Neuverpflichtungen als Sorgenkinder / Tuggen – FCZ Analyse

OBACHT AUF DEN 150 TORE-STÜRMER / TUGGEN – FCZ VORSCHAU (Züri Live)

Schlägt Tuggen gegen den FCZ im 3. Versuch zu? (SRF)

Es ist alles angerichtet, ein Fussballfest zu feiern (Höfner Volksblatt)

FC Tuggen: Wie wollen Sie im Cup den FC Zürich ärgern? (nau.ch)

In der Liga gehören die kontinuierlichen teilweise extremen Auf und Abs zur DNA des Stadtclubs. Im Schweizer Cup hingegen muss man in der Historie des FCZ (im Gegensatz zu den meisten grösseren Schweizer Vereinen) sehr weit zurückblättern, um auf ein Ausscheiden gegen ein Team unterhalb der beiden obersten Ligen zu stossen. Ein solches Ereignis scheint es letztmals im Jahr 1955 gegeben zu haben – gegen den damals kurzzeitig drittklassigen FC Aarau. Aus dieser Perspektive war der 3:0-Sieg in Tuggen die Fortführung einer langen Tradition. Dank der Top-Organisation des FC Tuggen und den gut aufgelegten FCZ-Supportern verkörperte das Spiel von den Rahmenbedingungen her geradezu den Inbegriff des häufig beschworenen “Cup-Charakters“. Das romantisierte Idealbild wurde für ein paar Stunden in der March zur Realität. Speziell die zahlreichen Kinder und Jugendlichen genossen die Nähe zur 1. Mannschaft in vollen Zügen. Den Wert solcher Spiele für den Schweizer Fussball sollte man nicht unterschätzen.

Defensive Fehlerquote wie gegen einen Super League-Gegner

Offensiv war es vom FCZ in Tuggen eine durchschnittliche Leistung, wobei grosse Diskrepanzen bestanden – Krasniqi, Kryeziu und Boranijasevic setzten der Partie ihren Stempel auf, während gleichzeitig fünf Spieler (Conceição, Bar, Afriyie, sowie die zwei Torschützen Oko-Flex und Santini) offensiv ungenügend waren. Die drei Stürmer der Startformation schossen alle ihr Tor, der eingewechselte Rohner bereitete zwei vor. Zwei der drei Tore erzielte der FCZ mit langen hohen Bällen Mirlind Kryezius hinter die gegnerische Abwehr. Diese Saison hat man zum ersten Mal auf diese Art und Weise Tore erzielt. Letzte Saison gab es drei solche FCZ-Treffer, interessanterweise alle im Europacup: der lange Ball von Cheick Condé genau in den Lauf von Willy Gnonto zum 2:0 in Belfast gegen Linfield, der Ball von Brecher beinahe von der Mittellinie auf Adrian Guerrero, den dieser in St. Gallen gegen Hearts spektakulär zum 1:1-Ausgleich verwertete – und der 1:1-Augleich im Heimspiel gegen Bodö / Glimt mit einem langen hohen Ball von Fidan Aliti, den Blerim Dzemaili per Kopf auf Jonathan Okita weiterleitete (das Tor erzielte Nikola Boranijasevic). Das Mittel des langen hohen Balles hinter die gegnerische Abwehr macht am meisten Sinn, wenn der Gegner hinten etwas aufrückt und gleichzeitig vorne keinen Druck auf den Ballführenden ausübt – was in der Super League selten vorkommt.

Defensiv war es hingegen die mit Abstand schlechteste Leistung der bisherigen Saison. Man liess viel zu viel zu und musste auch etwas Glück beanspruchen. Die defensive Fehlerquote des FCZ gegen Tuggen war ähnlich hoch wie gegen einen starken Super League-Gegner, was eigentlich nicht der Fall sein dürfte. Die Defensivnote ist dementsprechend mit 4,6 ungenügend. Kein eingesetzter Spieler war in defensiver Hinsicht wirklich gut. Die Diskrepanz zwischen ordentlicher Offensive und schlechter Defensive wird auch am Beispiel Fabian Rohners deutlich. Ohne defensiv wirklich gut zu spielen, hat er von allen eingesetzten FCZ-Akteuren im Spiel ohne Ball die höchste Punktzahl – agierte gleichzeitig offensiv aber deutlich besser.

Henriksens wenige Einwechslungen in der Meisterschaft verständlich

Auffällig beim FCZ zudem die ungenügende linke Seite mit Kamberi, Conceição und Débutant Oko-Flex., die diesmal ausschliesslich mit Rechtsfüssern bestückt war. Die Neuverpflichtungen sind ganz allgemein aktuell die Sorgenkinder. Basierend auf den Auftritten in Tuggen begreift man einmal mehr gut, warum Coach Bo Henriksen mit dem Einsatz dieser Spieler bisher zurückhaltend war und gewöhnlich in der Meisterschaft wenig Einwechslungen vornimmt. Wenn man sich gleichzeitig die Partien der U21 zu Gemüte führt, dann scheint ein Nevio Di Giusto aktuell nicht weit von einem Armstrong Oko-Flex, Miguel Reichmuth nicht weit von Arad Bar und Lenny Janko nicht weit von einem Rodrigo Conceição entfernt zu sein. Und Labinot Bajrami kann man sich gut als Santini-Ersatz vorstellen. Sicherlich muss man den Neuen Zeit geben, aber sie müssen sich im Training dann auch aufdrängen – und im Spiel performen.

Highlights – Ivan Santini: Mr. Cup

Personalien

  • Nikola Boranijasevic: Von der 1. Minute an parat. Mit einem Offensiv-Notenschnitt von 8,6 aktuell der Beste beim FCZ im Spiel mit Ball.
  • Daniel Afriyie: Engagiert, will unbedingt auch sein Tor erzielen – aber grösstenteils wenig ergiebig in seinen Aktionen.
  • Bledian Krasniqi: Offensiv diese Saison entweder top oder flop. In Tuggen spielt er seine spielerischen Stärken voll aus, wie ganz zu Beginn gegen Yverdon-Sport (jeweils Note 10), tritt zudem gute Standards. Gegen Lugano und bei Stade Lausanne-Ouchy war er im Spiel mit Ball hingegen völlig von der Rolle (jeweils Note 1).
  • Armstrong Oko-Flex: In der 1. Halbzeit gelingt ihm so gut wie nichts. Sein Abschluss ins leere Tor in der 46. Minute ist seine erste gute Offensivaktion. Danach wird es zwar besser, trotzdem ist sein erster offizieller FCZ-Auftritt in offensiver Hinsicht unter dem Strich schlecht.
  • Fabian Rohner: Hohe Effizienz in der Torvorbereitung: seine ersten beiden Abschlussbeteiligungen sind Assists. Wechselt ab der 62. Minute von der Position des Rechten Flügelstürmers auf diejenige des Rechten Aussenläufers.
  • Rodrigo Conceição: Liegt fast mehr am Boden, als dass er dem Ball nachläuft. Entweder extrem fragil oder er liebt es, zu simulieren.
  • Antonio Marchesano: Gute 1. Halbzeit vornehmlich wie zuletzt immer auf dem Rechten Flügel – wie die Weltklasse-Version Marchesanos, Bernardo Silva, letzte Saison bei Manchester City. Übernimmt nach dem Santini-Ausfall die zentrale Position im Dreimannsturm, baut nach der Pause ab.

