„Dümmste“ Niederlage in Santinis bestem Spiel / Lausanne-Sport – FCZ Analyse

Cup-Torhüter Kostadinovic degradiert, Dzemaili und Omeragic spielen trotz Kunstrasen, Sturmduo Avdijaj + Santini / Lausanne-Sport – FCZ Vorschau und Matchblatt (Züri Live)

Ludovic Magnin ist endlich zu Hause in Lausanne – und trifft jetzt auf den FC Zürich, seine andere Liebe (Luzerner Zeitung)

In Lausanne fand wieder das Schicksalsspiel für den FCZ-Trainer statt. Genau vor zwei Jahren wurde die Zeit des heutigen Lausanne-Coaches Ludovic Magnin als FCZ-Cheftrainer nach einer 0:4-Niederlage auf der Pontaise beendet. Schon damals unter den Torschützen: Aldin Turkes. Nikola Boranijasevic erzielte ebenfalls ein Tor für Lausanne-Sport. Auf Seiten des FCZ standen damals ebenfalls schon Brecher, Omeragic und Marchesano in der Startaufstellung. Eine weitere Parallele: ein FCZ-Verteidiger, der im Verlauf der 1. Halbzeit verletzungsbedingt ausgewechselt werden musste – damals Silvan Wallner, diesmal Becir Omeragic.

Warum war es die “dümmste“ Niederlage?

Die letzte Niederlage unter Coach Franco Foda war aus verschiedenen Gründen die “dümmste‘:

  • Der FCZ war dominant, konnte diese Dominanz aber nicht ausnutzen
  • Franco Foda hatte mit seiner Aufstellung und den Wechseln kein gutes Händchen
  • Mehreren Spielern unterliefen entscheidende Blackouts
  • Für einmal wurden gute Standards getreten – aber im Abschluss nicht verwertet
  • Wie so häufig, wenn er ein Spiel in der Liga oder im Cup pfeift, hatte Schiedsrichter Alain Bieri auch diesmal Einfluss auf den Verlauf der Partie

Die Partie begann eher chaotisch. Die ersten beiden Tore waren dafür bezeichnend: ein Eigentor von Lausanne-Verteidiger Anel Husic nach Avdijaj-Hereingabe beim ersten gefährlichen FCZ-Konter und der Ausgleich Brighton Labeaus mit der ersten Lausanne-Torchance. Das Heimteam nutzte dabei unter anderem aus, dass der soeben für den angeschlagenen Becir Omeragic eingewechselte Lindrit Kamberi seine Position noch nicht ganz gefunden hatte. Omeragics Nomination in der Startaufstellung war einer von mehreren unglücklichen Personalentscheiden auf Seiten des FCZ gewesen. Ausgerechnet auf der Tuilière, an welche Omeragic gesundheitlich schlechte Erinnerungen hat, sollte er nach einer Pause von drei Partien sein Comeback feiern.

Coyle bereitet dem FCZ Probleme

Dass Omeragic nicht mehr auf dem Platz war, war grundsätzlich gut für den FCZ, denn er hatte seinen Einsatz katastrophal begonnen und speziell gegen den jungen Sanches grosse Probleme. Kamberi war nach Anlaufschwierigkeiten etwas besser als Omeragic, allerdings in der defensiven Phase auf einem für seine Verhältnisse ebenfalls sehr tiefen Niveau. Es war ganz generell mit einer Durchschnittsnote von bloss 4,3 die bisher klar schlechteste Defensivleistung der Saison. Auch Fidan Aliti, der später eingewechselte Cheick Condé oder Yanick Brecher waren defensiv schlecht. Der Unterschied zwischen Lausanne-Sport und dem FCZ bezüglich Einwechselspieler war frappant. Während bei den Waadtländern Schwizer, Turkes und Koyalipou zur Entscheidung wesentlich beitrugen, hatten auf Zürcher Seite Kamberi, Condé, Okita und Vyunnik nach ihrer Einwechslung längere Anlaufschwierigkeiten zu bewältigen oder waren gar in der Entstehung der Gegentore entscheidend beteiligt. Condé und Vyunnik vermochten sich zumindest in der Verlängerung zu steigern. In dieser war wie schon gegen Qarabag Nikola Boranijasevic auf Zürcher Seite der Beste. Wenn eine Partie mehr als 90 Minuten dauert, dreht der Dauerläufer auf der rechten Seite erst so richtig auf!

Die Führung des FCZ in der 8. Minute ging auf einen Ballverlust des jungen Stammspielers aus dem eigenen Nachwuchs Alvyn Sanches gegen Ole Selnaes zurück. Beim LS-Ausgleich in der 24. Minute ist entscheidend, dass sich Stürmer Trae Coyle wie so häufig ins Mittelfeld zurückfallen lässt, damit Kryeziu und Guerrero aus der Abwehrreihe herauslockt, und dann am Boden liegend mit viel Willen den Dreikampf gegen gleich beide Gegenspieler gewinnt. Wenn Lausanne sich im Spiel nach vorne mal durchsetzen kann, dann fast immer dank des agilen und zielstrebigen Coyle.

Magnins Joker stechen

Die Führung des FCZ in der 36. Minute erzielt wieder mal Antonio Marchesano per Kopf: sein erstes Saisontor, nach Massflanke des offensiv starken und gleichzeitig defensiv ungenügend auftretenden Fidan Aliti. Der 2:2-Ausgleich fällt durch den eingewechselten ehemaligen FCZ-Stürmer Aldin Turkes in der letzten Nachspielminute. Der zuletzt verletzungsgeplagte Turkes hatte zu Beginn seiner Profikarriere seinen Anteil an den Abstiegen des FCZ 15/16 und des FC Vaduz in der Folgesaison. Drei Jahre später wurde er zu einem guten Challenge League-Stürmer und reifte mit der Zeit in Richtung Super League-Niveau, hat aber mit 26 Jahren trotzdem erst 44 Partien in der höchsten Spielklasse auf seinem Palmarès.

Lausanne-Coach Magnin hatte in der 68. Minute mit Dominik Schwizer für Toichi Suzuki die offensivere Variante auf der linken Seite eingewechselt und der Flankenspezialist bereitete den Ausgleich nach einem Blackout von Condé und Boranijasevic denn auch mustergültig vor. Zwei Minuten davor hatte bereits Gaudino den vermeintlichen Lausanner Ausgleich erzielt gehabt. Dieser wurde aber zu Recht aberkannt, weil der im Offside stehende Brighton Labeau Torhüter Yanick Brecher eindeutig die Sicht verdeckte und dieser deshalb erst spät auf den Weitschuss reagieren konnte.

