Quo Vadis FCZ?

Yverdon als Tiefpunkt? Das Derby als Wegweiser? Beim FCZ scheint der grosse Umbau erst noch bevorzustehen – eine Analyse   

Am 26. Oktober 2021 schied der FC Zürich im Schweizer Cup in Yverdon aus – nach einem epischen Penaltyschiessen. Coach André Breitenreiter war damals von seinem üblichen 3-4-1-2 abgewichen, schickte seine Mannschaft am Neuenburgersee in einem 4-3-3 aufs Feld – und verschaffte einigen Ergänzungsspielern eine Chance in seiner Startelf. Beides hatte er bereits in den ersten beiden Cup-Partien gegen Unterklassige in Solothurn und Kriens praktiziert. Die mentale Einstellung mehrerer Spieler stimmte in allen drei Partien nicht. Gegen das noch halb in den Sommerferien weilende Solothurn (klar) und das in der Challenge League mit einem Punkt aus sechs Spielen abgeschlagen auf dem letzten Platz liegende Kriens (knapp, dank Direktem Freistoss Marchesanos) reichte es trotzdem zum Weiterkommen – beim ambitionierten Challenge League-isten Yverdon-Sport nicht mehr.  

Dominanter Fussball kostet in der Regel Geld

Etwas mehr als zwei Jahre später reist der FCZ wieder ins Municipal. Und es folgen gleich mehrere Déjà-Vu! Das Trainerteam um Bo Henriksen (krank zu Hause) und Murat Ural (in dessen Vertretung am Spielfeldrand) wich auch diesmal von seinem üblichen 3-4-1-2 (defensive Phase) / 3-4-3 (offensive Phase) ab und liess die Mannschaft erstmals in dieser Saison von Beginn weg in einem 4-3-3 auflaufen – analog Breitenreiter zwei Jahre zuvor. Es handelte sich übrigens entgegen anderer Verlautbarungen tatsächlich um ein klassisches 4-3-3 – nicht nur defensiv, sondern auch im Spielaufbau. Cheick Condé agierte bis zu seinem Platzverweis durchgehend von seiner 6er-Position aus und liess sich nur zwei oder drei Mal für wenige Sekunden zwischen die Innenverteidiger zurückfallen. Auch diesmal schien einzelnen Spielern etwas die Ernsthaftigkeit und Zielstrebigkeit im Auftreten zu fehlen. Man hatte zwar zu Beginn rekordverdächtigen Ballbesitz von mehr als 80% zu verzeichnen, vermochte sich aber kaum zwingende Torchancen zu erarbeiten.

Servette scheint sich derweil vom FCZ abgeschaut zu haben, wie man als Klub mit einem mittleren Super League-Budget YB herausfordern kann. Mit dem neuen Trainer René Weiler sind sie mit einem vor allem im Spiel mit Ball an «Breitenreiter-Fussball» erinnernden Stil trotz ihrer Unterzahl-Niederlage in Yverdon der einzige halbwegs verbliebene Herausforderer um den Meistertitel. Während sich der FCZ in Spielart (und in der Tabelle) zuletzt eher in die umgekehrte Richtung entwickelte – in gewissen Aspekten hin zu «Alain Geiger»-Fussball. Dies aber ohne die dafür geeigneten Akteure. Es soll ein dominanter Fussball sein mit einer hoch positionierten Viererkette und breit stehenden Flügeln. Dafür braucht es Spieler, welche die Physis, Technik und Antrittsschnelligkeit haben, um sich vorne in engen Räumen durchzusetzen. Spieler wie beispielsweise ein Filip Ugrinic, Meschack Elia oder Jean-Pierre Nsamé. Und man benötigt in der Regel kopfballstarke und gleichzeitig technisch starke Stürmer, weil Flanken in den Strafraum für dominante Teams fast immer ein wichtiges Mittel sind (ausgenommen einzelne Weltklasse-Teams wie Manchester City oder Barcelona zu ihren besten Zeiten). Solche Spieler kosten aber Geld. In den meisten Ligen Europas hat daher der jeweilige «Krösus» auch deshalb am meisten Ballbesitz, weil er sich die Spieler dafür leisten kann.

Keine Regel ohne Ausnahmen: Brighton, Fluminense, Thun, SLO, Lugano, Servette

Die Ausnahmen von der Regel sollen allerdings nicht unerwähnt bleiben, denn sie sind interessant! Die innovativen Ansätze des Ballbesitz-Spiels von Roberto De Zerbis Brighton & Hove Albion (Fokus auf Überzahl im eigenen Drittel, «Dritter Mann»-Konzept) oder Fernando Diniz’ Fluminense (Relationalismus) scheinen allerdings nicht der Philosophie zu entsprechen, die beim FCZ umgesetzt werden soll. In der Schweiz war früher der FC Thun das deutlichste Beispiel eines Teams, das mit einem kleinen Budget erfolgreich auf Ballbesitz setzte. In der aktuellen Saison kann man bis zur Ablösung von Anthony Braizat auch Stade Lausanne-Ouchy nennen. Gerade als sich die Waadtländer mit ihrem mutigen Spiel in der Liga immer besser zurechtfanden, wurde der Trainer allerdings entlassen und durch einen fast durchgehend mit einer Fünferkette agierenden ersetzt. Seither hat «SLO» kaum noch Punkte geholt. St. Gallen ist kein klassisches Beispiel für Ballbesitz-Spiel, weil die überdurchschnittlichen Ballbesitz-Werte der Ostschweizer vor allem aufgrund ihres Defensivkonzeptes zustande kommen. Servette zu Alain Geiger-Zeiten oder Lugano heute tragen dem Ball Sorge und erhöhen jeweils nur so weit das Tempo, dass es immer noch möglich ist, den Ball mit geringem Risiko und flach zu passen.

Basierend auf den Veränderungen der Spielweise der 1. Mannschaft im Trainingslager sowie in den ersten Super League-Partien nach der Winterpause, den Testpartien der U21 unter einem neuen Trainerteam und den Äusserungen von Milos Malenovic, Bo Henriksen oder Ancillo Canepa in Interviews und an Pressekonferenzen ist ziemlich deutlich geworden, was den Verantwortlichen vorschwebt – und dass es mit den oben erwähnten Beispielen jeweils nur in Einzelbereichen Überschneidungen gibt.

Ein Klub vom Polarkreis als gutes Beispiel  

Dass in Bezug auf die einheitlichen Prinzipien, die von den Jugendteams bis in die 1. Mannschaft umgesetzt werden sollen, an der Präsentation von Milos Malenovic als neuem Sportchef als Beispiele Ajax und Benfica genannt wurden, ist natürlich ein hingeworfener Knochen, an dem in unserer Medienlandschaft speziell die GC-, FCB- und YB-affinen Journalisten in den kommenden Jahren noch häufig mit grosser Dankbarkeit nagen werden. Sie werden dabei bewusst ausblenden, dass sich die Aussage einzig auf die Einheitlichkeit der Prinzipien vom Nachwuchs bis in die 1. Mannschaft bezog – nicht auf die Mitgliederzahlen oder das finanzielle und sportliche Level.

