspiel 0:1)

14:00 Heerenschürli: FCZ U16 – Luzern (Halbfinal-Hinspiel)

14:00 Heerenschürli: FCZ U15 – Sion (Klassierungsrunde)

17:00 Letzigrund: FCZ Frauen – YB  (28. Runde)

Nach U21-Stürmer Kilian Pagliuca, der zum kommenden Challenge League-Gegner Wohlen ausgeliehen wurde, sucht der FCZ auch für Artjom Simonyan eine Lösung. Simonyan hat beim FCZ einen Vertrag bis 2018. Ein möglicher Leihtransfer könnte noch heute unter Dach und Fach gebracht werden. Zu den Interessenten gehört unter anderem der FC Le Mont.

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Der Armenische U21-Nationalspieler wartet immer noch auf seinen ersten Einsatz in der Challenge League. Zu Beginn der letzten Saison hatten die damaligen Trainer Meier und Rizzo auf ihn gesetzt und gegen GC (2:3-Derbyniederlage) und in St.Gallen (2:0-Auswärtssieg) zwei Mal von Beginn weg gebracht. Unter Trainer Hyypiä kam der heute 21-jährige dann aber nur noch zu zehn weiteren Teileinsätzen. In der Sommervorbereitung unter dem neuen Trainer Uli Forte wurde Simyonan 303 Minuten eingesetzt (mehr als Winter, nur knapp weniger als Schönbächler und Rodriguez), konnte seine Chance in diesen Partien aber trotz eines Tores gegen Austria Lustenau nicht nutzen.

Massimo Rizzo, wie ist die Reise nach Brest verlaufen?

Gut, sehr ruhig, wie das bei einem Charterflug meist der Fall ist. Den Flugplatz in Brest haben sie wohl extra für uns geöffnet, ausser ein paar Militärs war da absolut niemand.

Euer Hotel wird von Weissrussen als eines der besten des Landes gelobt.

Das Hotel ist okay und interessant, „old style“.

Wie ist die Stimmung im Team nach der Entbindung von Urs Meier von dessen Funktion als Cheftrainer?

Natürlich ist das im ersten Moment schwierig. Aber sie sind Profis und haben sich wieder gefasst. Nun wollen wir für Urs gegen Dinamo Minsk gewinnen.

Derbyniederlage, Wechsel auf der Trainerposition, Spieler kommen und gehen, neue Verletzte, Rückkehrer aus der Reha, und dann auch noch die kurze Vorbereitung auf das Auswärtsspiel in Weissrussland – war es schwer, in den letzten Tagen einen geordneten Trainingsbetrieb aufrecht zu erhalten?

Wir haben uns den Umständen entsprechend gut auf das Spiel vorbereiten können. Das Taktische haben wir noch in Zürich trainiert, hier in Minsk beim Abschlusstraining ging es dann in erster Linie um die Frische und ans Gewöhnen an den Rasen im Stadion.

Dinamo Minsk präsentiert sich in der Meisterschaft und auch europäisch als defensiv sehr kompakt. Wie kann man diese Festung knacken?

Ja, sie spielen sehr einheitlich und geschlossen. Wir müssen andere Lösungen finden, als im Hinspiel, um sie zu knacken. Wir haben erste Schlüsse aus dem Hinspiel bereits gezogen und werden uns am Matchtag das Hinspiel nochmal schnell anschauen und analysieren.