Klartext zum FCZ – Neun Jahre nach „Finger weg vom Sportliche“ – Quo Vadis im November 2025
„Ich habe das Gefühl, wir sind erst jetzt richtig professionell geworden.“ Die kürzliche Aussage von Yanick Brecher zur Entwicklung des FC Zürich kontrastiert stark mit vielen Stimmen ausserhalb des Klubs. Innerhalb des Klubs berichten eigene Junioren wie David Vujevic, dass sie erst mit dem Wechsel der sportlichen Verantwortlichen „die Freude am Fussball“ wiedergefunden haben. Eltern sind begeistert, dass ihre Jungs und Mädels gezielter gefördert werden und hochmotiviert sind. Ausserhalb des Klubs hat sich hingegen ein Amalgam von Kritikern mit den unterschiedlichsten Motiven gebildet.
Inside Paradeplatz-Niveau bei Fabian Ruch
Die Opposition wird durch die schlechten Resultate seit dem Derby vor einem Monat befeuert. Die Resultate sind aber nicht ihr Ursprung. Der Kern besteht aus ehemaligen Mitarbeitenden, die Opfer des Wandels im Klub geworden sind. Ein Teil davon ist mit der organisierten Fanszene vernetzt, andere melden sich regelmässig bei Journalisten. Von diesen Journalisten gibt es wiederum einzelne, die seit Jahren oder gar Jahrzehnten persönliche Animositäten gegenüber dem FCZ, der Stadt Zürich oder der Familie Canepa hegen. Und dann gibt es auch noch Leute, die den Sportchef Milos Malenovic unsympathisch finden.
Der alteingesessene Thomas Schifferle (TA Media) greift Präsident, Sportchefs und Trainer des FC Zürich seit Jahrzehnten immer wieder auf der persönlichen Ebene an. Einzig in einer Meistersaison ist zwischenzeitlich Ruhe. Wenn es schlecht läuft, taucht zudem zuverlässig wie aus dem Nichts Stephan Ramming (NZZ) auf. Offenbar aus einer Klause an der Goldküste und seit Monaten frei von Konsum jeglichen Super League-Fussballs – aber mit immer derselben Erkenntnis: der FCZ ist „pfui!“. Von TA Media zur NZZ geflüchtet ist der Berner Fabian Ruch. Der „wunderbare Fäbu“ setzt regelmässig abenteuerliche Theorien über Milos Malenovic in die Welt, die direkt aus der Feder des Click Bait-Journalisten Lukas Hässig von Inside Paradeplatz stammen könnten.
Durchschnittsalter der Neuzugänge: 25,5 Jahre
Ruch hat eine eigentümliche Art die Kommerzialisierung des Fussballs gleichzeitig abscheulich und genial zu finden. Dazwischen gibt es nichts. Hoffenheim ist ein Skandal – Red Bull Leipzig hingegen toll. Die Verstösse von Manchester City gegen das Financial Fairplay sind ein Verbrechen, aber eigentlich sollten die reichsten Klubs Europas eine eigene Liga gründen und nur noch unter sich spielen. Seine Haltung gegenüber dem FCZ, dessen Klubführung aber auch Zürich als Stadt und dessen Bewohnern kommt durchweg negativ rüber und dient häufig als Kontrast zur eigenen konstruierten Berner Identität. Ruchs Lieblingsbegriff in Bezug auf den FCZ ist aktuell „Spieler-Casino*. Er sieht die Transferpolitik als „Gambling“ und eine Wette auf hohe Ablösesummen, die sich finanziell auszahlen sollen.
Wäre das wirklich der Fall, müsste man Sportchef Milos Malenovic vorwerfen, die Spielregeln des Transfer-Gamblings nicht zu kennen. Das Durchschnittsalter der FCZ Sommer-Transfers 2025 liegt bei 25,5 Jahren. Wollte man auf hohe Transfergewinne wetten, müsste man Teenager und international bekannte Talente kaufen, wie das der FC Basel (Ruch: „der grösste Klub der Schweiz“) seit Jahren praktiziert: Bacanin, Agbonifo, Traoré, Diouf, Veiga, Esposito, Calafiori, Gauto, Sigua, Demir,…. Ruch nennt ausgerechnet und offenbar ohne selbst den Widerspruch zu bemerken unter anderem die aus dem Nachwuchs stammenden Tsawa und Ligue als Paradebeispiele für seine Theorie des „Spieler-Casinos“ unter Malenovic und lobt gleichzeitig den FC Luzern für den Verkauf ihrer Nachwuchstalente Jashari und Jaquez für gute Ablösesummen nach Belgien und Deutschland.
