Die Tinte ist trocken, die ersten neuen Verträge ab Saison 2016/2017 sind unterschrieben. Robi Rodriguez kommt vom Serie B-Playoffteilnehmer Novara. Armin Alesevic verlängert bis 2020. Michael Kempter erhält seinen ersten Profivertrag mit derselben Laufdauer und wird Teil der 1.Mannschaft. Drei Mal eine emotional gute Story. Auch der dritte Rodriguez ist nun endlich beim FCZ angekommen! Der von Verletzungspech gebeutelte junge Alesevic wird nicht fallen gelassen, sondern im Gegenteil gleich mit einem langfristigen Vertrag ausgestattet! Und mit Kempter schafft ein weiterer Absolvent der FCZ Academy definitiv den Sprung ins Profiteam!

Aber wie sieht es nüchtern betrachtet aus? Am einfachsten präsentiert sich die Personalie „Kempter“. Der Verteidiger bringt auf jeden Fall Super League-Potential mit, spielte in der 2.Mannschaft in der Regel als Linksverteidiger in der Viererkette oder halblinks in der Dreierabwehr. Er besitzt zudem die seltene Kombination von Offensivdrang und gleichzeitig ausgeprägtem defensivem Gewissen. Kempter hilft immer wieder solidarisch, und bügelt Fehler von Nebenleuten unprätentiös aus. Kempter ist nicht das grösste Talent aus dem Nachwuchs, aber auf seiner Position hat die 1.Mannschaft nach den Abgängen von Vinicius und Koch grossen Bedarf. Kempter in die 1.Mannschaft zu nehmen und mit einem Profivertrag auszustatten, ist durch und durch logisch. Bei der Auswärtsreise nach Brest war der U20-Nationalspieler im letzten August erstmals im Kader der 1.Mannschaft dabei, und hatte dann seine ersten Einsätze unter Trainer Sami Hyypiä mit einem Teileinsatz in Bern und einem Spiel über die volle Distanz in Thun (0:4) im April.

Obwohl Kempter sich wohl durchaus Chancen auf einen Stammplatz ausrechnen kann, muss er in der kommenden Saison als Schweizer mit 95-er Jahrgang von Trainer Uli Forte nicht auf die Kontingentsliste gesetzt werden. Letzte Saison stellte die bereits beinahe ausgeschöpfte Kontingentsliste der Liga für den neuen Trainer Sami Hyypiä ein wesentliches Hindernis bei der Umsetzung seiner Vorstellungen von Fussball dar. Verschiedene Spieler mussten immer wieder auf Positionen eingesetzt werden, die nicht ihren Stärken entsprachen. In der Challenge League ist diese Liste für die ganze Saison sogar noch mehr begrenzt und umfasst noch 23 statt 25 Spieler. Armin Alesevic muss als 94-er Jahrgang darauf aufgeführt werden,
bevor er zum ersten Mal eingesetzt wird.

Nach Verletzungen an beiden Knien und mehr als einem Jahr Pause mit einem kurzen Unterbruch im Herbst, ist bei einem Spieler wie Alesevic die Wahrscheinlichkeit von Folgeproblemen und Komplikationen nach einer Rückkehr in den Ligaalltag natürlich gegeben. Lohnt es sich also, einen potentiellen Kontingentsplatz für einen aus einer langen Verletzung kommenden Spieler zu benutzen, der zudem noch nie Stammspieler war? Dies vor allem auch, weil der sympathische Glarner vor seinem in einem Training zugezogenen Riss in der Quadricepssehne nicht hat nachweisen können, dass er langfristig zu einer festen Grösse reifen könnte. Alesevic hat beträchtliche technische Mängel, welche im heutigen Profifussball selbst bei einem Torhüter nicht mehr akzeptabel wären. Auch in Cupspielen gegen unterklassige Teams wie beispielsweise die Old Boys oder Cham hatte Alesevic im Herbst 2014 Mühe, richtig mitzuhalten. Dass man gegenüber dem vom Verletzungspech Verfolgten ein Zeichen setzt, und gleich bis 2020 verlängert, kommt herzerwärmend und familiär daher, aber macht es auch wirklich Sinn?

