Cupfinal dank Magnin-Handschrift und Forte-Erbe / FCZ – GC Analyse & Highlights

Zwei vorwiegend mit defensiven Aufgaben betraute Jungs aus dem eigenen Nachwuchs schiessen den FCZ in den Cupfinal! Der Stadtklub steht zum dritten Mal in den letzten fünf Saisons im Endspiel! Nach dem dramatischen Viertelfinal gegen den FC Thun gelingt gegen GC im Halbfinal erneut gegen einen Super League-Klub die Wende nach Rückstand! Das entscheidende Tor fällt auch diesmal in der Nachspielzeit und löst ein Erdbeben im Letzigrund aus! Es ist nach dem 4. März 2015 (1:0 nach Verlängerung, Torschütze: Francisco Rodriguez) der zweite Cup-Derbysieg hintereinander, nachdem es zuvor 44 Jahre lang bittere Niederlagen gegeben hat. Von den vor drei Jahren eingesetzten Spielern ist heute bei GC niemand mehr dabei – und beim FCZ nur noch Alain Nef und der nach der Partie zur Mannschaft stossende Marco Schönbächler.

Nur schon der Blick auf Teletext und Matchtelegramm macht den Blick frei auf jede Menge interessanter Geschichten. Die aus FCZ-Sicht wichtigste Story bekommt aber nur mit, wer sich auch das Spiel aufmerksam angeschaut hat: eine Mannschaft, die innert weniger Tage gemessen an der kurzen Zeit einen vergleichsweise grossen Entwicklungsschritt gemacht hat. Bereits am Sonntag im Meisterschaftsderby war viel davon zu sehen, und das Cupderby drei Tage später konnte nur trotz erneutem frühem 0:1-Dämpfer gewonnen werden, weil die Mannschaft auf dem Platz einen weiteren Schritt nach vorne machte. Auffällig vor allem das deutlich schnellere und direktere Spiel, welches immer wieder ermöglichte, auch in der Nähe des gegnerischen Strafraumes Räume zu finden und zu nutzen. Ausserdem gefiel die Spielintelligenz – die richtige Mischung zwischen Aggressivität und innerer Ruhe, zwischen Schnelligkeit und überlegtem Handeln. Dies sind Aspekte, die tatsächlich bereits jetzt in Ansätzen an das «Favre-Team» vor einem Jahrzehnt erinnern.

Nicht nur ist das Resultat höchst erfreulich und der Spielverlauf wie aus einer Bollywood-Schnulze, auch Leistung und Auftritt bieten gute Gründe für Optimismus. Darüber kann auch der typische (und höchst unterhaltsame) «Magnin-Sarkasmus» in dessen Interviews nicht hinwegtäuschen. Vor dem Hintergrund der zuletzt gezeigten Entwicklung kann man dem FCZ auch am Samstag in Basel etwas zutrauen. Voraussetzung dafür ist aber wohl, dass Andris Vanins im Tor steht. Gegen GC hat sich der sympathische Männedorfer Yanick Brecher nach «Stade Lausanne» zum zweiten Mal in dieser Cupsaison in Slapstickmanier ein Ei ins eigene Nest gelegt. Die drei Gegentore gegen Thun und dasjenige im Sonntagsderby waren keine klaren Torwartfehler, aber auch da hätte er jeweils besser agieren können.

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Der erneut frühe Rückstand gegen GC konnte aber auch nur deshalb entstehen, weil nach zehn Minuten Spielzeit der FCZ für etwa eine halbe Minute kollektiv zu wenig konsequent verteidigte und GC dies sofort ausnutzte. In der Konstellation eines gut auf Konter spielenden Gegners, der eigenen Verunsicherung durch den Torwartfehler und des sich erst gerade frisch in Entwicklung befindlichen neuen Spielverständnisses war dieses 0:1 durch Numa Lavanchy (der mit seinem regelmässigen theatralischen Fallenlassen beim kleinsten Körperkontakt schlussendlich eine Cupfinalsperre gegen Raphael Dwamena «herausholte») eine schwerwiegende Hypothek und die Hoffnungen etwas gedämpft. Dies obwohl der Gegner nun in zehn Wettbewerbsspielen nur einmal mehr als ein Tor erzielen konnte.

