Wer macht den entscheidenden Schritt? / 294. Derby

Der FC Zürich befindet sich seit der Winterpause im freien Fall. Gerade mal drei von 16 Ligapartien konnten gewonnen werden. Dies nach einer Transferperiode in welcher nach vielen Abgängen vor allem Spieler geholt wurden, die auf dem absteigenden Ast sind – und für gewisse Positionen gar keinen Spieler, der brauchbar ist. Und aus dem eigenen Nachwuchs werden nicht mehr die wirklichen Talente hochgezogen, sondern Spieler wie Fischer, Hodza oder Walker ausgegraben, die sogar auf U21- / Promotion League-Stufe nicht mehr wirklich gefragt waren. Zwei Jahre lang wurde in den Medien gebetsmühlenartig wiederholt wie viel Macht und Einfluss Milos Malenovic gehabt habe. Dessen langjährige Klienten Marchesano und Kryeziu verloren aber in seiner Zeit als Sportchef ihren Status und mussten gehen. Ganz anders unter der Ägide des externen Beraters Dino Lamberti. Lamberti-Klient Hodza wird in der Winterpause aus der Versenkung direkt wieder in die 1. Mannschaft befördert. Lamberti-Klient Kamberi nimmt eine wichtigere Rolle ein. Lamberti-Klient Nevio Di Giusto wird von der Ersatzbank von Vaduz geholt und erhält mehrere Chancen in der Startformation. Die Lamberti-Klienten Bernegger und Koller werden nacheinander Cheftrainer.

Unter Bernergger spielt der FC Zürich einen „Steinzeit“-Fussball aus den 80er-Jahren. Alles ist auf Einzelaktionen, Doppelpässe und hohe Bälle augelegt. Die taktische Abstimmung der einzelnen Mannschaftsteile untereinander und miteinander stimmt hinten wie vorne nicht. Gegen GC wird der FC Zürich vermutlich wie in Winterhtur in einem 4-2-3-1 antreten – mit Perea und Cavaleiro auf den Flügeln und Krasniqi für Di Giusto in der Startformation.

GC mit kampfstarken Spielern in der Startaufstellung

Mit einem Sieg des FCZ im Derby erreicht dieser sicher (mindestens) den 10. Platz und steigt nicht ab. Mit einem Sieg von GC im Derby erreichen die Hoppers sicher mindestens den 11. Platz und steigen nicht direkt ab. In diesem Fall bräuchte der FCZ in den letzten zwei Spielen in Luzern und gegen Servette bei besserer Tordifferenz als GC möglicherweise noch einen Punkt. Die Grasshoppers haben gleich zwei Trainerwechsel in kurzer Zeit hinter sich. Die zuvor druckvolle sowie taktisch elaborierte und einstudierte Spielweise unter Gerald Scheiblehner wurde unter Interims-Coach Messner in ein konservatives 4-1-4-1 verwandelt, in welchem der einzige Stürmer vorne „in der Luft“ hängt. Haudegen Amir Abrashi erhielt wieder ein wichtigere Rolle, was aber dem Team nicht half. Unter Neo-Coach Peter Zeidler könnte daraus sein präferiertes 4-1-2-1-2 werden. Die am zweitmeisten vom Deutschen verwendete taktische Formation sowohl in St. Gallen wie auch zuletzt in Lausanne ist ein 4-3-3.

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Kaderplanung wie bei einer 5.Liga-Truppe / SFC – FCZ mit möglichen taktischen Formationen

Es ist wahrlich keine neue Erkenntnis: der FCZ hat seit der Winterpause grosse Probleme auf den Aussenverteidigerpositionen. Ein Grossteil der Gegentore plus zwei frühe Platzverweise gingen in den letzten Wochen auf schlechtes bis miserables Abwehrverhalten und unnötige Ballverluste in der Vorwärtsbewegung von Chris Kablan, Livano Comenencia und Lindrit Kamberi zurück. Dies hat sich in der 1. Halbzeit gegen Lausanne-Sport einmal mehr gezeigt. Kablan trat gegen Omar Janneh und Co. einmal mehr in der Rolle als Tourist auf – oder vielleicht eher als hilfsbereiter Fremdenführer durch die Zürcher Platzhälte? Um wenigstens etwas Stabilität auf die rechte Abwehrseite zu bringen, musste Trainer Hediger zur Pause den zentral wichtigen Cheveyo Tsawa auf die Rechtsverteidigerposition verschieben. Dies hatte tatsächlich eine gewisse stabilisierende Wirkung, ist aber für die FCZ-Transferpolitik der Winterpause eine Bankrotterklärung. Dies zumal zusätzlich auch noch die Aussenverteidigerposition nicht zu den gut besetzten Positionen im Nachwuchs gehört.