Kein Brighton, kein Fluminense, kein FC Thun, St. Gallen oder Lugano, und sicher kein Ajax oder Benfica… Mit welchem Team lässt sich denn nun das, was die ambitionierte sportliche Leitung mit dem FCZ vorhat, am ehesten vergleichen? Dazu lohnt sich ein Blick weit in den Norden auf einen Klub, den der FCZ aus seiner letzten Europa League-Kampagne kennt: Bodø/Glimt. Diese Mannschaft spielt schon seit längerer Zeit einen dominanten Fussball im 4-3-3 mit einer hoch stehenden Viererkette und intelligentem Pressing – genauso wie es beim FCZ in den letzten Wochen die 1. Mannschaft und die U21 mehr oder weniger erfolgreich versucht haben. So spielen sie auch gegen renommierte Gegner. Interessant: Bodø/Glimt hat wie beim FCZ vorgesehen auf diese Spielweise gewechselt, ohne dabei zu den begüterten Klubs der Liga zu gehören.

Beeindruckende Entwicklung von Bodø/Glimt auf allen Ebenen

Die Fussballer von nördlich des Polarkreises wurden über Jahrzehnte vom im Süden des Landes beheimateten Profifussball und dessen Traditionsklubs belächelt. Nicht nur wegen dem Stadion, sondern weil man Bodø ganz generell nicht als Fussballstadt gesehen hat. Gewisse Parallelen mit Zürich sind also auch diesbezüglich vorhanden. Mittlerweile hat Bodø/Glimt drei Meistertitel in vier Jahren gewonnen und die vormaligen Dominatoren Rosenborg und Molde überholt. Man hat mit dem Anfang 2019 direkt aus Nigeria an den Polarkreis dislozierten damals 18-jährigen Victor Boniface einen wesentlichen Anteil an der langjährigen Entwicklung eines der aktuell besten Stürmer der Bundesliga. Die jährlichen Transfereinnahmen haben sich Schritt für Schritt auf umgerechnet rund 15 Mio. Schweizer Franken erhöht. Der einheimische Cheftrainer Kjetil Knudsen ist trotz Interesse aus der Premier League nun schon seit sechs Jahren am Ruder. Geholfen hat dabei wohl auch die Konstellation, dass er erst im Alter von 50 Jahren erstmals im Profibereich tätig wurde.  

Auch international sorgte Bodø/Glimt für Furore. 21/22 hat man gegen den späteren Conference League-Sieger AS Roma in vier Begegnungen zwei Mal gewonnen und einmal Unentschieden gespielt – und dabei mit einem 6:1 José Mourinho gemäss Statistikern die höchste Niederlage der Trainerkarriere zugefügt. Die AS Roma lag eigentlich bereits im Koma. Trotzdem schied Glimt letztendlich gegen die Italiener aus. Davor wurde der schottische Primus Celtic mit zwei klaren Siegen aus dem Rennen geworfen – und dies ohne einen Urs Fischer und dessen Flankenkünste dafür zu benötigen. In der aktuellen europäischen Saison überwintern die Norweger zum dritten Mal in Folge und treffen im 1/16-Final der Conference League auf… Ajax. Man kann es sich mittlerweile dank der Transfererlöse leisten, mit Patrick Berg einen Stammspieler der norwegischen Nationalmannschaft für 4 Mio. Schweizer Franken aus Lens zurückzukaufen und den genauso wie Berg aus Bodø stammenden Stürmer Jens Petter Hauge im besten Fussballeralter (mit Kaufoption) von der Frankfurter SGE auszuleihen. Das wäre vergleichbar mit einem FCZ, der Anfang der laufenden Saison Ricardo Rodriguez von Torino zurückkauft und Josip Drmic von Dinamo Zagreb mit Kaufoption ausleiht.     

Die Entwicklung von Bodø/Glimt ist ein Vorbild und Idealszenario. Auch nur schon teilweise sich in den Fussstapfen der Norweger zu bewegen, wäre ein Erfolg. Gleichzeitig hat man in Zürich teilweise sogar bessere Voraussetzungen: nämlich das gemessen an der Einwohnerzahl grössere Einzugsgebiet an Talenten und Zuschauern als die Norweger.  

Schlechte Erfahrungen der letzten Jahre

«Ein oder zwei Sechser?» ist in der Welt des ballbesitzorientierten Positionsspiels fast schon eine religiöse Frage – wie «katholisch oder reformiert?». Christlich ist beides, aber der Teufel steckt in den Details. Aktuell spielt beim FCZ die 1. Mannschaft bei einer Viererabwehr mit einem Sechser, was auch die Präferenz des «Godfather» Johan Cruyff war. Die Schweizer Juniorennationalteams und die meisten Klub-Academy-Teams haben in der jüngeren Vergangenheit jahrelang fast ausschliesslich in diesem System gespielt – genauso Alain Geiger mit Servette. In der Premier League gibt es aktuell im Spielaufbau unter anderem bei den «Cruyff-Jüngern» Guardiola und De Zerbi aber wieder eine Entwicklung zur Doppel-Sechs im Spielaufbau. Klassisch wäre das ein 4-2-3-1, es kann sich aber beispielsweise auch um ein 3-2-4-1 handeln.   

Egal ob mit einem oder zwei Sechsern: das FCZ-Kader passt so oder so nicht zum angestrebten Fussball. Das ist keine neue Erkenntnis. Schon seit Jahren trägt der FC Zürich dieses Problem mit sich herum. Jedes Mal, wenn man unter Trainern wie Magnin, Rizzo oder Foda das Spiel dominanter gestalten wollte, führte dies in den Misserfolg. Selbst in der Endphase der Breitenreiter-Saison versuchte man erfolglos vermehrt höher zu stehen – nur spielte die dadurch sinkende Leistungskurve in diesem Zeitpunkt keine Rolle mehr, da der Vorsprung vor der Konkurrenz schon zu gross war. Breitenreiters Pragmatismus und Erfolgsorientierheit hatte den FCZ zum Titel geführt. Der anschliessende Philosophie-Wechsel bekam der Mannschaft resultatmässig dann nicht gut.

Vertragsverlängerungen, die sportlich nicht zu passen scheinen

Das Hauptproblem war in den letzten Jahren jeweils der «Mismatch» zwischen Kader und Spielweise. Steht eine Mannschaft tief, wie der FCZ grösstenteils in der Meistersaison, braucht sie sprintstarke Stürmer. Steht sie hoch, wie dies jetzt wieder der Plan ist, braucht sie sprintstarke Verteidiger. Nikola Katic und Fabio Daprelà gehören zu den langsamsten Verteidigern der Liga. Auch Lindrit Kamberi ist in diesem Bereich nur Liga-Durchschnitt. Dies wurde den FCZ-Verantwortlichen nach der Winterpause in der Entstehung aller Gegentore (drei in Yverdon, zwei beim ersten Derby, zwei gegen Lausanne-Sport) erneut schmerzhaft vor Augen geführt. Mit schnellen Verteidigern hätten alle diese Gegentore verhindert werden können. Beim ersten Gegentor in Yverdon bezieht sich diese Aussage dabei auf die Entstehung des Freistosses.  

Katic und Daprelà sind typische Haudegen mit einer beschränkten Technik für eine tief stehende Mannschaft, die nicht das Spiel machen will und muss. Trotz dieses klaren Spieler–Spielweise Mismatches war Nikola Katic interessanterweise einer der ersten Spieler mit denen Sportchef Malenovic den Vertrag verlängert hat. Eine weitere frühe Vertragsverlängerung gab es mit Rodrigo Conceição, der mit seiner zu wenig engen Ballführung und etwas wilden Art ebenfalls das Profil eines Konterspielers hat. Bledian Krasniqi oder Antonio Marchesano sind ebenfalls in Umschaltsituationen am stärksten – sowohl offensiv wie defensiv.