FCZ spielt in einem Hybrid-System

Der Siegtreffer von Turkes in der 114. Minute ging von einem missglückten Freistoss des ansonsten seine Leistungssteigerung im Vergleich zum Anfang der Saison bestätigenden Ole Selnaes aus. Aliti verpasste am gegnerischen Strafraum gegen Giger den entscheidenden Moment, den sich anbahnenden Konter mit einem Tackling zu unterbinden: er hatte noch nicht Gelb gesehen. In der Rückwärtsbewegung agierten Guerrero und Boranijasevic zu ballorientiert. Die eingewechselten Kamberi und Condé bewegten sich viel zu langsam zurück, gaben sich nicht wirklich Mühe, mitzuhelfen. Und Torhüter Yanick Brecher positionierte sich in der schlechtestmöglichen Distanz auf halbem Weg zum Tor. Nicht nahe genug am Stürmer, um wirklich den Winkel verkürzen zu können – und nicht weit genug, um Zeit zu haben, den Schuss zu parieren.

Taktisch verwandelte sich das 4-2-3-1 mit Ball häufig in die von Franco Foda präferierte Raumdeckung im 3-4-3 gegen den Ball. Der Linke Flügel Guerrero orientierte sich dementsprechend defensiv nach hinten und Fidan Aliti rückte nach innen. Die drei Spieler der vordersten Defensivlinie Avdijaj – Santini – Marchesano arrangierten sich flexibel basierend auf der Spielsituation. In den ersten sieben Wettbewerbspartien der Saison hatte der FCZ vier Mal kein Tor erzielt. Danach konnte aber seit dem 0:3 gegen Sion im Letzigrund in jeder der elf letzten Spielen mindestens ein Treffer bejubelt werden.

Personalien

  • Fidan Aliti: Drittes Assist in vier Spielen (darunter ein herausgeholter Penalty gegen Arsenal). Einer der besten Passspieler im Team. Wird in Bezug auf seine Offensivqualitäten von vielen unterschätzt. Sein begrenzter Speed ist defensiv ein grösseres Handicap als offensiv.
  • Nikola Boranijasevic: Der “Duracell-Hase“ des FCZ. Kommt wie schon im Rückspiel gegen Qarabag in der Verlängerung, wo alle anderen in der Startaufstellung stehenden Spieler beider Teams abbauen, erst so richtig in Fahrt.
  • Donis Avdijaj: Wirkt oft etwas unauffällig, lässt aber immer wieder seine Qualität aufblitzen und arbeitet viel. Wie in Norwegen das erste Tor erzielt beziehungsweise provoziert.
  • Ole Selnaes: Bestätigt den Aufwärtstrend. Dank Selnaes und Marchesano gab es in dieser Partie so viele gute FCZ-Standards wie wohl noch nie in dieser Saison – mit der grossen Ausnahme des völlig verunglückten Freistosses, der in der 114. Minute zum entscheidenden Gegentor zum 2:3 führte.
  • Ivan Santini: Sein bisher bestes Spiel, wirkt wie verwandelt. Legt in der Luft und am Boden gut für die Mitspieler ab. Übertrifft seine bisher besten Leistungen gegen Luzern und Linfield. Muss von Gegenspieler Husic extrem viel einstecken, weil dieser von Schiedsrichter Bieri eine Carte Blanche erhält. Dass Santini in diesem Duell eine frühe Gelbe Karte sieht und Husic keine, kann nur als Witz bezeichnet werden. In der Folge bleibt Santini trotz aller Widrigkeiten bis zu seiner Auswechslung in der 85. Minute beim Stand von 2:1 für den FCZ erstaunlich cool. Leider macht in der Folge das Beispiel Husic Schule und Santini wird auch in den kommenden Einsätzen Zielscheibe von Mätzchen und Provokationen von Gegenspielern.
  • Jonathan Okita: Die Gelb-Rote Karte in der 117. Minute ist hart, aber nicht falsch. Der zweite Platzverweis in Folge. Muss sich unbedingt die Plauschfussball-Routine abgewöhnen, bei der Annahme den Ball unnötig weit vom Fuss prallen zu lassen – eine Frage der technischen Qualität ist das bei ihm nicht, es ist Gewohnheit.
  • Lindrit Kamberi: Vier Abschlüsse, die meisten im Team – alle bei Standards. Früh für den angeschlagenen Omeragic eingewechselt, ist es defensiv einer seiner schwächsten Auftritte.
  • Cheick Condé: Agiert erneut zu Beginn nach seiner Einwechslung zu wenig fokussiert und engagiert. Steigert sich in der Verlängerung. Nach starkem Saisonstart zuletzt fünf ungenügende Noten in sechs Einsätzen.

Randnotiz

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Erstmals nördlich des Polarkreises / Bodö/Glimt – FCZ Analyse

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Riesen-Zahnbürsten und Blitze nördlich des Polarkreises (SRF)

Es ist der 14. Europacup-Heimsieg Bodös in Folge. Das Team von Coach Knutsen hat dabei schon klarere Resultate wie beispielsweise ein 6:1 gegen Mourinho’s AS Roma gefeiert. Über Jahrzehnte hat der fussballerische Leuchtturm des Nordens auch innerhalb Norwegens gegen die Übermacht aus dem Süden des Landes um Akzeptanz und Gleichberechtigung kämpfen müssen. Eine Stärke des aktuellen Teams ist, dass sie sowohl offensiv wie auch defensiv gemeinsam und sehr überlegt agieren, und immer in Bewegung bleiben. Es kommt nie Hektik auf. Es wird immer schon ein, zwei Schritte vorausgedacht und dem Gegner kaum mal eine Gelegenheit gegeben, in Zweikämpfe zu kommen. So bauen sie ihre Dominanz des Raumes auf – unter anderem auch durch optimales Ausnutzen der Beschaffenheit ihres heimischen Kunstrasens. Der Gegner wird phasenweise zu einer gewissen Passivität verdammt.

Blerim Dzemailis Leistungseinbrüche nach der Pause

Der FCZ spielt erstmals in seiner Vereingeschichte nördlich des Polarkreises. Sowohl Bodö als auch der FCZ standen speziell in der 1. Halbzeit häufig hoch und setzten den Gegner unter Druck. Für das Team von Kjetil Knuden muss es schon etwas überraschend gewesen sein, wie gut sich die Gäste aus der Schweiz vor allem dank der fussballerischen Qualitäten von Torhüter Yanick Brecher jeweils aus der Umklammerung lösen konnten. Die Innenverteidiger standen dabei im Spielaufbau sehr breit, was den Aussenverteidigern erlaubte, hoch zu stehen in Räumen, die von Bodös 4-3-3 Pressing nicht abgedeckt wurden. Brechers Fähigkeit, seine Aussenverteidger immer wieder mit präzisen hohen Bällen über den norwegischen Dreimannsturm hinweg anzuspielen, hebelte das Pressing Bodös weitgehend aus. Es war insgesamt basierend auf der Züri Live-Durchschnittsnote der eingesetzten Spieler nach dem Sion-Heimspiel die zweitbeste Erste Halbzeit der bisherigen Saison! Auch damals stand es 0:0 zur Pause – und am Ende verlor der FCZ die Partie.

