Umaru Bangura ist wieder da! Sion – FCZ 1:1 Analyse

Unentschieden im Tourbillon: im August hatte der FCZ in Sion verloren, obwohl er insgesamt die etwas besseren Torchancen auf seiner Seite gehabt hatte, diesmal gab es einen Punkt, obwohl der Gegner dem Sieg näher war. Sion war mit einer äusserst offensiven Aufstellung und sehr risikoreichen Spielweise in die Partie gestartet. Beim FCZ débutierte der Dänische Leihspieler Mads Pedersen und der lange rekonvaleszente Adrian Winter hatte seinen zweiten Teileinsatz. Aber der wirkliche Neuanfang im Zürcher Team war in der Innenverteidigung zu beobachten. Umaru Bangura ist wieder da! Dem Innenverteidiger aus Sierra Leones gelingt bei seiner Rückkehr in die Startelf im Tourbillon eine Topleistung – ohne ihn hätte der FCZ kaum einen Punkt aus dem Wallis entführt. “Uma“ hatte die Saison ordentlich bis gut begonnen, Anfang September dann das Drama: im WM-Qualifikationsheimspiel gegen Liberia verschiesst der Captain seiner Nationalmannschaft in den letzten Sekunden der Partie einen Penalty. Wegen der Auswärtstorregel wäre Sierra Leone bei einem Treffer eine Runde weiter gewesen – so schied man früh aus. Banguras Haus in Freetown wurde von Fans angegriffen, die Leistungen Banguras litten, in der zweiten Hälfte der Vorrunde verlor er seinen Stammplatz beim FCZ. Nach einem mässigen Auftritt von Mirlind Kryeziu gegen Luzern rückte Bangura im Duell mit den schnellen Walliser Offensivkräften wieder ins Team und zeigte sich so fokussiert wie wohl noch nie bisher im FCZ-Dress.

Durch das 1:1 bleibt der FCZ im sechsten Auswärtsspiel in Folge ungeschlagen. Zum dritten Mal in Folge (St. Gallen. Luzern, Sion) hat der FCZ einen schlechteren Expected Goals-Wert als der Gegner, und gewinnt in diesen drei Partien trotzdem vier Punkte. Die Abschlusseffizienz ist im Gegensatz zum Anfang der Saison mittlerweile im Vergleich mit den Gegnern gut. Speziell auch dank Marco Schönbächler, welcher im dritten Spiel in Folge trifft – und in allen drei Partien war es das wichtige erste FCZ-Tor. Im Gegensatz zu den vorhergehenden Partien zeigte “Schönbi“ zudem im Wallis nicht nur in einzelnen Offensivszenen, sondern über seine ganze Einsatzzeit hinweg eine gute Leistung. Der Flügelmann hatte ein paar wichtige Defensivszenen und spielte allgemein solider und mit weniger Fehlern als in den vorangegangenen Partien. Das Gleiche lässt sich auch von Kevin Rüegg sagen. Bei Mads Pedersens Début hielten sich die “Ups“ und “Downs“ die Waage. Ein Problem ist aber die wie erwartet ziemlich offensive Ausrichtung des Dänen, wohingegen der FCZ auf der linken Seite dringend mehr defensive Stabilität bräuchte. Adi Winter wirkte bei seinem Kurzeinsatz, als hätte er sich aus Versehen auf den Platz verirrt. Er hätte mit seiner Laufleistung in der vordersten Reihe als zweiter Stürmer unter anderem die Schlussoffensive der Walliser im Keim ersticken sollen, kam aber jeweils deutlich zu spät und erst gar nicht in die Zweikämpfe. Der Weg zurück zu alter Form scheint wenig überraschend noch relativ lang zu sein.

Benjamin Kololli, dem diese Saison in Wettbewerbsspielen noch kein Torerfolg gelang, zeigte bei seinem Ex-Klub nach seiner Einwechslung in der 78. Minute erst mal den einen oder anderen verheissungsvollen Ansatz, nur um zu Beginn der neunminütigen Nachspielzeit von einem Moment auf den anderen wieder komplett abzustürzen und in alte ungute Muster zu verfallen. Diese neun Minuten waren ein Graus. Dazu gehörten unnötige Ballverluste, völlig ungenügende und lustlose Abwehrarbeit, welche die linke Zürcher Seite zu einer regelrechten Autobahn für stürmische Sion-Angriffe im Minutentakt machte, inklusive einer deplatzierten Kopfballrückgabe zum Gegner zentral vor den eigenen Strafraum und einer nicht geahndeten Tätlichkeit / Groben Foulspiels gegen Pajtim Kasami.