Aussenverteidiger-Abgänge Rodic und Tosic schlagen bei neuen Klubs ein

Derweil schiesst der in der Winterpause abgeschobene FCZ-Aussenverteidiger Milan Rodic seinen Stammklub OFK gegen das Spitzenteam Partizan mit einem Doppelpack zum Derbysieg. Nemanja Tosic hat Anorthosis Famagusta sofort defensiv stabilisiert. Dank nur einem Gegentor in den letzten vier Meisterschaftpartien klettert der seit Jahrzehnten im Exil in Larnaca domizilierte Zypriotische Traditionsklub Schritt für Schrit aus der Abstiegszone.-Derweil Chris Kablan im Herbst schon beim Zypriotischen Abstiegskandidaten Akritas Chlorakas defensiv neben den Schuhen stand – und diesen Eindruck in Zürich fortsetzt. Der sowieso eher nonchalant veranlagte Livano Comenencia liess sich seit der Winterpause bis zu seiner Verletzung zu noch mehr entscheidenden Unkonzentriertheiten hinreissen als zuvor. Lindrit Kamberis Auftritte als Captain waren schwankend und endeten zwei Mal in einer frühen Roten Karte.

Sebastian Walker hatte auf der linken Seite in Bern einen tadellosen Teileinsatz. Gegen Lausanne-Sport war es okay – die offensive Abstimmung mit Ivan Cavaleiro passte aber nicht, weil der Portugiese jeweils den Ball zu lange am Fuss führte, und damit den jungen Walker in die Bredouille brachte. Neil Volken ist verletzt, hat davor in dieser Saison aber auch noch keine Bäume ausgerissen. Eine Leihe in die Challenge Lrague wäre für ihn sicherlich die bessere Variante gewesen. In der U21 kommt der bereits 20-jährige gelernte Mittelfeldspieler Doron Lichtenstein nur darum regelmässig zum Einsatz, weil er bereit ist, die Position des Rechtsverteidigers / Rechten Aussenläufers zu bekleiden. Auf Promotion League-Niveau kann er mit seinem Einsatz die Mankos bezüglich Talent und fehlender Spezialisierung einigermassen ausgleichen. Mohamed Bangoura wurde sowohl in der 1. Mannschaft wie auch in der U21 zuletzt ebenfalls jeweils auf die Seite verschoben. Derweil Selmin Hodza den Schritt zu einem Challenge League-Klub spätestens letzten Sommer, wenn nicht vorletzten Sommer verpasst hat.

Seit mehr als einem Jahr torloser Perea verschuldet Lausanner Siegtreffer

Für Rechtsverteidiger Yuro Bohon kam hingegen als letztjähriger U21-Ergänzungsspieler die Leihe in die Challenge League nach Wil zu früh. Valentino Longo wiederum wechselte zu GC. Fazit: die Aussenverteidigerposition ist im heutigen Spitzenfussball mindestens so wichtig wie alle anderen Positionen. Beim aktuellen FCZ ist sie hingegen qualitativ und quantitativ unterbesetzt. Und etwas wie in einer 5.-Liga-Amateurtruppe werden die „schwächeren“ Zentralen Mittelfeldspieler und Innenverteidiger auf diese Position abgeschoben. Bereits nicht mehr ganz junge Spieler aus dem eigenen Nachwuchs wie Sebastian Walker und Pirosch Fischer, die selbst in der U21 nie gänzlich überzeugen konnten, werden als Notnagel für die 1. Mannschaft (zurück)geholt. Servette hatte auf der Rechtsverteidigerposition diese Saison lange Zeit ebenfalls ein Problem. Talent Loun Srdanovic verletzte sich und Théo Magnin fiel in ein tiefes Leistungsloch (mittlerweile transferiert zu Red Star nach Paris). Die Lösung soll nun der von Fortuna Sittard gekommene Houboulang Mendes sein, so dass auch U21-Captain und Innenverteidiger Téo Allix da nicht mehr zwingend aushelfen muss.

