Dem FCZ gehen die Spieler aus. Nicht, dass Trainer Sami Hyypiä das Matchblatt nicht voll kriegen würde. So weit ist es noch nicht. Allerdings gibt es neben den Verletzten (Schönbächler, Kleiber, Alesevic, Yapi, Etoundi, Sanchez) und Gesperrten (Brunner) zu viele Spieler in der Kategorie «unter Vorbehalt».

  • Cabral wird am Montag in England vor Gericht erwartet.
  • Vinicius gibt sich Mühe, war aber wesentlich Mitverursacher von je einem Gegentor in Basel und gegen Luzern.
  • Chiumiento konnte zuletzt die Pace vom St.Gallen-Spiel nicht mehr hochhalten – es reicht ihm immer noch nicht für 90 Minuten Vollgas.
  • Entgegen dem, was in der NZZ von heute berichtet worden ist, ist Hyypiä noch nicht zufrieden mit der Defensivleistung (und wohl auch der Ausdauer) von Kevin Bua, sonst würde er ihn von Anfang an bringen.
  • Simonyan, Koné und Dominguez scheinen noch nicht ganz ready für einen Einsatz in der Startaufstellung zu sein.
  • Sarr ist sicherlich nahe an der Startelf, muss aber immer noch etwas cooler in seinem Spiel werden: Finnisches «Sisu» und so…
  • Turkes ist in einer guten Verfassung, aber kann man ihn am Dienstag von Anfang an bringen, nachdem er sowohl am Samstag, wie auch am Sonntag eingesetzt worden ist?
  • Dazu kommt die Torhüterposition, auf welcher der Trainer auf nächste Saison hin wohl eine Veränderung wünscht.

Bleiben vor dem Derby noch sieben Spieler übrig, auf welche Hyypiä  bauen kann:

Alain Nef, Oliver Buff, Philippe Koch, Burim Kukeli, Anto Grgic, Ivan Kecojevic, Aleksandr Kerzhakov.

Auf allen anderen Positionen wird der Finne Kompromisse eingehen müssen.

Da auch noch Oliver Buff und Kevin Bua angeschlagen ausfallen, hat sich Hyypiä für Vinicius, Sarr, Chiumiento und Dominguez in der Startelf entschieden. Züri Live geht von einer Dreierabwehr aus. Noch offen ist, ob Sarr oder Kukeli heute in der Verteidigung spielen.

1604 derby aufstellung

Nach einer guten ersten Viertelstunde, in welcher der FCZ mit flüssigem Kombinationsspiel die Partie in die Hand genommen hatte, brachte der erste Luzerner Konter mit dem Abschluss von Hyka an den Aussenpfosten nach einer vergebenen Abschlusschance von Vinicius im Luzerner Strafraum die Wende im Spiel. Von diesem Moment an gab der FCZ das Szepter aus der Hand, die Aktionen wurden fahriger, als Mannschaft war das Selbstvertrauen nicht mehr richtig da. Luzern konnte dies mit einer fokussierten Leistung und Konterfussball ausnutzen, und gewann schlussendlich im Letzigrund verdient mit 1:0. Das Gegentor fiel, als Michael Frey nach einem Vinicius-Fehlpass zwei Mal nicht energisch genug angegriffen wurde, und bei der flachen Flanke von rechts Yanick Brecher nicht das einzige Mal an diesem Abend eine schlechte Figur abgibt. Nach der Hereinnahme von Simonyan für Vinicius stellte der FCZ auf eine Viererabwehr mit Doppelsturm Buff/Kerzhakov um. Ein Lichtblick war in der Schlussphase der Kurzeinsatz von Stürmer Aldin Turkes, der sich seit der Wintervorbereitung im Fanionteam von Einsatz zu Einsatz zu steigern weiss.

FC Zürich – FC Luzern 0:1 (0:0)

Letzigrund – 8146 Zuschauer – SR Pache

Tor: 47. M. Schneuwly (Frey) 0:1
Zürich:
 Brecher; Brunner, Nef, Kecojevic; Koch, Grgic, Kukeli, Vinicius (71.Simonyan); Buff (84. Turkes), Chiumiento (56. Bua); Kerzhakov. 
Luzern:
 Zibung; Thiesson, Affolter, Puljic, Lustenberger; C. Schneuwly (91. Schachten), Haas, Neumayr (77. H.Kryeziu), Hyka; M. Schneuwly, Frey (89. Arnold).