Mimoun Mahi spielte im Zentrum, wich aber auch häufig auf die Seiten aus und schlug mehr Flanken, als wenn er offiziell auf dem Flügel spielt. Der im Sommer neuverpflichtete Offensivspieler strahlt weiterhin zu wenig Zielstrebigkeit aus. Es gibt zu viele Aktionen, die wegen seiner Nonchalance versanden, potentielle Chancen, die sich nicht materialisieren, Bälle, die zu wenig scharf oder präzis gespielt werden. Der marrokanisch-stämmige Holländer dirigiert die Mitspieler, kommuniziert gestenreich über grosse Distanzen, hat während der ganzen Partie Spass mit Sions Algerier Abdellaoui – und vergisst dabei häufig seinen eigenen Job, speziell beim Umschalten in die Defensive. Beteiligt war Mahi immerhin an der Entstehung des frühen FCZ-Ausgleichs in der 10. Minute nach einem Einwurf und anschliessender Flanke von Rüegg. In der 19. Minute machten es Rüegg und Mahi nach einem weiteren Einwurf noch einmal genau gleich, aber der sich zum Rückrundenbeginn etwas ausser Form befindliche Tosin vermochte seine Torchance im Gegensatz zu Schönbächler nicht zu nutzen. Aus seiner leichten Winterlethargie wurde Tosin nur kurzzeitig ab der 68. Minute aufgeweckt, als ihn Ludo Magnin von der Seitenlinie aus laut rüffelte, und dem Nigerianer darauf in den nächsten fünf Minuten ein paar gute Aktionen gelangen. Mahi hatte seine beste Aktion, als ihm in der 73. Minute an der Mittellinie ein ähnlicher Ballgewinn gelang, wie vor dem 2:3-Anschlusstreffer Kramers gegen Luzern. Der daraus resultierende gefährliche FCZ-Konter wurde aber vom erstaunlicherweise kürzlich in den Status eines FIFA-Refs aufgestiegenen Lukas Fähndrich zu Unrecht abgepfiffen.

Drei Minuten später gibt es nach einer starken Befreiung aus dem eigenen Strafraum von Nathan eine weitere gute Kontersituation, aber Mahi spielt den Ball für Kramer wieder etwas zu spät und etwas zu steil, so dass der Slowenische Stürmer, der seinen Lauf so zwischenzeitlich abbremsen musste, bei Torhüter Mitryushkin aufläuft. Es ist bereits das zweite Mal in dieser Partie, dass ein Sion-Goalie nach einem Zusammenprall mit einem FCZ-Angreifer gepflegt werden muss. Kevin Fickentscher hatte nach einer Top-Chance von Toni Domgjoni zuvor ausgewechselt werden müssen. Bereits in der 1. Halbzeit hatte zudem der stark in die Partie startende Jean Ruiz angeschlagen ersetzt werden müssen, wurde aber durch einen in der Super League débutierenden Johan Djourou ersetzt, welcher den Wallisern noch mehr Sicherheit in der Defensive brachte und unter anderem vor der Torchance von Domgjoni, bei welcher sich Fickentscher verletzte, eine grosse Rettungstat realisierte. Lukas Fähndrich war nach Sandro Schärer bereits der zweite Schiedsrichter diese Saison, der Blaz Kramer eine Gelbe Karte wegen “Schwalbe“ verpasste – beide Male wars zu Unrecht. In Neuenburg wurde Kramer von Neitzke knapp vor dem Strafraum deutlich das Bein gestellt, in Sion rutschte der Slowene im Strafraum bei einer Richtungsänderung auf dem morastigen Untergrund aus und traf Mitryushkin. Ein Foul des Russen wars ebenfalls nicht. Anders sieht es mit der Szene im Sion-Strafraum in der 26. Minute aus, wo man das Foul von Ruiz an Kramer von hinten durchaus als penaltywürdig hätte taxieren können.