Kaum Spieler im Kader für dominanten Fussball

Dasselbe gilt für Jonathan Okita. Dieser hat am Ball kein überragendes Tempo und ist daher kein Spieler, den man wie Assan Ceesay oder Fabian Rohner typischerweise hinter die gegnerische Abwehr lancieren kann. Er benötigt für seine Einzelaktionen und Weitschüsse trotzdem den Raum und die Zeit einer Umschaltsituation. Natürlich kann eine solche auch aus einem Hohen Pressing entstehen – aber dafür benötigt man ebenfalls die richtigen Spieler. Seit mehreren Jahren steht und fällt das FCZ-Pressing mit der Form des «Pressing-Leaders» Antonio Marchesano. Die anderen Stürmer sind in diesem Bereich nicht speziell stark.  

Auch Ifeanyi Mathew ist vor allem in Kontersituationen gut. Es gibt kaum Spieler im Kader, denen dominanter Fussball besser liegen könnte als der bisherige Spielstil. Cheick Condé ist ein Kandidat. Mit Amadou Dante kommt nun ein weiterer hinzu. Die Stossrichtung auf Seiten der Neuverpflichtungen scheint zu stimmen – auch in Bezug auf das Motto „Qualität vor Quantität“.

Drei Punkte im Derby dank Rückkehr zum Pragmatismus

Ein wichtiger Erfolgsfaktor der Meistersaison war André Breitenreiters Pragmatismus und Erfolgsorientiertheit, die er auch aufgrund seines Standings bis fast zum Ende der Saison durchziehen konnte. Er nahm keine Rücksicht auf Spielphilosophien, Nachwuchsentwicklung oder personelle Belange. Wer ein oder zwei Chancen erhalten hatte, und sie nicht nutzte, war für den Rest der Saison aussen vor. Entscheidungen wurden nüchtern gefällt und aus Fehlern rasch gelernt. Dass der Abgang von Bo Henriksen auf Ende Saison nun bekannt geworden ist, könnte einen ähnlichen Effekt haben – und für den Rest der Saison ebenfalls zu Pragmatismus und Erfolgsorientiertheit führen. Nichts könnte dies besser illustrieren als das zweite Derby: nach dem 1:0-Führungstreffer wurde der eigene Strafraum mit Mann und Maus verteidigt und auf schnelle Gegenstösse mit Fabian Rohner als einzigem Stürmer gesetzt. Daraus resultierten drei Punkte. Im ersten Derby nach der Winterpause hatte man nach einer 1:0-Führung risikovoll weitergespielt und lief dem Gegner zwei Mal ins offene Messer.      

Auch bezüglich Spielsystem kehrte Henriksen am Wochenende zum 3-4-3 / 3-4-1-2 zurück. Seit dem Auswärtsspiel in St. Gallen kurz vor der Winterpause hat man mit der Umstellung auf ein 4-3-3 im Verlauf der 2. Halbzeit grundsätzlich gute Erfahrungen gemacht. Die Kadenz der herausgespielten Torchancen erhöhte sich. Dies weil es für einen Gegner immer schwierig ist, während einer laufenden Partie auf so eine Umstellung zu reagieren. Das 4-3-3 als Grundformation und die hohen Linien haben aber erstmal weder in den Winter-Testspielen noch in Yverdon funktioniert. Gegen einen tief stehenden Gegner wie die Waadtländer braucht es dazu Spieler, die sich mit Technik, Kraft und Antrittsschnelligkeit (am liebsten alle drei Skills gleichzeitig) auf Super League-Niveau auf engem Raum durchsetzen können.

Yverdon erneut der Wendepunkt?

Betreibt der Gegner selbst ein hohes Pressing, benötigt man einen Zielspieler für Yanick Brechers hohe Bälle, um einen gegnerischen Ballgewinn in der eigenen Platzhälfte zu verhindern. Zu Beginn der Saison war Lindrit Kamberi dieser Zielspieler auf der rechten Seite – aber auf ihn haben sich die Gegner mittlerweile eingestellt, so am Samstag auch GC’s Florian Hoxha. Afriyie, Marchesano, Conceição, Krasniqi, Guerrero oder Mathew haben bei solchen hohen Bällen keine Chance. Okita und Boranijasevic gehen diesen trotz einer gewissen Körpergrösse aus dem Weg. Cheick Condé ist allenfalls noch eine Variante, die vereinzelt und ansatzweise nicht schlecht funktioniert hat. Der Guineer ist zuletzt aber etwas aus dem Tritt geraten und obendrein Stand heute noch für die nächsten zwei Spiele gesperrt.    

In Yverdon wurde vor zwei Jahren Breitenreiters Meisterteam endgültig geformt. Denn das 4-3-3 wurde nach der dortigen Erfahrung sofort wieder eingestampft. Pollero wurde zur Winterpause abgegeben, Leitner, Gogia, Hornschuh oder Coric spielten bis zum Ende der Saison nur noch untergeordnete Rollen. Marchesano, Gnonto und Tosin stiegen hingegen in der Hierarchie auf und wurden zu tragenden Säulen. Es folgte ein mirakulöses Last Minute-3:3 im Letzigrund gegen den FCB und danach neun Siege in Folge. Es wäre vermessen, in der aktuellen Saison noch vom Meistertitel zu träumen. Aber ist Yverdon auch diesmal ein Wendepunkt? Die vorläufige Rückkehr zumindest bis Ende Saison zum 3-4-1-2 und dem direkten Fussball durch die Mitte? Und die Herauskristallisierung einer griffigeren Stammformation mit Kryeziu, Krasniqi und Ligue an Stelle von Katic, Condé und Okita?

Schwierige Entscheidungen in der Kaderplanung

Im Hinblick auf den kommenden Sommer und die Zeit danach kann eine Transformation des Spielstils nur mit einem Kaderumbau umgesetzt werden. Es braucht dafür die passenden Spielertypen. Daher stehen schwierige Entscheidungen an. Die Verträge von Antonio Marchesano, Adrian Guerrero, Nikola Boranijasevic oder Marc Hornschuh laufen aus. Guerrero und Boranijasevic waren und sind die Schlüsselspieler des Erfolgssystems 3-4-1-2. Nur dank ihres Laufvermögens auf der Seite kann die Mannschaft in allen drei Linien im Zentrum immer wieder die so wichtigen Überzahlsituationen kreieren. Boranijasevic gehört zu den Top 3-Flankengebern der Liga und Guerrero zu den Top 3-Standardschützen.

Marchesano sorgt mit seiner Kombination aus stupender Technik und grossem Arbeitswillen immer wieder für die Differenz. Über die Jahre hat er sich beim FCZ enorm gesteigert und kann aktuell wieder eine Skorerquote wie in der Meistersaison vorweisen. Er ist genauso wie Guerrero mit Sicherheit auch ein entscheidender Mann für die Stimmung und den Team-Zusammenhalt. Marc Hornschuh war in den letzten zweieinhalb Jahren eine wertvolle Team-Ergänzung und immer da, wenn es ihn brauchte. Nichts symbolisiert seinen Wert für die Mannschaft so gut wie die Szene in St. Gallen, wo er sich aufopferungsvoll in den Schuss von Christian Witzig warf und daraufhin ausgewechselt werden musste. All diese Faktoren machen die zu treffenden Entscheidungen nicht einfacher. Ohne die bisherigen Säulen von Grund auf ein neues Haus zu errichten, in welchem alle für ein Team wichtigen Elemente berücksichtigt werden müssen, ist ein heikles Unternehmen.   

