Historisch hat der FCZ in der von dbfcz erfassten Zeitperiode gegen Lausanne-Sport(s) (seit 2003 ohne „s“ am Ende) eine negative Bilanz.Genauso wie auch gegen die anderen Kontrahenten aus den „Big 6“ – GC, FCB, Servette und (knapp) YB. In Lausanne hat der FCZ weniger als halbsoviele Siege wie Niederlagen eingefahren. Chancenlose Auftritte in der Stadt am Lac Léman haben in den letzten Jahren wesentlich zur Ablösung der Trainer Forte und Magnin beigetragen. Zuletzt gab es allerdings drei Siege und zwei Unentschieden in den letzten fünf Duellen mit den Waadtländern.

Historische Bilanz Lausanne-Sport gegen den FC Zürich (dbfcz-Statistik Stand: 5.3.2022)

Beim FCZ werden in den Tuilières die beiden gesperrten Omeragic und Dzemaili vermutlich durch Mets und Krasniqi ersetzt werden. Möglicherweise erhält wie schon vor der Winterpause auch diesmal wieder Wilfried Gnonto auf dem Kunstrasen eine Chance von Beginn weg, auf welchem Dzemaili wohl sowieso nicht von Anfang an aufgelaufen wäre. Damit wäre das Duo Krasniqi / Gnonto wieder vereint, welches damals für den 1:0-Führungstreffer im Waadtland gesorgt hatte. Aiyegun Tosin hat seit Wiederbeginn der Meisterschaft noch nicht überzeugen können.

Tatsächlich erhält wie gewünscht Gnonto an Stelle von Tosin die Chance von Beginn weg auf dem Kunstrasen der Tuilières.

Lausanne-Sport hatte zuletzt eine Serie von acht Niederlagen in Folge (inklusive Cup neun). Trotzdem war in der Rückrunde bisher nur die Startniederlage gegen St. Gallen wirklich ein schlechter Auftritt. Die anderen Partien verliefen über weite Strecken ausgeglichen, es fehlte den Waadtländern dabei hauptsächlich ein Goalgetter. Bei der 0:1-Niederlage zuletzt in Sion war Lausanne gar das bessere Team und hätte einen Sieg oder mindestens einen Punkt (so wie der FCZ zuletzt) im Wallis verdient gehabt. Der Leistungstrend unter dem neuen Trainer Casanova zeigt also nach oben. Die taktische Formation wird zwischen und während den Spielen viel gewechselt. Casanova vertraut offenbar Sow nicht, hingegen wird Anel Husic nicht mehr als verletzt gemeldet. Kommt der Schweizer U21-Nationalspieler rein, dann könnte Lausanne mit einer Dreierabwehr auflaufen.

Der wirblige Aussenspieler Toichi Suzuki empfahl sich zuletzt in zentralerer Position. Routinier Adrian Trebel (Nantes, Standard, Anderlecht) unterlief zuletzt in jeder Partie ein kapitaler Fehler. Wäre er jung, hätte ihn das schon länger seinen Platz gekostet. Ausserdem hat Lausanne weiterhin Mühe nach Auswechslungen sofort wieder in die Ordnung zu kommen, was zuletzt Sion im Tourbillon mit dem Siegtreffer von Giovanni Sio ausgenutzt hat. Trainer Casanova hat sich zuletzt vor allem darauf fokussiert, dass seine Mannschaft hinten und im Mittelfeld Zugriff aufs Spiel bekommen hat. Der nächste Schritt wäre nun der häufig einzigen Sturmspitze Pollero (oder Amdouni) Schritt für Schritt mehr Unterstützung zu geben, ohne die Kompaktheit im Mittelfeld zu verlieren.

Auch bei Lausanne gibt es nur einen Unterschied zur Aufstellung in der Vorschau: Ex FCZ-ler Stjepan Kukurozovic darf für Thomas von Anfang an ran. Die taktische Formation wird wohl wieder gleich wie bei der guten Leistung in Sion aussehen.

Wie gegen den FC Luzern kann der FCZ in der Dezember-Kühlbox der Tuilières früh gegen Lausanne-Sport in Führung gehen – wieder mal durch ein Tor nach einem Einwurf. Es ist der dritte solche Treffer in dieser Saison und der zweite gegen Lausanne. In dieser Vorrunde hat der FCZ eine klare Stammformation von neun Spielern. Dazu kommen je eine Position im Mittelfeld und im Sturm, die nicht fix vergeben sind. Diese beiden Positionen wurden in Lausanne durch die beiden Jungen Gnonto und Krasniqi besetzt, welche sich mit den beiden Toren zum 0:2 dafür bedankten. Mit dem ersten Sieg in Lausanne seit Mai 2014 ist somit eine weitere Negativserie gebrochen. Hohe Niederlagen in Lausanne (1:5, 0:4) waren in der Zwischenzeit jeweils nicht ganz unschuldig an den Trainer-Freistellungen von Uli Forte und Ludovic Magnin gewesen.