Bereits der Führungstreffer des FC Sion in der 3. Minute entstand aufgrund eines Fouls von Xavier Kouassi an Blaz Kramer. Pedersen hatte zusammen mit Sohm links hinten den Ball gegen den aufsässigen Kasami gewonnen, Sohm spielte sofort nach vorne Richtung Mittellinie auf Kramer, der FCZ rückte auf. Kramer wurde aber von Kouassi sowohl am Arm zurückgerissen und gleichzeitig auch am Fuss getroffen und fiel um. Dadurch vermochte Ruiz herbeizustürmen und den Ball sofort direkt wieder in die Gegenrichtung zu spielen. Pedersen war in diesem Moment links bereits etwas zu weit aufgerückt und Nathan in der Mitte etwas zu wenig, so dass Kasami ganz frei, aber trotzdem nicht im Offside stand, und den Ball hinter die Abwehr ins Zentrum spielen konnte. Dort wehrte Brecher den ersten Abschluss Stojilkovics nach vorne ab und Luan traf im Nachschuss.

Torhüter Yanick Brecher hatte je eine gute Parade gegen ehemalige FCZ-Junioren: ein Freistoss von Anto Grgic und eine Grosschance von Filip Stojilkovic kurz vor Schluss. Daneben verursachte der Zürcher Keeper aber auch unnötigerweise einen Eckball bei einem Sion-Abschluss, der weit danebengegangen wäre, hatte teilweise Mühe bei hohen Bällen und liess die Bälle bei flachen Abschlüssen zu häufig zentral vor sich abprallen.

Sion – FCZ 1:1 (1:1)

Tore:  3. Luan (Stojilkovic) 1:0, 10. Schönbächler (Rüegg) 1:1.

Sion: Fickentscher (58. Mitryushkin); Maceiras, Ruiz (39. Djourou), Kouassi, Abdellaoui; Kasami, Grgic, Toma, Lenjani; Stojilkovic, Luan (83. Doumbia).

FCZ: Brecher; Rüegg, Bangura, Nathan, Pedersen; Domgjoni, Sohm; Tosin, Mahi, Schönbächler (78. Kololli); Kramer (90.+1 Winter).

(Standbilder: Teleclub)

Janjicics verpasste Chance / FCZ – Luzern 2:3 Analyse

Der FCZ startete nicht wirklich schlecht in die Rückrunde, aber sicherlich auch nicht gut – und gegen den «neuen» FC Luzern war das unter dem Strich zu wenig! Dies hatte stark mit der «Wiederauferstehung» des Luzerner Zentrums zu tun, mit welchem der FC Zürich schon in der Vergangenheit das eine oder andere Mal Probleme hatte. Die laufstarken Idriz Voca und Tsiy William Ndenge dominierten die Mitte, auch weil sie vom magistralen Lucas Alves von hinten sowie dem so lauffreudig wie selten auftretenden Francisco Margiotta von vorne sehr gut unterstützt wurden. Sie legten damit in den ersten 45 Minuten den grössten Zürcher Einzelschwachpunkt, Vasilije Janjicic, gnadenlos offen. Der 21-jährige vermochte die durch die Sperre von Simon Sohm sich ergebende Chance gleich zum Rückrundenauftakt in keinster Weise zu nutzen, verlor viele Zweikämpfe, und seine Fehlpässe brachten das Zürcher Spiel ins Stocken – sowie den FCL in einen «Flow». Zur Pause wurde «Vasi» beim Stand von 1:3 denn auch ausgewechselt. Es ist eines von mehreren Beispielen, die zeigen, dass sich das Letzigrund-Team auf dünnem Eis bewegt und sich schwer tut, wenn von der im Verlauf der Vorrunde etablierten Stammformation (Brecher; Rüegg, Nathan, Omeragic, Pa Modou; Domgjoni, Sohm; Tosin, Marchesano, Schönbächler; Kramer) ein oder gar mehrere Spieler ausfallen, beziehungsweise einen schlechten Tag erwischen.