Vor einer Woche ist Nico Elvedi erstmals für die Schweizer Nationalmannschaft aufgeboten worden. Angesichts der schon lange schwelenden Abwehrprobleme in der Landesauswahl möchte man beifügen: Endlich!

Der Zürcher Defensivmann hatte schon letzte Saison beim FCZ auf A-Nationalmannschaftsniveau gespielt, wurde vom Verband aber in der U19(!)-Nationalmannschaft eingesetzt. Auch im Verein wurde Elvedi letzten Mai nochmal für den Blue Stars/FIFA Youth Cup aufgeboten, wo er ebenfalls ziemlich unterfordert wirkte. So kommt es, dass der aus der FCZ Academy stammende heutige Gladbacher nur drei Tage nach seinem ersten U21-Länderspiel gegen England (1:1) auch gleich noch zu seinem Début in der Nationalmannschaft kommen könnte. Und dies im Letzigrund, seinem Heimstadion!

Beim enttäuschenden Auftritt in Dublin gegen Irland (0:1), war Blerim Dzemaili noch einer der wenigen Eidgenossen gewesen, die positiv auf sich aufmerksam machen konnten. In Abwesenheit von Gökhan Inler und weiterhin ohne den spielstarken Almen Abdi (wie lange noch?) konnte der in Zürich-Seebach aufgewachsene FCZ-ler als einziger mit seinem Direktspiel die gegnerische Abwehr ein wenig in Verlegenheit bringen.

Anto Grgic lief sich derweil bei der U21-Nati gegen England an der Seitenlinie vergeblich ein. Trainer Heinz Moser setzte im Zentrum neben dem YB-Duo Bertone/Zakaria weiterhin auf den gegen die wuchtigen Engländer doch etwas zu leichtgewichtigen Sechser Musa Araz vom FC Winterthur.  Auch als Zakaria ausgewechselt wurde, kam nicht Grgic in die Partie, sondern der seit längerer Zeit stagnierende Salim Khelifi. Grgics Handicap ist, dass er erst im Winter zur U21-Nati stossen durfte – nach einem eher unverständlichen kurzen Zwischenschritt in der U20 im Herbst, wo Grgic als Captain zwei Tore zum 3:2-Sieg in Polen beitrug (das Siegestor erzielte Elvedi) und auch beim 1:1-Unentschieden in Italien das Mittelfeld anführte.

Nur auf Pikett aufgeboten für die U20-Nationalmannschaft waren dieses Wochenende Maxime Dominguez, Kilian Pagliuca, Aldin Turkes und Diego Zoller. Mit Ausnahme von Dominguez standen sie alle in der Startformation der II.Mannschaft, die bei Brühl St.Gallen eine weitere bittere 3:4-Niederlage einstecken musste, wobei Turkes eines und Pagliuca zwei Tore erzielten. Ebenfalls zur Petrosyan-Truppe stiess nach dem 1:1-Unentschieden gegen Deutschland in Freiburg im Breisgau Verteidiger Michael Kempter. Novem Baumann, Nils Von Niederhäusern und Nicolas Stettler blieben hingegen beim Team von Auswahltrainer Reto Gertschen für das Rückspiel in Delémont, welches ebenfalls 1:1 ausging.

Stettler spielte als Rechtsverteidiger und Captain von Beginn weg, Von Niederhäusern wurde in der Schlussphase auf dem rechten Flügel eingewechselt, Baumann wurde nicht eingesetzt. Die Schweiz war in dieser Partie die bessere Mannschaft und hätte den Sieg verdient gehabt. Ein unglücklicher „Hands“-Penalty nach einer Intervention von Nicolas Bürgy (Wohlen) führte nach der Spielmann-Führung und weiteren Schweizer Topchancen zum Ausgleich. Die Stärke der Schweizer lag dabei aber vor allem im Mittelfeld und Sturm. Torhüter Marzino und auch die Abwehrreihe inklusive Stettler (hatte gegen Leon Guwara von Werder Bremen seine liebe Mühe) war am Anschlag, und war häufig nicht über alle Zweifel erhaben.