Mehr Bewegung Lausannes macht Unterzahl mehr als wett

Anders als im Luzern-Spiel, als der FCZ von Anfang an hoch presste, stand er diesmal tiefer. Insgesamt war es ein Spiel mit wenig Torszenen, welches der FCZ von Beginn weg im Griff hatte. Genau 600 gespielte Pässe (FCZ-Saisondurchschnitt: 357) zeigen wie kontrolliert die Gäste aus der Limmatstadt den Spielaufbau betrieben (Quote angekommene Pässe: 89% (hoch), Anteil Lange Bälle: 7% (tief), Match Tempo: 19,1 (hoch)). Speziell die Innenverteidiger schoben den Ball flüssig von einer Seite zur anderen, bis eine Lücke im Abwehrverbund des meist ebenfalls relativ tief stehenden Gegners aufging. Nach etwas mehr als einer halben Stunde konnte man nach der Gelb-Roten Karte gegen Trazié Thomas (Grobes Foulspiel an Assan Ceesay) in Überzahl spielen, konnte dies aber mit zunehmender Spieldauer zu seinen Gunsten nutzen. Im Gegenteil: FCZ-Ballbesitz war in der Phase vor dem Platzverweis bei 74% gelegen und ging danach kontinuierlich runter bis auf 29% in der Schlussviertelstunde der Partie. Dies weil Lausanne die Unterzahl durch mehr Bewegung mehr als wett machte und der zu Beginn geschonte Cameron Puertas sich zum spielbestimmenden Mann aufschwang. Zudem wurde das Zürcher Zentrum nach der Einwechslung von Moritz Leitner defensiv zu anfällig.

FCZ profitiert von Waadtländer Unordnung direkt nach dem Platzverweis

Telegramm

Lausanne-Sport – FCZ 1:3 (0:2)
Tore: 12. Gnonto (Krasniqi) 0:1, 33. Gnonto (Krasniqi) 0:2; 56. Marchesano (Handspenalty) 0:3, 77. Coyle (Mahou) 1:3.
Lausanne-Sport – Diaw; Chafik (59. Zohouri), Koné, Grippo, Husic; Ouattara (34. Puertas), Thomas, Kukuruzovic (79. N’Guessan), Suzuki (59. Coyle); Mahou (79. Sanches), Amdouni.
FCZ – Brecher; Omeragic, Kryeziu, Aliti; Boranijasevic (68. Rohner), Krasniqi (88. Hornschuh), Doumbia, Guerrero; Marchesano (68. Leitner); Gnonto (68. Tosin), Ceesay (82. Kramer).

Spiel, Gegner und Taktik

Als Yannick Brecher nach dem Lugano-Spiel in einem Interview davon sprach, nun „eine Serie starten zu wollen“, überkam uns bei Züri Live bereits ein mulmiges Gefühl. Solche Sprüche lassen bei ihm und seinem Team nie etwas Gutes erahnen. Es fehlt dann jeweils der hundertprozentige Fokus und Hunger einzig und alleine aufs nächste Spiel, ohne den man in dieser ausgeglichenen Liga keine Partie gewinnen kann – und so wirkte insgesamt der Auftritt gegen Lausanne-Sport dann auch. Vor allem gibt es nun wirklich überhaupt keinen Grund für übertriebenen Optimismus: gegen die Waadtländer hat der FCZ im fünften Spiel in Folge die schlechteren Torchancen als der Gegner gehabt – vor diesem Hintergrund sind die in dieser Zeitperiode errungenen fünf Punkte durchaus noch positiv zu werten.

„Das Umsverreckä hätt hütt gfählt“ – FCZ-LS 1:1 Kommentare

Der FCZ beginnt die Partie matt. Lausanne-Sport zieht aber seinerseits ebenfalls keinen guten Tag ein. Und so endet eine Partie, die keinen Sieger verdient hatte, am Ende mit einem unverdienten Punkt für beide Teams. Zu Beginn hatte der FCZ speziell in der Person von Marco Schönbächler enorme Probleme mit dem Lausanner Aufbauspiel über die linke Waadtländer Seite. Da liess sich Aussenläufer Toichi Suzuki jeweils zurück fallen und vermochte in Verbindung mit Flo die rechte Zürcher Seite immer wieder einfach zu überspielen. Auf Lausanner Seite war lange Zeit Gabriel Barès ein grosser Schwachpunkt und auch Cameron Puertas zeigte sich im Letzigrund weit von seiner Bestform von vor ein paar Wochen entfernt. Barès war es denn auch, der bei einer weiteren klasse Vorarbeit von FCZ-Leistungsträger Antonio Marchesano zum 1:0 in der 12. Minute durch Blaz Kramer wenig mehr als staunender Zuschauer gewesen war.