Nach der Pause liess speziell Blerim Dzemail stark nach, weshalb die defensive Kompaktheit schnell zusammenbrach und Bodö den Raum zentral vor dem Zürcher Strafraum eroberten und mit Diagonalläufen sowie Seitenwechseln beliebig bespielen konnten. Dzemaili vermochte seinen Gegenspieler Saltnes auch nicht am Kopfball zum 1:0 in der 54. Minute (von Selnaes noch zusätzlich abgefälscht) zu hindern. Bis zu seiner Auswechslung in der 71. Minute unterliefen Dzemaili Defensivschnitzer im Dreiminutentakt. So stand er beispielsweise in der 65. Minute Vetlesen im eigenen Strafraum ungeschickt auf den Fuss und hatte Glück, dass von Schiedsrichterin Frappart kein Pfiff ertönte. Bereits in der 25. Minute hätte allerdings der FCZ nach Eingreifen von Torhüter Hajkin gegen den anstürmenden Tosin ebenfalls einen Penalty zugesprochen erhalten können oder vielleicht sogar müssen.

Leistungen im Europacup weiterhin besser als in der Meisterschaft

Die letzten zehn Minuten der Partie plus Nachspielzeit gehörten dem FCZ. Auch weil bei Bodö durch die Wechsel die Qualität sank. Der in der Regel im Zentrum eingesetzte Grönbaek blieb auf dem Flügel blass. Der ebenfalls von einer Verletzung zurückgekehrte Eliteserien-Torschützenkönig Pellegrino fand noch nicht so gut in den Flow wie sein Pendant Solbakken. Und Amundsen agierte in der Innenverteidigung deutlich wackeliger als Lode. Der eingewechselte Donis Avdijaj erzielte mit einem Kunstschuss in der 81. Minute den Anschlusstreffer. Der gegen seine Landsleute top-motivierte und sich von Spiel zu Spiel steigernde Ole Selnaes (Stammverein: Rosenborg) hatte den Ball zurückerobert und beim Assist Übersicht bewiesen. Vier Minuten später hätte Avdijaj nach grandioser Boranijasevic-Flanke eigentlich den Ausgleich erzielen müssen – aber Mitspieler Ivan Santini kam ihm in die Quere. Insgesamt war es mit Durchschnittsnote 6,1 einer der besseren Auftritte des FCZ in dieser Vorrunde und typisch für die allgemein besseren Leistungen im Europacup im Vergleich zur Meisterschaft.

Personalien

  • Yanick Brecher: Erstmals in dieser Saison MVP dank ausgezeichneter Offensivleistung, sehr gute Spielauslösung gegen hoch stehenden Gegner.
  • Nikola Boranijasevic: Ist erstmals in dieser Saison bester Spieler der Zweiten Halbzeit. Kurbelt die FCZ-Angriffe über rechts an.
  • Blerim Dzemaili: Noch nie in dieser Saison hat ein Spieler so viele Defensiv-Minuspunkte gesammelt wie Dzemaili in dieser Partie. Es ist also der defensiv bisher fehlerhafteste Auftritt. Das grösste Problem ist jeweils die Zweite Halbzeit. In den letzten vier Partien holte Dzemaili in der Zweiten Halbzeit drei Mal die Tiefstnote „1“. Seine häufig schon vor der Pause ungenügende Performance bricht nach dem Spielunterbruch regelmässig ein.
  • Ole Selnaes: Erneut ein Assist wie in Genf. Steigert sich von Spiel zu Spiel. Als Rosenborg-Zögling speziell motiviert gegen die Landsleute aus dem Norden.
  • Fabian Rohner: Kann seine Chance in der Startformation nicht überzeugend nutzen. In manchen Aktionen zu wenig proaktiv und direkt.
  • Jonathan Okita: keine einzige Abschlussbeteiligung bis zur 53. Minute. Macht dann aber “aus dem Nichts“ in der 62. Minute mit einem Schuss an die Lattenunterkante beinahe das Anschlusstor.
  • Aiyegun Tosin: Bis zu seiner Auswechslung in der 81. Minute mit einer Ausnahme an allen Abschlüssen beteiligt. Die letzten zehn Minuten auf dem Flügel eingesetzt.
  • Bohdan Vyunnik: Erstmals Defensiv bester Spieler. In der 71. Minute als Mittelstürmer eingewechselt, ab der 81. Minute auf dem Rechten Flügel.
  • Cheick Condé: In der Rückwärtsbewegung seit einigen Partien zu wenig konsequent. Muss defensiv mehr mitarbeiten. An der Qualität liegt es nicht.

Randnotiz

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Douline und Kutesa alleine vor Brecher in der 95. Minute, und wie es dazu kam… / Servette – FCZ Analyse

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Coach Franco Foda hat zum Auftakt der Europa League-Gruppenphase gegen Arsenal (1:2) auf Viererabwehr umgestellt und behält das 4-2-3-1 auch in Genf bei. Zu den Gewinnern dieser neuen Formation gehören sicherlich Seitenspieler wie Fidan Aliti, Jonathan Okita und Adrian Guerrero. Der FCZ hat gegen ein riskant spielendes Servette von Anfang an im Ansatz sehr gute Möglichkeiten mit Überzahlsituationen im Umschaltspiel, aber das Führungstor erzielt schon nach zwei Minuten Servette, weil sich Mets und Aliti auf ihrer linken Abwehrseite gegen Rodelin und Stevanovic etwas naiv anstellen.

Jonathan Okita from hero to zero

Wie schon gegen Arsenal “’schwimmt“ der FCZ auch am Salève zu Beginn in defensiver Hinsicht – auch wegen personeller Rochaden. Mets, Condé und Marchesano beginnen diesmal für Kryeziu, Dzemaili und Krasniqi. Wenn kein schnelles Umschalten durch die Mitte möglich ist, baut der FCZ vorwiegend über rechts auf, wo Tosin den Ball an der Seitenlinie fixiert, um dann die von den Flügeln zur Mitte ziehenden Okita oder Guerrero zu lancieren. Aufgrund häufiger Positionswechsel auf beiden Seiten war das Spiel in der 1. Halbzeit sehr lebhaft und abwechslungsreich. Allerdings konnten Kamberi, Salnaes oder Guerrero häufig die Laufwege von Zielspielern wie Tosin oder Okita nicht richtig lesen.

Es hätte die Partie von Jonathan Okita werden können, dem von ausserhalb des Strafraumes zwei Traumtore gelangen – seine ersten beiden Treffer im elften Wettbewerbsspiel im FCZ-Trikot notabene. Alle Zürcher Feldspieler waren an mindestens einem der beiden Okita-Treffer beteiligt. Allerdings stand Okita mit seinem Fehler im Mittelfeld auch am Anfang des zwischenzeitlichen 2:1-Führungstreffers Servettes und erwies seiner Mannschaft mit einer Gelb-Roten Karte in der 72. Minute einen Bärendienst. Die erste Gelbe hatte er erhalten, weil er sich statt ausserhalb des Spielfeldes pflegen zu lassen, auf den Platz setzte, um das Spiel zu unterbrechen. Die zweite kassierte er wegen eines taktischen Fouls nachdem er den Ball unvorsichtigerweise in der eigenen Platzhälfte weit von seinem Fuss wegspringen liess. Zuvor hatte Guerrero die Latte getroffen und Tosin setzte seinen Seitfallzieher aus neun Metern am Pfosten vorbei.