Die U19-Nationalmannschaft von Claude Ryf kann nach den klaren Niederlagen gegen die Türkei (1:4) und Italien (0:2) die EM-Endrunde in Aserbaidschan abschreiben. Der aus der FCZ Academy hervorgegangene Djibril Sow (Gladbach) ist der Dreh- und Angelpunkt, und beste Spieler dieses Teams. Dem Mittelfeldspieler gelang zum Auftakt gegen die Türkei mit der 1:0-Führung in der 5.Minute denn auch das bisher einzige Schweizer Tor des Turnieres. Ex-FCZ-Stürmer Dimitri Oberlin (Salzburg) ging hingegen bisher leer aus.

Burim Kukeli wurde bei der 1:2-Niederlage Albaniens in Österreich in den Schlussminuten für Taulant Xhaka eingewechselt. Aleksandr Kerzhakov feierte trotz einer leichten Muskelverletzung eine erfolgreiche Rückkehr ins Russische Nationalteam und legte nach seiner Einwechslung zur Halbzeit beim 3:0-Sieg gegen Litauen dem 19-jährigen Aleksandr Golovin dessen erstes Nationalmannschaftstor zum 2:0 auf. Kerzhakov hatte sich in seiner typischen Art mit einem Zickzack-Laufweg im Strafraum freigelaufen, seine Ballannahme und Weiterleitung zeugten zudem von seiner starken Technik.

Der FCZ ist parat und gewinnt die entscheidenden Zweikämpfe in Vaduz – vor allem Burim Kukeli und Alain Nef antizipieren immer wieder gut. Aber auch die vordere Reihe mit Oliver Buff, Franck Etoundi und sogar Davide Chiumiento hilft im Spiel ohne Ball viel mit. Zur Pause muss Gilles Yapi angeschlagen auf der Bank bleiben, Buff rückt auf seine Position, und der eingewechselte Kevin Bua bringt zusätzliches Tempo in die Konterangriffe. Der vor dem Spiel fraglich gewesene Etoundi muss in der zweiten Halbzeit leider ebenfalls angeschlagen vom Platz – sein Ersatz Aldin Turkes legt sich ins Zeug und kommt gleich zu vier Torchancen in der Schlussphase. Vaduz erwischt für einmal keinen guten Tag – Yanick Brecher muss keinen einzigen Ball halten. Das wichtige 1:0 wurde durch einen öffnenden Schnittstellenpass von Kukeli auf Chiumiento eingeleitet, mit etwas Glück landete dann die von Gülen abgelenkte Bua-Flanke wieder auf dem Fuss von Chiumiento, der seine gute Leistung mit seinem ersten Tor seit November 2014 krönte. Es war damals der 3:1-Sieg in Sion unmittelbar nach der Verletzung von Yapi.

FC Vaduz – FC Zürich 0:3 (0:0)

Rheinpark – 4527 Zuschauer – SR Jaccottet

Tore: 54. Chiumiento (Bua) 0:1, 61. Bua (Handspenalty nach Freistoss Buff) 0:2, 74. Buff (Foulpenalty, Foul an Bua) 0:3

Vaduz: Jehle; Von Niederhäusern, Gülen, Grippo, Borgmann; Janjatovic (64. Kamber), Ciccone, Kukuruzovic; Messaoud (64. Avdijaj), Sadiku, Sutter (64. Costanzo).

Zürich: Brecher; Nef, Sanchez, Kecojevic; Brunner, Kukeli, Yapi (46. Bua), Koch; Buff, Chiumiento (81. Simonyan); Etoundi (75. Turkes).