Kommentare – Alli am flexä

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Telegramm (transfermarkt)

Liveticker (Blick)

Oko-Flex’ Debüttreffer entscheidet das Spiel für den FCZ (Zürcher Unterländer)

Zürcher Szenenkenner unterstützen Schwyzer Polizeikollegen bei Fussballspiel (Bote der Urschweiz)

Kein Tor für Tuggen – dafür ein grandioser Stadionrekord (FC Tuggen)

Support total und hautnah – Cup-Impressionen aus Tuggen

Wieder Einwurf für Zürich… – die Saga geht weiter / FCB – FCZ Analyse

AUF DEN SPUREN VON RAIMONDO PONTE UND URS FISCHER / FCB – FCZ VORSCHAU (Züri Live)

FCZ – «Liegt der Druck beim FC Basel, Trainer Bo Henriksen?» (nau.ch)

Endlich ist Basel bereit für die Saison – gegen den FCZ könnten gleich 8 Neue starten (Watson)

Von einzelnen aus Basel stammenden Exponenten wird die Partie als „Derby“ bezeichnet. Nein, lieber Patrick Rahmen oder Alex Frei, bei aller Liebe…. Ein Derby ist eine „ewige“ Rivalität zweier Mannschaften aus der gleichen Stadt oder Region. Lazio vs. Roma, Galatasaray vs. Fenerbahce, CSKA vs. Spartak, Partizan vs. Roter Stern, Schalke vs. BVB, Slavia vs. Sparta, IFK vs. Djurgarden oder Arsenal vs. Tottenham. In der Schweiz gibt es nur ein solches Duell und dieses wird in Zürich ausgefochten. Geläufiger ist der Begriff „Klassiker“, abgeleitet vom spanischen „Clàsico“ zwischen Real und Barcelona. Die Duelle zwischen PSG und OM sowie America und Guadalajara werden ebenfalls so bezeichnet. Als zudem der BVB unter Ex-Coach Jürgen Klopp eine erfolgreiche Phase hatte, begann man ihre Duelle mit Rekordmeister Bayern als „Deutscher Klassiker“ zu vermarkten.

93. Minute mal anders

FCB vs. FCZ hat aufgrund der jahrzehntelangen parallelen Historie der beiden Klubs den Begriff sicherlich etwas mehr verdient als das deutsche Pendant. Dazu gehört die gemeinsame Hochblüte in den 60er- und 70-er Jahren mit den Duellen zwischen Köbi Kuhn und Karli Odermatt, dann die gemeinsame Leidenszeit in den folgenden zwei Jahrzehnten inklusive Duellen in der Auf- / Abstiegsrunde und die Wiederbelebung der Rivalität in der Favre- und späten Gross-Zeit Mitte der Nullerjahre. Vergleichbar mit den Clàsicos in Spanien, Frankreich oder Mexiko ist das alles aber trotzdem nicht. Und nach der Saison 10/11, als Urs Fischer als FCZ-Trainer den FCB mit Alex Frei und Thorsten Fink noch richtig herausfordern konnte, verlor das Duell ein Jahrzehnt lang immer mehr an Bedeutung. Der FCZ war in dieser Zeit zu wenig konkurrenzfähig. Man fing sich bereits an, Gedanken zu machen, ob vielleicht FCB – YB der neue Schweizer „Klassiker“ sei.

Das erste Duell der Saison 23/24 hat aber sicherlich zu einer Wiederbelebung der alten Saga beigetragen. Schönes Frühherbst-Wetter – und ein seit langem wieder einmal ziemlich voller St. Jakob Park. Dazu zwei Teams auf Augenhöhe. Und wieder gab es einen Einwurf für Zürich… Lindrit Kamberi führte diesen (in der eigenen Platzhälfte) zu weit vorne aus. Auf der gleichen Seite des Platzes wie angeblich Alain Nef am 13. Mai 2006. Die Folge davon war der 1:0-Führungstreffer durch Ifeanyi Mathew kurz vor der Pause. Wie am 13. Mai, als SRF-Reporter Dani Kern die 1:0-Führung Alexandre Alphonse statt Alhassane Keita zuschreiben wollte, wurden diesmal wahlweise Daniel Afriyie oder Adrian Barisic (Eigentor) als Schützen genannt. Mathew brachte den Ball aber aufs Tor und ist daher trotz Ablenker durch Barisic eigentlich der korrekte Torschütze. Die 93. Minute lief diesmal für den FC Basel. Innert weniger Sekunden zog sich in dieser Minute erst Lindrit Kamberi einen „Cut“ an der Stirn zu, aufgrund dessen er danach an der Seitenlinie gepflegt werden musste – und Ivan Santini beging im Mittelkreis ein ungeschicktes Foul an Renato Veiga. Beides war mitentscheidend für den späten Basler Ausgleich in der 96. Minute.

FCZ setzt von Beginn weg die Pace

Am 28. August 2022 kassierte der FCZ im Letzigrund gegen den FC Basel zwei Freistoss-Gegentore innerhalb von vier Minuten (Schlussresultat: 2:4). Ziemlich genau ein Jahr später muss man erneut zwei Freistoss-Gegentore im ersten Saisonduell mit dem FCB hinnehmen. Dazwischen hatte der FC Zürich nur ein einziges Gegentor dieser Kategorie erhalten. Es war der Direkte Freistoss-Treffer von Wylan Cyprien (Sion) am 30. April. In beiden Fällen im St. Jakob Park beging dabei ein FCZ-Stürmer ein ungeschicktes Foulspiel – zuerst Jonathan Okita gegen Taulant Xhaka direkt vor dem eigenen Strafraum, dann Ivan Santini gegen Renato Veiga im Mittelkreis. Auch die Verteidigungsarbeit bei beiden Freistössen war ungenügend. Beim ersten fiel Yanick Brecher kurzzeitig wieder in ein altes Muster und machte einen unnötigen Schritt aus der Torhüterecke als der Ball noch gar nicht gespielt war. Beim zweiten merkte allen voran Abwehrchef Nikola Katic nicht, was der FCB vorhatte und verpasste es, Guerrero und Conceiçáo gegen die drei “Türme“ Barisic, Jovanovic und Veiga zu verstärken.

Noch entscheidender dafür, dass der FCZ die drei Punkte nicht aus Basel heimbringen konnte, war aber die Chancenverwertung. Nach Expected Goals-Messung war der FC Zürich mit 2,88 : 2,01 im Vorteil – und dies obwohl in dieser Statistik das als Eigentor gewertete 0:1 nicht berücksichtigt ist. Inklusive dieser Chance von Mathew unmittelbar vor dem leeren Gehäuse, welche letztlich zu einem Tor führte, hätte der FCZ also sogar eher vier als drei Tore erzielen müssen. Schön zu sehen war, dass der FC Zürich in dieser Partie von Anfang an die Pace setzte. In den ersten sieben Minuten wurde von den Gästen intensiver Pressing- und direkter Umschaltfussball zelebriert, an den sich der FCB adaptieren musste. In dieser Phase standen die Aussenläufer Boranijasevic und Guerrero sehr hoch und der FCZ hatte praktisch keine Verteidigungsaktionen zu verzeichnen. In der Folge ging es weiter mit präzisen Chip-Bällen zwischen die Linien. Da beim FCB die Innenverteidiger Barisic und Van Breemen jeweils “sicherheitshalber“ zurückstaffelten, fand der FCZ mit präzisen hohen Bällen vor der Basler Abwehr immer wieder Raum vor.