Der 1:1-Ausgleich durch Kevin Rüeggs erstes Wettbewerbstor in der 1. Mannschaft bereits elf Minuten später war daher umso wichtiger. In der Zweiten Halbzeit kontrollierte GC dann zwar phasenweise die Partie, aber der FCZ wollte unbedingt in der regulären Spielzeit zum Sieg kommen, machte mit Unterstützung des Publikums Druck und erarbeitete sich ein Chancenplus. Der 2:1-Siegtreffer war die Folge dieser Druckphase. Die Entstehung des 1:1 scheint der FCZ übrigens vom samstäglichen Gegner Basel abgeguckt zu haben. Viele FCB-Tore der letzten Monate (auch gegen den FCZ) nutzen den Faktor aus, dass der Einwerfer kurz nach seinem eigenen Einwurf häufig frei steht. Auch im bisher einzigen Spiel nach der Winterpause, in welchem die Rot-Blauen Tore erzielt haben, fiel das Game Winning Goal zum 1:0 auf dieselbe Art und Weise. Michael Lang wirft auf der rechten Seite in Strafraumnähe ein, erhält den Ball direkt zurück und flankt gegen eine noch nicht ganz sortierte Abwehr direkt zur Mitte. Im Cupderby machte der FCZ beim 1:1-Ausgleichstreffer dasselbe – einfach von links, und mit Cédric Brunner in der Rolle von Lang.

Auch das 2:1-Siegtor fiel auf einen Standard. Diesen hatte der eine gute Partie abliefernde Adrian Winter mit seiner letzten Aktion vor seiner Auswechslung zu Beginn der Nachspielzeit noch an der Seitenlinie nach einem leichtfertigen Ballverlust von Taipi und dem Foul Andersens herausgeholt. Während Winter ausgewechselt wurde, legte sich Marchesano den Ball zum Freistoss doch einige Meter von der Seitenlinie entfernt in einer zentraleren Position hin. Andersen reklamierte als einziger GC-ler halbherzig. Anstatt den Ball auf grosse Distanz in den Strafraum zu dreschen, und den GC-Verteidigern damit Zeit für ihre Abwehrmassnahmen zu geben, wählte der Tessiner die einstudierte Variante mit der Kopfballweiterleitung des vor dem Strafraum postierten Rüegg. So war es für den durch Frey bedrängten Bergström unmöglich, den Ball weit aus dem Strafraum rauszuköpfen. An der Strafraumgrenze war erneut Taipi zu wenig wach, und Nef überliess klugerweise Brunner, der profitierte. Es war übrigens in seinen fünf Jahren in der 1. Mannschaft Brunners erstes Tor gegen ein Super League-Team. Und der eingewechselte Fabian Rohner durfte mitjubeln, ohne einen Ball berührt zu haben.

https://soundcloud.com/fcz-radio/fabian-rohner-kam-rein-keinen-ball-beruhrt-und-durfte-mitjubeln

In der Challenge League-Saison alternierte der FCZ jeweils zwischen fünf oder sechs Standardvarianten. Auf diese Saison hin wurden diese noch etwas variantenreicher und der Letzigrundklub vor allem bei Einwürfen in Strafraumnähe und Freistössen aus dem Mittelfeld wie demjenigen Marchesanos nochmal deutlich gefährlicher. Neben der Defensivstärke zu Beginn der Saison waren die Standards ein wichtiger Faktor, welcher den FCZ als Aufsteiger in der Vorrunde in die obere Tabellenhälfte brachte und kann als eines der Erbstücke aus der «Forte-Zeit» betrachtet werden, auf welchem der neue Trainer Ludovic Magnin weiter aufbauen kann.

Nicht ganz mitbekommen zu haben scheint dies Thomas Schifferle vom Tages-Anzeiger, der in seinem lieblosen Spielbericht von einem «sehr schlecht geschlagenen» Freistoss Marchesanos sprach. Dies neben einem Bild mit dem Untertitel: «Der Trainer im Glück: Ancillo Canepa nach dem Coup». Fürs Schreiben bezahlte Journalisten und Bildredaktoren, welchen trotz Korrekturmöglichkeiten, Vieraugen- oder gar Sechsaugenprinzip regelmässig solch elementare Fehler unterlaufen, steht es äusserst schlecht an, sich über einen Fussballer lustig machen, dem ausgepumpt nach einem intensiven Match in der Mixed Zone ein «Joel Magnin» über die Lippen rutscht.