Beide Mannschaften gingen wenig Risiken ein, wobei YB höher stand, der FCZ aber mehr Ballbesitz hatte. So entwickelte sich ein relativ chancenarmes Spiel und dank dem Tor von Guillaume Hoarau in der 50.Minute nach Vorstoss an die Grundlinie von Lecjaks über links die zweite 0:1-Heimniederlage der Rückrunde für den FCZ. Aleksandr Kerzhakov zeigte sich in der Spitze wie immer bemüht, ging aber zu wenig auf die Ideen und die Spielweise der Mitspieler ein, so dass es vorne häufig an der Abstimmung mangelte. Moussa Koné kam diesmal als Einwechselspieler eine halbe Stunde zum Einsatz, und zeigte sowohl offensiv wie auch defensiv eine ansprechende Leistung. Ausserdem kam kurz vor Schluss der ebenfalls 19-jährige Aldin Turkes aus der „U21“ zu seinem ersten Super League-Einsatz, und hatte eine gute Szene.

FC Zürich – BSC Young Boys 0:1 (0:0)

Letzigrund – 7747 Zuschauer – SR Klossner

Tor: 50. Hoarau 0:1

Zürich: Favre; Brunner, Sanchez, Kecojevic, Koch; Yapi (87. Turkes), Kukeli, Grgic; Buff (65. Koné), Kerzhakov, Bua.

Young Boys: Mvogo; Hadergjonaj, Wüthrich, Von Bergen, Lecjaks; Ravet (79. Bertone), Zakaria, Gajic (88. Sanogo), Sulejmani (46. Gerndt); Kubo, Hoarau.

Der FCZ erlebt fünf Monate nach dem 0:0 im Cornaredo ein Déjà Vu. Nach einem klaren Chancenplus in Lugano resultiert auch diesmal ein torloses Unentschieden. War im Herbst das Schussverhältnis noch 16:8 gewesen, war es diesmal mit 18:7 noch klarer. Das Cornerverhältnis war am Ende 11:3, und das Team von Sami Hyypiä hatte als Gastmannschaft 60% Ballbesitz. Genau wie im September spielte der Stadtclub auch diesmal mit einer Dreierabwehr. Der in die Startaufstellung zurückgekehrte Philippe Koch agierte diesmal aber nicht im linken, sondern im rechten Couloir. Im September war der langjährige Stammspieler noch der auffälligste Mann auf dem Platz gewesen – diesmal zeigte er eine durchschnittliche Leistung.

Auch beim erst zweiten Aufeinandertreffen im Cornaredo in der Super League-Ära konnte der FCZ viele Ballgewinne in der gegnerischen Hälfte erzielen. Ausserdem wurde der Devise von Sami Hyypiä, mehr über die Flügel zu spielen, Folge geleistet. Allerdings war dabei das Problem. dass die Flanken in den Strafraum meist kaum für Torgefahr sorgten – in der zweiten Halbzeit auch deshalb, weil Franck Etoundi nicht mehr auf dem Platz stand. Dieser musste (wohl mit einer Schulterverletzung) bereits kurz vor der Pause ausgewechselt werden. Der wiedergenesene Oliver Buff kam für ihn ins Spiel: dem Zürcher gelangen einige gute Einzelaktionen und Zuspiele im Mittelfeld – er konnte aber vor dem gegnerischen Tor zwei Grosschancen nicht nutzen. Auch Kerzhakov und Bua liessen beste Abschlussmöglichkeiten liegen, und agierten in diesen Situationen zu wenig fokussiert.

Torgefahr entstand immer, wenn der FCZ durch einen Pass in die Tiefe, eine Einzelaktion oder einen Konter hinter die Abwehr kam. Das Toreschiessen ist bei Offensivspielern häufig eine Frage des Selbstvertrauens. Fast jeder hat mal längere Flauten zu verzeichnen – aber wenn man wieder trifft, dann flutschen die Tore häufig am Laufmeter wie das Ketchup aus der Flasche. Etoundi hatte zum Vorrundenende gleich drei Mal hintereinander getroffen. In Lugano hatte er allerdings als einziger Offensivmann bis zu seinem Ausscheiden keine grosse Torchance. Buff, der beste verbliebene FCZ-Torschütze der Saison hat seinen letzten Liga-Treffer Anfang November zur Führung bei YB in Bern erzielt. Bua war letztmals ebenfalls im November per Kopf im Heimspiel gegen Lugano erfolgreich.