Endgültig zum Family Business werden die Kaderpersonalien mit Roberto Rodriguez. Der in Gehdistanz zur FCZ-Basis Heerenschürli aufgewachsene Schwamendinger ist der einzige der drei Rodriguez-Brüder, welcher nicht in der FCZ Academy ausgebildet wurde. Der 25-jährige hat nach seiner Zeit im GC-Nachwuchs unter Murat Yakin mit Wil und Bellinzona vier Jahre in der Challenge League gespielt. Im Sommer 2013 folgte nach aufgrund der finanziellen Situation im Verein schwierigen Monaten im Tessin unter Trainer Martin Andermatt der Wechsel in die Super League zum FC St.Gallen. Nach nur zwei Monaten in der Ostschweiz folgte die Partie, welche den bisherigen Höhepunkt in Rodriguez‘ Karriere darstellt: der 4:2-Auswärtssieg beim Russischen Rekordmeister Spartak Moskau in der Europa League-Qualifikation. Rodriguez lieferte die Vorlage zum 1:1 und erzielte das 3:1 noch in der Ersten Halbzeit selbst. Der Begriff „St.Gallen“ ist noch heute unter Russischen Fussballfans und Journalisten Synonym für „Blamage“.  Die Ostschweizer spielten anschliessend in der Gruppenphase gegen Valencia, Swansea und Kuban Krasnodar, und landeten dabei zwei weitere Siege.

Roberto Rodriguez ist technisch stark, ein Standardspezialist, kann mit beiden Füssen im Abschluss reüssieren und auch auf allen Offensivpositionen hinter der Spitze, speziell auf den beiden Flügeln, eingesetzt werden. Wie seinen beiden jüngeren Brüdern fehlt es ihm nicht am Selbstvertrauen in Bezug auf den Fussball. Ein Selbstvertrauen, das, wenn man dem ein oder anderen ehemaligen Trainer glauben mag, in jungen Jahren auch mal in Selbstüberschätzung umschlagen konnte. Was Rodriguez seit Beginn seiner Karriere und bis heute gefehlt hat, ist Konstanz in seinen Leistungen. Auch in der abgelaufenen Saison in der Italienischen und Deutschen Zweitklassigkeit in Novara und Fürth konnte er sich nicht zum Stammspieler mausern. Vor allem aber ist Rodriguez ein Spielertyp, welchen der FCZ so oder so ähnlich bereits mehr als genug in seinen Reihen weiss: Buff, Chiumiento, Marchesano, Dominguez und Simonyan verkörpern alle genau wie Rodriguez den eher kleineren, nicht allzu schnellen und wenig zweikampfstarken Techniker mit guter Übersicht. Um eine erfolgreiche Balance im Team zu bekommen, sollte normalerweise nicht mehr als EIN solcher Spieler in der Startaufstellung stehen – sonst leiden Tempo, Wasserverdrängung und Stabilität.

 

Die gestern zum Auftakt auf dem Trainingsplatz fehlenden Anto Grgic, Novem Baumann, Maxime Dominguez, Moussa Koné und Aldin Turkes kehrten heute erstmals nach den Sommerferien auf den Rasen zurück. Dafür befanden sich andere Spieler wie Buff oder Marchesano bei den Leistungstests. Gilles Yapi trainierte zudem individuell auf dem Nebenplatz mit dem Reha-Trainer. Somit bleiben noch die angeschlagenen Bua und Etoundi, sowie die verletzten Brecher und Kleiber als einzige Kaderspieler, die noch nicht mit der Mannschaft auf der Allmend Brunau trainieren konnten.

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Mit einer grandiosen Willensleistung konnte sich am Sonntag die FCZ U18 im Halbfinal von Basel mit 3:3 n.V. und 4:2 i.P. für den Meisterschaftsfinal qualifizieren. In diesem kommt es am kommenden Sonntag 19. Juni um 15 Uhr zum Derby gegen GC im GC/Campus in Niederhasli. Der Sieger der Partie gewinnt nicht nur den Schweizer Meistertitel, sondern nimmt gleichzeitig auch noch in der kommenden Saison an der UEFA Youth League (Junioren-Champions League) teil. Letzte Saison hat Servette in diesem Wettbewerb mit guten Leistungen überzeugt. Die Grasshoppers hatten sich mit einem Halbfinalsieg gegen YB (2:1) für den Schweizer Meisterschaftsfinal qualifiziert.