Nach dem Highlight gegen Arsenal kommt vom FCZ in Genf zu wenig

In Unterzahl stellte sich der FCZ ungeschickt an. Brecher spielte hohe Bälle in Richtung des eingewechselten Donis Avdijaj, der in den Luftduellen keine Chance hatte. So kam Servette zu viel Ballbesitz. Der FCZ liess sich weit zurückfallen und verteidigte mehr schlecht als recht. Vor dieser Phase hatte FCZ-Keeper Yanick Brecher in der 2. Halbzeit nie eingreifen müssen. Der FCZ verlor die Partie dann erneut in den Schlussminuten, diesmal gar in praktisch letzter Sekunde. Ein Gegentor nach Valls-Eckball in Genf war ein Défà Vu aus früheren Saisons. Bei der Zuteilung der Gegenspieler herrschte ein Chaos, Mets und Guerrero fanden ihre Gegenspieler nicht – Kutesa und Torschütze Douline hätten beide alleine vor Brecher den Valls-Corner direkt verwerten können.

Insgesamt war es mit Durchschnittsnote 4.9 auf gleicher Höhe mit dem Auftaktmatch in Bern und hinter der Heimniederlage gegen Lugano die zweitschlechteste FCZ-Partie der Saison – defensiv und offensiv gleichermassen. Trainer Foda nahm dabei nur zwei Wechsel vor. Und in der 1. Halbzeit hatte der aktuelle FCZ-“Lieblingsschiedsrichter“ Fedayi San ein Stürmerfoul von Rodelin an Kamberi bei einem vermeintlichen Servette-Goal Pflückes übersehen und musste vom VAR korrigiert werden.

Personalien

  • Yanick Brecher ist zum fünften Mal in den letzten sieben Partien in der 2. Halbzeit ungenügend. 22/23 ist die 2. Halbzeit-Durchschnittsnote des Männedorfers deutlich tiefer, als jene der 1. Halbzeit – eine Frage der Konzentration?
  • Jonathan Okita produziert die grössten Tops und Flops der Partie. Der in Frankreich und Belgien aufgewachsene Kongo-Deutsche fokussiert sich in der 1. Halbzeit nur auf die Offensive. Nach dem Lupfer zum 1:1 wird er übermütig und verliert den Ball vor dem 1:2. Ist andererseits an acht der zehn Zürcher Abschlüsse beteiligt und offensiv trotz Fehlern zusammen mit Adrian Guerrero der Beste.
  • Der etwas harzig in die Saison gestartete Antonio Marchesano ist dank seiner Defensivleistung erstmals in dieser Saison MVP. Letzte Saison war Marchesano in neun Partien Züri Live-MVP gewesen, darunter im Meisterspiel in Basel am 1. Mai.

Die Saga des Genfer Siegtores

Wie konnten beim Eckball von Théo Valls mit Torschütze David Douline und Dereck Kutesa gleich zwei Genfer in zentraler Position völlig freistehend in die Position kommen, das Genfer Siegtor in der 95. Minute zu erzielen? Die Story des Genfer Siegtores ist eine Detektivgeschichte mit nur wenigen zur Verfügung stehenden Puzzleteilen an Informationen. Normalerweise ist es einfach: vor jeder Partie legt das Trainerteam fest, wie die Mannschaft bei gegnerischen Eckbällen verteidigen soll. Als Beobachter sieht man dann jeweils bereits beim ersten Corner, was die Anweisungen und Zuteilungen gewesen sein mussten. In der Regel ändert sich zudem von Spiel zu Spiel diesbezüglich nicht viel – es stehen also Erfahrungswerte der zur Verfügung.

In Genf kamen nun aber gleich mehrere erschwerende Faktoren zusammen. Den ersten Genfer Eckball gab es erst in der 78. Minute, zu einem Zeitpunkt, als Servette bereits vier Mal gewechselt hatte. Der Nummer 1-Eckballschütze Théo Valls war zudem erst gerade zwei Minuten vor diesem ersten Eckball eingewechselt worden. Dazu wechselte Coach Alain Geiger nicht Eins-zu-Eins pro Position. Eine bereits schon offensive Aufstellung wurde durch die Einwechslung von zusätzlichen Stürmern noch offensiver – eine weitere mögliche Fehlerquelle für die Zürcher Defensivorganisation. Und, ebenfalls wenige Minuten vor diesem ersten Eckball, wurde Jonathan Okita mit Gelb-Rot vom Platz gestellt. Okita nahm in der Verteidigung von Eckbällen jeweils eine wichtige Rolle ein – und man war nun einen Mann weniger.

Théo Valls setzt sich also den Ball zu diesem ersten Genfer Eckball. Yanick Brecher hätte diesen übrigens noch verhindern können, wenn er beim von Selnaes mit einem Block abgefälschten Douline-Abschluss etwas schneller reagiert hätte. Man sieht am nahen Pfosten, wie Aiyegun Tosin Brecher fragt, wo er genau hinstehen soll. Normalerweise hat der FCZ zwei Raumdecker am nahen Pfosten: für einen tiefen oder halbhohen Ball vorgeschoben und nahe zur Grundlinie in der Regel Antonio Marchesano und für einen hohen Ball auf der Fünfmeterlinie genau auf der Höhe des nahen Pfostens üblicherweise Mirlind Kryeziu. Marchesano war aber soeben ausgewechselt worden und Kryeziu diesmal nicht dabei. Tosin übernahm daher den Marchesano-Part und die Kryeziu-Rolle hätte sicherlich Karol Mets ausfüllen sollen. Er hatte dies zuletzt auch schon getan.

Nur war mit Okita einer der Haupt-Manndecker vom Platz gestellt worden und daher sollte nun Mets dessen Gegenspieler übernehmen. Tosin positionierte sich also behelfsmässig in Absprache mit Brecher irgendwo in der Mitte der beiden Raumdeckerpositionen. Der Okita-Gegenspieler muss Daniel Douline gewesen sein. Denn die anderen Manndeckerrollen waren klar verteilt: Boranijasevic deckte Stevenovic, Aliti übernahm Severin, Kamberi Vouilloz und Selnaes Crivelli.

