Nach einem Viertel der Saison liegt der FCZ in der Nationalliga A mit einem Spiel und drei Punkten weniger als Leader Servette Chênois auf dem Dritten Platz. Dazwischen platziert sich der FC Basel. Dieses Spitzentrio vermochte sich zuletzt vom Rest der Liga etwas abzusetzen und könnte durchaus bis Ende Saison einen Dreikampf um den Titel führen, auch wenn man den FC Luzern wohl noch nicht abschreiben sollte. Das aufgrund vieler Wechsel traditionsgemäss mässig startende Lugano wäre wohl im Verlauf der Saison ebenfalls Teil dieser Spitzengruppe geworden, aber das Migrationsamt des Kantons Tessin verbot überraschend den aus dem College-Fussball stammenden Amerikanischen Austauschstudentinnen (Nicht EU-Ausländerinnen) nach drei Jahren der Duldung, weiter ohne Arbeitserlaubnis in der Nationalliga A zu spielen, da diese von den Tessiner Behörden als „Profiliga“ beziehungsweise Leistungssport eingestuft wurde. Dies nur wenige Tage nach dem bisherigen Höhepunkt des Tessiner Frauenfussballs, den beiden Champions League-Sechzehntelfinalpartien gegen Manchester City.

Die spielerische Entwicklung unter dem neuen FCZ-Trainer Ivan Dal Santo (in der Saison 03/04 Teamkollege von Dani Gygax, Blerim Dzemaili, Alain Nef, Alhassane Keita, Iulian Filipescu und Co.) ist gut. Die erfahrene Martina Moser gibt mit ihren spielerischen Qualitäten den Takt vor. Die Direktkombinationen über mehrere Stationen sorgen immer wieder für attraktive Momente im Spiel. Das Zentrale Mittelfeld bilden mit Moser die aufblühende Cinzia Zehnder auf der Sechserpositon und die proaktive Vanesa Hoti, die sich seit ihrem Sommertransfer von der Basler Ersatzbank in relativ kurzer Zeit gut entwickelt hat. Fabienne Humm liegt hinter der Luzernerin Irina Pando (-Brütsch) mit acht Treffern an zweiter Stelle der Torschützenliste und hat damit aktuell eine bessere Trefferquote als in den letzten Saisons aufzuweisen.

Barla Deplazes wird nach ihrer längeren Verletzung zur Zeit vorwiegend als Joker eingesetzt und Meriame Terchoun ist noch einiges von einem Comeback entfernt. Dementsprechend erhalten junge Spielerinnen wie Seraina Piubel, Kim Dubs, Lydia Andrade oder als Joker auch Ella Ljustina ihre Einsatzchancen im Dreiersturm. Die kampfstarke Lorena Baumann hat sich rechts hinten zu einer wichtigen Teamstütze entwickelt und auch Julia Stierli auf links wird immer konstanter. Eine leichte Schwachstelle hat der FCZ in der Innenverteidigung, wo Rahel Moser und Riana Fischer gegen starke Mittelstürmerinnen im Antritt oder auch bei hohen Bällen an ihre Grenzen stossen. Aussergewöhnlich hingegen Goalkeeperin Livia Peng, die mit 17 Jahren neben ihrer besseren technischen Ausbildung auch häufiger die richtige Entscheidung trifft, als beispielsweise Nationaltorhüterin Gaëlle Thalmann.

Servette Chênois hat gemäss dem Schweizer Frauenfussballmedium „abseits.ch“ als einziges Nationalliga A-Team beim Verband Profispielerinnen angemeldet und zwar gleich acht. Und tatsächlich sind die Genferinnen das am ambitioniertesten zusammengestellte Team. Hugo Kostezer, Trainer des NLB-Teams Rot-Schwarz Thun, vermutet ebenfalls auf „abseits.ch“, dass die Sportliche Leitung der Calvinstädterinnen in der Winterpause im Hinblick auf den Titelkampf diesbezüglich gar noch nachlegen könnte. Eine etwas gegenteilige Entwicklung nimmt der FC Basel. Das dank langjähriger Champions League-Einnahmen der Profis am besten alimentierte Frauenteam der Schweiz hat trotz weiterhin hoher Ambitionen eine Verjüngungskur vorgenommen – und ist vielleicht gerade deshalb aktuell so gut unterwegs wie schon lange nicht mehr.