Auf der linken Seite ist man bei Servette hinten mit Lilian Njoh (einem der besten Assistgeber der Liga) und Bradley Mazikou sowieso doppelt besetzt – und davor auf dem LInken Flügel hofft man mit dem von Almere City ausgeliehenen Junior Kadile zumindest temporär einen Ersatz für den im Sommer nach Griechenland abgewanderten Dereck Kutesa gefunden zu haben. Der Linke Flügel des FCZ, Ivan Cavaleiro, brachte in seinen ersten 120 Minuten im FCZ-Dress kein Bein vor das andere. Nach der Halbzeitpause gegen Lausanne vermochte er erstmals zumindest offensiv zwei, drei sehr gute Aktionen zu zeigen – mit einer Flanke auf Philippe Keny und dem Tor per Direktabnahme zum zwischenzeitlichen 1:1. Vom Sturmduo Keny / Reverson kam hingegen gegen die Waadtländer eher wenig. Der eingewechselte Juan José Perea wiederum machte vor mehr als einem Jahr (!) in Sion seinen letzten Skorerpunkt im FCZ-Dress. Gegen Lausanne-Sport war der Kolumbianer wesentlich für das späte 1:2 mitverantwortlich, da er beim Custodio-Eckball Gegenspieler und Torschütze Karim Sow zu schlampig bewachte.

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Duell auf Augenhöhe? / FCZ – Lugano mit möglichen taktischen Formationen

Der FC Zürich trifft in der 18. Runde zu Hause auf den FC Lugano. Gegen diesen Gegner hatte das Letzigrund-Team in den letzten Jahren eine ausgeglichene Bilanz – ebenso sieht es langfristig aus. Laut dbfcz hat der FC Zürich gegen die Tessiner in 170 Wettbewerbsspielen 73 mal gewonnen und 64 mal verloren. Vor dieser Partie liegt Lugano drei Punkte vor dem FC Zürich über dem „Strich“. Die Rivalität der beiden Klubs ist gerade neben dem Platz auch etwas aus dem Eishockey übernommen.

Wer stürmt heute von Beginn weg?

Zuletzt agierte der FC Zürich unter Coach Dennis Hediger vorwiegend mit Dreierabwehr in einem 3-4-3 oder leicht angepasst ein 3-4-1-2. Emmanuel und Phaëton enttäuschten gegen Winterthur in der 1. Halbzeit. Bekommen sie gegen Lugano wieder eine Chance? Oder dürfen andere Stürmer beginnen? Aufgrund der Sperre von Mariano Gomez könnte Lindrit Kamberi, der gegen den FCW rechts im Mittelfeld begonnen hat wieder zurück in die Abwehr rücken, und das Duo Zuber / Ligue die Aussenbahnen besetzen.

Christian Fassnacht-Effekt mit Georgios Koutsias

Lugano-Coach Croci-Torti sieht den FC St. Gallen aktuell als grössten Titelfavoriten. Wohl nicht zufälligerweise, denn es ist der einzige Gegner gegen welchen sein Team in den letzten sieben Partien verloren hat. Daniel Dos Santos ist der wahrscheinlichste Ersatz für den gesperrten Mahmoud – nicht nur weil er in einem intensiven Duell mit wenig Torchancen gegen den FC Zürich am 18. Oktober im Cornaredo den einzigen Treffer erzielt hat. Beim 4:2-Heimsieg zuletzt gegen Servette kam Mittelstürmer Georgios Koutsias über den Linken Flügel. Croci-Torti wollte damit etwas einen Christian Fassnacht-Effekt kreieren mit einem zusätzlichen torgefährlichen Spieler, der aus der Halbposition in den Strafraum dringt. Im Tessiner Blätterwald wird über einen Transfer des eher klein gewachsenen Innenverteidigers Papadopoulos (gegen Servette Doppeltorschütze) spekuliert. Gerade in Partien gegen den FCZ sind er und Aussenverteidiger Mattia Zanotti immer wieder für versteckte Fouls und Nickligkeiten gut.

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Es steht viel auf dem Spiel / 289. Zürcher Derby Vorschau mit möglichen taktischen Formationen

Der FCZ hat in den Kalenderjahren 2023 und 2024 nur ein Derby verloren und geht somit mit Zuversicht ins 289. Zürcher Derby – dem ersten mit Steven Zuber in den FCZ-Farben. Für beide Teams geht es in der Saison langsam aber sicher ums “Eingemachte“. Die Ergebnisse waren zuletzt auf beiden Seiten ausgewogen. Beim FCZ wechselten sich Siege und Niederlagen ab, bei GC waren vor allem auch viele Unentschieden dabei. Die Grasshoppers haben nur ein Spiel mehr verloren als der FCZ, sind aber die “Remis-Könige“ der Liga (12) und deshalb mitten im Abstiegskampf. Die Leistungen auf dem Feld haben sich unter Trainer Oral stabilisiert. Die Mannschaft kann vor allem auch physisch gegen jeden Gegner dagegenhalten und gegen Ende einer Partie auch noch zulegen.