Was dem FCZ zu denken geben muss: Luzern gewann auswärts im Letzigrund, obwohl bei den Innerschweizern nicht alles Gold war, was glänzte. Auf der Linksverteidigerposition débutierte der 18-jährige Ashvin Balaruban nach gerade mal acht Partien in der Zweiten Mannschaft und zahlte Lehrgeld. Simon Grether, welcher Balaruban in der 52. Minute ersetzte, machte die linke Seite aus Innerschweizer Sicht keineswegs sicherer – im Gegenteil. Gegen den unaufmerksamen 27-jährigen Basler vermochten Rüegg und Tosin im Verlauf der Zweiten Halbzeit über rechts offensiv aufzudrehen. Ein Treffer resultierte aus diesen Situationen aber nicht. Darian Males und Stefan Knezevic fanden nie richtig den Zugriff auf die Partie und wurden von ihren stark aufspielenden Teamkollegen (Müller, Lucas, Voca, Ndenge, Matos, Margiotta) eher «mitgeschleppt». Und Silvan Sidler unterlief vor dem 2:3 ausgerechnet in der fast einzigen Situation der Zweiten Halbzeit, in welcher Luzern hoch stand, als praktisch hinterster Mann gegen Mimoun Mahi ein verhängnisvoller Schnitzer.

In der Ersten Halbzeit hingegen stand Luzern höher und störte konsequenter als meist in der Vorrunde. Die Innerschweizer hatten sich zum Rückrundenstart gegen den FCZ einiges vorgenommen und versuchten es gezielt mit einer Salve an Distanzschüssen. Es ist bekannt, dass Yanick Brecher da einen Schwachpunkt hat, und beispielsweise wie vor dem 1:1-Ausgleich durch Idriz Voca solche Bälle in wenig vorteilhafter Weise nach vorne abprallen lässt. Die Szene zu diesem Gegentor war entstanden, nachdem Marco Schönbächler es verpasst hatte, bei einem Zürcher Konter Kramer gefährlich steil in die Tiefe zu schicken – und stattdessen das Spiel verschleppte. Mit seinem Rückpass brachte «Schönbi» die sich mehrheitlich immer noch in der Zürcher Hälfte befindlichen Luzerner unverhofft in eine gute Position zur Balleroberung. Davor hatten die Luzerner von einem Spielunterbruch durch Rauch aus der Südkurve profitiert, um den anfänglichen Spielfluss des FCZ zu brechen, sich vom Schock des frühen 0:1 zu erholen und sich neu zu formieren.

Beim 1:2-Führungstreffer Luzerns nach einem Eckball von rechts in der 24. Minute kamen einige Faktoren zusammen. Entscheidend war, dass Darian Males Marco Schönbächler in regelwidriger Weise festhielt, so dass dieser den vor dem Strafraum lauernden Francesco Margiotta nicht am Schuss in den Strafraum hindern konnte. Dazu kam, dass Rüegg das Offside aufhob – nicht das einzige Mal zuletzt, dass die Offside-Falle durch die Unaufmerksamkeit eines einzelnen Spielers ausgehebelt wurde. Ausserdem hob Torhüter Yanick Brecher schon früh die Hand und schien nicht mehr hundertprozentig fokussiert darauf, den Ablenker von Matos (zum Beispiel mit dem Fuss) noch zu parieren: ebenfalls ein Phänomen, welches beim FCZ häufiger zu beobachten ist. Die allfällige Abseitsstellung von Matos war nicht so klar, dass man von einem Fehlentscheid sprechen müsste – ausser falls Knezevic den Schuss von Margiotta noch leicht berührt hat. In diesem Fall stände Matos klar im Offside – aber das Vorhandensein der Ballberührung ist aufgrund der zur Verfügung stehenden TV-Bilder nicht schlüssig aufzulösen.