Andere FCZ-Offensivspieler hatten in jüngster Vergangenheit allerdings deutlich extremere Torflauten, als Bua und Buff. Chiumiento beispielsweise hat die ganze letzte Rückrunde nicht getroffen – auch Sadiku, Chikhaoui, Chermiti und Schneuwly blieben vor Jahresfrist beinahe die ganze Halbsaison lang ohne Torerfolg. Gavranovic brauchte nach seinem Tor beim Début gegen Vaduz am 8.März 2015 mehr als ein halbes Jahr bis im Oktober, um gegen Basel seinen zweiten Treffer nach der Verletzungspause zu erzielen. Der vom FCZ für die nächste Saison verpflichtete Antonio Marchesano traf in der Challenge League mit Biel in den ersten sechs Wochen der aktuellen Saison 10 Mal ins gegnerische Netz, hat nun aber seit August keinen einzigen „Topf“ mehr aus dem Spiel heraus gemacht. Zudem ist das Hauptbusiness von Bua und Buff eher die Torvorbereitung und speziell Buff hat in Lugano nach seiner Einwechslung die eine oder andere gute Tormöglichkeit von Teamkollegen gut vorbereitet.

Bei Kerzhakov ist es wohl eher eine Frage der Tagesform. Schon in der Vorbereitung hat der Russe gegen Ried herrlich mit der Hacke getroffen, und in anderen Spielen dann beste Torchancen eher kläglich vergeben. Sehr treffsicher, sowohl im Training wie auch in Ernstkämpfen, zeigt sich Mittelfeldspieler Anto Grgic. Der neu zum Kader der U21-Nationalmannschaft gehörende Zürcher benötigt nur wenige Abschlusschancen, um zu treffen. Kurzfristig konnte er aber offenbar wegen Nackenbeschwerden in Lugano nicht eingesetzt werden. Der für ihn in die Startformation gerückte Kukeli ist natürlich bezüglich Feuerkraft vor dem gegnerischen Tor kein wirklicher Ersatz. Der erfahrene Solothurner machte aber ansonsten seine Sache gut, und gehörte zu den besten Spielern im Team von Sami Hyypiä. Vor allem beim Umschalten auf Angriff waren seine Pässe in der Regel präzise und hatten das richtige Timing.

Sami Hyypiä hat auch in Lugano wieder die Dreierabwehr Nef-Sanchez-Kecojevic auf den Platz geschickt, was auch diesmal viel zur defensiven Stabilität beigetragen hat. Keiner der drei war völlig fehlerlos, aber selbst wenn sich einer mal verschätzte und ein zweiter falsch stand, war immer noch ein dritter Mann da, der die Situation schlussendlich klären konnte. Nef spielt schon die ganze Saison konstant nahe an seinem aktuellen Leistungsvermögen, Kecojevic hat seit der Rückkehr von seiner Verletzung kurz vor der Winterpause aktuell seine bisher stärkste Phase im FCZ-Dress, und Leonardo Sanchez präsentiert sich als Verstärkung. Der FCZ hat nun immerhin bereits seit Ende November in keinem Spiel mehr als ein Gegentor erhalten. Ein Negativpunkt des Auftritts in Lugano war die Verletzung von Franck Etoundi noch vor der Pause. Schon in der Vorrunde hatte der FCZ gefühlt mit Abstand am meisten verletzungsbedingte Auswechslungen. Nun trifft es zu Beginn der Rückrunde eine Woche nach Kleiber in Luzern den zweiten, welcher im schlimmsten Fall länger ausfallen könnte.

Eventuell kann Artjom Simonyan in den nächsten Wochen wieder zurückkehren – auf seinen Geburtstag hin hat es in Lugano noch nicht gereicht. Dafür kam Moussa Koné in der Schlussphase zu seinem ersten Einsatz in einem Pflichtspiel, und nimmt damit den letzten Kontingentsplatz der Saison ein. Der Senegalese musste sich dafür an der Seitenlinie mehrere Minuten gedulden, denn in jener Phase griff der FCZ in Überzahl gegen nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Malvino sich zurückziehende Luganesi ununterbrochen an, und der Ball blieb im Spiel. So kam der 19-jährige schlussendlich erst in der 93.Minute ins Spiel – ein gutes Omen? FCZ-Trainer Sami Hyypiä kann nun nur noch neue Spieler einsetzen, die Schweizer, und vor dem 1.Januar 1994 geboren sind – zum Beispiel Maxime Dominguez, Kilian Pagliuca, Aldin Turkes oder Vasilije Janjicic.