Heute MIMG_0068ittwoch hat der FCZ den Challenge „Aufstieg“ mit dem ersten Training auf der Allmend Brunau in Angriff genommen. Parallel starten in diesen Tagen auch die Konkurrenten mit ihrer Vorbereitung – mehr als die halbe Liga hat Ambitionen in Richtung Aufstieg. Und auch der Rest will zumindest vorne mitspielen. Mit dem Abstieg rechnet niemand. Und doch wird es einen treffen. Wer am meisten Herzblut, Schweiss und Tränen in das Ziel investiert, hat mit Sicherheit die besten Chancen, am Ende der Saison den Ligapokal von Liga-CEO Claudius Schäfer überreicht zu bekommen.

Im vom Trainertrio Uli Forte, Sandro Chieffo und Davide Taini geleiteten Training wollte speziell Alain Nef mit einem engagierten Tackling gegen Nicolas Stettler gleich mal ein Zeichen setzen. Stettler konnte ausweichen und Trainer Forte gemahnte besorgt zu etwas mehr „Vorsicht“.

18 Spieler waren auf dem Platz in die Übungen involviert. Neben Nef konnten aus dem letztjährigen Team Oliver Buff, Cabral, Sangoné Sarr, Davide Chiumiento, Ivan Kecojevic, Cédric Brunner, Artjom Simonyan und Anthony Favre gesichtet werden. Dieser trainierte zuerst mit Taini separat, nahm danach aber als Feldspieler auch an Passübungen und Spielformen teil. Auch die langzeitverletzten Marco Schönbächler und Armin Alesevic waren mit dabei, müssen es in den Übungen aber natürlich noch etwas langsamer angehen lassen, als ihre Teamkollegen.

Franck Etoundi beobachtete das Training von der Seitenlinie aus. Die Ärzte hatten unterschiedliche Meinungen zu seiner Knieverletzung. Möglicherweise wird er versuchen, kommende Woche wieder auf den Platz zurückzukehren. Ob der Kameruner beim FCZ bleibt, ist noch nicht entschieden. Etoundi hat noch ein Jahr Vertrag und will in Zukunft wieder in der Nationalmannschaft dabei sein, wo sein Bruder Stéphane Mbia Etoundi Captain ist. Erste Priorität hat aber erstmal die Gesundheit – und wieder fit zu werden.

Nicht auf dem Platz, sondern in der Physio hielten sich an diesem Vormittag Gilles Yapi und Kevin Bua auf. Moussa Koné komme zudem etwas später aus dem Senegal, so hörte man. Burim Kukeli und Armando Sadiku könnten heute gegen Frankreich wie schon am Samstag gegen die Schweiz mit der Albanischen Nationalmannschaft an der EM wieder in der Startformation stehen.

Auf der Allmend Brunau hingegen folgte auch der bereits im letzten September aus Biel verpflichtete Antonio Marchesano den Anweisungen des Trainerteams und zeigte in den Spielformen gleich mal was für ein Zuckerfüsschen er als ehemaliger U20-Nationalspieler aus dem Tessin besitzt. Ebenfalls in Biel gespielt hat letzte Saison der vom FCZ ausgeliehene Innenverteidiger Mirlind Kryeziu. Der 1,90m grosse Innenverteidiger ist beim Trainingsauftakt unübersehbar. Zuletzt ausgeliehen, aber auf der Allmend Brunau nicht anwesend waren Marvin Graf (Wohlen), sowie Flavio Gautreaux und Davide Mariani. Diese letzteren beiden waren heute beim Trainingsauftakt in Schaffhausen dabei – der FCZ hat wohl sowohl beim einen wie beim anderen kein Interesse mehr. Mariani bleibt wahrscheinlich in Schaffhausen. Die Zukunft von Gautreaux ist ungewiss.

Sich dem Trainerteam um Uli Forte im Training aufdrängen können hingegen zur Zeit die letzjährigen U21-Leistungsträger Michael Kempter, Nicolas Stettler, Kilian Pagliuca, Vasilije Janjicic und Albin Sadrijaj. Zum Auftakt nicht dabei sind hingegen unter anderem Aldin Turkes oder Lulzim Salija.

