Jedes Mal, wenn es gegen Lugano geht, stellen sich immer wieder die gleichen Fragen: gelingt dem FCZ endlich wieder einmal ein Tor gegen die Tessiner? Und wie viele Jahrhunderte dauert es noch, bis man im Cornaredo über einen Sieg jubeln kann? In der direkt danebenliegenden Resega klappt es doch auch! In der Länderspielpause hat Assan Ceesay immerhin in der Afrika Cup-Qualifikation gegen Djibouti in einem Penaltyschiessen, in welchem die Hälfte der Schützen scheiterte, in einem psychologisch wichtigen Zeitpunkt seinen Elfmeter souverän verwandelt. Blaz Kramer traf im Test gegen das in diesem Zeitpunkt allerdings nur bedingt kompetitive Spartaks Jürmala im Heerenschürli zwei Mal. Bisher hatte der Slowene aber Mühe, sich abgesehen von hohen Bällen gegen Super League-Teams  überhaupt Chancen zu erarbeiten. Ausser Thun hat keine Mannschaft bisher so wenig Tore erzielt, wie der FCZ. Das Problem ist, dass die Stürmer und Offensiven Mittelfeldspieler des FCZ nicht nur wenig treffen, sondern auch im Spiel gegen den Ball im Vergleich zu den Vorderleuten anderer Super League-Teams weniger diszipliniert, lauffreudig und kompakt agieren. Das trägt wesentlich zu den vielen Gegentoren bei. Rund um den gegnerischen Strafraum müssen die Offensivspieler noch viel hungriger und geduldiger agieren: auch wenn die erste, zweite oder dritte Gelegenheit zum Abschluss nicht kommt, sich sicher zu sein, dass es das vierte Mal klappt.  Gestern abend erging es Xamax gegen YB ähnlich wie zwei Wochen zuvor dem FCZ: gutes Spiel, über weite Strecken die bessere Mannschaft, aber beste Torchancen ausgelassen – und dann vier kassiert.

Es ist trotzdem zu erwarten, dass Ludovic Magnin im Duell zweier Waadtländer Coaches an der Startformation gegen YB wenig bis nichts ändert. Lugano-Trainer Fabio Celestini muss auf den verletzten Stürmer Nicola Dalmonte verzichten. Für ihn könnte der Sonntagsschütze aus der ersten Direktbegegnung, Marco Aratore, zum Zug kommen. Linus Obexer wird wohl den ebenfalls angeschlagenen Numa Lavanchy ersetzen. Im Mittelfeld wird sich Celestini zwischen den beiden spielerischen Elementen Lovric und Custodio entscheiden müssen, wobei die bessere Physis und Vielseitigkeit den Ausschlag für den Österreichischen U21-Nationalspieler Lovric (zuletzt drei Tore gegen Albanien und die Türkei) geben könnte.

 

Frage zum Spiel: Welcher Zürcher trifft in Lugano?

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Der FCZ gewinnt das Testspiel gegen den in der Schweiz im Trainingslager weilenden Lettischen Meisterschaftsvierten Spartaks Jürmala. Bei Spartaks kam in der 1. Halbzeit der als Zwischenstation zwischen Finnland und Lettland anderthalb Jahre im FCB-Nachwuchs spielende jüngste Profi-Spross der Eremenko-Familie, Sergey Eremenko, zum Einsatz. Der frühere Aarau-Stürmer Edgars Gauracs war hingegen nicht im Kader. Der Ex-Klub von Xamax-Verteidiger Marcis Oss hatte zu Beginn Mühe mit einem dominierenden FCZ. Das Letzigrund-Team agierte im Vergleich zu anderen Testspielen im Spiel gegen den Ball vor allem zu Beginn engagierter und liess dem Gegner wenig Luft zum Atmen. Im Spiel nach vorne unterliefen Marchesano aber viele Fehlpässe, Mahi zeigte sich am Ball zu zögerlich, und Schönbächler war weder in der Vorwärts- noch in der Rückwärtsbewegung dort, wo es ihn brauchte. Lavdim Zumberi absolvierte eine ordentliche 1. Halbzeit auf der Sechserposition und löste die Zürcher Angriffe jeweils schneller aus, als sein erfahrenerer Nebenmann.

Blaz Kramer gelingt generell nicht viel in diesem Spiel, erzielt aber trotzdem ohne grosse Mühe seine Testspieltreffer Nummer zwei und drei gegen einen wenig Gegenwehr zeigenden Jevgenij Nerugals im Spartaks-Kasten. Und Tosin Aiyegun vermag nach der Pause gegen den ehemaligen Liga-Konkurrenten zu treffen. Dieser scheint ein Lieblingsgegner des Nigerianers geworden zu sein. 2019 hat er in allen vier Ligaspielen mit Ventspils gegen Spartaks getroffen und jetzt auch noch im Test mit dem FCZ. Gut vorbereitet hatte den Treffer Arlind Dakaj mit einem Ballgewinn und Lauf an die Strafraumgrenze. Der 17-jährige Mittelfeldspieler hatte bereits im letzten Testspiel bei Wettswil-Bonstetten mit seinen Balleroberungen und dem schnellen Umschalten nach vorne überzeugt. Marvin Graf brachte als Rechtsverteidiger ebenfalls wie in Wettswil Zug nach vorne, verantwortete auf seiner Seite aber auch defensive Löcher. Das Innenverteidigerduo der Zweiten Halbzeit, Fuchs / Luburic, musste zudem Lehrgeld bezahlen. Dies obwohl ihre Gegenspieler im Schnitt nicht wesentlich älter waren. Das Durchschnittsalter der Spartaks-Startelf war rund 21 Jahre und es kamen insgesamt sechs Teenager aus Nigeria, Senegal und Lettland zum Einsatz.

FC Zürich – Spartaks Jürmala 3:1 (2:0)

Tore: 10. Kramer (Mahi) 1:0, 44. Kramer (Marchesano) 2:0; 50. Tosin (Dakaj) 3:0, 70. Belakovic (Nwaorisa) 3:1.

FCZ 1. Halbzeit – Hadzikic; Catari, Nathan, Bangura, Erne; Marchesano, Zumberi; Tosin, Mahi, Schönbächler; Kramer.

FCZ 2. Halbzeit – Hadzikic; Graf, Fuchs, Luburic, Kissling; Seiler, Dakaj; Tosin (67. Koide), Arghandewall, Di Giusto; Kramer (67. Sulejmani).

Nicht eingesetzt: Brecher, Eyamba.

Spartaks Jürmala – Nerugals (60. Kapustins); Zalaks (46.Gonçalves), Kramens, Berenfelds, Opara; Vukmanic (46. Nwaorisa), Eremenko (46. Barry), Abdullahi (66. Adam), Belakovic; Otu (46. Tall), Ennin (69. Smith).