Seit zwei Jahren mehr Professionalität im Transfer-Bereich
In einer Fan-Umfrage auf dem Instagram- und Tiktok-Kanal von Züri Live und in Kommentaren auf Posts des FC Zürich auf Instagram oder Facebook sieht man wie weite Kreise das faktenbefreite Framing von Journalisten wie Fabian Ruch mittlerweile gezogen hat. Florian Raz (Blick) pflegt einen anderen Stil als Ruch, haut aber in dieselbe Kerbe. Der FCZ hole irgendwelche Spieler aus irgendwelchen Ländern, ohne System. Viele FCZ-Fans hatten beim Saisonstart gegen Sion im Juli eine ganz andere Wahrnehmung. Man wurde unruhig, weil Milos Malenovic erst Rückkehrer Sauter und die beiden Leihspieler Phaëton und Palacio verpflichtet hatte. Als Raz aus seinen Ferien zurückkam, wurde er von nun doch noch realisierten Neuverpflichtungen überrascht (Rodic, Tramoni, Segura und das Commitment zum bisher ausgeliehenen Perea), die er in seiner Ferien- und FCB-Bubble nicht mitbekommen hatte.
In der Vergangenheit hatte die Transferpolitik des FC Zürich tatsächlich einen teilweise zufälligen Charakter. Das war bei anderen Klubs aber auch so. Wenn ein Innenverteidiger den Klub verlassen wollte, suchte man einfach einen möglichst guten Ersatz auf dieser Position, der finanzierbar ist. Fertig. Oder noch zufälliger: man entdeckte einen formstarken Spieler in der Challenge League und beschloss diesen holen zu müssen „weil er gut ist“ – und damit ihn die Konkurrenz nicht wegschnappt. Unter Sportchef Milos Malenovic hat sich der Transferbereich merklich professionalisiert. Man hat erstmals eine klare Spielphilosophie definiert, die im ganzen Klub umgesetzt wird. Dies vereinfacht es Talenten schon früh auf höheren Stufen eingesetzt zu werden. Und es ergeben sich daraus für die 1. Mannschaft klar definierte Spielerprofile für die einzelnen Positionen. Die 1. Mannschaft ist darum deutlich besser strukturiert als früher. Man widersteht der Versuchung des „Weihnachts-Shoppings“ und verzichtet auf alles was im Schaufenster glänzt, sondern geht die Verpflichtung von Spielern gezielt an.
In kurzer Zeit deutliche Verbesserungen in der Academy
Yanick Brecher hat also Recht. Und es ist nur einer von vielen Bereichen in welchen der FC Zürich in den letzten zwei Jahren deutlich professioneller geworden ist. Ein anderer ist die Talententwicklung. Es ist noch nicht lange her, da waren die Juniorentrainer noch stark auf Resultate und Rangierungen fixiert – auch aus Eigennutz. Der Führungs- und Coaching-Stil war bei manchen antiquiert. Kein Wunder hat der FC Zürich seit den Zeiten von Ricardo Rodriguez, Josip Drmic und Nico Elvedi kaum noch Top-Talente hervorgebracht. Trotz grosser finanzieller Investitionen in den Juniorenbereich in all den Jahren. In kurzer Zeit hat sich nun sehr viel getan. Unter der alten Garde von Junioren-Trainern wurden bis zuletzt noch Talente wie Junior Ligue, Labinot Bajrami oder Finn Sommer überbeansprucht und ausgelaugt. Mit langfristigen Folgen. Heute wird viel stärker auf Belastungssteuerung Wert gelegt.