FCZ – GC 2:1 (1:1)

Tor: 11. Lavanchy (Basic) 0:1, 22. Rüegg (Dwamena) 1:1; 90.+2 Brunner (Rüegg) 2:1.

Grasshopper-Club Zürich: Lindner; Lika, Bergström, Rhyner, Doumbia; Lavanchy (90.+2 Djuricin), Basic, Taipi (90.+2 Vilotic), Kapic (72. Andersen); Kodro, Jeffrén.

FC Zürich: Brecher; Nef, Bangura, Brunner; Winter (90.+1 Rohner), Palsson, Rüegg, Pa Modou; Marchesano; Frey, Dwamena (68. Odey).

Mr. Ojeminee & Dr. Sternstunde / die zwei Gesichter des FCZ im Cup-Viertelfinal

Der FCZ zeigt in den beiden Halbzeiten des Cup-Viertelfinals zwei Gesichter – wie Dr. Jekyll und Mr. Hide, oder in diesem Fall Mr. Ojeminee & Dr. Sternstunde. Moussa Koné beispielsweise produziert in der Ersten Halbzeit praktisch nur Ballverluste, ist in der Zweiten aber mit seinem Tor zum 1:2 und dem Assist zum 3:3 mitentscheidend für die spektakuläre Wende. Oder Yanick Brecher: der Zürcher Cupgoalie kassiert bei seinem ersten Einsatz gegen einen Super League-isten seit eineinhalb Jahren gleich wieder drei Tore. Das erste aus kurzer Distanz, das zweite in die nahe Ecke (Torschütze Rapp schoss sich dabei an sein eigenes Standbein) und beim dritten den ersten Schuss nach vorne abwehrend und beim Rebound Rapps schlecht gestanden. Andererseits war Brecher im Spielaufbau an zwei der vier Tore beteiligt und hatte insgesamt vier Top-Offensivaktionen, was für einen Torhüter viel ist.

Rasmus Thelanders Auftritt war der schlechteste bisher im FCZ-Trikot. Dass ausgerechnet ihm schlussendlich der 3:3-Ausgleich in der 90. Minute gelang, passte zu dieser verrückten Partie. Der offensive Wirbelwind, den der Letzigrundklub in der Zweiten Halbzeit verursachte, war aussergewöhnlich. Natürlich hatte dies auch mit dem Gegner zu tun, der wie üblich in dieser Saison in der Ersten Halbzeit enorm viel investiert hatte und dadurch im Verlauf des zweiten Durchganges logischerweise nachliess und sich auf Konter mit dem schnellen eingewechselten Dzonlagic fokussierte. Obwohl der FCZ in der Ersten Halbzeit die schlechtere Mannschaft gewesen war, standen am Ende der Partie 59 Top-Offensivaktionen in der Bilanz der Heimmannschaft.

Damit wurde der Rekord vom Auswärtsspiel in Sion in der 14. Meisterschaftsrunde nochmal getoppt. Der eingewechselte Roberto Rodriguez zog zusammen mit Kevin Rüegg im Zentrum die Fäden, und war wie üblich überall anzutreffen, trug viel zur Wende bei, und war in seinem 25-minütigen Einsatz an zwei Toren entscheidend beteiligt. Die Wirkung, die Rodriguez in dieser kurzen Zeit ausstrahlte, macht ihn zum zweiten Mal diese Saison nach dem besagten Sion-Auswärtsspiel zu Züri Lives Most Valuable Player. Gleich an allen vier Zürcher Toren beteiligt ist Pa Modou, der MVP vom Lausanne-Heimspiel.

