243. Derby: so könnten sie spielen

Nach dem sensationellen Rekord von letzter Saison mit fünf Derbysiegen, ist im ersten Derby der neuen Saison GC Favorit. Zwar hat es beim Team von Pierluigi Tami im Sommer einen Umbruch gegeben, die Offensive ist aber weitgehend zusammengeblieben und befindet sich bereits in einer starken Frühform vor allem auch mit einer beeindruckenden Effizienz. Beim Auftaktspiel in Thun war beim 5:3-Auswärtssieg in der ersten Halbzeit jeder Schuss ein Treffer. Verstärkt wird die bereits bisher gute Offensive bei Standards in der neuen Saison durch den kopfballstarken Marko Basic.  GC hat keine Verletzten zu beklagen, leicht fraglich ist höchstens Innenverteidiger Alexandre Barthe, welcher bisher den zurückgetretenen Stéphane Grichting noch nicht ganz ersetzen konnte. So könnte GC im 243.Derby auflaufen:

GC bei FCZ 1508

Elvedi, Rikan, Rodriguez und Etoundi haben den Klub gewechselt, Neuzugang Cabral ist gesperrt, Alesevic und Schönbächler sind weiterhin verletzt, Kukeli fraglich, Yapi und Kecojevic im Aufbau. Die Fragen, die sich Urs Meier und Massimo Rizzo vor dem Derby in Bezug auf die Aufstellung stellen, sind folgende:

1. Yassine Chikhaoui in der Startelf? 

– Bei all den Ausfällen von erfahrenen Spielern, wird die Versuchung sehr gross sein, wenigstens den Captain wieder von Beginn weg zu bringen – allerdings war der Tunesier am Donnerstag nach den 45 Minuten gegen Dinamo, in welchen er allerdings auch ziemlich viel gesprintet war, völlig platt. Als Joker könnte er im Derby sicherlich etwas bewegen. Es ist eine knifflige Entscheidung.

2. Welche Abwehrformation? 

Am wahrscheinlichsten ist, dass diese gleich aussehen wird, wie gegen Dinamo Minsk nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Kleiber – Nef und Djimsiti in der Mitte, Brunner rechts, Koch links.

3. Welches System? 

Bisher agierte der FCZ in dieser Saison im 4-3-3 bzw. 4-1-4-1. Aus personellen Gründen könnten gegen GC aber möglicherweise mit Sadiku und Gavranovic erstmals zwei zentrale Stürmer von Beginn weg auf dem Platz stehen. Allerdings wäre diese Variante sicherlich nicht ohne Risiko.

4. Einsatz der Jungen? 

Cédric Brunner gehörte gegen Dinamo zu den wenigen Lichtblicken und hat sicherlich gute Chancen auf die Startformation. Meier und Rizzo werden eher auf ihn setzen, als auf Leandro Di Gregorio, welchem noch etwas die Handlungsschnelligkeit auf Super League-Niveau abgeht. Bei einem Ausfall von Kukeli hat zudem Sangoné Sarr trotz noch gewisser taktischer Defizite gute Einsatzchancen von Beginn weg, und auf der linken Seite könnte der solide und vielseitige Simonyan für den zuletzt etwas aus dem Tritt geratenen Chermiti, welcher zudem möglicherweise als Sturm-Joker benötigt wird, beginnen.

FCZ vs GC 1508

 

Oleg Veretilo: „Chikhaoui vergisst man nicht mehr so schnell“

Interview mit Aussenverteidiger Oleg Veretilo (dinamo-minsk.by + zuerilive.ch)

War es schwer gegen den FCZ zu spielen?

Ja, natürlich, das ist eine gute Mannschaft. Aber wir haben einfach hinten organisiert gespielt, dazu hatten wir sowohl in der ersten, wie auch in der zweiten Halbzeit eine Torchance. Und wir haben das Tor gemacht. Danach haben wir kompakt und konsequent weiter gespielt.

Die Spieler des FCZ sagten, dass sie überrascht gewesen seien, dass Dinamo Minsk ein Pressing aufzieht (Anmerkung der Red.: dies war die Aussage von Simonyan – die anderen FCZ-Spieler haben gesagt, dass sie diesbezüglich nicht überrascht gewesen seien),  war dies geplant oder ist das im Spiel spontan entstanden?