Pressing bis zum Schluss – Chancen zum dritten Tor nicht genutzt

Ab der 25. Minute verflachte der Basler Gegendruck so, dass nun auch flach hinten heraus gespielt werden konnte. Vermochte der FCB den Ball doch mal zu gewinnen, wurde dieser jeweils dank eines sofortigen aggressiven Gegenpressings schnell wieder zurückgewonnen. Nur in zwei Situationen funktionierte das Gegenpressing nicht: nach einer überhasteten Aktion Guerreros in der 26. Minute, und als sich Mathew in der 42. Minute in eine Pressingfalle locken liess. In dieser Phase fixierte der FCZ den Gegner einige Male gut auf einer Platzseite, es fehlte dann aber im entscheidenden Moment der Seitenwechsel. Den FCB lässt man weitgehend nur bis zur 25m-Marke flach spielen. Die erzwungenen hohen Bälle von Marwin Hitz sind danach dann häufig nicht sehr präzise. Insgesamt war die 1. Halbzeit eine ganz starke Leistung des FC Zürich. Mit einer Durchschnittsnote von 6,8 war es die beste Halbzeit der bisherigen FCZ-Saison. Von der 55. Minute bis zur 75. Minute hatte der FC Basel klar mehr Ballbesitz. Vorausgegangen war dieser Phase das 0:2 durch Okita, der Doppelpfostenschuss Afriyies und die sich anbahnenden physischen Probleme Fabio Daprelàs. Ab der 75. Minute ging der FCZ dann aber wieder ins Pressing wie zu Beginn der Partie. Dies führte zu einigen guten Torchancen. Man wollte sich nicht hinten einigeln, sondern suchte proaktiv das dritte Tor und die Entscheidung. Letztendlich wurde man für einen mutigen Auftritt mit einem Punkt belohnt – und war an dreien nahe dran.

Die Zweite Halbzeit war dann mit einem Schnitt von 5,8 eine volle Note schlechter als die erste, insgesamt aber die Partie mit einer Gesamtnote von 6,3 trotzdem nach dem Heimsieg gegen Lugano das zweitbeste Spiel der bisherigen Saison und eine Steigerung um eine volle Note im Vergleich zum St. Gallen-Match. Sowohl offensiv wie defensiv hatte man in Basel sogar mehr gute Aktionen als gegen Lugano, defensiv allerdings mehr Fehler, welche durch ein nicht mehr im Europacup engagiertes und ausgeruhtes Basel mehr provoziert wurden, als von den Tessinern. Der FCZ hat seine Tore bisher vorwiegend aus Hohem Pressing / Gegenpressing oder aus Standards erzielt. Dies war auch diesmal wieder mit je einem solchen Treffer der Fall. Dies obwohl der FCB ganze drei Standardsituationen in Strafraumnähe (Freistösse und Eckbälle) zuliess. Der FCZ traf daher stattdessen aus einem Einwurf in der eigenen Platzhälfte zum 0:1. Die Gegentore fielen bisher fast ausschliesslich aus Standards. Der Kutesa-Weitschuss in Genf ist bisher immer noch das einzige Gegentor aus dem Spiel heraus – und dies nach sechs Spieltagen! Wenig überraschend gewann Basel als die physisch stärkere Mannschaft deutlich mehr Zweikämpfe. Der FC Zürich machte dies mit Technik und Timing wett. Mathew, Marchesano, Okita und Condé spielten mehr gefährliche „Smart Passes“ in die Spitze.

Renato Veiga – das grossspurigere Pendant zu Cheick Condé

Was lässt sich zum durch Rekord-Transferausgaben runderneuerten FCB sagen? Die Rotblauen haben in Mittelfeld und Sturm das beste Kader der Liga, gemessen an den Qualitäten der Einzelspieler. Nur: das ist nichts Neues. Es war in den letzten Jahren meistens so. Man hatte gegen YB jeweils trotzdem keine Chance. Das muss nicht zwingend so bleiben. Unter Raphaël Wicky als FCB-Coach fand die Wachablösung in Richtung Bundesstadt statt. Das kann mit Wicky als YB-Trainer auch wieder in die andere Richtung gehen. Zumindest treten die Berner nicht als unüberwindbare Hürde auf. Klar ist: ein Herausforderer darf sich nicht viele Patzer leisten. Mittelstürmer Jovanovic ist sicherlich mindestens auf der Höhe von YB’s Cédric Itten einzustufen und dabei eher noch etwas vielseitiger. Auf den Flügeln wollte der FCB in “Bayern-Manier“ mit Linksfuss Malone über rechts und Rechtsfuss Barry über links angreifen. Der FCZ machte die Räume aber gut zu, so dass Malone kaum mal zum Zug kam und der schnelle Barry jeweils an die Grundlinie abgedrängt werden konnte. Gauto, Demir und Sigua sind für Super League-Verhältnisse sicherlich alle äusserst talentiert. Dass sie aber konstant mehr bieten können als ihre Vorgänger Millar, Zhegrova, Kalulu, Sène oder Palacios müssen sie erst noch beweisen.

Nicht zu Unrecht stand nach dem FCZ-Match aber Renato Veiga als neuer Hoffnungsträger im Mittelpunkt. Er befeuerte dies gleich selbst mit dem Verkünden von grossen Ambitionen, zeigte entsprechende Ansätze aber auch auf dem Platz. Veiga ist das deutlich glamourösere und teurere Pendant zu Cheick Condé beim FCZ. Beide nutzen ihre langen Beine effektiv für wichtige Tacklings im Mittelfeld, bringen dazu aber auch im Passspiel und Abschluss Qualitäten mit. Der mit Abstand grösste Unterschied liegt in der Persönlichkeit der beiden. Während Condé zu Beginn erfahreneren Teamkollegen wie Blerim Dzemaili oder Aiyegun Tosin immer wieder aus reinem Respekt Bälle überliess, dirigierte Renato Veiga bei seinem ersten Einsatz die Verteidiger, Mittelfeldspieler und Stürmer als wäre ER die Ü30-Klublegende – und nicht die neben ihm im Schatten stehenden Fabian Frei (502 Wettbewerbsspiele für Rotblau) oder Taulant Xhaka (366). Nach nur einem Spiel mag eine solche Bewertung als früh erscheinen, aber man kann wohl trotzdem bereits jetzt sagen, dass Veiga wohl aktuell der beste Spieler der Liga und eigentlich „zu gut“ für die Super League ist. Ein ähnlicher Fall war vor drei Jahren FCB-Stürmer Arthur Cabral gewesen. Sein Transfer zu Fiorentina in der Winterpause 21/22 wurde sicherlich zu einem Faktor, welcher den Weg zum Meistertitel für den FCZ erleichterte.