Der Wahnsinn schreibt sich mit drei Buchstaben: F-C-Z (Cup-Highlights & -Spielbericht)

Nicht, dass es noch ein Geheimnis gewesen wäre – es ist ja auch längst vom Eidgenössischen Amt für Geistiges Eigentum patentiert und bestätigt: Wahnsinn, Drama und Kuriositäten im Fussball sind im FCZ zu Hause. Sechs Minuten vor Schluss im Cup-Viertelfinal gegen den FC Thun noch mit 1:3 im Rückstand, dreht das Letzigrund-Team die Partie noch in der regulären Spielzeit mit drei Toren in Folge und zieht in den Halbfinal ein. Ausgerechnet der seine bisher schlechteste Leistung im FCZ-Dress abliefernde Rasmus Thelander erzielt mit seinem ersten Tor für den Stadtklub den 3:3-Ausgleich in der 90. Minute. Die in der Schlussphase aus dem Mittelfeldzentrum agierenden Rodriguez und Rüegg bringen die Angriffsmaschine in Gang, und Michi Frey bleibt zwei Mal im Abschluss eiskalt.

Der «Gameplan» war für den FC Thun derselbe wie schon in den drei vorherigen Cup-Partien gegen unterklassige Mannschaften: von Beginn weg Vollgas geben. Auch diesmal gelang es den Berner Oberländern schon früh, zwei Tore zu erzielen. Dazu kam in der Zweiten Halbzeit ein Kontertor zum 3:1. Bis dahin unterschied sich die Partie beim FCZ für den FC Thun kaum von den bei Stade Payerne (2:1), in Wil (3:0) und bei Stade Nyonnais (3:1) gespielten Runden. Der Unterschied kam erst in der Schlussphase zum Tragen. Der FCZ vermochte die unweigerliche Müdigkeit Thuns nach deren kräfteraubender Ersten Halbzeit besser ausnutzen, als die vorherigen Gegner. In der Anfangsphase des ersten Durchganges hatte das Forte-Team noch dagegenhalten und die Partie ausgeglichen gestalten können, aber vor allem Mitte der Halbzeit verschaffte sich Thun Vorteile in den Bereichen Zielstrebigkeit, Handlungsschnelligkeit, Aggressivität und Laufumfang.

Uli Forte hatte in der Startformation Moussa Koné für Roberto Rodriguez aufgestellt. In der Ersten Halbzeit ging dieser Wechsel überhaupt nicht auf: Koné half dem FC Thun mit seinen vielen Ballverlusten ins Spiel zu kommen. Alain Nef spielte an Stelle des noch leicht angeschlagen auf der Bank sitzenden Cédric Brunner eine durchschnittliche Partie. Yanick Brecher kassierte drei Tore, wobei er vor allem das dritte mit einem nach vorne abgewehrten Ball mit anschliessendem Stellungsfehler begünstigte. In der Szene davor hatte er gegen den gerade erst eingewechselten jungen Thuner Stürmer Dzonlagic bereits einmal zur Seite abgewehrt gehabt. Bei den Berner Oberländern wirkte Torhüter Francesco Ruberto nach seinen zwei Patzern in der Meisterschaft gegen den FC St. Gallen vor allem beim 1:2 von Moussa Koné etwas indisponiert. Dem FCZ kam ebenso entgegen, dass der 19-jährige Timo Righetti in seinem ersten Profieinsatz zwar sehr engagiert spielte, unter anderem aber ebenfalls beim ersten Zürcher Treffer bezüglich Zweikampfverhalten Lehrgeld bezahlen musste.

FCZ – Thun 4:3 (0:2)

Tore: 9. Sorgic (Kablan) 0:1, 24. Rapp (Hediger) 0:2; 51. Koné (Dwamena) 1:2, 77. Rapp (Dzonlagic) 1:3, 85. Frey (Rodriguez) 2:3, 90. Thelander (Koné) 3:3, 90.+4 Frey (Pa Modou) 4:3.

FC Zürich: Brecher; Nef, Bangura, Thelander; Rüegg, Palsson (81. Odey), Sarr (46. Winter), Pa Modou; Dwamena (69. Rodriguez), Frey, Koné.

Thun: Ruberto; Glarner, Bürgy, Gelmi, Kablan; Righetti, Hediger, Lauper, Spielmann (72. Dzonlagic); Rapp, Sorgic.