Was dann folgte, hatte Slapstick-Charakter. Offenbar hatte nicht nur Mets die Anweisung erhalten, den Okita-Gegenspieler zu decken, sondern von irgendjemandem auch Cheick Condé. Condé nahm zielstrebig Douline ins Visier und lief auf ihn zu. Dabei stiess er mit Mets zusammen, der Severin in Empfang nehmen wollte. Der Bildregisseur schneidet von der Totalen auf eine Nahaufnahme und deshalb ist nicht sichtbar, was in den folgenden zwei, drei Sekunden passiert. Aber vermutlich fragte Condé Mets „übernimmt Du ihn?“ und Mets bejahte. Nur: Condé meinte Douline, Mets Severin. In der nächsten Totalen sieht man, dass Condé im Fünfmeterraum mit dem eingewechselten Fofana einen freien Mann ausmacht und sich zu diesem gesellt.

Douline hat sich derweil davongeschlichen und stellt sich zwischen Stevanovic und Boranijasevic, der also in diesem Moment zwei Gegenspieler zu decken hat – und wie üblich nicht murrt, sondern einfach macht. Da sieht der an der 16er-Grenze stehende Guerrero, dass Condé im Fünfmeterraum Fofana deckt und erinnert sich daran, dass das aufgrund der Gelb-Roten Karte gegen Okita nun eigentlich sein Mann wäre. Er rennt schnell in den Fünfmeterraum und schickt Condé weg. Der Corner kommt rein. Mets will Severin nachrennen, aber Aliti ist schon eng an diesem dran und Mets bremst daher ab. Douline wiederum kann nicht eingreifen, weil Valls den Ball weit diagonal an die Sechzehnmetergrenze schlägt, wo es zu einem Luftduell zwischen Clichy und Avdijaj kommt. Der Abpraller dieses Duells wird aus dem Strafraum befreit.

Vier Minuten Nachspielzeit sind angezeigt. Der FCZ scheint trotz Problemen in Unterzahl das 2:2-Unentschieden über die Zeit zu bringen. Condé joggt aber aufreizend lässig und langsam in Richtung eigenen Strafraum, als sich Crivelli löst und einen hohen Ball in Condés Verteidigungsraum völlig unbedrängt per Kopf in den Strafraum lenkt. Mets befreit schlecht und Brecher pariert den nicht allzu scharfen Abschluss Crivellis aus der Distanz mit etwas zu viel Lust fürs Spektakel. Er hätte den Ball auch weich zur Seite lenken können. So gibt es aber den erst zweiten Eckball Servettes. Als Valls den Ball zum zweiten Mal von der Rechten Seite mit Links reinbringt, sind auf die Sekunde genau 94 Minuten gespielt.

Aus FCZ-Sicht bietet sich dabei ein Bild des Grauens. Douline und Kutesa stehen zentral völlig frei und könnten beide das Tor machen. Douline ist etwas eher am Ball – beide jubeln. Weil Karol Mets nach dem von Aliti gedeckten Severin beim ersten Eckball diesmal dem von Kamberi gedeckten Vouilloz nachgerannt ist – und zum zweiten Mal seinen eigentlichen Gegenspieler Douline nicht erkannt hat – dabei trägt dieser mit der 28 sogar die gleiche Rückennummer. Und warum stand Kutesa auch noch frei? Condé wurde zusammen mit dem für Tosin eingewechselten Rohner als Raumdecker eingesetzt. Wie beim ersten Eckball hätte Guerrero aufgrund der Unterzahl statt den Rückraum zu decken, den zusätzlichen Mann im Strafraum übernehmen müssen. Beim ersten Corner war dies Fofana gewesen. Aber dieser tauschte beim zweiten mit Kutesa die Rollen. Möglicherweise sah Guerrero Fofana an der Strafraumgrenze stehen und dachte, dass damit alles in Butter sei. Da hat er falsch gezählt. Möglich ist auch, dass es von vornherein nicht klar war, was bei Unterzahl passieren sollte: einen Mann am 16er opfern, oder einen am nahen Pfosten?

Das erste Standardgegentor gegen Basel war wohl ein Zuteilungsfehler des Trainerteams gewesen (Guerrero statt Kamberi wurde der kopfballstarke Zeqiri zugeteilt). Die zwei Freistösse von Taulant Xhaka waren dann schwierig zu verteidigen. In Genf, beim vierten Standardgegentor innert zweier Wochen waren es wohl in erster Linie Mets und Guerrero, die in einer zugegebenermassen durch verschiedene Faktoren verkomplizierten Situation die Übersicht verloren.

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Südkurve

Servette bat Zurich sur le fil (RTS)

Servettes Douline bricht dem FCZ in der 95. Minute das Genick (SRF)



Mit Ball sehr fokussiert / FCZ – Arsenal Analyse

FCZ – Arsenal Vorschauartikel (Züri Live)

Wenn der FCZ am Ball nur immer so fokussiert und fast fehlerfrei antreten würde, wie im Kybunpark gegen Arsenal in einer wunderbaren Atmosphäre, dann stände er in der Liga auf einer anderen Position. Die Zürcher spielten von Anfang an mutig mit mehrmals erfolgreichem Pressing bis an die gegnerische Grundlinie und unverzüglich ausgelösten gefährlichen Konterangriffen. Trainer Foda hatte nach mehr als einem Monat Dreierkette gegen den Premier League-Leader wieder auf Viererabwehr gewechselt. Bledian Krasniqi übernahm häufig die Bewachung von Aufbauer Lolonga. Die Flügelspieler Guerrero und Okita halfen ihren Aussenverteidigern mit Doppeln die Seite zuzumachen – was allerdings in den ersten rund 30 Minuten dem Duo Aliti / Guerrero auf der linken Seite eher schlecht als recht gelang. Der Brasilianische Flügel Marquinhos (19) spielte wohl das bisherige Spiel seines Lebens und war schwer zu bremsen.

Holding von Holding

Überhaupt hatte im ersten Viertel der Partie mit Ausnahme von Lindrit Kamberi die ganze Abwehrreihe defensiv grosse Mühe, genauso ältere Spieler im Mittelfeld wie Dzemaili oder Boranijasevic, denen alles manchmal etwas zu schnell ging. Die Mannschaft fing sich defensiv aber mit der Zeit. Und offensiv war es sowieso mit einer Durchschnittsnote von 6,7 die fünftbeste Saisonleistung – und insgesamt sogar das viertbeste Spiel unter Coach Foda. Interessant dabei: die besten fünf Partien waren alles Europacupbegegnungen, was den Fokus der Mannschaft auf diesen Wettbewerb illustriert. In St. Gallen spielt der FCZ sowieso gerne – die drei Auftritte im Kybunpark gegen den FCSG, Hearts und Arsenal gehörten zu den bisher besten FCZ-Partien der Saison – auch wenn zwei davon verloren gingen. In der Schlussphase machen die Zürcher Einwechselspieler Druck, aber auch das FCZ-Chancenplus in dieser Phase reicht nicht mehr zum Ausgleich – auch weil Schiedsrichter Al-Hakim das Foul von Holding an Santini im Asenal-Strafraum nicht sieht.