FC Lugano – FC Zürich 0:0

Cornaredo – 3975 Zuschauer – SR Pache

Tore: –

Lugano: Valentini; Veseli, Malvino, Urbano, Jozinovic; Rey, Piccinocchi (57. Pusic), Crnigoj; Culina (57. Rossi), Susnjar (87. Donis), Bottani.

Zürich: Favre; Nef, Sanchez, Kecojevic; Koch, Kukeli (86. Sarr), Yapi, Vinicius; Bua (93. Koné), Kerzhakov, Etoundi (45. Buff).

 

Der FC Zürich verpflichtet den Schweizer Junioren-Nationalstürmer Kilian Pagliuca. Dies macht der Spieler selbst auf seinem Twitter-Account und der Facebook-Page bekannt. Pagliuca ist ein grossgewachsener Forward, der aber auch spielerische Qualitäten mitbringt. Er hat in diesem Bereich – aber auch in körperlichen Belangen – Vorteile gegenüber seinem direkten Konkurrenten Aldin Turkes (2.Mannschaft).

Nach Turkes und Moussa Koné ist Pagliuca der dritte 19-jährige Stürmer, welcher Trainer Sami Hyypiä neben den beiden erfahrenen Kerzhakov und Etoundi zur Verfügung steht. Er unterschreibt seinen ersten Profivertrag bis 2020 und wird die Nummer 7 von Mario Gavranovic übernehmen. Der Stürmer stammt aus einem Genfer Vorort und hat sich die letzten dreieinhalb Jahre in der Organisation von Olympique Lyonnais entwickelt. Nach Maxime Dominguez und Kevin Bua ist er der dritte Genfer aus dem Servette-Nachwuchs im Team. Für Schweizer Juniorennationalteams hat Pagliuca in 30 Partien 10 Tore erzielt. Im Alter von 15 und 16 Jahren hat Pagliuca zudem zwei Jahre lang im SFV-Ausbildungszentrum in Payerne trainiert, und dort vor allem was Abschlussqualitäten betrifft, nach eigenem Bekunden viel von Stéphane Chapuisat profitiert.

Mit Lyon hat er die letzte Saison in der Reserve 11 Partien absolviert und stand davor mit den Junioren im Final um den prestigeträchtigen Coupe Gambardella (0:2 gegen Sochaux). Pagliuca wurde als eines der grössten Talente von Lyon betrachtet, an dem auch Napoli und ManU interessiert gewesen sein sollen. In den sozialen Netzwerken ist das Bedauern über seinen Abgang bei den Lyon-Fans zahlreich und gross. Wegen seines Alters und der Nationalität muss Pagliuca nicht auf die Kontingentsliste und könnte daher sofort eingesetzt werden.

Bild: @KilianPagliuca

„Er nimmt Medikamente. Ich habe lange auf ihn gewartet, aber wir haben keine Zeit mehr.“ Aus FCZ-Trainer Sami Hyypiäs Worten wird ersichtlich, dass Marco Schönbächlers Super League-Saison aufgrund seiner Adduktorenprobleme wohl bereits in den nächsten Tagen vorbei sein wird, wenn nicht noch ein kleines Wunder passiert. Der ebenfalls schnelle, aber taktisch noch etwas unbedarfte Moussa Koné (19) aus dem Senegal steht Gewehr bei Fuss, um den letzten verbliebenen Kontingentsplatz im Kader von Hyypiä einzunehmen.

Koné hat in der Vorbereitung in der zweiten Halbzeit gegen den SV Ried über den rechten Flügel viel Dampf gemacht – in jener Halbzeit fiel auch das einzige Zürcher Tor der Testphase – allerdings durch einen Corner von der linken Seite. Der junge Senegalese kann sowohl im Sturm, wie auf der offensiven Aussenposition eingesetzt werden. Über diese habe seine Mannschaft gegen Sion zuwenig agiert, und speziell in Überzahl zu viel durch die Mitte machen wollen, meint Hyypiä beim Vorschaugespräch vor dem Auswärtsspiel in Luzern gegenüber den Medien am Freitag mittag.