Das 1:3 war dann ein klassischer Konter, als der FCZ eine sechs gegen fünf-Situation am gegnerischen Strafraum nicht zum Erfolg bringen konnte und Lucas Alves mit einem Energieanfall das Luzerner Tor durch eine schöne Margiotta-Direktabnahme einleitete, nachdem er davor zuerst das Kopfballduell mit Tosin gewonnen und anschliessend seinem ehemaligen Bieler Teamkollegen Antonio Marchesano den Ball wegstibitzt hatte. Dieser war insgesamt bis zu seinem verletzungsbedingten Ausscheiden trotz dieses Ballverlustes der beste FCZ-ler gewesen und wie schon vor der Winterpause in St. Gallen damit der Züri Live-MVP. Auch die Noten der anderen eingesetzten Zürcher Spieler gestalteten sich ziemlich ähnlich zum letzten Spiel der Vorrunde in St. Gallen, wo beispielsweise Janjicic, Rüegg und Schönbächler ebenfalls schon ungenügend aufgetreten waren. Zürich war gegen Luzern mit zwei Toren bei einem Expected Goals-Wert von 1,68 durchaus effizient im Abschluss, aber Luzern mit drei Treffern bei 1,87 Expected Goals noch effizienter. Von den neun Zürcher Abschlüssen, die den Weg nicht ins Netz fanden, waren die Mehrzahl Kopfbälle der Innenverteidiger Mirlind Kryeziu und Nathan, die insgesamt drei Mal einem Torerfolg sehr nahe kamen.

Beide Zürcher Tore wurden wie schon die drei Treffer in St. Gallen vor der Winterpause als Folge eines Konterangriffes erzielt. Blaz Kramer war abgesehen von seinem 2:3 kaum zu sehen. Tosin agierte zwar erneut defensiv aufmerksam, aber hatte nach seiner guten Vorrunde im Letzigrund einen harzigen Start ins neue Jahr. Michael Kempter erlebte im zarten Alter von 25 Jahren sein erstes Super League-Heimspiel! Gegen den starken Ibrahima Ndiayé machte er seine Sache ordentlich, wurde dabei von Marco Schönbächler, dem erneut abgesehen von einzelnen Offensivszene kein guter Auftritt gelang, häufig zu wenig gut unterstützt.

Adrian Winter kam in der 83. Minute für Kempter zu seinem Comeback nach beinahe einem Jahr Verletzungsunterbrechung, konnte aber als zweite Spitze neben Blaz Kramer nicht mehr Entscheidendes bewirken. Der FCZ hatte zur Halbzeit mit der Hereinnahme des offensiv ausgerichteten Mahi für Janjicic auf ein 4-1-4-1 gewechselt und spielte am Ende im 4-4-2. Der in der 66. Minute bei Luzern eingewechselte Pascal Schürpf vermochte in den Luftduellen dem ansonsten in dieser Disziplin souveränen Nathan mit legalen und teilweise auch weniger legalen Mitteln einige Mühe zu bereiten. Dem Basler unterlief im Duell mit Tosin zudem in der 73. Minute ein klares Handspiel im eigenen Strafraum, welches weder von Ref Urs Schnyder geahndet, noch offenbar von VAR Sascha Kever in Volketswil gesehen worden war.

 

FCZ – Luzern 2:3 (1:3)

Tore:  5. Schönbächler (M. Kryeziu) 1:0, 13. Voca (Ndenge) 1:1, 25. Matos (Margiotta) 1:2, 27. Margiotta (Males) 1:3; 78. Kramer (Kololli) 2:3.

FCZ: Brecher; Rüegg, Nathan, M. Kryeziu, Kempter (83. Winter); Domgjoni, Janjicic (46. Mahi); Tosin, Marchesano (57. Kololli), Schönbächler; Kramer.

Luzern: Müller; Sidler, Lucas, Knezevic, Balaruban (52, Grether); Voca, Ndenge; Ndiayé, Males (66. Schürpf), Matos (71. Mistrafovic); Margiotta.