In der Meistersaison 21/22 war Gianni De Nitti (heute Ersatztorhüter beim FC Schaffhausen in der Promotion League) der einzige junge Spieler gewesen, der aus dem Nachwuchs hochgezogen wurde. Junge Spieler aus dem eigenen Nachwuchs erhielten ganz am Ende der Saison in Kehrausspielen noch ein paar Spielminuten als Brosamen. Heute setzt der FC Zürich mit Luzern und Servette zusammen am meisten Spieler aus dem eigenen Nachwuchs ein. Der SFV bietet wieder vermehrt Junioren-Nationalspieler des FCZ auf. im ersten Spiel der U17-WM gegen die Elfenbeinküste wurde Jill Stiel als Spieler der Partie ausgezeichnet und verbreitete Ricardo Rodriguez-Vibes, wenn auch auf einer anderen Position. Und für die 1. Mannschaft stehen aus der Academy in den nächsten ein bis drei Jahren auf verschiedenen Positionen mehr und vielversprechendere Talente bereit als in den letzten Jahren.
Bodö/Glimt und Midtjylland als Vorbilder für den Weg des FCZ
Als Milos Malenovic vor zwei Jahren begann, passte der grösste Teil des Kaders nicht zur Klubphilosophie. Dies ist nun anders. Nach zwei Sommer-Transferperioden sind die Spieler mit der Klubphilosophie im Einklang. Es sind keine Top-Talente, sondern wie früher Spieler mit einer gewissen Erfahrung, die für den FCZ finanzierbar sind. Nur: jetzt passen sie auch vom fussballerischen Profil her. Für jede Position gibt es zwei Spieler plus mindestens ein valables Talent aus dem Nachwuchs. Und: es gibt keinen Spieler, der fussballerisch nicht in die Mannschaft passt, wie das früher häufig der Fall gewesen war. Damals hing die Spielweise von der Philosophie des Trainers ab – und da dieser immer wieder mal wechselte, fiel mal der eine und dann wieder der andere Profi beim FCZ zwischen Stuhl und Bank. Heute sollte grundsätzlich der einzige Grund warum ein Spieler nicht zum Zug kommt die Qualität / Leistung / Form / Fitness sein. Das Kader ist auch insgesamt besser geworden. Vor zwei Jahren hatte man Ivan Santini als Mittelstürmer Nummer Eins mit Daniel Afriyie als Ersatz. Heute Philippe Keny mit Juan José Perea als Ersatz.
Es ist wirklich erstaunlich wie amateurhaft der Fussball trotz seiner bereits 150-jährigen Existenz bis vor kurzem in vielen Bereichen noch funktionierte und teilweise immer noch funktioniert. Der ehemalige FCZ-Europacupgegner Bodö/Glimt aus Norwegen oder der FC Midtjylland aus Dänemark sind zwei Klubs, die eindrucksvoll zeigen wie weit man auch mit geringen Mitteln kommen kann, wenn man professionell und faktenbasiert an den Details feilt. Beide Klubs spielen einen proaktiven Ballbesitz-orientierten Fussball wie ihn der FCZ ebenfalls umsetzt. Sie haben damit als kleine Klubs erst die grossen Klubs auf nationaler Ebene herausgefordert oder gar entthront, und dominieren auf internationaler Ebene auf dem Platz nun häufig auch Teams mit einem mehrfach höheren Marktwert. Bodö/Glimt mit Trainer Kjetil Knudsen hat dafür sieben Jahre benötigt. Der FCZ ist nach zwei Jahren unter Milos Malenovic auf diesem Weg schon weit gekommen. Er ist damit für fortschrittliche Trainer auch ein attraktiver Arbeitgeber.