Persson als Offensiv-Trumpf – findet Abrashi Platz in der Startelf?

Die durchschnittlichen GC-Ergebnisse der letzten Wochen wären zudem überdurchschnittlich gewesen, wenn GC nicht so viel Wettkampfpech gehabt hätte. Viele Aluminiumtreffer und vergebene “hundertprozentige“ Torchancen wurden noch getoppt durch grosses Schiedsrichter- und VAR-Pech. Allein bei der 1:3-Niederlage in St. Gallen entschied Schiedsrichter Kanagasingam mit drei “kreativen“ Entscheidungen (Rote Karte plus zwei Penaltys) die Partie zugunsten der Ostschweizer. Captain Abrashi fehlte danach auch noch beim 1:1 gegen Sion zusammen mit dem Innenverteidigerduo Decarli / Seko sowie Torhüter Hammel gesperrt.

Die Grasshoppers spielten zuletzt jeweils mit einem Rhombus-Mittelfeld erst direkt durch die Mitte, und kreieren dann gerne in Strafraumnähe über die Seiten Überzahlsituationen. Der von YB ausgeliehene Linksverteidiger Noah Persson ist ein offensiver Schlüsselspieler und in dieser Hinsicht unter anderem mit seinen Flanken einer der besten und konstantesten Aussenverteidiger der Liga. Ayumu Seko ist in der Innenverteidigung eine Bank, könnte aber genauso wie Mathieu Choinière aufgrund Länderspielen in Übersee und Jetlag (inklusive Feier der WM-Qualifikation mit Japan) auf der Ersatzbank beginnen. Der neu verpflichtete Mittelfeldspieler Imourane Hassane war in den letzten Partien gesetzt. Nicht selbstverständlich ist, dass Captain Amir Abrashi nach seiner Sperre in die Startaufstellung zurückkehrt, denn erwächst ihm auf der 6er-Position grosse Konkurrenz durch Ndenge und Hassane. Muci ist der Top-Joker vorne im Sturm und auch das Comeback des zu Saisonbeginn starken Lee scheint unmittelbar bevorzustehen.

Vincent Nvendo vor Début und Nevio Di Giusto vor Comeback in der 1. Mannschaft

Beim FC Zürich ist trotz des Ausfalls von Perea die Personalsituation so gut wie wohl noch nie in dieser Saison. Es gibt auf allen Positionen gute Alternativen. Gegen den FC Luzern agierte der FCZ wieder in einem 4-2-4, wobei es aufgrund des Rhombus-Systems der Luzerner (analog GC) eher ein 4-1-1-4 war mit Gbamin und Krasniqi vertikal oft grosser Distanz zueinander. Der von Etoile Carouge verpflichtete Vincent Nvendo wird wohl zu seinem Début kommen – ob in der Startformation wird sich noch zeigen. Der physisch starke Nvendo belastet als 21-jähriger in Genf ausgebildeter Spieler die bereits volle 25 Mann-Kontingentsliste nicht. Seine Mittelstürmer-Konkurrenten Mohammed Mahmoud und Damienus Reverson spielen in der Promotion League im Heerenschürli gegen den FC Breitenrain – genauso wie Umeh Emmanuel und Armstrong Oko-Flex.

Nicht mit dabei bei der U21 und damit wohl im Kader der 1. Mannschaft steht wohl erstmals seit seiner Operation Nevio Di Giusto. Auf den beiden Mittelfeldpositionen sind Cheveyo Tsawa und Miguel Reichmuth nahe an JP Gbamin und Bledian Krasniqi (Torschütze gegen Luzern) dran. Krasniqi hatte zuletzt zwar schwankende Leistungen, er liegt aber mit neun Skorerpunkten bereits über dem letztjährigen Wert. Auf der Rechten Seite haben Kamberi und vor allem Markelo gegen Luzern positive Zeichen gesetzt, so dass Ballet trotz seines Tores möglicherweise auch diesmal als Joker starten könnte. Nicht zuletzt seine Frische als Einwechselspieler gegen einen bereits müde gelaufenen Gegenspieler hat ihm gegen Luzern die Aktion zum Game Winning Goal ermöglicht.

