Kamberi, Dzemaili und Tosin starten / Aufstellungen FCZ – St. Gallen

Lindrit Kamberi ersetzt erwartungsgemäss den nach dem Auswärtssieg in Lausanne gesperrten Fidan Aliti. Die erfahreneren Tosin und Dzemaili kommen für die vorerst auf der Bank Platz nehmenden Gnonto und Krasniqi rein.

Bei den Gästen aus St. Gallen sind im Vergleich zum Heimspiel gegen Lugano Guillemenot, Duah, Münst und Schmidt neu in der Startformation. Lukas Görtler fehlt genauso gesperrt wie Basil Stillhart.

Weniger Ballbesitz in Überzahl / Lausanne-Sport – FCZ in der Züri Live-Analyse

Wie gegen den FC Luzern kann der FCZ in der Dezember-Kühlbox der Tuilières früh gegen Lausanne-Sport in Führung gehen – wieder mal durch ein Tor nach einem Einwurf. Es ist der dritte solche Treffer in dieser Saison und der zweite gegen Lausanne. In dieser Vorrunde hat der FCZ eine klare Stammformation von neun Spielern. Dazu kommen je eine Position im Mittelfeld und im Sturm, die nicht fix vergeben sind. Diese beiden Positionen wurden in Lausanne durch die beiden Jungen Gnonto und Krasniqi besetzt, welche sich mit den beiden Toren zum 0:2 dafür bedankten. Mit dem ersten Sieg in Lausanne seit Mai 2014 ist somit eine weitere Negativserie gebrochen. Hohe Niederlagen in Lausanne (1:5, 0:4) waren in der Zwischenzeit jeweils nicht ganz unschuldig an den Trainer-Freistellungen von Uli Forte und Ludovic Magnin gewesen.

Mehr Bewegung Lausannes macht Unterzahl mehr als wett

Anders als im Luzern-Spiel, als der FCZ von Anfang an hoch presste, stand er diesmal tiefer. Insgesamt war es ein Spiel mit wenig Torszenen, welches der FCZ von Beginn weg im Griff hatte. Genau 600 gespielte Pässe (FCZ-Saisondurchschnitt: 357) zeigen wie kontrolliert die Gäste aus der Limmatstadt den Spielaufbau betrieben (Quote angekommene Pässe: 89% (hoch), Anteil Lange Bälle: 7% (tief), Match Tempo: 19,1 (hoch)). Speziell die Innenverteidiger schoben den Ball flüssig von einer Seite zur anderen, bis eine Lücke im Abwehrverbund des meist ebenfalls relativ tief stehenden Gegners aufging. Nach etwas mehr als einer halben Stunde konnte man nach der Gelb-Roten Karte gegen Trazié Thomas (Grobes Foulspiel an Assan Ceesay) in Überzahl spielen, konnte dies aber mit zunehmender Spieldauer zu seinen Gunsten nutzen. Im Gegenteil: FCZ-Ballbesitz war in der Phase vor dem Platzverweis bei 74% gelegen und ging danach kontinuierlich runter bis auf 29% in der Schlussviertelstunde der Partie. Dies weil Lausanne die Unterzahl durch mehr Bewegung mehr als wett machte und der zu Beginn geschonte Cameron Puertas sich zum spielbestimmenden Mann aufschwang. Zudem wurde das Zürcher Zentrum nach der Einwechslung von Moritz Leitner defensiv zu anfällig.

FCZ profitiert von Waadtländer Unordnung direkt nach dem Platzverweis

Telegramm

Lausanne-Sport – FCZ 1:3 (0:2)
Tore: 12. Gnonto (Krasniqi) 0:1, 33. Gnonto (Krasniqi) 0:2; 56. Marchesano (Handspenalty) 0:3, 77. Coyle (Mahou) 1:3.
Lausanne-Sport – Diaw; Chafik (59. Zohouri), Koné, Grippo, Husic; Ouattara (34. Puertas), Thomas, Kukuruzovic (79. N’Guessan), Suzuki (59. Coyle); Mahou (79. Sanches), Amdouni.
FCZ – Brecher; Omeragic, Kryeziu, Aliti; Boranijasevic (68. Rohner), Krasniqi (88. Hornschuh), Doumbia, Guerrero; Marchesano (68. Leitner); Gnonto (68. Tosin), Ceesay (82. Kramer).