FCZ wieder im 4-4-2? / Servette – FCZ Vorschau und Aufstellungen

Servette ist diese Saison zusammen mit YB bisher das defensiv stärkste Team – erst fünf Gegentore in sieben Partien. Der FCZ hat schon 16 kassiert. Die Genfer gehören schon seit Jahren zu den am solidarischsten verteidigenden Teams. Und sie haben beim Verschieben der LInien Fortschritte gemacht. Die Stürmer Pflücke, Rodelin und Stevanovic sorgen zudem vorne mit ihrer defensiven Laufarbeit dafür, dass die eigenen Verteidiger möglichst wenig Arbeit erhalten. Diese tragen mit den meisten geblockten Schüssen und abgefangenen Bällen der Liga aber ebenfalls ihren Teil zur defensiven Solidität bei. Die Grenat ziehen sich stärker zurück, als in vergangenen Jahren und lauern auf schnelle Gegenstösse – wie immer viel über die Flügel.

Beim FCZ gibt es im Vergleich zur 1:2-Niederlage gegen Arsenal drei Wechsel: Karol Mets ersetzt Mirlind Kryeziu, Cheick Condé kommt für Blerim Dzemaili und Antonio Marchesano für Bledian Krasniqi. Kryeziu, Dzemaili und Krasniqi sitzen alle auf der Reservebank – zusammen mit Kostadinovic, Omeragic, Santini, Avdijaj, Vyunnik und Rohner. Das Spielsystem könnte wie gegen Arsenal wieder ein 4-4-2 (4-4-1-1) sein. Das übliche 3-4-1-2 wäre aber auch möglich: mit dem Zweimannsturm Tosin und Okita.

Super League ist keine Reha-Klinik: FCZ nach 14 Spielen unter Franco Foda

Der Liga-Saisonstart 22/23 des FCZ ist schlechter als in der Abstiegssaison 15/16. Damals hatte man nach sieben Runden fünf Punkte auf dem Konto, diesmal nur zwei – und noch keinen einzigen Sieg. Die Tabellensituation ist dramatisch. Man erinnere sich daran, wie viel Effort und herausragende Leistungen Luzern letzte Saison gebraucht hat, um es in dieser ausgeglichenen Liga zumindest noch auf den 9. Platz zu schaffen. Sitzt man mal so tief im Loch, kommt man selbst mit „ordentlichen Leistungen“ nirgendwo mehr hin. Denn die Konkurrenten punkten ebenfalls regelmässig.

Nach Expected Goals erst eine Niederlage in 14 Spielen

Allerdings: gemessen an den Expected Goals müsste der FC Zürich eigentlich zehn Punkte auf dem Konto haben! Die Expected Goals widerspiegeln die Leistung einer Mannschaft besser. Das Stimmungsbild wird aber natürlich von den tatsächlichen Resultaten geprägt. Die beiden Heimspiele zuletzt gegen Basel und Lugano hätten gemessen an den Torchancen jeweils mit einem 2:1-Sieg enden müssen. Und man wäre in der Champions League-Qualifikation mindestens eine Runde weitergekommen. Nur ein einziges von 14 Spielen hat der FC Zürich bisher nach Expected Goals verloren. Dies war das Heimspiel gegen Sion. Und selbst in dieser Partie war man eine Stunde klar überlegen und der Gegner hatte bis zur 56. Minute keine nennenswerte Torchance. Unterlegen war man nie, häufig das bessere Team. Im Gegensatz zu letzter Saison fehlt es vor allem an der Abschlusseffizienz. Und weil man im Verlaufe einer 2. Halbzeit aufgrund des fehlenden Torerfolges zunehmend Risiken eingeht, kassiert man weitere Gegentreffer.

FCZ Expected Goals und Goals Saisonstart 22/23

Ganz anders sieht es beispielsweise beim Stadtrivalen aus, der vor dem Derby gegen Winterthur neun statt nach Expected Goals nur drei Punkte auf dem Konto hat – und dann auch dieses dank grosser Effizienz gewinnt. GC hat diese Saison noch kein Liga-Spiel nach Erwarteten Toren gewonnen, aber trotzdem in den beiden Heimpartien gegen Lugano und St. Gallen jeweils Siege eingefahren – und auswärts ausser in Genf jeweils einen Punkt. GC war im Gegensatz zum Rest der Liga diesen Sommer auf dem Transfermarkt zurückhaltend bis fast schon inexistent. Auf dem Platz ist allerdings bis jetzt ein Realismus ersichtlich, der zumindest teilweise an den FCZ der letzten Saison erinnert. Ob das von aussen eher zerbrechlich wirkende Teamgefüge (geringe Kadertiefe, einige launische Spieler) aber wirklich halten wird, muss sich erst noch zeigen.

GC Expected Goals und Goals Saisonstart 22/23

Auch in der dritten Saison: mit Dzemaili weniger Punkte

Stichwort Transfersommer: es wurden an dieser Stelle in den letzten Wochen schon mehrmals die Vor- und Nachteile der FCZ-Tranferstrategie vor allem in Bezug auf die Personalen Selnaes und Santini erörtert. Beides sind Spieler mit gehobenen technischen Qualitäten, bei denen aber nach einem Jahr in Saudi-Arabien im Alter von 33 Jahren (Santini) beziehungsweise dreieinhalb (!) Jahren in China (Selnaes) unsicher ist, ob sie es nochmal auf das Niveau des Super League-Rhythmus schaffen, und wenn ja, wie lange das dauert. Erfahrene Verpflichtungen müssten eigentlich sofort helfen können. Der FCZ gibt stattdessen diesen Spielern die Plattform, um sich wieder an den europäischen Rhythmus heranzutasten. Früher hat man eine solche Plattform vielversprechenden jungen Spielern aus dem eigenen Nachwuchs gegeben.

Aktueller Stand: Santini ist immer noch weit entfernt von der in dieser Liga geforderten Spritzigkeit. Bei Selnaes könnte man sich hingegen vorstellen, dass er gegen Ende der Vorrunde (die im neuen Jahr startet) der Mannschaft langsam, aber sicher auch unter dem Strich helfen kann. Aber nur dann, wenn er nicht wie gegen Lugano mit Dzemaili gleichzeitig auf dem Platz steht. Die beiden sehr ähnlichen Spieler sind in den Zweikämpfen und in der Rückwärtsbewegung viel zu schwach für diese Liga. Man gibt im Spiel ohne Ball dem Gegner das Zentrum preis. Als gegen Lugano Condé für Dzemaili reinkam, stieg die Stabilität merklich. Dzemaili hat sowieso eine schlechte Bilanz. Wenn die FCZ-Legende auf dem Platz steht, holt die Mannschaft weniger Punkte. Das war in der Saison seiner Rückkehr 20/21 so, im Meisterjahr 21/22 ebenfalls, und es gilt genauso wieder für die aktuelle Saison 22/23.

