Nach einem klaren 9:0 Gesamtskore gegen die Bosnier von Zrinjski Mostar, konnte die speziell für diesen Wettbewerb aus der U21 und U18 zusammengewürfelte „U19“ des FCZ in der folgenden Runde die 0:5-Auswärtsniederlage in Rumänien gegen Viitorul auf dem heimischen Utogrund trotz beherztem Tempofussball beim 2:0-Sieg im Rückspiel nicht mehr aufholen. Viitorul Constanta, dessen 1.Mannschaft von Rumäniens grösster Fussballlegende aller Zeiten Gheorghe Hagi trainiert, zur Zeit in der Meisterschaft auf Platz 1 liegt, hat sich nun auch gegen den FC Kopenhagen mit 4:2 durchgesetzt und steht zusammen mit Jugendteams von Real, Barcelona oder Ajax im Achtelfinal des UEFA Youth Cup.

In der gleichen Runde schied der zweite Schweizer Teilnehmer FC Basel gegen Rosenborg Trondheim mit 0:1 aus. Basel war in der letztjährigen U18-Meisterschaft im Halbfinal am FCZ gescheitert, durfte aber wegen der Champions League-Teilnahme der 1.Mannschaft trotzdem am Youth Cup teilnehmen. Trainer Raphaël Wicky äusserte gegenüber der „Tageswoche“, dass das viele Meckern beim Schiedsrichter in der 2.Halbzeit mitverantwortlich für das Ausscheiden gewesen sei.

 

Mit Fabian Rohner, Kevin Rüegg und Izer Aliu sind beim FCZ-Trainingsstart drei Talente aus der 2.Mannschaft mit dabei, die nicht nur ins Trainingslager mitreisen, sondern in der Rückrunde gemäss Aussage des Sportlichen Leiters Thomas Bickel auch zu Einsätzen kommen sollen. Aliu ist in der bereits sehr weit zurückreichenden Datensammlung von dbfcz.ch nach Michael Mazenauer, Roger Kundert, Sandro Burki, Winfried Kurz, Dimitri Oberlin und Almen Abdi der siebtjüngste für den FCZ in einem Wettbewerbsspiel aufgelaufene Spieler. Letzte Saison trugen speziell im Halbfinal in Basel Alius Qualitäten bei der Ausführung von Standards wesentlich zur Qualifikation für den U18-Meisterschaftsfinal bei.

Als Züri Live  vor anderthalb Monaten in der Pause des Youth League-Spieles gegen Viitorul Constanta mit Alius U18-Nationaltrainer Reto Gertschen sprach, kam dieser gerade von den Tests in Magglingen, wo sich Alius sehr gute Werte im Bereich Schnellkraft bestätigten. Ausserdem lobt Gertschen bei seinem Schützling die weit überdurchschnittliche Technik unter Druck, welche es immer wieder ermöglicht, Überzahlsituationen zu schaffen. Zuletzt hat Aliu mit der U18-Nati drei Siege gegen Frankreich und Norwegen (2x) feiern können.

Gertschen redet zudem über seine beiden anderen aktuellen FCZ-Schützlinge aus dem 99-er Jahrgang, den im November beim Test gegen Vaduz eingesetzten Mittelfeldspieler Maren Haile-Selassie („unbekümmert, leichtfüssig, aber noch etwas fein“) und Stürmer Dimitri Volkart („zuerst unterschätzt, sehr mannschaftsdienlich, technisch stark verbessert“). Ausserdem äussert sich Gertschen gegenüber Züri Live über das aktuelle Standing des FCZ im Vergleich mit anderen Schweizer Klubs speziell in Bezug auf den 99-er Jahrgang und den optimalen Weg eines jungen Talentes im aktuellen Schweizer Liga- und Juniorenfussballsystem:

 

 

 

Der FCZ beginnt nach dem 0:5-Handicap aus Rumänien die Partie im Turbomodus. Mit enormem Einsatz wird in der ersten halben Stunde mit dem gesamten Team wie eine Dampfwalze gepowert und dem Gegner keine Sekunde Ruhe gelassen. Die 2:0-Führung nach dem durch Ribeiro verwandelten Foulpenalty und dem Abstauber von Xhemajli nach einem Eckball sind die Folge davon. Selbst die generell sehr laufstarken und diszipliniert verschiebenden Rumänen können in dieser Phase nur mit Mühe mehr Schaden abwenden – vor allem mit dem schnellen Ribeiro bekunden sie Mühe. Danach lassen die Kräfte der Zürcher aber etwas nach, was Viitorul (Klub von Rumänien-Legende Gheorge Hagi, Trainer der 1.Mannschaft) sofort nutzt, um höher zu stehen und das Team von Massimo Rizzo stärker am Spielaufbau zu hindern. Für die Sensation hätte der FCZ eine beinahe hundertprozentige Chancenverwertung und vor allem im einen oder anderen Fall mehr Präzision beim letzten Pass gebraucht.

FCZ U19 – Viitorul Constanta 2:0 (2:0)

Tore: 14. Ribeiro (Penalty) 1:0, 19. Xhemajli 2:0.

FCZ U19: Milosavljevic; Xhemajli, Sadrijaj, Costa; Rüegg, Aliu, Domgjoni, E.Sadiku (87. Ndau); Rexhepi (71. Haile Selassie), Kurtovic (59. Volkart), Ribeiro.

Viitorul: Tordai; Capusa, Baluta, Ghita, Kilyen; M.Ene (46. Ciobanu), Iani, Dumitrescu (90.+3 Vidrasan); Casap, C.Ene (90.+1 Firan), Manole.

Der nächste Monat wird für den FCZ und seine Supporter ereignisreich auch wegen der vielen internationalen Begegnungen. Hier eine Übersicht über den Kalender der Profis, Frauen und Junioren in den europäischen Wettbewerben:

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Der FCZ ist der erste Schweizer Klub, der parallel in allen drei Bereichen (Profis, Frauen, Junioren) in den Europäischen Wettbewerben mit dabei ist. Es zeigt die starke Entwicklung des Gesamtvereins, welche in der öffentlichen Wahrnehmung durch den Abstieg der Profis in die Challenge League im letzten Frühling etwas in den Hintergrund gerückt ist. In ganz Europa sind aktuell nur sechs weitere Klubs ebenfalls in allen drei Bereichen europäisch vertreten: FC Barcelona, Bayern München, Manchester City, Olympique Lyonnais (Titelverteidiger und Gegner der FCZ Frauen im Achtelfinal), Paris St-Germain und Sparta Prag. Der FCZ ist dabei der einzige Klub, der in allen drei Bereichen als Titelträger teilnimmt (Meisterschaft, Cupsieg)! Bei den anderen aufgezählten Klubs dürfen entweder die Junioren auch ohne nationalen Titel als Anhängsel der Champions League spielenden Profis an der UEFA Youth League teilnehmen, und/oder die Profis bzw. Frauen nehmen als Zweit- oder Drittplatzierter der Liga teil.

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