Gnonto und Krasniqi scharren mit den Hufen / Vorschau und Aufstellungen Lausanne-Sport – FCZ

Im Gegensatz zu Gastgeber Lausanne-Sport tritt der FCZ am Lac Léman mit einem ähnlichen Team wie in der ersten Direktbegegnung der beiden Teams an. Blerim Dzemaili war schon damals nicht in der Startformation mit dabei. Heute wird er aufgrund des Lausanner Kunstrasens geschont und beginnt auf der Ersatzbank. Er wird erwartungsgemäss von Bledian Krasniqi ersetzt, der sich mit seiner Technik und Konstitution auf dem Kunstrasen gut zurechtfinden sollte. Vorne darf Wolfried Gnonto heute von Beginn an neben Assan Ceesay stürmen!

Aufgrund der Sperren der zentralen Mittelfeldspieler Cameron Puertas und Trazié Thomas trat Lausanne-Coach Ilja Borenovic zuletzt in Basel (1:1) in einem 4-4-2 an und wich vom zuletzt üblichen 4-1-4-1 ab. Der 6-er und Captain Stjepan Kukuruzovic ist Dreh- und Angelpunkt einer sowohl technisch wie auch physisch guten Mannschaft, die zuletzt im Verlauf des Herbstes durch die Abwehrspieler Koné, Grippo und Chafik verstärkt worden ist. Lausanne spielt im Gegensatz zum FCZ wenn immer möglich flach hinten heraus und verlässt sich defensiv weitgehend auf gutes Positionsspiel mit möglichst wenigen Zweikämpfen. Auch gegen den FCZ beginnen die Waadtländer wohl im 4-4-2.

Stärkstes Pressing der Saison nutzt Luzerner Verunsicherung / FCZ – Luzern in der Züri Live-Analyse

Zum dritten Mal in Folge geht der FCZ nach einem Tor aus dem Hohen Pressing oder Gegenpressing mit 1:0 in Führung. Die Zürcher überliessen zu Beginn Luzern den Ball und praktizierten das bisher stärkste Pressing dieser Saison, noch stärker als beim Auswärtsspiel in Basel (mit einer der zwei bisherigen Vorrundenniederlagen). Vorausgegangen waren dem Treffer zügige Kombinationen mit zwei Seitenwechseln der Zürcher. Dies nachdem der FCZ zuvor über Wochen kaum mehr solche Treffer erzielt hatte.

Den Assist zum 1:0-Führungstreffer gegen den FC Luzern erhält bei Züri Live Nikola Boranijasevic gutgeschrieben. Dies obwohl er als Viertletzter am Ball war. Sein Zuspiel auf der rechten Seite versuchte Tosin erfolglos als Steilpass für Marchesano weiterzuleiten und erlief dann höchstselbst den verunglückten Querpass in den eigenen Strafraum des Luzerners David Domgjoni. Der Grund sind die Regeln, die bei der Bestimmung von Assists, Pre-Assists, Vorlagen und Pre-Vorlagen bei Züri Live seit langer Zeit angewendet werden. 
1. Die Vorlagenkette wird nur unterbrochen, wenn der Gegner mehr als eine Ballberührung hintereinander hat (egal ob durch einen oder mehrere Spieler). Eine einzelne Ballberührung gilt nicht als Ballkontrolle des Gegners. Daher zählt die FCZ-Passfolge vor dieser Ber¨ührung als Assist und Pre-Assists. 
2. Pro Tor oder Torchance wird jeder beteiligte Spieler nur einmal gezählt. Torschütze Tosin wird also nicht auch noch zusätzlich ein Assist gutgeschrieben, sondern dem Spieler vor ihm in der Vorlagenkette (Boranijasevic). Dies unter anderem, um die Anzahl Torbeteiligungen und Chancenbeteiligungen korrekt eruieren zu können. 
3. Bei direkt abgeschlossenen Penaltys und Freistössen wird die Vorlagenkette zur Entstehung des Penaltys oder des Freistosses berücksichtigt -  bei direkt abgeschlossenen Cornern oder indirekt abgeschlossenen Standards nicht. 