Defensiv hat Hyypiä seine Mannschaft zum Rückrundenauftakt abgesehen von der Szene, die zum Gegentor geführt hat, „nicht schlecht“ gesehen. Dies trotz einer ziemlich offensiven Aufstellung auf Seiten des Letzigrund-Teams. Der Fehler von Cédric Brunner wurde dabei in der entscheidenden Szene des Sonntags im Mittelfeld durch einen Ballverlust beim Spiel durch die Mitte eingeleitet.

Wieder im Training zurück vor dem Duell in der Innerschweiz ist Burim Kukeli. Ob der Mittelfeldspieler aber bereits wieder für das Spiel bei seinem Ex-Klub in Frage kommt, ist noch offen.  Kerzhakov trainiert seit seiner Ankunft beim FCZ sehr gut, kann aber fitnesstechnisch immer noch etwas zulegen. Das gleiche gelte gemäss Hyypiä umso mehr für Davide Chiumiento, welcher „okay“ trainiere. Leonardo Sanchez bescheinigt der Finne einen grossen Willen, aber die fehlenden Sprachkenntnisse würden ihn daran hindern, eine Führungsrolle einnehmen zu können.  „Man kann nie genug Leader im Team haben“ meint Hyypiä zu diesem Thema: jeder müsse auf dem Platz selbst Verantwortung übernehmen, weil man auch im Training nicht alle möglichen Spielsituationen simulieren könne.

Philippe Koch wird am Sonntag in der Swissporarena gesperrt sein. Damit wird aus dem gegen Sion auf der Bank beginnenden Aussenverteidigerduo Vinicius/Kleiber sicherlich mindestens einer diesmal in der Startformation stehen. Die weiterhin mit der 1.Mannschaft trainierenden Spieler aus der U21 wie Janjicic oder Turkes haben gemäss Hyypiä ebenfalls Chancen, sich für den Kader gegen Luzern aufzudrängen.

Zentrale Offensive (1-2 Positionen):

Neuverpflichtung Aleksandr Kerzhakov wird voraussichtlich gesetzt sein. Er hat in der Vorbereitung durch konstant gute Leistung und seinen Einsatzwillen überzeugt. Sein erstes Tor für den FCZ mit der Hacke gegen den SV Ried nach Kopfballverlängerung von Alain Nef war standesgemäss. Der Russische Rekordschütze weicht auch gerne auf die Seiten aus, und schlägt gute Flanken auf aufgerückte Mitspieler.

Das erste Tor von Kerzhakov für den FC Zürich im Testspiel gegen den SV Ried

Designierter Sturmpartner in einem Zweimannsturm wäre Franck Etoundi, welcher sich von den Qualitäten her mit Kerzhakov gut ergänzt, da der Russe auch hängende Spitze spielen kann. Ausserdem ist Etoundi für die Balleroberung und –behauptung an vorderster Front wichtig. Allerdings haben die beiden in der Vorbereitung gerade mal 45 Minuten zusammenspielen können. Für die Rolle als zurückhängende Spitze hinter Etoundi oder Kerzhakov ist zudem der torgefährliche Techniker Oliver Buff prädestiniert. Mit Kerzhakov, Etoundi und Buff werden drei Spieler mit unterschiedlichen Stärken für die zentrale Offensive zuständig sein.

Artjom Simonyan oder Kevin Bua können ebenfalls vorne im Zentrum eingesetzt werden. Maxime Dominguez hingegen, der ebenfalls hängende Spitze spielen kann, ist läuferisch und physisch noch nicht ganz auf Super League-Niveau. Für die Stoss-Stürmerposition macht Aldin Turkes Fortschritte, braucht aber ebenso noch Zeit, wie Moussa Koné. Diese Offensivkräfte müssen sich über das Training, Kurzeinsätze und Spiele in der 2.Mannschaft empfehlen.