Gute Schiedsrichterleistung

Ein Manko scheint der FCB aber trotz all der vielen Transfers auch in diesem Sommer nicht komplett ausgemerzt zu haben: die fehlende Balance zwischen Offensive und Defensive. In diesem wichtigen Punkt ist YB den Baslern in den letzten Jahren immer voraus gewesen. Barisic ist sicherlich besser als beispielsweise Katic, aber trotzdem kein Top-Innenverteidiger. Er hilft dem FCB seine Defensivprobleme etwas zu lindern. Man hat aber auch gegen den FC Zürich wieder gesehen, dass Renato Veiga defensiv fast alles selbst machen musste – was nicht immer gelingen wird. Man hat auf den Aussenverteidigerpositionen weiterhin vorwiegend Akteure mit viel Offensivpower und gleichzeitig wenig Verteidigungsqualitäten – umso mehr wenn jetzt auch noch Michael Lang gehen sollte. Innenverteidiger Finn Van Breemen ist ebenfalls eher offensiv orientiert. Und die Pressingqualitäten der Stürmer und Offensiven Mittelfeldspieler könnten ebenfalls besser sein. Dabei fehlt es dieser FCB-Mannschaft sicherlich nicht an der Physis, aber wohl durchaus etwas am sogenannten “defensiven Gewissen“.

Während der Auftritt des Schiedsrichterteams inklusive VAR beim Spiel FCZ – St. Gallen von kleinen und grösseren Fehlern nur so strotzte, trat Fedayi San im St. Jakob Park von Beginn weg sehr fokussiert auf und hatte eine klare Linie, die er auf beide Seiten im gleichen Masse anwendete. Er war sich der Aufmerksamkeit der Affiche ganz offensichtlich bewusst – es war eine seiner bisher besten Leistungen. Man kann wie immer über einzelne Entscheidungen diskutieren, aber mit Ausnahme von zwei, drei kleineren Situationen war keine wirklich falsch. Die schnelle Gelb-Rote Karte gegen Bo Henriksen entspricht den neuen Weisungen. Renato Veiga hat sicherlich etwas Glück, dass er mit seinem Nachtreten gegen Afriyie nicht Rot sieht. Aber ein klarer Fehlentscheid wie das übersehene Foulspiel von Diaby gegen Daprelà beim St. Galler Ausgleich vor einer Woche ist es nicht. Auf der anderen Seite ging in der 57. Minute Maurice Malone im Zürcher Strafraum zu Boden, nachdem Nikola Katic etwas ungestüm in den Zweikampf gegangen war. Die vorhandenen TV-Bilder lösen nicht eindeutig auf, ob es ein Foul war. Malone war der Einzige, der reklamierte.

Highlights

Personalien – drei von vier Wechseln bringen Verschlechterung

  • Nikola Boranijasevic: Dreht wie gegen Yverdon oder Stade Lausanne-Ouchy in der 2. Halbzeit auf, während die meisten Teamkollegen eher abbauen. Sehr autonom: seine Leistung ist nie abhängig von den Nebenleuten.
  • Daniel Afriyie: Wie gegen Lugano offensiv mit Note “10“, beim Stand von 2:0 für den FCZ ausgewechselt.
  • Fabio Daprelà: Erstmals bester FCZ-Spieler der 1. Halbzeit. Gut vorstellbar, dass der 2:2-Ausgleich mit Daprelà auf dem Platz nicht fällt. Der FCZ wäre bei der Verteidigung des Freistosses präsenter und aufmerksamer gewesen.
  • Cheikh Condé: MVP, seine bisher beste Saisonleistung, sowohl offensiv wie auch defensiv mit Note “9“.
  • Nikola Katic: Schlechte 1. Halbzeit, verschätzt sich in mehreren Szenen, unter anderem vor der Grosschance des FCB durch Demir und Barry.
  • Rodrigo Conceição: Schaltet nicht schnell genug auf Defensive um, kennt seine Rolle im Pressing noch nicht ganz, treibt allerdings einmal Renato Veiga an der Mittellinie in die Arme von Jonathan Okita und verhilft diesem so zu seiner Grosschance allein vor Marwin Hitz.
  • Adrian Guerrero: Mehr defensiv und weniger offensiv involviert als sonst.
  • Antonio Marchesano: Für ihn gilt dasselbe wie für Daniel Afriyie: offensiv mit Note “10“ und beim Stand von 2:0 für den FCZ ausgewechselt. Mit zwei fast identisch schnell und direkt gespielten hohen Bällen entscheidend in der Vorbereitung beider Zürcher Treffer.
  • Silvan Wallner: Defensiv fokussiert, scheint aber Rohner von hinten keine Anweisungen zu geben, so dass die defensive Abstimmung zwischen den beiden teilweise nicht funktioniert.

Randnotiz: Falscher offizieller Torschütze beim 0:1

Randnotiz: Falsche Zuteilung beim 2:2-Ausgleich

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Miguel Reichmuth bei seinem Wettbewerbs-Début bester Mann / Red Star – FCZ Analyse

CUP-DERBY GEGEN DIE NR. 2 DER SCHWEIZ / RED STAR – FCZ VORSCHAU (Züri Live)

Gegen den Stadtrivalen und Partnerklub Red Star (2. Liga Interregional) belässt Coach Bo Henriksen die gesamte Stammformation vor 6’700 Zuschauern (Klubrekord Red Star) im Letzigrund auf der Tribüne und Ersatzbank. Trotzdem kann die Nummer 2 der Ewigen Rangliste der 1. Liga den FCZ bei weitem nicht so stark wie vor fünf Jahren (2:3) in Bedrängnis bringen. Damals war Red Star noch ein 1. Liga-Klub gewesen und im Oktober natürlich auch besser in Form als zum für Amateurvereine ungünstigen Spieldatum Mitte August. Vollblutstürmer Ivan Santini konnte den Beach Soccer-Nationaltorhüter Silvano Kessler zwei Mal mit seiner Schlitzohrigkeit überwinden. Der Kroate hat inklusive seiner zwei Europacuptore der letzten Saison in Wettbewerbspartien für den FCZ insgesamt alle 131,5 Minuten ein Tor erzielt.

Schlechteste Offensivleistung der bisherigen Saison

Der FCZ verzichtete weitgehend auf schnelles Umschaltspiel und fokussierte darauf, den Ball in den eigenen Reihen zirkulieren und damit die Gegenspieler viel laufen zu lassen. Der Rasen wurde vor dem Match nicht gewässert, was natürlich dem Unterklassigen entgegenkam. Die Partie brachte trotz eines weit vom Super League-Niveau entfernten Gegners verschiedene Erkenntnisse. In fünf Partien hat der Stadtclub bisher immer noch nur die beiden etwas zweifelhaft zustande gekommenen Gegentreffer in Genf kassiert. Die defensive Stabilität, auf welche Bo Henriksen gleich zu Beginn seiner Amtszeit als ersten Schritt fokussiert hat, scheint weiterhin Bestand zu haben. Gleichzeitig schiesst man mittlerweile mehr Tore. Der Offensiv-Notenschnitt betrug gegen Red Star allerdings nur 5,1. Es war somit die bisher klar schlechteste Leistung im Spiel mit Ball -und auch die Gesamtnote war mit 5,4 etwas schlechter als beim 2:2 in Genf. Speziell die linke Seite mit Hodza und Avdijaj sowie die Mehrzahl der Einwechselspieler brachten offensiv zu wenig.

