Die Schweizer U19-Nationalmannschaft der Frauen empfängt als Gastgeber im nächsten Juli die europäische Elite zur EM-Endrunde in Biel, Zug, Wohlen und Fribourg. Als erster Test diente dafür ein einwöchiges ebenfalls selbst organisiertes Viernationenturnier mit Gegnerinnen auf EM-Endrundenniveau (Schweden, Norwegen, Holland) in Weggis, Brunnen und Zug. Die Qualifikation für die EM 2017 war zuvor im Juni mit nur einem Punkt aus drei Spielen verpasst worden. Nun konnte auch der Heimvorteil am Viernationenturnier nicht genutzt werden. Die Gegnerinnen waren für diese Schweiz zu stark, und am Ende standen die Eidgenossinnen mit 0 Punkten aus den drei Partien auf dem Letzten Platz da. Auf das 0:1 gegen Norwegen in Weggis folgte eine 2:5-Klatsche nach 2:0-Pausenführung in Brunnen gegen die Niederlande und zum Abschluss ein 0:2 gegen Schweden, welche das Turnier gewannen.

Mit dabei waren sieben FCZ-lerinnen: Malin Gut, Elvira Herzog und Seraina Piubel gehören zum Kader der 1. Mannschaft – Sabina Jackson, Luna Lempèrière, Annina Rauber und Alissia Piperata spielen in der U21 (Nationalliga B). Die dritte Partie gegen Schweden verlief ziemlich ereignislos. Beide Teams schafften es nicht, richtig Druck aufs Tor zu erzeugen – bis die Schwedinnen in der 2. Halbzeit zum ein oder anderen gefährlichen Konter kamen. Die Differenz zwischen den beiden Teams machten vor allem die deutlich reiferen, schnelleren und zielstrebigeren Offensivspielerinnen wie Kajsa Akerberg, Loretta Kullashi und Olivia Wänglund. Bei den Schweizerinnen bestätigte sich einmal mehr der Eindruck, dass viele in der U17-Nati noch begeisternd an ihrem Limit agierenden Nationalspielerinnen in der U19 ihr Potential nicht mehr ausschöpfen können, oder gar Rückschritte gemacht zu haben scheinen.

Beim letzten Spiel in Zug wurden alle sieben Zürcherinnen eingesetzt. Torhüterin Elvira Herzog machte dabei einen ziemlich sicheren Eindruck, auch wenn sie nicht allzu viel zu tun hatte. Innenverteidigerin Annina Rauber fehlt es auf diesem Niveau an Schnelligkeit und zudem an Ruhe im Spielaufbau. Anders Luna Lempérière, die rechts in der Dreierabwehr agierte, und durch praktisch fehlerfreies, klares Spiel auffiel. Sabina Jackson und Alissia Piperata agierten hingegen ziemlich wirkungslos und waren keine grosse Hilfe. Die potentiellen Leistungsträgerinnen Malin Gut und Seraina Piubel wiederum präsentierten sich im Nationalteam weit unter ihren beim FCZ immer wieder gezeigten grossen Möglichkeiten. Dies konnte man schon in der letztjährigen U19-Mannschaft bei den FCZ-lerinnen Rahel Moser und Nathalie Lienhard beobachten.