Ja, der Trainer hat dies so angeordnet, dass wenn die gegnerischen Innenverteidiger den Ball auf die Seite spielen, wir ein Pressing aufziehen sollen, oder wenn sie zum Torhüter zurückspielen. Und wir haben das gemacht.

Das Spiel war offensichtlich anstrengend. Man sah, dass ihr nach dem Spiel sehr müde wart.

Ja, dieses Spiel war sehr anstrengend. Der FC Zürich hat die ganze Zeit attackiert, wir mussten viel verteidigen und versuchen, kompakt zu bleiben. Wir haben es gut gemacht, der Gegner kam kaum zu  Torchancen. Wir hätten vielleicht schon in der ersten Halbzeit die Führung erzielen können, aber es klappte nicht. 1:0 auswärts, das ist ein sehr gutes Resultat. In Brest werden wir so anders spielen können.

Der gegnerische Trainer hat an der Pressekonferenz die gute Arbeit der Dinamo-Verteidigungslinien gelobt. Fühlst du dich geschmeichelt?

Klar, ja, aber es ist auch wahr. Wir haben sehr gut gespielt. Der FCZ hat eine gute Equipe mit starken Individualisten. In der Pause wurde der Captain Chikhaoui eingewechselt – das ist ein Gegenspieler, den man nicht so schnell vergisst.

Hat dich etwas am Gegner überrascht?

Ich habe erwartet, dass es ein guter Gegner sein wird, kämpferisch stark – wie wir. In Brest wird es ebenfalls schwierig sein, gegen sie zu spielen.

Wie gross sind die Chancen für Dinamo nun nach dem Hinspiel, eine Runde weiterzukommen?

Die Chancen stehen nach dem ersten Spiel weiterhin Fifty-fifty.

Wie ist die Atmosphäre im Team vor dem Rückspiel? Du erinnerst dich sicherlich an die Atmosphäre im Stadion gegen Trabzonspor vor zwei Jahren (vor 7.500 Zuschauern in Brest, Endresultat: 0:1 – die Red.)…

Die Atmosphäre im Team ist natürlich gut. Und an das Spiel vor zwei Jahren kann ich mich natürlich erinnern. Ich hoffe, dass am Donnerstag die Leute ins Stadion kommen. Die Fussballanhänger in Brest sind gute Fans und sie sind mit unseren Supportern befreundet. Ich hoffe, dass sie uns unterstützen werden. Das Stadion wird wohl voll sein und die Zuschauer werden uns nach vorne treiben.

Totalausfälle: Cabral, Chermiti, Gavranovic

Im Gegensatz zu den Partien gegen YB und in Vaduz, wo der FCZ von Beginn weg das Szepter in die Hand nahm, liess die Körpersprache verschiedener Spieler zu Beginn der Partie gegen Dinamo Minsk nichts gutes erahnen. Im Endeffekt spielten einfach zu viele Akteure individuell schlecht oder waren gar Totalausfälle. Cabral agierte wie schon in einigen Testspielen wieder viel zu arrogant. Er verlangsamte das FCZ-Spiel, und es unterliefen ihm auch die entscheidenden Ballverluste, wie zum Beispiel vor dem Penalty, welcher zum Gegentor führte. Anstatt sich selbst zu verbessern versuchen, bemühte sich der Waadtländer, die eigenen Fehler zu kaschieren, indem er immer wieder gestenreich gegenüber Mitspielern, dem Schiedsrichter und dem Schicksal im allgemeinen reklamierte.