Highlights

Personalien

Der Israeli Arad Bar kam zu seinem ersten Einsatz in einem Wettbewerbsspiel, zeigte einzelne gute Ansätze, konnte sich aber insgesamt mit diesem Auftritt noch nicht richtig aufdrängen. Der zweite Débutant, Aussenläufer Rodrigo Conceiçâo, war hingegen nach Antonio Marchesano der offensiv beste Zürcher auf dem Platz. Zwei Drittel der äusserst zahlreichen Flanken (15) aus dem Spiel heraus wurden vom Portugiesen in den gegnerischen Strafraum gebracht. Auf den Aussenläuferpositionen der Dauerbrenner Boranijasevic (Bank) und Guerrero (Tribüne) gab es bisher keine überzeugenden Alternativen. Bei Hodza oder Guzzo fehlt noch einiges – Rohner, Ligue und wohl auch der gegen Red Star auf der Medientribüne zuguckende Armstrong Oko-Flex sind im Dreimannsturm besser aufgehoben. Mit dem dank seiner engen Ballführung auf beiden Seiten einsetzbaren Rechtsfuss Rodrigo Conceiçâo hat der FCZ nun drei valable Spieler für die zwei Positionen, womit neben dem Auffangen von allfälligen Sperren, Verletzungen oder Formbaissen nun vor allem auch eine wirksame Einwechslung möglich ist.

Bester Débutant war aber der zusammen mit seinem Bruder Nils eingewechselte Miguel Reichmuth. Kein anderer eingesetzter Spieler überzeugte sowohl defensiv wie offensiv so wie der 19-jährige Mittelfeldspieler. Sein älterer Bruder Nils hingegen scheint ganz im Gegenteil nach seinen guten Testspielauftritten in der Sommerpause mittlerweile etwas in ein Formtief gefallen zu sein, denn auch in der U21 konnte er zuletzt nicht überzeugen. Hornschuh’s Einsatz war wie immer fokussiert und grundsolide. Torhüter Zivko Kostadinovic gelang früh eine entscheidende Parade. Er kann aber offensiv Yanick Brecher bei weitem nicht das Wasser reichen. Silvan Wallner wirkt weiterhin vor allem defensiv nicht Super League-tauglich – und von Mirlind Kryeziu hätte man sich etwas mehr das Gefühl vermittelt gewünscht, dass er um seine Position kämpft.

Hodza und Avdijaj konnten sich überhaupt nicht empfehlen. Ligue ist weiterhin auf der Suche seiner Form. Die Kurzauftritte von Kamberi und Afriyie waren etwas launig. Neben Hornschuh, Miguel Reichmuth und Conceiçâo haben hingegen Bledian Krasniqi, Antonio Marchesano und Ivan Santini durchaus gezeigt, dass Bo Henriksen aktuell auf sie zählen kann. Marchesano und Santini zeigen dies kontant, Krasniqi war gegen Red Star im Vergleich zu seinen zuletzt ungenügenden Auftritten gegen Lugano und Stade Lausanne-Ouchy wieder verbessert.

Kommentare – Als Team nicht so eine gute Leistung

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Telegramm (transfermarkt)

LIveticker (sport.de)

FCZ siegt im Cup-Derby gegen FC Red Star souverän mit 2:0 (nau.ch)

Standbilder

5. Minute: Selmin Hodza nach Marchesano-Flanke allein vor dem Tor
12. Minute: Ivan Santini nach Hereingabe von Conceiçâo (in den Rücken gespielt) allein vor dem leeren Tor

Rutscht Marchesano in die Startformation? / Stade Lausanne-OUchy – FCZ VORSCHAU

Saisonvorschau: Stade Lausanne-Ouchy – Die Minerva-Abendschule

Cup-Duell: CÉDRIC BRUNNER AUCH GEGEN UNTERKLASSIGE TOP / STADE LAUSANNE-OUCHY – FCZ STATS UND SPIELINFOS

Erstmals trifft der FC Zürich in einem Liga-Spiel auf Stade Lausanne-Ouchy. Die Waadtländer sind auch dank einer grossen Kontinuität auf der Trainerposition im letzten Jahrzehnt Schritt für Schritt von der 2. Liga interregional in die Super League aufgestiegen. Unter dem langjährigen Coach Andrea Binotto machte „SLO“ in dieser Zeit dem FCZ vor allem im ersten von zwei Cupduellen Probleme. Der heutige Bosnische Nationaltrainer Meho Kodro stablisierte von 2020 bis 2022 die Lausanner in der zweithöchsten Liga. Unter dem Südfranzosen Anthony Braizat gelang dann der historische Aufsteig in die Super League. Damit schliesst sich ein Kreis: Vorgängerverein „La Villa Ouchy“ gehörte zu den Gründungsmitgliedern des Schweizerischen Fussballverbandes. Anthony Braizat hat 2916 Servette zurück in die Challenge League geführt, musste aber in der Winterpause unter anderem nach einer 0:3- und einer 0:4-Niederlage gegen den FCZ Meho Kodro (!) Platz machen.

SLO findet gegen Servette die richtigen Lösungen

Nach den zwei Auftaktniederlagen gegen Lugano und in Luzern war SLO in der dritten Super League-Partie gegen den Champions League-Aspiranten Servette nahe am ersten „Dreier“ – bis Patrick Pflücke in der Nachspielzeit mit einem Direkten Freistoss via Lattenunterkante noch den 1:1-Ausgleich erzielte. Im Vergleich zu den ersten beiden Partien nutzten die Waadtländer dabei etwas mehr die Breite des Spielfeldes und spielten schneller / direkter nach vorne. Florian Danho ist ein Mittelstürmer mit viel Qualität in einzelnen Aktionen,

Beim FCZ werden abgesehen vom fraglichen Junior Ligue keine Absenzen gemeldet. Ligue ist im Gegensatz zu den Reichmuth-Brüdern, Guzzo und Bajrami auch nicht beim Promotion League-Duell gegen den FC Biel dabei. Coach Bo Henriksen setzt auch deshalb personell auf Kontinuität. Am ehesten ein Kandidat für die Startformation könnte Antonio Marchesano sein. Allerdings überzeugte der Tessiner abgesehen von seinem Assist zum 3:0 gegen Lugano bei seinem Teileinsatz vor Wochenfrist noch nicht vollends.