Exemplarisch für die neue Strategie steht die 18-jährige Deutsche Juniorennationalstürmerin Ivana Fuso, die im Vergleich beispielsweise zur aus Basel abgewanderten langjährigen Bayern-Mittelfeldspielerin Nicole Banecki (31)  deutlich mehr Wirkung entfaltet. Zu den mit 24 Jahren bereits älteren Spielerinnen in der Stammformation gehört die nach drei Jahren aus Therwil (Nationalliga B) zurückgekehrte Andrea, jüngere Schwester von U18-Trainer Alex Frei. Innert kürzester Zeit zu einer Leistungsträgerin geworden ist die erst 16-jährige Riola Xhemaili, welche letzte Saison vorwiegend unter Giuseppe Morello bei den U15-Jungs eingesetzt worden ist.

Das FCZ-Pendant zu Xhemaili heisst Anna Matsushita. Die Zürcher Mittelfeldspielerin ist gar erst 15 und kam im September-Derby im GC Campus von Beginn weg zum Einsatz. Auch sie spielte letzte Saison häufig mit den Academy-Jungs, profitierte bei ihrem NLA-Einsatz allerdings auch von der Rotation von Trainer Dal Santo in den Englischen Wochen rund um die Champions League-Spiele gegen den FK Minsk. In diesem Sechzehntelfinal ist der FCZ bekanntlich mit zwei Niederlagen (0:1 auswärts und 1:3 vor eher konservativ gezählten 2’700 Zuschauern im Letzigrund, darunter die komplette Academy inklusive U21) gegen den Weissrussischen Serienmeister ausgeschieden.

Das Hinspiel in Minsk wurde von den Zürcherinnen dabei etwas verschlafen und ein mögliches Auswärtstor verpasst. Im Rückspiel zeigten sie hingegen eine starke Leistung und waren das bessere Team. Für den Unterschied zwischen den beiden Mannschaften sorgte schlussendlich mit Emueje Ogbiagbevha eine einzelne Spielerin, die drei Minsker Tore selber ezielte und zum vierten die entscheidende Vorarbeit lieferte. Mit ihrer an einen männlichen Profistürmer erinnernden Wucht war sie bei ihren Einzelaktionen von den FCZ-Verteidigerinnen nicht mehr einzufangen, wenn sie einmal Fahrt aufgenommen hatte.

Nach der bitteren Niederlage vor heimischem Publikum äusserten sich Seraina Piubel und Martina Moser bei Züri Live folgendermassen:

 

Frage zum Spiel: Ist die Fleischposition im Sandwich zwischen zwei YB-Champions League Playoffpartien ein Vorteil für den FCZ?

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Ende Mai und Juni ist die schönste Zeit der Schweizer Fussballsaison, denn es geht bei den Junioren um die Wurst. Der Blue Stars / FIFA Youth Cup auf der Buchlern findet neu Donnerstag / Freitag statt und der FCZ ist sowohl bei den jungen Männern (Partien können im Züri Live-Ticker über Twitter oder auf der Webpage verfolgt werden) wie Frauen wieder am Start! Der Spielplan sieht folgendermassen aus:

Donnerstag 30.5.

10:00 Internazionale – FCZ Frauen

11:40 SL Benfica – FCZ

12:40 FCZ Frauen – YB

14:20 PAOK – FCZ

18:05 Halbfinals Frauen

18:55 FCZ – Seattle

Freitag 31.5.

ab 12:05 Finalspiele Frauen

13:50 FCZ – Basel

ab 15:40 Finalspiele Männer

Eine spezielle Situation ergibt sich für die Planung des Turniers für den FCZ dieses Jahr, weil die U18, welche normalerweise die Basis der Turnier-Equipe des FCZ stellt, genau 24 Stunden nach dem Duell mit dem FC Basel auf der Buchlern im Heerenschürli im Playoff-Viertelfinalrückspiel (Hinspiel 0:1) auf den gleichen Gegner trifft! Sowohl für die Equipe von Massimo Rizzo wie für diejenige von Alex Frei stellt sich somit die Frage, ob speziell für den Freitag überhaupt Stammspieler an die Turnier-Equipe abgestellt werden sollen. Spielerisch und taktisch war in der ersten Begegnung am Sonntag im FCB-Campus St. Jakob der FCZ die bessere Equipe gewesen, vermochte aber daraus im Abschluss keinen Vorteil zu erzielen. Bereits im Cup war man gegen den gleichen Gegner als bessere Mannschaft im April im Penaltyschiessen ausgeschieden.