FCZ als einziger Klub mit kleinem Budget Schweizer Meister in den letzten 20 Jahren
Das letzte Mal übrigens als beim FCZ ein neues fussballerisches Konzept zumindest in der 1. Mannschaft konsequent umgesetzt wurde, stand man zur Winterpause 03/04 mit Trainer Lucien Favre als Tabellenschlusslicht da. Die Umwälzungen und die neue Art von Fussball führten erstmal zu einem starken Abwärtstrend. Die Vereinsführung unter Ex-Präsident Sven Hotz hielt an Favre fest – und der Rest ist bekannt. Nachdem in der 80er- und 90er-Jahren neun verschiedene Klubs Schweizer Meister geworden waren, wurde der Bau der 30’000er-Stadien in Basel und Bern zum Game Changer. Damit katapultierten sich der FCB und YB finanziell in andere Sphären und haben heute ein Budget im 100 Millionen-Bereich – vergleichbar mit Bundesligaklubs. Alle anderen Schweizer Klubs inklusive FCZ bewegen sich in einem Budgetbereich von 15 Millionen (Winterthur) bis 35 Millionen (St. Gallen). Der FCZ hat 17 bis 20 Millionen Einnahmen und kann mit Europacup- und Besitzergeldern in einzelnen Saisons auch mal auf ein 25 bis 32 Millionen Budget kommen. Dementsprechend ist es eine grosse Leistung, dass der FCZ in den letzten 20 Jahren als einziger der finanziell kleineren Klubs der Liga Meister geworden ist – und dies mit Ancillo Canepa in der Klubführung gleich vier Mal!
Bei der Wahl der Cheftrainer hat man beim FC Zürich die Unkonstanz aber noch nicht ablegen können. Nach Ricardo Moniz folgte mit Mitchell Van der Gaag ein Coach, der vergleichsweise vorsichtig agierte und von der Klubphilosophie stark abwich – auch in Bezug auf die Integration der Academy-Spieler. Dennis Hediger ist hingegen genau auch darum vom FC Basel zum FC Zürich gewechselt, weil der fussballerische Ansatz beim FCZ auch sein persönlicher ist. In seinem ersten Spiel gegen YB herrschte nach einigen Umstellungen taktisch noch ein Chaos. Zuletzt in Basel sowie gegen Lausanne-Sport sah man dann aber speziell in den jeweiligen 1. Halbzeiten eine klare Steigerung. Hediger hat mit seiner Analyse nach dem Lausanne-Match recht: es fehlt nun in erster Linie noch an der Kondition, um das Spiel über 90 Minuten durchzuziehen.
Neun Jahre nach „Finger weg vom Sportliche“: Vorwärts in eine professionelle Zukunft? Oder zurück in die amateurhafte Vergangenheit?
Neun Jahre ist es her als die Südkurve am Cupfinal 2016 ein Banner präsentierte mit der martialischen Aufschrift: „Canepas: Finger weg vom Sportliche! S nächschte Mal verbrenned mer si oi.“ Die Meinung bei Medien und Fans war gemacht: der Abstieg sei die Folge davon gewesen, dass sich Ancillo und Heliane Canepa zu stark in die sportlichen Belange eingemischt hätten. Journalisten machten sich in diesem Zusammenhang lustig über das damalige FCZ-Organigramm. Die einhellige Forderung: Ancillo Canepa solle einen Sportchef ins Haus holen und diesen im sportlichen Bereich schalten und walten lassen. Er solle sich auf repräsentative Aufgaben zurückziehen und sich gefälligst nicht einmischen. Heute wird aus den gleichen Medienhäusern die „Machtballung“ des Sportchefs beklagt.
Es wäre zu wünschen, dass der FCZ sowohl auf der Trainer- wie auf der Sportchefposition seinem Weg treu bleibt und sich nicht von Kräften, die sich einer Modernisierung des Vereins entgegenstellen, bremsen lässt. Konstanz ist wichtig. Das zeigen dutzende Beispiele, angefangen bei Mauro Lustrinelli, der in seinem ersten Jahr als Challenge League-Mitfavorit mit Thun nur den 6. Platz erreicht hat. Der Weg von Bodö/Glimt und Midtjylland ist die Zukunft. Der FCZ kann mit progressiven Kräften wie Milos Malenovic oder Ausbildungschef Milicevic in Richtung Professionalisierung gehen. Oder von konservativen und irrationalen Kräften aus dem Medien- und Fanumfeld wieder zurück ins amateurhafte 20.Jahrhundert gezogen werden – eine Zeit, als es genügte ein bekannter ehemaliger Spieler des Vereins zu sein, um Trainer oder Sportchef der 1. Mannschaft zu werden.