Personalien

  • Mirlind Kryeziu steht symbolhaft für den ganzen FCZ in dieser Partie mit seiner frappanten Steigerung bereits im Verlauf der Ersten Halbzeit nach schlechtem Start.
  • Blerim Dzemaili steigert sich wie üblich nach einer seiner vielen Verletzungspausen in kleinen Schritten – im ersten Spiel eine Note „1“, im zweiten eine „2“, nun eine „3“.
  • Eine „7“ ist für Ole Selnaes die Bestnote seit seinem ersten Enrstkampf in Baku. Der Norweger nimmt im Zentrum zunehmend die zentrale Rolle ein und verdrängt diesbezüglich Marchesano – auch bei der Ausführung der Standards.
  • Bledian Krasniqi spielt gern in St. Gallen. Hier war er in der Meisterschaft MVP mit Note „10“. Diesmal defensiv und in der 1. Halbzeit der beste Zürcher.
  • Donis Avdijaj bringt nach einer schlechteren Phase mit Basel, Lugano und Arsenal drei hervorragende Leistungen hintereinander auf den Platz und ist erstmals MVP und der offensiv Beste.
  • Yanick Brecher hat nicht zufällig am meisten (4) Pre-Vorlagen aller Zürcher Spieler. Er ist speziell in dieser Partie in der Spielauslösung hinten heraus enorm wichtig und macht seine Sache diesbezüglich sehr gut. Seine Defensivnote ist hingegen leicht ungenügend.

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Schlechteste Offensivleistung / FCZ – Lugano Analyse

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Die 1:2-Heimniederlage gegen den FC Lugano ist die bis dahin schlechteste Saisonleistung im Offensivbereich – mit der bei weitem Offensivdurchschnittsnote von 4,4. Gleich neun der eingesetzten 16 Spieler beim FCZ sind offensiv ungenügend. Auf dem immer noch von den zuvor stattfindenden Konzerten lädierten Rasen gelingt beiden Teams über weite Strecken nach vorne wenig. Der FCZ verliert die Partie wie schon Tage zuvor gegen den FC Basel trotz Chancenplus. Lugano spielt wie St. Gallen direkt Richtung Tor. Der FCZ passt sich diesem Spielstil an. Es entstehen grosse Abstände zwischen den Linien und ein Spiel vorwiegend durch die Mitte. Erst in der 79. Minute kommt der FCZ zu seinem ersten Eckball. Ganz anders als noch in der Partie gegen den FCB.

Kuriosum in der Bewertung: Avdijaj in beiden Halbzeiten der Beste, Aliti insgesamt

Der FC Zürich setzt in dieser Saison vorne stark auf Tosin, der in den drei Spielzeiten davor jeweils sechs Treffer pro Saison erzielt hat. Gegen Lugano gelingt dem für Benin spielenden Nigerianer auf glückliche Art und Weise sein erster Ligatreffer der Saison. Er wird von den Mitspielern viel gesucht, hat auch eine genze Reihe gute Aktionen, aber noch mehr schlechte. In der Offensive wenig erbaulich ist diesmal der Auftritt von Nikola Boranijasevic, der für einmal einen schlechten Tag erwischt. Der im Sturm neben Tosin beginnende Fabian Rohner scheint der Mannschaft als Joker mehr zu bringen. Dabei war die Idee, gegen die eher langsamen Innenverteidiger Mai und Daprelà den schnellen Rohner aufzustellen eigentlich ja durchaus einleuchtend gewesen.

Zum zweiten Mal hintereinander wird Fidan Aliti MVP. Der Verteidiger-Haudegen tritt wie schon gegen den FCB sehr engagiert und fokussiert auf. Diesmal wird er zur Pause für den durchschnittlich agierenden Karol Mets eingewechselt. Ein Kuriosum in der Auswertung betrifft Donis Avdijaj, der in beiden Halbzeiten der beste FCZ-Spieler war, aber trotzdem über die ganze Partie hinweg nicht der punktbeste Zürcher ist. Dies weil Avdijaj in der 1. Halbzeit eine durchschnittliche Leistung genügte, um bester FCZ-ler zu sein. Der nur in der 2. Halbzeit eingesetzte Aliti war zwar in dieser etwas schlechter als Avdijaj, im Vergleich zu Avdijajs gesamtem Auftritt aber besser. Zu den wenigen Gewinnern im Letzigrund-Team gehört ausserdem Becir Omeragic, der sich nach seinem sehr schlechten Auftritt in Edingburgh vor allem dank seinen Offensivaktionen sich wieder etwas rehabilitieren kann.

Späte Umstellung auf Viererkette verwirrt die eigene Mannschaft

Der FCZ ist in der 2. Halbzeit die Mannschaft mit den besseren Torchancen. Die grösste vergibt Okita nach Ballgewinn Krasniqi gegen Doumbia und Hereingabe Tosins in der 71. Minute vor dem leeren Tor. In den letzten Spielminuten will Coach Franco Foda dann unbedingt noch den Sieg, wechselt Santini für Guerrero ein und stellt auf Viererabwehr um. Tosin und Okita fungieren als offensive Flügel. Santini kann sich aber obwohl er de frischeste auf dem Platz ist, aber nicht behaupten. Als dann Selnaes in der 89. Minute gegen Sabbatini in der gegnerischen Hälfte mit etwas unlauteren Mitteln den Ball gewinnt, stürmt Krasniqi mit Ball am Fuss Richtung Strafraum.

Als Anspielstation bietet sich Santini an, aber der Glaube daran, dass dieser sich erfolgreich durchsetzen wird, ist bei Krasniqi nicht ausgeprägt. Daher hält er verzweifelt Ausschau nach Okita, der auf der linken Seite noch viel Rückstand hat. Letztendlich läuft Krasniqi so am gegnerischen Strafraum auf und Okita begeht ein Foul an Doumbia. Lugano führt den Freistoss aus. Die eingewechselten Mahou, Bislimi und Babic wirbeln zusammen mit Valenzuela zu viert auf der linken Seite das Zürcher Dispositiv durcheinander. Condé und Selnaes lassen Souveränität vermissen und öffnen Lugano den Weg durchs Zentrum. Am eigenen Strafraum merken Omeragic und Kryeziu dann nicht, dass Lugano in ihrem Rücken im Strafraum eine lokale Überzahl von Drei gegen Aliti schafft. Unter anderem hatten sie wohl in dem Moment vergessen, dass sie nicht mehr eine Fünfer- sondern nur noch in einer Viererkette sind. Ausserdem halten die Zürcher Verteidiger wie schon mehrmals zuvor in dieser Partie zu früh die Hände hinter den Rücken und stören Flankengeber Valenzuela nicht genügend.