Chermiti waren schon in Vaduz zwei, drei gravierende Fehler unterlaufen – dort hatte er aber auch noch einige gute Szenen gehabt, welche diesmal gänzlich fehlten. Auch seine Standards waren von A bis Z ungenügend. Das Hands im eigenen Strafraum war nur ein Beispiel von verschiedenen unglücklichen Defensivaktionen zu Beginn dieser Saison. Sadiku war der Willen und das Bemühen auf keinen Fall abzusprechen, aber er agierte diesmal weitgehend glücklos, auch wenn er zumindest ein, zwei gute Szenen hatte. Dies konnte der eingewechselte Gavranovic nicht von sich behaupten: dem Tessiner versprang jeder Ball vom Fuss.  Gute Leistungen zeigten einzig Alain Nef und der eingewechselte Cédric Brunner, dazu mit Abstrichen Oliver Buff und Yassine Chikhaoui. Dies reicht natürlich in einem Mannschaftssport mit 11 Mann auf dem Platz nirgendwo hin.

FC Zürich – FC Dinamo Minsk 0:1 (0:0)

Letzigrund – 3587 Zuschauer – SR Hagen (Norwegen)

Tor: 63. Beciraj (Handspenalty) 0:1

Zürich: Brecher; Kleiber (12. Brunner), Nef, Djimsiti, Koch; Cabral; Schneuwly, Buff, Chiumiento (46. Chikhaoui), Chermiti (65. Gavranovic); Sadiku

Minsk: Gutor; Begunov, Politevich, Bangura, Veretilo; Adamovic (91. Vitus), Korzun, Korytko (75. Neacsa), El Monir (55. Tigorev); Rassadkin, Beciraj

Dinamo tritt siegesgewiss im Letzigrund an

Die Hürde Cherno More Varna war für Dinamo Minsk nicht so einfach, wie sie auf den ersten Blick aussah. Im Hinspiel in Bulgarien spielte hauptsächlich Cherno More und Dinamo war mit dem 1:1 gut bedient. Im Rückspiel profitierten die Weissrussen zudem von einer Gelb-Roten Karte gegen den Gegner kurz vor der Pause und starken Weitschusstoren von Korytko und Adamovic, zusätzlich zu den zwei Toren des zielstrebigen Stürmers Beqiraj, zum schlussendlich klaren 4:0 im Traktor-Stadion von Minsk.

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Der Serbische Trainer Vuk Rasovic, die Spieler und der mitgereiste Anhang sind aber sehr zuversichtlich, dass sie sich gegen den FC Zürich durchsetzen werden. Zwar wird die Qualität des FCZ durchaus anerkannt, aber von der eigenen ist man im Lager der Osteuropäer noch mehr überzeugt. Von mehreren Sommer-Neuzugängen werden Aussenverteidiger Roman Begunov (vom Lokalrivalen FC Minsk) und der bereits 36-jährige aber immer noch ziemlich vife zentrale Mittelfeldspieler Vladimir Korytko (von Shinnik Jaroslavl aus der Russischen Premier Liga) im Letzigrund in der Startaufstellung stehen. Am meisten aufpassen muss der FCZ sicherlich auf den ehemaligen Partizan-Stürmer Fatos Beqiraj.

Dinamo bei FCZ 1507

 

Der FCZ hat am Mittwoch Vormittag, als die Mannschaft und die Journalisten aus Minsk erst gerade zu Hause in den Flieger gestiegen waren, das Abschlusstraining mit anschliessender Pressekonferenz durchgeführt. Sie waren nicht happy, dass es von beidem keine Videoaufnahmen gab. Allerdings hätten sie vom launischen Höck in der Saalsporthalle, an welchem sich sich der „Tagi“ wie immer nicht für Fussball und den anstehenden Match, sondern nur für die Privatreisen von Yassine Chikhaoui interressierte, auch nicht allzu viel Informatives mitnehmen können. Es ist zu erwarten, dass der FCZ zu Saisonbeginn auf die sich immer besser einspielende Standardformation setzen wird. Allenfalls könnte Burim Kukeli ausfallen und durch Sangoné Sarr ersetzt werden.

FCZ vs Dinamo 1507

Chikhaoui hat übrigens die ganze Woche mittrainiert, und auch Gilles Yapi nimmt Schritt für Schritt an immer mehr Übungen teil. Auf einem Nebenplatz separat trainierte Ivan Kecojevic. Nicht am Abschlusstraining dabei waren Kukeli, Etoundi, Schönbächler und Alesevic. Etoundi soll aber trotz seiner Gelenkprobleme für das Aufeinandertreffen mit Dinamo ready sein.

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