Defensive Fortschritte / Offensiv fehlt den Teamleadern die Inspiration der Meistersaison: Analyse Tore und Gegentore 19/20 – 22/23

Defensiv hatte der FCZ was die Leistung der Feldspieler betrifft in der Saison 22/23 sehr gute Werte, wie an dieser Stelle bereits gezeigt. Wie kommt es dazu? Schauen wir uns dieses Phänomen etwas genauer an! Ein wirklich erstaunliches Bild zeigt sich bereits in der ersten Grafik. Von 19/20 bis 22/23 hat der FC Zürich über mehrere Saisons hinweg unter verschiedenen Trainern (Magnin, Rizzo, Breitenreiter, Foda, Colatrella, Henriksen) die Verteidigung der gegnerischen Standards Schritt für Schritt stark verbessert (von rund 0,7 Standardgegentoren pro Partie auf unter 0,3). Auch nach der Meistersaison ist das Team in diesem Bereich noch einmal deutlich stärker geworden. Dies mag einige Leser erstaunen. Denn ohne eine systematische Untersuchung eines Phänomens hält man sich für die Beurteilung in der Regel an einzelne besonders in Erinnerung gebliebene Situationen und Spiele. Dazu gehört für die Saison 22/23 mit Sicherheit die 2:4-Heimniederlage gegen den FC Basel am 28. August mit gleich drei Standardgegentoren nach den Freistössen von Taulant Xhaka und dem Eckball durch Darian Males. Dieses Spiel war aber wie die Statistik zeigt, die Ausnahme, welche die Regel bestätigt.

Bessere Vorwärtsverteidigung und Abwehr von Standards als in der Meistersaison!

Beinahe ebenso stark wurden in der gleichen Zeitperiode die Gegentore aus dem Spiel heraus reduziert, wenn der Gegner aus einer tiefen Position angreift. Das heisst, man verteidigt von Saison zu Saison besser in hoher Position – und hat sich auf diesem Gebiet auch 22/23 im Vergleich zur Meistersaison nochmal verbessert! Der über Jahre anhaltende positive Trend in der Reduktion der Gegentore beim Umschaltspiel, Aufbauspiel und bei einer Hohen Position des Gegners konnte hingegen nicht fortgesetzt werden. In diesen Bereichen gab es einen Rückschritt – am meisten bei gegnerischem Aufbauspiel. Der FCZ verteidigt weniger gut als noch letzte Saison unter Breitenreiter, wenn er sich hinten reindrängen lässt.

Die verbesserte Verteidigung von Standards im Vergleich zur Meistersaison betrifft alle Bereiche mit Ausnahme der Penaltys. Am stärksten verbessert hat man sich bei gegnerischen Einwürfen. Bei gegnerischen Eckbällen hat der fC Zürich im Verlauf der letzten Monate leichte Anpassungen in der Formierung vorgenommen und setzt nun auf zwei oder teilweise gar drei Raumdecker. Wenn der FCZ trotzdem wieder mal ein Corner-Gegentor kassiert, dann liegt dies jeweils eher nicht an der Taktik, sondern individuellen Unaufmerksamkeiten wie beim 2:3 durch Douline in Genf in letzter Sekunde oder einem vermeidbaren Gegentreffer Schettines im einzigen verlorenen Derby der Saison. Penaltys gegen den FCZ entstanden in der Zeitperiode 2019 bis 2023 am häufigsten nach Freistössen oder Einwürfen (je 3 Mal).

Linke Seite nicht mehr so wasserdicht, wie in der Meistersaison

Am meisten Gegenreffer kassiert der FC Zürich immer noch via Konterangriffe des Gegners, auch wenn sich dies seit der Saison 19/20 reduziert und im Vergleich zur Meistersaison auf dem Niveau von einem solchen Gegentreffer alle vier Spiele gehalten hat. Weiter reduziert haben sich aber die Gegentreffer bei gegnerischem (langsamem) Spielaufbau, wenn der FCZ hoch steht. Zu Magnin-Zeiten war in solchen Situationen die Verteidigungsarbeit der Stürmer und Mittelfeldspieler immer wieder mal ungenügend gewesen. Wie bereits weiter oben erwähnt nahmen die Gegentore des FCZ etwas zu, wenn er tief oder in einer mittleren Position gegen einen aufbauenden Gegner verteidigte. Gegentore aus Pressing- oder Gegenpressing-Situationen blieben hingegen relativ selten.

Obwohl die Standardgegentore weiter reduziert wurden, haben die Kopfballgegentore im Vergleich zur Meistersaison 22/23 wieder zugenommen, ohne dass es im Vorfeld von Gegentreffern mehr Flanken (definiert als Bälle von der Seite von ausserhalb des Strafraumes) gegeben hätte. Dies deutet vermehrt auf Kopfballgegentore aus dem Spiel heraus hin, teilweise durch kurze Chipbälle von innerhalb des Strafraumes. Weitschussgegentreffer haben im Vergleich zur letzten Saison hingegen abgenommen, was für die gute Arbeit speziell der FCZ-Akteure auf der 6er-Position (in erster Linie Cheick Condé) spricht. Deutlich zugenommen haben hingegen Tore auf gegnerische Angriffe durch die Mitte und über rechts (also die linke Zürcher Abwehrseite). Letztere hatten sich in der Meistersaison auf null reduziert. 22/23 konnten Guerrero, Aliti und Co. ihre Seite hingegen nicht mehr so gut schliessen, wie noch ein Jahr davor.

Inspiration bei den Offensivstandards ging verloren

Das Problem des FCZ 22/23 im Vergleich zur vorherigen Spielzeit lag in der Offensive, so viel ist schon länger bekannt. „Offensive“ bedeutet aber nicht automatisch „Stürmer“. Beispielsweise der Spielaufbau aus der Zone 1 in der eigenen Platzhälfte in die Zone rund um die Mittellinie schien in der Meistersaison besser zu funktionieren. Die Torausbeute hat in allen Spielphasen (Aufbau, Umschalten, Standards) und sowohl aus einer hohen wie auch tiefen Position durchs Band deutlich abgenommen, wobei dabei eine geringere Abschlusseffizienz eine gewisse Rolle spielte. Am stärksten reduziert hat sich die Ausbeute von Standards.

Schaut man die Standardtore im Detail an, sieht man einen leichten Anstieg bei den Penaltytreffern, aber eine starke Reduktion von FCZ-Treffern, die aus Freistössen und Eckbällen erzielt wurden – und zwar auf das tiefste Level der letzten vier Jahre. Was ist der Grund, dass Marchesano, Guerrero und Dzemaili nicht mehr so gute Freistösse und Corner hinkriegten wie in der Meistersaison? Dieses Rätsel zu lösen ist ein wichtiger Faktor für den offensiven Erfolg der kommenden Saison. Denn dass Marchesano, Guerrero, Krasniqi, Okita, Kryeziu und Co. grundsätzlich gute Standards drauf haben, ist unbestritten.

Weniger Erfolg im Knacken von tief stehenden Gegnern über die Seiten

In den letzten vier Jahren hat der FCZ am häufigsten Penaltys aus Freistössen und Konterangriffen erhalten. Auch aus Angriffen gegen tief stehende Gegner sowie aus Eckbällen gab es häufiger Penalty für als gegen den FCZ.