Audio-Abstract zum Spiel: „Spielunterbruch Vorteil für Luzern“: FCZ – Luzern 2:3 Abstract

(Standbilder: Teleclub)

Mahi für Marchesano in der Startformation, Bunjaku mit Début / FCZ – FCB Vorschau

Der FCZ ist bisher in der Rückrunde noch nicht in die Gänge gekommen. Wie sich in der Vorrunde gezeigt hat, hat die Mannschaft von Trainer Ludo Magnin zur Zeit nur eine echte Chance gegen Super League-Gegner, wenn die Stammformation in voller Stärke antreten kann. Gegen den FCB fällt auf der Linksverteidigerposition weiterhin Pa Modou und in der Innenverteidigung Omeragic aus. Neuling Mads Pederson hat in Sion seine Sache genauso wie zuvor Michael Kempter zwar einigermassen ordentlich, aber defensiv trotzdem nicht ganz stabil genug erledigt. In der Startformation bringt Magnin Mimoun Mahi im Zentrum für den offenbar noch etwas angeschlagenen Antonio Marchesano, welcher auf der Ersatzbank Platz nimmt.

Der FCB hatte zum Auftakt in Bern etwas Pech mit der Schiedsrichterleistung von Ref Sandro Schärer, als ihnen ein klarer Penalty verwehrt wurde, sie ein Tor nach einem falsch gepfiffenen Freistoss erhielten und zudem beim Gegner Michel Aebischer die fällige Gelb-Rote Karte in der 1. Halbzeit nicht zu Gesicht bekam. Gegen den FC St. Gallen verlor Rot-Blau dann im zweiten Spitzenspiel hintereinander einmal mehr zu Hause. Die Grün-Weissen konnten diesmal im Gegensatz zu ihrem Heimspiel gegen den FCZ vor der Winterpause ihre Überlegenheit auch in einen Sieg ummünzen. Gegen den FCZ spielt links Riveros für Petretta und der 18-jährige spielerisch starke St. Galler Orges Bunjaku kommt zu seinem Super League-Début.

 

Sion – FCZ Vorschau: kommt neue Spielweise der Walliser dem FCZ entgegen?

Im Tourbillon treffen mit dem FC Sion und dem FCZ zwei Verlierer des ersten Rückrunden-Spieltages aufeinander. Und nach Luzern trifft Zürich eine Woche später gleich nochmal auf eine Mannschaft mit einem neuen Trainer. Ricardo Dionisio hatte in der Vorrunde für die grösste Überraschung des Schweizer Fussballherbstes gesorgt, als er sich mit Stade Nyonnais im November auf Rang Drei in die Winterpause verabschiedete. Durch den neuen Fokus von Besitzer Vartan Sirmakes auf Stade Lausanne-Ouchy verliessen viele etablierte Kräfte wie Tall, Delley, Yartey, Kok oder Zambrella das Team. Das nun jüngste Nicht-U21-Team der Liga schlug sich aber trotzdem sehr gut. Was zumindest nicht gegen den Trainer spricht.

Zum Auftakt in Thun trat Sion im Vergleich zur Vorrunde komplett verwandelt auf. Die «Handschrift» des neuen Trainers war klar erkennbar, aber das Team hatte mit der Umsetzung noch etwas Mühe. Dionisio musste während der Partie seine Aussenverteidiger immer wieder weit nach vorne winken. Individuelle Unzulänglichkeiten wie diejenigen von Jan Bamert, welche in den Startminuten zu zwei Gegentoren durch Castroman und Tosetti führten, mag es in der Innenverteidigung speziell bei dieser Spielweise nicht vertragen.

Sion ist in der Innenverteidigung für einen Klub mit den ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln nicht optimal besetzt. Möglich, dass gegen den FCZ daher neu Johan Djourou im gesetzten Alter von 33 Jahren zu seinem Super League-Début kommt. Eine weitere Alternative wäre zudem der sowohl links wie im Zentrum einsetzbare Ayoub Abdellaoui. In der Sturmspitze stehen Dionisio eine ganze Reihe von qualitativ guten Stürmern zur Verfügung, von denen zuletzt aber keiner auf Super League-Stufe regelmässig Stammspieler war. Mal wurde ein paar Spiele in Folge Uldrikis von Beginn weg gebracht, dann wieder Luan, Doumbia, Fortune oder Itaitinga. Neu dazugestossen sind zudem der Japaner Wakatsuki und Filip Stojilkovic, welcher vor rund 20 Monaten noch unter anderem mit Simon Sohm im U18-Schweizermeisterschaftsfinal im St. Jakob Park gestanden hatte.