Das A-Nationalteam hingegen startet mit zwei Siegen in die Qualifikation für die WM 2019 in Frankreich. Der Auftakt mit dem 4:1 im Albanischen Elbasan gegen das von allen europäischen Qualifikationsteilnehmern im Ranking am drittschlechtesten klassierte Team war aus Schweizer Sicht ziemlich harzig. Immerhin kam FCZ-Verteidigerin Julia Stierli zu ihrem Länderspieldébut. Nachdem sie in Albanien in der 65. Minute für die linke Seite eingewechselt worden war, begann Stierli beim anschliessenden Heimspiel gegen Polen in Biel neben Lia Wälti in der Innenverteidigung gar in der Startformation. Trotz des knapperen Resultates (2:1) war gegen die Polinnen um Ewa Pajor (Wolfsburg) und Katrzyna Kiedrzynek (PSG) eine Leistungssteigerung erkennbar. Cinzia Zehnder zeigte im 4-4-2 im Zentralen Mittelfeld neben Vanessa Bernauer eine starke Leistung und bestätigte, dass sie eine der Leistungsträgerinnen des nach sechs Rücktritten (darunter die FCZ-Spielerinnen Fabienne Humm, Martina Moser und Caroline Abbé sowie die Ex FCZ-lerinnen Sandra Betschart und Stenia Michel) etwas verjüngten Nationalteams werden kann. In beiden Partien wurde die FCZ-Mittelfeldspielerin über 90 Minuten eingesetzt. Schon länger zu den Teamleaderinnen gehört Lia Wälti (Turbine Potsdam) – wenn die Emmentalerin in der Innenverteidigung statt im Mittelfeld eingesetzt wird, spielt die Nationalmannschaft in der Regel besser. Als dritte aktuelle FCZ-Akteurin neben Zehnder und Stierli kam Meriam Terchoun in der 2. Halbzeit in Albanien zum Einsatz – Seraina Friedli und Lesley Ramseier sassen auf der Bank – Nathalie Lienhard stand auf Abruf bereit – Selina Kuster, Naomi Mégroz und Sandrine Mauron sind verletzt.

Die FCZ Frauen gewinnen den Spitzenkampf gegen den FCB vor 3’000 Fans im St.Jakob Park mit 3:1 und bleiben damit mit zwei Punkten Rückstand an Spitzenreiter Neunkirch dran. Am kommenden Samstag kommt es im neuen Schaffhauser LIPO Park zum Direktduell um die Tabellenspitze. Es wird an diesem 1.April beim FCZ ein regelrechter „Schaffhauser Tag“. Nach den Frauen um 14:00 in Schaffhausen treffen die Männer des FCZ und des FC Schaffhausen um 19:00 im Letzigrund aufeinander. Beide Spiele werden auf Züri Live übertragen.

In Basel stand im Vergleich zum 10:2 im Derby unter der Woche im Mittelfeld Lesley Ramseier für Malin Gut in der Startformation. Das Team von Trainer Dorjee Tsawa machte dem Gegner von Beginn weg mit Pressing das Leben schwer und kam in den ersten 10 Minuten zu fünf Eckbällen. Bereits in der 5. Minute erzielte die sich im Strafraum physisch gut behauptende Sanni Franssi alleine vor Ex FCZ-Goalie Stenia Michel die Führung. In der 35. Minute traf Julia Stierli mit einer schönen Direktabnahme aus 15 Metern nach einem gut getretenen Corner Lesley Ramseiers. Kurz nach der Pause zog die Rechte Aussenläuferin Nathalie Lienhard diagonal unwiderstehlich in den Strafraum und konnte Michel ebenfalls überwinden.

Das Tor für den FC Basel zum 1:3 erzielte in der 67. Minute nicht zufällig Innenverteidigerin Jana Brunner per Kopf aus der Distanz nach Szarvas-Eckball. Die Zentrale Defensive Brunner/Jaser war zusammen mit der Humm-Sonderbewacherin und Ex FCZ-lerin Sandra Aloi der beste Mannschaftsteil in den Reihen des Heimteams. Bei den Rotblauen kam in der 72. Minute Nationalspielerin Meriame Terchoun 10 Monate nach ihrem Kreuzbandriss zum Comeback, konnte in der verbleibenden Zeit aber nichts mehr ausrichten.

FC Basel – FC Zürich Frauen 1:3 (0:2)

Tore: 5. Franssi (Kuster) 0:1; 35. Stierli (Ramseier) 0:2; 48. Lienhard 0:3, 69. Brunner (Szarvas) 1:3.

FC Basel – Michel; Bangerter, Brunner, Jaser, Liebhart (61. Marti); Percival, Horvat, Aloi (58. Stein), Sundov (72. Terchoun); Szarvas; Beckmann.

FC Zürich Frauen – Friedli; Moser, Gensetter, Stierli; Lienhard, Mauron, Kuster (65. Krisztin); Deplazes (73. Willi), Ramseier (65. Cavicchia); Humm, Franssi.