Gleichzeitig mit der U18 spielt am Samstag im Heerenschürli die U16  nach dem erfolgreichen Viertelfinal gegen YB das Playoff Halbfinal-Hinspiel gegen Meisterschaftsdominator Luzern. Dies wird für das sich im Verlauf der Saison steigernde Team von Daniel Gygax gleichzeitig auch der Gegner im Cupfinal vom 22. Juni sein. Am späteren Nachmittag laden dann die Double-Siegerinnen FCZ Frauen zum Abschluss ihrer erfolgreichen Saison und letzten Spiel von Trainer Andy Ladner ins Letzigrund gegen Cupfinalgegner YB. Auf diesen haben die Zürcherinnen in der Tabelle 58 (!) Punkte Vorsprung. Auch der erste Verfolger und Champions League-Qualifikationsteilnehmer Lugano liegt 28 Punkte zurück. Wie bei YB bei den Männern verteilen sich die Zürcher Tore auf viele erfolgreiche Torschützinnen. Die beste Zürcher Skorerin Fabienne Humm liegt daher vor der letzten Runde gleichauf mit der Lugano-Amerikanerin Cara Curtin mit 16 Treffern ein Tor hinter dem Führungstrio Brütsch (Luzern), Maksuti (Lugano) und Sarrasin (Servette, je 17 Treffer) und hat damit vor der letzten Partie noch realistische Chancen auf einen erneuten Gewinn der Torjägerkrone.

Samstag 1.6.

14:00 Heerenschürli: FCZ U18 – Basel (Viertelfinal-Rückspiel, Hinspiel 0:1)

14:00 Heerenschürli: FCZ U16 – Luzern (Halbfinal-Hinspiel)

14:00 Heerenschürli: FCZ U15 – Sion (Klassierungsrunde)

17:00 Letzigrund: FCZ Frauen – YB  (28. Runde)

Fabienne Humm steht in ihrer 10. Saison als Leistungsträgerin der FCZ Frauen, agiert neu meist von der Flügelposition aus, ist aber trotzdem auch diese Saison in der Meisterschaft mit 10 Treffern bisher die beste Torschützin ihres ausgeglichen besetzten Teams. Nachdem die NLA-Meisterschaft in den letzten Jahren zumindest an der Spitze meist hart umkämpft war, haben die FCZ Frauen diese Saison unter dem neuen Trainer Andy Ladner einen Zacken zugelegt und führen in „YB-Manier“ souverän die Tabelle an und werden den Meistertitel wohl ebenfalls schon zu Beginn des letzten Saisonviertels feiern können. Und sogar das Double ist erneut möglich! Zur Einstimmung des heutigen Cupfinals gegen die YB Frauen hier zum Nachhören das Züri Live-Interview mit Fabienne Humm in der Pause des Super League-Derbies im Letzigrund zu Beginn der Rückrunde:

Drei Tage nach dem Champions League-Achtelfinalhinspiel gegen Bayern München im Letzigrund trifft Innenverteidigerin Caroline Abbé im Spitzenspiel bei Lugano per Kopf zum wichtigen 1:0. Der FCZ besiegt den aktuell härtesten Verfolger auswärts mit 2:1 und behält in der Meisterschaft nach sechs Spielen eine Weisse Weste. Letzte Saison hatte der FCZ das mit vielen nordamerikanischen Spielerinnen gespickte Lugano im Cupfinal erst in der Verlängerung bezwingen können. Im Cup-Viertelfinal vom 24./25. November trifft das Team von Trainer Andy Ladner im Heerenschürli nun wieder auf denselben Gegner!

Abbé hatte zuvor bereits gegen ihren Ex-Klub Bayern München eine überdurchschnittlich gute Leistung an den Tag gelegt. Diese Begegnung mit alten Kameradinnen hat die Genferin offensichtlich beflügelt. Ebenfalls stark spielte Aussenverteidigerin Lorena Baumann, die es wie keine andere schaffte, im internationalen Wettkampfspirit den Gegenspielerinnen richtiggehend auf die Nerven zu gehen und gleichzeitig nach vorne effektiv zu agieren. Das Resultat von 0:2 widerspiegelt in etwa das Gezeigte auf dem Feld gegen keineswegs brillante Bayern, die es bisher in der Champions League noch nie über die Viertelfinals hinausgeschafft haben. Dass Bayern-Torfrau Manuela Zinsberger nie ernsthaft eingreifen musste, lag vor allem am auf diesem Niveau individuell zu wenig soliden Zürcher Zentrum mit Coumba Sow, Cinzia Zehnder und Lesley Ramseier, welches die Partie nicht in den Griff bekam. Speziell USA-Rückkehrerin Sow schien in dieser Partie an gewisse Grenzen zu stossen. Taktisch zeigte die ganze Mannschaft allerdings eine äusserst reife und disziplinierte Leistung, die nur deshalb nicht belohnt wurde, weil im Endeffekt zu wenige Spielerinnen individuell ihr Topniveau erreichten.