Dieser Simon Sohm sollte nach seiner Sperre beim FCZ wieder in die Mannschaft zurückkehren können. Gegen Luzern wurde seine Präsenz im Mittelfeld vermisst. Sein Ersatz Vasilije Janjicic könnte vielleicht trotzdem zum Einsatz kommen, auf der 10er-Position, falls Antonio Marchesano angeschlagen ausfällt. Auf der Linksverteidigerposition wird wohl schon nach wenigen Trainingseinheiten bereits Neuverpflichtung Mads Pedersen zum Einsatz kommen. Schon bisher hat das Letzigrund-Team unter Trainer Magnin gegen Sion am meisten Tore erzielt. Die neue Spielweise der höher als zuvor stehenden Walliser eröffnet dem konterstarken FCZ weitere Chancen, offensiv zu reüssieren.

Wird sich die Reise ins Wallis gelohnt haben?

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Denis Popovic wechselt zu Russischem Traditionsklub

Denis Popovic hat drei Tage nach seiner Vertragsauflösung beim FC Zürich einen neuen Klub gefunden. Der Mittelfeldspieler, der im Alter von 29 Jahren kurz vor seinem Wechsel zum FCZ erstmals für die Slowenische Nationalmannschaft aufgeboten worden war, wechselt zurück in die Russische Premier Liga zu Krylia Sovetov Samara und unterschrieb dort einen Vertrag über zweieinhalb Jahre. Generaldirektor Vitalij Shashkov zeigt sich gegenüber Russischen Medien erfreut über den Transfer: „Popovic wollten mehrere Klubs verpflichten. Wir haben das Rennen gemacht. Wir waren schon an ihm interessiert, als er noch für Orenburg spielte. Popovic ist ein Spieler, der viel Arbeit verrichtet – und er kennt die Russische Meisterschaft“.

Krylia Sovetov ist ein Russischer Traditionsklub aus der Millionenstadt Samara an der Volga, der in den 00er-Jahren die höchsten Zuschauerzahlen des Landes hatte. Krylia Sovetov gehört zu den wenigen Russischen Klubs, die in ihrer Stadt in der breiten Bevölkerung schon immer einen grossen Rückhalt genossen. Auch nach der WM und der Errichtung vieler neuer Stadien im ganzen Land haben die „Flügel der Sovjets“ mit 17’500 Zuschauern immer noch den sechsthöchsten Zuschauerschnitt des Landes, obwohl man aktuell in der Premier Liga auf dem zweitletzten Platz liegt – einen Punkt hinter Popovics kleinerem (aber von Gazprom unterstützten) Ex-Klub Orenburg.

Beim FCZ absolvierte Popovic 12 Wettbewerbseinsätze. Dabei war er in der ersten Cuprunde bei Black Stars in Basel wesentlich am Weiterkommen beteiligt mit einem direkt verwandelten Eckball und einer guten Freistossflanke auf den Kopf von Nathan, welcher zum entscheidenden 2:1 traf. Der spielerisch starke Slowene hat sich über viele kleine Klubs hochgearbeitet, bis er im Alter von 25 Jahren mit dem Polnischen Wisla Krakov erstmals für einen grösseren Verein auflaufen durfte und anderthalb Jahre später den Vertrag in der Russischen Premier Liga offeriert bekam. In Orenburg war Popovic der Spielmacher in einem Team von lauter disziplinierten und laufstarken „Indianern“. Die Mischung stimmte – die Mannschaft stieg auf und erreichte in der Folgesaison im Oberhaus den fast schon sensationellen 8. Platz. Beim FCZ hingegen kam Popovic in eine Mannschaft, die nicht für ihn rannte und in welcher bereits vor seiner Ankunft eher ein Mangel an „Wasserträgern“, als an „Künstlern“ herrschte. Zusätzlich dazu, dass Popovic allgemein nicht zu den athletisch starken Spielern zählt, kamen eine für ihn kurze Sommervorbereitung und vielleicht auch schon gewisse Alterserscheinungen. Ausserdem schien er im schweizerisch/afrikanisch geprägten Team nie richtig den Anschluss zu finden und diesen im Gegensatz zu seinem Landsmann Kramer auch weniger zu suchen.

Photo: Krylia Sovetov Samara

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