Wettkampfglück wieder mal auf der Seite des FCZ? / FC Zürich – Luzern Vorschau mit möglichen taktischen Formationen

Luzern hat sich mittlerweile auf dem dritten Platz hinter Servette und dem FC Basel etabliert und liegt fünf Punkte vor dem FC Zürich. Der FCZ hat in dieser Saison bisher eine negative Bilanz gegen den FC Luzern. Die letzte Direktbegegnung im Januar in der Swissporarena wird noch lange in Erinnerung bleiben – mit rekordhohen drei Penaltys und zwei Platzverweisen – alle (auf dem Platz oder nach VAR-Checks) ausgesprochen gegen den FC Zürich. Luzern erzielte beim 3:1 alle drei Tore aus den Penaltys, während der FCZ in Unterzahl mit einem von Kamberi verwerteten Krasniqi-Freistoss zum 1:3 kam. Tyron Owusu und Thibault Klidjé waren auf Luzerner Seite die beiden Spieler welche den klaren Auftrag hatten, möglichst viele Situationen zu kreieren in denen es zu diesen Penaltys und Platzverweisen kommen konnte – oder wie es FCL-Trainer Mario Frick nach der Partie im TV-Interview formulierte: „Dorthin zu gehen, wo es weh tut“.

Vorsicht vor Laufwegen von Owusu und Klidjé

Dies haben Owusu und Klidjé mittlerweile auch gegen andere Gegner praktiziert, aber bei weitem nicht mit so viel „Erfolg“. Zuletzt beim 1:1 gegen den FCB blieb Schiedsrichter Urs Schnyder nach dem Tackling von Adrian Barisic gegen Owusu im Strafraum auch nach VAR-Intervention von Nico Gianforte trotz Berührung bei seiner Entscheidung von „kein Foul“. Etwas, was man sich damals gegen den FCZ auch von Sven Wolfensberger gewünscht hätte, als bei der VAR-Intervention von Lionel Tschudi wegen eines angeblichen „Fouls“ von Daniel Denoon gegen Thibault Klidjé dieses Foul auf den Video-Bildern nicht erkennbar war. Wolfensberger wurde interessanterweise erneut mit der Leitung der Partie FCZ – Luzern betraut. Der FCZ sollte sich aber natürlich nicht auf den Schiedsrichter fokussieren, sondern vor allem vor Owusu und Klidjé gewarnt sein, die mit abrupten Richtungsänderungen immer wieder den Kontakt mit rückwärtslaufenden Verteidigern suchen.

Der FC Zürich war mit einem sehr mutigen und intensiven Fussball nach der Winterpause gestartet. Die Penaltys und Platzverweise in Luzern sowie der verschossene Elfmeter Chouiars gegen Basel waren die ersten aber noch lange nicht letzten teilweise externen, teilweise selbst verschuldeten Rückschläge in den folgenden Partien. Die Stossrichtung eines dominanteren Fussballs bleibt bestehen. Der FCZ schafft es aber noch nicht, dies gegen nominell gleich starke oder stärkere Gegner wie beispielsweise dem FC Luzern auch durchzusetzen. Nach den letzten Partien mit einer Serie von teilweise hanebüchenen VAR-Interventionen hätte man aber definitiv wieder mal etwas Wettkampfglück verdient.

FCZ weiterhin mit Baustelle „Linksverteidiger“

Die Baustelle „Linksverteidiger“ bleibt aber weiterhin bestehen. Da Junior Ligue gegen Luzern möglicherweise krankheitshalber fehlen könnte, wird wohl Daniel Denoon wie schon im Januar zentral neben Mariano Gomez verteidigen. Doron Leidner wird weiterhin nur noch in der U21 eingesetzt. Den in der Vorrunde gute Ansätze zeigenden und im Winter zu Deportivo La Coruña ausgeliehenen Nemanja Tosic könnte man aktuell gut gebrauchen. Dieser sah im Duell mit Junior Ligue, der mittlerweile Innenverteidiger spielt, aber zu wenig Einsatzchancen. In Spanien spielte der Serbe bisher aber auch erst 45 Minuten. Rodrigo Conceiçao hatte mit seiner Unvorsichtigkeit im Laufduell gegen Tyron Qwusu die 1:3-Niederlage in Luzern eingeleitet. Zuletzt beim 1:3 gegen Servette zeigte der Portugiese, dass er dem Team mit seiner wilden Spielweise als Einwechselspieler bei Rückstand am besten helfen kann. Seine Einsätze von Beginn weg waren zuletzt hingegen ungenügend. Benjamin Mendy wiederum hätte Coach Ricardo Moniz wohl gegen Luzern in der Startformation vorgesehen gehabt, aber der Franzose war zuletzt ebenfalls krank gemeldet.