Aus dem Spiel heraus erzielt der FCZ weiterhin am meisten Tore aus dem Aufbauspiel gegen tief stehende Gegner sowie aus Konterangriffen, wobei vor allem ersteres in der abgelaufenen Saison stark abgenommen hat.

Offensiv fehlte die Überzeugung, das Zusammenspiel und das Timing bei den Standards aus der Meistersaison

Kopfballtore haben in der Saison 22/23 sehr stark abgenommen – von „einem in drei Spielen“ auf „eines in zehn Partien“. Dies hängt direkt zusammen mit der ebenfalls starken Abnahme von Toren aus „Angriffen über rechts“. Nikola Boranijasevic hat zwar insgesamt 22/23 gute Leistungen gezeigt, aber das Timing und Zusammenspiel mit den Stürmern in den entscheidenden Momenten funktionierte nicht mehr so traumwandlerisch sicher wie noch 21/22.

Durch die Analyse der Tore und Gegentore verdichtet sich das Bild über die Unterschiede zwischen der Saison 21/22 und der Saison 22/23. Die Teamleader Antonio Marchesano, Blerim Dzemaili, Adrian Guerrero, Willy Gnonto und Yanick Brecher zeigten sich von allen Kaderspielern als zu wenig anpassungsfähig an den Trainerwechsel und begannen die Spielzeit uninspiriert. Defensiv spielte die Mannschaft als Ganzes eine ganz gute Saison – speziell die neu verpflichteten Cheick Condé und später Ifeanyi Mathew sorgten im Zentrum für Stabilität. Ausserdem verbesserte man sich beim Verteidigen von gegnerischen Standards weiter. Offensiv fehlte hingegen die Überzeugung, das Zusammenspiel und das Timing bei den Standards, beim Abschluss und beim letzten Pass, welches die Breitenreiter-Mannschaft so ausgezeichnet hatte – exemplarisch illustriert durch die unglaubliche Serie direkt verwandelter Freistösse durch Marchesano, Kryeziu und Coric zum Saisonbeginn 21/22 im Kontrast mit dem verschossenen Penalty Marchesanos zum Auftakt 22/23 in Bern. Über die rechte Seite von Boranijasevic wurden nicht mehr so viele Tore vorbereitet wie noch in der Meistersaison, und die linke Seite mit Guerrero und Aliti war defensiv zwar immer noch gut, aber nicht mehr so ein wasserdichtes Bollwerk, wie noch im Jahr zuvor.

FCZ Sommer-Fazit: Nils Reichmuth überzeugt, gutes Bar-Début, Katic weiterhin Schwachpunkt

In den letzten Jahren hat wohl noch nie ein FCZ-Trainer so stark auf Kontinuität gesetzt, wie Bo Henriksen – selbst André Breitenreiter nicht. Dieser Eindruck deutete sich bereits letzte Saison an und verstärkte sich in der Sommervorbereitung noch weiter. Weder personell, noch bezüglich Spielformation noch von der Spielweise her gibt es Experimente. Henriksen und die sportliche Führung insgesamt setzt darauf, dass die einzelnen Spieler und das Team als Ganzes sich in der anstehenden Saison weiterentwickeln und zusammenwachsen. Super League-Klubs sind mit Ausnahme von YB und FCB kaum je in der Lage, Spieler für die 1. Mannschaft verpflichten oder heranziehen zu können, die sofort „einschlagen“. Jeder neue Spieler bringt normalerweise gewisse Mankos mit: noch nicht ganz reif für die Liga, schlechte Statistiken, länger verletzt gewesen oder zuletzt in einer tiefer einzuschätzenden Liga gespielt. Wenn man die richtige Wahl trifft, kann so ein Spieler dann aber in der dritten oder vierten Saison, manchmal auch schon in der zweiten aufblühen. Der FCZ hat viele Spieler im Kader, deren Entwicklungspotential noch nicht ausgeschöpft ist oder die bisher noch nicht ihr wahres Gesicht gezeigt haben.

Aliti, Krasniqi, Bar mit „Nationalmannschafts-Handicap“

Der FCZ betont in seinen eigenen Publikationen die resultatmässig erfolgreiche Testspielserie (fünf Siege in fünf Spielen). Dabei darf allerdings nicht vergessen werden, dass die Resultate ausschliesslich gegen unterklassige Teams zustande gekommen sind. Selbst bei den Zweitligisten Schaffhausen und Greuther Fürth standen zu den Zeitpunkten, als der FCZ den jeweiligen Sieg klar gemacht hat, einige äusserst unerfahrene Junioren auf dem Platz. Die Wahl der Testgegner muss trotzdem nicht falsch gewesen sein. Die graduelle Steigerung der Stärke der Gegner von Spiel zu Spiel entspricht dem jeweiligen Vorbereitungsstand. Es lassen sich so die im Training eingeübten Inhalte einfacher im Spiel umsetzen. Zu starke Gegner, speziell zu Beginn der Vorbereitung, bergen die Gefahr, dass man zu früh in den Kampf- und Wettkampfmodus gerät – und dabei die Inhalte zu kurz kommen. Letztendlich haben Testspielgegner und – resultate sowieso noch nie etwas über den Erfolg oder Misserfolg beim Saisonstart ausgesagt.

Auf individueller Ebene haben Testspiele hingegen durchaus eine gewisse Aussagekraft. Berücksichtigt werden muss dabei allerdings der unterschiedliche Vorbereitungsstand. Die in den Nationalteams engagierten Kaderspieler sind erst später dazugestossen und haben dementsprechend ein Handicap. Dies kann dem Einen oder Anderen den Platz in der Startformation zum Saisonstart kosten. Vor allem bei Fidan Aliti oder Bledian Krasniqi ist dies relevant, aber natürlich auch bei Neuverpflichtung Arad Bar, der erst im letzten Test gegen die SpVgg Greuther Fürth sein Début im FCZ-Trikot gefeiert hat. Tosin ist davon vermutlich weniger stark betroffen, da seine Position in der Hierarchie der Stammformation gesicherter ist. Die sich grundsätzlich auf dem Sprung in die Super League befindlichen Stürmer Calixte Ligue und Labinot Bajrami kamen den ganzen Juni lang noch in den U18-Playoffs und nun dafür in der Vorbereitung der 1. Mannschaft nicht zum Einsatz – Ligue war (genauso wie Innenverteidiger Kryeziu) beim letzten Test gegen Greuther Fürth angeschlagen, Bajrami zusammen mit Stephan Seiler zudem ebenfalls auf der Tribüne.