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«In der Champions League rennen wir zehn bis zwölf Kilometer»: Inka Grings und Julia Stierli vor dem Highlight gegen Arsenal

Es ist die abschliessende Pressekonferenz von Inka Grings nach zwei Jahren als Cheftrainerin das FC Zürich. Leider hat sich ausser Züri Live kein anderes Medium dafür interessiert. Zwischen 4. Advent und Weihnachtsfeier steht als Krönung im Adventskalender das abschliessende Champions League-Heimspiel gegen den Englischen Meister und Champions League-Mitfavoriten Arsenal an.

Nach dem historischen Double-Gewinn im Frühling konnten die FCZ Frauen sich diese Saison über den einfacheren «Meisterweg» souverän für die zum zweiten Mal ausgetragene Gruppenphase qualifizieren. Das Jahr zuvor war man auf dem schwierigeren «Ligaweg» im Letzigrund noch mit 1:2 an der AC Milan gescheitert. Insgesamt ist die Partie gegen Arsenal bereits die 63. Partie der FCZ Frauen in der UEFA Women’s Champions League. Und, wie fcz.ch weiss, war Rekordspielerin Fabienne Humm bei der grossen Mehrheit dieser Partien aktiv dabei, nämlich bei 54.  

Mit Inka Grings ist diesmal allerdings Julia Stierli zur Pressekonferenz gekommen. Die angehende Physiotherapeutin hat sich von einer Linksverteidigerin mit einzelnen guten Aktionen zu einer absoluten Leistungsträgerin in der Innenverteidigung sowohl ihres Klubs wie auch der Nationalmannschaft gemausert. Interessanterweise spielt die Linksfüsserin mittlerweile gar auf der Rechten Innenverteidigerposition. Die Entwicklung und Reifung als Spielerin sieht Stierli durchaus verbunden mit der Ankunft von Inka Grings als Cheftrainerin im Winter 20/21. Zuletzt spielten aber auch die Abgänge von erfahrenen Mitspielerinnen im Sommer eine wichtige Rolle, durch welche die 25-jährige in einem jüngeren Team noch mehr Verantwortung übernehmen konnte.

Die Rede kommt erstmal auf die Entwicklung der Mannschaft in der laufenden Champions League-Kampagne. Von Spiel zu Spiel gingen die FCZ Frauen mehr Risiko, kamen so auch zu mehr Torchancen, mussten gleichzeitig aber auch zunehmend mehr Gegentore zulassen. Wenns um Fussball und die Entwicklung ihres Teams geht, ist Inka Grings mit ihrer druckreifen Analyse wie so häufig kaum zu stoppen.

Inka Grings: Ja, wir sind mehr Risiko eingegangen. Wir versuchten, unser Spiel zu spielen. Wir hatten gegen jede Top-Mannschaft Top-Chancen. Wenn wir sie nicht nutzen, wird es natürlich schwierig. Im Gegenzug haben wir zu einfache Gegentore kassiert, was einen faden Beigeschmack mit sich bringt. Es gab nämlich kaum Gegentore, die gut herausgespielt waren, sondern es waren tendenziell eher Standards. Das missfällt sowohl dem Trainer-Team, als auch den Spielerinnen selbst, die zu Recht etwas angesäuert sind. Trotzdem können wir wahnsinnig stolz sein. Es war sehr intensiv, nicht zuletzt die Reisen aufgrund dessen, dass sie keine Profis sind. Das ist dann schon fast eine Drei- oder Vierfachbelastung. Vor diesem Hintergrund ein Riesenkompliment an die Spielerinnen, was sie abgeliefert haben. Wir haben in fast allen Spielen sehr lange mithalten können. Dass sich irgendwann dann aber die Qualität der Gegnerinnen durchsetzt, ist verständlich.

Es ist extrem interessant zu sehen, wie unsere Spielerinnen als Persönlichkeiten gewachsen sind. Für mich am wichtigsten aber war, dass sie als Mannschaft stärker zusammenwachsen. Auch in den Niederlagen sind sie  zusammengerückt und das stimmt mich positiv, vor allem im Hinblick auf die Rückrunde, wo sie viele und intensive Spiele haben werden und viel vorhaben. Diese Erfahrungen, die wir aus dieser Champions League-Kampagne herausnehmen, sind Gold wert für jede einzelne Spielerin – für mich als Trainerin aber auch. Daher bin ich sehr stolz auch auf alle drumherum, die wirklich sehr viel investiert haben. Das hat sehr viel Spass gemacht. Deshalb freue ich mich nochmal sehr auf die Partie gegen Arsenal.

Wenn Grings von ärgerlichen Gegentoren auf Standards redet, denkt sie wohl in erster Linie an die beiden frühen Gegentreffer auf Eckball zuletzt gegen Juve, bei denen jeweils die erfahrene Vanessa Bernauer am nahen Pfosten nicht aufgepasst hatte und noch in der 1. Halbzeit von Grings ausgewechselt wurde. Allerdings war wohl die Bezeichnung der jungen Stürmerin Alayah Pilgrim als Manndeckerin von Juves Toptorjägerin Cristiana Girelli in solchen Situationen auch nicht die beste Wahl. Beeindruckend im Zürcher Spiel war vor allem das hohe Pressing über lange Spielphasen gegen diese Top-Gegner. So etwas hat man international von einer Schweizer Frauenmannschaft so noch nie gesehen. In der UEFA-Statistik der Balleroberungen liegen die FCZ Frauen denn auch in der Gruppenphase auf dem 6. Platz von 16 Teams – nur die Gruppengegnerinnen Lyon und Arsenal liegen in dieser Wertung klar weiter vorne. Bezüglich Tacklings und Paraden liegt man noch weiter vorne in der Wertung.  

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Julia Stierli: Daran zeigt sich der grosse Wille, den wir im Team haben. Wir können nur etwas reissen, wenn wir eine Super-Mannschaftsleistung abrufen. Dafür braucht es alle. Wir müssen viel laufen, weil die Anderen so viel Qualität haben. Wir konnten zeigen, dass wir mit viel Willen und Überzeugung etwas herausholen können. Klar fehlt uns noch etwas. Zum Beispiel, dass wir nach den Balleroberungen unsere Gegenstösse schön und ohne Fehler zu Ende spielen.  Aber es ist überhaupt schon mal gut, dass wir diese Balleroberungen haben und dass wir zu Torchancen kommen. Wir hatten in gewissen Spielen recht viel Ballbesitz – das ist ein gutes Zeichen. Gerade auch im Vergleich mit früheren Spielen von Schweizer Frauenmannschaften gegen Top-Teams.

In welchen Bereichen haben die Spielerinnen in den Champions League-Gruppenphasenpartien gegen die Top-Gegnerinnen am meisten gelernt? Was können sie für ihre weitere Entwicklung mitnehmen?

Julia Stierli: Defensiv waren wir natürlich noch mehr gefordert als jeweils in der Meisterschaft. Die Champions League-Spiele haben uns gezeigt, dass wenn wir als Team kompakt verteidigen und den Matchplan umsetzen, es auch für ein Lyon oder Arsenal schwierig ist, Tore gegen uns zu erzielen. Offensiv sind wir in jeder Partie zu Chancen gekommen. Wir haben Qualität in der Offensive, Wir können in vielen Aktionen mit den Top-Gegnern mithalten. Der Unterschied zeigt sich dann aber über die vollen 90 Minuten.