Drei Fragen vor dem Cup-Viertelfinal gegen Thun

1. Zufall oder Schicksal?

Schlecht stehende Sterne sehen wahrlich anders aus. Der Cupfinal findet 2018 statt und in graden Jahren hat der FCZ zuletzt jeweils den Cup gewonnen. Gleich drei Gegner der Cupsiegersaison 2013/14 (Bassersdorf, Stade Lausanne-Ouchy, Thun) wurden dem FC Zürich erneut zugelost – eine unglaublich unwahrscheinliche Fügung. Die Amateur-Mathematiker von Züri Live haben für das Eintreffen eines solchen Falles eine Wahrscheinlichkeit von 0,000007% errechnet. Ausserdem hat man den ersten Super League-Gegner erst im Viertelfinal zugelost erhalten und dann erst noch zu Hause im Letzigrund – wo die Zürcher Equipe den gleichen Gegner im März 2014 in ebenjener Cupsiegersaison in einem engen Halbfinal bezwungen hatte. Auch auf dem Weg zum Cuptitel 2016 wurde der FC Thun im Viertelfinal bezwungen. Bei so vielen schicksalshaften Vorzeichen ist es nicht verwunderlich, dass Züri Live-Experte Thomas Renggli in seiner bekannt provokativ-optimistischen Art davon spricht, dass an der Werdstrasse in der Vitrine schon mal Platz geschaffen werden müsse.

2. Wie schlägt sich Yanick Brecher?

Der FCZ hat Yanick Brecher zum Cupgoalie dieser Saison bestimmt. Vor seinem Kreuzbandriss hatte der 24-jährige am 7. Mai 2016 bei der 2:3-Heimniederlage gegen den FC Basel sein letztes Spiel gegen ein Super League-Team bestritten. Ein nicht unwesentlicher Faktor für den Abstieg in die Challenge League in der Saison 2015/16 war das Torhüterduo Brecher / Favre gewesen – neben GC mit Vasic / Mall das schlechteste Torhüterduo der Liga. Wirklich viele Punkte verlor der FCZ mit Brecher im Tor (Punkteschnitt: 0,82 pro Spiel, nur drei Siege in 22 Partien), während man mit dem Punkteschnitt des bescheiden talentierten, aber einigermassen soliden Favre (1,14 Punkte pro Spiel) im Mittelfeld der Tabelle (6. Platz) gelandet wäre. Seit der Rückkehr von seiner Verletzung wirkt Brecher im Vergleich zu vor zwei Jahren etwas stabiler. Trotzdem sind Raumgefühl und Timing, das absolute A und O eines Torhüters, im Vergleich zu anderen Super League-Torhütern immer noch weit unterdurchschnittlich. Ein paar Beispiele aus der jüngeren Vergangenheit: Brecher lässt sich in einem Testspiel gegen den FC Dietikon durch einen von der Mittellinie getretenen direkten Freistoss von Marjan Jelec erwischen, im Promotion League-Spiel beim SC Brühl verzichtet Brecher bei einem Freistoss aus 25 Metern auf eine Mauer und lässt den alles andere als platziert getretenen Schuss von Alessandro Riedle passieren, bei Stade Lausanne-Ouchy trifft Bradley Bavueza zur eigenen Überraschung in die nahe Ecke, weil Brecher denkt, der Ball fliege neben das Tor, und den Arm zurückzieht. In insgesamt 36 Promotion League-Partien schaffte es Brecher nur fünf Mal seinen Kasten reinzuhalten – eine «Weisse Weste»-Quote von 14%. Zum Vergleich: Andris Vanins hat in der zwei Stufen höheren Super League eine «Weisse Weste»-Quote von 33%. Immerhin besteht die in dieser Saison bisher erfolgreiche Zürcher Defensive nicht nur aus dem Torhüter. Die ganze Mannschaft arbeitet meist so gut, dass man den Gegnern nur wenig echte Torchancen zugesteht.

3. Gibt’s Gänsehaut nicht nur wegen dem Wetter?

So wie im März 2014. Unvergessen: das Penaltyschiessen des Cup-Halbfinals im Letzigrund…

 

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