Autor: Lukas Stocker
FCZ – FCSG 2:2 Highlights
Abgesehen vom turbulenten Derby-Sieg zum Abschluss der Saison im letzten Mai ist es jetzt 1 Jahr und 3 Wochen her seit dem letzten Heimsieg des FCZ. Die älteren Semester mögen sich noch vage an das damalige 3:0 gegen den FC Vaduz erinnern mit drei Toren im Zehnminutentakt gleich zu Beginn und einer Roten Karte gegen Ex FCB-Junior Simone Grippo, welcher nach dem 2:0 Davide Chiumiento umsäbelte. Ein gewisser Marco Schönbächler schoss zwei Tore, Burim Kukeli und Yassine Chikhaoui gelangen ebenfalls je zwei Skorerpunkte. Auch am Wochenende konnte diese Negativserie nicht gebrochen werden.
Am Samstag stand St.Gallen mit einer jungen Hintermannschaft (mit dem 18-jährigen Hefti und den U21-Nationalspielern Gelmi und Angha) sehr hoch, was der FCZ häufig mit Bällen in die Tiefe auszunutzen versuchte. Nach vielen Offsidepfiffen gelang Etoundi schlussendlich nach schöner Vorlage von Yapi zu Beginn der zweiten Halbzeit der Durchbruch, traf aber nur die Latte. Nach einem St.Galler Eckball schickte zudem Buff mit einer an Handlungsschnelligkeit und Präzision kaum zu übertreffenden Vorlage den aus der eigenen Hälfte startenden Schneuwly in die Tiefe, dieser traf aber über den weit aus seinem Strafraum herausstürmenden Lopar hinweg aus der Distanz das Tor nicht.
In der Nachspielzeit wollte St.Gallen nach einem von mehreren unnötigen Ballverlusten von Cabral einen Freistoss im Mittelfeld schnell diagonal Richtung Steven Lang ausführen, wurde aber von Schiedsrichter Erlachner zu Recht zurückgepfiffen, weil der Ball noch rollte. Dies hätte Koch die Zeit gegeben, sich im Vergleich mit Lang besser zu positionieren. Der Zürcher Aussenverteidiger liess diese Zeit aber verstreichen, und war so im Laufduell im Rückstand, so dass ihm nichts anderes übrig blieb, als zum Eckball zu klären. Bei diesem kommt Brecher wegen eines Zwischenschrittes etwas spät zum Ball, und muss diesen daher richtigerweise aus dem Strafraum fausten, anschliessend agieren Buff, Brunner und Nef einer nach dem anderen zu optimistisch und wollen sofort den Ball erobern, anstatt realistischer sich darauf zu fokussieren, den Gegner zu bremsen, abzudrängen, sowie die Räume und Passwege abzuriegeln.
Im Vergleich zum Thun-Match, wo der FCZ nach der 1:0-Führung völlig den Faden verlor und abschaltete, kämpfte sich das Team von Trainer Hyypiä diesmal nach 0:1-Rückstand zurück, und war anschliessend das bessere Team. Ein entscheidendes Signal war vor allem der Ballgewinn von Etoundi in der gegnerischen Hälfte gegen Thrier, welcher den Ausgleich von Gavranovic ermöglichte. Nach dem Pausentee wurde der Rhythmus der Partie nochmal höher, der im ersten Durchgang noch fehlerhafte Yapi kam wie verwandelt auf den Platz zurück. Die Einwechslung von Buff brachte zusätzlichen Schwung und Durchschlagskraft, und gleich mit seiner ersten Aktion leitete dieser magistral über rechts das 2:1 durch Bua ein, der in der Mitte seine erneut starke Leistung mit seinem ersten Super League-Tor krönte, dabei aber auch etwas von der Unerfahrenheit seines Gegenspielers Silvan Hefti profitierte.
FC Zürich – FC St.Gallen 2:2 (1:1)
Letzigrund – 7770 Zuschauer – SR Erlachner
Tore: 4. Salli 0:1, 26. Gavranovic 1:1, 74. Bua 2:1, 92. Cavusevic 2:2.
Zürich: Brecher; Koch, Nef, Brunner, Vinicius; Schneuwly (85. Kukeli), Cabral, Yapi, Bua; Gavranovic (73. Buff), Etoundi (89. Sadiku).
St.Gallen: Lopar; Hefti, Thrier, Gelmi, Angha; Tafer (68. Aratore), Everton (79. Cavusevic), Janjatovic (74. Wiss), Lang; Aleksic, Salli.
Reden ist Silber…
FCZ-Trainer Sami Hyypiä verlangt von seinen Spielern, auf dem Feld viel mehr miteinander zu kommunizieren. In Thun haben dies die Spieler tatsächlich beherzigt und umgesetzt. Es wurde untereinander so viel gesprochen und dirigiert, wie selten zuvor. Die Spieler scheint dies aber eher aus dem Konzept gebracht zu haben. Hauptsächlich wird dem Mitspieler angezeigt, welchen Spieler er decken soll im Sinne von „Nimmen Du…“, dabei verpennt der dirigierende Spieler in der Regel gleichzeitig aber seine eigene Aufgabe.
Déjà Vu – identische Offsidetore in Thun
17.Mai 2015, Stockhorn Arena Thun, Freistoss Thun von der rechten Seite, FCZ stellt erfolgreich Offsidefalle, Sulmoni steht offside, Linienrichter lässt trotz bester Sicht Fahne unten – Sulmoni trifft kurz nach Nefs Führungstreffer zum schnellen Ausgleich – 1:1.
