Vorschau-Interview mit Lugano-Experte Ugo Morselli

Ugo Morselli hat in den 70-er Jahren zwei Mal selber für Lugano gegen den FCZ gespielt. Seit nunmehr mehr als drei Jahrzehnten verfolgt er die Entwicklung des Klubs aus der Sicht des Sportjournalisten. Für Züri Live wird Morselli in Lugano als Experte fungieren und gibt in einem Vorschaugespräch am Vorabend der Partie Einblicke aus Tessiner Sicht.

Hier das komplette Interview:

Morselli ist zuversichtlich, dass dem FC Lugano eine gute Partie gelingen wird: „Ich tippe auf ein 1:1. Der FCZ wird sich am Ende damit vielleicht nicht ganz zufrieden geben, aber trotzdem froh drum sein.“ Die Zuversicht wird genährt durch gute Auftritte und Resultate kurz vor der Winterpause. Auch im letzten Spiel in Thun hätte die Mannschaft einen Punkt verdient gehabt, und unglücklich in der Nachspielzeit das 1:2 durch Ridge Munsy hinnehmen müssen. Die Aufstiegseuphorie sei in Lugano immer noch da – mit der Qualifikation für den Cup-Halbfinal erst recht: Anfang März wird sich eine grosse Fankolonne über den Gotthard nach Luzern begeben.

Von der Arbeit Zdenek Zemans ist Morselli überzeugt: „Er verdient seinen Lohn, lebt für den Fussball, und überlässt nichts dem Zufall. Natürlich brauchte die Mannschaft Zeit, um sich an seine Ideen zu gewöhnen“. Ob die Methoden aus den 80-er und 90-er Jahren am Ende erfolgreich sein werden, wird man sehen. Gerne hätte Zeman für das Mittelfeld den bei Genoa unregelmässig zum Einsatz kommenden Griechen Tachtsidis verpflichtet, aber finanziell liess sich der Transfer offenbar nicht stemmen.

Zeman äusserte sich an der Tessiner Pressekonferenz vor dem morgigen Spiel in Bezug auf den FCZ überrascht darüber, dass der morgige Gegner in dieser Saison bisher so eine Mühe hatte, hinten rauszukommen. Die Tessiner Medien spekulieren, dass die Mannschaft zu Beginn wohl etwas zu selbstbewusst gewesen sei, und danach lange gebraucht habe, um die Situation mit dem Abstiegskampf anzunehmen.

Aufgrund der Trainingseindrücke geht Morselli davon aus, dass für den verletzten Padalino Veseli von der Mitte auf die rechte Aussenverteidigerposition rücken wird. Links erwartet Morselli Jozinovic für die gesperrte Neuverpflichtung Alioski, dessen Ausfall Morselli bedauert. Im Mittelfeld wird wohl der dynamische Slowene Crnigoj den erfahrenen Sabbatini ersetzen. Luganos Top-Torschütze Antonini Culina habe die ersten beiden Partien der Rückrunde schlecht gespielt und könnte für die Partie gegen den FCZ aus der Startelf fliegen.

Auch den neuverpflichteten Karim Rossi erwartet Morselli diesmal eher nicht von Beginn weg im Sturmzentrum. Statdessen sollen wohl Susnjar (in der Mitte) und Anastasios Donis (rechts) neben Eigengewächs Mattia Bottani stürmen. Mit Piccinocchi und Crnigoj hat Lugano neben Captain Rey ein talentiertes Mittelfeld. Hinten ist der Uruguayische Rückkehrer Malvino (einer der Schlüsselspieler beim Aufstieg letzte Saison) eine sichere Bank, welcher Lugano in der Rückrunde sicherlich helfen wird.

So sieht also die von Morselli erwartete Lugano-Aufstellung aus:

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Schönbi steht vor Operation – Happy-End wie bei Bellarabi?

Wie FCZ-Trainer Sami Hyypiä mitteilt, wird sich Marco Schönbächler in England einer Leistenoperation unterziehen. Der von Ex-Teamkollege Avi Rikan „Flügelflitzi“ genannte Zürcher war bereits zu Beginn der Woche bei einem Spezialisten im Mutterland des Fussballs. Schönbi sei sehr ehrgeizig gewesen, und wollte damals nach seiner Verletzung so schnell wie möglich wieder ins Team zurückkommen – es war aber zu früh. Jetzt ist die Sommervorbereitung das neue Ziel. Den noch offenen Kontingentsplatz wird voraussichtlich Moussa Koné einnehmen. Hyypiä erinnert sich, dass von seinen ehemaligen Spielern mit Karim Bellarabi ebenfalls ein schneller  Offensivmann ähnliche Leistenprobleme wie Schönbächler gehabt habe. Nach dessen Operation kam alles wieder gut, und Bellarabi wurde gar Deutscher Nationalspieler.