Becir Omeragic defensiv haarsträubend

Auch der 36-jährige Dzemaili gehört zu den Spielern, die man nach einer seiner zahlreichen kleineren Verletzungen immer wieder „aufpäppeln“ muss. Genauso wie der schon seit Jahren fragile 16 Jahre jüngere Becir Omeragic, der defensiv in der Liga zur Zeit einfach nur schlecht spielt. Bis und mit dem Cupspiel in Cham hat er eine Defensivdurchschnittsnote von gerade mal 4,0. Selbst wenn man sich einzig auf die Gegentore in seinen bisherigen drei Liga-Einsätzen fokussiert, ist die Bilanz haarsträubend. In St. Gallen ist der Genfer mit zu zögerlichem Verhalten an beiden Gegentreffern wesentlich mitbeteiligt. Gegen Sion verursacht er das wegweisende erste Gegentor mit einem Ballverlust in der eigenen Hälfte und trottet beim dritten Gegentreffer wie ein “Baditschütteler“ in der Gegend herum, lässt die Walliser gewähren. Gegen Lugano schliesslich ist er erneut der Hauptverursacher des wegweisenden ersten Gegentreffers. Er vergisst, die Aussenseite zuzumachen und verliert (ohne Ball) das entscheidende Laufduell gegen Haile-Selassie (mit Ball) klar und deutlich. Bei der Entscheidung zum 1:2 wiederum versteckt er sich gedankenverloren hinter Mitspieler Boranijasevic und lässt seine zwei Verteidigerkollegen Kryeziu und Aliti im Strafraum gegen drei Luganesi in Unterzahl alleine zurück. Dass Omeragic in der aktuellen Saison einen über dem Durchschnitt liegenden Punkteschnitt hat (siehe Grafik oben), liegt in erster Linie daran, dass er in seinen wenigen Einsätzen in der noch jungen Saison überproportional in Cup und Europacup eingesetzt worden ist. Die drei Liga-Spiele mit ihm gingen allesamt verloren.

Dann Willy Gnonto: zwar bemüht, aber völlig ausser Form und scheinbar mit dem Kopf nicht 100% bei der Sache, erhielt in den letzten Wochen sehr viel Spielzeit – und Chancen. Die Mannschaft ist nicht stark genug, um so viele prominente Spieler auf der Suche nach ihrer Form (Selnaes, Santini, Dzemaili, Omeragic, Gnonto) mitschleppen und deren viele Unzulänglichkeiten kompensieren zu können. Keine Super League-Mannschaft könnte das. Letzte Saison war einzig Dzemaili so ein Fall. Er kam dabei aber nur in etwa der Hälfte der Spiele von Beginn weg zum Einsatz und hatte mit dem Jubiläumsspiel gegen Sion und dem Meisterspiel in Basel immerhin zwei Highlights dabei, wo er der Mannschaft wirklich helfen konnte. Nach Mannschaftsteilen betrachtet enttäuschten bisher die gelernten Stürmer im Kader (mit Ausnahme von Vyunnik) am meisten. Den Glauben an die eigenen Stürmer nicht zu verlieren, ist für dieses Team jetzt einer der wichtigsten Faktoren.

Super League ist keine Reha-Klinik

Von den anderen neuen Spielern im Team sind Bohdan Vyunnik und Cheick Condé eine klare Verstärkung. Donis Avdijaj und Jonathan Okita erinnern manchmal etwas an launische Ex-Spieler wie Kololli oder Mahi, die die Mannschaft nicht wirklich weiter brachten. Allerdings arbeiten Avdijaj und Okita defensiv mehr für die Mannschaft und haben insgesamt eine höhere Qualität. Gerade Okitas Potential ist gross, wenn er mal “ins Rollen kommt“ und noch etwas zielgerichteter agiert. Die neuste Neuverpflichtung Nikola Katic ist der Typ des grossgewachsenen, etwas ungelenken und im Antritt mit Problemen kämpfenden Innenverteidigers. Vorletzte Saison verpasste der Kroate aufgrund eines Kreuzbandrisses komplett. Der FCZ baut wohl darauf, dass er nach dem Wiederaufbau letzte Saison bei Hajduk in der Kroatischen Liga zum jetzigen Zeitpunkt wieder zurück in seine Verfassung vor der Verletzung kommen könnte. Und wenn man sich vorstellt, wie sich bei Standards das Trio Kryeziu / Mets / Katic gemeinsam in die gefährliche Zone begiebt, könnte das bei einigen Super League-Gegnern für Unruhe sorgen.

Das Trainerteam um Franco Foda muss nun dringend notwendige personelle Entscheidungen treffen. Die Super League ist keine Reha-Klinik. Von den Spielern, die Mühe mit dem Rhythmus haben, darf allerhöchstens einer gleichzeitig auf dem Platz stehen. Entscheidet man sich beispielsweise für Selnaes, dann müssen Omeragic, Dzemaili und Santini draussen bleiben. Und Katic sollte man nur einsetzen, wenn er sofort helfen kann. Noch einen Spieler, der erst aufgebaut werden muss, kann sich der FCZ nicht leisten. Die Grösse des Kaders ist grundsätzlich gut. Angesichts der Liste von „Fragezeichen“ im Team muss man aber sicherlich auch ein Auge auf die Optionen aus der U21 (Hodza, Janko, Reichmuth, Bajrami,…) haben.

Auf dem Weg zu einer neuen Team-Identität

Letzte Saison stellte sich in unserer Liga-Analyse heraus, dass Konstanz ein Erfolgsfaktor ist. In erster Linie im personellen Bereich, in zweiter Linie bezüglich Spielweise und in dritter Linie beim Spielsystem. Dies scheint sich in der aktuellen Saison weiter zu bestätigen. Sion beispielsweise tritt personell und taktisch deutlich konstanter als letzte Saison an, und spielt dementsprechend erfolgreicher. Der FCZ ist bezüglich aller drei Faktoren unkonstanter – mit dementsprechend deutlich schlechteren Resultaten. Wie letzte Saison eine Stammformation zu haben, würde dem FCZ grundsätzlich gut tun. Wie sehr dies aufgrund des Dreitage-Rhythmus tatsächlich sinnvoll und möglich ist, ist schwierig zu beurteilen, wenn man das Innenleben des Teams nicht im Detail kennt. Trainer von Teams, die in der gleichen Situation wie der FCZ sind, rotieren in der Regel ja ebenfalls relativ viel.

Bezüglich Spielsystem hat sich in den letzten Wochen eine gewisse Formation herausgebildet. In der Grundformation ein 3-4-1-2 wie letzte Saison, welches aber in vielen Spielsituationen gegen und auch mit dem Ball zu einem 3-4-3 wird – speziell wenn nicht hoch gepresst wird und mehr Breite erforderlich ist. Man praktiziert nicht mehr eine Manndeckung auf dem ganzen Platz wie unter Breitenreiter. Die Raumdeckung kann im negativen Fall dazu führen, dass die Mannschaft zu passiv wird. Breitenreiters Manndeckung hatte auch den Effekt, dass sie einige latent etwas lethargisch veranlagte Spieler dazu zwang, jede Zehntelssekunde des Spiels aufmerksam zu sein. Zuletzt war in den Details aber auch eine Entwicklung erkennbar. So sind neuerdings in Ballbesitz die drei Spieler in der vordersten Reihe mit Diagonalläufen viel in Bewegung. Tosin, Avdijaj, Vyunnik, Krasniqi, Marchesano, Okita und Co. tauchen mal zentral und dann wieder auf dem Flügel auf und machen dem Gegner Probleme, weil sich dessen Abwehrspieler ständig auf neue Situationen und Gegenspieler einstellen müssen.