18.Oktober 2015, Stockhorn Arena Thun, Freistoss Thun von der rechten Seite, FCZ stellt erfolgreich Offsidefalle, Sulmoni steht offside, Linienrichter lässt trotz bester Sicht Fahne unten – Sulmoni schiesst Brecher an, Buess trifft im Nachsetzen zum 2:1 weniger als eine Viertelstunde nach der 1:0-Führung des FCZ durch Sadiku.
Thun – FCZ Zusammenfassung
FC Thun – FC Zürich 5:1 (3:1)
Stockhorn-Arena – 5621 Zuschauer – SR Amhof
Tore: 17. Sadiku 0:1, 25. Buess 1:1, 31. Buess 2:1, 45. Buess 3:1, 69. Schirinzi (Foulpenalty) 4:1, 89. Munsy 5:1
Thun: Ruberto; Joss, Reinmann, Sulmoni, Wittwer; Zarate, Hediger, Wieser, Schirinzi (82. Peyretti); Buess (66. Munsy), Rapp (75. Frontino)
Zürich: Brecher; Brunner (82. Di Gregorio), Nef, Djimsiti, Koch; Bua, Cabral (68. Kukeli), Yapi, Buff (46. Etoundi); Chermiti, Sadiku
Brunner und Bua als einzige Lichtblicke
Der FCZ schaltet in der Stockhorn-Arena nach der 1:0-Führung gleich mehrere Gänge zurück. Der Gegner wird von vorne bis hinten nicht mehr konsequent attackiert. Auch Torhüter Brecher kann von der Fehlerkette nicht ausgenommen werden. Einzige echte Lichtblicke sind Brunner und Bua auf der rechten Seite.
FCZ Frauen nach starker Gegenwehr ausgeschieden
Die FCZ Frauen spielen im 1/16-Final Rückspiel der Champions League gegen die Frauen von Lilleström SK nahe bei 100% ihrer Möglichkeiten. Gegen die favorisierten Norwegerinnen, deren Team mit lauter norwegischen und holländischen WM-Teilnehmerinnen gespickt ist, ist das Team von Trainer Dorjee Tsawa über die 93 Minuten das bessere Team und geht verdient kurz vor Schluss nach einem langen Ball der fussballerisch starken Torhüterin Seraina Friedli (22) in die Tiefe auf die unermüdliche Meriame Terchoun (19) durch Fabienne Humm (28) in Führung, und kann so das 0:1 aus dem Hinspiel vorläufig kompensieren. Beeindruckend bei diesem Tor war auch, wie die Mannschaft bei Terchouns Durchbruch auf rechts kollektiv die Situation blitzschnell erfasste, und mit Überzahl in den Strafraum stürmte.
Dank der Resultate der letzten Jahre war der FCZ in dieser ersten K.O.-Runde gesetzt gewesen, bekam aber eines der stärksten ungesetzten Teams zugelost. Im Hinspiel wäre bei zwei Aluminiumtreffern ein Unentschieden durchaus dringelegen gewesen, was die Ausgangslage vor dem Rückspiel deutlich verbessert hätte. Gegen Ende der Partie wurde offensichtlich, dass die Zürcherinnen sich die Kräfte immer mehr einteilen mussten, und LSK physisch deutlich mehr Reserven hatte. Deshalb war beim Durchbruch von Selina Kuster (24) von links in den Strafraum klar, dass diese Aktion das Spiel entscheiden würde. Die Isländische LSK-Torhüterin Gudbjörg Gunnarsdottir (30) konnte den Abschluss parieren, und in der Verlängerung sorgte nach einer Kopfballverlängerung in die Tiefe Lene Mykjaland (28), zusammen mit Terchoun beste Spielerin auf dem Platz, mit ihrem 1:1 für die Entscheidung. Trainerin Monica Knudsen zeigte sich nach der Partie erleichtert darüber, dass die vor der Partie fraglich gewesene Mykjaland spielen und so eine gute Partie abliefern konnte.
Im FCZ-Mittelfeld machte die Neuseeländerin Katie Duncan (27) eine ihrer besten Partien im FCZ-Dress, die verletzungsbedingte Absenz von Sandrine Mauron (18) war aber trotzdem spürbar. Die eingewechselten Nathalie Lienhard (17) und Lesley Ramseier (18) konnten gute Akzente setzen, und brachten zusätzliche Zielstrebigkeit sowie Schnelligkeit ins Zürcher Spiel. Die beiden müssen sich vor den Stammspielerinnen immer weniger verstecken, und lassen für die Meisterschaft auf ein ausgeglichenes Kader mit konstant guten Leistungen hoffen.
FC Zürich Frauen – LSK Kvinner FK 1:1 n. V. (1:1, 1:0, 0:0)
Tore: 87. Humm 1:0, 99. Mykjåland 1:1
FCZ Frauen: Friedli; Remund (81. Baumann), Keller, Fischer, Kuster; Willi, Duncan, Müller (62. Ramseier); Terchoun, Deplazes (70. Lienhard), Humm.
LSK Kvinner: Gunnarsdottir; Wold, Lund, Westerlund, Sandvei; Sönstevold (97. Lundh), Bachor, Spitse, Haavi Bosshard; Mykjåland (106.Ludvigsen), Berget (68. Löfwenius).










