Wer macht den entscheidenden Schritt? / 294. Derby
Der FC Zürich befindet sich seit der Winterpause im freien Fall. Gerade mal drei von 16 Ligapartien konnten gewonnen werden. Dies nach einer Transferperiode in welcher nach vielen Abgängen vor allem Spieler geholt wurden, die auf dem absteigenden Ast sind – und für gewisse Positionen gar keinen Spieler, der brauchbar ist. Und aus dem eigenen Nachwuchs werden nicht mehr die wirklichen Talente hochgezogen, sondern Spieler wie Fischer, Hodza oder Walker ausgegraben, die sogar auf U21- / Promotion League-Stufe nicht mehr wirklich gefragt waren. Zwei Jahre lang wurde in den Medien gebetsmühlenartig wiederholt wie viel Macht und Einfluss Milos Malenovic gehabt habe. Dessen langjährige Klienten Marchesano und Kryeziu verloren aber in seiner Zeit als Sportchef ihren Status und mussten gehen. Ganz anders unter der Ägide des externen Beraters Dino Lamberti. Lamberti-Klient Hodza wird in der Winterpause aus der Versenkung direkt wieder in die 1. Mannschaft befördert. Lamberti-Klient Kamberi nimmt eine wichtigere Rolle ein. Lamberti-Klient Nevio Di Giusto wird von der Ersatzbank von Vaduz geholt und erhält mehrere Chancen in der Startformation. Die Lamberti-Klienten Bernegger und Koller werden nacheinander Cheftrainer.

Unter Bernergger spielt der FC Zürich einen „Steinzeit“-Fussball aus den 80er-Jahren. Alles ist auf Einzelaktionen, Doppelpässe und hohe Bälle augelegt. Die taktische Abstimmung der einzelnen Mannschaftsteile untereinander und miteinander stimmt hinten wie vorne nicht. Gegen GC wird der FC Zürich vermutlich wie in Winterhtur in einem 4-2-3-1 antreten – mit Perea und Cavaleiro auf den Flügeln und Krasniqi für Di Giusto in der Startformation.
GC mit kampfstarken Spielern in der Startaufstellung
Mit einem Sieg des FCZ im Derby erreicht dieser sicher (mindestens) den 10. Platz und steigt nicht ab. Mit einem Sieg von GC im Derby erreichen die Hoppers sicher mindestens den 11. Platz und steigen nicht direkt ab. In diesem Fall bräuchte der FCZ in den letzten zwei Spielen in Luzern und gegen Servette bei besserer Tordifferenz als GC möglicherweise noch einen Punkt. Die Grasshoppers haben gleich zwei Trainerwechsel in kurzer Zeit hinter sich. Die zuvor druckvolle sowie taktisch elaborierte und einstudierte Spielweise unter Gerald Scheiblehner wurde unter Interims-Coach Messner in ein konservatives 4-1-4-1 verwandelt, in welchem der einzige Stürmer vorne „in der Luft“ hängt. Haudegen Amir Abrashi erhielt wieder ein wichtigere Rolle, was aber dem Team nicht half. Unter Neo-Coach Peter Zeidler könnte daraus sein präferiertes 4-1-2-1-2 werden. Die am zweitmeisten vom Deutschen verwendete taktische Formation sowohl in St. Gallen wie auch zuletzt in Lausanne ist ein 4-3-3.