Inka Grings: Die Erfahrung auf internationalem Niveau bestehen zu können. Im ersten Spiel gegen Juventus waren wir noch etwas passiv und entsprachen etwas dem Cliché der Schweizer Mentalität, erst mal abzuwarten. Wir haben dann aber gemerkt, dass wenn wir mutig und die Spielerinnen von sich selbst überzeugt sind, wir nicht nur über uns hinauswachsen, sondern sogar mithalten können. Wir haben selbst ebenfalls Top-Spielerinnen auf wirklich gutem Niveau.

Für mich war wichtig zu sehen, dass die Intensität in der wir in den zwei Jahren trainiert haben, mit all den Tests, die für die Spielerinnen sicherlich manchmal langweilig und nervig waren, auch funktionieren. Wir hatten (klopft auf den Tisch) bisher keine schweren Verletzungen, auch muskulär nicht. Wir können auf 90 Minuten hohe Intensität gehen. In der Liga haben wir in einem Top-Spiel vielleicht mal acht bis neun, höchstens zehn Kilometer zu laufen, je nach Position. Auf hohem Niveau kommen wir auf zehn bis zwölf Kilometer. Dass wir irgendwann auch mal den Faden verlieren, weil wir nicht ganz die Breite im Kader haben, das ist normal.

Aber zu sehen, dass die Spielerinnen erkennen, wenn sie mutig sind, an sich glauben, kompakt auftreten, sie wahnsinnig viel erreichen können: das ist Fussball. Man sieht das weltweit. Marokko kommt in den Halbfinal. Das sind alles Beispiele, die man als Spielerin aufnehmen muss. Es ist immer alles möglich. Ich versuche das auch immer wieder zu vermitteln. Und dass die Anstrengungen auch mal nicht von Erfolg gekrönt sind, so wie zuletzt, als wir bei Juve untergegangen sind, finde ich völlig normal. Auch dass man dann frustriert ist. Aber man kann auf Dauer auf diese Intensität aufbauen und stolz sein. Wir möchten im letzten Spiel nochmal alles abrufen. Ich bin davon überzeugt, dass wir es Arsenal so schwer wie möglich machen werden. Wir möchten zu Hause erhobenen Hauptes vom Platz gehen. Dann hat die Mannschaft wirklich viel richtig gemacht.

Arsenal muss in Schaffhausen auf ihre Weltklasse-Stürmerinnen Beth Mead und Vivianne Miedema verzichten, die kurz hintereinander beide einen Kreuzbandriss erlitten haben. Zuletzt kursierte eine Statistik, dass 25% aller Ballon d’Or-Kandidatinnen von dieser Verletzung betroffen seien. Kreuzbandriss ist allgemein im Fussball und speziell im Frauenfussball eine allzu häufige Verletzung. Dass es aber die Weltklasse-Profis, die im Vergleich zu einer in der Schweizer Liga engagierten Spielerin viel mehr Erholungszeit und sehr professionelle Bedingungen zur Verfügung haben, besonders häufig zu treffen scheint, erstaunt auf den ersten Blick.  

Inka Grings: Die Statistik kenne ich nicht, da kann ich nicht darauf eingehen. Aber es ist natürlich bitter für die beiden Spielerinnen und für Arsenal. Da leide ich ein bisschen mit. Das hat immer auch mit Belastungssteuerung zu tun. Wie die Top-Vereine genau trainieren, kann ich nicht beurteilen. Aus eigener Erfahrung weiss ich, dass der präventive Bereich wichtig ist. Dazu gehört einerseits Erholung, aber auf der anderen Seite auch mehr Krafttraining. Das ist elementar für die Frauen, die auf hohem Niveau spielen. Das Niveau, die Ansprüche, die Leistungsdichte wird höher. Man muss noch mehr investieren. Jeder Verein, jede Mannschaft hat andere Prinzipien und Philosophien, wie man mit Reha, Prävention, Kraft und Belastungssteuerung umgeht. Es gibt in der Schweiz und auch in Deutschland immer noch sehr viele Kreuzbandverletzungen. Das ist ein allgemeines Thema im Frauenfussball. Anatomisch bedingt ist das bei uns Frauen halt einfach die grösste Gefahr. Ich hoffe natürlich für jede Spielerin, dass sie es nicht erfahren muss.  

Neben den Verletzungen ist die letzte Partie in Schaffhausen auch dadurch bestimmt, dass der FCZ bereits ausgeschieden und Arsenal wegen den Resultaten in den Direktbegegnungen mit Juventus und Lyon für die K.O.-Phase bereits qualifiziert ist. Hat dies einen Einfluss auf das Spiel?

Inka Grings: Nein, das hat keine Auswirkungen. Dass die beiden Spielerinnen ersetzt werden müssen, ist bitter, denn das sind Ausnahmespielerinnen. Miedema stand zwar nicht immer in der Startformation, hat aber zuletzt wieder eine wichtigere Rolle eingenommen und Tore geschossen. Mead ist natürlich auf einem noch höheren Niveau, was man an der EM gesehen hat. Aber Arsenal hat so einen starken Kader, dass wir einen Teufel tun würden, nur darauf zu setzen, dass es aufgrund der Tabellenkonstellation einfacher werden könnte. Im Gegenteil. Arsenal will sicherlich die Gruppenphase als Tabellenführer beenden. Für uns wird es keinen Deut einfacher.

Die vor rund einer Woche gerade erst 16 Jahre alt gewordene Stürmerin Leela Egli kam in dieser Champions League-Kampagne ebenfalls zu ihren Einsätzen. Wie sieht die angehende Nationaltrainerin Grings ihre Entwicklung?

Inka Grings: Ihre Entwicklung ist spannend. Sie bringt tolle Voraussetzungen mit, bindet sich auch gut ins Mannschaftsgefüge ein. Die Mannschaft macht es ihr auch leicht. Aber das fussballerische Potential sieht man mit jedem ihrer Einsätze. Hoffen wir, dass es fürs Arsenal-Spiel reicht, denn sie fällt gerade gesundheitlich aus. Sie hat einen Riesensprung gemacht, durfte in der Champions League spielen. Das hat sie nicht erhalten, weil ich nett bin oder sie nett ist, sondern weil sie die sportlichen Voraussetzungen mitbringt und der Mannschaft hilft.  Sie ist frech, dynamisch. Ihr wünsche ich natürlich ebenfalls, dass sie gesund bleibt. Und dass sie nun wie man so schön sagt, Blut geleckt hat und noch mehr will. Die Bühne ist da. Nun liegt es an ihr, da hochzugehen. Aber das bedingt natürlich dann immer, dass man arbeiten muss.

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