Chieffo macht den Tramezzani – mit komplett anderer Wirkung

Wie in der Vorschau beschrieben traf im Letzigrund ein bezüglich Personal und Grundformation eingespieltes Team auf einen Gegner mit vielen Veränderungen. Der neue Trainer Sandro Chieffo versuchte es im Vergleich zu seiner Auftaktniederlage gegen Basel mit weiteren personellen und taktischen Wechseln. Er passte das System dem Gegner an. Ein Vorgehen, welches Sion-Coach Tramezzani mit seinem Team zuletzt durchaus erfolgreich umgesetzt hatte, um seine Mannschaft zu stabilisieren. In Luzern scheint dieselbe Methode hingegen vor allem das eigene Team zu verwirren.

Luzern fehlen Automatismen / FCZ lässt nicht locker

Beim Aufbau hinten heraus fand die Luzerner Hintermannschaft die üblichen Anspielstationen auf den Flügeln nicht mehr. Nicht nur aus taktischen Gründen, sondern auch weil aus der Verunsicherung heraus mehrere Spieler beim FCL sich nicht exponieren wollten und im Zweifelsfall versteckten. Gleichzeitig versuchte der neu reingekommene Lorik Emini als alleiniger Sechser das Spiel an sich zu reissen. Er und Holger Badstuber standen sich mehrmals im Spielaufbau gegenseitig im Weg. Kosovo-Verteidiger David Domgjoni spielte beim 1:0 des FCZ Tosin den Ball in die Füsse. Der Nigerianer feierte sein Startelfdébut nach langer Verletzungspause und einer Reihe von gelungenen Joker-Einsätzen mit der frühen Führung.

Tosin an allen vier Toren beteiligt / Marchesano wieder „der Alte“

Domgjoni muss auch das 3:0 durch seinen Gegenspieler und Nationalteamkonkurrenten Mirlind Kryeziu auf seine Kappe nehmen. Tosin ist auch an diesem Treffer und damit an allen vier Zürcher Toren entscheidend beteiligt, denn er ist der Mann, der Domgjoni ohne eine Obstruktion zu begehen den Weg versperrt, wodurch Kryeziu entwischen kann. Auch nach diesem 3:0 in der 20. Minute liess das Team von Trainer Breitenreiter dem Gegner kaum Möglichkeiten zum Verschnaufen und eroberte weiterhin Bälle durch Pressing hoch in des Gegners Hälfte. FCZ-Angriffe durch die Mitte waren am gefährlichsten. Die frühe Auswechslung gegen YB (wenn auch wegen Gelb-Rot Gefährdung) könnte für Antonio Marchesano ein kleiner Weckruf gewesen sein. Gegen Luzern war der Tessiner nach einer zwischenzeitlichen kleinen persönlichen Baisse wieder überragend wie zu Beginn der Saison!

Kein Super League-Fussball mehr in 2. Halbzeit

Luzern kam durchaus zu seinen Chancen. Yanick Brecher stand bei einem Weitschuss von Filip Ugrinic in der 7. Minute falsch und rettete dafür in der 34. Minute gegen Marvin Schulz, als der FCZ erstmals ungenügend in die Defensive umgeschaltet hatte und zusätzlich für einmal Kryeziu und Aliti im eigenen Strafraum indisponiert waren. In der Zweiten Halbzeit gab sich Luzern dann zunehmend auf. In der Pause hatte Trainer Chieffo mit seinen Wechseln die Defensive gestärkt. Das sah dann in den zweiten 45 Minuten nicht mehr wirklich nach Super League-Fussball aus. Etliche Spieler konnten sich ohne allzu viel Gegenwehr durch die gegnerischen Reihen durchdribbeln. Trotz in dieser Phase FCZ-Konterchancen im Minutentakt stand es am Ende in der Expected Goals-Statistik nur 3:1 für den FC Zürich.

