Fake News zum Lachen?

Der Reporter der international angesehensten Schweizer Zeitung berichtet «aus Genf» vom Spiel Servette – FCZ, obwohl er gar nicht dort war. Derjenige der anderen «respektablen» Zürcher Zeitung erfindet wenige Tage zuvor einen FCZ-Nachwuchsspieler – nicht aus bösem Willen, sondern weil er die jungen FCZ-Spieler schlichtweg nicht kennt. In Deutschland fungieren die Journalisten aller etablierten Sportmedien willig, unisono und unkritisch als Sprachrohr der finanziellen Interessen der Bundesligisten, von denen sie pekuniär abhängig sind. Im Kampf gegen die «böse, böse FIFA». Und gegen die Forderungen der dem DFB unterstellten 3.Liga nach einer solidarischeren Verteilung der TV-Gelder. Die Verantwortlichen der reichsten Klubs greifen nach allem Geld und der kompletten Macht (auch über Informationen), und werden dabei als hehre Revoluzzer präsentiert.

Vorspiegelung falscher Tatsachen, Inkompetenz, Befangenheit. Im Fussball und in anderen Bereichen. Gleichzeitig überbieten sich zur Zeit die Journalisten dieser etablierten Medien auf den Sozialen Plattformen darin, die eigentlich ernsthafte Kritik von «Fake News» mit ironischen Kommentaren unter den Tisch zu witzeln. Ist es aber auch wirklich zum Lachen? Die Evolution hat gezeigt: wer nicht lernwillig oder lernfähig ist, der geht unter. Und die Evolution macht auch vor der Medienwelt nicht halt. Das «Herrenleben» ist vorbei. Nicht nur Fussballer, Vereinspräsidenten und Politiker stehen unter stärkerer Beobachtung, sondern auch die Journalisten selbst.

Es werden täglich neue Medien-Marken geboren. Diese können aus einem Vornamen, Nachnamen und Gesicht bestehen. Viele dieser Gesichter haben mittlerweile einen höheren Informationsgehalt und Glaubwürdigkeitsgrad als die etablierten Medien erreicht. Und dies häufig ohne dass der Konsument dafür bezahlen muss. Das Bibbern beim Gang zum Kiosk, ob es wohl schon wieder einen Preisaufschlag gegeben hat, fällt weg. Während Meldungen und Blog-Artikel von der Basis oft sehr realitätsnah berichten, bringen die «Etablierten» politisch korrekte Plattitüden, Klischees oder vorgekaute Propagandaphrasen. Dabei bietet die Technik der mobilen Kommunikation so viele Möglichkeiten, einen besseren Job zu machen. Ob alte oder neue Marken: wer überleben will, muss Nummer 1 bei Kompetenz, Unabhängigkeit und Glaubwürdigkeit sein. Ausserdem sollte mit allfälliger Voreingenommenheit offen und klar umgegangen werden. Das ist es, was Medien ausmacht. Erst dann kann man gerechtfertigterweise Geld verlangen und seinen Lebensunterhalt damit verdienen.

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