Dass Philippe Koch, Aleksandr Kerzhakov und Vinicius den FCZ wohl verlassen werden, ist schon länger bekannt. Der neue Zenit-Coach Mircea Lucescu hat vor kurzem Kerzhakov beiläufig bereits als Kaderspieler von Zenit aufgezählt – definitiv entschieden ist dort aber noch nichts. Leandro Di Gregorio trainiert bei Liga-Konkurrent Winterthur mit. Wie der FCZ heute auf seiner Homepage vermeldet hat, wird zudem Leonardo Sanchez aus familiären Gründen seine Zelte in der Zwinglistadt wieder abbrechen. Yanick Brecher und Mike Kleiber sind weiterhin verletzt.

Bleiben schlussendlich noch drei Spieler: Nachwuchskeeper Novem Baumann, Maxime Dominguez und Anto Grgic. Letzterer hatte sich in der abgelaufenen Saison nicht unerwartet zum Stammspieler gemausert. Er könnte in der kommenden Saison im Team von Uli Forte noch mehr Verantwortung übernehmen, aber auch ein Transfer oder eine einjährige Ausleihe zu einem Super League-Klub (St.Gallen, Vaduz, Lausanne) sind denkbar.

 

Italien besiegte gestern im 3-5-2 System an der EM Favorit Belgien trotz offensichtlichen individuellen Abnützungserscheinungen. Höchste Zeit, die Performance des FCZ 2015/2016 in Abhängigkeit des Spielsystemes zu analysieren.

Der Stadtclub ist in 14 Meisterschaftsspielen mit einer Dreierabwehr angetreten, grundsätzlich in einem 3-4-3, wobei die drei Offensivspieler unterschiedlich gruppiert waren (3-4-2-1, 3-4-1-2). Im Spiel ohne Ball wurde dies häufig zu einer 5-4-1 Formation. Mit Dreierabwehr erreichte der FC Zürich einen Punkteschnitt von 1.214, was hochgerechnet auf die ganze Saison 44 Punkte und Platz 6 ergeben hätte – vor Thun, St.Gallen, Vaduz und Lugano.

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Die Mehrzahl der Meisterschaftspartien (22) spielte der FCZ letzte Saison aber mit Viererabwehr, sei es im klassischen 4-4-2 flach, mit Raute oder in einem 4-2-3-1. Mit dieser Grundausrichtung kam die Mannschaft auf ganze 0.77 Punkte pro Partie.

Unter Trainer Urs Meier hatte der FCZ meist mit Dreierabwehr agiert. Im Heimspiel gegen Villareal konnte Zürich den Gegner mit der Umstellung auf eine Viererabwehr überraschen, was mit zum grandios herausgespielten 3:2-Heimsieg beitrug.

Als die Mannschaft im Frühling 2015 auch durch eine unheimliche Serie von falschen Schiedsrichterentscheidungen in eine Resultatkrise geriet, half der Griff in die Trickkiste mit der Viererabwehr mit, der Mannschaft den Glauben an die Wende zu geben. Und diese wurde im zweiten Teil der Rückrunde auch geschafft.

Vielleicht auch aufgrund dieser Erfahrung behielt das Trainerduo Meier/Rizzo die Viererabwehr zu Beginn der neuen Saison bei. Spielerisch zeigte die Mannschaft gegen YB, in Vaduz und im Derby gute Leistungen, aber die Resultate stimmten nicht. Der neue Trainer Hyypiä hielt trotzdem bis nach der Winterpause an der Viererabwehr fest. Beim Auswärtsspiel in Luzern wechselte der Finne dann erstmals wieder zurück auf die Dreierabwehr, was die beste Phase der Saison einläutete.

Nachdem der mit privaten Sorgen kämpfende Kecojevic in Bern und Thun die Niederlagen mit seinen individuellen Fehlern wesentlich mit eingeleitet hatte, und auch das Heimspiel gegen Basel nach dem Patzer von Brecher verloren ging, wollte der FCZ Lugano im vorentscheidenden Duell im Letzigrund mit dem Wechsel zurück auf die Viererabwehr überraschen – mit Koch und Buff rechts, Brunner und Simonyan links, und Grgic als zweiter Stürmer neben Kerzhakov. Dazu kehrten die noch nicht hundertprozentig fitten Sanchez und Yapi in die Startformation zurück. Der Stadtclub kam zwar gut in die Partie – am Ende stand trotzdem eine 0:4-Klatsche.