Im Rückspiel in einer Woche im Bayern Campus wird die Zuschauerzahl deutlich tiefer sein, als die 4’300 Fans, die offiziell das Hinspiel im Letzigrund verfolgten (tatsächlich waren es wohl über 6’000). Natürlich ist die Chance auf ein Weiterkommen sehr klein, aber die Hoffnung bleibt. So hat der FCZ beispielsweise mit Malin Gut eine Standardschützin, die gefährliche Bälle in den gegnerischen Strafraum schlagen kann, und die spielerischen Qualitäten der im Hinspiel   eingewechselten Martina Moser könnten bei Gegnern ebenfalls für Unruhe sorgen. Gelingt es, den 1:0-Führungstreffer zu erzielen, ist die Chance auf eine erstmalige Viertelfinalqualifikation wieder da.

In der Meisterschaft hatte der mit einzelnen Profispielerinnen aus Südamerika verstärkte Aufsteiger Servette Chênois einen Blitzstart hingelegt, ist aber mittlerweile nach der Cupniederlage beim unterklassigen St. Gallen-Staad und der 0:7-Klatsche am Wochenende in Luzern zwischenzeitlich urplötzlich eingebrochen. Lugano entwickelt sich konstant und steigert sich von Saison zu Saison, wohingegen das auch heute noch sehr prominent bestückte und gut ausgestattete Basel weiterhin Rätsel aufgibt. YB hatte viele Abgänge zu verkraften, bringt aber trotzdem auch diese Saison eine Truppe mit viel Talent auf den Rasen, die sich im Verlaufe der Saison wohl noch steigern wird. Nicht zu unterschätzen sind die Luzernerinnen, die zwar den Abgang von Shooting Star Géraldine Reuteler verzeichnen mussten, insgesamt aber trotzdem in grossen Teilen ihre Mannschaft zusammenhalten konnten. GC kommt trotz drei, vier sehr talentierten Spielerinnen um Nationalstürmerin Caroline Müller noch nicht richtig in die Gänge und Yverdon wird wohl wie jede Saison gegen den Abstieg kämpfen müssen.

Die FCZ Frauen haben sich am Donnerstag nach dem 1:0-Hinspielsieg mit einem 5:1 vor über 3’000 Fans im Letzigrund resultatmässig souverän gegen den Finnischen FC Honka für den Champions League-Achtelfinal qualifiziert. Flügelspielerin Fabienne Humm zeigte sich in bester Verfassung und steuerte drei Tore bei, dazu trafen Martina Moser mit einem umstrittenen Penalty und USA-Rückkehrerin Coumba Sow. Honka war nicht so stark unterlegen, wie es das Resultat glauben macht, aber die Zürcherinnen konnten sich unter anderem auch auf U19-Nationalkeeperin Elvira Herzog zwischen den Pfosten verlassen. Hier die Eindrücke vom Donnerstagabend aus dem Letzigrund in der Konferenzschaltung auf Züri Live:

Auf jeden Fall macht das Team des neuen Trainers Andy Ladner einen besseren Eindruck, als noch letzte Saison, als man in diesem Stadium des Wettbewerbs gegen die Litauerinnen von Gintra Universitetas ausschied. Dieser letztjährige Gegner im diesjährigen Wettbewerb von Slavia Prag mit dem Gesamtskore von 7:0 weggefegt worden. Das Serbische Team Spartak Subotica, welches den zweiten Schweizer Champions League-Teilnehmer Basel in der Qualifikation gleich mit 5:0 nach Hause geschickt hatte, musste die Überlegenheit von Bayern München bei einem Gesamtskore von 0:11 überdeutlich anerkennen.

Am Sonntag haben die FCZ Frauen nachgelegt und das Derby gegen GC auswärts mit 3:0 für sich entscheiden können. Das Heerenschürli-Team liegt nach fünf Runden verlustpunktlos an der Spitze. Die ersten Verfolgerinnen sind zur Zeit der letztjährige Cupfinalist Lugano und Aufsteiger Servette Chênois.

Heute findet um 13h die Auslosung der Champions League-Achtelfinals statt. In dieser Runde, sind die FCZ Frauen im Gegensatz zum Sechzehntelfinal nun ungesetzt und gegen jeden der möglichen acht Gegner in der Herausforderer-Rolle:

  • Olympique de Lyonnais, die „Weltauswahl“ und das Nonplusultra des Frauenfussballs, gegen welches die FCZ Frauen vor zwei Jahren im Champions League-Achtelfinal trotz einer ordentlichen Leistung mit dem Gesamtskore von 0:17 untergingen
  • Vfl Wolfsburg, die klare Nummer 2 des Europäischen Frauenfussballs, ebenfalls ein Weltklasseteam mit unter anderem zwei Schweizerinnen: der wiedererstarkten Lara Dickenmann (Tochter des ehemaligen FCZ-Spielers Urs Dickenmann) und Noëlle Maritz (beide auch selbst ehemalige FCZ-Spielerinnen)
  • Paris St-Germain, ein weiteres Europäisches Spitzenteam – mit zwei Champions League-Finalteilnahmen und einem Dauerabo auf den 2. Platz in der Französischen Liga
  • FC Barcelona – gegen diesen Gegner stellten die FCZ Frauen vor fünf Jahren mit 7’300 Zuschauern im Letzigrund einen Rekord für den Schweizer Frauenfussball auf – auch im internationalen Vergleich respektabel: selbst von den europäischen Spitzenteams haben nicht alle schon mal zu Hause vor so vielen Fans gespielt. Die Zürcherinnen schieden damals mit dem Gesamtskore von 1:6 im Champions League-Achtelfinal aus, wobei das Resultat etwas zu deutlich ausfiel. Mittlerweile sind die Spanierinnen aber nicht mehr nur im Juniorenbereich europäische Spitze, sondern sie werden es immer mehr auch bei den  Erwachsenen. Barcelona hat zudem einige internationale Topspielerinnen wie Andressa, Elise Bussaglia oder der Best Player der EM 2017, Lieke Martens, dazuverpflichtet, was die Ambitionen der Katalaninnen unterstreicht
  • FC Rosengard, ehemaliger Klub der Schweizer Nationalstürmerin Ramona Bachmann und benannt nach dem Stadtquartier in Malmö, aus welchem Zlatan Ibrahimovic stammt. Die Schwedinnen wollen die Champions League mit drei Altstars rocken, die beweisen wollen, dass sie mit den jungen Topspielerinnen immer noch mithalten können: Lotta Schelin, Caroline Seger und Anja Mittag.
  • Bayern – diese Mannschaft kennen die Spielerinnen des FCZ gut, ist das alljährliche Testspiel im Sommer gegen das deutsche Spitzenteam doch zur Tradition geworden, von welcher beide Seiten profitieren. Im August dieses Jahres gab es diesmal im Rahmen des „Womens Cup“ in Hägendorf eine 1:5-Niederlage gegen den Deutschen Meister von 2015 und 2016, der im europäischen Wettbewerb immer noch auf den grossen Durchbruch wartet
  • Chelsea. Die englischen Teams sind ambitioniert. Letzte Saison konnte Chelsea erstmals mit Bayern und Montpellier ein deutsches und ein französisches Team aus dem Weg räumen, bevor man im Halbfinal an Wolfsburg scheiterte. Die Chelsea-Frauen profitieren von den durch ihre männlichen Kollegen für den Klub erwirtschafteten Premier League- und Champions League-Geldern (CHF 20 Millionen Gewinn, 460 Millionen Umsatz im Jahr 2017). So kommt die Schweizer Nationalstürmerin Ramona Bachmann auf Jahreseinnahmen, von denen mancher in der Schweiz bei einem kleineren Klub engagierte Fussballprofi nur träumen kann…
  • Brøndby. Der Vizemeister aus dem Land des Vizeuropameisters hat vor drei Jahren den Champions League-Halbfinal erreicht und sich im Sechzehntelfinal mit dem Gesamtskore von 3:2 gegen den Italienischen Meister Juventus durchgesetzt

Am Mittwoch beginnt in Wohlen und Biel die U19-EM der Frauen. Die Schweizerinnen treffen dabei unter anderem auf die beiden letztjährigen Finalistinnen Spanien (Titelverteidiger) und Frankreich. Die jungen Schweizer Talente haben grosse Hoffnungen für das Turnier. Die Teamleaderinnen Reuteler und Lehmann haben vor drei Jahren auf U17-Stufe den EM-Final erreicht. Die Akteurinnen mit dem Schweizer Kreuz auf der Brust befinden sich aber auch individuell in einer entscheidenden Phase ihrer Fussballkarriere. Mit Fiona Flühler, Alicia Haller und Chantal Wyser werden drei von ihnen durch die Agentur Fairygoals unterstützt. Michi Lendi erläutert im Interview mit Züri Live, wie er und seine Kollegen diese ausgewählten Talente in ihrer Karriereplanung, persönlichen Entwicklung und bei Transfers betreuen:

 

Am Ende schafften es die FCZ Frauen sowohl in Meisterschaft wie im Cup als Erste über die Ziellinie – und feierten in der Saison 2017/18 das zehnte Double (fünf davon in den letzten sieben Spielzeiten!). Die Frauen und Männer holten also zusammen 2017/18 drei von vier möglichen Schweizer Titel an die Limmat. Züri Live übertrug auch in der abgelaufenen Saison zwei Partien der FCZ Frauen live – neben dem Champions League-Heimspiel gegen Gintras Universitetas im Letzigrund war dies der Cupfinal gegen Lugano in der Bieler Tissot Arena mit Expertin Meri Terchoun, welche nach dem Schlusspfiff mit Medaille um den Hals auf dem Siegerphoto präsent war. Dies nachdem ihre Teamkolleginnen bei intensiver Sonneneinstrahlung in einer mässigen Partie sehr viel Mühe bekundeten, Gegner Lugano in Schwierigkeiten zu bringen.