Personalien

Toni Domgjoni (7) – Ist erneut der Spieler, welcher nach einem Erfolgserlebnis (diesmal das Führungstor) sofort aufdreht und versucht, nachzusetzen. Hält das Zentrum zusammen mit Doumbia gut zusammen.

Ousmane Doumbia (10) – Ist während 90 Minuten defensiv und offensiv omnipräsent, hat sich in den letzten Spielen wieder gesteigert und bringt erstmals in diesem Kalenderjahr eine Top-Leistung wenn der Gegner nicht FCB heisst.

Marco Schönbächler (3) – Schönbi im Hoch nach dem Highlight in Lugano? Davon ist speziell in der 1. Halbzeit nichts zu sehen, die auf seiner Seite geprägt ist von falschem Timing, schlechtem taktischen Verhalten und einem viel zu zögerlichen Herangehen gegen den Ball. Nach der Pause gibt er sich defensiv mehr Mühe, möglicherweise auch im Hinblick auf seine wohl zum Voraus schon festgelegten Auswechslung nach einer Viertelstunde.

„Kramer für än Momänt wie in Trance“ – FCZ-LS 1:1 Highlights

Blaz Kramer (3) – Auch wenn er auf Vorarbeit von Antonio Marchesano sein fünftes Ligator erzielt: vom Slowenen kommt viel zu wenig, um selbst ein an diesem Tag nicht allzu sattelfestes Lausanne an den Rand einer Niederlage zu bringen, zu wenig zielstrebig und aufmerksam. Eine typische Szene in der 48. Minute, als er bei einem vielversprechenden Gegenstoss mit seinem gedankenlosen Laufweg die Einkreisung des ballführenden Doumbia durch die Lausanner Verteidiger geradezu herbeiführt, anstatt die gegnerische Abwehr auseinanderzuziehen und direkt die Tiefe zu suchen.

Benjamin Kololli (1) – Am 13. Dezember in Lugano hat sich Benjamin Kololli einen Muskelfaserriss zugezogen und gibt genau drei Monate später am 13. März gegen seinen Ex-Klub Lausanne sein Comeback. Der Waadtländer hat dabei trotz zwischenzeitlicher einmonatiger Winterpause 13 Ligaspiele verpasst. Positiv ist, dass er vergleichbar mit Evann Guessand beim Gegner vorne ins Spiel des FCZ Physis reinbringt. Einmal kann er sich an der Seitenlinie gut gegen Loosli durchsetzen. Ausserdem ist sein erster von zwei Eckbällen ganz ordentlich. Der Rest seines Auftrittes genügt aber bei weitem noch nicht. Der Ausgleich der Lausanner fällt unter anderem als Folge der Einwechslung Kolollis, der auf seiner Seite mehrmals hintereinander nicht konsequent genug zum Ball geht, diesen verliert und einen Freistoss verursacht, aus welchem der Treffer Guessands entsteht. Kololli lässt zudem in dieser Aktion seinen Gegenspieler Loosli völlig frei in den Zürcher Strafraum laufen. Überlegt sich bei der Mehrheit seiner Aktionen wenig, lenkt den Ball alibimässig ins Niemandsland oder stellt wichtige Passwege nicht zu.

Salim Khelifi (1) – Wie schon in den Heimspielen gegen Vaduz und Sion mit einer schlechten Benotung – somit auch ein wenig ein Symbolbild der negativen Heimbilanz. Obwohl er nur einen Kurzeinsatz leistet, ist seine Defensivarbeit nicht so konsequent wie noch in einigen seiner letzten Auftritte und auch nach vorne gelingt ihm nichts.

Telegramm

FC Zürich – Lausanne-Sport 1:1 (1:0)
Tore: 12. Kramer (Marchesano) 1:0; 66. Guessand (Bolingi) 1:1.
FCZ – Brecher; Omeragic, H. Kryeziu, Nathan, Aliti; Domgjoni, Doumbia; Schönbächler (61. Gnonto), Marchesano (79. Khelifi), Ceesay (61. Kololli); Kramer.
Lausanne-Sport – Diaw; Loosli, Jenz, Flo; Boranijasevic (69. Thomas), Barès (56. Da Cunha), Kukuruzovic, Suzuki (46. Tsoungui); Puertas; Bolingi, Guessand.