Erneut kam es zum Trainerwechsel, aber nicht zum Systemwechsel. Forte blieb in St.Gallen beim 4-4-2 und setzte dabei auf Sarr und Koné im Mittelfeld. Der Letzigrund-Club blieb trotz grossartiger Fan-Unterstützung in der AFG Arena ohne Chance. Für die letzten drei Spiele (inklusive Cupfinal) wechselte Forte daher wieder zurück auf Dreierabwehr – was den gewünschten Effekt brachte – aber zu spät.

Die FCZ U18 der Trainer Ludovic Magnin, IMG_3202Jakob Jakob und Davide Taini zeigt im Halbfinal im Nachwuchs-Campus St.Jakob in Basel Grinta, und gewinnt den Halbfinal gegen die Alterskollegen des FCB im Penaltyschiessen mit 4:2. Nach 90 Minuten hatte es 3:3 gestanden, die Verlängerung blieb torlos.

Der Jubel war gross auf dem Platz und auch auf der kleinen Tribüne. Die Family & Friends der FCZ-Jungs waren zahlreich am Start – bei FCZ-Treffern wurde jeweils lauter gejubelt, als bei FCB-Toren. Auch auf dem Platz machte der FCZ das Spiel, und war die bessere Mannschaft, hatte ein ChanceIMG_3211nplus und am Ende 7:1 Eckbälle zu verzeichnen. Der FCB verliess sich mehrheitlich aufs Kontern. Nach einer FCZ-Druckphase in den ersten 20 Minuten kam aber der FCB durch einen direkt verwandelten Freistoss in der 21.Minute zur 1:0-Führung.

Arbenit Xhemaili konnte per Kopf in der 26.Minute ausgleichen, aber nur zwei Minuten später stellte der FCB mit einem umstrittenen Treffer und der ersten Torchance des Heimteams aus dem Spiel heraus zum 2:1. Bei diesem Resultat blieb es bis in die hitzige Schlussphase. Schon ab der 75.Minute zeigten sich bei den bis dahin powernden Zürchern MüdigkeitseIMG_3227rscheinungen. Diese fehlende Spritzigkeit nutzte der FCB bei einem weiteren Konter und öffnenden Pass rechts hinter die Abwehr zum vermeintlich vorentscheidenden 3:1 in der 83.Minute. Mit einer grandiosen Willensleistung konnte der FCZ dank zwei weiteren Kopfbällen von Dimitri Volkart nach Freistössen Izer Alius in den darauffolgenden fünf Minuten zum 3:3 ausgleichen. Mit einem Tempovorstoss über die rechte Seite von Fabian Rohner war davor die Aufholjagd eingeläutet worden. Am Ende liessen die Zürcher den Ball im Mittelfeld zirkulieren, der FCB zog sich gleichzeitig in die eigene Hälfte zurück und griff nicht mehr ein.

Machte der FCB schon während der 90 Minuten wenig fürs Spiel, so beteiligte er sich IMG_3237zu Beginn der Verlängerung überhaupt nicht mehr daran. Der FCZ wiederum liess den Ball geduldig zirkulieren, auf der Suche nach der entscheidenden Lücke. Erst als es für den eingewechselten Lavdim Zumberi nicht mehr weiter ging und später Jordan Puglia nach einem Disput mit einem Gegenspieler mit Gelb-Rot vom Platz musste, übernahm der FCB erstmals in dieser Partie das Szepter und versuchte in doppelter Überzahl mit Distanzschüssen zum Erfolg zu kommen. Im notgedrungenen «4-3-1»-System des FCZ konnte dank Laufstärke derjenigen, die noch Laufen konnten, und letztem Einsatz aller anderen der Gegner genug beschäftigt werden, so dass dieser nicht mehr häufig vor den Strafraum kam.

Der FCZ sah iIMG_3243n der ganzen Partie acht Gelbe Karten, einige davon wegen Reklamierens – und kurz vor dem Ende der Verlängerung wurde auch noch Trainer Ludovic Magnin vom Schiedsrichter des Feldes verwiesen. Dieser hatte sich schon von Beginn weg am aktiven und lautstarken Coaching-Stil des Waadtländers gestört gehabt. Im Penaltyschiessen konnte dann Torhüter Bojan Milosavljevic zwei von vier gegnerischen Elfmeter halten, während beim FCZ alle vier Schützen trafen.