Arad Bar überzeugt beim ersten Auftritt

Der FCZ agierte wie schon letzte Saison meist unter Trainer Henriksen (mit Ausnahme von einzelnen Partien gegen den FCB oder YB) ausgerichtet auf Ballbesitz und soweit es die Temperaturen zuliessen auch so häufig wie möglich hochstehend. Dabei offenbarten sich selbst gegen schwächere Gegner einmal mehr die grossen Schwächen der Dreierkette, wenn die Mannschaft hoch steht. Nikola Katic ist wie über weite Strecken der Rückrunde weiterhin der grosse Schwachpunkt – sehr langsam, fällt häufig falsche Entscheidungen, überschätzt sich, spielt viele Fehlpässe – nicht selten im eigenen Strafraum – und gibt dann wahlweise dem Platz, dem Schiedsrichter oder den Mitspielern die Schuld dafür. Lindrit Kamberi, Fabio Daprelà oder Fidan Aliti sind alle ebenfalls keine Sprintraketen. Mit einfachen hohen Bällen hinter die Zürcher Abwehr wird es so tendenziell jedes Mal sehr gefährlich. Mit Daprelà hat der FCZ einen weiteren Linksfuss verpflichtet, der deutlich mehr Ruhe und Sicherheit ausstrahlt, als Katic, vorläufig aber wohl auf der halblinken Position (für Aliti) zum Einsatz kommen wird. Die Rückkehr von Mirlind Kryeziu auf die zentrale Innenverteidigerposition (mit Daprelà als Alternative) an Stelle von Katic, würde der Zürcher Hintermannschaft mehr Stabilität und Sicherheit verleihen. Auf der rechten Innenverteidigerposition machte nicht nur in dieser Vorbereitung, sondern auch schon zuvor Daniel Denoon (U21) den sichereren und reiferen Eindruck als der vom FC Wil zurückgeholte Silvan Wallner – Physis und Speed bringt er ebenfalls mit.

Arad Bar vor der ersten Einwechslung im FCZ-Trikot mit der Nummer 8

Der vom israelischen Zweitligisten Maccabi Petah Tikva verpflichtete Arad Bar hat bei seinem ersten Einsatz gegen Greuther Fürth gleich mal gezeigt, was er drauf hat. Auf seiner angestammten Position im Zentralen Mittelfeld hat sich zwar mittlerweile das Duo Condé / Mathew ziemlich gut eingespielt, der israelische U21-Nationalspieler steht aber sicherlich als offensivere Variante zu Beginn schon für Teileinsätze zur Verfügung und hat sich mit seinem Drive und starken Flanken, obwohl er Rechtsfüsser ist, gleich auch noch als erste Alternative für Adrian Guerrero auf der linken Seite empfohlen – noch vor den ebenfalls auf dieser Position getesteten Fischer und Guzzo.

Ohne Marchesano im Dreimann-Sturm

Coach Bo Henriksen liess in jedem der fünf Vorbereitungspartien mit Dreierabwehr und fast durchgehend mit flachem Vierermittelfeld spielen. Die Formation der drei Forwards änderte sich hingegen. Gegen Kreuzlingen spielte man in der 1. Halbzeit noch mit nur einem 6-er (Hanke) und den beiden 8-ern Nils Reichmuth und Seiler hinter dem Zweimannsturm Rohner / Okita. In der 2. Halbzeit war es dann bereits die Formation mit den zwei 6-ern Condé / Mathew und davor den beiden Reichmuth-Brüdern auf der Doppel-10 hinter der einzigen Spitze Marchesano. Gegen Dietikon bildete bis zum verletzungsbedingten Ausfall Marchesanos der Tessiner die Doppel-10 mit MIguel Reichmuth und wurde dann durch Fischer ersetzt. Nils Reichmuth ersetzte seinen Bruder Miguel zur Pause. Einzige Sturmspitze war erst Okita und dann Avdijaj.

Gegen Rapperswil-Jona begann man dann erstmals mit einem klassischen Dreimann-Sturm mit Linksfuss Nils Reichmuth auf dem rechten und Rechtsfuss Okita auf dem linken Flügel – mit Donis Avdijaj in der Mitte. Nach den Wechseln spielte Hanke auf der Zehn hinter dem Zweimannsturm Santini / Nils Reichmuth. Gegen Schaffhausen begann der Dreimannsturm Rohner / Avdijaj / Okita, der sich im Verlaufe der Partie durch Wechsel zum Trio Nils Reichmuth / Santini / Afriyie wandelte. Gegen Greuther Fürth blieb Henriksen beim Dreimannsturm und begann mit Rohner / Tosin / Okita. Nach einer Stunde ersetzte Afriyie Tosin in der zentralen Sturmposition. Nach 75 Minuten wurden auch Rohner und Okita ausgewechselt. Nun lautete das Sturmtrio Nils Reichmuth / Afriyie / Avdijaj. Für das letzte Spielviertel kam dann auch noch Santini rein, Afriyie rückte auf den Flügel und Nils Reichmuth auf die Doppel-6. Damit beendete man die Testspielreihe mit dem Sturmtrio Afriyie / Santini / Avdijaj.

Reichmuth & Reichmuth: FCZ geht mit Brüderpaar in die Saison

Was auffällt: die Art und Weise wie die vordersten drei Spieler formiert wurden, war in erster Linie abhängig vom vorhandenen Personal. Zu Beginn der Vorbereitung stand kein einziger klassischer Mittelstürmer zur Verfügung. Ab der zweiten Partie mit dem verletzungsbedingten Ausfall Antonio Marchesanos zeichnete sich mit der Zeit dann immer mehr der klassische Dreimannsturm als aktuelle Lösung ab. Ivan Santini und der junge Labinot Bajrami sind typische Mittelstürmer. Der Grossteil der Zürcher Forwards ist vorne hingegen flexibel einsetzbar. Avdijaj, Rohner, Afriyie, Ligue, Okita und Tosin haben alle schon viele Spiele sowohl auf der Flügelposition wie auch im Sturmzentrum gemacht. Man kann im Gegensatz zur Situation vor ein paar Jahren heute wahrlich nicht davon sprechen, dass der FCZ zu wenig Stürmer hätte. Zudem ist eine grosse Diversität von unterschiedlichen Stürmertypen vorhanden. Nils Reichmuths ideale Position ist auf der Zehn oder als hängende Spitze – er wurde in der Vorbereitung aber auch als Rechter Flügel eingesetzt. Letztendlich hat nicht zuletzt der neue Champions League-Sieger das Stereotyp vom zwingenden Profil des blitzschnellen Offensivflügels etwas ins Wanken gebracht. Auch technisch starke „Zehner“-Typen können auf dem Flügel ihre Wirkung gut entfalten.

Mehr als acht Jahre ist es her, als mit den Verteidigern Raphaël und Philippe Koch letztmals ein Brüderpaar im Kader der 1. Mannschaft stand. Jetzt ist es mit den Mittelfeldspielern Nils (21) und Miguel (19) Reichmuth wieder soweit. Zumindest vorerst: denn eine Leihe speziell von Miguel ist denkbar. Beide haben ihre Qualitäten eher im technischen Bereich. Rechtsfuss Miguel zeigte in den Testspielen ordentlich bis gute Leistungen. Linksfuss Nils ist torgefährlicher, und bringt mit den zwei Challenge League-Jahren in Wil mehr Erfahrung mit. Er hat in dieser Sommervorbereitung am meisten gespielt, und liegt zudem bei den Torvorlagen vorne. Mittlerweile ist Nils noch etwas zielstrebiger geworden und bringt auch eine gewisse für die Super League notwendige Pace mit, so dass er als der wohl grösste Gewinner der Sommer-Testspielserie bezeichnet werden kann. Letztendlich zählt aber Sonntag 23. Juli, 16:30 gegen Yverdon-Sport im Letzigrund!

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