Grundsätzlich guter Artikel vor allem die Zeilen zum Fc Basel Superfan Florian Raz und Mr. Widerspruch Ruch. Dass die zwei aus purem Fcz Hass sprechen ist klar, aber das ändert nichts an den Tatsachen: Malenovic mischt sich zu fest ins sportliche ein, das muss er dem Trainer überlassen. Es kann nicht sein, dass der Trainer keine eigene Handschrift haben darf. Gerade weil der FCZ weniger Budget als Yb und B*sel hat, braucht es einen Trainer der mit seiner Art die Spieler, die durchaus Qualitäten haben, dazu bringen kann Höchstleistungen zu erbringen. Wir haben durch Breitenreiter gesehen was das bewirken kann. Moniz und Hediger sind/waren nur Milos Marionetten. Van der Gaag hätte funktionieren können wenn sich der Sportchef nicht eingemischt hätte. Ausserdem: Malenovic hat (zu) viele Leute beim FCZ vertrieben (Katic, Kriezyiu,) Dazu die dämliche Mendy Verpflichtung. Dazu die stetige Unruhe die durch seinen Machtkomplex ausgelöst wird. Er versteckt sich hinter Canepa, steht nicht hin obwohl er ja für das Sportliche zuständig ist. Eine Entlassung von Malenovic bedeuted keineswegs eine Rückkehr zu alten Zeiten, es gibt durchaus kompetentere und vor allem menschlichere Leute für den Job. Deswegen bin ich der Meinung: Malenovic out!
Moniz und Hediger haben durchaus beide ihre eigenen Ideen, taktisch, personell, und vom Stil her, die sie umsetzen / umgesetzt haben. Wenn man das Resultat anschaut von dem was sie machen, können es gar keine „Marionetten“ von ein und derselben Person sein. Aber sie sind zumindest beide vom Prinzip her auf der Klublinie, was ja auch so sein sollte. Van der Gaag ging hingegen in eine stark andere Richtung. Etwas ähnlich wie Contini bei YB. Bei beiden hätte man das aber durchaus auch schon vorher wissen können. Die Kommunikation des Trainers mit der Mannschaft ist ein separates Thema und hat mit der Persönlichkeit zu tun, nicht mit der Fussball-Philosophie. Katic wollte offenbar schon früher gehen. Er wurde zu FCZ-Zeiten Stammspieler in der Nati, hat dann ja auch in einer lukrativen Liga angeheuert. Ausserdem kann man mit ihm nicht eine hohe Verteidigungslinie spielen. Kryeziu wollte offenbar auch weg, auch wenn wir natürlich nicht die volle Story kennen. Zum Thema Malenovic: es ist sehr, sehr schwer jemanden zu finden, der einen solchen Veränderungsprozess so konsequent durchziehen kann und will. Man sieht ja den Gegenwind, den das auslöst. Die allermeisten würden sich das nicht antun oder schnell aufgeben / einknicken.
Ist eine gute, positive Stimmung im ganzen Verein nicht die Grundlage für alles andere? Lässt sich die Professionalisierung nicht auch mit etwas mehr Menschlichkeit umsetzen, mit etwas mehr Fingerspitzengefühl und weniger zerschlagenem Geschirr? Vielleicht so, wie es ein FC Winterthur angehen würde, bei dem sich die Fans zu 100 Prozent mit dem Verein identifizieren können? Auch wenn es dann halt sieben Jahre dauern sollte wie bei Bodö/Glimt?
Mir graust vor einem erfolgreichen FCZ, wenn ich mich über die Erfolge nur noch mit einem schalen Beigeschmack freuen kann – wenn überhaupt.
