Reden ist Silber…

FCZ-Trainer Sami Hyypiä verlangt von seinen Spielern, auf dem Feld viel mehr miteinander zu kommunizieren. In Thun haben dies die Spieler tatsächlich beherzigt und umgesetzt. Es wurde untereinander so viel gesprochen und dirigiert, wie selten zuvor. Die Spieler scheint dies aber eher aus dem Konzept gebracht zu haben. Hauptsächlich wird dem Mitspieler angezeigt, welchen Spieler er decken soll im Sinne von „Nimmen Du…“, dabei verpennt der dirigierende Spieler in der Regel gleichzeitig aber seine eigene Aufgabe.

1510 Thun FCZ 11 buess

1510 Thun FCZ 21 Buess

1510 Thun FCZ 31 Buess

 

1510 Thun FCZ 41 Schirinzi 2

1510 Thun - FCZ 51 Munsy

David Zibung bringt Luzern gegen stärkeren FCZ auf die Siegerstrasse

Zur Pause war beim FCZ die Hoffnung gross auf eine Wende zu positiven Resultaten: die Leistung war gut, vergleichbar mit dem Auswärtssieg in St.Gallen – es wurde gekämpft und gespielt, und Chancen erarbeitet – bei 10:5 Abschlüssen und 8:0 Eckbällen. Der sich zur Zeit in hervorragender Verfassung befindliche David Zibung machte aber die Zürcher Topchancen zunichte. Schon in der ersten Halbzeit deuteten zudem Dario Lezcano und Jakob Jantscher in den wenigen Luzerner Offensivszenen an, dass sie bei FCZ-Abwehrschnitzern sofort bereit sind, zuzuschlagen, was sie in der zweiten Halbzeit dann auch taten.

Zuerst erzielte Christian Schneuwly allerdings mit einem herrlichen Treffer aus spitzem Winkel die Zürcher Führung. Der Flügelspieler profitierte dabei von der kurzzeitigen Verwirrung in der Luzerner Defensive, weil der FCZ in der Pause von einem 4-4-2 auf ein risikovolles 3-4-3 umgestellt hatte. Nach der Führung kehrte dann der FCZ sofort wieder zu der stabileren Formation mit vier Verteidigern zurück.

Aber auch die beste Taktik hilft nichts, wenn sich individuelle Fehler einschleichen. Der im Vergleich mit Gegenüber Zibung unerfahrenere Zürcher Keeper Yanick Brecher agierte vor beiden Penaltyszenen zum 1:2 und 2:3 nicht gut, und am Ende konterten die Gäste den in Unterzahl spielenden FCZ dann noch aus. Zwischenzeitlich hatte Sadiku einen Freistoss von Anto Grgic in Unterzahl wohl noch leicht berührt, und zum 2:2 ins Netz gelenkt.

Die Highlights der Partie bei Züri Live:

FC Zürich – FC Luzern 2:5 (0:0)

Letzigrund – 7621 Zuschauer – SR Klossner

Tore: 50. Christian Schneuwly 1:0, 57. Jantscher 1:1, 73. Lezcano (Handspenalty) 1:2, 84. Sadiku 2:2, 86. Lezcano (Foulpenalty) 2:3, 89. Kryeziu 2:4, 94. Lezcano 2:5

Zürich: Brecher; Koch, Nef, Kukeli, Djimsiti; Christian Schneuwly (76. Simonyan), Cabral, Grgic, Bua; Buff (73. Gavranovic); Etoundi (81. Sadiku)

Luzern: Zibung; Thiesson, Affolter, Puljic, Lustenberger; Fandrich (66. Hyka), Freuler, Kryeziu, Jantscher (90. Schachten); Marco Schneuwly (87. Basha),  Lezcano

Saisonvorschau, Teil 4: die Hintermannschaft

Wie sieht die Situation in den einzelnen Mannschaftsteilen Tage vor dem Saisonstart aus?

Tor

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Der FCZ geht den gleichen Weg wie YB und setzt seit dem Frühling auf U21-Nationalkeeper Yanick Brecher (ein Jahr älter als Yvon Mvogo), allerdings mit einem etwas abrupterem Übergang auf der Nummer 1-Position. Nummer 2 bleibt der erfahrene Anthony Favre, womit der sehr gut ausgebildete Andres Malloth, welcher durchaus mit Brecher vergleichbare Qualitäten mitbringt, einen neuen Klub suchen muss. Allzu stark gefordert wurde Yanick Brecher in den Vorbereitungsspielen nicht.

Fazit: Die Defizite Brechers, welche dieser letzten Herbst auch schon beim FC Wil offenbart hatte, sind noch nicht verschwunden. Gerade bei Flankenbällen hat der junge Zürcher noch grosses Steigerungspotential, und wird seine Fortschritte erstmals beim Saisonauftakt gegen die bei Flanken sehr starken Young Boys unter Beweis stellen können.