Spitzenteams werden in 8-er Liga mehr gefordert

Der Knoten konnte erst mit der Einwechslung der mit 22 Jahren schon sehr erfahrenen Offensivspielerin Barla Deplazes etwas gelöst werden. Spielerisch, im Eins-gegen-eins und mit dem Rücken zum gegnerischen Tor macht abgesehen von Ramona Bachmann kaum eine Schweizer Spielerin Deplazes etwas vor. Nach ihrer Vorarbeit erzielte die im gegnerischen Strafraum dank ihrem Torriecher und ihrer Reichweite immer wieder erfolgreiche Verteidigerin Julia Stierli in der Verlängerung schlussendlich das entscheidende Tor. Das Spiel wurde von SRF live im TV übertragen, die Zuschauerkulisse vor Ort war aber enttäuschend. Hätte der FCZ nicht seine ganze Frauenabteilung inklusive Juniorinnen im Reisecar nach Biel verfrachtet, wären die Tribünen fast ganz leer gewesen.

Mehr als zwei Drittel der 28 Meisterschaftsspiele vermochten die FCZ Frauen zu gewinnen – bei nur einer Niederlage (gegen YB). Die Mannschaften direkt hinter der nationalen Spitze (YB, Luzern, GC, Lugano) haben in der abgelaufenen Saison weitere Fortschritte gemacht. Dies führte dazu, dass die Spitzenteams FCZ und FCB dank der Ligareduktion auf acht Mannschaften in 20 von 28 Spielen gefordert wurden und Siege im Schongang in den meisten Partien nicht mehr möglich waren. YB, Luzern und GC wurden dabei von mehrheitlich jungen Spielerinnen geprägt – mit mehreren Teenagern, die sich zu Top-Leistungsträgerinnen ihrer Teams entwickelten. Cupfinalgegner Lugano seinerseits besteht hauptsächlich aus Studentinnen mittleren Alters aus dem College-Fussball Nordamerikas.

Gintra Universitetas als Tiefpunkt der Saison

Das Double für den FCZ ist bemerkenswert, weil gerade die Vorrunde ziemlich harzig verlief. Nach erfolgreichen Jahren unter Trainer Dorjee Tsawa musste sich die Mannschaft in neuer Konstellation mit Luca Fiorina erst finden. Aus der Bundesliga kamen Cinzia Zehnder (SC Freiburg), Martina Moser (Hoffenheim) und Caroline Abbé (Bayern) in die Schweiz zurück. Die durch ihr Medizinstudium stark beanspruchte Zehnder konnte bisher aber nicht an ihre im jugendlichen Alter gezeigten FCZ-Leistungen anknüpfen. Die aus dem Nationalteam zurückgetretenen Rekordnationalspielerinnen Martina Moser und Caroline Abbé können beim FCZ (Moser) und SFV (Abbé) im Büro den Übergang ins künftige Berufsleben in Angriff nehmen. Während sich Moser im Verlaufe der Saison im FCZ-Trikot steigerte und zur wichtigsten Offensivspielerin avancierte, hatte Innenverteidigerin Abbé mit den jungen, flinken Stürmerinnen der Nationalliga A immer wieder ihre liebe Mühe.

Ein Tiefpunkt der Saison war das Ausscheiden im Champions League-Sechzehntelfinal gegen die Litauerinnen von Gintra Universitetas, welche in der darauffolgenden Runde ihrerseits gegen Barcelona mit dem Gesamtskore von 0:9 sang- und klanglos untergingen. Die Chance, in den Achtelfinal vorzustossen, konnte so gegen einen Gegner, den man in früheren Jahren mit ziemlicher Sicherheit bezwungen hätte, nicht genutzt werden – dies nach einer nur mit viel Glück überhaupt noch zustandegekommenen Qualifikation für den Sechzehntelfinal, weil der FCZ in seiner Qualifikationsgruppe diesmal nicht den 1. Platz erreichen konnte.

Durchschlagskraft im Sturm wird zum Fragezeichen

Die hoffnungsvollsten Talente wie Seraina Piubel, Federica Cavicchia oder Malin Gut erhielten während der ganzen Saison vergleichsweise wenig Spielzeit. Das Element der energiegeladenen, topmotivierten und sich schnell entwickelnden jungen Talente kam im Vergleich zu den vorangehenden Jahren wenig zum Tragen. Dies trotz gleichzeitig einigen ins Gewicht fallenden längeren Verletzungsabsenzen der Nationalspielerinnen Selina Kuster, welche leider ihre Karriere mittlerweile beenden musste, Sandrine Mauron, Meriame Terchoun oder Naomi Mégroz.