Wechsel während dem Spiel – manchmal ist weniger mehr

In Sachen Höhe des Pressings agiert man je nach Gegner unterschiedlich. Manchmal zieht man sich zurück, manchmal greift man hoch an. In der Meistersaison war man sehr tief stehend gestartet, und versuchte dann im Laufe der Rückrunde zunehmend ins Pressing zu gehen. Die taktischen Wechsel während des Spiels unter Foda sind manchmal nützlich, manchmal aber auch kontraproduktiv – wie zuletzt die Umstellung auf Viererabwehr mit der Einwechslung Santini für Guerrero in der Schlussphase gegen Lugano. Der Wechsel brachte vor allem Fodas eigenes Team durcheinander und hatte einen wichtigen Anteil an der Niederlage. Schon zum Auftakt in Bern hatte Foda mit zu offensiven Wechseln die Balance im Team entscheidend gestört, was YB sofort ausnutzte. Auch bezüglich Spielweise und System tut Foda gut daran, die Identität des Teams noch mehr zu schärfen. Flexibilität ist gut, aber nur, wenn darunter ein Fundament vorhanden ist. Schritte in diese Richtung sind zuletzt getan worden, aber es ist noch nicht genug.

Zum Thema: Leistungsbilanz zum Saisonstart: Unkenrufe aus Österreich bewahrheiten sich nicht

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Konstanz als Erfolgsfaktor in der Super League – Halbzeitanalyse, Teil 9

Kybunpark weckt die Offensivgeister / FCZ – Heart of Midlothian in der Züri Live-Analyse

Der Kybunpark weckt ganz offensichtlich den Offensivgeist beim FCZ! Gegen den FC St. Gallen und Heart of Midlothian kommt das Foda-Team auf die grösste Anzahl Abschlüsse der bisherigen Saison (21 und 17). Die Offensivleistung insgesamt war mit einer Durchschnittsnote von 7,4 sogar die beste, noch vor dem Auswärtsspiel in Baku! Der Wert von 2,61 Expected Goals ist der beste seit dem 2:1-Auswärtssieg in Bern am 19. März. Für die Musik im Spiel nach vorne sorgte in erster Linie das Duo Infernale Guerrero / Marchesano. Der Auftritt der beiden erinnerte an letzte Saison. Marchesano war zudem erneut einer der defensiv besten Spieler und in der 1. Halbzeit zusammen mit Guerrero der Beste. Dies war er bereits in den beiden Partien gegen Linfield gewesen – Gegner aus dem Vereinigten Königreich scheinen ihm zu liegen.

Selnaes und Omeragic defensiv erneut schlecht

Im Vergleich zum Winterthur-Spiel kamen deutlich mehr lange Bälle beim Mitspieler an – zwei Drittel statt nur ein Drittel. Dies vor allem auch darum, weil Bohdan Vyunnik von Anfang an auf dem Platz stand. Hearts bot dem FCZ auch deutlich mehr Raum im Spiel nach vorne, als das kompakt in einer gesicherten Defensive lauernde Winterthur. Die Durchschnittsnote der Spieler ist mit 6,6 die bisher beste der Saison – knapp vor den Heimspielen gegen Qarabag und Linfield (je 6,5). Der FCZ zeigte sich also bisher in den Europacup-Heimspielen von seiner besten Seite. Der Sieg ist verdient und am Ende gar noch um ein Tor zu niedrig ausgefallen. Es war wieder etwas die Emotionalität zu spüren, welche den FCZ letzte Saison stark gemacht hat – speziell nach dem Penaltytor der Schotten.

Versursacht wurde der Gegentreffer durch zwei individuelle Fehler hintereinander von Ole Selnaes. Der Norweger agierte zudem in einer ganzen Reihe weiterer Szenen defensiv unbedarft und zu wenig handlungsschnell. Fast alle Szenen, in denen die Schotten (im Ansatz) gefährlich wurden, gingen auf Fehler von Selnaes zurück. Das Gleiche gilt für Becir Omeragic, der bereits gegen St. Gallen im Kybunpark schlecht gespielt hatte. Diese zwei Spieler befinden sich weiterhin im Aufbau und werden vom Team zur Zeit „mitgeschleppt“. Endlich wieder einmal einen erfreulichen Auftritt zu sehen gab es hingegen von Wilfried Gnonto. In der 71. Minute eingewechselt, spielte der Italiener, als habe er seine miserable Form zu Hause vergessen mitzunehmen. Avdijaj trat hingegen wie schon in Winterthur auch gegen seinen Ex-Klub mit einer seltsamen Zurückhaltung auf.

Link zum FCZ – Hearts Telegramm



Alle 16 Spieler an den Toren beteiligt / FCZ – Linfield in der Züri Live-Analyse

Aussergewöhnlich: alle 16 eingesetzten FCZ-Spieler sind an mindestens einem der drei erzielten Tore beteiligt – die Startformation an den frühen Treffern Avdijajs zum 2:0, und die Einwechselspieler komplett am 3:0 Ivan Santinis in der 84. Minute. Lindrit Kamberi und Fidan Aliti waren an allen drei Toren beteiligt. Der Gegner scheint Mühe mit den Temperaturen zu haben und bringt weniger Gegenwehr auf den Platz als viele unterklassige Gegner im Schweizer Cup. Der FCZ schafft somit gegen den nordirischen Rekordmeister mit einem Gesamtresultat von 5:0 den Einzug in die Europa League-Playoffs gegen Heart of Midlothian.

Rohners Vorstösse über Rechts hätten mehr Tore verdient

Die Anzahl benötigter Defensivaktionen ist für den FCZ so tief wie noch nie in dieser Saison. Einerseits aufgrund des Auftritts des Gegners – aber auch die eigene Gesamtleistung ist besser, als im Hinspiel. Yanick Brecher war mit seiner tollen Parade in der 67. Minute gegen McClean defensiv an erster Stelle beim FCZ, hatte aber offensiv mehr Probleme als üblich. Antonio Marchesano war (wie im Hinspiel) in der 1. Halbzeit der beste Zürcher und in dieser Phase an allen Abschlüssen beteiligt, inklusive den beiden Treffern. Obwohl in der 74. Minute ausgewechselt, liefert der Tessiner über die ganze Partie hinweg die Hälfte aller Zuspiele auf die 14 FCZ-Abschlüsse.

Die Einwechselspieler brachten diesmal grösstenteils einen positiven Beitrag, allen voran Fabian Rohner, dessen Läufe und Hereingaben von Rechts noch mehr als das Tor Santinis zum 3:0 hätten bringen können und sollen. Rohner ist in dieser Saison erstmals MVP, zum zweiten Mal nach dem Luzern-Heimspiel offensiv an erster Stelle und zum zweiten Mal nach dem Qarabag-Heimspiel in der 2. Halbzeit der Beste. Einzig bezüglich Blerim Dzemailis Comeback war es gut, dass der Gegner Linfield hiess, denn er brachte in erster Linie seine Mitspieler in Schwierigkeiten.