Luzern – FCZ 1:2 Highlights

Der FCZ startet in Luzern gut in die Partie und geht verdient durch einen Weitschuss von Anto Grgic in Führung. Mit einem Konter in der zweiten Halbzeit stellt Aleksandr Kerzhakov mit seinem ersten Pflichtspieltor für den FCZ auf 2:0 – beide Assists stammen von Franck Etoundi. Das Team von Sami Hyypiä zeigt eine solidarische und kämpferisch gute Defensivleistung, Luzern kommt erst zum Anschlusstor und zwei grossen Torchancen, als in der Schlussphase Débutant Leonardo Sanchez zwei Mal von Schiedsrichter Jaccotet mit Nasenbluten vom Platz geschickt wird.

FC Luzern – FC Zürich 1:2 (0:1)

Swissporarena – 10 119 Zuschauer – SR Jaccottet

Tore: 28. Grgic (Etoundi) 0:1, 73. Kerzhakov (Etoundi) 0:2, 90. Schachten (Jantscher) 1:2

Luzern: Zibung; Thiesson, Puljic, Rogulj, Lustenberger (38. Schachten); Haas (63. Frey), Affolter, Neumayr (63. Hyka); Christian Schneuwly, Marco Schneuwly, Jantscher

Zürich:
 Favre; Nef, Sanchez, Kecojevic; Brunner (62. Kleiber, 85. Sarr), Yapi, Grgic, Vinicius; Bua, Kerzhakov (78. Kukeli), Etoundi

Kilian Pagliuca – die neue Nummer 7 des FCZ

Der FC Zürich verpflichtet den Schweizer Junioren-Nationalstürmer Kilian Pagliuca. Dies macht der Spieler selbst auf seinem Twitter-Account und der Facebook-Page bekannt. Pagliuca ist ein grossgewachsener Forward, der aber auch spielerische Qualitäten mitbringt. Er hat in diesem Bereich – aber auch in körperlichen Belangen – Vorteile gegenüber seinem direkten Konkurrenten Aldin Turkes (2.Mannschaft).

Nach Turkes und Moussa Koné ist Pagliuca der dritte 19-jährige Stürmer, welcher Trainer Sami Hyypiä neben den beiden erfahrenen Kerzhakov und Etoundi zur Verfügung steht. Er unterschreibt seinen ersten Profivertrag bis 2020 und wird die Nummer 7 von Mario Gavranovic übernehmen. Der Stürmer stammt aus einem Genfer Vorort und hat sich die letzten dreieinhalb Jahre in der Organisation von Olympique Lyonnais entwickelt. Nach Maxime Dominguez und Kevin Bua ist er der dritte Genfer aus dem Servette-Nachwuchs im Team. Für Schweizer Juniorennationalteams hat Pagliuca in 30 Partien 10 Tore erzielt. Im Alter von 15 und 16 Jahren hat Pagliuca zudem zwei Jahre lang im SFV-Ausbildungszentrum in Payerne trainiert, und dort vor allem was Abschlussqualitäten betrifft, nach eigenem Bekunden viel von Stéphane Chapuisat profitiert.

Mit Lyon hat er die letzte Saison in der Reserve 11 Partien absolviert und stand davor mit den Junioren im Final um den prestigeträchtigen Coupe Gambardella (0:2 gegen Sochaux). Pagliuca wurde als eines der grössten Talente von Lyon betrachtet, an dem auch Napoli und ManU interessiert gewesen sein sollen. In den sozialen Netzwerken ist das Bedauern über seinen Abgang bei den Lyon-Fans zahlreich und gross. Wegen seines Alters und der Nationalität muss Pagliuca nicht auf die Kontingentsliste und könnte daher sofort eingesetzt werden.

Bild: @KilianPagliuca

Abschlusstraining: die „Alten“ machens vor, die Jungen ziehen nach

Züri Live guckt beim Abschlusstraining vor dem Luzern-Match durchs Schlüsselloch…

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Mätschli auf kleinem Raum – Alain Nef stürmt nach vorne – Christian Bösch hält den Dummy in Schach…

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Blickfang Leonardo Sanchez beim Abschluss – der Ball spricht Spanisch…

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Sonnenschein Moussa Koné steckt mit seiner Fröhlichkeit alle an – auch den gesperrten Philippe Koch – das Début des Senegalesen im FCZ-Dress könnte unmittelbar bevorstehen….

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 Bua, Dominguez, Koné,… – die Jungen blühen auf…

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Während der 19-jährige Koné Fröhlichkeit ausstrahlt, ist es bei Yapi in erster Linie Seriosität und Zielstrebigkeit – der Ivorer nimmt das Captain-Amt immer mehr an…

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Alleine auf dem Nebenplatz unterwegs: Artjom Simonyan. In einer kurzen Pause zwischen den Läufen meint der Mittelfeldspieler gegenüber Züri Live: „Am 20.Februar spielen wir an meinem Geburtstag in Lugano. Da will ich unbedingt dabei sein, und dem Team helfen. Aber wegen meinen Knieproblemen wird es eng.“