Im Final um die U18-Meisterschaft kommt es am Samstag 18.Juni zum Derby gegen GC (2:1-Halbfinalsieg gegen YB). Auch die U18 bestätigt einmal mehr den Eindruck: geht es in die entscheidenden K.O.-Rundenspiele, ist der FCZ schwer zu bezwingen.

Die Tabelle nach der Frühjahrsrunde findet sich hier: U18 Tabelle

 

Gemäss Rumänpaul papp roleischen Quellen hat der FC Wil, in der kommenden Saison einer der Konkurrenten des FCZ in der Challenge League, den Rumänischen Nationalspieler Paul Papp verpflichtet. Papp kommt vom Rumänischen Rekordmeister Steaua Bukarest und war in der EM-Qualifikation Stammspieler des Schweizer Endrundengegners, schaffte es dann 2016 nach einem Jochbeinbruch aber nicht mehr zurück ins Team, und ist in Frankreich nicht mit dabei. Laurentiu Reghecampf, Trainer von Steaua, zeigt sich enttäuscht, dass Papp sich dagegen entschieden hat, mit Steaua die Champions League-Qualifikation zu spielen, und stattdessen in der Schweiz anheuert. Papp soll bei Wil laut Rumänischen Quellen einen Dreijahresvertrag unterschrieben haben, und rund 450’000 Schweizer Franken im Jahr verdienen. Bereits beim FC Wil unter Vertrag stehen unter anderem die ehemaligen Nationalspieler André Santos (Brasilien), Egemen Korkmaz (Türkei) und Johan Vonlanthen (Schweiz).

Bild: Ralf Roletschek, CC Attribution Share-Alike 3.0

 

Der FCZ erarbeitet sich gegen ein an diesem Abend harmlos auftretendes Vaduz ein erdrückendes Chancenplus mit unter anderem drei Lattenschüssen. Bezeichnenderweise geht dann aber Vaduz mit ihrer ersten Szene im Zürcher Strafraum in der 58.Minute durch Albion Avdijaj in Führung. Der Zürcher mit FCZ-Vergangenheit verzichtete aufs Bejubeln seines Treffers. Kecojevic, Buff und Koch gehörten zu den besseren Löwen in dieser Partie und erzielten in der Folge dann auch in kurzer Folge die Treffer zum 3:1-Sieg, der allerdings nach der 0:3 Niederlage St.Gallens in Lugano (0:2 schon nach 10 Minuten nach Abwehrfehlern des FCZ-Juniors Martin Angha) ohne Wert war. 34 Punkte hatten seit Einführung der Super League immer für den Klassenerhalt gereicht. Diesmal nicht.

FC Zürich – FC Vaduz 3:1 (0:0)

Letzigrund – 15 955 Zuschauer – SR San

Tore: 58. Avdijaj (Sutter) 0:1, 67. Kecojevic (Vinicius) 1:1, 69. Buff (Yapi) 2:1, 76. Koch (Buff) 3:1

Zürich: Favre; Kecojevic, Sanchez (46. Grgic), Kukeli (83. Simonyan); Koch, Yapi, Sarr, Vinicius; Buff; Kerzhakov, Bua (78. Chiumiento). 

Vaduz: Klaus; Gülen, Grippo, Bühler, Borgmann; Kamber (56. Sutter), Ciccone, Kukuruzovic, Hasler (82. Janjatovic); Costanzo (86. Kaufmann); Avdijaj.

Frauenfussball in der Krise! Die FCZ Frauen machen sich Gedanken, wie sie ihren Sport attraktiver machen können: Lingerie, Luftballons, Fake Fouls – alles nicht schlecht, sehr kreativ…

Züri Live weiss aber, was Euch zum ganz grossen Erfolg wirklich fehlt. Drei Stichworte dazu: «Drama! Drama! Drama!»

Wenn man die Super League-Spiele (Männer) mit den NLA-Partien (Frauen) vergleicht, sind die Unterschiede offensichtlich und fallen sofort ins Auge: Schwalben, Zeitspiel, Provokationen und andere Unsportlichkeiten sorgen in der Super League bei Spielern, Funktionären und Zuschauern für ständige Gefühlswallungen. Und die Fans lieben es! Kein Wunder, kommen zu den Männerspielen 50 Mal mehr Zuschauer, welche zudem erst noch bereit sind, 5 Mal höhere Eintrittspreise zu bezahlen.