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Niederlage nach besten 64 Minuten der Saison / FCZ – Sion in der Züri Live-Analyse

Der Vergleich muss kommen: vor einem Jahr gewann der FC Zürich das Heimspiel zum 125 Jahr-Jubiläum gegen den FC Sion mit 6:2 – nun verliert man gegen den gleichen Gegner mit 0:3. Vor Jahresfrist hatte man die Walliser in der 1. Halbzeit ins Spiel kommen lassen. André Breitenreiter reagierte mit einer taktischen Umstellung auf ein ungewohntes 4-1-2-1-2. In der 72. Minute ging der FCZ mit 3:2 zum dritten Mal in Führung und ab diesem Zeitpunkt fiel der Gegner etwas auseinander (6:2 Schlussresultat). Assan Ceesay erzielte vier Treffer. Blerim Dzemaili kam bei Halbzeit rein und spielte seine besten und wichtigsten 45 Minuten in einer Saison, in welcher er ansonsten bei weitem nicht immer brillierte.

Fantastische Spielzüge aus dem Mittelfeld – Krasniqi wie in St. Gallen Note 10

Diesmal war die 1. Halbzeit deutlich besser als damals. Die Mannschaft spielte in den ersten 64 Minuten so gut wie noch nie unter dem neuen Coach Foda. In der Viertelstunde nach der Pause hat man den Gegner sogar richtiggehend überrollt mit einem fast schon unglaublichen Ballbesitz von 78%. Krasniqis Läufe, Dribblings und Zuspiele waren wie in St. Gallen fantastisch. Der Kreativspieler ist physisch so gut drauf wie noch nie, kann nun in den Zweikämpfen dagegenhalten und ist auch deshalb in der bisherigen Form seines Lebens: einer der aktuell attraktivsten Spieler der Liga. Aufgrund der negativen Resultate merken das aber nur Wenige. Donis Avdijaj kam zum ersten Mal von Beginn weg zum Einsatz und lieferte 80 Minuten lang ebenfalls eine sehr gute Leistung ab. Mit den beiden wirbligen, technisch starken Spielern im Zentrum hatte Sion Mühe. Auch Boranijasevic war offensiv noch nie so stark wie aktuell. Krasniqi, Avdijaj und Boranijasevic erzielten alle drei die Offensiv-Note 10 (siehe Match Performance-Grafik).

Diese Offensivqualitäten schlagen sich aber zur Zeit nicht in Zählbares um, weil vorne ein Assan Ceesay in Bestform fehlt. Wilfried Gnonto war in den 20 Minuten nach seinem Treffer in Belfast kurzzeitig der Knopf aufgegangen: plötzlich gelang dem Norditaliener fast alles. Zurück in der Schweiz war davon dann aber wieder wenig zu sehen. Die Bürde des Toreschiessens in der Liga liegt schwer auf seinen Schultern und er trifft häufig die falsche Entscheidung. So in der 36. Minute, als er sich nach gefühlvollem Lupfer Boranijasevics alleine vor dem Tor beim Abschluss auf die falsche Seite drehte. 6,17 Treffer hätte der FCZ nach „Expected Goals“ in den vier ersten Ligaspielen erzielen müssen – tatsächlich sind es weiterhin Null. Dies obwohl Tosin gegen Sion seine bisher beste Saisonleistung ablieferte. Auch den Nationalstürmer Benins plagen weiterhin Ladehemmungen.

Omeragic wird forciert – Defensive destabilisiert

64 Minuten lang kam fast ausschliesslich der FCZ zu guten Offensivaktionen. Dann erzielte der Brasilianer Itaitinga sein zweites Tor des Nachmittags – und nichts ging mehr beim Stadtclub. Dem Vernehmen nach hatte Sion-Trainer Tramezzani den in der 1. Halbzeit mehrmals angeschlagen am Boden liegenden Itaitinga ursprünglich zur Pause auswechseln wollen. Neben der fehlenden Kaltblütigkeit und Durchschlagskraft der Stürmer kommt beim FC Zürich nun aber auch noch die Defensivschwäche der Innenverteidiger hinzu. In den ersten drei Saisonspielen war das Abwehrzentrum noch solide aufgetreten – Lindrit Kamberi machte gar richtiggehend Freude und war beim Auftakt in Bern MVP. Seit nun aber der lange verletzt gewesene Becir Omeragic wieder forciert wird, wurde dieser Mannschaftsteil destabilisiert. Gegen St. Gallen und Sion war die Innenverteidigung defensiv weit vom notwendigen Super League-Niveau entfernt. Und nun fangen auch Kryeziu, Mets und nach seiner Einwechslung gegen Sion sogar Kamberi an, wiederholt zu patzen. Alitis Beteiligung am 0:2 bleibt hingegen ein Ausnahmefall. Der kosovarische Nationalspieler bleibt, wenn der Gegner nicht YB oder Qarabag heisst, defensiv weitgehend fehlerfrei.

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Trends der Vorrunde setzen sich fort – FCZ-Testspielbilanz Winter 21/22

Nur drei Testspiele hat der FCZ in der Wintervorbereitung 21/22 absolviert und dabei gegen den Wuppertaler SV und das polnische Spitzenteam Pogon Szczecin (Spitzname: „Hafenarbeiter“) in Belek unentschieden gespielt – und eine Woche vor Rückrundenstart den FC Wil im Heerenschürli 1:0 geschlagen. Erstmals konnte dabei die 1. Mannschaft direkt aus der frisch bezogenen Kabine im neuen „Home of FCZ“ direkt hinaus auf den Platz zum Testspiel laufen. Auch die Büro-Crew ist bereits weitgehend in Schwamendingen eingerichtet. DIe eigentlichen FCZ-Trainingsplätze sind allerdings immer noch im Umbau.

Viel Pressing in den ersten beiden Testspielen

Gegen Wuppertal liess Trainer Breitenreiter in den zwei Mal 60 Minuten jeweils mit Viererabwehr spielen – zuerst mit einem Rhombus im Mittelfeld, dann in einem 4-3-3 (präziser: 4-1-2-3) wie in den Cuppartien in Solothurn und Yverdon. In den anderen beiden Partien formierte sich die Mannschaft dann wieder im üblichen 3-4-1-2. Beim 3:3 gegen Wuppertal agierte der FCZ viel im Pressing – sowohl die eigenen wie auch die gegnerischen Tore entstanden aus FCZ-Pressingsituationen. Ähnlich agierte man 35 Minuten auch gegen Pogon und ging durch einen Marchesano-Ablenker am nahen Pfosten nach einem Dzemaili-Freistoss von der Seite zwischenzeitlich mit 1:0 in Führung.

Déjà Vu bei Standards

Dzemaili trat im letzten Testspiel gegen den FC Wil auch die Mehrzahl der Eckbälle. Aus einem solchen von der rechten Seite entstand das einzige Tor der Partie. Es war praktisch eine Kopie des 3:3-Ausgleichstreffers im August in St. Gallen mit einem schönen Aliti-Ablenker auf Höhe des nahen Pfostens und Gnonto, der den Ball am entfernten Pfosten auf oder vielleicht auch bereits etwas hinter der Torlinie ins Netz lenkte – nur wurde diesmal der Ball eher flach statt hoch gespielt. In einer weiteren Szene hätte Gnonto das Skore erhöhen können. Diese war sozusagen eine Kopie seines 2:0-Führungstreffers vor der Winterpause in Lausanne. Diesmal lenkte Kamberi nach einem Eckball den Ball an die Fünfergrenze, wo Gnonto mit seinem Abschluss aus einer 180 Grad-Drehung an Wils Torhüter Marvin Keller scheiterte. Viele Torchancen liess auch Blaz Kramer liegen, worüber sich der Slowene ärgerte. Gleichzeitig hat sich sein Engagement in der Defensive und im Spielaufbau seit seiner Rückkehr vor der Winterpause im Vergleich zu vorher stark verbessert.