Telegramm

FCZ – Luzern 4:0 (3:0)
Tor: 2. Tosin (Boranijasevic) 1:0, 12. Marchesano (Tosin) 2:0, 20. Kryeziu (Guerrero) 3:0; 57. Tosin (Ceesay) 4:0.
FCZ – Brecher; Omeragic, Kryeziu, Aliti; Boranijasevic (78. Rohner), Dzemaili (88. Kamberi), Doumbia (78. Seiler), Guerrero; Marchesano; Ceesay (59. Kramer), Tosin (59. Gnonto).
Luzern – Müller; Burch, Badstuber, Domgjoni (46. Grether); Schulz, Emini (62. Tasar), Frydek; Gentner (79. Rupp), Ugrinic; Sorgic (46. Ndenge), Ndiayé (67. Cumic).

Tosin startet – Chieffo erneut mit Umstellung / Aufstellungen FCZ – Luzern

Im Letzigrund treffen heute eine Mannschaft, welche sich in den letzten Wochen und Monaten einspielen konnte auf eine mit zuletzt relativ vielen Wechseln in den Startaufstellungen und an der Seitenlinie: siehe Match-Vorschau.

Beim FCZ darf heute der in den letzten Teileinsätzen überzeugende Tosin für Kramervon Beginn weg auflaufen.

Der FC Luzern stellt seine Mannschaft so wie es auf dem Matchblatt ausschaut erneut um. Wir lassen uns bezüglich taktischer Formation überrraschen – am wahrscheinlichsten ist eine Spiegelung des Zürcher 3-4-1-2.

Eingespielter Stamm vs. neue Besen / FCZ – Luzern Vorschau

Der FCZ hat mit einem eingespielten Stamm, Teamspirit und Effizienz zuletzt einige enge Partien auf seine Seite ziehen können. Der Unterschied zum nächsten Gegner Luzern besteht in dieser Saison bisher vor allem in den erzielten Toren, und diesbezüglich unter anderem der Beteiligung des treffsicheren, physisch und auch spielerisch stark verbesserten Assan Ceesay und den beiden Aussenläufern Adrian Guerrero und Nikola Boranijasevic auf Zürcher Seite. Diese Elemente fehlen Luzern. Der FCZ hat zudem eine aussergewöhnliche Quote an direkt verwandelten Freistössen mit drei verschiedenen Torschützen (Marchesano, Kryeziu, Coric). Zuletzt sind dank der Rückkehr von Blaz Kramer und Aiyegun Tosin aus dem Lazarett in der Vordermannschaft Alternativen für effektive Einwechslungen entstanden.

Dem FC Luzern fehlt es hingegen zur Zeit an Selbstvertrauen im Abschluss. Mit Sandro Chieffo ist neu ein Zürcher Cheftrainer bei den Innerschweizern. Seine taktischen (4-2-3-1) und personellen Umstellungen im ersten Spiel gegen Basel (1:3) standen unter dem Motto „Back to the roots“. Das Mittelfeld wird häufig mit langen, hohen Bällen überspielt und in der Angriffszone setzt man auf Wucht und schnelles Direktspiel – so wie man Luzern von früher her kennt. Seit dem FCZ-Wiederaufstieg waren die Duelle mit dem FCL insgesamt ungefähr ausgeglichen, mit leichten Vorteilen für die Innerschweizer, die in drei von vier Saisons ein Punkteplus gegen den FCZ aufzuweisen hatten.

Chieffo brachte gegen den FCB den kosovarischen Nationalspieler David Domgjoni für die bisher grösste Luzerner Schwachstelle Badstuber erstmals von Beginn weg. Dazu standen Patrick Farkas und Varol Tasar auf der rechten Seite in der Startformation. Dem von Olympiakos ausgeliehenen Nikola Cumic gelang mit einem Lupfer in der Nachspielzeit sein erstes Super League-Tor. Defensiv ist das Team wie der Basel-Match gezeigt hat aber weiterhin anfällig auf Umschaltsituationen – so wie das der FCZ lange Zeit gewesen war. Ein unter dem Strich positives Element im Innerschweizer Team war bisher der 36-jährige Christian Gentner. Voraussichtlich kommt es im Letzigrund im Zentrum zum Direktvergleich mit dem 35-jährigen Blerim Dzemaili. Dabei treffen 430 Bundesligaspiele auf 280 Serie A-Partien.

Züri Live (mit Experte Urs Meier) überträgt die Partie live aus dem Letzigrund ab 17:55: www.zuerilive.ch

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