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Nach dem Training bleiben die Freistoss-Spezialisten Grgic und Kerzhakov für Schussübungen noch weiter auf dem Platz. Bei Grgic keine Seltenheit: wenn Simonyan gesund ist, übt er gerne mit diesem noch länger…

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Bereits während dem Training wurde auf den Abschluss viel Wert gelegt. Buff und Dominguez zeigten dabei viel Talent, Nef glänzte mit seinem im Training fast schon obligaten Seitfallziehertor. Es wurden drei Teams gebildet: die „Alten“ um Nef, Sanchez, Kukeli und Chiumiento erzielten am meisten Treffer vor den „Mittleren“ mit Buff, Koch, Etoundi und Co.. Gerade die erfahrenen Verteidiger überzeugen vor dem Tor mit Kaltblütigkeit und gutem Timing. Am schlechtesten schnitten die Jungen mit Dominguez, Grgic, Koné und Bua ab. Diese mussten sich dann anschliessend vom Rest „abschiessen“ lassen. Nicht auf dem Trainingsplatz dabei waren Marco Schönbächler, Armin Alesevic und Cabral. Auch die U21-Spieler Turkes und Janjicic waren nicht anwesend.

Kukeli zurück – Schönbis Saison zu Ende?

„Er nimmt Medikamente. Ich habe lange auf ihn gewartet, aber wir haben keine Zeit mehr.“ Aus FCZ-Trainer Sami Hyypiäs Worten wird ersichtlich, dass Marco Schönbächlers Super League-Saison aufgrund seiner Adduktorenprobleme wohl bereits in den nächsten Tagen vorbei sein wird, wenn nicht noch ein kleines Wunder passiert. Der ebenfalls schnelle, aber taktisch noch etwas unbedarfte Moussa Koné (19) aus dem Senegal steht Gewehr bei Fuss, um den letzten verbliebenen Kontingentsplatz im Kader von Hyypiä einzunehmen.

Koné hat in der Vorbereitung in der zweiten Halbzeit gegen den SV Ried über den rechten Flügel viel Dampf gemacht – in jener Halbzeit fiel auch das einzige Zürcher Tor der Testphase – allerdings durch einen Corner von der linken Seite. Der junge Senegalese kann sowohl im Sturm, wie auf der offensiven Aussenposition eingesetzt werden. Über diese habe seine Mannschaft gegen Sion zuwenig agiert, und speziell in Überzahl zu viel durch die Mitte machen wollen, meint Hyypiä beim Vorschaugespräch vor dem Auswärtsspiel in Luzern gegenüber den Medien am Freitag mittag.

Defensiv hat Hyypiä seine Mannschaft zum Rückrundenauftakt abgesehen von der Szene, die zum Gegentor geführt hat, „nicht schlecht“ gesehen. Dies trotz einer ziemlich offensiven Aufstellung auf Seiten des Letzigrund-Teams. Der Fehler von Cédric Brunner wurde dabei in der entscheidenden Szene des Sonntags im Mittelfeld durch einen Ballverlust beim Spiel durch die Mitte eingeleitet.

Wieder im Training zurück vor dem Duell in der Innerschweiz ist Burim Kukeli. Ob der Mittelfeldspieler aber bereits wieder für das Spiel bei seinem Ex-Klub in Frage kommt, ist noch offen.  Kerzhakov trainiert seit seiner Ankunft beim FCZ sehr gut, kann aber fitnesstechnisch immer noch etwas zulegen. Das gleiche gelte gemäss Hyypiä umso mehr für Davide Chiumiento, welcher „okay“ trainiere. Leonardo Sanchez bescheinigt der Finne einen grossen Willen, aber die fehlenden Sprachkenntnisse würden ihn daran hindern, eine Führungsrolle einnehmen zu können.  „Man kann nie genug Leader im Team haben“ meint Hyypiä zu diesem Thema: jeder müsse auf dem Platz selbst Verantwortung übernehmen, weil man auch im Training nicht alle möglichen Spielsituationen simulieren könne.

Philippe Koch wird am Sonntag in der Swissporarena gesperrt sein. Damit wird aus dem gegen Sion auf der Bank beginnenden Aussenverteidigerduo Vinicius/Kleiber sicherlich mindestens einer diesmal in der Startformation stehen. Die weiterhin mit der 1.Mannschaft trainierenden Spieler aus der U21 wie Janjicic oder Turkes haben gemäss Hyypiä ebenfalls Chancen, sich für den Kader gegen Luzern aufzudrängen.

FCZ – Sion 0:1 Highlights

FC Zürich – FC Sion 0:1 (0:0)

Letzigrund – 7776 Zuschauer – SR Hänni

Tor: 68. Konaté (Bia) 0:1

Zürich: Favre; Koch, Nef, Kecojevic, Brunner; Buff (87. Vinicius), Grgic, Yapi, Bua; Etoundi, Kerzhakov

Sion:
 Vanins; Vanczak, Lacroix, Ziegler, Pa Modou; Kouassi (57. Adao), Salatic, Fernandes; Bia (92. Gekas), Konaté (75. Itaperuna), Carlitos;

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