Ihr mit eurem reinen, schönen und fairen Fussballspiel seid halt schon extrem Old School. Und vor allem: ihr gewinnt ständig! Eure Auftritte missachten alle wesentlichen Grundprinzipien der Dramaturgie. Nehmt Euch ein Beispiel an Euren männlichen Klubkollegen. 16’000 Zuschauer gegen den FC Vaduz! Und warum? Weil Eure Männer halt etwas von Dramaturgie verstehen!

Wohlgemerkt! So ein Zuschauererfolg kommt nicht einfach so von allein. Da muss man schon selbst etwas dazu beitragen. Hier mal ein Fehlpass zum richtigen Zeitpunkt, da mal ein unnötiges Foul im eigenen Strafraum in den Schlussminuten eines Spiels. Und schon ist das Abstiegsendspiel Tatsache! Ich habe munkeln gehört, dass bei Euch Fehlpässe nicht mal im Training geübt werden. Wie kann das sein? Wie wollt ihr die Zuschauer durch ein Wechselbad der Gefühle treiben, wenn ihr nie gelernt habt, so richtig doof zu scheitern?

Mal ehrlich! Ihr müsst einfach wissen: nur Niederlagen geben den Stoff her, aus welchen mitreissende Geschichten und grosse Bilder entstehen. 200 Vermummte, die in die Spielerkabine und in die Präsidentenloge vordringen wollen, Yapi und Nef, die den Pokal gefühlsschwanger und symbolträchtig vor der Kurve platzieren. Das fehlt bei Euch einfach! Diese ganzen aus religiösen Traditionen abgeleiteten Rituale.

Alles bei Euch ist viel zu klar und durchschaubar. Die Männer machen das besser. Mit guten Leistungen im Cup vermitteln sie Hoffnung, mit katastrophalen Auftritten in der Meisterschaft streuen sie Zweifel. Die Kunst besteht darin, den Fan ununterbrochen in diesem Zustand zwischen Hoffen und Bangen zu halten, so dass seine Gedanken mit der Zeit nur noch um sein Team kreisen.

Also: in  den Videoanalysen solltet ihr weniger Lio Messi oder Carli Lloyd, sondern mehr Leo Di Caprio und Brie Larson studieren. Hollywood und Bollywood. Drama! Drama! Drama! 

Spielinfos und Matchanalysen vor, während und nach dem Cupfinal kommen von Ugo Morselli, Georgio Mettler, Dani Gygax, Patrick Lienhart, Paolo Laurenti, Martin Andermatt, Arno Del Curto, Don Ursulo, Thomas Renggli, Sven Hotz, Anthony Favre, Alain Nef, Philippe Koch, Toni Gassmann und Lukas Stocker.

cupfinal 2016 match performance zgDie Leistungen der eingesetzten Spieler waren unterschiedlich. Insgesamt war es mit dem sehr guten Wert von 20 Top Defensiv-Aktionen vor allem ein erkämpfter Finalsieg. Ivan Kecojevic ist der Züri Live-Most Valuable Player des Cupfinals. Mit seiner Präsenz und Antizipation machte er Defizite von Mitspielern wett, und war zudem beim Tor entscheidend mit seinem Kopfball aufs Tor, welchen Lugano-Hüter Salvi nicht festhalten konnte. Ebenfalls eine seiner besten Saisonleistungen zeigte Philippe Koch – in seinem möglicherweise letzten Spiel für den FCZ.

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Anthony Favre hatte zwei Big Saves, verursachte aber auch den Penalty. Einwechselspieler Cabral brachte zum ersten Mal seit seiner Ankunft vor Jahresfrist keine ungenügende Leistung! Bei Kerzhakov und Bua wechselten sich Licht und Schatten ab, aber das positive überwog. Wieder war es ein Fehler von Vinicius, der zum Penalty für Lugano führte. Der Brasilianer hat in den letzten Wochen fast in jedem Spiel ein Gegentor oder einen Penalty mit einem Fehlpass eingeleitet, und damit dem FCZ viele Punkte gekostet. Defensiv und in der Pass-Sicherheit ist der linke Aussenläufer auf Super League-Niveau ungenügend.