Taktisch, als Team und im Spielaufbau konnte sich die Mannschaft trotzdem im Verlauf der Saison positiv entwickeln. In der Tendenz immer stärker zu einer Hypothek wird aber die abnehmende Durchschlagskraft im Sturm. Die 31-jährige Fabienne Humm, welche die zuletzt so erfolgreiche Ära der FCZ Frauen wie keine andere Spielerin geprägt hat, kommt mittlerweile in der Mehrzahl der Laufduelle einen Schritt zu spät, so dass viele Torchancen von den Gegnerinnen auch auf NLA-Niveau schon im Ansatz unterbunden werden können. Sturmpartnerin Patricia Willi (26) wurde zwar ex aequo mit Eunice Beckmann (Basel) und Caroline Müller (GC) Torschützenkönigin, gehört aber ebenfalls nicht zu den vom Potential her hoffnungsvollsten Stürmerinnen der Liga.

Serienmeister FCZ und Krösus FCB mit Budgetreduktion

Die FCZ Frauen profitierten in der abgelaufenen Saison davon, dass der Hauptkonkurrent Basel sportlich nicht an das Niveau des Vorjahresrivalen Neunkirch herankam. Trotz des höchsten Budgets im Schweizer Frauenfussball gab es für den FCB auch dieses Jahr keinen Meistertitel. Mit Eunice Beckmann und Nicole Banecki standen regelrechte Starspielerinnen aus Deutschland im Basler Kader. Die 120-fache Neuseeländische Nationalspielerin Ria Percival spricht davon, in ihrer Karriere noch nie so gute Bedingungen angetroffen zu haben, wie beim FC Basel – und sie war unter anderem beim national und international erfolgreichsten deutschen Frauenteam FFC Frankfurt engagiert gewesen. Die von den Basler Männern erwirtschafteten Gelder bewegten sich dank Champions League, hohen Transfererlösen und rund 25’000 Jahresabos bei den Profis im «Joggeli» in den letzten Jahren in Dimensionen, welche es der AG ermöglichte, die im Verein FC Basel beheimatete Frauenequipe grosszügig zu alimentieren, ohne die relative Wettbewerbsfähigkeit der Super League-Equipe wesentlich zu beeinträchtigen.

Der finanzielle Abstand zwischen dem FCB und YB hat sich in den letzten 12-18 Monaten nun aber verringert, und die Klubpolitik des FCB gleichzeitig verändert. Im Zuge dessen werden die Mittel der Frauenequipe laut der Basler «Tageswoche» auf die nächste Saison hin um rund 20-30% gekürzt. Analog der Super League-Equipe soll bei den Frauen der Anteil der aus der Region stammenden Spielerinnen und die Durchlässigkeit vom Nachwuchs zur 1. Mannschaft erhöht werden. Die Anzahl ausländische Spielerinnen soll auf 3-4 reduziert werden (der FCZ hatte zum Vergleich zuletzt keine echte Ausländerin im Kader). Man will zudem vermehrt Schweizer Toptalente anlocken. Der abtretende Leiter Frauenfussball Benno Kaiser verspricht sich aber viel von in Zukunft noch weiter verstärkt den Frauen zur Verfügung gestellten Ressourcen aus der Academy. Mit diesen sollte seiner Meinung nach der Titel erreicht werden können, sonst würde man etwas falsch machen. Schliesslich wird das Budget der FCB Frauen schweizweit das mit Abstand grösste bleiben – rund doppelt so hoch wie bei den finanziell an zweiter Stelle liegenden FCZ Frauen. Denn bei den FCZ Frauen wird die Budgetreduktion auf die neue Saison hin gemäss «NZZ» gar deutlich über 30% betragen, unter anderem weil der ursprünglich für ein neues Stadion gesprochene Beitrag der FIFA, der dann stattdessen auch in den Zürcher Frauenfussball floss, aufgebraucht ist. In Absenz von lukrativen Champions League-Geldern und einem deutlich tieferen Super League-Zuschauerschnitt als in Basel oder Bern basiert der für Schweizer Verhältnisse gut abgesicherte Betrieb der FCZ Frauen weiterhin stark auf dem hohen Engagement durch das Besitzerehepaar Canepa.