 
Verteidigung

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Letzte Saison kam der FCZ mit insgesamt vier Verteidigern praktisch durch die ganze Saison. Berat Djimsiti, Philippe Koch, Alain Nef und Ivan Kecojevic spielten in der Liga 87% der Spielzeit aller Abwehrspieler. Dazu kam mit 10% als erste Ergänzung Nico Elvedi, welcher einen Teil seiner Einsätze allerdings im Mittelfeld hatte.  Nur wenig zum Einsatz kamen Mike Kleiber (194 Minuten) und Armin Alesevic (69 Minuten). Im Cup spielte zudem Fabio Schmid noch 19 Minuten. Raphael Koch war die ganze Saison hindurch verletzt.

Die glorreichen Vier Djimsiti, Koch, Nef und Kecojevic sind weiterhin dabei, allerdings ist Kecojevic zur Zeit verletzt, und konnte auch kein Vorbereitungsspiel bestreiten. Auf der Innenverteidigerposition wurde in der Vorbereitung denn auch fleissig getestet – nicht weniger als 6 Spieler wurden in vier Testpartien auf dieser Position eingesetzt: Nef, Cédric Brunner, Grgic, Sarr, Djimsiti und Kukeli.  Ausserdem befindet sich der aus der Servette-Jugend stammende Gensérix Kusunga zur Zeit noch im Test.

Fazit: In Abwesenheit von Kecojevic ist der spielstarke Stratege Kukeli Favorit auf die Position neben dem letzte Saison soliden Alain Nef und wäre eine ideale Ergänzung, zumal er auf dieser Position schon letzte Saison mehrmals eingesetzt worden war. Sarr ist eine weitere gute Option und auch Djimsiti kann im Zentrum spielen. Elvedi wäre im Vergleich zum Saisonbeginn vor Jahresfrist als Stammspieler eine echte Verstärkung für die Innenverteidigung gewesen, extern einen Spieler von dieser Qualität zu finden, ist hingegen schwierig.

Sion – FCZ 1:2 / erster Sieg nach 8 Wochen / Statistik, Noten, Analysen

Statistik:

Tore: Rikan (2)

Torchancen: 5  – Etoundi (2), Kecojevic, Chiumiento, Rikan

Vorlagen: Chiumiento (2), Schneuwly (2), Rodriguez (2), Etoundi

Top-Aktionen: 12 – Rodriguez (3), Brecher (3), Buff (2), Etoundi, P.Koch, Schneuwly, Djimsiti

Noten (Skala 1-10):

Präsenz: 5

Spielfreude: 7

1 vs. 1: 5

Solidarität: 6

Zielstrebigkeit: 6

Standards: 7

Best Player: Yanick Brecher

Brecher (8); Djimsiti (6), Nef (7), Kecojevic (5), P.Koch (4) (63. Kleiber (5)); Schneuwly (7), Buff (6), Rikan (5), Rodriguez (7) (85. Elvedi (6)); Chiumiento (6) (76. Chermiti (4)), Etoundi (5). (4-4-2)

Davide Mariani: „Cupsieg schönster Tag meines Lebens“

Davide Mariani, das ist 12 Jahre FCZ, gefolgt vom aktuell ersten Jahr in der Fremde, ausgeliehen nach Schaffhausen in die Challenge League. Der Stadtzürcher für den es „immer nur den FCZ“ gab, stand im Alter von 12 Jahren in der Südkurve, als es weniger Pyro, dafür häufiger ab und zu mal eine „Schlegi“ gab. Nach dem Treffen in Baulmes nach dem Match gegen Le Mont (3:0 für Schaffhausen, Tor zum 1:0 durch einen anderen ehemaligen FCZ-Junior, André Gonçalves),  folgte Davide spontan der Einladung am Folgetag nach Basel in den St.Jakob Park, um die FCZ-Teamkollegen zu verfolgen. Dass Davide trotz aktuellem Fokus auf Schaffhausen diese weiterhin als Teamkollegen sieht, hört man unter anderem daran, dass er weiterhin häufig von „wir“ spricht.

Schade, war Mariani nur auf der Medientribüne und nicht auf dem Platz dabei, denn der FCB liegt dem Offensivspieler offensichtlich – sowohl gegen die Profis, wie auch gegen die Basler U21 hat er eine positive Bilanz, und hat in der Super League gegen die Rotblauen schon zwei Mal einen Penalty herausgeholt, wovon einer verwertet werden konnte. Der Cupsieg im Wankdorf im letzten Frühling bezeichnet Mariani, welcher damals in der 86.Minute für Oliver Buff eingewechselt worden war, als bisher schönsten Tag seines Lebens.

Sich in der anspruchsvollen Challenge League zu etablieren, war für Mariani trotz seiner Super League-Erfahrung nicht einfach. In den letzten Partien gelang ihm dies aber zunehmend besser. In den Ausschnitten aus den ausführlichen Gesprächen in Baulmes und Basel ebenfalls zu hören ist, in welcher Statistik Mariani aktuell beim FC Schaffhausen vorne liegt, was speziell an der Challenge League ist, mit welchen FCZ-Teamkollegen er am meisten Kontakt hält, seine Einschätzung der aktuellen Saison des FCZ, und was er von Yannick Brecher, Shkelzen Gashi oder Davide Callà hält.

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