Gegen Servette zeigte sich nach dem Seitenwechsel erneut, dass Steven Zuber von der Linken Seite aus effektiver agiert als im Zentrum, wo ihm als Fixspieler auf engem Raum die Reaktions-Schnelligkeit fehlt. Als weitere Alternative im Sturmzentrum neben Torschütze Damienus Reverson und Mohammad Mahmoud gab heute in Lugano Vincent Nvendo sein Début in der FCZ U21, wurde aber zur Pause ausgewechselt. Nicht mit dabei im Tessin sind unter anderem Joseph Sabobo, Neil Volken und Dylan Munroe. Möglich, dass einer von diesen drei im Letzigrund im Kader gegen Luzern steht. Janoah Markelo war unter der Woche ebenfalls krank, könnte es aber möglicherweise noch rechtzeitig auf die Partie gegen Luzern schaffen.

Wie macht sich Ballet gegen Kutesa? / FC Zürich – Servette Vorschau mit möglichen taktischen Formationen

Der FCZ hat in dieser Saison bisher eine negative Bilanz gegen Servette. In beiden Begegnungen setzten die Genfer auf Konterfussball und dabei wiederum vor allem auf Dereck Kutesa. Der FCZ trat beide Male mit Dreierabwehr an und liess Kutesa auf der Seite dabei zu viel Raum. Die rechte Zürcher Seite hatte jeweils grosse Probleme. Lindrit Kamberi hätte in der ersten Partie im Letzigrund (1:3, dritthöchste Zuschauerzahl der bisherigen Saison) eigentlich zur Pause ausgewechselt werden müssen. Im zweiten Spiel (1:1 im Stade de Genève) ging es Rodrigo Conceição nicht viel besser. Servettes Stärke im Umschaltspiel hat sich seither weiter akzentuiert. Die Schlüsselspieler Cognat und Stevanovic sind zusätzlich wieder besser in Form und vorne setzten sich zuletzt Neuverpflichtung Ndoye sowie die eigenen Junioren Varela und Ouattara als zusätzliche „Waffen“ in Szene. Servette liegt sowohl in der Formtabelle der letzten fünf Partien als auch in der Jahrestabelle 2025 vor dem 27. Spieltag auf dem 1. Platz der Liga. Gegen keinen anderen Gegner hat der FC Zürich in der Super League zudem so eine schlechte Heimbilanz. Ein leichter Aufwind ist auch beim FCZ zu verspüren, aber es wartet ein schwerer Brocken.

Wird Perea durch Ligue ersetzt?

Andeutungen von FCZ-Coach Moniz an der Pressekonferenz vor der wegweisenden Partie gegen Servette lassen vermuten, dass der verletzte Juan José Perea im Sturmzentrum durch Junior Ligue ersetzt werden könnte. Moniz sprach von zwei zusätzlichen Positionen auf denen dadurch Änderungen vorgenommen werden müssten. Dies wäre die Verschiebung des in Lugano als Linksverteidiger auflaufenden Denoon zurück in die Innenverteidigung und dessen Ersatz auf links durch möglicherweise Conceição.

Ob dies allerdings eine vielversprechende Lösung wäre, scheint zweifelhaft. Die Abwehrkette mit Ligue im Zentrum und Denoon links funktionierte in Lugano hervorragend. Auch Ballet hat sich zuletzt verbessert. Es wäre sicherlich interessant zu sehen, wie er sich gegen Kutesa macht. Conceição enttäuschte hingegen zuletzt ziemlich stark. Und Mendy ist wohl weiterhin noch nicht ready für die Startformation. Ausserdem gibt es im Sturmzentrum viele Alternativen. Mahmoud machte bei seinen Teileinsätzen einen sehr guten Eindruck. Und dann gäbe es da auch noch Emmanuel (In Lugano für Perea eingewechselt), Reverson, Oko-Flex oder sogar Greco. Zuber, Markelo, Chouiar, Gbemin, Ballet und Gomez sind zur Zeit ziemlich sicher gesetzt. Krasniqi scheint aktuell in ein kleines Loch gefallen zu sein. Für ihn könnte allenfalls wieder Tsawa beginnen.

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