Ich nehme von aussen die Stimmung im ganzen Verein als sehr positiv war. Klar, in der Meistersaison war sie aufgrund des sportlichen Erfolges wohl noch besser. Aber abgesehen davon empfinde ich die Stimmung heute besser als früher. Das bezieht sich auf die 1. Mannschaft, die Frauen und die Academy. Von den Leuten, die lange Jahre dabei gewesen sind, gibt es zwei Gruppen. Diejenigen, die geblieben sind, wirken motivierter, lebendiger als früher. Von denjenigen, die gegangen sind, äussern sich Einzelne enttäuscht und erbost, auch mir gegenüber. Manche hatten sich einen anderen Werdegang ausgemalt. Geht ein echter Wandel ohne „zerschlagenes Geschirr“? Schwierig. Es ist notwendig, dass man ein gewisses Tempo anschlägt, weil andernfalls die konservativen Kräfte und die Macht der Gewohnheit in einer Organisation genug Zeit erhalten, um alles wieder zu blockieren und sabotieren. Man darf übrigens nicht vergessen: selbst von der im Artikel angesprochenen alten Garde mit eher altbackenen Methoden sind nicht alle weg. Einzelne sind immer noch da. Wenn jetzt sogar aus „Straftrainings“ eine Story gemacht wird, kann das auch damit zusammenhängen. Grundsätzlich ist vieles besser / moderner geworden, beispielsweise die Belastungssteuerung. Ein grosser Unterschied zwischen FCZ und FCW ist, dass es ziemlich sicher einfacher ist, einen FCW einheitlich zu führen. Bei einem Klub wie dem FCZ gibt es viele die mitreden und mitreden wollen. Auch die mediale Rezeption ist anders. Der FCZ polarisiert mehr. Das liegt unter anderem an der Stadt, am Derby und an der erfolgreicheren Klubhistorie. Die manchmal konfrontative Art von einzelnen Personen im Klub gegen aussen kommt dazu. Der FCW hat sich den heutigen Publikumserfolg über Jahre aufgebaut und verdient. Ich bin in Winterthur aufgewachsen und habe aus meiner Kindheit eine enge Beziehung zum Klub.
Peinlicher Rundumschlag gegenüber Journalisten
Hallo Milos
Bist du das?
Het de Milos de Text gschribe , höred mal uf alles schön rede ! MILOS OUT !
Sehe das mit den Medien sehr ähnlich. Es werden Gerüchte gestreut und negative Stimmung um den Klub verbreitet, als hätten sie eine persönliche Rechnung zu begleichen. Abgesehen von der Meistersaison war der FCZ unter keinem Sportchef/Trainer etc. in den letzten Jahren wirklich besser als jetzt. Klar kommt Herr Malenovic teilweise nicht gerade sympathisch rüber, aber viele Kommentarschreiber, die sein OUT fordern tun dies ebenso wenig und verlieren sämtlichen Anstand. Dass sich viele ehemalige Mitarbeiter negativ äussern kann ich gut verstehen, weil der FCZ ein emotionaler Verein ist. Und ich denke dass wird er auch bleiben, weil das in der DNA der Fans, des Präsidenten und der Spieler steckt. Wenn man jetzt den Sportchef wechselt beginnt man wieder bei 0 und zeigt Malenovic ebenso wenig Dankbarkeit gegenüber dem was er geleistet hat (Professionalisierung). Aber ja, viele Fans wollen offensichtlich, dass wie im letzten Jahrzehnt weitergewurstelt wird und man dann früher oder später auch von anderen kleineren Vereinen abgehängt wird. Was ich damit sagen will: Gebt dem Ganzen noch etwas Zeit. Spürt Herr Malenovic Liebe und Anerkennung von den Fans, verspürt er dann vielleicht auch den Drang selbiges zurückzugeben. <3
Peinlich finde ich, wie Teile der Südkurve sich von ehemaligen FCZ-Angestellten manipulieren lassen und ins Geheul von NZZ und Blick einstimmen. Was ist dann genau der Leistungsausweis des ehemaligen Nachwuchschefs? Wie viele Rodriguez, Elvedi oder Drmic sind unter seiner Ägide gewachsen?
Eine einheitliche Spielphilosophie über alle Stufen war schon mehrfach der Plan von Ancillo Canepa. Leider haben immer die umsetzungsstarken Personen gefehlt. Jetzt haben wir dank Milos Malenovic zum ersten Mal die Möglichkeit, diese Vision umzusetzen und die neue DNA dauerhaft im Club umzusetzen.
Für mich sind die Alternativen klar, entweder bleibt der FCZ auf dem eingeschlagenen Weg und kann auch mit geringen finanziellen Mitteln nachhaltig vorne mithalten und international spielen oder wir landen dank Nostalgie dauerhaft in der Nati-B.
Ich bin für die dringend nötige Professionalisierung des FCZ. Das ist unsere Chance.