Im 4-1-2-3 über die Seiten anfällig

Im 4-1-2-3 hatte der FCZ defensiv Probleme. Die Aussenverteidiger hatten bei einem so hoch stehenden Flügel zu wenig Unterstützung, wurden über beide Seiten überspielt und im eigenen Strafraum stand nach der Flanke gleichzeitig immer wieder ein Gegenspieler frei. Das erinnerte an eine Reihe von Gegentoren in den letzten Saisons. Die Kombination von äusserem Innenverteidiger plus weit nach hinten arbeitendem Aussenläufer zusammen mit den aussen helfenden Mittelfeldspielern im 3-4-1-2 hat sich zur Abdeckung der Seiten in der Vorrunde und auch der Wintervorbereitung deutlich besser bewährt.

Mets trotz „Wacklern“ ein Startelfkandidat

Auch personell hat sich über den Wintermonat wenig geändert. Die Hierarchie im Tor ist klar. Mirlind Kryeziu wird weiterhin die zentrale Position in der Dreierabwehr einnehmen. Gerade gegen Wil wurde der FCZ in erster Linie über Spieleröffnungen Kryezius nach vorne gefährlich. Neben den Standards. Auf diesen Erfolgsfaktor baut man auch in der Rückrunde. Und diesbezüglich hat man eine hohe Variabilität im Kader. Guerrero, Marchesano, Coric nicht dabei? Dann tritt halt Dzemaili oder Khelifi an – die können das auch sehr gut. Und die Automatismen bei den Standards werden mit zunehmendem Saisonverlauf eher noch besser.

In der Sommervorbereitung war Becir Omeragic am letzten Testspieltag gegen Kriens und Xamax im Heerenschürli zumindest noch zwei Mal zu einem Teileinsatz gekommen. Diesmal reichte es nicht mal dafür. In allen Testpartien dieser Saison zusammengezählt lief der Genfer ganze 74 Minuten auf. Auf der einen Seite hat Trainer Breitenreiter sicherlich das Vertrauen in ihn, auch ohne Testspielminuten in den Beinen. Falls er aber in einer Woche gegen seinen Stammklub noch nicht bereit wäre, dann könnte es zu einer Dreierabwehr mit drei Linksfüssern Mets, Kryeziu und Aliti kommen – mit Mets auf der rechten Seite. Der Este hat wohl einen leichten Vorteil gegenüber Kamberi, auch wenn er gegen Pogon das Gegentor verursacht und einen identischen Fehler (diesmal ohne Folgen) gleich nochmal gegen Wil begangen hat.

Gogia in Zukunft vermehrt auf der linken Aussenbahn?

Auf den Aussenbahnen ist die Situation ebenfalls klar. Bornijasevic und Guerrero sind eine Bank und haben sich ihren erspielten und vor allem erlaufenen Status verdient. Rohner ist der Ersatz auf rechts. Links hat Fidan Aliti gute Ansätze gezeigt, auch wenn er speziell gegen Wil auch etwas unglücklich agiert hat. Andy Gogia gibt sich Mühe, sich defensiv zu verbessern, wenn er als Aussenläufer eingesetzt wird. Ob er mittlerweile wirklich über 90 Minuten auf Super League-Niveau auf dieser Position solide genug auftreten könnte, ist noch eine offene Frage. Aber eine solche Variante scheint zumindest die deutlich bessere Option zu sein, als das System auf zwei offensive Flügel zu ändern. In einer solchen Formation hat Gogia in Wettbewerbsspielen und Tests jeweils enttäuscht. Defensiv gefordert zu werden, tut Gogia und seinem Spiel besser, als wenn er zu viel (vermeintliche) Pausen und Zeit zum Nachdenken hat.

Gnonto und Dzemaili im Aufschwung, Khelifi eine Alternative im Sturm

Im Zentrum scheint alles auf ein Duo Doumbia / Dzemaili herauszulaufen. Dzemaili versucht noch einmal auf ein höheres Niveau zu kommen, was natürlich ein Wettkampf gegen die Zeit ist. Man hat es bei Servette’s ehemaligem Weltklassemann Gaël Clichy gesehen, der zuletzt altersbedingt nicht mehr so dominant aufgetreten ist, wie noch zu Beginn seiner Servette-Zeit. Oder Christian Gentner – der Musterprofi hat nach Manuel Neuer von allen Aktiven am zweitmeisten Bundesligaeinsätze und konnte in der Vorrunde bei Luzern zwar noch mithalten, aber keine wesentlichen Impulse setzen. Auf jeden Fall scheint die Formkurve Dzemailis aktuell nach oben zu zeigen. Wie weit und lange dies in der Super League noch reicht, wird sich zeigen. Bledian Krasniqi zeigte ein paar gute Ansätze, aber von ihm muss sicherlich noch mehr kommen, wenn er einen Stammplatz erobern will. Antonio Marchesano stand gegen Wil nicht im Einsatz. Im letzten Sommer schafften er und andere Zürcher Akteure es genau auf den Saisonstart in Lugano in die beste Verfassung zu kommen. Auch aktuell wieder gegen Servette in einer Woche?

Ante Coric und Moritz Leitner sind zur Zeit etwas aussen vor. Stephan Seiler scheint einen kleinen Schritt nach vorne gemacht haben und wirkte etwas reifer. Von den beiden aus der U21 ins Trainingslager mitgenommenen Jungs wurde Rechtsverteidiger Selmin Hodza auf verschiedenen Positionen eingesetzt, vorwiegend als „Achter“ im Zentralen Mittelfeld. Er bekundete sowohl mit dem Niveau bei den Profis wie auch mit der Position Mühe. Anders der flinke Techniker Miguel Reichmuth, welcher als Alternative für die 10-er oder 8-er Position durchaus einen gewissen Eindruck beim Trainerteam hinterlassen haben dürfte. Auch Henri Koide ist definitiv wieder zurück von seiner Verletzung und hätte dem FCZ als Alternative im Sturm durchaus helfen können. Der Fokus liegt aber auf seiner Entwicklung und Spielpraxis – und die holt er sich in der Rückrunde in der Challenge League bei Xamax auf einem höheren Niveau als der Promotion League. Kramer hat in der Vorbereitung ein Mal getroffen – trotzdem scheinen ihm noch etwas weitere Erfolgserlebnisse zu fehlen. Ob Tosin zum Rückrundenstart fit ist, ist noch unsicher. Eine Bank ist hingegen seit der Schlussphase der Vorrunde Wilfried Gnonto. Der Italiener scheint seine gute Form über den Winter konserviert zu haben. Salim Khelifi ist am ehesten eine Alternative im Sturm und hat da mehr überzeugt, als auf der Achterposition. Khelifi steht da in Konkurrenz zu Rodrigo Pollero. Einer von beiden könnte aufgrund der möglichen Abwesenden zum Auftakt die Chance auf einen Teileinsatz haben.

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