Verstärkungen aus dem Lazarett

Beide Klubs mussten nach Saisonende einen neuen Trainer suchen. Die ehemalige Bayern-Trainerin Sissy Raith sagte dem Klub am Rheinknie nach zwei Jahren «Servus», und auch Luca Fiorina verlässt die FCZ Frauen bereits wieder nach einer Saison. Man kann aber davon ausgehen, dass der neue Trainer Andy Ladner (als Assistent Schweizer Meister 2009 unter Bernard Challandes) mit den Budgeteinbussen keine Probleme haben wird. Im Vergleich zu den Verhältnissen beim von der Spielergewerkschaft SAFP geführten Promotion League-Absteiger Zürich United, wo Ladner zuletzt nicht nur Trainer, sondern gleichzeitig auch «Mädchen für alles» war, wird er die finanziellen Verhältnisse und Arbeitsbedingungen bei den FCZ Frauen für das Trainerteam und die Spielerinnen als deutlich besser empfinden.

Mit Luana Bühler wechselt die einzige FCZ-Spielerin, die in der abgelaufenen Saison einen grossen Schritt in ihrer Entwicklung gemacht hat, zu Hoffenheim. Auch YB, Luzern und Basel verlieren wichtige Spielerinnen in die Bundesliga. Verstärkungen für die FCZ Frauen sind sicherlich die aus Verletzungen zurückkehrenden Akteurinnen. Bereits während der Rückrunde war Naomi Mégroz mehr und mehr wieder verfügbar, dazu kommen Lorena Baumann, Sandrine Mauron und last but not least, wenn auch wohl erst nach dem Saisonstart wieder, Meri Terchoun. Aus der U21 (vierter Platz Nationalliga B hinter Servette Chênois, Therwil und dem fusionierten St.Gallen-Staad) erhalten zur Zeit Talente wie Annina Enz, Fiona Kümin, Lydia Andrade oder Sabina Jackson die Gelegenheit sich in der Vorbereitung in der 1. Mannschaft zu beweisen.

FCZ Frauen in 1/16-Final der Champions League gesetzt

Mit Servette Chênois ist in der Nationalliga A erstmals eine Mannschaft aus Genf dabei und ersetzt dabei den FC Aarau. Chênois hatte letzte Saison erst mit dem Engagement von Servette, dann mit dem Zuzug der langjährigen Nationalspielerin Sandy Maendly, mit der Elimination des favorisierten YB im Cup-Achtelfinal im Stade de Genève und schliesslich mit dem Aufstieg auf sich aufmerksam gemacht. Es wird interessant zu verfolgen sein, ob es den Genferinnen gelingt, den seit eh und je her fast ausschliesslich in der Deutschschweiz vorangetriebenen Frauenfussball auch in der Westschweiz populärer zu machen. Obwohl mit Yverdon schon länger ein kleineres Team in der NLA dabei ist, sind die Unterschiede zwischen den beiden grössten Schweizer Sprachregionen in diesem Bereich weiterhin frappant.

Trotz der Enttäuschung der Saison 17/18 gegen Gintras Universitetas haben die internationalen Leistungen der FCZ Frauen über die letzten Jahre und die damit gewonnenen Punkte in der UEFA-Wertung insgesamt dazu geführt, dass mit dem Meisterschaftszweiten FC Basel sich erstmals ein zweites Schweizer Frauenteam in der Champions League beweisen darf. Die Baslerinnen hatten Losglück und treffen in der Qualifikation im August auf Breznica Plevljia (Montenegro) und Kiryat Gat (Israel). Der dritte Gegner, Serienmeister Spartak Subotica aus Serbien mit der einen oder anderen ausländischen Spielerin im Team, wird die Baslerinnen am ehesten fordern, sollte aber ebenfalls schlagbar sein. Der FCZ seinerseits ist diesmal direkt für die 1/16-Finals im September qualifiziert und dort sogar gesetzt! Gegner könnte ein Qualifikationsgruppensieger sein – oder aber auch der Italienische Meister Juventus mit der ehemaligen FCZ-Stürmerin Sanni Franssi in dessen Reihen.

U19-EM im nahen Zug (Herti) und Wohlen (Niedermatten) 

Zuvor steht aber vom 18. – 30. Juli die U19-EM an. Vom FCZ befinden sich Malin Gut, Sabina Jackson, Alissia Piperata, Seraina Piubel, Annina Enz sowie die drei Torhüterinnen Fiona Flühler, Elvira Herzog und Livia Peng im 29-er Kader, welches sich in diesen Tagen in Weggis auf das Turnier vorbereitet und aus welchem am 9. Juli das 21 Frau-Kader für die EM gebildet wird. Die Schweizerinnen spielen an den von Zürich aus nahegelegenen Spielorten Zug und Wohlen in ihrer Gruppe gegen Frankreich, Spanien und Norwegen. Die zweite Vierergruppe mit Holland, Dänemark, Deutschland und Italien tritt in Biel und Yverdon auf. Halbfinals und Final finden im Schweizerischen Frauenfussball-Nachwuchszentrum, der Tissot Arena in Biel, statt.